Freitag, Juni 24, 2016

glotzt nicht so romantisch (696): karl blau


keine ahnung warum. aber wir haben uns karl blaus neuestes elaborat aufgehoben. seit dem 13. mai auf dem markt, hat "introducing karl blau" schon einige wellen geschlagen. zu recht. klar. denn wann hätte der typ schon mal miserables angeboten? hier also tritt er mit coverversionen an, die von tucker martine produktionsüberwacht wurden und einige prominente gastauftritte zu verzeichnen wissen, laura veirs etwa oder eli moore von lake oder jim james von my morning jacket. da taucht gemeinsam auf, was längst zusammen war. nur ist dieser herr blau geraume zeit im nebulösen gewandelt. "fallin" rain" ist ein sehr schöner einstieg in das abum, der link wray tune auf überzeugenste und zugleich wertschätzenste weise dargeboten.
hey, vielleicht wird karl blau ja noch (endlich!) berühmt!

Donnerstag, Juni 23, 2016

eingestreut (649): supermoon


unbedarft schlingernde melodie, angehängt an kleinmädchenattitüde, etwas irrig das pianospiel. schön breit gefächert das drumming, ein puls, der belebt. die melodie im pop verankert, das gerüst ließ sich aus dem spielgzeugland entlehnen. herrlich wie im psychedelischen desaster diese nummer ein rühmliches ende findet.
"playland" heißt das aktuelle album des vierers supermoon aus vancouver. veröffentlicht wurde mitte mai auf mint records. verantwortlich zeichnen adrienne labelle, alie lynch, katie gravestock und selina crammond. sie entstammten jeweils anderen heimatkapellen, brachten vorerfahrungen mit. die acht tracks, die runtergehen wie öl, beweisen das.

Mittwoch, Juni 22, 2016

zu gehör getragen (204)

crystal soda cream – work and velocity (2016)
> ein mehr als gelungener zweitling der wiener band, die erneut mit kühler strenge agiert, ihre bezüge nicht verleugnet und dabei einen eigenen charakter wahrt, heuer ergänzt um gekonnt deutschsprachiges, 3,5/5

meilyr jones – 2013 (2016) 
> eine persönliche rückschau des the race horses sängers auf ein vergangenes jahr, erinnerungen, die süffig in popmoderne arrangements ala cat stevens getaucht und in gepflegter sprache und zuweilen gestochener stimme vorgetragen werden, 3,5/5

woodpigeon – trouble (2016)
> ein sehr vielschichtiges, intimes album liegt vor, dem es wahrlich nicht an dynamik mangelt, dafür sorgt eine illustre gästeschar, die dem kanadier zur seite stand, "trouble" oszilliert zwischen ambient-, art- und freefolk, 3,5/5

angela aux - wrap your troubles in dreams (2016)
> die grundstimmung aus seelenschmetter und dem drängenden bewusstsein, etwas entgegen halten zu können, ziert das neue album des wahlmünchners, das irgendwie aus der zeit ist, das zugleich einen charakter trägt, der vom überdauern erzählt, 3,5/5

eingestreut (648): grape room


wurmstichiger pop. elektrowusel. ein gesang, der sich keinerlei zweifelhaften prinzipien unterworfen sieht. lediglich der eigenen notation. so entsteht ein harmonie- und hookverliebtes stück musik, das einem comicstrip entlaufen sein könnte. doch das bunte und quietschige ist nur ein partikel dieser kompositionen. nie sollte man die wunderbaren melodien, die qualität der arrangements außer auge verlieren. hier wird zusammengesetzt, was scheinbar zusammengehört. der beat aus der dose, die synthiegewalt, die passionierten grooves, die streng angepasste stimme.
auf tonträger kommt das umschwärmte am 21. juni. "heart of gum" heißt die lp und ist nachfolger von veröffentlichungen auf feeding tube records und nna tapes. peter nichols steckt hinter dem projekt grape room, das nun erstmals auf nicey music veröffentlicht.

die musikalische ausrichtung kommt vielleicht nicht von ungefähr, wenn man bedenkt, dass nichols eine lange zeit in dem bergstädtchen brattleboro verbracht hat. hier wurden schon andere entdeckt, bezeichnend: chris weisman, the lentils, blanche blanche blanche... mittlerweile aber ist grape room in los angeles beheimatet, vielleicht deshalb auch die neue rauheit, diese existentielle tiefe in den texten. hört selbst mal rein. den einkauf bitte hier tätigen.

Dienstag, Juni 21, 2016

neue töne (1642): jerry paper


bayonet records hatte mitte juni ein album an den start gebracht, welchem wir hier einen kurzen augenblick des durchatmens gönnen wollen. mit "toon time raw!" legte jerry paper sein mittlerweile siebtes album vor. das musikalische urvieh, der tausendsassa in sachen komposition und songwriting suchte diesmal die verbandlung von echtem instrumentarium mit seinem arsenal an sythesizern und anderem elektrowerkzeug, mit dem man die realität nachstellen kann. das gelang insofern auf erstaunliche weise, als dass er gleich mal eine komplette begleitband an den start brachte. das jazz outfit brilliert unter dem moniker easy feelings unlimited.

hinter jerry paper steckt lucas w. nathan, der es im internet dank seiner aufreibenden musikalischen pionierarbeit zu einer art ruhm gebracht hat. er befleißigte sich stets starker popmomente, aufgehübscht an midisounds mit keyboardattacken und seiner fürwahr angeregten stimme. dass sich dies diesmal zu einer etwas organischeren angelegenheit entwickelt hat, liegt sicher auch an der hinzugezogenen band, die hier ganz starke und zum teil bewegende augenblicke hat. wenn man denn auch wirklich extrahieren kann, was von wem kommt? jerry paper ist schon ein verwegener. und wir vermuten mal, dass sich hinter der truppe badbabnotgood verstecken. würde sinn machen,.

das album gleicht einem ritt durch einen comicstrip. dessen charaktere werden real, ihre probleme nähern sich den unsrigen. die musik schöpft aus einer tiefe, die nur durch die vermeintliche leichtigkeit der in frischen farben gehaltenen figuren gekontert wird. Ihr solltet das mal ausprobieren. wir hier im klienicum nutzen die frei entfaltete musik, um dem schnupfen beizukommen, der sich dieser etwas zu frischen und vor allem verregneten tage wegen breit machen konnte. hilft.

Montag, Juni 20, 2016

neue töne (1641): alasdair roberts and james green


für den 01. juli ist dieser wunderbare release terminiert, der via clay pipe music die beiden außergewöhnlichen musiker james green und alasdair roberts zusammenführte. letzterer erzählte die geschichte, dass sich ersterer irgendwann bei ihm gerührt hätte. mit dieser idee. ein paar lieder gemeinsam zu gestalten. wenn sich der staub der unruhigen tage mal gelegt hatte. roberts kannte green etwas. man begegnete sich bei aufnahmen von dessen band the big eyes family players. aufnahmen zu "folkg songs 2" standen an und alasdair roberts half mit seiner stimme etwas aus. er wusste zudem, dass james green jener bursche war, der dieses eigenartige instrument, die harmonieflute, einen zwitter aus harmonium und akkordeon, führte.

roberts war durchaus zu einem gemeinsamen projekt bereit. er hatte gerade "a wonder working stone" im kasten und einige songs waren über geblieben, vier, die er ins auge fasste. per email sandte roberts also die gesungenen parts dieser stücke an green. diese surreale vorgehensweise wurde alsbald aufgelöst, um einige facetten mehr ergänzt. alasdair roberts schickte noch mehr songideen, unter anderem auch von anderen schreibern, darunter der irische dichter thomas moore, der volkskundler hamish henderson und viele andere mehr. green wiederum schickte sich an, in musikalischer hinsicht daranzugeben, nahm schlagzeug, gitarre und anderes mehr auf. aus diesem einvernehmlichen zusammentun wurde schließlich eine freundschaft. roberts schickte alsbald nicht nur seine gesangsspuren, sondern hängte den emails seine ganz persönlichen sorgen an, als hätte er einen betbruder gefunden. green antwortete, schickte komplettierte soundspuren zurück, nebst seiner meinung zu politischen tagesereignissen (ganz im einklang mit der persönlichen pein seines gegenübers).

elf tracks sind denn schließlich auf  "plaint of lapwing" enthalten. die nachgestellten zwei tracks erzählen von der möglichen bandbreite. die schlichtheit und der austarierte charakter von "the left hand man" sowie die fabelhafte freude von "the wronged blacksmith", beide dominiert von alasdair roberts gutturaler stimme, getragen von der musikalischen reife dieser kongenialen partner.
die erste ausgabe dieses wohlfeil gestalteten vinylprodukts ist bereits vergeben, aber eine neue 500er auflage steht zum kauf bereit. bitte beeilen.

Sonntag, Juni 19, 2016

ein (p)fund mp3 (532), teil 2

er stammt aus australien (da ist aktuell echt ne menge los), wohnt aber in berlin und bringt mit "the absolute" eine neue single an den start, die unter anderem auf eine kommende ep vorbereiten soll: jackson dyer:


das londoner duo taugt uns einfach, deshalb schicken wir auch diesen albumboten auf die reise, "i found my limit" macht neugierig auf das am 27. august auf whipped cream recors erscheinende debütalbum "suppose": blue house:


hatten wir tatsächlich noch nicht drauf verwiesen, schande, anfang juli erscheint ihr fünftes album "the moved in shadow all together", daraus gibt es "frozen garden" zu hören, wenn Ihr es nicht bereits kennt, die dame muss ich eh nicht vorstellen: emily jane white:


gute grundlage, wenn man die tochter einer japanischen dichterin und des sängers paul rodgers (free, bad company, queen) ist, doch sie geht einen eigenen weg, hier ein ausschnitt aus ihrer doppel-a-seiten-single: jasmine rodgers:


schön hemdsärmlig, vorstellen können sie sich dann selbst auch: "garage rock made by two guys in the middle of no where. john plays drums. doc plays bass.", zwei singles haben sie am start, bitte sehr: jill:

ein (p)fund mp3 (532)

suicide squeeze records veröffentlichte am 17.juni das album "gift of life" der postpunker aus seattle, wir geben mal nach und weihen Euch mit "public act" ein: violent human system (vhs):


hatten wir erst neulich in der mache: "was für meine romantische seele: sie geht ihr debütalbum an, vorschusslorbeeren sind erwünscht, die erste singleauskopplung ist aber auch zu schön, "hold your mind" wird dann das schmuckstück in voller länge heißen und auf bullnose hoops records anfang juli erscheinen", nun die nächste single: bess atwell:


da kommen zwei releases, zunächst ende juni eine ep, allerdings unter selben namen dann auch das neue album im september: "delivered", verantwortlich fühlt sich fire records: scott & charlene's wedding:


seine debüt ep legt dieses trio aus melbourne vor, nachdem man bislang zwei singles an den start gebracht hatte, den opener legen wir hier auf, den rest gibt es seit dem 09. juni via deaf ambitions: tourist dollars:


der singer/songwriter mit nachfolgendem track stammt ebenfalls aus australien, er legt mit seiner neuen single für die zweite ep seiner karriere namens "this isn't how you get home" auf, "cup" für Euch: calan mai:


mit seiner ersten single geht er zurecht hausieren, "relatively permanent" wird auf dem am 19. august auf barsuk records erscheinenden "golden age" album enthalten sein, der rest dann also später: chris staples: