Montag, April 24, 2017

ein (p)fund mp3 (547), teil 2

feiner stoff mal wieder aus griechenland, direkt aus athen kommt uns das zweite album "hotshots" der band entgegen, das qualitätslabel inner ear records hat das gerät auf den markt gehievt, jetzt seid Ihr dran: whereswilder:


starkes neues material von der musikerin aus vancouver, mit "crickets" legt sie in bälde ihr siebtes album vor, experimental folk, chamber pop, was auch immer, stets an den zentren der empfindsamkeit, wir dürfen hineinhören: ora cogan:


die achtköpfige band aus brooklyn bietet post-minimalist-baroque-folk-rock auf und zudem mit "gently among the coals" ihren erstling im selfrelease, veröffentlichung mitte mai, wir testen mit Euch an: threefifty:


ein feines debüt legt der junge man aus liverpool vor, erscheinungstermin war bereits der 07. april via the label recordings, interessant, dass an dieser stelle bereits namen wie the beta band auftauchen: ali horn:


der japanische vierer drängt mit seinem siebten album "nyctophilia" seit anfang april auf den markt, mittlerweile wurde bereits der uk mit tourdaten beglückt, zeit wird es, dass auch good old germany dran ist, hier der frischeste singleerguss: taffy:

ein (p)fund mp3 (547)

das besondere, atmosphärische bekommst du beim jungen burschen aus newcastle garantiert mit geliefert, hier mit neuer nummer zur amsterdamer flaniermeile im grünen, seit mitte april gibts eine neue ep auf tipping point records: jake houlsby:


das trio aus la legte gerade ganz frisch eine erste ep vor, "ram jam" lässt keinen zweifel daran, dass man sich auf "pinky pinky" freuen kann, denn es hat garstige vorbilder, die stets die kurve richtig, denn mit dynamik und druck bekommen: pinky pinky:


gern heben wir auch john andrew fredrick aufs tableau, der nicht nur ping pong spieler ist, sondern musik macht, bücher schreibt und darüber referiert, mit seinem neuesten hieb hat er immerhin sein fünfzehntes werk an den start gebracht, bekannt als: the black watch:


die truppe stammt aus leeds und hat sich dem shoegaze verschrieben, das kann gefahrlos passieren oder aber wie in diesem fall durchaus mit risiko, verwandte könnten wir dennoch benennen, Ihr auch?, die neue single heißt echoes, anbei: colour of spring:


die aktuelle ep hört auf "made simple" und erschien am 14. april, ganz so einfach macht es sich das londoner quartett aber nicht, im gegenteil, und das epische "dust" sollte dies beweisen, "post apocalyptic indie-jam" nennen es: childcare:


ein spannendes debütalbum namens "wild fiction" brachte der junge produzent, komponist und musiker aus el salvador an den start, die kreuzung aus verschiedensten stilen hat vor allem in diesem track funktioniert: ar ferdinand:


Priests
06.06.17 Esslingen (DE), Komma
07.06.17 Darmstadt (DE), Oetinger Villa
08.06.17 Hamburg (DE), Hafenklang
09.06.17 Dresden (DE), Scheune
10.06.17 Berlin (DE), Torstrassenfestival
28.06.17 Zürich (CH), Rote Fabrik
29.06.17 Leipzig (DE), Spelunke
04.07.17 Trier (DE), Exhaus
05.07.17 München (DE), Unter Deck
06.07.17 Wien (AT), Rhiz

Hand Habits
25.04.17 Berlin (DE), ACUD
03.05.17 Zürich (CH), Rote Fabrik
04.05.17 Nyon (CH), La Parenthèse
05.05.17 St. Gallen (CH), Tankstell
06.05.17 München (DE), Hauskonzerte

Sonntag, April 23, 2017

glotzt nicht so romantisch (793): waxahatchee


"silver" sollte fürs erste ein guter hinweis auf das am 14. juli erscheinende neue album von katie crutchfield sein, es ist ihr bereits viertes album unter dem besonderen moniker und das zweite, welches auf merge veröffentlicht wird, zu "silver" ließ sie sich entlocken: "it’s about self-examination and the different shapes that takes, good and bad. i wanted it to be abstract and poetic, but i also wanted to align it with the other songs on the album, since they’re all so connected lyrically.": waxahatchee:

Samstag, April 22, 2017

glotzt nicht so romantisch (792): wesley gonzales


an der nummer "i am a telescope" mag ich ja eine ganze menge, den ausdrucksstarken gesang, die wüste orgel und vor allem auch den blick zurück, der track gehört auf das solodebüt "excellent musician", das am 30. juni auf moshi moshi records erscheinen wird: wesley gonzales:

Dienstag, April 18, 2017

glotzt nicht so romantisch (791): the moonband


"[...] so i play little tricks, little tricks / distracting your soul / i play little tricks, little tricks / until the evil ghost is gone / until it's gone."

fast versöhnlich schließt das aktuelle album der münchner moonband, das mit "until the evil ghost is gone" den mittlerweile fünften full length release vorzulegen in der lage ist. das quintett scheut sich dabei vor entwicklung nicht und ergänzt das akustische instrumentarium um bspw. einen granular synthesizer. das gewohnt akzentuierte klangerlebnis geht dabei nicht verloren, wie auch der an den schluss des albums gesetzte track "evil ghost" beweist. zwischen kargen und vollmundigen momenten changierend greift die treue zum folkloristisch unterminierten, lebt die liebe zur gemeinen harmonienlehre.
das album erscheint mitte juni via rockville music, in bälde dann auch mehr von uns dazu.
und: eugen, wenn ich mal einen film drehe, ich engagiere dich vom fleck weg. 



28.04.17 D-Oberaudorf @ Rolleria
29.04.17 I-Merano BZ @ Ost West Estovest
30.04.17 A-Katzenberg @ Schloss
05.05.17 D-Augsburg @ Bob’s Fast and Slow
06.05.17 D-Stuttgart @ Cafe Galao
13.05.17 D-Obermarchtal @ Kreuz
18.05.17 D-Regensburg @ Dudes 4
19.05.17 D-München @ Theaterfabrik
20.05.17 D-Bergen @ Ladenbergen
24.05.17 D-Kusel @ Schalander
27.05.17 D-Darmstadt @ Goldene Krone
17.06.17 D-Ingelheim @ Eurofolkfestival
21.07.17 D-Wörthsee @ Raabe am See
12.10.17 D-Stuttgart @ Kap Tormentoso
19.10.17 D-Dresden @ GrooveStation
20.10.17 D-Chemnitz @ Lokomov
26.10.17 D-Frankfurt a. M @ Elfer
09.11.17 A-Wien @ dasBach
11.11.17 A-Linz @ Sputnik

Montag, April 17, 2017

neue töne (1733): grace sings sludge


im oktober 2014 hatten wir bereits einmal berichtet, da hieß es:
das nachstehende video "difficult to luv" nutzt den opener des selbstproduzierten albums von grace cooper von the sandwitches, um mittels bewegter bilder die dame ins rechte licht zu rücken. empty cellar records hat sich ihrer angenommen, um das mittlerweile dritte album in homemade machart unter seine fittiche zu nehmen. der zehntracker hört auf "red light museum" und ist nachfolger von "this time it's personal" und "last year's friend". mittels sparsamster, aber stets direkter instrumentierung gelingt es grace (unter scharfer monikerflagge) stets ihre nie uneindeutigen geschichten in sachen himmel und hölle des lebens an den mann zu bringen. nachdem die ersten beiden ihrer releases auch auf kassette erschienen waren (secret seven records), folgte diese veröffentlichung dem selben muster. wir empfehlen.

das neue album heißt "life with dick" und gibt mit "a man doesn't want" einwandfrei vor. grace cooper aka grace sings sludge kämpft um die unmittelbarkeit, die wahren momente. die liebe gibt sie her und nimmt sie schnell auch wieder. wer geliebt wird, muss um den erhalt derselben kämpfen. rau greift die e-gitarre ab, während sich cooper die seele aus dem leib schreit. die wunden, die verzweiflung bahnen sich ihren weg. songs, stark, wie wir sie von the sandwitches kennen. in der albumbeschreibung heißt es, das band sei wie ein dachbodenfund, zeitlos, den man am besten zurückgezogen, ganz für sich hören sollte. 
"life with dick" erscheint anfang juni auf empty cellar records.


Sonntag, April 16, 2017

neue töne (1732): la colonie de vacances


was für ein grandioses produkt. mal davon abgesehen, dass ich irgendwie auf 10inch formatiges stehe, bietet kythibong zur veröffentlichung von "la colonie de vacances" auch noch ein buch auf, um während des spannungsgeladenen musikgenusses auch noch ein bißchen beizublättern. aber he, mal von vorn. bei dem release handelt es sich um ein besonderes projekt, denn mit la colonie de vacances treffen wir auf gleich vier bands, als da wären electric electric, marvin, papier tigre und pneu, die allesamt gleichzeitig auf vier verschiedenen bühnen rund um das publikum herum spielen. eine irre geschichte, die den tonaufnahmen nach funktioniert haben muss/wird. denn jene sind klasse. vier tracks, die die schnittstelle zwischen jazz und artrock beackern, die instrumentelle parts aufbieten, die in ihrer explosivität und dynamik alleskönnern in nichts nachstehen. erscheinen wird das teil am record store day, dem 22. april via kythibong records, murailes music und super loto editions. sehr empfehlenswert. nachstehend die shows dazu.



may 25 2017 STRASBOURG - festival pelpass - jardin des deux rives
may 26 2017 PARIS - villette sonique - espace périphérique
may 27 2017 VEVEY - rkc - hors les murs
oct 06 2017 CHATEAU GONTIER - le carreau - scène nationale

Samstag, April 15, 2017

ein (p)fund mp3 (546), teil 2

spannendes debütalbum auf wiaiwya, mit "deerful" legt die junge londonerin elf ambitionierte tracks vor, zwei jahre nachdem sie ihr ersten song geschrieben hat, wir dürfen in "subjects of our love" hineinhören, veröffentlichung ist anfang juni: emma winston:


man könnte ordentlich auf den putz hauen und hier die angesagteste griechische rockkapelle ankünden oder aber nur auf das ende april erscheinende album "freaktown" (inner ear records) verweisen und einen beispieltrack hinterlassen: a victim of society:


das quintett aus leeds setzt auf artpop, ohne die richtung zu verlieren, mit "dust" geben sie eine neue single preis, die nicht mit dynamik spart, unterm strittigen soundkleid lugt zudem deutlich das harmoniengerüst hervor: the golden age of tv:


hören wir beim schweden rein, der mit "overwhelmed" seine erste single aus dem kommenden debütalbum vorlegt, unterstützt wird er hierbei von den jungs von adore music aus göteborg, der rest ist musik: erik fastén:


dieser finne fischt in gänzlich anderen gewässern und lässt dennoch zu, dass man sich nicht verschließen möge, mit "house of fire" lädt er zu seinem release "amen 3" ein, das am 02. juni auf svart records erscheinen wird: mikko joensuu:


ein lieblingslabel mit neuigkeiten, am 02. juni wird auf drawing room records "the narrows" erscheinen, wir bekommen vorab "ride the midnight home" zu hören: united waters:

ein (p)fund mp3: (546)

es ist die bereits dritte single aus ihrem neuen album "waiting for lifetime", das am 14. april erscheinen wird und gemeinsam mit nicolas vernhes in brooklyn aufgenommen wurde, der hatte u.a. schon war on drugs oder animal colective unter die fittiche genommen: splashh:


der junge songwriter aus hartlepool mit einer satire über geschlechterrollen, "dream person" ist eine frische aufnahme und vereint den musiker mit sechs kollegen, die der nummer aussagekraft und dynamik verleihen: james leonard hewitson:


das neue album "some twist" ist auf den 16. juni terminiert, wir hören in "light that ever" hinein und geben uns dabei der hoffnung hin, dass der rest des full lengths mindestens ähnlich gut sein wird, die veröffentlichung auf full time hobby: michael nau:


neuer track und damit auch aussicht auf ein frisches album im mai von der band, die letztes jahr so fulminant mit "soft days" vorlegte, wir freuen uns und reihen Euch gern mit ein: sea pinks:


moshi moshi records veröffentlicht im mai die ep "kewali" und verweist damit auf eine rührige musikalische mischung, die uns die aus bahrein bzw. london stammende truppe darzubieten in der lage ist, ein beispiel gefällig: flamingods:


"folklore" heißt der neue longplayer, der ab dem 26. mai auf gare du nord records zu haben sein wird, das elaborat aber wird sich deutlich strenger, rauer gerieren, und das ist durchaus gut so, have fun: matthew edwards & the unfortunates:

Freitag, April 14, 2017

glotzt nicht so romantisch (790): robotra


by marlen schieder

"eclectic" heißt das neue album des dreiers aus österreich, daraus veranschaulicht das nachfolgende video den track "phased out", der release erscheint am 21. april auf kassette, verantwortlich zeichnen numavi records und wilhelm show me the major label, der einstieg in diese veröffentlichung wird einem aber auch einfach gemacht, tolle nummer abseits von kriterien: robotra:

glotzt nicht so romantisch (789): hazel english


"more like you" ist ein wunderbarer einblick in ihren neuen release, überraschenderweise eine 2 ep veröffentlichung, "just give in / never going home" erscheint auf polyvinyl records und marathon artists, gebt der jungen amerikanerin eine chance: hazel english:

Montag, April 10, 2017

neue töne (1731): korey dane


red die scheiße von echtheit und alter schule und davon, dass die schwarz-weiß-bildchen erinnerungen heraufbeschwören, bei denen es dir warm ums herz wird. aber es geht ja gar nicht um dich. es geht um den sound und die wesenheit, die ihn kenntlich macht. und klar, um kontext und all die vermaledeiten einschlüsse, die dir deine individualität aufzwingt. damit musst du allein zurecht kommen. es finden sich parallelen und etliche abweichungen. zwänge, vokabeln, noten. rezeption deiner couleur. allein bist du damit und möchtest teilen. liebe springt nicht auf zuruf.
korey dane möchte seinen zweitling an den start bringen. "half asleep" beschwört alles mögliche, zunächst aber ist es schlicht und leicht und vergänglich. wenn es da nicht diesen nachhall gäbe. "chamber girls" ist der nachfolger des 2015er albums "youngblood" und wird am 02. juni auf innovative leisure erscheinen. der sohn einer englischlehrerin und eines autonarren nahm früh die gitarre zur hand und mitsamt dieser, ein paar schallplatten und einem stapel bücher entführte er sich selbst in das alte amerika. etwas von diesem geist spürt man auch in der musik des jungen kerls.
hier eine zerbrochene beziehung, dort eine neuentdeckung. das leben, wie es mit dir spielt.

Sonntag, April 09, 2017

glotzt nicht so romantisch (788): timber timbre / lake / kamikaze girls

"sincerely, future pollution" ist seit dem 07. april draußen, einen albumtrack, der zudem in bewegte bilder übersetzt wurde, dürfen wir anreichen: "grifting" heißt er und wurde künstlerisch wertvoll dargereicht: timber timbre:



tapete records hat sich des unstrittigen kollektivs aus olympia angenommen, die indiehelden veröffentlichten am 07. april ihr neues album "forever or never", das mit "magazine" einen in allen belangen schicken track beinhaltet: lake:



schön krachledern kommt uns dieses duo aus leeds daher, das ungleiche paar bietet mit der single "berlin" einen vorboten dar für das kommende album "seafoam", welches im juni auf big scary monsters bzw. wiretap records erscheinen wird: kamikaze girls:

Mittwoch, April 05, 2017

glotzt nicht so romantisch (787): kala brisella


endlich mal ein ordentliches foto.
der spannungsbogen ist eh gezogen! denn ein neues album, nennen wir es, wie es offizieller natur ist, das debütalbum "endlich krank". kala brisella veröffentlichen auf späti palace. fans der ersten stunde sind wir. und bleiben ungehalten treu.

Montag, April 03, 2017

neue töne (1730): eivind opsvik


eivind opsvik hatten wir hier schon ab und an in der mache. zu recht. der new yorker bassist ist einer der besonderen art und gehört gefeiert. so nahmen wir sein projekt opsvik & jennings genauso unter die lupe wie etwa auch die zusammenarbeit mit der fotografin michelle arcila (klick). daneben gilt es vor allem auf die "overseas" getaufte unternehmung hinzuweisen, deren fünftes album nun erschienen ist. mit tony malaby (tenor sax), brandon seabrook (guitar), jacob sacks (pianos) und kenny wollesen (drums) hat opsvik eine fantastische gruppe um sich geschart, mit der er durch den neun tracks anwährenden zauber schiebt. es ist eine leichte wie tiefgründige angelegenheit, bei der man sich schnell in einem cinematographischen taumel wiederfindet. organisch fühlt sich die soundlandschaft an, wie für menschenhand gemacht, als könne man sie sich noch weiter formen, als würden die protagonisten nur vorlagen liefern, die sich in den phantasieräumen bearbeiten lassen. kammermusikalisches trifft jazzfreudiges, popläufe unterlegen dramaturgisch aufbereitetes.
feinsinniges, feinfühliges mäandern, strukturfreies losgelöst sein und dann doch ein sich wiederfinden und eine einvernehmlichkeit. auch derer man erst herr werden muss. die präzision, die dynamik, es ist ein fest hier mitzugehen. so offen, so verständlich, so ernsthaft und mutig!
ein beispiel für Euch, der rest findet sich via bandcamp.

Sonntag, April 02, 2017

glotzt nicht so romantisch (786): chastity belt


mit "different now" präsentiert uns die band ihre erste neue single aus dem kommenden album "i used to spend so much time alone". "different now" ist ein überraschender ausblick auf das im juni erscheinende werk, das bei hardly art records veröffentlicht werden wird. die nummer ist entspannt, vollführt an kreiselnden e-gitarren einen brisanzfreien tanz ums offene feuer. wir erkennen dennoch den biss, der sich allein stimmhaft kenntlich macht: chastity belt:


Samstag, April 01, 2017

eingestreut (1062): toby hay


mit unterstützung von angela chan (violin, viola, cello), rob bromley (violin) und peter scott (double bass) hat toby hay (6 and 12 string guitar, harmonium) eine kleine besonderheit geschaffen. "the gathering" heißt sein ende märz erschienenes debütalbum, aus dem wir Euch etwas tonales vorstellen können. Ihr werdet das besondere, das den release des walisers umweht, sicher selbst sehr schnell aufspüren können. das liquide moment, die sachtheit und doch auch die dringlichkeit der expression. hinzufügen sich die spielfreude, das harmonische im miteinander und das sehnsüchtige, das man zwingend mit dem landstrich verbinden muss. wer mehr hören will, sollte sich via bandcamp ausrichten. das klappt dann schon.

Sonntag, März 26, 2017

eingestreut (1061): mount eerie


es gibt zu diesem album nicht viel zu sagen. natürlich freute man sich, wenn neue songs von mount eerie auf dem plan stehen. aber so.
WRITTEN AND RECORDED
August 31st to Dec. 6th, 2016 in the same room where Geneviève died, using mostly her instruments, her guitar, her bass, her pick, her amp, her old family accordion, writing the words on her paper, looking out the same window.
Why share this much? Why open up like this? Why tell you, stranger, about these personal moments, the devastation and the hanging love? Our little family bubble was so sacred for so long. We carefully held it behind a curtain of privacy when we’d go out and do our art and music selves, too special to share, especially in our hyper-shared imbalanced times. Then we had a baby and this barrier felt even more important. (I still don’t want to tell you our daughter’s name.) Then in May 2015 they told us Geneviève had a surprise bad cancer, advanced pancreatic, and the ground opened up. What matters now? we thought. Then on July 9th 2016 she died at home and I belonged to nobody anymore. My internal moments felt like public property. The idea that I could have a self or personal preferences or songs eroded down into an absurd old idea leftover from a more self-indulgent time before I was a hospital-driver, a caregiver, a child-raiser, a griever. I am open now, and these songs poured out quickly in the fall, watching the days grey over and watching the neighbors across the alley tear down and rebuild their house. I make these songs and put them out into the world just to multiply my voice saying that I love her. I want it known.
"Death Is Real" could be the name of this album. These cold mechanics of sickness and loss are real and inescapable, and can bring an alienating, detached sharpness. But it is not the thing I want to remember. A crow did look at me. There is an echo of Geneviève that still rings, a reminder of the love and infinity beneath all of this obliteration. That’s why.

- Phil Elverum
Dec. 11th, 2016
Anacortes
"a crow looked at me" ist am 24. märz auf vinyl erschienen.

Samstag, März 25, 2017

eingestreut (1060): kid canaveral


die schotten von kid canaveral sind dieser tage auf tour und wir wollen Euch gern darauf aufmerksam machen. im gepäck führen sie unter anderem das album "faulty inner dialogue", das im letzten jahr erschien und nun ergänzung um die aktuelle single "callous parting gift" fand. der hibbelige sound wird Euch gefallen, deshalb auf nach köln, auf nach dresden, auf nach leipzig, auf nach berlin! und wer sie eben nicht verpasst, bekommt emma kuba von der hayman kupa band als bonus obendrauf. musik und die daten!

25.05. Köln - Stereo Wonderland
26.05 Dresden - Skt. Pieschen
27.05 Leipzig - Ilses Erika
28.05 Berlin - tba

Samstag, März 18, 2017

neue töne (1729): juana molina


es kann ein gutes artwork sein. es kann ein schlechtes sein. wenn man licht auf das cover von "halo" wirft, treten die augen, die in den knochen gegraben wurden, hervor. zieht man das stück pappe aus dem licht, wirkt das bild weniger beängstigend. der oder ein halo-effekt? die musik juana molinas ist ähnlich unbestimmt. sie begreift sich in exemplarischen rhythmusfinessen, sie belebt sich an sich selbst, wenn sie die stimme der ungewöhnlichen musikerin, die sich mit jedem album neu erfindet und ständig weiterentwickelt, ausformt und immer wieder andersartig präsentiert. es ist eine musik, die entwaffnet, weil man sich ihr stellen muss. sie ist ausreichend offensiv, aber nicht überrumpelnd. sie reicht die hand, die nicht ausgeschlagen werden kann, und führt in ein schattenreich, in dem die bilder auf eigentümliche weise tanzen lernen. alles scheint sich im prozess zu befinden, ungeplant, konstruktiv, werdend.

irgendwo in der nähe von buenos aires liegt das studio von juana molina. dort und im sonic ranch studio in texas wurde "halo" aufgenommen. molina wurde unterstützt von u.a. odin schwartz und diego lopez de arcaute, durfte sich aber auch über die hilfe von john dieterich von deerhoof freuen.

es ist eine in sich geschlossene, neuartige welt, in die molina einlass gewährt. sie ist intim und doch bereit für expression und öffnung. changierend zwischen dem taumel, den der einschluss mit sich bringt und der scheu vor dem ungewöhnlichen verlebt der hörer minuten der faszination. ähnlich ging es mir gerade mit "null k" von don delillo. als genüge manchmal nicht die anstrengung etwas zu verstehen, sondern lediglich der emotionale anbindungsprozess ermögliche ein umfängliches, situatives erfassen.
es lohnt hier wie dort. und wer genau hinschaut, wird alsbald entdecken, dass der knochen mehr lächelt, als dass er undurchschaubar wirken möchte.
"halo" erscheint anfang mai auf crammed discs.

Dienstag, März 14, 2017

neue töne (1728): albert af ekenstam


präzise. auf den punkt. der sound, als trete sogleich bon ivers justin vernon zutage. nur ist die stimme dieses herrn deutlich geerdeter, wenngleich es ihr nicht am hymnischen mangelt. albert af ekenstam bringt ende märz sein debütalbum auf den markt. mit "ashes" betitelt wird der kning disk release lücken füllen helfen. unter sphärischem rauschen schlagen die rasseln, die schraffierte gitarre flottiert, im rhythmischen segen fällt die stimme des schweden ein wie wind zwischen die häuserzeilen. die sanftheit der musikalie findet ihr pendant in der zugewandtheit, in den persönlichen, notizen gleichen lyrics. ein aufgewärmter drone verhilft dem klang zu fülle. ansonsten stünden die elemente mehr als schlicht im raum. etwas schlagwerk, keyboard, gitarre. fast schon ein konzertantes miteinander, was ekenstam da mit sumie nagano, filip leyman und max lindahl gelingt. immer ein anflug von mehr und eine irritation später die auflösung, es bleibt dieses karge etwas. das... lücken füllen helfen soll. zwischen dem folk und dem folkpop, zwischen singer/songwriter und liedermacher. auffällig nichts, auffallend die erschreckend schönen harmonien.

albert af ekenstam lebt in stockholm und hatte bislang lediglich einige songs auf kning disk herausgebracht. immerhin ausreichend, um bereits für the posies oder bear's den konzerte zu eröffnen. mal schauen, was noch kommt. hübsch genug ist der bursche, um ins fernsehen zu kommen. die anderen qualitäten werden ihn mal so richtig knapp am radio vorbei lavieren helfen. seis drum, Ihr habt die chance zu mehr.

06.04.17 Stuttgart, DE - Keller Klub
07.04.17 Zürich, CH - La Bohème
08.04.17 München, DE - Milla - Live Club
09.04.17 Wien, AU - B72
10.04.17 Leipzig, DE - Täubchenthal
11.04.17 Bochum, DE - Bahnhof Langendreer
12.04.17 Köln, DE - Studio 672
13.04.17 Hamburg, DE - Warenwirtschaft


glotzt nicht so romantisch (785): the afghan whigs / emily's giant / bonnie 'prince' billy

etwas geheimnisvolles soll das neue album umwehen, sagt zumindest frontmann greg dulli, für eine erste single und ein passendes video hat es jetzt schon gereicht, der rest des werks mit dem namen "in spades" ab 05. mai via sub pop: the afghan whigs:



eine feine sache ist die veröffentlichung der golden ticket session, die live im wood and mind studio leipzig aufgenommen wurde, die sehr intime aufführung enthält neben eigenen songs auch ein the felice brothers cover, ein beispiel: emily's giant:



ein neues album!, "best troubadour" präsentiert sich mit "mama tried" schon einmal hervorragend, das ganze wird in einem 360° video vorgetragen, wir geben das nur allzu gern an Euch weiter, die restlichen merke haggard cover gibts dann ab 05. mai: bonnie 'prince' billy:

Montag, März 13, 2017

glotzt nicht so romantisch (784): daniel romano


bei dem typen stimmt irgendwie alles. die attitüde, die musik eh. mit "roya" stellt uns daniel romano eine erste single aus dem neuen album "modern pressure" vor, das am 19. mai veröffentlicht wird. für kanada tritt selbstverständlich you've changed records auf den plan, für den rest der welt new west records.

eingestreut (1059): woods


die hoch verehrten herrschaften von woods begeben sich an die startlinie, um ihr neues album auf den weg zu bringen (ab 21. april via woodsist). "love is love" ist ein erster vorbote daraus und er entwickelt eine zugkraft, die man von der amerikanischen band gewohnt ist. einerseits das lässige und betont freizügige, andererseits die hohe bindung durch wohlfeine harmonien und unstrittiges arrangement. es perlen die gitarrenläufe und der harmoniegesang belebt die szenerie, die sich hier einen leichten karibischen einschlag gibt. doch lassen wir uns nicht täuschen. woods reagieren mit ihrem album auf die vergangene wahl in ihrem land und haben es innerhalb von zwei monaten eingespielt. es galt mit den gegebenen mitteln etwas entgegen zu stellen. "love is love".
tracklist: 01 love is love / 02 bleeding blue / 03 lost in a crowd / 04 spring is in the air / 05 i hit that drum / 06 love is love (sun on time)

Sonntag, März 12, 2017

glotzt nicht so romantisch (783): apollo static


bereits im januar ist das album des leipzigers erscheinen, unter dem titel "flowers of despair" wurde es auf dem heimischen ketzer pop veröffentlicht, wir geben Euch gern unseren lieblingstrack daraus vor, eine lichte, aber stabile nummer: apollo static:


Samstag, März 11, 2017

eingestreut (1058): rio


da ist eine note, die mario hänne unabhängig macht. vielleicht eine der großtaten eines musikers, im laufe seiner karriere. zumindest in sachen solo ist der schweizer aber erst am anfang. deshalb, respekt. die kleine veröffentlichung "magnus", ein sieben tracks umfassendes statement auf red brick chapel, überzeugt als ausgefallene musikalie mit diffizilen arrangements, ausgeklügelten songstrukturen und einer klangtiefe, in die man sich nach und nach begeben mag. gern hall beschlagen, eine stimme, die wie durch ein nebelhorn an unser ohr drängt, dazu die vielschichtigen beats, nicht von ungefähr, hat sich der unter rio operierende musiker doch als schlagzeuger bei peter broderick oder pablo nouvelle verdient gemacht, dazu diebisches und originelles beiwerk. es entstehen songs, die charakter haben. mal licht und luftig, als wollten sie einen easy listening preis gewinnen, dann mit mut zum blues, stets versessen aufs details, ohne sich darin verlieren zu müssen.
hört mal rein, das album ist seit ende februar auf dem markt.


Freitag, März 10, 2017

neue töne (1727): micropopweek 2017, teil 2


wir fügen an unseren vorherigen beitrag noch fix einen termin in eigener sache an. denn schließlich wurden wir auch auf die micropopweek eingeladen, um unser zehnjähriges blogjubiläum zu feiern.

"das franticworld-hofkonzert auf der birkenstraße ist seit vier jahren fester bestandteil der micropopweek. in diesem jahr steht der abend im zeichen des umtriebigen klienicum-blogs, das im rahmen der mpw17 sein 10-jährigens feiert."

immer ein wenig unter dem radar, aber stets selbst mit einem guten gespür für das besondere, einzigartige. das klienicum bewährt sich seit zehn jahren als trüffelschwein in einer immer breiter gefächerten musikszene und präsentiert seine ergebnisse in besonderer lesart. bands, künstler, die bis dahin kaum jemand wahrgenommen hat, werden hier pointiert vorgestellt und in szene gesetzt.

10 jahre 'das klienicum' heißt 10 jahre arbeit im hinterland, im besten sinne des wortes.

mit am start sein werden, wenn am 31.03. ab 19 uhr die hoftore in der birkenstr. 71 geöffnet werden, folgende hochkaräter:


kala brisella
die berliner band ist eine brisante urgewalt aus noiserock und postpunk, sie verbindet hervorragend und originär unprätentiöse, zumeist deutschsprachige texte mit schneidenden gitarreneinwürfen und einem steten furor aus knüppeldicken rhythmussalven. das neue album befindet sich bereits im gepäck.

“…zwischen metallischer aggression und noiseflatteriger attacke mischen sich zwischentöne, die den momenten standhalten. exaltierter gesang umschließt die notlagen. die eingeschworene brigade folgt in gebotenem abstand, mit gnadenloser dankparade aus polterndem schlaggewerk und peilgenauen basslinien…” - das klienicum, neue töne 1588 -




lokomoko
der hamburger vierer gibt dem pop das einvernehmen zurück, dass wir im schwung der süße auch halt suchen dürfen. musik zwischen kunsthochschule und dem drängenden bedürfnis nach echtheit. endlich auch mit tonträger, die ep wurde gerade in den usa vorgestellt.

"lokomoko fabriziert eine musik, die sich weltläufig und entlastet zeigt, die fadenscheinigkeit entlarvt und penibel auf ausdruck setzt. das hat eine geste, [...] ist aber frei von pose. ist pop und bebildert doch leichterdings so etwas wie tanz für fortgeschrittene. meinungsmache in echt. oder irgendwas, was man mit st. pauli verbinden kann." - das klienicum, neue töne 1651
 

adrian hermes
dem d.i.y.-gedanken fühlt sich der ostfriesische wahlberliner fest verbunden, so veröffentlicht er denn sein selbstbetiteltes debütalbum in eigenregie. darauf zu finden ist die suche nach einer persönlichen schnittmenge aus 80iger- und 90iger- jahre indie mit lofi-background.

neue töne (1726): micropopweek 2017


selbstverständlich findet auch heuer eine micropopweek statt. mittlerweile zum markenzeichen erhoben, darf sich düsseldorf zwar rühmen, diese veranstaltung zu beherbergen, gleichsam tut die stadt selbst recht wenig, um sich ehrenvoll einzubringen. aber vielleicht ist das ja auch gut so. denn schließlich steht diese (musik-) woche im zeichen all jener, die sich unabhängigkeit auf die fahnen geschrieben haben, die abseits des mainstreams agieren, ohne sich ihm zu verweigern. doch selbstbestimmung sollte vorrang haben und entscheidungen diktieren.

die entwicklung dieser unternehmung hat aufgezeigt, dass sich düsseldorfer lokalitäten genauso ungezwungen einbringen, wie immer mehr privatpersonen und interessierte. ob dies auf konzerte zutrifft, auf ausstellungen, auf eine messe oder podiumsdiskussionen, das teilnehmende volk ist genauso bunt wie das jener personen, die für die organisation verantwortlich zeichnen.

das jahr 2017 wird die micropoweek vom 24.03. bis zum 01.04. beiheimaten und etliche interessante veranstaltungen aufbieten. auf der homepage der mpw findet Ihr eine übersicht über alle programmpunkte. wir picken nur ein paar exemplarisch heraus. so wird sicher ein aufmerker das konzert von tom liwa am 27.03. in der bibabuze buchhandlung sein. aber auch der im zeichen polnischer künste stehende abend am nachfolgenden dienstag, den 28.03., verspricht einiges. neben liveperformance steht spannende musikalische unterhaltung aus dem nachbarland auf dem plan.

erwähnen wollen wir noch den auftritt von locas lin love am 29.03. und das konzert mit mute swimmer am 30.03. darüber hinaus werdet Ihr zig andere events finden, neben den konzerten auch filme oder eine "vinylpredigt", deren besuch mehr als lohnen wird.


am 01.04. schließlich wird der abschlusstag zelebriert, der neben einer labelmesse (etliche klein- uznd kleinstlabel stellen sich vor und verkaufen fleißig tonträger), diskussionen und lesungen auch weitere konzerte aufzubieten hat, mit dabei u.a. daniel decker, binoculers, homemade empire und viele andere mehr. das solltet Ihr nicht verpassen, erst recht, wenn Ihr in oder um düsseldorf lebt.
bleibt noch einmal der hinweis auf die webseite, auf der Ihr neben den veranstaltungsinformationen auch hinweise dazu bekommt, wo das ganze stattfindet. denn düsseldorf macht sich breit!

Donnerstag, März 09, 2017

eingestreut (1057): brthr


heute kannst du von überall alles. stuttgart muss nicht das ende sein. die gepickte akustische flirrt beständig, der nachfolgende gesang ist im selben gleichmaß freiwillig gefangen. ein wenig perkussion macht auf bewegung aufmerksam. der soundraum eröffnet weite und lässt erinnerungen herein. musik, die man leichter mit amerikanischer landläufigkeit in verbindung bringt. nicht zuletzt greift sich das duo brthr den blues. auch hier ist weniger mehr und vermutlich ist das zaghafte vorgehen, der verzicht auf vordergründige brisanz die rettung, um an die ufer dieser fernen spielarten zu gelangen. das eiland zu betreten, fernab von schwaben. und man möchte philipp eissler und joscha brettschneider gar nicht bedrängen. denn das betuliche ist nicht nur genreimmanent, es ist die einzige möglichkeit, bewacht zu bleiben. die orgel saust, bleischwer das drumming, bedacht schlieren die gesangsharmonien über die gegriffenen saiten der elektrischen.
jellyfant hat das scheibchen "strange nights" im januar aufgelegt, Ihr müsst nur noch zugreifen.

Mittwoch, März 08, 2017

eingestreut (1056): alex g


"rocket" ist das bereits sechste album des in philadelphia beheimateten jungen burschens. unglaublich angesichts einer wenig wurmstichtigen qualität, die sein oeuvre hat. im gegenteil überzeugen songwriterische stärken, lyrische bekenntnis und hingabe. zurecht fragte man sich, ob das alles aus einer feder stammen kann. während die ersten werke noch vom lofi durchtränkt waren, hat sich aktuell die soundtechnische qualität deutlich verbessert. zwei frei zugängliche beispiele aus dem neuling beweisen dies und das. während "bobby" bestärkt, dass man mit alex g auch gemeinsame sache machen kann, dabei eine zweifelsfrei schöne melodie freilegt und die singer/songwriter aspekte nicht unter den teppich kehrt, belegt "witch", dass klangkapazitäten auegeschöpft werden und spielereien nicht um ihrer selbst willen einsatz finden müssen.
eine randnotiz vielleicht noch, frank ocean forderte den 22-jährigen auf, ein wenig gitarre auf seinen beiden 2016er alben zu spielen. die karriere rollt voran.
und endlich mal ein artwork, das man auch posten möchte.

Dienstag, März 07, 2017

glotzt nicht so romantisch (782): courtney marie andrews


photo by andy shepard

das wunderbare album "honest life" wurde über mama bird recording co. veröffentlicht, für europa übernahm loose music diese aufgabe, das ist erst ein paar tage her, umso schöner, dass man dieses ereignis mit einem frischen video zum albumtrack "put the fire out" unterstreichen kann, es beweist nicht zuletzt die irren qualitäten dieser musikerin: courtney marie andrews:


glotzt nicht so romantisch (781): jakuzi


hier ist einiges ungewöhnlich, Ihr werdet das selbst flink herausfinden. istanbul und synthpop passen auf den ersten blick nicht zwingend zueinander, auch die bilder, die das aktuelle video der türkischen band zeichnet, nicht. aber hey, das, was die beiden frontmänner kutay soyocak (vocals) und taner yücel (bass and synths) da treiben, hat hand und fuß, bekommt einen klassischen glanz, das referenzgewitter möchte ich in Euren köpfen sehen, und wird sicher auch nicht weniger erfolgreich, wenn am 24. märz "fantezi müzik", das debütalbum, von city slang veröffentlicht wird: jakuzi:

Montag, März 06, 2017

ein (p)fund mp3 (545), teil 2

nach 25 jahren das erste material, sollte das wahr sein, zumindest deutet odd box records an, dass mit der ep "evergreen" genau solches geschieht, "complicated" ist ein erster ausschnitt daraus, dann auf kassette und vinyl: the darling buds:


etwas stimmungsabhängiger ist dieser track namens "closer", er wird als singuläres material vorgestellt und gehört der band aus berlin bzw. wien, die erst im vergangenen jahr mit dem album "in the meantime" begeistern konnte: vague:


bleiben wir mal bei besonders stimmungsvoll, da sind wir bei der ep "slow vessels" genau richtig, sie wird am 05. mai auf fatcat records erscheinen und Ihr werdet schnell merken, was gemeint ist: ian william craig:


noch mal odd box, die natürlich für die flotteren varianten stehen, hier mit dem quartett aus london, das bereits zwei alben am start hat und nun mit einer feinen single auftrumpft, "moody" und auf der flip der track "get you": wolf girl:


"terrible freedom" ist sein mittlerweile sechstes album, er ist mitglied von lo tom und hat bei pedro the lion, headphones und the soft drugs sein glück versucht, wir hören in einen ersten track der april veröffentlichung von tower of song records: tw walsh:


der japanische multiinstrumentalist demnächst mit neuer veröffentlichung auf polyvinyl, wir freuen uns über "lita-ruta" hinaus auf den release von: shugo tokumaru:

ein (p)fund mp3 (545)

eine frische veröffentlichung (06. märz) auf dem wunderbaren lillerne tapes ist das album "tint", das unter anderem mit dem atmosphärisch offenen und lieblich klingenden "marshmallow" dienen kann, auf tape, klar: rhucle:


am 17. märz veröffentlicht die band aus minneapolis ihr album "symmetry somewhere", darauf findet sich mathpop oder wie sollte man diese freudig geschwungenen songs nennen, zu denen sich auch "curtain call" addiert, nehmt dieses selfrelease auf: tabah:


das duo aus joseph und jenny andreotti ging am 03. märz mit dem album "who cares about tomorrow" erstmals an die musikinteressierte öffentlichkeit, das in bakersfield beheimatete paar orientierte sich nicht nur mit dem bandnamen an vorbild kate bush: fawns of love:


der vierer aus manchester sucht einen formidablen sound, lugen hier die wild beasts um die ecke, egal, die neue single hört auf "graffiti" und wurde am 03. märz via heist or hit herausgebracht, viel freude mit: dantevilles:


deutlich artifizieller geht es hier zu, natürlich, möchte man ausrufen, nichts anderes ist man gewohnt, am 05. mai wird "halo" auf crammed discs erscheinen und "cosoco" ist ein erster erstaunlicher wurf daraus: juana molina:


befreit klingt die neue single der band aus melbourne, sie gehört auf das album "cartoons", mit dem man aber erst etwas später im jahr 2017 rechnen sollte, bis dahin begleiten wir die deaf ambitions rekruten aber auch: hollow everdaze:

Sonntag, März 05, 2017

glotzt nicht so romantisch (780): aldous harding


mit "horizon" legt uns die junge neuseeländerin ein passendes video zu einem bereits bekannten track (zumindest live wurde er immer wieder aufgeführt) vor. die zukunft steht der außergewöhnlichen künstlerin, die nun bei 4ad unterschrieben hat, offen, keine aussage, mit der man sich aus dem fenster legt: aldous harding:

Samstag, März 04, 2017

glotzt nicht so romantisch (779): einar stray orchestra


photo by sara angelica spilling

ein frisches video des orchesters, das es namentlich natürlich auch auf das aktuelle album "dear bigotry" geschafft hat. mit ihrer aussage, der angst vor veränderung und der sorge um das persönliche wohl, steht die truppe aus oslo nicht ganz so allein. nur nicht jemand werden, vor dem man sich früher selbst gewarnt hätte. demnächst auch auf tour, dann gibt es die hymnen in echt: einar stray orchestra:

11.04.2017 - DE - Dresden - Societätstheater
12.04.2017 - DE - Nürnberg - Club Stereo
17.04.2017 - DE - Freiburg - Waldsee
18.04.2017 - DE - Köln - Arttheater
23.04.2017 - DE - Bielefeld - Nrzp
25.04.2017 - DE - Leipzig - UT Connewitz
26.04.2017 - DE - Berlin - Berghain Kantine
27.04.2017 - DE - Hamburg - Nochtspeicher

Freitag, März 03, 2017

neue töne (1725): will cookson


bristol ist die heimatstadt, edinburgh taucht in der biografie ebenso auf und schließlich bebildet herefordshire die phantasie, wenn man daran denken soll, in welcher umgebung das neue album des briten entstanden sei. will cookson ist ein charmanter kerl, ist einer dieser freundlichen leisetreter, die erst, wenn sie von der leine gelassen werden, aus sich heraus kommen. schon das frühe "songs for a sunday" aus 2008 war eine wohltat. konzentriert auf das gitarrespiel, eine gezielt hinein gewobene erdige stimme, die sich nie der lieblichen passagen schämte, gelangen einige pretiosen. drei jahre später ergänzte cookson seine discography um den longplayer "the geometry of dreams", das mit piano und orgel beeindruckte, die die stets präsente gitarre flottierten. erneut bestach der künstler mit erinnungswürdigen liedern.

nun also "ghosts of the morning sun", das zunächst wie eine gelungene mischung aus beiden vorgängern klingt. hier die akustische benotung, dort die betonung durch piano und soundmagie. die songs wirken geschlossener, konzentrierter, verdichteter, wie ausgegossener beton, in den man noch minutenlang den rüttler gehalten hat. wie sich die elemente ineinander schieben, den dargebotenen platz nutzen, um dem nachbarn näher zu sein. fingergepickte saiten, das anschlagen der schwarzen und weißen tasten, dieses klangbewegte gesangsorgan, es schmiegt sich ein. und erzählt von den gedanken und träumen eines jungen kerls und ist dabei offen und auf eine weise bedeutungsvoll, wie es nur das private zu offenbaren in der lage ist.

in vielfacher hinsicht offenbart cookson singer/songwriter klassischer schule. doch er ist wandlungsfähig, macht sich von traditionen frei und flüstert dich hier an und bricht dort mit vermutetem. das plötzliche gefangensein in dieser musik hält unbeirrt an. schön.
das album erschien bereits im vergangenen jahr, ab das vinyl wird dennoch weiter verkauft.

Donnerstag, März 02, 2017

neue töne (1724): frontier ruckus


alles ist so vertraut. da ist das coverbild mit seinem flüchtigen moment, den man bereits zu kennen scheint, da ist die altbekannte schrift, die bereits alle anderen alben zierte, da ist matthew millas stimme, die man in seiner dna längst tief verankert hat. da sind songs, die in ihrer popvernarrten lieblichen weise stets zuträglich und anvertraut sind wie nachbars kinder, die man mittlerweile hat aufwachsen sehen. mit "enter the kingdom" präsentiert der vierer sein mittlerweile fünftes album. sind wir vor vielen jahren noch mit matthew und co. um die häuser gezogen und haben uns die dunklen ecken der stadt angesehen, haben die köpfe über die menschen geschüttelt, wie sie sich in dieser verschandelten welt bewegten, treten wir nun ganz nah an sie heran und beäugen ihr privatleben. so wie sich die dinge eben ändern. zunächst der blick auf die welt und ihre größe und unermesslichkeit, und wir halten dagegen mit kraftstrotzender jugendlichkeit und mit dem elan für millionen. und später erkennen wir, dass die begrenzungen rigide, die möglichkeiten beschränkt sind und sich die prioritäten verschieben.

selbst wenn der glanz der alten tage abgeschlagen, findet sich unter der abblätternden farbe eine schönheit, die dir das vertrauen in eine zukunftsweisende vergangenheit zurück gibt. milla weiß das. er ist eine wortejongleur, der die ordnung und die ortung durch seine sprachgewaltigen texte nie verliert. nur die gewichtung hat sich eben verändert. an seiner seite, man kann sie an dieser stelle wahrlich nicht unerwähnt lassen, brilliert anna burch, die ein ums andere mal einen harmoniegesang einschiebt, der zum träumen lohnt. mit an bord sind zudem david jones mitsamt banjo, das so sehr den sound von frontier ruckus prägte und es sich auch hier nicht nehmen lässt, durch markige einschübe zu glänzen, sowie zachary nichols als multiinstrumentalist, man geniesse nur die singende säge in "if you can". daneben führt er die melodica oder die blechblasgerätschaft.

wer sich neu im frontier ruckus kosmos bewegt, dem sei anvertraut, dass es geradlinige songs nur wenige zu bestaunen gibt. dagegen kann man sich auf narrative glanztaten vorbereiten, zu deren abrundung musik genutzt wird. wer mehr wissen will, muss einige schritte zurück gehen und sich der älteren alben bemächtigen und wird nach und nach verstehen, warum die band hier und jetzt ist, wie sie ist, klingt, wie sie zwangsläufig klingen muss. weniger euphorisch, seltener hymnisch, klarer, immer noch zweifelnd, mut machend, lyrisch.


"enter the kingdom" erschien am 17. februar auf loose music und vereint die akustische fixierung des folk mit der melodientreue des pop. es ist ein album, das mit songtiteln umgehen kann, die "gerunds" heißen, das den sänger und texter in den vordergrund schiebt, ohne ihn dort zu verheizen, das eine kollekivleistung dokumentiert, wie sie es in dieser form und andauernden qualität nur selten gibt. kaufempfehlung, klar.