loren connors with margarida garcia - on our way by familyvineyard
Mittwoch, August 17, 2011
neue töne (1028): loren mazzacane connors
loren connors with margarida garcia - on our way by familyvineyard
Dienstag, August 16, 2011
glotzt nicht so romantisch (245): talking to turtles
etwas ganz besonderes. (wir werden dies wohl in einem der kommenden posts bestätigen, es folgt die albumreview) aufgenommen in seattle mit hilfe u.a. von jonathan warman, eric corson und doug van sloun. der eine eine kommende produzentenlegende, der andere bassist bei the long winters und der nächste betreute im mastering bereits cursive, azure ray und andere mehr. um die neugier anzuheizen, wird es in den nächsten vier tagen ein video prelistening auf vier verschiedenen musikseiten zu sehen geben. wir starten heute und übergeben die sympathischen claudia und florian morgen an das laxmag. wir versprechen optische wie akustische schmankerl. in diesem sinne, viel spaß!
19.08. Hamburg - Michelle Records
24.08. Darmstadt - Cafè Freiraum
07.09. Leipzig / Nato
14.09. Erfurt / Stadtgarten
15.09. Erlangen / E Werk
16.09. Frankfurt / Das Bett
17.09. Münster / Amp
18.09. NL - Tilburg - Incubate Festival
19.09. Hildesheim / Kufa
21.09. Köln / Tsunami
22.09. Oberhausen / Druckluft
23.09. Hamburg / Prinzenbar
24.09. Berlin / Comet
25.09. Rostock / Peter Weiss Haus
27.09. Dresden / Societätstheater
28.09. Chemnitz / Beta Bar
30.09. Jena / Theatercafe
01.10. Osnabrück / Glanz & Gloria
konzert: folk im park, 14.08.11
aufgrund des genusses eines frisch zubereiteten frikassees beim guten freund v. verzögerte sich die anreise zum fest um einiges. jedenfalls war das konzert von bricks mit durchschreiten des eingangs beendet. ein ärgernis, das ich noch eine geraume weile mit mir herumschleppen sollte, da ich mich besonders auf die lokalmatadoren gefreut hatte. ich hoffe, es ergibt sich in naher zukunft ein blick auf die gestandenen größen der nürnberger musikszene. stimmen verhießen mir, es war eine sehr gute halbe stunde.

bei mir und den anderen besuchern von folk im park. die hockten entspannt auf den mitgebrachten decken, ließen sich die lang ersehnte sonne auf den schädel brennen und genossen sir simon, der mit anhängsel battle auch selbst solo sein unwesen treibt, und monta, der unter anderem "chosen one" darbot, einen smog song ("julius caesar") und, wenn ich mich richtig erinnere u.a. auch "good morning stranger" vom album "the brilliant masses". das zusammenspiel der beiden musiker war nicht immer auf den takt genau, aber schweißtreibend. tobias nimmt man ab, was er zu erzählen hat, er ist ein typ, den bühnen gern beherbergen. die leisen töne schlingern noch durch die massen, da stampft der kerl schon energisch auf. hallo- wach- effekt. ich bin neugieriger denn je.


doch die blicke aller gehen immer wieder in den himmel, der schon bald nicht mehr auf sich warten lässt, er schickt die befürchtete regenüberraschung. so plötzlich, so intensiv, dass alles unter die zelte flüchtet, sich mit kostenfrei zur verfügung gestellten capes bewaffnet und sorge dafür trägt, halbwegs trocken zu bleiben. die wunderbaren isbells spielen note umd note, können alsbald aber nicht dem aufkommenden sturm trotzen und müssen das konzert abbrechen. ein jammer! denn hier finden kraftvoller antritt und die besonnenheit handgemachter musik aufs feinste zueinander. ich hätte den vieren gern noch länger zugehört.
nur zwei konzerte standen auf der kurztournee dieser tage, die kanadier spielten haldern und folk im park. wer gab hier wem die ehre? hunderte augenpaare gierten richtung bühne und hingen am mund des so freundlichen endzwanzigers. und der und seine, man kann es nur immer wieder hervorheben, exzellenten mitmusiker enttäuschten in keiner phase des gut anderthalbstündigen auftritts. von "oh fortune", "the indie queens are waiting", "you silly git" über "basket", "rows of houses" bis hin zu "leaves, trees, forest" und dem unvermeidlichen "robots" gab es vollprogramm aus dem ersten album "nice, nice, very nice" sowie dem im september erscheinenden "oh, fortune". es ist eine sich immer wiederholende wohltat, dem burschen beim musizieren und singen zusehen zu dürfen.




diese freundliche, spitzbübische art, das zuweilen linkische und stets auftretende überraschende grinsen, als hielte er die ausgelöste begeisterung für nicht möglich, machen ihn zum heißesten kandidaten für den thron des symapthischsten barden. er singt, verzögert, lockt den hörer heran, um fürderhin zu deklamieren, zu beklagen oder zu beschreiben. seine geschichten haben einen sog, der sich aus verständnis und nachvollziehbarkeit speist. abgehobenes ist fremd, die große nummer beleiht nur sein kongenialer sidepart an der gitarre. gordon grdina spielt so facettenreich, dass eine beschreibung seiner kunst viel raum benötigte. er treibt die melodien vorwärts, er harmoniert mit dem spiel mangans, er rhythmisiert und schlägt neue pulse an. er bewegt sich auf der bühne wie ein flinkes raubtier und seine finger flitzen dabei über die tabulatur in kaum verfolgbarer geschwindigkeit. er gibt der musik von dan mangan einen meisterlichen schliff. doch die augen der umstehenden sind immer nur auf dan gerichtet. ich höre mädelherzen schlagen. er trägt dem rechnung, lässt sich mitten im publikum blicken und wird dann, oh undank, von einem typen auf die stirn geküsst. letztlich, klar, ein toller auftritt!
a choir singing robots need love too live @folkfestival nuremberg



die ihn umschwirrende musik changiert zwischen freischwingender konzentration und energetischer ambition und hat, wie der treue begleiter v. wusste, progressives potential, wenn sie dem trotzen der instrumente nachgibt und anschwillt auf ein großer etwas, das bleiern über den köpfen hängen bleibt, um sich in wohlgefallen aufzulösen, während hunderte schmetterlinge auseinander stoben.
moddi - rubbles
tausend dank an die bands und an die veranstalter (danke, stefan!) für ein gelungenes, wetterfestes event.
Montag, August 15, 2011
neue töne (1027): jared mees & the grown children
doch zusätzliche beifügungen wie ausgelassene handclaps, chöre oder das jaulen eines hundes runden vorzüglich ab. zudem gelingt es der truppe, ihr interaktives livespiel mit in die aufnahmen zu transportieren. mit jared mees & the grown children treffen wir auf den vorstand selbst sowie auf seine jünger joe bowden (drums), jesse bettis, megan spear (keyboard, perkussion) und javier madrigal (leadguitar, trompete). mit dieser breiten palette an ausgestaltungselementen treibt die truppe keinen schabernack, aber zuweilen auf die spitze. euphorisch, erfrischend fegt das ensemble über die tracks zu griffigen alltagsthemen hinweg, und reisst dich mit. "about only good thoughts can stay" ist das album, das im mai auf tender loving empire erschien, und dem es gelingt, den lyrischen skeptizismus mit hoher musikalischer breitseite, mit zwingendem optimismus zu negieren. hier zieht der rhythmus sämtliche trümpfe, das stampfende vorwärts giert nach freunden und so schließen sich die akteure um- und zueinander und entfesseln die noten. popästhetik mit stilisiertem allerlei neben rumpeliger folkattitüde, das geht! eine mischung aus mumford & son und o'death, die an sarandon genuckelt haben. naja, irgend so eine beatkapelle dürfte auch beim gruppensex an bord gewesen sein. vielleicht trifft es aber auch die kombi aus sufjan stevens und danielson, in jedem fall bleibt es beim quirky indiefolk. das dritte album der band aus portland hat es in sich, seid dabei und höret!
tracklist: 1. hungry like a tiger / 2. limber hearts / 3. w.w.j.b.s. / 4. billy bird / 5. inaudible song II / 6. tiny toy piano / 7. inaudible song I / 8. even little mountains / 9. juicy fruit prelude / 10. juicy fruit / 11. graverobbers / 12. shake
jared mees & the grown children - limber hearts
Sonntag, August 14, 2011
eingestreut (302): jackie oates
spätestens nachdem ich den song "hyperboreans" gehört hatte, war ich jackie oates verfallen. dass es mit "saturnine" ein neues album geben wird, lässt mich in vorfreude versinken. um den 12. september ist so weit und der nachfolger des vor zwei jahren ebenfalls "hyperboreans" benannten albums kommt via ecc recoords. nicht umsonst nennt man jackie einen stern am firmament der contemporary english folk scene. ihre warme und starke stimme, die sie wie ein instrument einzusetzen weiß, macht jedes lied glänzend, sei es aus eigener feder oder der fremder. hinzu kommt ein geigenspiel wie es ausgefeilter dem genre nicht anheim fallen kann. sie hat mit den unthanks aufgespielt, ist mitglied von the imagined village und ebenfalls vom the cecil sharp project, sie arbeitete mit allen größen der modernen folk musik und bringt mit ihrem neuen soloalbum etwas sicher wegweisendes heraus. die anzeichen dafür, gedeutet nach ersten höreindrücken, stehen auf sehr sehr gut. geholfen haben ihr dieses mal jim moray, karen tweed, barney morse-brown, miranda sykes und einige andere mehr.
nachfolgend die tracklist, bei der ich einige videos eingefügt habe, damit Ihr Euch einen ersten eindruck machen könnt. sind nicht alle von bester qualität, aber zum herantasten langt es.
tracklisting: 1 the sweet nightingale (video) / 2 marrow bones / 3 scarborough's fair town (video) / 4 the hills of trencrom/pedn olva (video) / 5 young johnson / 6 poor murdered woman / 7 the trees they are so high (video) / 8 fin(n)ish(ish) / 9 iou / 10 four pence a day (video) / 11 brigg fair (video) / 12 fortune turns the wheel
15/10/11 Senden (near Muenster) Muensterland Festival
Samstag, August 13, 2011
eingestreut (301): tape.tv
schenk deiner boombox ein zweites leben
tape.tv will deine alte boombox! schick uns dein altes lieblingsstück, egal ob funktionierend oder als leblose hülle. im tape.tv boombox-himmel hauchen wir ihr neues leben ein. sie wird teil unserer mobilen konzertbühne, im tape.tv backstage-paradies feiert sie ausgelassene partys mit vielen bands und wird immer wieder auf unseren fotos auftauchen.
vier gründe für ein halleluja oder: warum sollte ich das tun?
1. du erhälst eines der nummerierten und auf 111 stück limitierten tape.tv-boombox-shirts.
2. wir schenken dir 50 "tape.tv-taler" mit denen du in zukunft dinge bei uns tauschen kannst, die es sonst nicht zu kaufen gibt.
3. alle boombox-spender werden auf einer wall of fame verewigt.
4. du nimmst automatisch an unserer verlosung teil, bei der du gästelistenplätze zu einem exklusiven "auf den dächern"-akustikset einer band deiner wahl gewinnen kannst.
werde ein teil von tape.tv und schick uns deine boombox!
neue töne (1026): himalayan bear
anderen als lead sänger von chet oder auch als gitarrist von frog eyes bekannt sein sollte. das neue produkt ist bereits der dritte solooutput des mannes aus victoria und fesselt mich. schwärmerisch kann man mit "hard times" nicht umgehen, es entflammt an allen ecken und enden, zu den unterschiedlichsten zeitpunkten, immer überraschend. die vergessene gitarrenspur in "the caballo", das düster dräuende unterfangen in "man of fire", das so schauerlich mit ryans kratzigem organ korreliert. wer seit seinen frühen teenagertagen an sounds bastelt, dem gelingt vielleicht erst in dieser art der reduktion erstaunlich konsequentes, erstaunlich pointiertes, erstaunlich großartiges. ergänzungen wie der bass, die lap steel fügen sich ein, als hätten sie für den einsatz etwas bezahlt. die einsamkeit, die bitterkeit können sie dem album auch nicht nehmen. den hoffnungsschimmer polieren sie dennoch unbeirrt. die tracks flutschen am stück, in sich wüten sie, kommen ins stocken, begehren, steigen gerade zu auf. zu bändigen. wäre beattie allein geblieben, hätte er diese monster nicht in den griff bekommen. im studio in victoria, da sich die szene die klinke in die hand gibt, fand sich immer wieder ein offenes ohr. was gut klingt, nimmt sich den strick, was misslang, fährt zum himmel. ein lohnendes leben. so haben nur die längst verstorbenen typen zu erzählen gewusst. mit haltung den schmerz geteilt. gefühle gezeigt, ohne sich der lächerlichkeit preis zu geben. im gegenteil hat man danach gelechzt, genau so zu sein. also, lassen wir ihn jaulen, die angerissene gitarre federn und mit den luftwallungen spielen, die gehorsam im takt ihr zaudern speisen. die internationale wartet. nachdem himalayan bear nur im heimischen odenwa..., ähm kanada veröffentlichte, wird "hard times" dem mainstream das genick brechen. es folgt auf die nicht nur nennenswerten "lo lonesome island" (2005) und "...attacks the brilliant air" (2007). great stuff!
tracklist: hard times / the caballo / how could death contend / half wit son / peace river / only dreams let me hold you / man of fire
himalayan bear - man of fire by absolutelykosherrecords
himalayan bear - the caballo by absolutelykosherrecords
Freitag, August 12, 2011
glotzt nicht so romantisch (244): howling bells
ein (p)fund mp3 (356)
follow me by leisure
finn riggins - some are knightz by finn riggins
finn riggins - wake (keep this town alive) by finn riggins
ganglians
20.09. Mannheim - Mohawk
21.09. Munich - Atomic Café
22.09. Berlin - Festsaal Kreuzberg
23.09. Hamburg - Reeperbahnfestival
17.10. Dresden - Ostpol
Donnerstag, August 11, 2011
neue töne (1025): antietam
die attitüde des weit herum gekommenen, des alles schon einmal gesehen habenden, des nicht so schnell in die knie gehenden, die haben antietam längst verinnerlicht, sie ist teil der genetik von tara key, ihres ehemanns tim harris und jener von josh madell. seit mehr als zwanzig jahren treibt es sie umher, die band antietam steht dabei für indierock, der sich jeglicher abfeierei verweigert, der neben der unstrittigen coolness eine smartheit verinnerlicht hat, die man sonst nur bei yo la tengo oder ähnlichen konsorten anzutreffen weiß. rau die schale und der kern ist längst geschmolzen. ein sound, der sich als differenzierter erweist, als er zunächst preiszugeben gewillt ist. die bratzigen gitarren, der pfeilgerade, zuweilen starre beat verschleiern den blick auf saftige melodien und allerlei wohlgesetztes beiwerk. daneben überzeugt taras stimme als bestimmendes merkmal, leicht zitternd, als hielte sie ein vibrato in der welt. antietam gehören zur ersten generation einer indierock wahrheit, wie sie sich heute nur noch kopiert zeigt.
mit "tenth life" legte die new yorker band nun ihr achtes album vor. in einem vierteljahrhundert nicht grad doll, aber dennoch ausdruck von beständigkeit. der hartnäckige dreier bleibt seinem mahlstrom treu, den er regelmäßig in gang setzt, um ihm im treugesang elemente des lichts beizumengen. die les paul von tara key arbeitet sich vor in momente des glücks und wer begleitend fungiert, der satte und zuweilen träumerische bass, die treffsichere und hypnotische schlagwerkerei, erhält neben dem einladungschreiben einen kleinen anstoss, um mit abzutauchen. auf album wie auf livekonzerten verzichtet die band schon mal auf gesang und entledigt sich jeglicher ablenkung, um ausgiebigst dem instrumentellen zauber zu frönen. das jammen als hohe kunst ist ein antiquierter auftritt und wird dennoch jene begeistern, die sich am kollektiven miteinander erfreuen können. auf "tenth life" geht es aber deutlich songorientierter zu. die zehn tracks sind fokussiert und gestrafft.ihr label carrot top records, das das album im mai herausgebrachte, schreibt: "tenth life finds antietam channeling their power into a set of ten hard-driving songs that deliver with a concise impact. lyrically, there is a thread running throughout, exploring both the pursuit of artistic vitality and the commitment to an inspired, meaningful life, creative or otherwise, from the dle to the grave. nine lives may be ok for cats, but antietam is painfully human, and this is their tenth life."
ich bin jetzt mal unterwegs, um mir die discography zu besorgen.
numbered days - antietam by carrottoprecords
Mittwoch, August 10, 2011
zu gehör getragen (144)
> zweifelsohne reifung, ohne den diamanten auf hochglanz polieren zu müssen, ein schauwerk spröder harmonie und scheinbar leichten handwerks, 4/5
wooden shjips – west (2011)
> am kraftvollen psychrockstrang klammern sich leichthin vier ausgewachsene herren aus san francisco und pumpen die bluessause in den roten bereich, 3,5/5
fleet foxes – helplessness blues (2011)
> alles wie beim erstling, es will sich nur nicht die überschwängliche begeisterung einfinden, das konzeptionelle hat einen überhang, 3,5-4/5
she keeps bees – dig on (2011)
> kolossales drumming und schwermütiges gitarrenreissen bilden die grundlage für einen im selbstverständnis verankerten gesang, bluesrock galore, 3,5/5
neue töne (1024): extra happy ghost!!!
modern horses? ich weiß es nicht. nur, dass sich einer seiner tracks mit einer tragödie beschäftigt, als neun pferde in panik geraten eine brücke in calgary herunterstürzten. doch weit ab davon, trifft man swan auch bei chad vangaalen wieder. in dessen yoko eno studio schien er sich wohlgefühlt zu haben. denn die neuen songs bieten sich als sprungbrett für breitsohlige abdrücke an. tiefe spuren, die sich - wie der diebische moog in den ohrmuscheln - im holz wiederfinden lassen. so zog der kanadier aus den heimischen vier wänden in professionelles geviert und nutzte die sich ihm bietende chance. herrlich, wie er sich wohl von vangaalen abheben konnte. denn der hatte sicher seine filigrane ideen im spiel. und musste sie vielleicht hinten anstellen. denn mathew swan ist kreativ genug, seinen sprudelnden wahn selbst zu kanalisieren. woods fällt mir als vergleichsmoment ein. etwas rougher, gerade wenn die mikros offen angegangen werden. die stimme dunkler. der bass kommt aus den düstersten ecken, das potente schlagwerk scheppert für den moment und giftig und gierig und sich wild räkelnd das restliche monster musik. die simpel dynamische variante des lofi enthuasiasten ist einer wesentlich stattlicheren produktion gewichen. gut so. Ihr müsst nun selbst auflösen, wie Ihr zu diesen kleinen, unreinen titeln steht. erwähnenswert zum abschluss die hilfe von laura leif, tolles organ!
extra happy ghost!!! - so at one
Dienstag, August 09, 2011
maria taylor - overlook (2011)
maria taylor hat eine ordentliche wegstrecke zurückgelegt, um schließlich dort zu sein, wo sie sich heute befindet. auf der einen seite etabliert, freunde, kollegen, diverse im business verhaftete goutieren ihre arbeit, auf der anderen seite nicht wirklich und nur einem begrenzten publikum bekannt (denn wer kann schon ihren namen nennen, wenn musik von ihr bei grey's anatomy auftaucht?). daran änderte auch nichts, dass sie zusammen mit ihrer kollegin orenda fink im letzten jahr noch einma azure ray reaktivierte, die bis dato vielleicht aufregenste musikalische arbeit maria taylors. doch die dame mit dem stolzen blick aus birmingham, al, vertraut fürderhin auf ihr gespür. auf die sämigen melodien, die lyrische straffung, den schmelz ihrer stimme. ausbalanciert wie ihre vorgängeralben ("11:11", 2005, "lynn teeter flower", 2007, "lady luck", 2009) wagt taylor jedoch mit "overlook" (namengebend war schließlich eine straße in ihrer heimatgemeinde) einen stilistischen wandel, der sich weniger am genre festmachen lässt, als an der tatsache, dass sie sich diverse und mutig zeigt.
zu einer schleichenden wohltat gerät das album, in das man immer tiefer hineingesogen wird. die songs passen zueinander wie die wolken aus einem gemeinsamen gebilde. jede hat ihre eigene form und größe, aber im verbund stehen sie in einer ordnung und folgen gemeinsam den winden. marias stimme, ihr ausgewogenes songwriting bestimmen genauso das bild wie die transparente produktion, für die taylor erstmals selbst verantwortlich zeichnete. mit lester nuby III (u.a. verbena, vulture whale) hatte sie dabei im ol elegante studio nicht nur einen nachbarn, sondern auch einen freund an ihrer seite. unterstützt wurde sie zudem von browan lollar (jason isbell and the 400 unit), ihrer schwester macey und einigen weitere familienmitgliedern und bekannten aus birmingham.
der opener "masterplan" gibt sich kraftvoll, marias stimme stilisiert, das drumming energisch und deutliche akzente setzend. zunächst eine bedrohlich dräuende stimmung erzeugend, findet sich auflösung im synthieregen und forcierten gemeinsam vortrag: akustische (maria), drums (lester nuby III), gitarre (browan lollar), bass (macey taylor). "matador" nimmt die aufgeheizte stimmung auf und legt sich shufflend ordentlich ins zeug. doch für die griffige atmosphäre sorgen die angeheizten gitarren sowie die blumige ornamentierung aus mellotron, marimba und backing vocals. "happenstance" und "like it does" geben sich wesentlich gediegener und suchen ausgewogen nach balladesken schwingungen, auf denen marias gesang brillieren kann. keine zurückhaltung, offenes kundtun. mit "bad idea?" begegnen wir einem ragtime, der heimattreue vorgaukelt, der sich aber vor allem liebreizend an mandoline, banjo und akustischer schafft. "idle mind" glänzt mit lap steel und flöte, "in a bad way" stampft sich am string synthesizer ab, der immer wieder den lustvollen beat quert (erwähnenswert die gerissene e-gitarre). "this could take a lifetime" und "along for the ride" sorgen als federleichte songperlen für einen abschluss, der eine erinnerung in sich trägt.
an ein singer/songwriter-, folk- album, das kaum schwächen zeigt. weil es auf vertrauen und vertrautheit setzt. weil es sich seiner grenzen bewusst ist und diese nicht zu überwinden sucht. weil es den überblick wahrt.
"overlook" erscheint am 12. august auf affairs of the heart/indigo.
maria taylor - matador
Montag, August 08, 2011
eingestreut (300): skint & demoralised
gegründet hatte, wurde man von mercury records unter vertrag genommen und erarbeitete sich das debut in london und new york, lebte dabei in luxushotels, wurde allzeit sekundiert. hohe chartplatzierungen, airplay und eine menge auftritte waren der verdiente lohn neben einer stabilen fanbasis. das war 2007. drei jahre später begann man mit den arbeiten am neuen album, nachdem man sich nach einer trennung wieder zusammen gefunden hatte. "this sporting life" wurde im heimischen sheffielder studio den herbst und winter des letzten jahres über aufgenommen, immer dann, wenn matt abbott, einer der hauptsongwriter sich zeit neben seinem job als weihnachtsmann im kaufhaus nehmen konnte.beide alben werden nun in einer exklusiven ausgabe auf heist or hit records veröffentlicht. der 02. august ist stichtag für "love, and other catastrophes" und "this sporting life", die einen sound vereinen, der vor allem von matts spoken word poetry lebt, die energisch, mit northern soul gespült, an den mann gebracht wird. die leidenschaft, der slang, die power, die erinnerungen an eine menge anderer britischer bands, skint & demoralised haben einiges, was sie sympathisch macht. der musikstil ist nicht der präferierte, gefällt aber mehr, als dass man ihn hier nicht erwähnte.
43 degrees by skintanddemoralised
the lonely hearts of england by skintanddemoralised
three more days by skintanddemoralised
neue töne (1023): trevor moss & hannah-lou
trevor moss & hannah-lou - making it count by heavenlyrecordings
trevor moss and hannah-lou - spin me a rhyme by heavenlyrecordings
trevor moss and hannah-lou - big water by heavenlyrecordings
Sonntag, August 07, 2011
she keeps bees - dig on (2011)
wuchtig und dennoch erhellend präsent der start mit "saturn return". die abgespeckte e-gitarre, auf redundant gezüchtet, aber frei von kalamitäten, umgarnt sie das scheppernde allerweltsschlagwerk. beieinander also die zwei gemeinen elemente eines funktionierenden outfits für garagigen bluesrock. beigefügt, und eines der wesentlichen alleinstellungsmerkmale, jessicas gesang, erhaben, stolz und mit einer manischen würze, die ebenso gut einem heavy outfit stehen würden. doch bei unserem pärchen wird die reduzierte soße angerührt, alles, was sowohl geschmacklich als auch optisch ein zuviel bedeuten würde, wird mit spitzem finger aus dem topf entfernt.
die in brooklyn beheimateten zwei nahmen sich eine bloghütte in den catskill mountains, um am album zu arbeiten, im november des jahres 2010 war es. herausgekommen ist ein werk, das sich nicht scheuen muss, weil es den dichten bandsound zu imitieren sucht, aber nie wirklich konsequent angreift. eine leichte bluesige note liegt über der entspannten atmosphäre eines abgehangenen tages. gitarren, mal versonnen, wie geblendet, dann wieder saftig, fleischig, griffig, das drumming jederzeit up to date, platziert einen keineswegs nur stabilisierenden beat, sondern bietet selbst angriffspunkte, synthies, die die schwebe halten, perkussives, beigaben einer soliden produktion, essenzen einiger in stabilität gegründeter arrangements.
den kit übernimmt ein songwriting, das sich einer narrativen praxis nicht entziehen kann, das sich dem dynamischen klangbild nicht entzieht, sich ihm aber zuweilen nicht so recht ergeben will. so entsteht ein sog mit tiefenwirkung. als gelte es die auf dem cover dargebotenen schichten nach für nach zu erkunden.
im subtilen abwechlungsreichtum von "dig on" finden sich so unterschiedliche wertschätzer wie das kraftstrotzende "vulture", eine scheinbare reminiszenz an die neunziger mit beflügelndem schießbudeneinsatz und einem gitarrenriff für generationen, oder aber das feingliedrige "all or none/dark horse", das mit so wenigem auskommt und doch eine diffizile stimmung zu erzeugen weiß, oder "jupiter deep", das das schwelen, das fiebrige innehalten so gut zu bewahren weiß, das zwischen depression und ausbruch schlingert.
was die musikalie ohne jessica larrabee wäre, weiß ich nicht zu beantworten. der schwitzige brei aus kolossalem drumming und schwermütigem gitarrengebahren ist in seiner konstruktion schablonenhaft übernehmbar, aber der auf fadenschein verzichtende gesang kann im schlechtesten fall mit hochkarätern wie cat power oder heartless bastards verglichen werden. die frauliche reife im grunde, die strittige bereitschaft, die unauslöschliche leidenschaft, der mut zum sprung, jessicas stimme vereint in sich selbstverständnis und hemmungslosigkeit. in der kontrolle liegt die kunst. wie auch im kontext die ruhe vor dem sturm bewahrt wird.
wenn ich einst einsam die letzten pfade betrete, hätte ich nichts dagegen, wenn man mir unter die übergestreiften kopfhörer dieses album läge.
tracklist: 1. saturn return / 2. found you out / 3. farmer / 4. see me / 5. sister beware / 6. make you my moon / 7. all or none/dark horse / 8. jupiter ceep / 9. blind to the cup / 10. vulture / 11. calm walk in the dark / 12. burn
"dig on" erschien am 18. juli auf names records.
saturn return by she keeps bees
Samstag, August 06, 2011
listenterror: beste konzerte 2011
1.) kammerflimmer kollektief, kranhalle münchen **** - ****1/2
2.) dan mangan, obs 15, beverungen ****-****1/2
3.) the low anthem, ampere münchen ****
4.) emily jane white, obs 15, beverungen ****
5.) hauschka, mug münchen ****
6.) 22 pistepirkko, kranhalle münchen ****
7.) holmes, obs 15, beverungen ****
8.) washington, obs 15, beverungen ****
9.) golden kanine, obs 15, beverungen ****
10.) madison violet, obs 15, beverungen ****
11.) snailhouse, glockenbachwerkstatt münchen ***1/2 - ****
12.) talking to turtels, obs 15, beverungen ***1/2-****
13.) kurt vile, feierwerk, münchen ***1/2 - ****
14.) great dynamo, klienicum hauskonzert ***1/2 - ****
15.) the moonband, kranhalle, münchen ***1/2-****
16.) machinefabriek & soccer committee, mug münchen ***1/2 - ****
17.) r. stevie moore, import export, münchen ***1/2-****
18.) young rebel set, obs 15, beverungen ***1/2
19.) wallis bird, obs 15, beverungen ***1/2
20.) the great crusaders, obs 15, beverungen ***1/2
21.) who knew, obs 15, beverungen ***1/2
22.) slim cessna's auto club, obs 15, beverungen ***1/2
23.) marie fisker, obs 15, beverungen ***1/2
24.) evening hymns, hauskonzert münchen ***1/2
25.) o'death, feierwerk münchen ***1/2
26.) hellsingland underground, obs 15, beverungen ***1/2
27.) gisbert zu knyphausen, obs 15, beverungen ***1/2
28.) bernard allison, garage deluxe münchen ***1/2
29.) squares on both sides, mug münchen ***1/2
30.) grouplove, muffathalle, münchen ***-***1/2
31.) c-types, obs 15, beverungen ***-***1/2
32.) interpol, zenith münchen **1/2 - ***
ein (p)fund mp3 (355)
halloween, alaska - dance by accident
auf den western vinyl release "feeling today" möchten wir zudem aufmerksam machen, die ep ist das produkt des jungen texaners spencer stephenson und aufregend, klirrend hell und dumpf gebeatet: