Sonntag, April 20, 2014

konzert: the fog joggers, 15.04.14


 Dienstag Abend in München. Das Atomic Cafe lädt mit seiner doch recht gemütlichen Atmosphäre zu einem Konzert ein. Wer spielt? The Fog Joggers! Bereits auf dem Orange Blossom Special Festival schon zweimal gehört und auch darüber berichtet, sahen wir an diesem Abend die Jungs aus Krefeld in einem kleineren und vor allem geschlosseneren Rahmen.

Das Konzert begann püntklich mit der Münchner Band Piccadilly Backpackers. Die ca. 20 Gäste, die zu diesem Zeitpunkt den Club füllten, waren allen Anschein nach Freunde und Bekannte der Band. Der Vierer selbst hatte in den darauf folgendenen 30 Minuten sichtbar größten Spaß am Musizieren und brachte in die kleine Menge vor der Bühne richtig Schwung. Die Japanerin am Schlagzeug und die drei Jungs drum herum ließen kein Tanzbein still stehen und ließen gute Stimmung in das sich langsam füllende Atomic Cafe schwappen. Dann folgten, nach einer kleinen Umbaupause, endlich die Herren, wegen denen wir den Weg nach München auf uns genommen hatten. The Fog Joggers betraten die Bühne und ein Konzert voller Hingabe, Freude und guter Musik begann. Mit im Gepäck hatten sie ihr am 23. Mai erscheinendes Album "From Heart to Toe", aber auch auf ältere Songs mussten die immer mehr werdenen Zuhörer nicht verzichten. Der Titelsong des neues Albums war auch gleich der Song mit dem das Ganze begann, darauf folgte eine Mischung aus den beiden letzten veröffentlichten Alben und spätestens bei ihrem ersten Song als Band, "Autumn Girl", waren alle im Raum von Jan's Stimme und dem Zusammenspiel der vier Jungs gebannt. 


Nachdem dem Publikum eine Zugabe nicht reichte und der Club nun auch immer voller wurde, was wohl an den partywütigenen Müchnern lag, spielten sie noch ein paar Hits, die unter anderem auch zum Mitsingen dienten. Leider muss man sagen, dass das Publikum nicht immer so aufmerksam und musikerfreundlich und leider gerade in den leisen Passagen, zum Beispiel bei Jans Solostück, immer laut am Quatschen war. Sehr schade! Auch manchen Kommentar hätte sich der ein oder andere sparen können, das allein schon aus Respekt den Musikern gegenüber. Alles in allem lässt sich dennoch sagen, dass es ein wundervoller Abend war und ich jedem nur empfehlen kann, das neue Album der vier Jungs aus Krefeld zu kaufen, ab 23. Mai im Handel.

Setlist: From Heart to Toe – Forever – Tonite – Saturday – Season – Real Life – Autumn – Friend – Hold on – Six Feet – Nowhere – Head – Waiting – Take away – Waterfalls – Stone - ...
(bericht: j. klien)

eingestreut (639): the hundredth anniversary


the hundredth anniversary stammen aus brighton, firmieren als der vierer, der sie sind, seit januar 2012 und haben jüngst einen neuen release an den start gebracht. die "wreckers " ep erschien im märz. sie wurde mit rory attwell eingespielt und mit hilfe von odd box records veröffentlicht. zuvor war es der band gelungen, eine splitkassette herauszubringen (mit dabei tyrannosaurus dead und gum), das war 2012. die erste single erschien ein jahr später.  tiny lights zeichnete damals für den release von "the jump" verantwortlich. ein weiteres jahr verging und die band wurde zu einer daytrotter session geladen. nun also das neue gerät.

ein helles gesangsorgan, das sich mutig am an kümmernissen reichen bass abturnt, an geschliffener gitarre, am fingernägel knabbernden drumming. zwischen shoegazer und new wave changierend, entsteht eine atmosphäre einer um helligkeit kämpfenden düsternisbrigade. die genreeinordnung fiele vermutlich richtig noisepop. die fünf neuen tracks ließen sich leichterhand dort subsumieren.wunderbar der auf langeweile getunte gesang, ein schlagwerken, dass nachschleichend um halt sucht, die pfeilschnellen gitarrenspuren, die kreuzen. 

Samstag, April 19, 2014

eingestreut (638): the fire harvest / reiziger


nun kann man zum record store day stehen wie man will, auch wir hier sind zweigeteilter meinung, aber der eine oder andere schönling ist unter den extra zu diesem tag veröffentlichten releases schon dabei. wir nutzen deshalb die gunst der stunde und möchten Euch auf die splitsingle aufmerksam machen, die the fire harvest und reiziger herausbrachten. die niederländische und die belgische formation kannten sich bereits eine weile und stellten beim gegenseitigen bestöbern der plattensammlung fest, dass man musikalisch gar nicht so weit auseinander ist. zudem verbindet die jungs, dass sie sich mit haut und haaren der d.i.y. tradition verschrieben haben. so war der schritt zu einer gemeinsamen veröffentlichung nicht weit. darauf sind ausschließlich neue songs zu hören. wer beide bands noch nicht kennt, hat hier eine hervorragende einstiegsmöglichkeit. gerade the fire harvest haben es dem schreiber angetan, die unbotmäßige härte, die vom gedrungenen gesang aufgehalten wird, als wollte man sich noch etwas zeit abringen, um für den endzeitsprung vollständig gewappnet zu sein. zur veröffentlichung beigetragen haben die beiden labels subroutine und birch and broom.


neue töne (1380): matteo uggeri


leider weiß ich nicht mehr, wie ich auf matteo uggeri getroffen bin. der italiener hatte mich aber ziemlich schnell, ziemlich tief beeindruckt. verantwortlich dafür zeichnete sein aktueller release "untitled winter", welcher als erste offizielle veröffentlichung unter eigenem namen gelten kann, nachdem matteo zuvor allerhand kollaborationen beiwohnte oder unter anderem moniker aktiv wurde. auf "untitled winter" bietet uggeri eine so zahme wie tiefschürfende szenerie auf, dass es einem recht unheimlich werden kann. die intimität und konsequenz seines tonalen unterfangens ist ungeheuerlich. das sämige und doch unstrittige, weil zielgerichtete klangabenteuer hinterlässt spuren. die gesponnenen fäden ziehen sich noch lange durch die hirnwandungen des hörers. die malerischen landschaften, die nur sacht nach und nach getüncht werden, entstehen wie von selbst vor dem geistigen auge und bieten sich in mediativer weise dar.

zehn tracks umfasst der release, welcher am 19. märz auf scissor tail veröffentlicht wurde. die beiden, man möchte sie haupttracks nennen, nehmen mit neun bzw. gut zehn minuten den meisten raum für sich in anspruch. der soundtüftler aus mailand sucht mit ihnen weniger den linearen fluss, als dass er bereit ist, ein delta vor den ohren seiner hörer auszubreiten. aus dem hauptarm erstrecken sich immer mehr nebenflüsse, so dass man auf wanderschaft an den ufern unterschiedlichster gewässer gehen kann. in der konsequenz aber erfolgt rückführung zum strom, zum einst aufgenommenen thema. neben der laptoparbeit des hauptakteurs kommen piano, gitarre, drums, cello, trompete und orgel seiner mitstreiter zum einsatz. der organische sound ist bei aller spröde die eigentliche überraschung und verhilft dem release zu besonderer größe.

zur biografischen ergänzung sei angefügt, dass matteo mit dem kollektiv meerkat an ambienten strukturen arbeitete, an concret music mit m.b. oder fhievel, an ebm mit telepherique, an elektroakustischem mit andrea ferraris und mujika easel und anderen sowie an folk mit bob corn. daneben ist er mitglied der vier mann band sparkle in grey. wenn er nicht unter eigenem namen aktiv wird, kann man ihn auch als der einzige oder hue zu gehör bekommen.

Freitag, April 18, 2014

neue töne (1379): centerland (ost)


es ist eine dieser geschichten, die man zunächst für eine mär hält. so unwahrscheinlich, so unglaublich klingt sie. dass jemanden, und wir sind damit ganz am anfang dieser geschichte, die sehnsucht verfolgt, einen science fiction film zu drehen, ist nicht weiter großes aufhebens wert. dass diesem jemand die mittel dazu fehlen, noch viel weniger. dass sich dieser ungenannte dann aber auf macht, alles andere, was einen richtigen film ausmacht, zu erstellen, um damit die existenz seines traums wirklichkeit werden zu lassen, das ist etwas besonderes. und so darf man sich dank jellyfant records mit "centerland" in ein ganz eigenes abenteuer stürzen.

"centerland", so also der name des ungedrehten streifens, wird vor dem auge des betrachters in höchst professioneller weise umgesetzt. ohne an dieser stelle auf inhalte einzugehen, kann sich der adressat mit anspruchsvollem material eindecken, vom in eine pressemappe eingehülltem plakat über ein storyboard bis hin zu einer beschreibung des films nebst umfassendem interview mit dem regisseur. am ende wird er an den soundtrack gelangen, der die ungewöhnlichkeit des unterfangens neuerlich unterstreicht. ob man nun die zwanzig songs auf diesem sampler oder aber den film zum hauptgegenstand dieser veröffentlichung erhebt, am ende muss der hörer/betrachter entscheiden, wie er die einzelnen puzzelteile des experiments zusammenfügt.

auf dem hervorragenden soundtrack findet sich namhaftes wie thisell, the great park, allysen callery oder björn kleinhenz neben zu entdeckendem ala divandread, gothic tropic, the new lou reeds oder volvopenta. dem cinematographischen vergnügen tut keines der lieder einen abbruch. im gegenteil, wer sich die story lesend durch die vielen lieder arbeitet, wird sich seinen ganz eigenen film kreieren können. neben dem charme, den dieser release in all seiner detailverliebtheit mitführt, fällt die güte, die qualität auf. allein die tatsache, dass ein großteil der songs extra für diesen "soundtrack" geschrieben wurde, steht für sich. 

wer sich auf dieses science fiction abenteuer einlässt, es wurde im dezember in einer 500er auflage veröffentlicht, wird es nicht bereuen. die reise nach "centerland" hat etwas von unendlichkeit.



Tracklist
Divan Dread - Nel Cuori il Mezza (Centerland Theme) 
Thisell - A Town Of Windows
Gothic Tropic - Flesh Dance
Ship Of Ara/Eenog Monolog - Eenog Monolog Pt. 1
Music For Dead Birds - Four Years From Now
Chris Brokaw - Centerland Mix 2
The New Lou Reeds - Headed For A Felony
Eenog Monolog Pt. 2
Björn Kleinhenz - The Beard Man
Hugovinnias Crackpots - Bad Roads Ahead
Ghost Valley Choir - This Doesn’t Really Count As An Excuse But It Sounds Neat
Renee Radermacher - City At The Boarder
Raskopp/Mia - Asbestos 
Allysen Callery - Beard 
Volvopenta - Central Human Unfried Me
Protassov - H22-59
Trigger Happy Jane with Blind Joe Black – Wildwood Flowers
Teeel - Chrystal Lake
The Great Park - The Line She Windes Around The Black Forest Pines
Ed Askew - Sentimental Journey

Donnerstag, April 17, 2014

neue töne (1378): thisell


der sound ist warm und rund und irgendwie von freundschaftlichen gefühlen getragen. die vertrautheit, die sich unvermittelt herstellt, wirkt von anfang an unerschütterlich. eine feste, wie sie nur in seltenen fällen überdauert. der witterung preis gegeben, fängt sie sich bereits früh erosionsschäden ein. doch mit thisell scheint das anderes. vielleicht weil die atmosphäre viel mehr atmung zulässt, als es die fest gewirkten arrangements auf den ersten blick erahnen lassen. da sind die dumpfen drums, die aus dem background heraus stampfen, da ist der gründende bass, da sind die violine und die lap steel, die wohlfein ornamentieren, da sind piano und die orgel, den verwehten melodien den zauber verleihend. und schließlich singt da ein peter thisell mit einer an brüchen reichen und doch empathischen und seelenvollen stimme, immer wieder begleitet von stützender vokalharmonie.

da die band bereits im vergangenen jahr den neuen longplayer eingespielt hat, befassen wir uns noch immer mit dem erstling, "I" getauft, der 365 tage zuvor auf die selbe weise erstellt wurde. eine woche zog man sich in die schwedische idylle, in ein rot getünchtes haus zurück und gab sich den ganz eigenen freuden des gemeinsamen musizierens hin. die alte schule in lur war seit jahrzehnten nicht mehr in gebrauch und wurde von thisell und den seinen nur so weit hergerichtet, dass dem schlichten musik machen nichts mehr im wege stand. außer kabel, musikinstrumente, die reste des letzten abendessens, die schlieren verzierten weingläser, die braun geränderten teetassen. kann es eine schönere atmosphäre geben, um dem nachzugehen, was einem am liebsten ist?

jeder der acht tracks auf "I" zeugt davon. hier fassen sich gleichgesinnte bei den händen und ergänzen sich, um in teilhabe ein ganzes zu erstellen, das nur so gut sein kann, wie die summe seiner teile. ein belebtes gewerk, das nie um stabilität ringen muss, weil die fundamente tief in die erde gelegt wurden. auf die verzückung von mumford and sons und das hymnische moment der fleet foxes verzichtend, besinnt sich die truppe um peter thisell, zu der u.a. auch björn kleinhenz gehört, auf ihre stärken. handwerkliches geschick, dem hin und wieder eine ausfahrt gewährt wird, um alsbald wieder zusammenzuführen, was zusammengehört, sowie innigkeit, die sich vor der blümeranten herzensschwere zu schützen weiß.

nun, "I" ist in gewisser weise bereits geschichte, denn das neue album klopft bereits an die tür. es wird voraussichtlich im februar des kommenden jahres erscheinen. doch zu feiern gab es dieser tage auch etwas, denn thisell konnten beim holländischen label continentel recors services einen deal über drei alben abschließen. die company wird auch das erste album noch einmal auf cd herausbringen. natürlich bleibt das hochsympathische jellyfant schallplatten im rennen, um den vinylbedarf abzudecken.

Mittwoch, April 16, 2014

glotzt nicht so romantisch (562): ummagma


im januar hatten wir das ungewöhnliche duo bereits erwähnt. dies blieb seitens der kanadisch-ukrainischen kollaboration nicht unbeantwortet. so lud man uns ein, die premiere ihres neuen videos zum track "the road to lees" mit zu unterstützen. wir veröffentlichen nun also neben neunzehn anderen blogs in dieser welt den soundcloud link und das dazugehörige video. es ist bereits das dreizehnte offizielle video, das die band neben ihren bereits zwei longplayern veröffentlicht hat. die visualisierte umsetzung halten ummagma für nicht unwesentlich, um sich ihrer musik zu nähern. mit neuen veröffentlichungen ist noch in diesem jahr zu rechnen. am 16. mai wird zunächst die "lame remixes" lp erscheinen.



Dienstag, April 15, 2014

ein (p)fund mp3 (468), teil 2

hüsker dü, sugar zu nennen, bringt so manchen slacker in bewegung, nicht zuletzt, weil deren vorstand immer noch am ball ist, mit "beauty and ruin" bringt er am 06. juni auf merge records ein neues album heraus, kompromisse machen andere: bob mould:


"it's not a cross, it's a curse!" heißt der neue output der superfleissigen math, postpunk band aus hamilton, kanada, die im vergangen jahr eine single, einen kassettenrelease, eine splitsingle und einen beitrag für eine compilation an den start brachte (wir berichteten vor geraumer zeit): wtchs:


mit "soon" gibt es einen ersten ausschnitt aus dem album "everything is up", welches im mai via siluh records erscheinen wird, der fünfer aus wien hat alles, was man für eine große karriere braucht, jetzt fehlt wohl nur noch glück (und ein bandname): m185:


als selfrelease wird das album "tracts" am 06. mai erscheinen, der artrock fünfer aus austin setzt zunächst auf simples, weitet dieses zusehends aus und stellt schließlich eine komplexe wie zugängliche musik zur schau: equals:


unglaublichen zuspruch erfährt der junge londoner musiker, über den wir hier geschrieben hatten, bereits, am 21. april erscheint seine debütsingle auf transgressive records, auf der william blake rezitiert: cosmo sheldrake:


eine der selteneren folkway lps wird zum record store day neu herausgebracht, "the end of an old song" des folksängers aus north carolina aus dem jahr 1975 (die aufnahmen liegen zumeist ein weiteres jahrzehnt zurück) ist mehr als eine beachtung wert: dillard chandler:

ein (p)fund mp3 (468)

fussball fan ist diese band aus schweden vermutlich nicht, sonst hätte sie den namen noch einmal überdacht, der nachgestellte track stammt vom album "second launch", welches am 07. juni auf blackest ever black erscheint, ein guter einstieg in diese runde: bremen:


am heutigen 15. april erscheint auf pour le corps records das neue album des solokünstlers cole garner hill, der aus dallas stammende gibt mit "only child" einen ersten einblick in das mutige klangunterfangen von "nude", der neuen lp: pharmakos:


es ist das dritte album der band, "wayne interest" erscheint am 03. juni auf innovative leisure records, und wurde mit richard swift aufgenommen, seit ihrem debüt 2010 war die band mehr als fleißig, erprobte sich vor allem als livekapelle, kann man auch auf dem neuling gegentesten: tijuana panthers:


der bursche stammt aus san francisco und hat sich einer minimalen, souligen variante des american hope verschrieben, blues, native mysticism ergänzen, und wenn es reduziert bleibt, hat es etwas ganz besonderes, "don gato" heißt sein debüt: doncat:


noch im sommer wird ihr drittes album erscheinen, es wurde von tony hoffer produziert, der sich schon mit beck herumschlug, aufgenommen, in den highland park studios zu la, der erste song aus diesen session darf vorgestellt werden, etwas enttäuschend?: arkells:


pontiak
April 22nd - Heidelberg, Germany - Hael
April 23rd - Leipzig, Germany - UT Connewitz
April 24th - Schorndorf, Germany - Club Manufaktur
April 25th - Koln, Germany - Privat
April 27th - Krefeld, Germany - Kulturrampe