Mittwoch, Mai 04, 2016

ein (p)fund mp3 (529), teil 2

andy und james ralph nennen ihre musik ghettotech-scuzz-pop und haben unter diesem label gerade ein album herausgebracht, anfang april erschien "principal web" auf small plates, wir hören rein bei: writer:


das großartige "anklung song" stammt vom neuen album des wellingtoner kreativ-kollektivs, "brothers and sisters of the black lagoon" erscheint am 13. mai auf fire records, bis dahin: orchestra of spheres:


deutlich geruhsamer geht es bei diesem burschen aus golden in colorado zu, er hat gerade sein neues album herausgebracht, aus "some notion or novelty" gönnen wir uns zwei ohrenschmeichler, den rest kauft bitte: thomas hine:


definitiv mehr zeit bräuchte es für diesen jungen kerl namens konnor whitney aus vancouver, mit "goodnight" legt er sein neues album vor, das erste auf maple death records, wir hören mal rein bei: whitney k:


mit "lorelei" gibt es ein erstes zeichen vom am 03. juni auf glitterhouse records erscheinenden neuen album "carolina", schon im mai / juni ist die truppe um den charismatischen frontmann josh haden unterwegs, tourdaten siehe unten: spain:


spain
23.05.2016 DE - Bremen - Radio Bremen
24.05.2016 DE - Leipzig - Werk 2
25.05.2016 DE - Berlin - Privatclub
30.05.2016 DE - Hamburg - Knust
31.05.2016 DE - Dresden - Jazzclub Tonne
01.06.2016 DE - Offenbach - Hafen 2
05.06.2016 DE - Mannheim - Maifeld Derby Festival
18.06.2016 DE - Duisburg - Traumzeit Festival

ein (p)fund mp3 (529)

starker titeltrack vom kommenden album des mittlerweile als band agierenden projekts um den singer / songwriter trevor montgomery, gefühlig und doch kraftvoll mit einer sehnsuchtsbrise um die nase, das album erscheint am 03. juni auf western vinyl: young moon:


wesentlich rasanter meinen es diese drei herren aus brighton bzw. london, die mit ihrem debüttrack punkte sammeln wollen, drei gitarren und gemeinsames, vokales intonieren soll helfen: johnny kills:


schon die erste single war erstaunlich (jazz-gaze, you know), nun legt die mebourner truppe noch einmal mit "shake" nach, das debütalbum "dance moves" wird im laufe des jahres via deaf ambitions erwartet: cool sounds:


psychodelisch geht es hinfort mit diesem liverpooler fünfer, der sich nicht nur einen passenden namen gegeben hat, sondern auch eine extravagante debütsingle namens "one", das album wird sicher bald folgen: psycho comedy:


eine menge mehr glamrock, naja, jedenfalls heizen die jungs ordentlich ein und mausern sich single für single, wenngleich man hier schon reminszenzen entdecken könnte, entdeckt Ihr?, bis zum album ist es noch ein bißchen hin, ende des jahres, heißt es: acting strange:


die band stammt aus halifax und besinnt sich auf ganz entspannten rock 'n' roll, der kulminierte in einer frischen ep namens "goodbye something", veröffentlicht nachdem man bei madic records unterschrieben hatte, ein ausschnitt: walrus:

Dienstag, Mai 03, 2016

eingestreut (929): baby birds don't drink milk


in einer (p)fund mp3 ausgabe hatten wir im januar bereits auf die veröffentlichung von "burritos" verwiesen. nun sei dem vierten release der band baby birds don't drink milk genüge getan, in dem wir noch einmal in aller gebotenen kürze auf den würzigen acht tracker der band aus kansas eingehen. diese klingt wie woods hinter milchglas. ständig auf echo zwingt man sich leiernde gitarren, pulverisierten, mehrstimmigen gesang rein, nebst hymnischer melodien und verklausulierten arrangements. dass das nicht in die hose geht, ist nicht nur eine frage von glück oder zufall. hier wurde etwas zum prinzip erhoben, was vor allem der kontrolle bedarf. jugendliche unbedarftheit, die kanalisiert werden will. fast schon an der schnittstelle zum experiment schält sich aus einer vielzahl von strukturellen verwerfungen so etwas wie eine harmonie, die ein beat durch die gemengelage zu boxen scheint. an den rändern bilden sich plagueablagerungen, so dass der durchlass aufs engste zugeschnitten wurde. hindurch presst sich das elaborat einer erstaunlichen kollektivleistung. wenn es den begriff romantische disharmonie noch nicht gibt, möchte ich ihn hiermit erfunden haben, gebe aber gleichzeitig an baby birds don't drink milk ab.
"burritos" ist anfang märz via lillerne tapes bzw. fire talk records auf kassette erschienen.

Montag, Mai 02, 2016

neue töne (1624): tyler higgins


 wie wind nur die wipfel der bäume berührt, wenn er unbemerkt auf dem weg in eine andere zeit seine kreise zieht, zärtelt die e-gitarre hier als opener, denn zum abschied die stille. wenn töne nicht wie sand in der wüste in der tiefe verschwinden, sondern in sich ruhen dürfen, den moment kosten wie frischen nektar. wenn sie eine lebendigkeit erhalten, die nicht vom nächst folgenden kollegen absorbiert wird. "motel tv" birgt hoffnungen. mit "blood mood" legte tyler higgins am 16. april seinen neuling vor, der bestätigt, was der auftakt versprach. vom bluesinspirierten und minimalismus dominierten sowie dem fingerpicking die ehre erweisenden "lonely and blue" aus dem august des vergangenen jahres (auf scissor tails) bis zum aktuellen werk ist es nicht so weit. auch wenn heuer die etwas treueren klänge gefragt sind. konstant ist die gebündelte energie, das freie aufspiel, die blendende note. umrahmt wird tyler higgins arbeit von paul stevens drumming, oft schiebt er nur seinen besen über die felle, und von ellen higgins gesang, den auch sie nur sparsam beifügt.
nicht weniger neu sind der einsatz von harmonica, mellotron oder chamberlin, die allesamt von tyler geführt werden. zum narrativen fügt sich das konspirative, weil schemenhafte, umrahmende.

üner zwölf tracks gelingen dem amerikaner ganz besondere stimmungen. anmutige, melancholische, tragische. es bedarf keiner worte, um hier nicht von ahnungen sprechen zu können, von bildern im kopf, die sich zu filmen zusammen reimen.
"blue mood" ist eine hinführung, ein erstes antasten. an sich selbst genügende musik, die nicht den puls der zeit erfassen muss, die nicht den musiker ins rechte licht rücken muss, die auch abseits einer chronologie bestand hat.

Sonntag, Mai 01, 2016

zu gehör getragen (203)

bonnie 'prince' billy – pond scum (2016) 
> den pretiosenzauber hätte man ruhig bis zum exzess treiben können, denn die paar songs machen noch lange keinen frühling, jedenfalls keinen, in dem die dreieinigkeit john peel – bpb – sessions eine angemessene würdigung fänden, 4/5 

animal collective – painting with (2016) 
> hier knallt der kreative output des eh schon hyperaktiven ensembles mal so richtig durch die decke, spannend wird es nur dann, wenn dem jeweiligen arrangement die hammelbeine langgezogen wurden, leider zu selten geschehen, 2,5-3/5 

kevin morby – singing saw (2016) 
> anmut und wärme sind nicht überzogen, stärke durchwirkt das album, das sich vor wiederholungen zu schützen weiß, der narrativen momente sind genügend vorhanden, um den kerl von woods und the babies auch hier neu zu entdecken, 4-4,5/5 

circle bros – rust (2016) 
> das klangsortiment dieser veröffentlichung ist offen und doch voller strukturnahme, dem zufall ist nur wenig raum gegeben, irgendwo zwischen experiment und wohltemperatur zersplittert das tafelsilber, labelbetreiber und musiker wim lecluyse sei dank, 4/5

eingestreut (928): rancho relaxo


auf wrong way records erscheint dieser tage ein sehr unterhaltsames album endlich auch auf vinyl. es hört auf "whight light fever" und lässt damit zumindest ein wenig seine herkunft erahnen. rancho rleaxo hießt die band, die das album zu verantworten hat und sie stammt aus norwegen. die truppe bietet nach dem 2007er erstling "look at the wall" ein neopsychedelisches kaleidoscop auf, das alle farb-und musterkombinationen aufzubieten hat, die man zwischen fuzzy gitarren, aufgeladen flippigen melodien und kraftvoller rhythmusarbeit entdecken will. die harmonien flirren von der orgel wie aufgescheuchte vögel aus dem kirchenfirst, gedämpft pulst das drumming, in die echowand lassen sich vokale einbinden. weniger als atemlos. stets auf dem stillen grat von manie und depression wandelnd, dabei schillernd und verlockend. geht. hier midtempo, dort volles rohr, dann wieder unter schalmeien begraben. vital ist gelinde untertrieben.
ein ausschnitt, den rest findet Ihr auf bandcamp, sowohl bei der band, als auch auf labelseite.

Samstag, April 30, 2016

eingestreut (927): konzerte münchen mai 2016


die livepräsenz von bands bzw. künstlern hat an bedeutung gewonnen. dem wollen wir gern rechnung tragen, indem wir immer mal wieder etwas deutlicher hinweise auf entsprechende veranstaltungen geben. das können tourdaten einzelner künstler sein, aber auch wie heute übersichten nur für eine stadt. dass uns münchen dabei am herzen liegt, dürfte auf der hand liegen. gleichsam bemühen wir uns nicht um einen kompletten überblick, sondern picken uns die perlen heraus. wenn Ihr etwas ergänzt haben wollt, gebt bescheid oder nutzt die kommentarfunktion. (und bitte, verlasst Euch nicht auf die angaben hier, sondern lasst sie Euch vom veranstalter vorab bestätigen, danke!)

01.05. itziarren semeak u.a., marienplatz
01.05. viech, milla
01.05. autozynik, substanz
01.05. aurora, freiheiz
02.05. magnum, ampere
02.05. the crookes, milla
02.05. birdy, muffathalle
03.05. shakey graves, ampere
04.05. frameless07, mug im einstein
04.05. wolves den u.a., sunny red
04.05. four year strong, strom
04.05. telegramm, milla
04.05. hochzeitskapelle, polka
04.05. the marble man, glockenbachwerkstatt
04.05. fly magic, unterfahrt
04.05. the rancors, kafe marat
05.05. charlywood, bar gabanyi
05.05. roger jannotta & thorsten klentze project, unterfahrt
05.05. surfer joe and band, import export
06.05. fm einheit und andreas ammer, muffathalle
06.05. mary ocher u.a., muffatcafe
06.05. kenny werner trio, unterfahrt
06.05. random order / a*, sunny red
06.05. pantha du prince, kammerspiele
06.05. no weather talks u.a., kafe marat
06.05. ask vm, import export
07.05. shantel & bucovina club orkestar, muffathalle
07.05. okta logue, milla
07.05. mighty mocambos, glockenbachwerkstatt
07.05. the dark side of gurdan thomas, import export
07.05. totälickers u.a., kafe kult
07.05. lakecia benjamin, unterfahrt
08.05. johnny carbonaras, import export
08.05. strafplanet u.a., kafe marat
08.05. me and marie / pascal gamboni, milla
09.05. kafvka / bad cop/bad cop, kranhalle
09.05. electro deluxe, ampere
09.05. the coathangers, strom
09.05. max prosa, milla 
10.05. lotta sleeps / the moonband, kranhalle
10.05. mac miller, muffathalle
10.05. wolfmother, kesselhaus
10.05. nuage & das bassorchester, glockenbachwerkstatt 
10.05. orkesta mendoza, ampere
10.05. 1000 gram, strom
10.05. lucky chops, technikum
10.05. jonathan kreisberg quartet, unterfahrt
11.05. my bubba, kranhalle
11.05. arliss nancy, sunny red
11.05. leonie singt, glockenbachwerkstatt
11.05. dma's, strom
11.05. kompost 3, unterfahrt
11.05. organ explosion, cord
12.05. spacepilot, import export
12.05. jeffrey lewis & los bolts u.a, kafe kult
12.05. close talker & yes we mystic, milla
12.05. getting private in public, glockenbachwerkstatt
12.05. black patti, bar gabanyi
12.05. the underground youth, kranhalle
12.05. motorpsycho, backstage halle
12.05. the dirty nil, orangehouse
12.05. organ explosion, cord
13.05. charlie puth, technikum
13.05. the rocksteady conspiracy, import export
13.05. zona 84, kafe kult
13.05. zoo escape u.a., glockenbachwerkstatt
13.05. fei scho, milla
13.05. tingvall trio, unterfahrt
13.05. rapid / the capitols, marienplatz
14.05. ry x, hauskonzerte
14.05. columbo / spitting nails u.a., kafe kult
14.05. theatron pfingstfestival, olympiapark
14.05. kellerratten u.a., glockenbachwerkstatt
15.05. toundra u.a., kranhalle
15.05. the wild feathers, muffatcafe
15.05. william's orbit, strom
15.05. theatron pfingstfestival, olympiapark
16.05. hildegard von binge drinking, sunny red
16.05. embryo, substanz
16.05. the aggrolites, kranhalle
16.05. coldrain, strom
16.05. theatron pfingstfestival, olympiapark
17.05. giggs, ampere
17.05. dirk darmstädter u.a., milla
17.05. aufbau west, glockenbachwerkstatt
17.05. sarah neufeld, unterfahrt (soundbsp.)
17.05. hans solo, trachtenvogl
17.05. mumford and sons, olympiahalle
18.05. jonah, ampere
18.05. angela aux, kammerspiele
18.05. kazam davis u.a., sunny red
18.05. elysian fields, milla
19.05. rainer von vielen, hansa 39
19.05. the wood brothers, ampere
19.05. abstürzende brieftauben u.a., kranhalle
19.05. robin mckelle, unterfahrt
19.05. pourelise / jordan prince, import export
19.05. zebrathought, glockenbachwerkstatt (soundbsp.)
19.05. florian brandl quartett, bar gabanyi
20.05. munich rocks, ampere
20.05. holiday inn u.a., kafe kult
20.05. thränenkind u.a., kafe marat
20.05. seafret, strom
20.05. agua verde, import export
20.05. honey u.a., glockenbachwerkstatt
21.05. talking to turtles, ampere
21.05. the jackets u.a., milla
21.05. verdena, orangehouse
21.05. todeskommando atomsturm, kafe marat
22.05. alkinoos ioannidis and band, ampere
22.05. klaus johann grobe u.a., milla
22.05. the coronas, strom
23.05. brkn, milla
23.05. cassettes u.a., glockenbachwerkstatt
24.05. mikroboy, kranhalle
24.05. lage lund trio, unterfahrt
25.05. stray colors, vereinsheim
25.05. gunnar geisse, milla
25.05. luh, strom
25.05. yes, circus krone
26.05. matze rossi, ampere
26.05. torpus and the art directors, hansa 39
26.05. joco & woods of birnam, milla
26.05. the great park, bar gabanyi
26.05. lucia cadotsch, unterfahrt
27.05. spills, kafe kult
27.05. the dead brothers, milla
27.05. kirk knuffke trio, unterfahrt (soundbsp.)
28.05. john dear, import export
29.05. tortoise, hansa 39
29.05. freddie gibbs, technikum
30.05. sarah blasko, kranhalle
30.05. abwärts / der rest, hansa 39
31.05. skinny lister, kranhalle
31.05. the burning hell u.a., milla
31.05. bleached, strom (soundbsp.)

Freitag, April 29, 2016

neue töne (1623): eleanor murray


auf dem portlander kassettenlabel antiquated future records lassen sich aktuell vielerlei feine releases finden. ich möchte an dieser stelle eine ältere aufnahme von david thomas broughton ins spiel bringen, aber auch gleich hinüber zu eleanor murray aus olympia im staate washington hüpfen, denn die bringt es ganz frisch gleich auf zwei tapes. sie legt mit "jazz demos" und "lost songs" vor. dies sind seit 2013 die ersten verlautbarungen: seit ihrem damaligen release "bury me into the mtn.". in der zwischenzeit vertrug sie sich mit dem eher dancepoppigen projekt cavegreen.

die "jazz demos" sind weder jazz, noch dass sie demo-charakter trügen. doch sie sind jazzy und sie haben eine klarheit, die oft ausführlichen studioproduktionen abgeht. sechs tracks bietet murray auf, die sich auf eine samba-lichtung führen lassen, auf der die gitarre das geleit gibt. eleanor murray, die für den kompletten produktionsprozess verantwortlich zeichnet, führt die stimme in zwangfreien kolloraturen durch herrenlose gefilde. diese eleganz wird durch dynamik und energie getoppt.

fast noch eine ecke schöner klingen die elf tracks auf "lost songs". die bis dato unveröffentlichten pretiosen gelingen wie ein vogelaufschwung aus der geöffneten hand. linkisch die ersten bewegungen und dann wie von gott geführt mit befreiendem schlag und mit sicherheit. die junge musikerin weiß aus einer tiefe zu schöpfen, die unglauben macht. hier mit einer e-gitarre, dort akustisch bewaffnet, stets mit einem gesangsorgan bewachend, das die töne nicht einfach auslässt, sondern sie auf eine reise mit mission schickt. das kann anrührend sein, melancholisch, zart, aber es kann auch ein abenteuer bedeuten, den überraschenden wendungen zu folgen, den unvermutet auftretenden forderungen.

man wollte nicht darüber sprechen resp. schreiben, weil sonst vielleicht der zauber zerstört würde? wollt Ihr reinhören?