Sonntag, Mai 28, 2017

neue töne (1738): vorschau orange blossom special festival 21


es blutet das herz, aber es hilft auch kein lamentieren, es ist, wie es ist, wir werden in diesem jahr nicht nach beverungen fahren können. verpflichtungen, freiwillig ans bein gebunden, lassen uns mehr denn je zu pfingsten im hier und jetzt verhaften, gerade an jenen tagen, an denen wir uns sonst vogelfrei wähnten und entbunden von allem irdischen. nun denn, wir werden das fest, die menschen, die heiterkeit vermissen und vor allem einen ganzen batzen bands.
denn auch heuer ist das orange blossom special festival bestens besetzt.
wintersleep, schon lange im fokus, der rührige moddi als ein mutiges highlight gesetzt, die unstrittigen the desoto caucus, die eben erst als hochwertig eingestuften wayne graham, die ruppigen gurr, die fabelhafte julia jacklin, odd couple und und und viele alte bekannte. ach ja, wir hätten einiges für uns gefunden.
"inmitten all der pracht ertönen lieder, die nicht weniger ganzheitlich, nicht weniger anheimelnd, nicht weniger vertraut scheinen. alles, was einen bemüht macht, alles, was einem schnell zugänglich ist, schafft verbindlichkeit, als würde man in verantwortung stehen. die reife der lieder ziert eine art klassikerummantelung, als hätte nach fertigstellung ein ganz großer drübergeschaut, ein herr dylan oder so. nichts bleiernes, nichts fades, nichts, was nach ödnis riefe, hier stehen junge kerle, die wie alte klingen, deren weisheit keine aufgekochte ist, sondern eine, die vom leben abgeschaut in die runde getragen wird. so viel substanz, fast schon ungeheuerlich. und wer sich mit dem album "mexico" beschäftig, wird merken, welche tiefe es hat, welche reife die songs, welches schrittmaß sie angelegt haben." wayne graham in das klienicum
"die tage werden immer kürzer und die frühe dämmerung braucht solche stimmen. heranwachsende wissen genau, wovon ich rede, andere werden sich erinnern müssen." julia jacklin in das klienicum
"die ihn umschwirrende musik changiert zwischen freischwingender konzentration und energetischer ambition und hat, wie der treue begleiter v. wusste, progressives potential, wenn sie dem trotzen der instrumente nachgibt und anschwillt auf ein großer etwas, das bleiern über den köpfen hängen bleibt, um sich in wohlgefallen aufzulösen, während hunderte schmetterlinge auseinander stoben." moddi in das klienicum
 und so hoffen wir, dass Ihr eine schöne zeit verleben werdet, nahe bei den flüssen, allen flüssen. liebe grüße!

Kommentare:

olds sleeper hat gesagt…

https://oldssleeper.bandcamp.com/album/small-towns-big-lives

folk indie album from Pennsylvania.

jens hat gesagt…

Ich will ja nicht in die Wunde stechen, aber Freitag und Samstag waren musikalisch eines der besten OBS der letzten 10 Jahre - mit einem überragenden Louis Berry, famosen Steve Waitt, dem rührigen, erwähnten Moddi, moshpittenden Teksti TV und jeden Zweifel erhabenen Wintersleep und Blaudzun. Dazu noch Traditionelles von Graham und Blek. Einfach top. Da konnte der Sonntag nur abstinken. Aber bei so viel toller Muski davor, völlig egal.

E. hat gesagt…

danke, jens, für die eindrücke.
das tut natürlich schon besonders weh. und wenn ich dazu noch die vielen fotos sehe...