Sonntag, Oktober 11, 2020

good cop - world piss (2020)

 
cut surface belebt den herbst mit dem release "world piss" von good cop. während wir auf der frontseite des covers ein launiges bandfoto finden, präsentiert uns das wiener label auf der back allerlei strichmännchen, die, weiß gerändert dargestellt, jeweils einen demonstrativ gesetzten, gelb betonten pissfleck an den rechten stellen aufweisen. alle haben "eingeschifft". selbst die erdkugel bekommt ihr fett weg, wenngleich die hinterlassenschaft zu einem peace-zeichen zusammenfindet. niemand kommt davon. der gelbe saft, so frisch und rein, kontert den schweiß auf der stirn. doch betreiben wir hier keine humoralpathologie, maximal küchenpsychologie. ist es angst? die bleierne schwere des seins? billige inkontinenz? symbol für den untergang des abendlands? die ganze welt im arg?

good cop empfehlen sich für eine antwort. so herzlich das situative, so normal der gestus, mit röntgenaugen würden wir sehen, was wir nicht sehen wollten. auslauf zwischen den beinen. ungeschlacht, ungeschönt, die brisante und hier so ausnehmend homogen gestaltete mischung aus garage, punk und ohne zweifel einem quentchen agitation packt den homunkulus in dir. zerrer, packer und zerreisser und daneben fast schon melodieseliges. stets garniert mit breaks und aufmerkern. noch nach der siebzehnten umrundung wirkt dieses album nicht blässlich. im gegenteil, erfrischend und beine machend! auf dass wir rechtzeitig den lokus erreichen! 

Sonntag, Oktober 04, 2020

hicks!: adrianne lenker

wenn nicht alles bereits gesagt wäre, fiele mir noch dies und jenes ein. aber die stete wiederholung ist so bedeutend wie ein kropf. mit adrianne lenker stellen wir uns jemanden an die seite, mit dem man problemfrei innehalten kann. manchmal möchte ich nicht mehr. und meistens nicht weniger. diese unfassbare ruhelosigkeit. anker. geworfen.

das neue soloalbum erscheint ende oktober auf 4ad.

Sonntag, September 27, 2020

allysen callery - ghost folk (2020)

 
diese musik hat eine ganz eigene wesenheit. man muss ihre lesart finden. man muss sich in der mischung aus entrücktheit und zwingender schlichtheit wiederfinden. einem groove folgen, der sich nicht aufdrängt, aber fortwährend an gewissheiten rüttelt. die spielerische eleganz des fingerpickings, der zurückhaltende, fast schon schüchternde gesang - im vordergrund stets das lied, ausdrucksform und präzisionsinstrument jeglicher offenbarung der allysen callery.

"ghost folk" heißt ihr aktuelles album, das am 30.10. via cosirecords auch in deutschland erscheinen wird. lange bereits hat die amerikanerin ihre fäden über den teich gesponnen und angedockt in der hiesigen musikszene, die das d.i.y.-prinzip zu einem lebendigen etwas hat werden lassen. genannt seien beispielhaft die stationen, bei welchen callery bereits veröffentlicht hatte: woodland recordings und jellyfant. während erstere weiterhin fleißig nischenbereiche auszuleuchten suchen, mussten zweitere die segel streichen. wunderbar, dass die menschen von cosirecords hier in die bresche sprangen.
 
unverstellt sollte die erste begegnung mit allysen callery sein. die ewig geglückten verweise auf die britische wie amerikanische (folk-) szene sowie die lange liste an möglichen und unmöglichen vorbildern sollte denen erspart bleiben, die auf eine songwriterin treffen, deren art und weise sich bloßzulegen einzigartig ist. dass sie schließlich selbst nick drake erkoren hat, auf ihrem mittlerweile neunten full length einen ehrenplatz einzunehmen - man höre "november man", spricht für sich.

nun, man darf auch mal den blick auf äußerlichkeiten lenken. lackdruck! eine exzellente pressung! aufgehoben in gefüttertem inlay! wohlfeiles design innen wie außen! ein plakatdruck beigelegt, auf welchem sich die songlyrics wiederfinden! downloadcode! allenthalben also ein begehrliches objekt, das sich bereits im vorverkauf größter beliebtheit erfreut. also, bitte beeilen beim bestellen.
 

Mittwoch, September 23, 2020

hicks!: hachiku

 

schaut sich einer dieses unscheinbare geschöpf an. und danach bitte sehr den opener reinziehen. das passt dann schon zusammen, keine sorge. mit "i'll probably be asleep" legt die unter hachiku firmierende künstlerin ihren erstling vor:

Samstag, September 19, 2020

hicks!: labasheeda


ein paar zeilen aus dem jahr 2015:
labasheeda stammen aus amsterdam und suchen nicht die welt zu erobern, aber ihr artpunk winkt so verbindlich, dass man gezwungener maßen zurückgrüßt. an wenig flüchtigen melodien macht sich weiblicher gesang fest, der gern mal dissonant ausschlägt, ähnlich wie sich der bass nicht am riemen reissen kann, das drumming druckvoll beisst und die gitarren wesenheiten des genres zu definieren wissen.
nun sind fünf jahre ins land gegangen, anfang september erschien das neue album namens "status seeking". die truppe hat glücklicherweise nichts von ihrer giftigkeit verloren, irgendwo zwischen come und evangelista.


Freitag, September 18, 2020

glotzt nicht so romantisch: brthr


eine wenig waghalsige, aber ohrwurm mäßig eingängige auskopplung aus dem kommenden dritten full length "high times for loners", mit statement: brthr: