Mittwoch, Oktober 26, 2011

glotzt nicht so romantisch (258): johnny kearney & lucy farrell

während der herbst noch einmal atem holt und uns einen warmen tag spendet, da sich das rot und das braun und das gelb der blätter leuchtender denn je zeigt, greife ich zu "kite", dem neuen album von johnny kearney & lucy farrell. es passt mit seinem zauberhaften zaudern grandios in diese innehaltende zeit. die vorbereitung auf den kalten winter, das richten des heims, alle haben nun eine pause verdient. der tag verliert sich hinter den brachen feldern, am wegesrand verabschiedet er sich von den letzten zugvögeln, die noch einmal den horizont kreuzen werden. nun gleiten die finger johnny kearneys geschwind über die gitarrensaiten und entfachen einen munteren reigen, der auf herzbittere weise von lucy farrell singend umrundet wird. wie täubchen umgarnen sie einander, stossen sich an und wieder ab. immer mit dem blick auf den jeweils anderen gerichtet. im fest verankern heben sie gemeinsam an und harmonieren, wie es nur zwei füreinander bestimmte tun können. das duo aus newcastle traf sich vor rund sechs jahren an der uni. nicht nur das studium von folk und traditioneller musik brachte sie einander näher. schon bald folgte auf diese begegnung eine erste ep, "the north farm sessions". 18 monate später ist es nun zeit für "kite". wenn man johnny kearney klassisches amerikanisches songwriting unterstellen wollte, müsste man lucy ein sehr dem englischen folk zugetan- sein attestieren. das eine schließt das andere natürlich nicht aus, gemeinsam bekommen sie eine sprache verwaltet, aber vielleicht erklärt sich so, warum ihre musik so eindringlich und zugleich beruhigend klingen kann. johnny übernimmt gitarre, piano und ukulele, lucy drillt die fiddle, viola und säge, gemeinsam singen sie, ob nun in harmonie oder solo. für ihr album konnten die beiden eine menge freunde mobilisieren, so dass die musikalie leicht die grenzen zum folkpop hinüber durchbricht. Ihr werdet sehen, ein exklusivtip!





Kommentare:

e.r hat gesagt…

wirklich gute platte. schade, dass es kein vinyl gibt.

E. hat gesagt…

das wird den beiden sicher zu teuer. aber schade, ja.