Montag, Februar 08, 2016

ein (p)fund mp3 (522), teil 2

auf den düsseldorfer musiker hatten wir bereits einmal hingewiesen, am 26. februar ist es nun für sein debütalbum "feed the tape" so weit, es erscheint via denovali records und begeistert mit einem sehr geschlossenen sound: orson hentschel:


jealous butcher records bereitet den release des neuen albums von timothy hurley und danni iosello vor, "mirror bride" wird in kürze in allen formaten veröffentlicht, der etwas abgewandelte, neue sound der band erhielt eine ganz eigene brian deck (red red meat, califone, modest mouse) kosmetik: sin ropas:


mit "methods of élan" hören wir einen ausschnitt aus dem album "the composite moods collection vol. 1: house number 44", welches im märz auf blackest ever black erscheinen wird und das produkt dieses elektronik-duos ist: dalhous:


2012 erschien ihr debüt "main obsessions" ("desolate and heavy", schreibt ihr label), nun folgte ende januar mit "loveland" der neuling und bricht die grenzen in eine ganz andere richtung auf, der dreier aus paris heißt: wall of death:


die bunte mischung wird erweitert um diese künstlerin, deren name man zigfach in querverbindungen unterbringen könnte, hier nun wieder in solo, seit dem 29. januar mit "in search of harperfield" (chemikal underground): emma pollock:


noch einer aus den tiefen, hinter dem moniker versteckt sich chris nicastro aus fairfield, er präsentierte ende januar sein selbstbetiteltes debüt auf bandcamp, aus welchem wir zitieren wollen: mrs. hopewell:

ein (p)fund mp3 (522)

miles kane hatte in diese band investiert, bevor sie sich zu the rascals bzw. the last shadow puppets splittete, das bis eben unveröffentlichte debüt wird via deltasonic anfang april veröffentlicht, reinhören mit: the little flames:


das ostlondoner poptrio ist auf furore aus, ihr diffiziler vortrag macht staunen und setzt einiges voraus, die debütsingle "haircut" weist auf die namensgleiche debüt ep hin, die am 08. april erscheinen wird: playing house:


smooth kommt uns dieses duo aus brisbane, wo sich die jugendfreunde liam und robert fanden, ihre debütsingle "future" trägt auch hier den verweis auf die debüt ep in sich, diese wird im juli via nine lexham erscheinen: arpier:


aus jena stammt dieser junge musiker, der sich naturalistisch gibt, nicht nur bezüglich seines monikers, sondern auch in seinen elektronischen welten, mit "nothing is true" dürfen wir einen frischen track vorstellen und sind gespannt auf mehr: wurzelholz:


einfach, aber auf den punkt, die beiden schwestern holly und coco chant treffen, in harmonie und taktung, ihre erste single bringt uns das wundervolle "sunshine", auf der flip ein artic monkeys cover, neugierig?, ab 25. märz via sunday best zu haben: xylaroo:


aus frankreich stammt diese truppe, die mit songtiteln hausieren geht, die ihre wirkung nicht verfehlen, das kommende album hört dann auf "confusion moderne" und wurde in los angeles aufgenommen, erscheinen wird es bei la souterraine bzw. auf xemu records: detectiv:


damien jurado / the weather station
20.04. berlin, columbia theater
21.04. hamburg, uebel & gefährlich
28.04. köln, stadtgarten

Sonntag, Februar 07, 2016

zu gehör getragen (201)

savages – adore life (2016)
> das zweite album der londoner erwischt einen wie eine kalte welle, der erste moment changiert zwischen belebender wirkung und schock, danach möchte man nur noch die beine in die hand nehmen, um kartierter langeweile zu entwischen, 3/5
 
porches – pool (2016)
> lo-fi hin, d.i.y. her, der amerikaner musste sich nicht häuten. herrlich, wie die harmonien schrägen, wie echo täuschen, wie der plumpen behauptung der zahn gezogen wird. kein neu, kein anders, ein ewiges immerso, ein prinzip. gemein. wie einfach. übertölpelnd, 3,5-4/5
 
t-shirt weather – pig beach (2016)
> die durhamer poppunker sind so unterhaltsam wie sie gitarrenbefeuert und haudrauf gesteuert sind, hinzu addieren sie positive signale in trompeten- oder streicherform, das ist über acht beissertracks hinweg kommod, 3-3,5/5
 
the prettiots – funs cool (2016)
> hübsche ideen zwischen surfsound und handclaps versteckt, dazu eine prise sexyness und schon..., reicht es nicht für mehr, da waren die versprechungen größer - worauf immer sie sich auch gründeten - als die letztlich etwas dröge popware, 2,5-3/5

neue töne (1587): dubb nubb


unter dem fidelen namen dubb nubb agieren die zwillingsschwestern hannah und delia rainey. ihre letzten aufnahmen subsumierten sie unter "it's weird in this world". heute sind sie 23, als sie begannen, aufnahmen ins netz zu stellen und sie der duplizität anheim fallen zu lassen, erst 15. so sammelte sich einiges an, dass der geneigte hörer konsumieren könnte. wir empfehlen jedoch erst einmal konzentration auf das vorliegende, neue album zu legen. die kleinen folksongs, man möchte sie so nennen, weil sie häufig nur mit ukuelele und/oder gitarre auskommen, blitzen auf, stechen ins auge und spiegeln sich deshalb zwielichtig unter der hirnrinde ab. dieses keckern, kolorieren, konspirieren, Ihr werdet hören, was ich meine, macht einen selbst ganz kirre. an stellen, an denen man es nun wahrlich nicht vermutet hätte, taucht ein meckern, ein aufschrei auf, verrückt. oder diese spontanen wendungen, wenn die melodie zerbricht und um eine ecke schöner wieder neu auftaucht. und zugleich liegt in dem gesang der beiden so viel mut, so viel aufrichtigkeit, so viel freude und ernsthaftigkeit.
hannah und delia haben mit jesse markway im dvd home in columbia aufgenommen und diese sieben song umfassende sammlung im oktober des vergangenen jahres veröffentlicht.



Samstag, Februar 06, 2016

neue töne (1686): porches


musik unterstreicht (nicht nur). wir haben bilder im kopf, die sich unter die töne legen. lautmalerei. wenn man bei porches neuem album "pool" unter gleißender sonne allerorten glitzer sieht, beweist das nicht weniger, als dass worten taten folgten. denn aaron maine möchte teil des ganzen sein. ob wir einem nepper, schlepper, bauernfänger auf den leim gegangen sind, wird sich nicht vollständig enträtseln lassen. es ist wie mit schokolade und alkohol, sie machen süchtig. 

die billigen synthietrauben hängen nicht hoch genug, um ihrer saftigen saat nicht habhaft zu werden. das versprechende, falsettstimmelnde gesäusel des protagonisten erzeugt schwindel. in einer ewig erscheinenden rotation, die immer wieder ins elliptische abdriftet, nimmt die kopflosigkeit des hörers zu. die abfolge von elf ein-wort-songs und einem ausbrecher, der sich erst mit drei termini zufrieden gab, ist im besten sinne liquide. wie aus einem guss, dramaturgisch dem fragilen konzept folgend, ergänzt um beataspiranten, bassblässe und porzellanem soundweben. und einem zitateabenteuer.

porches ist aaron maine, aus new york. aaron maine ist porches, grenzen verschwimmen. identitätenschwindel ist das noch lange nicht. die poliertheit hat kratzspuren, der grind der alten tage schabt über das fremde terrain. lofi hin, d.i.y. her, der amerikaner musste sich nicht häuten. herrlich, wie die harmonien schrägen, wie echo täuschen, wie der plumpen behauptung der zahn gezogen wird. kein neu, kein anders, ein ewiges immerso, ein prinzip. gemein. wie einfach. übertölpernd. wer nicht wusste wohin, blieb. kratzte die abstraktion, bebilderte selbst die weißen wänden. die von elementen gesäuberte atmosphäre schrie nach überhang. 

silbrig, ein gespinst, das milchglas gesprengt, ist nur die halbe miete. dahinter der sänger im gewand des geschassten taxifahrers, der beim fahrpreis mogelte. säuselnd-leiernd der refrain, ein stolzer abspann, der nur gelegenheit ist. neuerlich hand anzulegen. musik unterstreicht. den wandel. der. immer bleibt.

"pool" erschien am 05. februar auf domino records. von einer ausufernden tourneeplanung ist die rede, in der sicher auch deutschland einen platz finden wird.

Freitag, Februar 05, 2016

eingestreut (922): the skiffle players


mit der bloßen aufzählung, wer sich hinter the skiffle players versteckt, sollte man sich mit dieser ankündigung schnell freunde gemacht haben. es wären da also neal casal, dan horne, cass mccombs, farmer dave scher und aaron sperske zu nennen. eine truppe aus soloaktivisten bzw. bandmitgliedern von beachwood sparks, jonathan wilson oder chris robinson brotherhood.
"omie wise" ist ein erster aufgalopp auf wiesenweiches weideland, das man sich sowohl bei auf-, als auch bei untergehender sonne ganz prima vorstellen kann. entweder mit dem frisch dampfenden morgenkaffee stehend auf der veranda oder aber nach getaner arbeit mit einem frischen bier auf der hollywoodschaukel. spiritual pajamas zeichnet für den selbstbetitelten release verantwortlich, das vinyl kommt im gatefold sleeve und ist auf 1000 stück limitiert.


neue töne (1685): haley heyndericks


eine wunderschöne ep legte uns haley heyndericks ende januar vor. vier songs, die von ihrer stimme dominiert werden, einem kirren, wie festem organ. es beschleunigt die erinnerung an eine vielzahl ähnlicher kundschaften, will sich aber nicht einordnen lassen. vielmehr findet es ein zuhause in der elektrisch dominierten soundklanglandschaft. einer von schwingungen belebten gitarre, ein fleißiger, ungebremster bass und immer wieder pianoklänge, vorsichtiges drumming. das ist handfest und diffizil zugleich. größten anteil daran hat diese zerbrechliche, empfindsame stimme haleys. die junge dame wurde in stockton geboren und wuchs in oregon auf. in ihrer familie gab es wenig an musikalischer erfahrung, aber die junge haley wollte es wohl versuchen, nachdem sie geträumt hatte, eine weibliche ausgabe jimi hendrix zu sein. die eltern gaben irgendwann nach und gestatteten gitarrenunterricht. zurückgreifen musste man dabei auf den einzigen lehrer, der in der kleinstadt zu haben war, einen bluegrass veteranen. hier finden sich also die wurzeln für songwriting, die liebe zur countrymusik, zu akustischen elementen. die beeinflussung durch dylan, drake und viele andere heroen der sechziger und siebziger inklusive. doch auch die aktuelle musik blieb nicht ohne wirkung, so dass sich haley heyndericks aus vielen fächern bedient. umsetzen konnte sie ihren ideen alsbald auch besser in einem bandformat, so dass ihre soloaktivitäten erst einmal an den haken gehängt wurden. mit an bord sind auf ihrem selfrelease "fish eyes ep" lily breshears (bass, piano), lex fitch (drums) und colyn cameron (piano, bass).


Donnerstag, Februar 04, 2016

glotzt nicht so romantisch (672): barbagallo


ein klassischer nachreicher. aus dem vorvergangenen jahr. da erschien "amor de lonh" auf la souterraine. und ich meine, dass almost musique ein jahr später noch einmal nachlegte. der bursche jedenfalls bietet darauf einen herrlich naiven sound, garniert mit sensiblen geschichten. das ganze in französisch. (julien) barbagallo stammt aus melboure und spielt das schlagzeug bei tame impala bzw. aquaserge, wenn er eben nicht solo unterwegs ist. den nachfolgenden track finde ich wunderbar und muss ihn deshalb... nachreichen.



glotzt nicht so romantisch (671): witching waves


photo by david garcia

von der truppe wollte man Euch gern mehr näher bringen. doch aktuell muss man sich noch mit zwei tracks begnügen, wobei einer davon bereits in videogestalt daherkommt. beide sind ordentlich gedrillte powerpunker, die sich der herben melancholie des new wave bedienen. der langmut und die tristess werden unter straffen gitarren und dem penibel klopfenden schlagwerk aufgerieben. mit "crystal cafe" legt der dreier aus ed shellard (bass), emma wigham (vocals, drums) und mark jasper (guitar, vocals) den nachfolger des erstlings "fear of falling down" (2014) vor. die londoner witching waves veröffentlichen am 26. februar auf soft power records im uk und via happy happy birthday to me in den staaten.
verweisen möchten wir noch auf den splitrelease mit rattle, der ende 2015 auf kassette erschien: klick!



Mittwoch, Februar 03, 2016

neue töne (1684): banned books


es gibt nichts schlimmeres als heimlichgetue. das sieht dann so aus, dass ein label den mund wässrig macht, auf bandcamp das neue album einer irre geilen band ausstellt, ohne dabei jedoch auch nur irgendeinen ton kundzutun. bis zum veröffentlichungstermin soll man sich gedulden. geht nicht. also in die tiefen des internets getaucht, um wenigstens ein körnchen vom selbstbetitelten debütalbum des philadelphian dreiers zu erwischen. von banned books ist die rede, einer truppe, die seit 2008 ihr unwesen treibt, dabei einige besetzungswechsel hinter sich gebracht hat und immerhin doch mit xiu xiu oder deerhoof oder palm die bühne kreuzte. in der noiseszene ihrer heimatstadt fanden sie nicht zuletzt ein zuhause.

gemeinsam mit ava luna carlos hernandez und julian fader gingen sie ins studio, spielten ihren ersten longplayer ein und so bieten uns die aktuellen mitglieder matt dermond, april heliotis und zane kanevsky zumindest schon mal die herausragende single "fuselage" an. sie mäandert zwischen popseliger melodie und krachendem ausbruch. besonders dabei sind das austarieren der elemente, selten fand man sich in beiden welten so beheimatet. die gitarrenriffs wurden noch einmal durch den computer gejagt, das rhythmische zuckeln des basses beigelegt und die allgemeine nervosität, die ist immanent. das macht neugierig.
das "s/t" album erscheint am 23. februar auf ramp local und wird dann sicher auch mit ein paar mehr tönen abzuchecken sein.