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Mittwoch, Mai 22, 2013

konzert: orange blossom special 17, teil 3

der freitag war noch lange nicht rum, obgleich wir bereits zwei tollen konzerten beiwohnen durften. der auftakt für dieses obs 17 hatte noch mehr zu bieten. das durchschnaufen von auftritt zu auftritt war dabei recht knapp bemessen, denn die umbaupausen benötigten meist nur eine knappe halbe stunde, in der man sich an diesem abend vor allem auf der suche nach trockener kleidung verdingte.

treetop flyers
hymnfolk. man muss es wohl hymnfolk nennen, weil so schnell, wie diese band an den punkt gelangt, um einen gemeinsamen harmoniegesang zu starten, ist nicht nur ungewöhnlich, sondern auch sehr, sehr belebend, und treibt schließlich die phantasie in richtung solcher genrebezeichnungen. hymnfolk, der so breit gitarrentechnisch aufgestellt ist, zwei e-, eine akustische, dazu ein brillanter, ausschweifender bass nebst einer schießbude, die durchaus zurückhaltung beweist, aber in den entscheidenden momenten da ist und sich ins feld wirft und die jungs am ende vor sich hin treibt.



die treetop flyers wurden begeistert in beverungen empfangen. hier hatte man von anfang an das gefühl, es stünden vor der kleinen bühne kundige, wissende, die zum teil texte mitsingen konnten, die die ansagen johlend begrüßten, als wären sie mit der knappen discography der band aus london bestens vertraut, als wären sie ins weserbergische gefahren, nur um den abgehangenen westcoast sound dieses fünfers zu erleben. der steht auf der bühne wie aus einem längst vergangenen jahrzehnt, gewandet wie jungs aus hippie besetzten vorstädten. mit einem breitkrempigen hut versehen frontet der sänger reid morrison die band und geniesst das abbild seiner emotionalen aufwallung, die sich im freundlichen publikum widerspiegelt. seltener hatte man das gefühl, dass eine truppe so sehr darauf aus ist die zeit zu nutzen, diese eine stunde spielzeit perfekt auszufüllen, um die positiven emotionen, von der ihre musik durchflutet ist, in die welt zu tragen, an den mann zu bringen. aber auch gleichzeitig empfangsbereit zu sein, um die zurückschwappende sympathie entgegen nehmen zu können. so stehen sich gegenüber künstler und publikum, als hätten sie einander lange gesucht und nun endlich gefunden, um als einheit einen kosmischen sound der harmonie zu gründen.


"the mountain moves" heißt das debütalbum, das die flyers mit sich führen und was am merchstand schließlich reissend absatz erhielt. darauf gebannt sind dort die vokalen ausbruchspassagen genauso wie der sehnsuchtsvolle sound, die klänge der weite und des sonnigen gemüts. doch vorsicht, es mangelt den jungs nicht an ecken und kanten. die stoisch mäandernde e-gitarre zum beispiel, die sich nicht im üblichen gegniedel verfängt, sondern den melodiereigen vorantreibt, ihm gar eine neue note verleiht. oder das blitzsaubere zusammenspiel der vielfachen sechssaitigen oder das innehalten, da nur noch ein wenig picking an das ohr der hörer schlug oder oder oder. live ein wonnigliches erlebnis.

treetop flyers - become a stranger


slim cessna's auto club
 während ich mich noch mit den steaming satellites angeregt unterhielt, begann bereits slim cessna's auto club seine runden zu drehen, um seinen gesalbten spektakelrock an den mann zu bringen. vor der bühne tummelten sich jene, die alles haben wollten: zu gottes gnaden und aus des teufels hand. und genau das bekamen sie auch. wenngleich das alles schub und feuer hatte, wirkte die band an diesem abend etwas gezügelter, als man es von ihrem letzten obs auftritt (2011) kannte. doch der beritt ihres repertoires war erneut einzigartig.



hüpfend galoppierte insbesondere das sängerpaar aus slim cessna und munly munly durch das set. es war zeit für moritaten, untermalt von heulender e-gitarre, jammerndem banjo, dröhnenden drums und einem schmerz immanenten gegreine. das ist unterhaltung aus erster hand. die grimassen, die kontaktaufnahme mit dem publikum gehören hier natürlich ohne umschweife dazu. der erste abend neigte sich tanzend seinem ende zu. geschunkelt wurde hier, wenn man die wilde hatz so nennen darf. feierlaune inbegriffen. mit "an introduction for young and old europe" führt der denver-clan zudem ein 15 tracks umfassendes kompendium im gepäck, welches glitterhouse gerade frisch herausgebracht hat, um diese sensationelle liveband endlich auch auf dem alten kontinent angemessen an den mann zu bringen. hits wie "this is how we do things in the country" oder "cold cold eyes" entfachen nicht nur auf tonträger ihren reiz. auch live wurden sie zu einer ganz besonderen schau. so überzeugten sowohl die gassenhauer als auch die schleicher. wer die truppe noch sehen will, muss nun allerdings in den staaten reisen, wo die band längst kult ist.

background
der samstag morgen empfing das festivalvolk mit mattem, aber stetem regen. enervierend, möchte man sagen. die regencapes waren längst ausverkauft, der örtliche baumarkt hatte keine gummistiefel mehr im sortiment, und wer bis dahin nicht ausreichend geschützt war, nässte nach und nach durch. doch das rund war gefüllt und in den gesichtern las man gebannte erwartung.

mick flannery
mick flannery hatte den undankbaren job, den samstag eröffnen zu müssen. elf uhr dreißig in der mittagszeit war allerdings schon viel bewegung im rund und auch vor der bühne tummelten sich längst genügend menschen, um von einem sehr gut besuchten konzert reden zu dürfen. einem fällt dieser job nun einmal zu, mick bewältigte ihn mit seinem auf den ersten blick eigentümlichen irischen charme, dann wieder mit verve und mit einer haltung, die bezeugte, dass er mit den gegebenheiten längst auf augenhöhe stünde. so einen zurückhaltenden musiker sieht man selten, der den blick wagt, aber nicht erwidert, der die augen senkt, aber keiner trübnis nachhängt, der fast zögerlich in die tasten schlägt oder in die saiten greift, um dann von einem moment auf den anderen lebendig zu werden, präsent zu sein. zwischen den liedern ein kurzes danke oder ein blick so anmutig wie ein scheues reh und selbst als sich die wasserflasche über sein e-piano ergoss und ihm ein mitarbeiter die tasten säubert, gelingt ihm gerade ein kurzes nicken. nur in seinen augen lässt sich ablesen, wie dankbar er ist, dass ihm diese situation gerettet wird.



mit einer bassunterstützung und einem geschneebesten drumming wird flannery ins set geführt, das zu herzen geht und das einen sofort auf eine reise mitnimmt. das warme timbre seiner stimme, die wandlungsfähig, aber nicht immer wandlungswillig ist. wie eh das zubehör nur zweitrangig ist. ganz zuvorderst steht da mal dieser typ mit dieser stimme, die ein schleifen im abgang hat, als müsste sie sich noch lange an dem gesungenen reiben. die kraftvoll ist, aber lang zurückhaltung übt. das hatte eine wirkung. hier ging keiner ab ohne ein gutes, warmes gefühl im bauch. flannery verweilte dann noch den ganzen tag im obs lager, sah sich konzerte an und abends im stadtkrug von beverungen hatte er einiges zu erzählen und war alles andere als auf den mund gefallen, wie augenzeugen berichteten.

gone forever (live) by mickflanneryofficial

in bälde geht es hier weiter, zu beleuchten wären u.a. auftritt von daniel norgren oder caroline keating oder...

konzert: orange blossom special 17, teil 2

platzwahl
das ist schon ein ganz besonderes gefühl. bereits wenn man sich durch das weserbergland pirscht, um auf verschlungenen wegen nach beverungen zu gelangen, schlägt der puls an. und später dann, wenn man den grünen weg hinauf läuft, um sich dem festivalgelände zu nähern, pocht das nun fernweh geheilte herz. aus den lautsprechern tönt musik, menschmassen sind in bewegung, freudige gesichter, ein warmer frieden über allem.

evening hymns
was hätte besser passen können, als mit evening hymns das einzuläuten, was sich obs 17 nennt und zum bleiben aufruft? der himmel war zwar bereits bedeckt, aber noch standen die schauer aus und so ließ man sich gern in den sog dieses festival mitnehmen.
der zu erwartene ruf nach "rock 'n' roll" kam, aber er kam spät. zwei drittel des sets der evening hymns waren da bereits gespielt. basierend auf ihrer fast schon zögerlichen folkmelange, vorgetragen an verwehtem drumming, holzgitarrenpicking und einem kaum spürbaren und dennoch grundierenden bass (sylvie smith, die ihre sensationelle gesangsstimme viel zu selten zur geltung brachte). dabei haben die lieder von jonas bonetta und co. eine deutliche vorwärtsbewegung, weil sie tief getränkt sind mit leidenschaft und emotion, mit erinnerungen angereichert und mit dem baren gefühl ausdruck verleihen zu müssen, was einen umtreibt.



so stehen sie da zu dritt wie eine tief verwurzelte einheit, die bereits seit zwei monaten am touren ist und hier und heute ihren letzten auftritt in deutschland hat. einem land, in dem sie stets willkommen geheißen werden. eine ausdrucksäußerung, die sie nicht für selbstverständlich erachten., sondern versuchen zu beantworten, zurück zu geben, was ihnen widerfährt. die musik zieht sehnsuchtsvoll durch das grau verhangene rund und irgendwie fühlt sich man schnell gebunden an dieses orange blossom festival, irgendwie fühlt man sich gleich zuhause, als wäre das vergangene jahr mit einem fingerzeig weggewischt. die evening hymns spielen einen folk mit besonderer narrativer pointierung, bedenkt man, dass die lieder des letzten albums "spectral dusk", aus dem sich das vorgetragene liedgut hauptsächlich speist, in einer einsamen hütte geschrieben wurde, voller konzentration auf und in der auseinandersetzung um ein leben ohne den zu früh verstorbenen vater. an ihn war die bindung bonettas groß und der schmerz und die trauer umso verzweifelter. der sänger findet wie in "you and jake" einen besonderen zugang, in dem er hier die beziehung seines bruder zum gemeinsamen vater beleuchtet, die sich auf einer sehr männlichen ebene bewegte, fischen, jagen usw. das geht tief zu herzen, weil eine liebe beschrieben wird, eine zuneigung und ein umgang miteinander beleuchtet wird, die bzw. den man manchmal im alltäglichen vermisst. und wenn man auch weiß, dass diese geschichten immer in irgendeiner form in der rückschau geschönt oder überhöht sind, so bleibt am ende ein tenor übrig.


ein tenor, der dich anruft, die augen auf zu behalten, die dinge näher zu betrachten und sich auf jene zu konzentrieren, die einem wirklich wichtig sind. hier ein gitarrenwechsel, von akustik auf elektrisch, dort ein strafferes drumming, und schon haben wir eine forciertere note als zu beginn des wunderbaren konzerts der evening hymns. es wird lauter, polteriger, so dass die rufer aus dem hintergrund längst verstummen mussten. doch wer sich nicht um den aggregatzustand der anderen zuhörer kümmert, das bin ich, der rezensent, der versucht drei festivaltage zu geniessen, die so hervorragend von diesem trio eingeläutet wurden, von einem von schönheit durchzogenen set, obgleich der himmel trauer trug. und he, allein für "dead deer" lohnte sich die reise in den norden. hört unbedingt nach (live natürlich um einiges schöner.) ach ja, mit "spectral dusk" wurden wir schließlich angemessen verabschiedet.

steaming satellites
es vermischen sich in der rückschau interviewsituation und das konzerterlebnis. steaming satellites sind eine eingeschworene gemeinschaft, die seit vielen jahren zusammen wirkt, die alles auf eine karte setzt, um ihrer leidenschaft 'musik' nachgehen zu können. die jobs wurden aufgegeben, risiken eingegangen. mittlerweile können die vier von ihrem tun auch leben, wenngleich mehr schlecht denn recht. so erzählen mir max, matthäus, emanuel und manfred nach einem aufregenden auftritt später im kleinen backstage gelass, unterhaltsam, offen, emphatisch. getränke machen die runde, rauch zwirbelt durch den raum, es wird viel gelacht. schnell wird es intim. entscheidungen stehen an, verträge müss(t)en unterschrieben werden. beziehungen zu neuen menschen vorangetrieben. doch sie fühlen sich fast nur untereinander wohl. haben darüber hinaus nur größtes vertrauen in ihren manager, der einem guten onkel gleich die hände schützend über sie hält. hier in dieser kleinen runde geht es um das gemeinsame wohl, um ein gemeinsames ziel. zutritt erhält nur, wer auf herz und nieren geprüft wurde. denn schon zu viert ist es nicht immer leicht einen konsens zu finden. doch wenn die fetzen flogen, ist der frieden nicht fern. über die klar formulierte zielorientierung ist das wieder aufeinander zu gehen ein leichtes. eine familiäre atmosphäre also, die hier herrscht, viel beschworen, bei steaming satellites mehr als spürbar. die jungs haben ihren auftritt auf dem obs sehr genossen. hatten aber zugleich riesiges pech, als zur hälfte ihres sets der starkregen einsetzte. sie waren sehr beeindruckt, dass ein großteil des publikums dennoch aushielt und der band und ihrem auftritt die stange hielt.



sänger max ist noch immer euphorisch und kommt von einem erzählschwall in den nächsten. so berichtet er, dass er mit seinen anfang dreißig eigentlich längst den sprung über den berg geschafft haben müsste, aber noch immer, wenn man auf übliche karrieren blickt, in den startlöchern hängt. zumindest finanziell und was abhängigkeiten anbelangt. musikalisch und in bezug auf die entwicklung der band hat er das gefühl, dass man sich an einem scheidepunkt bewegt. entweder es geht jetzt richtig vorwärts oder aber einen großen schritt zurück. sie wollen alles wagen, bleiben sich dabei aber unbedingt treu. so haben sie bswp. den fertigen mix ihres letzten albums, in einem berliner studio produziert, komplett verworfen und neu erstellt. unabdingbar sind also die zufriedenheit, die einigkeit über das gemeinsame produkt. demnächst legen sie ein neues video vor, das dritte von einem freund produzierte (die ersten ausschnitte, die ich sehen durfte, waren echt klasse, sehr launig, sehr großartig).



dass es mittlerweile oder vielmehr von jeher mutmaßungen über ihren bandnamen gibt, bis dahingehend, dass man sie mit dampfenden fäkalien übersetzte, sieht die truppe gelassen. dabei haben sie es doch darauf angelegt, dass die wahrnehmung ihrer band einen psychedelischen charakter erhält. die kreisenden satelliten haben sie immer im auge. und so offeriert sich auch eine musik, die aus verschiedenen teilen besteht und die sich gleichzeitig auch um sich selber dreht. trabanten, die aufeinander bezogen anziehung betreiben und sich wieder abstossen und sich erneut finden und in der gemeinschaft ein planetares system bilden. auf der einen seite die artrockigen keyboardpassagen oder der schraffierte gitarrensound, auf der anderen seite diese einnehmende stimme, die alleinstellungsmerkmal genug wäre für diese band. die abrundung erfolgt durch ein diffiziles rhythmuskonzept aus stiffeligem bass und herb treibendem drumming. hier hat sich etwas gefunden, was sich einer genrezuordnung aufs erste entzieht, was sich divers darstellt und einen ganz eigenen sound gebiert. hier muss in kürze eine neue schublade benannt werden, um den österreichern gerecht zu werden. der zuschauerzuspruch sprach an diesem abend bände. tribut wurde allerorten gezollt. herzlichen dank noch mal an Euch!

steaming satellites - spaceships by the instrument village

später geht es hier weiter. ein paar bands stehen noch aus. oder zwei festivaltage?

Dienstag, Mai 21, 2013

konzert: orange blossom special 17, teil 1

herzlich willkommen.

ein obs motto der letzte jahre war "da hinten wird's hell". ein gedanke, der einem beim diesjährigen festival in beverungen auch immer mal wieder durchs hirnstüberl schoss, um sich aufzumuntern, zu motivieren, um am ende auch zu "bleiben". so nämlich die überschrift für das orange blossom nummer 17, welches sich bereits am einstiegsabend, dem freitag, in traurigstem gewand, nämlich zu schwer schüttendem regen präsentierte. während die steaming satellites die bühne rockten, ergossen sich über der munteren zuschauerschar sturzbäche, schusterjungen, aufgestautes vermutlich, was sich in den letzten vier jahren zurückhalten lassen musste. dass am ende alle blieben, lag an mehreren umständen, die nach und nach beleuchtet werden sollen, zuvorderst natürlich die musiker und ihre auftritte. 
doch daneben gilt es vor allem den organisatoren zu danken, die ebenso dem wetter trotzten und eine veranstaltungen auf die beine stellten, die ihresgleichen sucht.

hoffnungen.
feuchtes.
vieles war heuer anders, manch blickwinkel, manche perspektive hatte sich verändert. so zeigte sich etwa das festivalgelände deutlich erweitert, mit auslauf quasi für die auf standqualitäten getesteten besucherfüsse. die buden aus dem rückraum verzogen sich in ein seitenareal, so dass man gemütlich mampfend gar einen bühnenblick bekam, der halbwegs unverstellt genuss bot. daneben wurde das angebot aufgestockt, so dass die kulinarischen freuden nie zu kurz kamen, man täglich die qual der wahl hatte, auf welches gaumenabenteuer man sich nun einlassen wollte. die zapfstellen waren ebenso in ausreichender menge vorhanden, es entstanden weder staus noch drängeleien. der ein- wie der ausgang waren strategisch gut gewählt, man vermisste die stop and gos aus den vorjahren nicht.
der bereich vor der bühne bot auf breite mehr raum. ingesamt schien es, als hätte man mehr platz, das übliche konzertgedrängel blieb oft aus.

blickwinkel.
während sich auch schnell diese typische gelassenheit, das klassische obs feeling einstellte, war die auseinandersetzung um das wetter und seine auswirkungen erstmals seit vielen jahren ein prägendes gesprächsthema. der freitag erging sich in einen alles durchnässenden guss, der samstag empfing das publikum mit stetem regen, von dem erst am frühen nachmittag wieder abgelassen wurde. am sonntag schien die sonne, während die besucher durch schweren schlamm stapfen mussten. erst pünktlich zum  mitternächtlichen schluss wurden noch einmal aufgedreht. ein schauer mittlerer schwer verabschiedete das nun längst wieder milde gestimmte publikum nach hause.

nachwuchs.
gelassenheit.

für uns galt es zudem, auch eine neuerung, die nächste obs generation einzuführen. eine perspektive mit oberhand. konzentration verlagert sich, prioritäten müssen neu gesetzt werden. vor allem zog etwas mehr gelassenheit ein.
die konnte man sich auch bei den machern abgucken. die organisation lief von der ersten bis zur letzten minute wie am schnürchen. keine hänger und dies bei freundlichkeit allerorten. die bühnen vor- sowie nachbereitung gestaltete sich fast gänzlich problemfrei, so dass der zeitplan stets eingehalten wurde, die security nahm man im prinzip nicht wahr, weil es keine nennenswerte vorfälle gegeben hat, die ordner, einweiser, lenker und leiter hatten stets ein lächeln im gesicht. der platz blieb sauber, weil emsige helfer in regelmäßigem rhythmus die zahlreichen tonnen leerten. der rasen verschwand zwar unter matsch und schlamm, wurde aber zwischenzeitlich um eine neue schicht rindenmulch ergänzt. was aber nur erzählerischen wert hat, denn die lage verschwand wie alles andere zuvor unter dem klebrigen dreck.
es bleibt: die gewissheit darum, nichts für selbstverständlich zu nehmen. wer einen blick hinter die kulissen wagt weiß, da wurde viel investiert. mit liebe zum großen und ganzen, mit liebe zum detail. mit einem guten abstand zum allgemeinen, mit der richtigen nähe zum speziellen. zurückgeben kann man aber ebenso: DANKE!

eingestreut (518): lost tapes


außergewöhnlich gut bieten sich lost tapes aus spanien an. ihr glück, sie werden auf eardrumspop gefeatured. die erreichen nämlich die richtige kundschaft. popaffine jünger, die ihnen diesen release garantiert aus den händen reissen werden. vier tracks umfasst die ep, die mehr als ohrschmeichelnd daherkommt. mal in ein twee-, dann wieder in ein dreampop gewand gekleidet, meistern pau roca (u.a. auch la habitación roja, fantasma#3, litoral) und rj sinclair (tokyo sex destruction, lions constellation, it’s not not) mehrere facetten dieses breit aufgeworfenen genres. die beiden sind eh flexibel. so trafen sie sich zunächst auf konzerten in madrid und barcelona, betrieben fleißig chataustausch, um alsbald auch erste aufnahmen hin und her zu senden. so entstanden aus zunächst simplen grundgerüsten einnehmende, verführerisch gute songs. Ihr werdet hören, was ich meine.

lost tapes - war in the netherlands by eardrumspop
 
lost tapes - raincoat by eardrumspop

Montag, Mai 20, 2013

neue töne (1287): carcrashlander


2008 hieß es bei uns: "reden wir über carcrashlander reden wir vor allem und in erster linie von cory gray. der hat sich auf parks and records dieser tage ein denkmal gesetzt, in dem er mit seinem unbetitelten full length auf den markt schlitterte, wie es nur großen gelingen kann. indem ich mich gestern noch auf diese paar zeilen vorbereitete und auf der labelseite letzte infos zusammentrug, erschloss sich mir heute morgen auf selbiger seite eine neue welt, da dort nun die ersten reviews aufgeführt wurden. und alle sind voll des lobes, wittern eine kreuzung aus the black heart procession und tom waits. randy newman wird herangezogen, wenn man cory gray als bastard bezeichnet wissen will, hervorgegangen aus einer beziehung von cat power mit eben jenem randy newman. als sessionmusiker hat sich gray am piano oder an der trompete bereits verdient gemacht bei the decemberists, grails, norfolk & western, graves oder auch life at these speeds. dass dann einige namhafte kollegen zur stelle sind, wenn cory gray sein erstes offizielles carcrashlander album aufnehmen will, versteht sich von selbst. einige seien stellvertretend aufgeführt: dave depper (bass), shelley short, laura gibson (backing vocals), adam selzer und nate ashley (guitar), brian wright (drums) und amanda lawrence (viola, violin)." ein jahr später trugen wir unter anderem zum damals aktuellen album "where to swim" folgendes zusammen: "fast klassisch muten einige tracks an, wenn orchestrale wellen über einen hinweg ziehen. dann lösen sich die spuren wieder auf und eine singulär agierende kraft nimmt den faden auf, um ihn umzugestalten, einzufärben oder etwas gänzlich neues daraus zu kreieren. ein track wie "rosie" bspw. beginnt als piano gestützter slow waltz mit leicht verhalltem gesang, bald fügen sich horn und schlingernde flöte, das lustvolle pfeifen eines ausgebüxten hinzu, der marschierende rhythmus gewinnt an kraft, flotter wirds hernach, eine gitarre, schneller, das piano im duell mit dem horn, jauchzer, jubler, noch schneller, flöten stimmen wieder ein, rumpelbass, vollgas! balkanpower! ende!" später dann: "eder track bietet eine in sich verborgene welt auf, spielt mit unterschiedlichsten stilen, vermischt genre, löst grenzen auf und überbietet sich in der vielfalt von launigen einfällen."
nun steht ein neues album an, "a plan to tell the future" heißt es und soll offiziell im august erscheinen. geplant sind dabei sowohl eine vinyl- veröffentlichung auf jealous butcher und eine kassetten veröffentlichung auf curly cassettes. bis dahin kann man sich aber locker und leicht via bandcamp warmhören. alle dreizehn tracks werden dort dargeboten. mit hilfe von unter anderem brian wright, adam selzer, cliff hayes, aber auch vielen anderen mehr ist erneut ein sehr anspruchsvolles carcrashlander werk entstanden. konstant gut ist das hohe maß an eingängigkeit, das immer wieder durch berauschende arrangements flankiert wird. elektronika hat einzug gehalten, ohne als wesensfremdes element wahrgenommen zu werden. rauschen und dumpfe klangstibitzereien fügen sich in das lose konzept. das beweist mut zur diversität, klassische popsongs wechseln sich mit kunstliedattacken ab, der noisefön wird angerufen und einige andere überraschungen mehr warten auf den hörer. abzuwarten wie das alles so klingen mag, wenn sich das vinyl auf dem plattenteller dreht.

Sonntag, Mai 19, 2013

neue töne (1286): dump

ein neues album von dump! yeah. james mcnew, der yo la tengo basser und seit zig jahren kongeniale sidepart des ehepaars ira kaplan und georgia hubley legt bei seinem entspannten soloprojekt nach. das ganze im rahmen des grapefruit record club, zu welchem ich einst schrieb: "aufmerksam machen möchte ich Euch auf eine recht ungewöhnliche geschichte, der sich grapefruit records angenommen hat. deren gründer simon joyner und ben goldberg wollen nur exklusives pressen lassen, musik, die sie lieben, von künstlern, die sie verehren und die etwas zu bieten haben. das ganze erscheint dann auf vinyl, in entsprechend limitierter auflage. ihren ersten handstreich haben sie, das besondere ist also weder das ansinnen selbst denn das eigentlich zu veröffentlichende material, bereits geführt, es handelt sich dabei um lambchop. ihre frühen aufnahmen fanden auf kassetten statt. derer zwei hat man sich nun angenommen und sie zum leben erweckt. kurt wagner wie er barrierefreier wohl kaum daherkommen könnte. das ganze nennt sich dann: "turd goes back: essential tracks from secret secret sourpuss & big tussie". irre. 15 tracks. echt. zudem hat die mannschaft weitere projekt im anschlag: richard youngs, 200 years (mit mitglieder von six organs of admittance und magik markers) sowie eugene methe. also, im auge behalten!" 
nach einigen alben (u.a. auf shrimper und brinkman records) und einem sack voll singles und eps, die mcnew seit 1992 rausgeschickt hat, stellt er unter dem titel "the silent treatment" neun neue tracks vor. gewohnt wird es wohl elektroakustisch zugehen. die herangehensweise sollte sich über die jahre, auch wenn james etwas länger aussetzte, yo la tengo fordert schließlich den ganzen kerl, nicht stark verändert haben. der erste gefilterte track namens "grasshopper" ist übrigens ein von jonathan wolf geschriebener song, wie dump sowieso immer wieder cover auf seinen alben unterbringt. leicht und flockig kommt das lied daher mit einem aufgeweichten und wie ein marshmallow aufgepumpten, scheinbar voluminösen sound. die auflagen auf grapefruit liegen um die 350. nachkäufe lohnen sich hier zudem. im letzten jahr wurden u.a. alben von eric chenaux oder the baird sisters, im jahr zuvor von richard youngs oder 200 miles auf den weg gebracht. geplant für dieses jahr sind alben von david kenneth nance, marisa anderson, the renderizors und faust.
dump - grasshopper

Samstag, Mai 18, 2013

neue töne (1285): stripmall ballads


das ist der ganz persönliche abgrund, ausgeleuchtet nicht mit der nächstbesten grubenlampe, sondern mit einem hochleistungsstrahler. die düsternis in helles licht getaucht. wir treffen auf  phillips taylor und seine musik wie auf einen rammbock in form eines elefanten. der rennt dich erst einmal über den haufen. und wenn du die geschichte halbwegs überstanden hast, kommt die erweckung. in form dieser schwergängigen und ehrlichen lyrics, einer lofi-isierten, genreüberschreitenden musik. der sound ist zuweilen gespenstisch, aber aus dieser milchglasigen verschalung tritt eine herzenschaffe, wie man sie nicht alle tage antreffen kann. die gitarre surrt, die stimme taylors, der unter dem moniker stripmall ballads verschiedenste projeke befördert, bleibt sämig und selten strittig, auch wenn sie die dicken ackerfurchen bekämpft. wir bekommen es mit blues zu tun, mit folk, mit rock, aber auch mit schwärzeren stilen. es kracht und knarzt an allen ecken, es hat kanten. 


sein letzter auswurf war die kassettenaufnahme "the field" (2013 auf minner bucket records erschienen), in der so viel schmachtendes etwas versteckt ist, dass man sich oft nur der ersten hälfte stellen kann, um nicht allzu sehr in mitleidenschaft zu geraten. herrlich wie einige orgelfugen sich beimengen und dem klang einen lichten charakter schenken. während dessen schrubbt das matte holz und der gesang schlängelt sich durch die geschichten. grob, unbehauen kommt das ganze daher, als tönte es aus einem verschlossenen einwegglas. und vielleicht muss es auch so klingen. die songs sind geradeaus und bar jeglicher behäbigkeit, sie sind drängend und öffnend und auf eine weise ganz du selbst, wie du es ohne sie nie erfahren hättest. die vorherigen werke taylors sind "favorite missing person" aus dem vorjahr, "ballads, stripmall" aus 2010 und "since jimmy died" (2008).
der unten stehende song stammt übrigens von der 2008er veröffentlichung. einen großteil der musik kann man sich für lau von taylors webseite herunter ziehen. irgendwie, irgendwo sollte man auch wieder etwas zurück fließen lassen.
stripmall ballads - it was you (but it wasn't you) (from the folkopera "the perfect pipebomb") 
stripmall balladsblue flavor gatorade (from: "favorite missing person")
 
stripmall ballads - estranged husbands and their ex wives

Freitag, Mai 17, 2013

neue töne (1284): vorschau the sound of bronkow music festival, teil 2


hatten wir zuletzt noch (vorschau nummero 1) über die bildung einer marke referiert, es ging natürlich um das sound of bronkow, ein geflügeltes wort mittlerweile, so müssen wir in der zweiten vorschau auf das feine dresdner festival (30.08. - 01.09.) rund um k&f records sowie das societaetstheater mehr noch auf die bands eingehen, die die tolle veranstaltung bespielen werden. erst recht, wenn uns dieser tage die tollen nachrichten von einigen neuzugängen erreichten. und wir wollen weder verheimlichen, noch schön tun. 
die auswahl ist bislang perfekt. mit i am oak (nl), schultz & forever (dk), karo (d), richard walters (uk), lùisa (d), brokof (d) und the legendary lightness (ch) durften wir bereits im märz namen nennen. nun kommen folgende hinzu: garda, frontier ruckus, o emperor, petula und richard elms.


wer sich im klienicum etwas häufiger aufhält weiß, da sind einige der favoriten darunter. vor allem über frontier ruckus kann man sich nur ausgelassen freuen. die band, die anfang des jahres mit "eternity of dimming" ein grandiose neuwerk herausbrachte, wusste schon mehrfach in hiesigen landen zu begeistern. wer sich einmal auf die band um matthew milia eingelassen hat, wird nicht mehr die finger, vielmehr die ohren von ihnen lassen wollen. so einträglich, so unbelassen ist auch die musik. schwer schneidet sich der folkgängige pop unter die haut. "frontier ruckus bauen einen folkkreisel auf, der in jedem neuen lied aufs wiederholte in gang gebracht wird. zunächst lahmend, dank der peitschenhiebe aber flotter werdend, größere bahnen umfassend, raumgreifender. wo sich der instrumentelle reigen aus banjo, akustischer, trompete, horn, steel, mundharmonika, dobro und manchem mehr platz macht, findet sich eine heimat für aufmerksame, die mit unverstelltem blick nach den lücken im alltag suchen, ohne zu übersehen, dass sich die welt verändert und man zudem den standort immer wieder wechseln muss, um neue einblicke zu erhalten.", schrieben wir seinerzeit. himmel, das wird schön!

frontier ruckus - eyelashess by loose music
 

über garda, quasi hauseigene band des festivals, braucht man eigentlich nicht viel schreiben. sie sind jenen, die das sound of bronkow besuchen werden, sicherlich bekannt. dass die band die show in der kirchen spielen wird, erhöht den grad an heimeligkeit, an intimität und bürgt für bare momente. in der rezension zum letzten album " heart of pro" hieß es: "harmonien an seufzern, aufgespart aus unzähligen momenten der bürde. eine sprache zwischen auflehnung und aufgabe, ungeschludert und doch projektionsfläche für wagemutige interpretation. maßhaltend und doch mit staffage dienend, nicht um ihrer selbst willen. bebildert gehört, was vermittelt werden soll. intim, uneitel. die brücke schlägt sich in der kontrolle. im zusammenspiel der freunde, das ausbrüche aufzufangen, zu beschwichtigen in der lage ist, das emotionalität aufwiegt mit fein sezierten sentenzen, das nachgiebig sein kann und komplementär." und zum auftritt auf dem obs 2010 hatten wir folgende worte parat: "die junge dresdner truppe steckte an! seltener sah man erstauntere blick im rund. wider die erwartungen wohl. denn so mancher rieb sich die augen angesichts der hervorragenden performance, die die fünfe hervorzauberten. popnummern mit halteankern, verweilposten, mit verzahnungen für griffiges ineinander, mit mut zum innehalten, für das sentiment und den gefühlsausbruch. hier stimmte einfach alles. die lieder ließen sich packen, ohne dass man im angegriffen sein selbst schwülstig taumelte. das harmonische miteinander gelang vor allem, weil all die kleinen finessen gekonnt miteinander verwoben wurden. schließlich ergaben sie ein stimmiges ganzes."
garda - oh euphoria, my dear


auch zu o emperor findet sich im klienicum archiv so einiges. abzulesen daran, dass es sich auch hier um eine herzensangelegenheit handelt. zum album "hither thither" schrieben wir unter anderem: "auf einen tonträger stürzen, der ausdrucksstärke nicht mit inszenierung verwechselt, der einen dichten sound nicht zum verkleistern nutzt, sondern intensität und authenzität sucht. das klangbild weist ein akustisches fundament aus, in der breite wird gerockt. die memorablen melodien wirken bindend. pulsierende musik, die dem manischen moment genauso tribut zollt, wie es ihr gelingt innezuhalten. immer zwischen den polen, immer die waage haltend." und weiter: "jedem song liegt ein eigenes, durchstrukturiertes konzept zugrunde. jedem song wird ein solch hohes maß an aufmerksamkeit zuteil, dass der hörer dies mit voller konzentration quittieren muss. ob beim wohldosierten, midtempo bestimmten "catch 22" an gründlichem drumming, ornamentierender (sechs- oder vier-) saitenspielerei, klavieretüden, die scheinbar unabhängig voran getrieben werden, an schwelgerischem backgroundgesängen, an harmoniedrehern oder beim dräuenden "heisenberg", das sich zögerlich aus klangdunst befreien muss, da die stimmen verwehen, die klaviernoten perlen und alles einem nicht voraussehbaren ende zustrebt oder beim forcierten "december", das sich gewaltig an der elektrischen streckt." live konnten wir o emperor noch nicht erleben, versprechen uns aber einiges.
holy fool by o emperor
 

auch zu petula fiel uns manches ein, hatte wir doch gerade erst „don’t forget me, petula! don’t forget everything, petula!“, das aktuelle album in der mache: "fragmentarisches beleben, unterkühltes abebben. wirkungen. treffer. cleemann gelingt, nicht zuletzt mit unterstützung seines aufnahme sideparts oliver stangl (clickclickdecker, missouri), ein album, bei dem immer der wahnwitz um die ecke lugt, das dich jedoch immer wieder einfängt, weil, die charme grinsende maske übergezogen, immer wieder eine attraktion gelingt. das drumming fegt die zweifel weg, die gitarre storniert die fragezeichen und die harmonien sind wurmstichig, wie sie das misstrauen bearbeiten. und wenn es hakt und klemmt und sich maßlos zu den seiten wendet, dann folgt garantiert ein einflüsterer. wegweiser. wir sprechen über eine griffige kunst, identifizierbar, der elenden zauberei enthoben. stück für stück nur der eigenen magie erlegen. ernsthaft. immer den blick auf ein ziel gerichtet. zweifel löschend. vertrauen schindend."

let us not be terrible people by petula

zu richard elms  und allen anderen künstlern, die hier nicht ausführlicher besprochen wurden, lest bitte die ausführlichen hintergrundinfos auf der festivalseite. wie Ihr dort überhaupt alles erfahren könnt, was für den ticketkauf, die anreise usw. wissenwert ist. ansonsten heißt es abwarten, wie die andere hälfte des lineups aussehen wird, natürlich frühzeitig eine karte besorgen und schließlich rucksack packen, vorbereiten.

Donnerstag, Mai 16, 2013

in eigener sache (69): obs 17


ab morgen bin ich einige tage absent, das orange blossom ruft. für diese zeit habe ich natürlich wieder vorgearbeitet und Euch einige posts gefertigt. schaut also weiterhin regelmäßig ins klienicum, auch wenn Ihr nicht krank seid. kommentare, anmerkungen, wünsche usw. kann ich allerdings erst später beantworten. egal wo, facebook, hier oder per email, ich werde mich zurückmelden. vielleicht starte ich heuer noch einmal einen versuch, live vom obs zu berichten. ich überprüfe mal die möglichkeiten, einerseits mobil und andererseits, wenigstens ab und an, hier präsent zu sein. mal gucken. ein stimmungsvolles foto, ein kurzbericht, oder so... oder 'n hai. wir sehen uns, auf bald!

neue töne (1283): eagleowl


fence records hat sich eagleowl geschnappt und damit eine wirklich richtig dufte band. sie stammt aus edinburgh und wird bevorstandet von einem gewissen bartholomew owl, der sich an guitar, vocals, glockenspiel versucht. seine kollegen sind clarissa cheong (double bass, vocals), malcolm benzie (violin, mandolin, vocals) und rob st. john (harmonium, mandolin, vocals), ja letzterer tritt auch solo an, schaut mal bei song, by toad vorbei). die truppe wird gerne in eine schublade gesteckt, in der sich auch low, galaxie 500, aber auch the low anthem zuhause fühlen würden. zudem muss man immer auch bands/künstler wie fairport convention, withered hand, bert jansch oder alasdair roberts im munde führen. denn diese musiker oder label wie broken records beeinflussten die schotten unmittelbar. the scotsman beschrieb die band 2009 so: "the soundtrack to the saddest, most beautiful art-house film you've never seen." bis dato hatte eagleowl zwei eps und eine single ins kerbholz geritzt, zunächst die "for the thoughts you new had" ep in 2008, auf fife kills records erschienen, die single "sleep the winter" 2009 auf kilter und schließlich 2010 "into the fold" ep. livesession, arbeiten an soundtracks, auftritte auf diversen festivals, kollaborationen u.a. mit woodpigeon oder benni hemm hemm sowie meursault ergänzen das portfolio dieser tausendsassa. 2013 tourte man bereits mit the pictish trail als backup band. und nun dies! ein achttracker auf fence (ab 13. mai)! allein der appetizer ist eine a4 seite beschreibung um das persönliche entzücken herum wert. so statisch, so sattsam brummend, so divers punktuell angesetzt und nur selten an gleicher stelle zu ende geführt, so mutig offen und zugleich belebt. folkpop oder kammerfolk oder auch chamberfolk (wie die streicher herzhaft sehnen, mmh). die perkussive note, der schöne gesang, alles, alles macht diesen song zu etwas besonderem. echte schwärmerei, freunde, echte!

eagleowl - not over by fence records

Mittwoch, Mai 15, 2013

eingestreut (517): howth


für manche dinge lasse ich mich gern mißbrauchen. zum beispiel, um für howth den multiplikator zu spielen. die band um carl creighton arbeitet gerade an einem neuen album und ist sich nicht zu schade, ihre anhängerschaft bereits in dieser frühen phase teilhaben zu lassen. an einem song, an einem neuen foto, auch ein außertourliches t-shirt wird es geben. infos hat auch die bandpage parat. viel spaß!

superfreak by howth

eingestreut (516): lily and madeline


die jungen ladies werden demnächst nachlegen, nachdem sie vor allem im internet mit videos vorgelegt hatten. der zwiegesang geht aber auch hervorragend ins ohr. ihr erstling wird die ep "the weight of the globe" sein, die im januar via bandcamp erschien und die nun von asthmatic kitty auf vinyl produziert wurde, um im juni auf den weg gebracht zu werden. auf bandcamp kann man in die fünf tracks umfassende songsammlung bereits hineinhören. es ist, wie das label zu recht schreibt, ein unkalkuliertes ding, so unbelegt und ernsthaft klingen die tracks, die unnachahmlich vom gesang von lily und madeline jurkiewicz' bestimmt sind. akustisch, folkloristisch getaucht, harmonien umhegt. piano, gitarre, genug. von lily and madeline gibt es bald noch mehr zu hören, so viel ist sicher.




Dienstag, Mai 14, 2013

glotzt nicht so romantisch (506): battleships


also, manchmal zier ich mich ja schon. da kommen töne an meine ohren, die ich so nicht hören will. und dann renn ich weg. oder mach einfach nur aus, wenn ich herr der lage bin. diesmal aber hielt mich etwas zurück. nun ja, zuerst habe ich auch ausgeschaltet. dann nochmal ein. dann die email gelöscht. einen tag später wieder aus dem papierkorb geholt und mich an diesen post gemacht. denn der sydneyer vierer aus jordan sturdee (vocals, guitar), jonathan bowden (bass, keys), nato hannaford (guitar) und dan mcmurray (drums) macht einiges her. ist es zu catchy? zu hook beladen? sind die vocals zu hymnisch angelegt? ich weiß es nicht. irgendwas packt mich und will mir weiß machen: es gefällt. viel spaß mit battleships. was da noch kommt? ein erstes minialbum haben sie gerade vorgelegt.

battleships - as you'd begun by battleships

eingestreut (515): me and oceans


über me and oceans haben wir mehrfach berichtet und uns zigfach begeistert gezeigt. nicht zuletzt der auftritt in unserem wohnzimmer sorgte für entzücken. doch heruntergebrochen auf die musik bleibt noch viel mehr. der mut zum bzw. die suche nach einem ganz eigenen ausdruck. oft erfolgreich und nicht zuletzt deshalb beeindruckend. hatten wir "lakes" noch verpasst, so wurden wir doch in den bann der zweiten ep gezogen und konstatierten u.a. "die anziehungskraft von "the pond" liegt in seiner formenuntreue, seinem bildersturm, seiner dominanz. hier lied und electronica und weise und schaffenskraft, dort mit wenigem die phantasie in rage gebracht und am ende mit genau jenem selbstbewußtsein aus der nummer raus."

nun sitzt fabian schütze am ersten longplayer und bittet dafür via visionbakery um unterstützung. Ihr kennt solcherart plattformen und wisst, worum es geht. knete. oft nicht sehr viel, um sich beteiligt zu fühlen, aber meist genug, um den künstler ein ganzes stück nach vorn zu bringen. mit "the bay" dürfen wir teilhaben an der idee fabians, aus der solonummer eine gänzlich neue ausrichtung werden zu lassen. er arbeitete bereits ende des letzten jahres mit einem streichquartett und klavier zusammen. dieses konzept ging auf und soll nun auf tonträger gebannt werden. dass sich dies als aufwendiger erweisen wird, als einige homerecordings, liegt auf der hand. deshalb greift dem sympathischen kerl unter die arme!

erklärungen und einblicke nachfolgend:


Montag, Mai 13, 2013

ein (p)fund mp3 (438)

wenn mädels dampf machen, hier zu viert, aus toronto stammend und mit vorbildern wie patti smith oder the black keys ausgestattet, eine erste selbstbetitelte ep gibt es auch schon, der rest muss von Euch entschieden werden, have fun: the beaches:
absolutely nothing by thebeaches

sie gehen im vorprogramm von two gallants an den start, sind zugleich das neue signing von siluh records (kürzlich erst eine single dort herausgebracht) und sind in ihrer heimat holland kleine stars, tourdaten findet Ihr unten: mozes and the firstborn:
i got skills - mozes and the firstborn by siluh records

"id" heißt ganz simpel das werk, aus dem uns nun die zweite single vorgestellt wird, mit dem tonträger des herrn christopher laufman aus pittsburgh ist dann ab dem 25. juni via dovecote zu rechnen: wise blood:
wise blood - universe is blessed by dovecote records

dieses paket wird wie folgt geschnürt, zunächst das originalalbum "fog electric" auf der einen, dann die bislang nur digital erhältliche "chirality ep" auf der anderen scheibe, zur band gehören sam healy und ben martin, ab 03. juni starten sie durch: north atlantic oscillation:
  chirality by nao


die band besteht jack burnside von mezzanine owls und andy lemaster von not it's overhead, für ihr debüt "glacial", das am 09. juli auf jaxart erscheinen wird, bekam man prominente hilfe, u.a. von orenda fink oder dem crooked fingers mann jeremy wheatley: western lows:

western lows - lazy by jaxart records

allein des namens wegen mussten wir sie aufnehmen, die nachfolgende single stammt aus der im sommer erscheinenden "honduras" ep, die die jungen kerle aus stroudburg, pa, unter feinem moniker herausbringen werden: edelweiss:
withering heights by edelweisspr

auf chrystian rawk hörte das abgelegte projekt, das neue beförderte bereits vor einiger zeit die erste single ans tageslicht, nun gibt es den zweiten track von christian und co. und wir hören bereitwillig hinein: trivial shields:
enough by trivial shields

das neue album des niederländischen lautespielers "nihil obstat" wird am 28. mai erscheinen (important), einen ersten ausschnitt daraus stellt er uns vor. jozef van wissem:
how you must have suffered by jozef van wissem by importantrecords

das war, glaube ich, so ein track, den ich mir erst im zweiten anlauf erobert habe, dahinter steckt eine vierköpfige londoner band, die ihre erste offizielle single am 03. juni vorlegen wird, u.a. mit unterstützung von paul savage (franz ferdinand, flaming lips): low moon low:
calm now by lowmoonlow

gestern noch hatte ich nach seinem namen gekramt, nachdem ich ihn als filmfigur 'bob' mal wieder zum schreien fand, nun heißt dieses lied hier nach ihm, das dazugehörige album "pangea" des fünfers aus charlottesville erscheint am 16. juli: the anatomy of frank:
bill murray by the anatomy of frank

das 2011er album hörte auf "turn and face me", nun kommen sie zurück, via rip ben lee records erscheint das vierte album der band "infinite nights" am 17. juni: the blood arm:
the blood arm - bubblegum by abadgeoffriendship
 
mozes and the firstborn 
13. Mai GER – Duesseldorf, Zakk (+Two Gallants)
14. Mai GER – Heidelberg, Karistorbahnhof (+Two Gallants)
15. Mai SUI – Zurich, Komplex Club (+Two Gallants)
17. Mai ITA – Legnano, Circolone (+Two Gallants)
18. Mai AUT – Innsbruck, Weekender Club (+Two Gallants)
20. Mai GER – Nuernberg, K4 (+Two Gallants)
21. Mai GER – Dresden, Beatpoll (+Two Gallants)
22. Mai GER – Hamburg, Knust (+Two Gallants)
24. Mai SUI – Bad Bonn, Kilbi Festival

tweak bird
07.06.2013 Dortmund, FZW
08.06.2013 Berlin, Magnet Club
09.06.2013 Heidelberg, Karlstorbahnhof
10.06.2013 Stuttgart, Schocken
11.06.2013 Dresden, Beatpol
15.06.2013 Hamburg, Hafenklang