Samstag, August 30, 2014

glotzt nicht so romantisch (586): rachael dadd


auf rachael dadds neues album hatte ich bereits im juli aufmerksam gemacht und einen frischen track gepostet. "bounce the ball" sollte vorfreude auf verspieltheit und lebensfreude, auf experimentierlust befördert haben. nun dürfen wir diesen appetizer um ein video ergänzen, das ganz frisch in bilder gefasst wurde. "strike our scythes" ist neben der tonalen auch ein bildgewaltiges produkt. james hankins setzte weniger auf knalleffekte, denn auf fliessgeschwindigkeit. davon abgesehen ist die musik lieblich und eine sich stimmige, leichtfüssige komposition.
wir ergänzen diese notiz um den hinweis auf die split, die rachael mit rozi plain am 06. oktober auf lost map veröffentlichen wird, das eigene full length erscheint dann am 29. september via talitres.

glotzt nicht so romantisch (585): soft science


straff das gitarrenpaar, aufgelehnt der beat, schummerig das soundbild, die sirenengleiche stimme bleicht aus. nenn es shoegazer, nenn es indiepop, irgendwie werden wir uns schon daran gewöhnen, den dingen keinen namen geben zu können. wie stets rennt man blind ins vergnügen und weiß vorher nicht, wie kurz das glück ist. wer an ride denkt, wer die musik mit lush assoziiert, hat eine erste chance. die truppe namens soft science stammt aus sacramento, besteht mal aus vier, mal aus fünf mitgliedern, die namentlich da sind katie haley, matt levine, mason demusey, ross levine und tony cale, welche früher in diversen anderen heimatkapellen spielten und sich hier nun zusammenfanden. "detour" war ihre zweite platte, die von test pattern records befördert wurde, im februar des laufenden jahres. heute ist videotag, also bieten wir den track "light" in bildern an, die jüngst von tyler kinney verantwortet wurden. 



Freitag, August 29, 2014

eingestreut (692): holy sons


klassisch mutet der einstieg an, das perfekte drumming, die tuffe gitarrenlinie, von abseitig her das klaviaturbetasten, die crooner stimme, das gemächlich fortschreiten. fast als hätte man eine neue nummer von van morrison vor ohren. doch mit holy sons treffen wir auf emil amos, einem äußerst umtriebigen musiker, der u.a. von grails bekannt sein könnte, dort trat er als gründungsmitglied auf, oder von lilacs & champagne oder als getreuer bei om. sein album "the fact facer" wird am 22. september auf thrill jockey veröffentlicht. das könnte sich durchaus lohnen, sollte er die qualität des unten stehenden "all too free" halten können.

Donnerstag, August 28, 2014

eingestreut (691): vashti bunyan


hier noch mal in kürze, was wir im juli schrieben:
"das klingt schon ziemlich cool und abgeklärt und ist wohl, ohne despektierlich sein zu wollen, ihrem alter geschuldet. vashti bunyan sagt in etwa zum neuen album, dass sie, während sie den titelsong "heartleap" schrieb, dachte, dass er genau so würde, wie sie immer einen song schreiben wollte, dass er all das sagen würde, was sie immer sagen wollte. alles andere oder mehr davon wäre nur sich zu wiederholen. somit wird das dritte album das letzte der in edinburgh lebenden, man muss sie fast so nennen, legende sein. nach ihrem zum klassiker erklärten erstling "just another diamon day", 1970 auf philips erschienen, folgte 2005 überraschend und ebenfalls mit viel lorbeer ausgestattet "lookaftering". nun wird also "heartleap" folgen, am 06. oktober auf fat cat.

aufgenommen wurde es in bunyans wohnung, komplett arrangiert und komponiert von der künstlerin. zur seite stand ihr lediglich vetivers andy cabic. bunyan wollte sich ganz bewusst auf sich selbst verlassen, ohne ideen von außen. sieben jahre dauerte dieser prozess an. whyn lewis, bunyans tochter, steuerte das artwork bei.
leider gibt es noch keinen track aus dem album, so dass wir auf etwas älteres zurückgreifen müssen.

ERGÄNZUNG: am heutigen 16.07. können wir den ersten track namens "across the water" aus dem neuen album vorstellen."

nun gibt es mit "holy smoke" einen weiteren song aus dem album zu bestaunen. es ist ein sanftes, offenes ding. bunyan pirscht sich in launigkeit und zugleich vollendeter lieblichkeit an ihre hörer heran. die melancholische melodie wird von einem sparsamen instrumentarium belebt. alles fügt sich.

Mittwoch, August 27, 2014

neue töne (1428): debby schwartz


die aquanettas mitgegründet, als bassistin und sängerin bei p.g. six in erscheinung getreten und nun auch (wieder) auf solopfaden unterwegs. debby schwartz ging alsbald ihre debüt ep für twin lakes records an. "satan, you brought me down", anfang des jahres veröffentlicht, gab einen ersten blick auf kommendes preis. die lp "a garden of my own" zeichnete sich bereits ab. auf cd und vinyl wird sie nun ab 23. september präsentiert werden können.

debby schwartz ist seit 1981 aus der musikszene nicht mehr wegzudenken. sie war zunächst in einer art experimenteller performance kunstgruppe namens the summit ensemble in new york city unterwegs, später als leadsängerin und rhythmusgitarristin bei der frauenrockband (geiles wort) the aquanettas aktiv, mit denen sie u.a. auch in den neunzigern fleißig durch die staaten und den uk tourte. die freundschaft mit joan osbourne ergab am ende ein erstes, frühes soloalbum auf deren womanly hips label (mercury records). "wrongs of passage" erschien 1998 und wurde unterstützt von mitgliedern von blondie oder the smithereens. debby spielte zudem in folgenden bands: the new tangerine puppets, airlines, lightning kites, axiom addicts, the flavor crystals und loser’s lounge. debby schrieb musik für musical und fürs schauspiel. sie ließ sich inspirieren von stockhausen, joan baez, joni mitchel bis hin zu pentangle.

vielleicht meine erste schnittmenge. denn wenn ich jemanden in ihrem spiel zu erkennen glaube, dann ist es bert jansch. dieses picking, diese weise art die gitarre zu spielen. diese belegte stimme, die sich leicht angeraut erhebt und sich dem erzählfluss hingibt. das auf und nieder ist kein aufmerksamkeitsheischendes, es ist eher eines, um luft zu holen. irgendwie klingt das alles vertraut, wie lieder einer guten nachbarin, von jemanden, dem man schon so manches geheimnis anvertraut hat. musik, die keine doppelte ebene braucht, die sich nicht anbiedert, die nicht wild nachfedert, wenn man mal den abstand überwunden hat. für die insgesamt elf songs zeichnete als produzent das richard hell and the voidoids mitglied ivan julian verantwortlich, der in seinen studios aufnahm.

Dienstag, August 26, 2014

eingestreut (690): myrkur


zur abwechslung mal ein genreausflug. der spannungsbogen, den myrkur aufzuzeigen in der lage ist, erhebt sich weit über unseren köpfen, bewegt sich auf mythischer ebene, wenn er den reigen der nordischen gottheiten anstimmt, wenn er klaustrophobisch durchdröhnt wird, wenn sirenen gleich die stimmen an neuen opfern weiden. die schwermetallenen gitarren fetzen die zertrümmerten seelen, die längst unter dem lastenden beat verloren gingen. eine dänin steckt hinter dem projekt, die sich sicherlich nicht nur der schreie wegen von manchem unbill befreien konnte. an der arbeit zu ihrer debüt ep werden sich nun auch andere erfreuen können, die von vermeintlichen dämonen besetzt sind. relapse records veröffentlicht die sieben tracks mitte september.


Montag, August 25, 2014

ein (p)fund mp3 (478), teil 2

auf in die zweite runde mit blick auf neuigkeiten, diesmal beginnen wir mit einem hinweis auf ein sacred bones records release, welches am 14. oktober erscheinen wird, "bestial burden" ist anberaumt und wird mit "body betrays itself" eingeläutet: pharmakon:


das in dallas beheimatete label pour le corps records veröffentlicht ihr zweites album "the ride", terminiert auf den 02. september und vorgesehen für kassetten- und vinylformat, saumselig: lily taylor:


entspanntes gibt es aus ohio zu hören, der vierer hat nach seiner debütscheibe vom september 2012 nun etwas zum nachlegen, "dirty southern love ep" heißt das gerät und kommt schön unbestimmt daher, ein selfrelease von: emily & the complexes:


ihr debütalbum steht aus, es ist noch nicht terminiert, klar wird wohl sein, dass sie es in eigenregie herausbringen werden, zwei jahre arbeit sollen sich für den dreier aus washington schließlich gelohnt haben: paperhaus:


ich mag den sound der band ja, auch live sind sie eine wucht, wenngleich das ganze gewerk nichts wirklich neues ist, klar, am 02. september erscheint mit "classic zeus" ihr neues album auf arts & crafts: zeus:


"tide" heißt das debütalbum der band aus england, es wird am 12. september auf butterfly collectors erscheinen, die vorschusslorbeeren sind groß, die trauben hängen hoch, auch live sollten sie sich nach der decke strecken können: wooden arms:

ein (p)fund mp3 (478)

mitnichten ein schlechter einstieg, mit diesen beiden damen in diese runde zu starten, die glasgowerinnen shona mcvicar (drums) und stina marie claire tweeddale (vocals / guitar) stehen auf die rauere popvariante und nehmen kein blatt vor den mund, das debüt ist auf fatcat veröffentlicht: honeyblood:


ebenfalls von der insel stammen diese jungs, diesmal allerdings aus der hauptstadt des uk, und, ihre musik groovt eine ecke mehr, das debütalbum lässt noch auf sich warten, vrstl. 2015 auf harvest, dafür kommt die truppe immer mal wieder mit einem kracher um die ecke: only real:


dawn larsh und armando vega bilden dieses duo aus dundas, das gerade mit seiner zweiten single "i'll be your" zum frischling aus den löchern gekrochen kommt, es ist die nicht unübliche mischung aus sentiment und drall, die einem effekt unterliegt und die dem schuss verve verleiht: the tallest tree:


produziert wurde in den the church studios london unter iestyn polson, für den mix zeichnete chris lord-alge in l.a. verantwortlich, das neue album "the big drefreeze" wird am 25. august auf sideways saloon erscheinen, von wem wir sprechen: the travelling band:


für anfang oktober ist das wohl ambitionierteste projekt der lieben analogsoul menschen avisiert, mit "grace" wird eine scheibe veröffentlicht, die ihr heil in einem mix aus hip hop, electronica, minimal techno und vielen elementen mehr sucht, ein prozess, der genau beleuchtet wird, noch ohne appetithappen: a forest.

die truppe aus dublin wird in der heimat hoch gehandelt, als bester liveact zum beispiel oder aufgrund ihres kraftvollen angangs, ihrer wunderbaren harmoniegesänge wegen, der samtenen stimme vielleicht, hört und seht selbst, demnächst bei uns zu sehen, tourdaten nachfolgend: ana gog:


ana gog
15.11. buxtehude, the rebel's choice
16.11. hamburg, music club
18.11. berlin, intersoup
20.11. berlin, mein haus am see
22.11. berlin, an einem sonntag im august

quilt
08/09/14 Berlin, Schokoladen
09/09/14 Leipzig, UT Connewitz
10/09/14 Darmstadt, HoffART-Theater
15/09/14 Wien, Rhiz
17/09/14 Schorndorf, Manufaktur