Mittwoch, August 17, 2011

neue töne (1028): loren mazzacane connors

der 1949 in new haven geborene loren mazzacane connors muss zu den spannensten künstlern des vergangenen und des jüngst begonnen jahrhunderts gezählt werden. nicht nur seiner individuellen ausrichtung, seinem mut zum experiment wegen, auch und besonders wegen der kollaborationen, die er einging, die seine arbeit und die der teilnehmenden musiker befeuerte und immer wieder neu befruchtete. so schuf er anfang der achtziger mehrere alben mit der sehr geschätzten kath bloom, arbeitete mit suzan langille, mit dem japaner keiji haino, mit jandek, alan licht, mit thurston moore, john fahey und zuletzt häufiger mit dem zwanzig jahre jüngeren jim o'rourke. sein letztes solowerk stammt aus dem jahre 2004 und hörte auf "the departing of a dream vol. III: juliet". es wurde auf family vineyard records veröffentlicht, wie auch das neue werk unter gänzlich eigener flagge dort herauskommt: "red mars" ist für den 06. september geplant. das album des seit anfang der neunziger unter parkinson leidenden gitarristen hebt auf eine neue stufe seiner musikalischen entwicklung an. so schreibt das label begründend: "[...], connors' unmistakable electric blues style presented on album has changed somewhat -- from multilayer tape-recorded pieces to spontaneous live performances. the five pieces here, a suite to the red planet, are filled of the cinematic pacing, lyricism and a palette of phantom tones that hoist connors to a stunning new peak." unterstützung erhielt connors vom portugiesen margarida garcia, der sein bassspiel einfügt in das einem traum gleichende soundgewebe, aus dem heraus sich immer wieder neu bewegungen zeichnen, denen man zu folgen schier gezwungen ist. metallische formationen, disformationen, metamorphosen. die hellen klängen einer klirrend kalten winterlandschaft, das scheele lauten eines wales. wenn sich so wunderbar verdichtet die welt ablichten lässt, dann folge ich gern.

loren connors with margarida garcia - on our way by familyvineyard

Dienstag, August 16, 2011

glotzt nicht so romantisch (245): talking to turtles

in drei tagen ist es so weit, das neue talking to turtles album erscheint via devilduck records / indigo. mit "oh, the good life" ist es überschrieben und verheißt uns laut exklusiver labelbetreibermeinung etwas ganz besonderes. (wir werden dies wohl in einem der kommenden posts bestätigen, es folgt die albumreview) aufgenommen in seattle mit hilfe u.a. von jonathan warman, eric corson und doug van sloun. der eine eine kommende produzentenlegende, der andere bassist bei the long winters und der nächste betreute im mastering bereits cursive, azure ray und andere mehr. um die neugier anzuheizen, wird es in den nächsten vier tagen ein video prelistening auf vier verschiedenen musikseiten zu sehen geben. wir starten heute und übergeben die sympathischen claudia und florian morgen an das laxmag. wir versprechen optische wie akustische schmankerl. in diesem sinne, viel spaß!



19.08. Hamburg - Michelle Records
24.08. Darmstadt - Cafè Freiraum
07.09. Leipzig / Nato
14.09. Erfurt / Stadtgarten
15.09. Erlangen / E Werk
16.09. Frankfurt / Das Bett
17.09. Münster / Amp
18.09. NL - Tilburg - Incubate Festival
19.09. Hildesheim / Kufa
21.09. Köln / Tsunami
22.09. Oberhausen / Druckluft
23.09. Hamburg / Prinzenbar
24.09. Berlin / Comet
25.09. Rostock / Peter Weiss Haus
27.09. Dresden / Societätstheater
28.09. Chemnitz / Beta Bar
30.09. Jena / Theatercafe
01.10. Osnabrück / Glanz & Gloria

konzert: folk im park, 14.08.11

die folk im park kooperative hat großes vor. das folk im park festival soll von heuer an jährlich stattfinden! so nicht nur wage in den statuten verbrieft, sondern nun auch offiziell kundgetan. denn nachdem die letzten künstler am sonntag abend die bühne verließen, trauten sich die veranstalter den nächsten schritt: nächstes jahr sind wir wieder am start, hieß es! und das ist gut so. denn im, einem lustgarten ähnlich amutenden marienbergpark, am rande der stadt nürnberg, gelang ein vorzüglich organisiertes wie musikalisch ausgezeichnet bestücktes kleines event, das sich mit veranstaltungen ähnlicher art leicht messen kann. das karree eine kurzgeschnittene wiese, auf der sich auch platzregen breit machen kann, die stände in ausreichender anzahl mit gaumenfreuden jeglicher art, die organisatoren in bewegung, aber stets freundlich und zur hand gehend, die bestuhlungsmöglichkeit hevorragend, schutzzelte vor sonne und nass in angemessener anzahl und das alles zu einem preis, der eher fragen nach der refinanzierung erweckt, als dass man sich beklagen wollte. alles in allem ein schlichtweg hervorragendes fundament, auf dem sich die zu mehreren hunderten angetretenen zuhörer einem programm ausgewählter güte widmen konnten.
aufgrund des genusses eines frisch zubereiteten frikassees beim guten freund v. verzögerte sich die anreise zum fest um einiges. jedenfalls war das konzert von bricks mit durchschreiten des eingangs beendet. ein ärgernis, das ich noch eine geraume weile mit mir herumschleppen sollte, da ich mich besonders auf die lokalmatadoren gefreut hatte. ich hoffe, es ergibt sich in naher zukunft ein blick auf die gestandenen größen der nürnberger musikszene. stimmen verhießen mir, es war eine sehr gute halbe stunde.

nun denn, es galt für uns zunächst mit den äußeren bedingungen klar zu kommen. sonne, hitze! die dreißiger marke wurde locker übertroffen, sie konnte nur mit bier - wenigstens gefühlt - herunter getrieben werden. gesagt, getan. so ließ es sich mit heimischem gerstensaft prima auf den nächsten act warten. monta stand an. hinter dem griffigen moniker steckt tobias kuhn, der miles- sänger, der sich mit hütchen bedeckt und von sir simon begleitet auf eine kleine einführungsreise in die monta- welt (mehr konnte es für all diejenigen nicht sein, die ihn bis dato nicht kannten) begab, schaffte es kurzerhand, mich in eine art festvialfeeling zu beamen. der couragierte auftritt der beiden herren glänzte vor allem mit einer art inbrunst, die man zu dieser tageszeit, es war heller nachmittag, nicht jedem abnimmt. aber wer mit so viel leidenschaft ein "wonderful live" cover darbietet, hat einen dicken stein im brett.

bei mir und den anderen besuchern von folk im park. die hockten entspannt auf den mitgebrachten decken, ließen sich die lang ersehnte sonne auf den schädel brennen und genossen sir simon, der mit anhängsel battle auch selbst solo sein unwesen treibt, und monta, der unter anderem "chosen one" darbot, einen smog song ("julius caesar") und, wenn ich mich richtig erinnere u.a. auch "good morning stranger" vom album "the brilliant masses". das zusammenspiel der beiden musiker war nicht immer auf den takt genau, aber schweißtreibend. tobias nimmt man ab, was er zu erzählen hat, er ist ein typ, den bühnen gern beherbergen. die leisen töne schlingern noch durch die massen, da stampft der kerl schon energisch auf. hallo- wach- effekt. ich bin neugieriger denn je.

die isbells sind zum spielen bereit, die band um gaëtan vandewoude bauten zügig auf, während über dem rund immer mehr dunkle wolken kreisten. der masterband der belgier verrät seinen tip, mitten im set wird es zu regnen beginnen. der start ist verhalten, die strukturen der warmfolkigen musik müssen sich erst erstellen lassen. banjo hier, mandoline dort, akustische gitarre und xylophon, dazu soundwebendes keyboard. die harmoniegesänge sind durch die bank gekonnt und legen sich über die stücke wie heimeliger saum.

doch die blicke aller gehen immer wieder in den himmel, der schon bald nicht mehr auf sich warten lässt, er schickt die befürchtete regenüberraschung. so plötzlich, so intensiv, dass alles unter die zelte flüchtet, sich mit kostenfrei zur verfügung gestellten capes bewaffnet und sorge dafür trägt, halbwegs trocken zu bleiben. die wunderbaren isbells spielen note umd note, können alsbald aber nicht dem aufkommenden sturm trotzen und müssen das konzert abbrechen. ein jammer! denn hier finden kraftvoller antritt und die besonnenheit handgemachter musik aufs feinste zueinander. ich hätte den vieren gern noch länger zugehört.

der regen prasselt und prasselt. die ersten flüchten das rund. aber viele bleiben besonnen und hoffen gemeinsam mit den veranstaltern auf eine fortsetzung der konzerte. unter unserem großraumschirm entstehen freundschaften, einladungen werden verteilt, um bei etwaigen naturkatastrophen nicht allein dazustehen, gelebte solidarität allenthalben, bloggerkollegen werden erkannt und ausgefragt, klamotten ausgewrungen und weiterhin fleißig dem guten bier gefrönt. dan mangan wird angesagt, die himmel lichten sich, die hoffnung wird belohnt.
nur zwei konzerte standen auf der kurztournee dieser tage, die kanadier spielten haldern und folk im park. wer gab hier wem die ehre? hunderte augenpaare gierten richtung bühne und hingen am mund des so freundlichen endzwanzigers. und der und seine, man kann es nur immer wieder hervorheben, exzellenten mitmusiker enttäuschten in keiner phase des gut anderthalbstündigen auftritts. von "oh fortune", "the indie queens are waiting", "you silly git" über "basket", "rows of houses" bis hin zu "leaves, trees, forest" und dem unvermeidlichen "robots" gab es vollprogramm aus dem ersten album "nice, nice, very nice" sowie dem im september erscheinenden "oh, fortune". es ist eine sich immer wiederholende wohltat, dem burschen beim musizieren und singen zusehen zu dürfen.

diese freundliche, spitzbübische art, das zuweilen linkische und stets auftretende überraschende grinsen, als hielte er die ausgelöste begeisterung für nicht möglich, machen ihn zum heißesten kandidaten für den thron des symapthischsten barden. er singt, verzögert, lockt den hörer heran, um fürderhin zu deklamieren, zu beklagen oder zu beschreiben. seine geschichten haben einen sog, der sich aus verständnis und nachvollziehbarkeit speist. abgehobenes ist fremd, die große nummer beleiht nur sein kongenialer sidepart an der gitarre. gordon grdina spielt so facettenreich, dass eine beschreibung seiner kunst viel raum benötigte. er treibt die melodien vorwärts, er harmoniert mit dem spiel mangans, er rhythmisiert und schlägt neue pulse an. er bewegt sich auf der bühne wie ein flinkes raubtier und seine finger flitzen dabei über die tabulatur in kaum verfolgbarer geschwindigkeit. er gibt der musik von dan mangan einen meisterlichen schliff. doch die augen der umstehenden sind immer nur auf dan gerichtet. ich höre mädelherzen schlagen. er trägt dem rechnung, lässt sich mitten im publikum blicken und wird dann, oh undank, von einem typen auf die stirn geküsst. letztlich, klar, ein toller auftritt!

a choir singing robots need love too live @folkfestival nuremberg

mit moddi stiess als letzte darbietung im schatten aufziehender dämmerung pål knudsen und seine vierköpfige band zu uns. man wollte den blondgelockten kerl gern verstehen, der seine jungbübische stimme kunstvoll moduliert, dessen gesang manisch verschwiegen oder entsetzt laut klingen kann, aber des norwegischen nicht mächtig oder aber, wenn er in englisch sang, der filigranen musik folgend, jedenfalls blieb thematisch nichts greifbares für mich. doch selbst pål gab an, manchmal nicht ganz zu verstehen, wovon seine lieder handelten und zudem bot das ensemble ein so aufregendes spiel, dass das lyrische moment, das wie flirrendes zwie gegeben war, auf die zweitrangigkeit verwiesen wurde. hier ein cello, das von katrine gestrichen oder gezupft wurde, hier als teil des klanggemäldes, dort als pointierter teil des ganzen, dort ein keyboard, aktivierend, energien freisetzend, hier eine perkussion, die so diebisch um die ecke schielte, wohltat an knochen, glöckchen und tamborines und dort ein bassist, der dem beat genauso frönte wie er komplementäre soundfetzen zu generieren wusste. dazu der kleine herr moddi, mittig platziert, der sein akkordeon mit zuhilfenahme seines rechten fusses stemmen musste, der so mutig sang, der betonte und feierte, der teilte und mitteilte.

die ihn umschwirrende musik changiert zwischen freischwingender konzentration und energetischer ambition und hat, wie der treue begleiter v. wusste, progressives potential, wenn sie dem trotzen der instrumente nachgibt und anschwillt auf ein großer etwas, das bleiern über den köpfen hängen bleibt, um sich in wohlgefallen aufzulösen, während hunderte schmetterlinge auseinander stoben.
moddi - rubbles
tausend dank an die bands und an die veranstalter (danke, stefan!) für ein gelungenes, wetterfestes event.

Montag, August 15, 2011

neue töne (1027): jared mees & the grown children

stürzten wir uns zunächst in die abseitigen tiefen des albums, müssten wir preisgeben, dass es in den portlander type foundry studios unter der fachkundigen anleitung herrn adam selzers (u.a. schon für m. ward oder laura veirs verantwortlich) erstellt wurde. zum einsatz kommen cello, viola, trompete, hammond und nashville gitarre neben dem üblichen setup von bass, drums und gitarre. doch zusätzliche beifügungen wie ausgelassene handclaps, chöre oder das jaulen eines hundes runden vorzüglich ab. zudem gelingt es der truppe, ihr interaktives livespiel mit in die aufnahmen zu transportieren. mit jared mees & the grown children treffen wir auf den vorstand selbst sowie auf seine jünger joe bowden (drums), jesse bettis, megan spear (keyboard, perkussion) und javier madrigal (leadguitar, trompete). mit dieser breiten palette an ausgestaltungselementen treibt die truppe keinen schabernack, aber zuweilen auf die spitze. euphorisch, erfrischend fegt das ensemble über die tracks zu griffigen alltagsthemen hinweg, und reisst dich mit. "about only good thoughts can stay" ist das album, das im mai auf tender loving empire erschien, und dem es gelingt, den lyrischen skeptizismus mit hoher musikalischer breitseite, mit zwingendem optimismus zu negieren. hier zieht der rhythmus sämtliche trümpfe, das stampfende vorwärts giert nach freunden und so schließen sich die akteure um- und zueinander und entfesseln die noten. popästhetik mit stilisiertem allerlei neben rumpeliger folkattitüde, das geht! eine mischung aus mumford & son und o'death, die an sarandon genuckelt haben. naja, irgend so eine beatkapelle dürfte auch beim gruppensex an bord gewesen sein. vielleicht trifft es aber auch die kombi aus sufjan stevens und danielson, in jedem fall bleibt es beim quirky indiefolk. das dritte album der band aus portland hat es in sich, seid dabei und höret!
tracklist: 1. hungry like a tiger / 2. limber hearts / 3. w.w.j.b.s. / 4. billy bird / 5. inaudible song II / 6. tiny toy piano / 7. inaudible song I / 8. even little mountains / 9. juicy fruit prelude / 10. juicy fruit / 11. graverobbers / 12. shake
jared mees & the grown children - hungry like a tiger
jared mees & the grown children - limber hearts



Sonntag, August 14, 2011

eingestreut (302): jackie oates

spätestens nachdem ich den song "hyperboreans" gehört hatte, war ich jackie oates verfallen. dass es mit "saturnine" ein neues album geben wird, lässt mich in vorfreude versinken. um den 12. september ist so weit und der nachfolger des vor zwei jahren ebenfalls "hyperboreans" benannten albums kommt via ecc recoords. nicht umsonst nennt man jackie einen stern am firmament der contemporary english folk scene. ihre warme und starke stimme, die sie wie ein instrument einzusetzen weiß, macht jedes lied glänzend, sei es aus eigener feder oder der fremder. hinzu kommt ein geigenspiel wie es ausgefeilter dem genre nicht anheim fallen kann. sie hat mit den unthanks aufgespielt, ist mitglied von the imagined village und ebenfalls vom the cecil sharp project, sie arbeitete mit allen größen der modernen folk musik und bringt mit ihrem neuen soloalbum etwas sicher wegweisendes heraus. die anzeichen dafür, gedeutet nach ersten höreindrücken, stehen auf sehr sehr gut. geholfen haben ihr dieses mal jim moray, karen tweed, barney morse-brown, miranda sykes und einige andere mehr.
nachfolgend die tracklist, bei der ich einige videos eingefügt habe, damit Ihr Euch einen ersten eindruck machen könnt. sind nicht alle von bester qualität, aber zum herantasten langt es.
tracklisting: 1 the sweet nightingale (video) / 2 marrow bones / 3 scarborough's fair town (video) / 4 the hills of trencrom/pedn olva (video) / 5 young johnson / 6 poor murdered woman / 7 the trees they are so high (video) / 8 fin(n)ish(ish) / 9 iou / 10 four pence a day (video) / 11 brigg fair (video) / 12 fortune turns the wheel

15/10/11 Senden (near Muenster) Muensterland Festival

Samstag, August 13, 2011

eingestreut (301): tape.tv

vor welchen karren lässt du dich spannen? ich mich immer vor den eigenen. also habe ich gesucht, nach einer ausrangierten boombox, einem alltagsverschönerer, aus dem in zuweilen grässlichem sound die musik deines herzen ertönte. denn du hast zuvor dein tape eingelegt. apropos tape, tape.tv, das lieblingsfernsehen aus dem internet sucht nun auch deine boombox. ihren aufruf kopier ich eben mal hier rein:


schenk deiner boombox ein zweites leben

tape.tv will deine alte boombox! schick uns dein altes lieblingsstück, egal ob funktionierend oder als leblose hülle. im tape.tv boombox-himmel hauchen wir ihr neues leben ein. sie wird teil unserer mobilen konzertbühne, im tape.tv backstage-paradies feiert sie ausgelassene partys mit vielen bands und wird immer wieder auf unseren fotos auftauchen.

vier gründe für ein halleluja oder: warum sollte ich das tun?

1. du erhälst eines der nummerierten und auf 111 stück limitierten tape.tv-boombox-shirts.

2. wir schenken dir 50 "tape.tv-taler" mit denen du in zukunft dinge bei uns tauschen kannst, die es sonst nicht zu kaufen gibt.

3. alle boombox-spender werden auf einer wall of fame verewigt.

4. du nimmst automatisch an unserer verlosung teil, bei der du gästelistenplätze zu einem exklusiven "auf den dächern"-akustikset einer band deiner wahl gewinnen kannst.

werde ein teil von tape.tv und schick uns deine boombox!

lade hier den passierschein für die himmelspforte für deine boombox herunter, sende uns deine alte liebe und werde ein teil von tape.tv!


also, nicht lang überlegen, ab auf den dachboden oder eben mal in der hintersten ecke des kleiderschranks gewühlt. irgendwo wird das gerät doch zu finden sein. Ihr sendet es übrigens kostenfrei ein, alle information findet Ihr auf dem passierschein!

neue töne (1026): himalayan bear

der letzte besuch bei absolutely kosher liegt ein geraumes weilchen zurück. wax fang waren da von interesse. nun kommen wir zurück, da sich mit dem signing von himalayan bear ein höllisch guter, neuer programmpunkt im kalifornischen label abzeichnet. "hard times" wird am 11. oktober erscheinen und vornehmlich das soloprodukt von ryan beattie sein, der dem einen oder anderen als lead sänger von chet oder auch als gitarrist von frog eyes bekannt sein sollte. das neue produkt ist bereits der dritte solooutput des mannes aus victoria und fesselt mich. schwärmerisch kann man mit "hard times" nicht umgehen, es entflammt an allen ecken und enden, zu den unterschiedlichsten zeitpunkten, immer überraschend. die vergessene gitarrenspur in "the caballo", das düster dräuende unterfangen in "man of fire", das so schauerlich mit ryans kratzigem organ korreliert. wer seit seinen frühen teenagertagen an sounds bastelt, dem gelingt vielleicht erst in dieser art der reduktion erstaunlich konsequentes, erstaunlich pointiertes, erstaunlich großartiges. ergänzungen wie der bass, die lap steel fügen sich ein, als hätten sie für den einsatz etwas bezahlt. die einsamkeit, die bitterkeit können sie dem album auch nicht nehmen. den hoffnungsschimmer polieren sie dennoch unbeirrt. die tracks flutschen am stück, in sich wüten sie, kommen ins stocken, begehren, steigen gerade zu auf. zu bändigen. wäre beattie allein geblieben, hätte er diese monster nicht in den griff bekommen. im studio in victoria, da sich die szene die klinke in die hand gibt, fand sich immer wieder ein offenes ohr. was gut klingt, nimmt sich den strick, was misslang, fährt zum himmel. ein lohnendes leben. so haben nur die längst verstorbenen typen zu erzählen gewusst. mit haltung den schmerz geteilt. gefühle gezeigt, ohne sich der lächerlichkeit preis zu geben. im gegenteil hat man danach gelechzt, genau so zu sein. also, lassen wir ihn jaulen, die angerissene gitarre federn und mit den luftwallungen spielen, die gehorsam im takt ihr zaudern speisen. die internationale wartet. nachdem himalayan bear nur im heimischen odenwa..., ähm kanada veröffentlichte, wird "hard times" dem mainstream das genick brechen. es folgt auf die nicht nur nennenswerten "lo lonesome island" (2005) und "...attacks the brilliant air" (2007). great stuff!
tracklist: hard times / the caballo / how could death contend / half wit son / peace river / only dreams let me hold you / man of fire

himalayan bear - man of fire by absolutelykosherrecords

himalayan bear - the caballo by absolutelykosherrecords

Freitag, August 12, 2011

glotzt nicht so romantisch (244): howling bells

zumindest die saftigen gitarren gefallen mir. howling bells gehen das nächste album an und kommen uns nun mit einem ersten video zur single "into the sky", die am 05. september erscheinen wird. das album "the loudest engine" lässt sich hingegen eine woche länger zeit, ehe cooking vinyl die zügel aus den händen gibt. mark stoermer (the killers) zeichnete für die produktion verantwortlich. die böse vorahnung, dass sich hier etwas arg verausgabt wurde, kann der vierer aus london hoffentlich recht bald zerstreuen.

ein (p)fund mp3 (356)

unerwähnt möchte ich nicht lassen, dass diese große ihrer zunft ende juni auf naïve records ihr bereits 23. album veröffentlichte, auf "horses and high heels" befinden sich vier neue songs und acht covers von carol king bis zu greg dulli & mark lanegan:
marianne faithfull - why did we have to part?
die brasilianer veröffentlichen ende august ihr drittes album, "la liveración" wird via v2 music/cooperative music/downtown records erscheinen, aufgenommen wurde im heimischen studio in sao paulo und unterstützung erhielt man von bobby gillespie und ratatat:
css - hits me like a rock (depressed buttons remix)
zu cirlce into square habe ich eine besondere beziehung, denn das label und infoportal betreiben gute bekannte aus portland, mit yair rubinstein haben sie aktuell einen jungen mann am start, der auf seine "warped ep" mit "memory man" sein debut folgen lässt, psychedelic sample based pop einer neuen dimension, oder so:
big spider’s back - secret chiefs
jed rouhana, sam hamad und chris link haben fleißig an ihrem debutalbum "plastic soul" gearbeitet, es sollte in kürze erscheinen, bis dato füttern sie uns mit ersten happen: leisure:
early morning skies by leisure

follow me by leisure

aus dem november 2007 stammt das album "a soldier, a saint, an ocean explorer" und daraus macht uns die band aus idaho einen track zugänglich (nr.1), zusätzlich zum jüngsten erzeugnis, der split single mit hillfolk noir zum records store day (nr. 2) und wir ergänzen höflich nr.3 mit einem track aus "vs wilderness" (2009 und berichten zudem, dass bald neues vom sympathischen dreier zu erwarten sein wird: finn riggins:
finn riggins - hraka by tender-loving-empire

finn riggins - some are knightz by finn riggins

finn riggins - wake (keep this town alive) by finn riggins

schön, dass die spendierhosen offenbar ausgebeulte taschen haben, nun gibt es auch den opener von "still living" zu hören, das es ab 19.08. via souterrain transmissions geben wird: ganglians:
ganglians - drop the act by souterraintransmissions

gute alte bekannte treten mit einer live darbietung auf den plan, die an tonträger geschnallt zu Euch gereicht wird, western vinyl zeichnet für "live at sint-elisabethkerk" verantwortlich und wir preisen an:
balmorhea - untitled
wohl ein dreier (der aber immer wieder dem wandel unterliegt), aus olympia, mit aktuell neuem album, welches via yoyo records erschien, der 09. august war releasetermin, wir hören gemeinsam mal rein:
letters - musk of this ink
auf dieses experimentierfreudige duo und ihr neues album "tripper" hatte ich schon hingewiesen, aber da sie einen neuen track ausweisen, ist mir der release zum 30.08. noch einmal eine meldung wert, sargent house ist das sprungbrett:
hella - yubacore
die dänen veröffentlichen ihr debutalbum "infrared daylight" im kommenden september, der vierer setzt dabei auf sonnigen psychedelic rock, der sich nicht vor schönen melodien scheut, so jedenfalls low life: black light white light:
black light white light - glorious bastards by low life inc

so, ein letztes noch, angepriesen als joanna newsom ohne harfe, glaube ich, dass ihre qualitäten ganz woanders liegen, den fehlenden intellektuellen überbau kompensiert sie mit mutigem songwriting, "we sink" erscheint am 02. september (morr music):
soley - i'll down

ganglians
20.09. Mannheim - Mohawk
21.09. Munich - Atomic Café
22.09. Berlin - Festsaal Kreuzberg
23.09. Hamburg - Reeperbahnfestival
17.10. Dresden - Ostpol

Donnerstag, August 11, 2011

neue töne (1025): antietam

die attitüde des weit herum gekommenen, des alles schon einmal gesehen habenden, des nicht so schnell in die knie gehenden, die haben antietam längst verinnerlicht, sie ist teil der genetik von tara key, ihres ehemanns tim harris und jener von josh madell. seit mehr als zwanzig jahren treibt es sie umher, die band antietam steht dabei für indierock, der sich jeglicher abfeierei verweigert, der neben der unstrittigen coolness eine smartheit verinnerlicht hat, die man sonst nur bei yo la tengo oder ähnlichen konsorten anzutreffen weiß. rau die schale und der kern ist längst geschmolzen. ein sound, der sich als differenzierter erweist, als er zunächst preiszugeben gewillt ist. die bratzigen gitarren, der pfeilgerade, zuweilen starre beat verschleiern den blick auf saftige melodien und allerlei wohlgesetztes beiwerk. daneben überzeugt taras stimme als bestimmendes merkmal, leicht zitternd, als hielte sie ein vibrato in der welt. antietam gehören zur ersten generation einer indierock wahrheit, wie sie sich heute nur noch kopiert zeigt.

mit "tenth life" legte die new yorker band nun ihr achtes album vor. in einem vierteljahrhundert nicht grad doll, aber dennoch ausdruck von beständigkeit. der hartnäckige dreier bleibt seinem mahlstrom treu, den er regelmäßig in gang setzt, um ihm im treugesang elemente des lichts beizumengen. die les paul von tara key arbeitet sich vor in momente des glücks und wer begleitend fungiert, der satte und zuweilen träumerische bass, die treffsichere und hypnotische schlagwerkerei, erhält neben dem einladungschreiben einen kleinen anstoss, um mit abzutauchen. auf album wie auf livekonzerten verzichtet die band schon mal auf gesang und entledigt sich jeglicher ablenkung, um ausgiebigst dem instrumentellen zauber zu frönen. das jammen als hohe kunst ist ein antiquierter auftritt und wird dennoch jene begeistern, die sich am kollektiven miteinander erfreuen können. auf "tenth life" geht es aber deutlich songorientierter zu. die zehn tracks sind fokussiert und gestrafft.
ihr label carrot top records, das das album im mai herausgebrachte, schreibt: "tenth life finds antietam channeling their power into a set of ten hard-driving songs that deliver with a concise impact. lyrically, there is a thread running throughout, exploring both the pursuit of artistic vitality and the commitment to an inspired, meaningful life, creative or otherwise, from the dle to the grave. nine lives may be ok for cats, but antietam is painfully human, and this is their tenth life."
ich bin jetzt mal unterwegs, um mir die discography zu besorgen.

numbered days - antietam by carrottoprecords



Mittwoch, August 10, 2011

zu gehör getragen (144)

thurston moore - demolishesd thoughts (2011)
> zweifelsohne reifung, ohne den diamanten auf hochglanz polieren zu müssen, ein schauwerk spröder harmonie und scheinbar leichten handwerks, 4/5

wooden shjips – west (2011)
> am kraftvollen psychrockstrang klammern sich leichthin vier ausgewachsene herren aus san francisco und pumpen die bluessause in den roten bereich, 3,5/5

fleet foxes – helplessness blues (2011)
> alles wie beim erstling, es will sich nur nicht die überschwängliche begeisterung einfinden, das konzeptionelle hat einen überhang, 3,5-4/5

she keeps bees – dig on (2011)
> kolossales drumming und schwermütiges gitarrenreissen bilden die grundlage für einen im selbstverständnis verankerten gesang, bluesrock galore, 3,5/5

neue töne (1024): extra happy ghost!!!

da gibts nichts zu deuteln, lofi, der besticht. so jedenfalls mein urteil über die arbeit von mathew swan, der unter dem moniker extra happy ghost!!! von sich reden macht. schaffte er es mit seiner ersten ep "how the beach boys sound to those with no feelings" noch so zu klingen, wie es sich benannte, legte er am 26. juli mit "modern horses" (saved by radio) nach und lässt den beobachter, den hörer ratloser hinsichtlich der einordnung zurück. denn was definieren modern horses? ich weiß es nicht. nur, dass sich einer seiner tracks mit einer tragödie beschäftigt, als neun pferde in panik geraten eine brücke in calgary herunterstürzten. doch weit ab davon, trifft man swan auch bei chad vangaalen wieder. in dessen yoko eno studio schien er sich wohlgefühlt zu haben. denn die neuen songs bieten sich als sprungbrett für breitsohlige abdrücke an. tiefe spuren, die sich - wie der diebische moog in den ohrmuscheln - im holz wiederfinden lassen. so zog der kanadier aus den heimischen vier wänden in professionelles geviert und nutzte die sich ihm bietende chance. herrlich, wie er sich wohl von vangaalen abheben konnte. denn der hatte sicher seine filigrane ideen im spiel. und musste sie vielleicht hinten anstellen. denn mathew swan ist kreativ genug, seinen sprudelnden wahn selbst zu kanalisieren. woods fällt mir als vergleichsmoment ein. etwas rougher, gerade wenn die mikros offen angegangen werden. die stimme dunkler. der bass kommt aus den düstersten ecken, das potente schlagwerk scheppert für den moment und giftig und gierig und sich wild räkelnd das restliche monster musik. die simpel dynamische variante des lofi enthuasiasten ist einer wesentlich stattlicheren produktion gewichen. gut so. Ihr müsst nun selbst auflösen, wie Ihr zu diesen kleinen, unreinen titeln steht. erwähnenswert zum abschluss die hilfe von laura leif, tolles organ!
extra happy ghost!!! - mercy, mercy
extra happy ghost!!! - so at one

Dienstag, August 09, 2011

maria taylor - overlook (2011)

die bedeutungspalette für das englische wort "overlook" ist 'überschaubar', womit wir schon eine idee offeriert hätten. aber auch 'übersehen' wäre eine mögliche übersetzung, sie würde dem cover und dem kleinen, in sich gekehrten mädchen gerecht werden. die sachtheit, mit der sich maria taylor auf ihrem neuen alben themen widmet, lässt letztere überlegung auf den ersten blick gelungen erscheinen, macht aber im laufe des hörvergangs immer weniger sinn. denn es offeriert sich ein album von eleganz und ausgeruhtheit, von besonnenheit und stabilität, so dass sich vielmehr 'überblicken' anböte. ein synonym für die dinge im griff zu haben, herr seiner selbst zu sein.
maria taylor hat eine ordentliche wegstrecke zurückgelegt, um schließlich dort zu sein, wo sie sich heute befindet. auf der einen seite etabliert, freunde, kollegen, diverse im business verhaftete goutieren ihre arbeit, auf der anderen seite nicht wirklich und nur einem begrenzten publikum bekannt (denn wer kann schon ihren namen nennen, wenn musik von ihr bei grey's anatomy auftaucht?). daran änderte auch nichts, dass sie zusammen mit ihrer kollegin orenda fink im letzten jahr noch einma azure ray reaktivierte, die bis dato vielleicht aufregenste musikalische arbeit maria taylors. doch die dame mit dem stolzen blick aus birmingham, al, vertraut fürderhin auf ihr gespür. auf die sämigen melodien, die lyrische straffung, den schmelz ihrer stimme. ausbalanciert wie ihre vorgängeralben ("11:11", 2005, "lynn teeter flower", 2007, "lady luck", 2009) wagt taylor jedoch mit "overlook" (namengebend war schließlich eine straße in ihrer heimatgemeinde) einen stilistischen wandel, der sich weniger am genre festmachen lässt, als an der tatsache, dass sie sich diverse und mutig zeigt.
zu einer schleichenden wohltat gerät das album, in das man immer tiefer hineingesogen wird. die songs passen zueinander wie die wolken aus einem gemeinsamen gebilde. jede hat ihre eigene form und größe, aber im verbund stehen sie in einer ordnung und folgen gemeinsam den winden. marias stimme, ihr ausgewogenes songwriting bestimmen genauso das bild wie die transparente produktion, für die taylor erstmals selbst verantwortlich zeichnete. mit lester nuby III (u.a. verbena, vulture whale) hatte sie dabei im ol elegante studio nicht nur einen nachbarn, sondern auch einen freund an ihrer seite. unterstützt wurde sie zudem von browan lollar (jason isbell and the 400 unit), ihrer schwester macey und einigen weitere familienmitgliedern und bekannten aus birmingham.
der opener "masterplan" gibt sich kraftvoll, marias stimme stilisiert, das drumming energisch und deutliche akzente setzend. zunächst eine bedrohlich dräuende stimmung erzeugend, findet sich auflösung im synthieregen und forcierten gemeinsam vortrag: akustische (maria), drums (lester nuby III), gitarre (browan lollar), bass (macey taylor). "matador" nimmt die aufgeheizte stimmung auf und legt sich shufflend ordentlich ins zeug. doch für die griffige atmosphäre sorgen die angeheizten gitarren sowie die blumige ornamentierung aus mellotron, marimba und backing vocals. "happenstance" und "like it does" geben sich wesentlich gediegener und suchen ausgewogen nach balladesken schwingungen, auf denen marias gesang brillieren kann. keine zurückhaltung, offenes kundtun. mit "bad idea?" begegnen wir einem ragtime, der heimattreue vorgaukelt, der sich aber vor allem liebreizend an mandoline, banjo und akustischer schafft. "idle mind" glänzt mit lap steel und flöte, "in a bad way" stampft sich am string synthesizer ab, der immer wieder den lustvollen beat quert (erwähnenswert die gerissene e-gitarre). "this could take a lifetime" und "along for the ride" sorgen als federleichte songperlen für einen abschluss, der eine erinnerung in sich trägt.
an ein singer/songwriter-, folk- album, das kaum schwächen zeigt. weil es auf vertrauen und vertrautheit setzt. weil es sich seiner grenzen bewusst ist und diese nicht zu überwinden sucht. weil es den überblick wahrt.
"overlook" erscheint am 12. august auf affairs of the heart/indigo.
maria taylor - matador

Montag, August 08, 2011

eingestreut (300): skint & demoralised

eine spannende, wenngleich für sich selbst wenig erquickliche geschichte haben skint & demoralised zu erzählen. ihr werdegang im musikbusiness zählt sicher nicht zu den unüblichen, ist aber nicht frei von überraschungen. ihr erstes album nahm die band aus wakefield unter den denkbar günstigsten bedingungen auf. knappe neun monate nachdem man sich gegründet hatte, wurde man von mercury records unter vertrag genommen und erarbeitete sich das debut in london und new york, lebte dabei in luxushotels, wurde allzeit sekundiert. hohe chartplatzierungen, airplay und eine menge auftritte waren der verdiente lohn neben einer stabilen fanbasis. das war 2007. drei jahre später begann man mit den arbeiten am neuen album, nachdem man sich nach einer trennung wieder zusammen gefunden hatte. "this sporting life" wurde im heimischen sheffielder studio den herbst und winter des letzten jahres über aufgenommen, immer dann, wenn matt abbott, einer der hauptsongwriter sich zeit neben seinem job als weihnachtsmann im kaufhaus nehmen konnte.
beide alben werden nun in einer exklusiven ausgabe auf heist or hit records veröffentlicht. der 02. august ist stichtag für "love, and other catastrophes" und "this sporting life", die einen sound vereinen, der vor allem von matts spoken word poetry lebt, die energisch, mit northern soul gespült, an den mann gebracht wird. die leidenschaft, der slang, die power, die erinnerungen an eine menge anderer britischer bands, skint & demoralised haben einiges, was sie sympathisch macht. der musikstil ist nicht der präferierte, gefällt aber mehr, als dass man ihn hier nicht erwähnte.

43 degrees by skintanddemoralised

the lonely hearts of england by skintanddemoralised

three more days by skintanddemoralised


neue töne (1023): trevor moss & hannah-lou

so frei wie sich trevor moss und hannah-lou in ihrem uralthäuschen bewegen konnten, so offen und frei atmend klingt auch eines ihren eindringlichsten neuen lieder. "making it count" strotzt nur so vor lebensfreude, harmoniegesang mit feurigem chorus und schraffierten gitarren, loblied kündender mandoline, athletischer perkussion. umgeben von rapsfeldern steht die alte kneipe, die das ehepaar für ein paar monate mietfrei zum studio umbauen durfte, um am zweiten album nach dem 2010er selftitled werk zu arbeiten. "quality first, last & forever" erschien am 24.06. auf heavenly recordings und offeriert erfrischenden popfolk, wie er so enthusiastisch nur selten dargeboten wird. gegen das mittelmaß und für einen authentischen auftritt, dafür stehen die beiden, die sich seit den tagen am goldsmith college kennen und etwas später auch zusammen bei indigo moss spielten. als duo trevor moss & hannah-lou holen sie melodien aus sich heraus, die zwischen schlagereskem treugesang und klassischer folklore changieren, doch immer treffsicher auf emotion abzielen. die erinnerung an fairport convention in verquickung mit fleetwood macs ist berechtigt und erlaubt. richard and linda thompson fallen einem als referenz natürlich auch sofort ein. vor allem die zugewandtheit der beiden, das aufeinander abgestimmt sein überzeugt, nicht nur auf tonträger, sondern vor allem auch live. dies stellte auch jeff barrett fest. als der gründer von heavenly recordings die beiden auf der bühne sah, war er sofort feuer und flamme für die künstler, ihren auftritt, für die musik. eingekauft. und so kommt der werte hörer in den genuss einer veröffentlichung, wie es solcherart sicher einige mehr geben könnte, wenn man die kleinen kneipen abklappern würde, um duetten zu lauschen.

trevor moss & hannah-lou - making it count by heavenlyrecordings

trevor moss and hannah-lou - spin me a rhyme by heavenlyrecordings

trevor moss and hannah-lou - big water by heavenlyrecordings

Sonntag, August 07, 2011

she keeps bees - dig on (2011)

mit manchem könnte man mich zurücklassen und ich wär es zufrieden. sollte ich aus dem auto fallen und ein walkman mit einer vergammelten she keeps bees kassette im laufwerk bliebe mir, es würde mir genügen, um die hundert meilen bis nach l.a. zu überwinden. für eine einsame insel hätte ich "dig on" im gepäck und für die überbrückung einer knastzeit ebenso. das neue album von jessica larrabee und andy laplant hat erneut alles, was ich für einen zumindest kurzfristigen survival trip bräuchte.
wuchtig und dennoch erhellend präsent der start mit "saturn return". die abgespeckte e-gitarre, auf redundant gezüchtet, aber frei von kalamitäten, umgarnt sie das scheppernde allerweltsschlagwerk. beieinander also die zwei gemeinen elemente eines funktionierenden outfits für garagigen bluesrock. beigefügt, und eines der wesentlichen alleinstellungsmerkmale, jessicas gesang, erhaben, stolz und mit einer manischen würze, die ebenso gut einem heavy outfit stehen würden. doch bei unserem pärchen wird die reduzierte soße angerührt, alles, was sowohl geschmacklich als auch optisch ein zuviel bedeuten würde, wird mit spitzem finger aus dem topf entfernt.
die in brooklyn beheimateten zwei nahmen sich eine bloghütte in den catskill mountains, um am album zu arbeiten, im november des jahres 2010 war es. herausgekommen ist ein werk, das sich nicht scheuen muss, weil es den dichten bandsound zu imitieren sucht, aber nie wirklich konsequent angreift. eine leichte bluesige note liegt über der entspannten atmosphäre eines abgehangenen tages. gitarren, mal versonnen, wie geblendet, dann wieder saftig, fleischig, griffig, das drumming jederzeit up to date, platziert einen keineswegs nur stabilisierenden beat, sondern bietet selbst angriffspunkte, synthies, die die schwebe halten, perkussives, beigaben einer soliden produktion, essenzen einiger in stabilität gegründeter arrangements.
den kit übernimmt ein songwriting, das sich einer narrativen praxis nicht entziehen kann, das sich dem dynamischen klangbild nicht entzieht, sich ihm aber zuweilen nicht so recht ergeben will. so entsteht ein sog mit tiefenwirkung. als gelte es die auf dem cover dargebotenen schichten nach für nach zu erkunden.
im subtilen abwechlungsreichtum von "dig on" finden sich so unterschiedliche wertschätzer wie das kraftstrotzende "vulture", eine scheinbare reminiszenz an die neunziger mit beflügelndem schießbudeneinsatz und einem gitarrenriff für generationen, oder aber das feingliedrige "all or none/dark horse", das mit so wenigem auskommt und doch eine diffizile stimmung zu erzeugen weiß, oder "jupiter deep", das das schwelen, das fiebrige innehalten so gut zu bewahren weiß, das zwischen depression und ausbruch schlingert.
was die musikalie ohne jessica larrabee wäre, weiß ich nicht zu beantworten. der schwitzige brei aus kolossalem drumming und schwermütigem gitarrengebahren ist in seiner konstruktion schablonenhaft übernehmbar, aber der auf fadenschein verzichtende gesang kann im schlechtesten fall mit hochkarätern wie cat power oder heartless bastards verglichen werden. die frauliche reife im grunde, die strittige bereitschaft, die unauslöschliche leidenschaft, der mut zum sprung, jessicas stimme vereint in sich selbstverständnis und hemmungslosigkeit. in der kontrolle liegt die kunst. wie auch im kontext die ruhe vor dem sturm bewahrt wird.
wenn ich einst einsam die letzten pfade betrete, hätte ich nichts dagegen, wenn man mir unter die übergestreiften kopfhörer dieses album läge.
tracklist: 1. saturn return / 2. found you out / 3. farmer / 4. see me / 5. sister beware / 6. make you my moon / 7. all or none/dark horse / 8. jupiter ceep / 9. blind to the cup / 10. vulture / 11. calm walk in the dark / 12. burn
"dig on" erschien am 18. juli auf names records.

saturn return by she keeps bees

Samstag, August 06, 2011

listenterror: beste konzerte 2011

an der spitze hat sich etwas getan. zwar kann sich vor das scheinbar unumstössliche konzertereignis 2011 kein weiterer kandidat schieben, aber die plätze dahinter wurden bunt durcheinander gewirbelt, u.a. dan mangan und emily jane white und ihrer tollen obs auftritt sei dank. und zudem habe ich es endlich mal geschafft, die einzelnen berichte zu verlinken. wer nachlesen möchte, hat nun komfortablen zugriff.

1.) kammerflimmer kollektief, kranhalle münchen **** - ****1/2
2.) dan mangan, obs 15, beverungen ****-****1/2
3.) the low anthem, ampere münchen ****
4.) emily jane white, obs 15, beverungen ****
5.) hauschka, mug münchen ****
6.) 22 pistepirkko, kranhalle münchen ****
7.) holmes, obs 15, beverungen ****
8.) washington, obs 15, beverungen ****
9.) golden kanine, obs 15, beverungen ****
10.) madison violet, obs 15, beverungen ****
11.) snailhouse, glockenbachwerkstatt münchen ***1/2 - ****
12.) talking to turtels, obs 15, beverungen ***1/2-****
13.) kurt vile, feierwerk, münchen ***1/2 - ****
14.) great dynamo, klienicum hauskonzert ***1/2 - ****
15.) the moonband, kranhalle, münchen ***1/2-****
16.) machinefabriek & soccer committee, mug münchen ***1/2 - ****
17.) r. stevie moore, import export, münchen ***1/2-****
18.) young rebel set, obs 15, beverungen ***1/2
19.) wallis bird, obs 15, beverungen ***1/2
20.) the great crusaders, obs 15, beverungen ***1/2
21.) who knew, obs 15, beverungen ***1/2
22.) slim cessna's auto club, obs 15, beverungen ***1/2
23.) marie fisker, obs 15, beverungen ***1/2
24.) evening hymns, hauskonzert münchen ***1/2
25.) o'death, feierwerk münchen ***1/2
26.) hellsingland underground, obs 15, beverungen ***1/2
27.) gisbert zu knyphausen, obs 15, beverungen ***1/2
28.) bernard allison, garage deluxe münchen ***1/2
29.) squares on both sides, mug münchen ***1/2
30.) grouplove, muffathalle, münchen ***-***1/2
31.) c-types, obs 15, beverungen ***-***1/2
32.) interpol, zenith münchen **1/2 - ***

ein (p)fund mp3 (355)

am 04. oktober erscheint auf constellation records das zweite album von colin huebert, erik arnesen, shaunn watt und peter carruthers, es hört auf "keep away the dead" und wird allen gefallen, die eine blumige note im folkpop suchen:
siskiyou - twigs and stones
ebenfalls auf constellation erscheint einige tage später ein weiteres album, das einen etwas würzigeren angang hat als der hier benannte vorgängertitel, "impossible spaces" kommt am 18. oktober:
sandro perri - love and light
am 13. september veröffentlicht die band aus san francisco ihr zweites album (via true panther), die ersten hörbeispiele aus "father, son, holy ghost" klingen alles andere als nach understatement:
girls - vomit
nachfolgender beitrag stammt von einer band aus minneapolis, die einen feinsinnigen pop-, folk-, rockmix anbietet und mit "all night the calls came in" ein aktuelles album anbieten, die vierköpfige truppe veröffentlicht am 30. august auf amble down:
halloween, alaska - empire waist
halloween, alaska - dance by accident
auf das album "hall music", welches am 04. oktober auf polyvinyl veröffentlicht wird, hatten wir bereits aufmerksam gemacht, nun hat der schwede emil svanangen noch einmal nachgelegt und überrascht mit einem weiteren vorabtrack:
loney dear - my heart
sie stammt aus neuseeland, erhält aber lob aus aller welt, so beschrieb der rolling stone ihre musik als "absolutely sublime", ihr neues album "lil' golden book" erscheint auf lil' chief records, terminiert auf den 06. september: princess chelsea:
princess chelsea - the cigarette duet by fanaticpro

fantastische nachrichten aus dem hause thrill jockey records sind zu vermelden, es rührt sich nämlich etwas beim american primitive mann mit der acoustic steel string guitar, "the wanting" erscheint am 12. september, zur vorbereitung gibts einen track vom record store day release "even to win is to fail":
glenn jones - on the massachusetts-virginia border
bad panda records binden wir an dieser stelle mit einer sehr jungen künstlerin aus estland ein, gerade ist die vierte single "behind the seas" dieser sehr talentierten, 18 jahre jungen dame erschienen, höret und staunet:
possimiste - behind the sea

auf den western vinyl release "feeling today" möchten wir zudem aufmerksam machen, die ep ist das produkt des jungen texaners spencer stephenson und aufregend, klirrend hell und dumpf gebeatet:
botany - waterparker
das album "hearts" kommt zwar erst ende oktober, aber einen ersten remix gibt es bereits, bevor also maria lindèn und fredrik balck mit ihrem debut 'wirklich' antreten dürfen (über bella union/cooperative music) hören wir zunächst einen tom rowlands remix von: i break horses:
i break horses - hearts (tom rowlands rar mix) by bella union

sie haben sich seit jeher bemüht, von allen wichtigen instanzen wahrgenommen zu werden, ihr neues album ("prisoner") wird wohl erst im nächsten frühjahr erscheinen, doch ein erstes schmankerl wird schon heuer gereicht:
the jezabels - endless summer
auf saved by vinyl bzw. kelp records erscheint mit "campista socialista" (06. september) ein zeugnis dreier veteranen der ottawaer musikszene, hören und sich mehr informieren, die vorlage:
camp radio - turn up the radio