Samstag, März 16, 2019

hicks!: the ballet


auf fika recordings passen die burschen bestens, wenngleich ihr sound doch eher singulärer, unverkennbarer natur ist, etwas süßlich, catchy, eingängig und doch mit einem leichten schmerz, das new yorker queere duo aus greg und craig kommt endlich mit einem neuen album um die ecke, "matchy matchy" wird im mai erscheinen, einen ersten appetithappen gibt es bereits: the ballet:
(wir empfehlen die bandcamp-seite der band mit den vorgängeralben):

Dienstag, März 12, 2019

hicks!: evan thomas way


dunkler und einen ticken persönlicher seien die songs evan thomas ways gegenüber jenen, die er für parson red heads schrieb. nur dass "don't surprise me" nicht ganz in dieses horn bläst, ein warmer, freundlicher sound, der uns da melodiegelassen und fußwipp-animierend entgegenströmt. lässig lässt es sich zur wiederholungstasten greifen. "long distance" heißt das dazugehörige album, welches anfang mai auf lung records erscheinen wird.

Sonntag, März 10, 2019

new rhythm (4): the fire harvest


da sind sie wieder, diese ganz besonderen melodischen wendungen, emotionsgerändert, angestaucht durch eine fremde wesenheit. unergründlich, warum der zirkel stoppt. das karge organ, das markant über die saiten schleift, in sinniger koalition mit dem langsamen, sehr langsamen alt-country-gefährt. mit "open water" warten die holländer von the fire harvest mit neuem material nach dem 2016er debütalbum "singing, dancing, drinking" auf, wir berichteten: "der grind der klage ist hart und alt und fest. und wenn er abgetragen, findet sich darunter frisches, wundes gewebe. den finger drauf. wenn bouwer singt, fahren wir in unsere eigenen schnitte. wie er die harmonien trifft und sich einzelnen tönen widmet. wie er malträtiert und wie er schönheit abringt. wie er im instrumentellen gleichklang stolpert und sich wieder fängt."
satt die gezähmten ausstösse der elektrischen, gesittet das passagere innehalten, dominant die wenigen solofahrten, immer jedoch nah am thema, dieser konstruierten und doch so belebten weisheit.

der vierer besteht aus gerben houwer, gibson houwer, nicolai adolfs und jacco van elst. während die utrechter den erstling noch gemeinsam mit daniel romano aufnahmen, stand ihnen nun michael feuerstack zur seite. mit dem kanadier werden sie nun auch auf tour sein, die daten, wir verweisen u.a. auf die anstehende micro pop week in düsseldorf, aber auch weitere deutschlandtermine findet Ihr auf der webseite der band. erschienen ist "open water" anfang märz auf snowstar records / subroutine record.

Samstag, März 09, 2019

hicks!: c joynes and the furlong bray


mit "triennale" dürfen wir in diese erstaunliche kollaboration hineinhören, die ende mai in einem album namens "the borametz tree" kulminiert, beisammen sind neben c joynes und dem dead rat orchestra auch unterstützer wie cam deas oder nick jonah davis. lasst Euch erstaunen:

Mittwoch, März 06, 2019

new rhythm (3): the spaghetti wings


der nachbar führt den handstaubsauger präzise durch sein auto. auf und ab, zunächst lichte linien auf dem mattschwarzen, glanzlosen kofferraumsims hinterlassend. mit zunehmendem werkeln entsteht eine immer dichtere struktur, eine linienvermengung, eine grenzsprengung, aus ordnung wird chaos, das chaos zu einem augenschmeichler. weil sich das auge im wirrwarr der muster wohlig verliert. im auftauchen beginnt die suche nach einem neuen ort der kontemplation.

ende märz erscheint auf from lo-fi to disco! das neue album der hamburger the spaghetti wings. das duo aus karsten j. genz und daniel freieck transfomiert mit ihrem zweitling namens "cherry picker" erneut d.i.y.-spektakel in eine ausgefeilte, finessenreiche und tragfähige, dabei nie überladene und dennoch spannende produktion.

der etwas duselige beat, die verhuschten spacesounds, der bedeckte gesang und eine stets im mittelpunkt zirkulierende gitarre bilden das geviert, in dem sich längst noch mehr elemente zu tummeln wissen. dicht verschnittenes, homogen gefügtes, kontrolliert abweichendes.

der billige pop wird in seine schranken verwiesen, dem wütenden rock der garaus gemacht, gesetzt wird auf die karten kraut, psych und elektro, und ohne verlegenheit auf melodie. jener heiteren konstante, die aus diesen homerecordingsessions in die welt lacht. wenn man sie ernst nimmt. wenn sie in unverbrämter atmosphäre an die hand genommen wird.

wir erinnern uns des wohnzimmerkonzerts vor ca. drei jahren, da die beiden herren uns musizierten, auf eine art, die man vielleicht mit einem freundlich durch das kopfhaar wuscheln umschreiben könnte. es ist ein beleben, ein anstupsen, den man unbedingt folgen will. ein aha-moment, doch wieder aufs spielfeld zurückzukehren. dafür sagen wir danke.

Sonntag, März 03, 2019

hicks!: kevin morby


photo taken by barrett emke

das scheint vielfach besonders zu werden. mit "no halo" hören wir in den ersten ausschnitt des neuen albums "oh my god", welches ende april auf dead oceans erscheinen wird. kevin morby mit zauberhaften klängen:

Freitag, März 01, 2019

hicks!: she keeps bees


photo by anna groth-shive

"kinship" heißt der neuling, der am 10. mai via bb*island bzw. ba da bing veröffentlicht werden wird, die erste single lautet "coyote" und ist bereits mit bildern bemustert, mit altbewährten tugenden: she keeps bees:

Donnerstag, Februar 28, 2019

hicks!: foxwarren

sehet und höret, sound, der die seele rührt, bilder, die mehr als stimmung suggerieren, das selbstbetitelte album ist gerade auf anti- (im letzten jahr auf arts & crafts) erschienen und bietet mit "sunset canyon" nicht nur ein kleinod auf: foxwarren:

Sonntag, Februar 24, 2019

hicks!: china


 viel anpassungsfähiger kann sich folkrock nicht gerieren und doch geht er zweifelsohne perfekt ins ohr. die zutaten stimmen einfach. das sanfte vokale, das anstreichen der vielfachen saiten, der gebremste beat. "marnie" ist ein appetithappen auf das neue album" an the nothing happened" (22. februar) des vierers aus san francisco:

Montag, Februar 18, 2019

hicks!: rosie tucker


so viel selbstverständnis, so viel erdige gelassenheit, so viel unband, freude, ernsthaftigkeit, die aus los angeles stammende rosi tucker veröffentlicht ihr neues album "never not never not never not" über new professor music am 08. märz, ein ausschnitt:

Sonntag, Februar 17, 2019

hicks!: flying fish cove


aus seattle, verantwortlich für erfrischenden indiepop, "johnny paper" ist ein erster hinweis auf das kommende debütalbum des vierers, der "at moonset" im april auf help yourself records veröffentlichen wird: flying fish cove:

Samstag, Februar 09, 2019

hicks!: lady lamb

anfang april erst erscheint das neue album von lady lamb, zuvor aber gibt es bereits mit dem titeltrack einen appetithappen und aussicht auf etwas intensives, kraftvolles und zugleich gefühliges:

Samstag, Februar 02, 2019

hicks!: rozi plain

so wir so, vor etlichen jahren: "vielleicht gibt es ja wirklich musik, die man besser versteht. nicht im analytischen sinne, sondern im emotionalen. die einen durchdringt und die in jeder zelle eine note platziert. die sich breit macht, ausströmt, eins wird mit dir. die dieselbe dna struktur aufweist, die jederzeit problemlos andocken kann, die den schlüssel besitzt, zu herz, hirn und seele."
um rozi plain ging es damals und ihr album "joined sometimes unjoined". die zeit verging und die eigentlich unter rosalind leyden firmierende künstlerin tourte und tourte, gern an der seite von oder mit this is the kit.
mit"symmetrical" hören wir nun erst einmal in das neue album "what a boost" hinein, das am 05. april über memphis industries erscheinen wird:

Dienstag, Januar 29, 2019

hicks!: h-burns

das album "midlife" ist für ende märz zu erwarten, vorab gibt es das formidable "crazy ones", zu welchem es sich easy tanzen lässt: h-burns (infos: elf jahre alt):

Montag, Januar 28, 2019

kitty solaris - cold city (2019)


eine zeile macht noch keinen sommer. die vergleiche hinken. sprichtwörter sind zum anlehnen dar. in berlin macht alles einen sinn. wo läge der unterschied? makel drängen sich auf. nichts, was man offensiv begutachtete. auseinandersetzung allerorten.
das treffen vor dem fenstersims nimmt gesichtslose gestalten auf, all die fremden im geviert. sind nicht neu. das war so, bleibt. und doch ist da bewegung. bedeutungen für heimat buchstabieren. ein leichtes. redundanzen vermeiden.

ein blick auf die stadt, auf sich in der stadt und die stadt in einem. im vexirbild des tränenreichen exzerpts eine buntheit, diversität, die zum stillen tanz einlädt. das verlassen ist ein ankommen. neu ist nur der gedanke daran. hilfe naht, wenn man sie ruft.
"cold city" ist bildstark und energisch, ist voller seele und vermittelt das hin- und hergerissen sein im bombastisch ruinösem. die verzweiflung ist längst kanalisiert und muss doch nicht im zynismus ertränkt werden.

kitty solaris brilliert mit gestochener unaufgeregtheit und ward selten ernsthafter. die selfmade attitüde ist gedämpft, die sideparts viel zu stark. steffen schlosser (drums, guitar), lucio capese (klarinette), roderick miller (keys).
saftiges gitarrenspiel, eindeutigkeit im drumming, das umfeld bewegt sich sacht cholorierend, die solaris singt mit verve und drängt doch mehr das thematische in den vordergrund als das eigene hübsche köpfchen. wenn vergleiche dann das ruppige des lou reed, die feierlichkeit einer patti smith, das unromantisch-politisierende eines billy bragg. doch das hier ist:
heimatsound!

"cold city" erscheint am 22. februar auf solaris empire.
 

Sonntag, Januar 27, 2019

hicks!: chris cohen

schöne nachricht: chris cohen legt ende märz nach, "green eyes" ist der erste hinweis auf das selbstbetitelte neue album:

Samstag, Januar 05, 2019

Hauskonzert – Ryan Lee Crosby & Band, 05.11.18

Wer kann, sollte stets ausblenden, dass der intime Blick in die eigene Häuslichkeit etwas Besonderes ist. Atmosphäre, das Loslösen vom Alltag, wenn es gelingt, die dicht gesponnenen Fäden der hier lebenden Persönlichkeiten, das Streitbare und der Frieden, die Behauptungen und die Beschlüsse. Wer kann, sollte dem Gewinn einen Augenblick gönnen, dem Gewinn an Freizügigkeit, an Begegnung, an Mut. Der Mut des Gegenübers sich zu präsentieren, der Mut jener, die sich in die Lebenswelt anderer begeben, um Anteil zu nehmenn.
Das sind von Zeit zu Zeit mal mehr, mal weniger. Aber stets eine illustre, immer wieder sich neu aufstellende Schar Neugieriger. Das wechselnde Publikum unserer Hauskonzerte offeriert, wie lebendig solch eine Unternehmung sein kann.

Innerhalb kürzester Zeit durften wir Ryan Lee Crosby, den stets sehr jugendlich wirkenden Bostoner Musiker in unseren vier Wänden begrüßen. Dass ihn diesmal eine Band begleiten sollte, machte das freudige Ereignis geradezu aufregend. Im März hatte er noch den Schweden Peter Thisell an seiner Seite gewusst, der jedoch ein eigenes Set zu spielen gedachte. Diesmal säumten den bärtigen Bluesbarden die beiden Musiker Jay Scheffler und Grant Smith.

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Während Grant am Boden sitzend die Kalabash „bediente“, verdingte sich Jay an der Mundharmonika. Zu dritt brachten sie eine Musikalie an den Mann, die sich zwischen Blues und afrikanischen Rhythmen und Klängen einen Weg zu bahnen wusste. Ryan und Jay beschäftigten sich konzentriert mit den drei Akkorden über zwölf Takte, nur Grant driftete immer wieder in eine eigene Welt ab. Sein stampfender Beat oder sein finessenreiches Spiel auf der aufgeschnittenen Gemüseschale belebten das Ensemblespiel ungemein. Hinzufügte sich der unaufgeregte, leicht gutturale Gesang Ryans, der uns schon so vertraut ist. Seine Lieder sind Fächer, die an heißen Sommertagen Kühle versprechen.

Doch irgendwie ist das alles auch mehr. Über das Konzert hinaus. Über die Lieder, die eigenen, die gecoverten Songs hinaus. Über die erste und zweite Begegnung hinaus. Es ist dieses Aufeinandertreffen zunächst fremder, sich später immer näher kommender Welten. Es sind die Gespräche, die Verquickung von Gedanken, das schnelle Einigen auf Werte und die Verabredung zu einer Gemeinsamkeit. Das ist so einfach und so wertvoll und so unwiederbringlich bestärkend. Man wollte multiplizieren. Und kann es dann doch nur immer wieder tun und dieser Welt etwas davon zutragen.

Hauskonzert – Cup & Wolf, 21.09.18

Sie sagen, ihre Texte seien vollkommen unpolitisch. Sie handeln von der Familie, von Freunden, von all jenen, die ihnen wichtig sind. Hier entspringen die Geschichten. Ganz einfach. Und doch emotional, nahe bei, wie man so sagt. Sei freundlich, das ist die Botschaft. Wenn das nicht politisch ist, sage ich. Gerade in diesen Zeiten. Dass sie in Chemnitz gespielt haben, als sie gerufen wurden, war selbstverständlich. In unserem Wohnzimmer? Ja, auch diesem Ruf sind Cup & Wolf aus Schweden gefolgt. How to keep caring.

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Hausshows sind fragile Angelegenheiten, von so vielen Indikatoren abhängig. Die Intimität, das Momentum, wenn die Musiker den Kontakt zum Publikum wagen, die Biersorte. Das Komödiantische ist jeglichem Versuch die Nähe zu überwinden immanent. Hier gilt es auszuhalten. Wer es wagt, gewinnt nur. Nur zu wagen, genügt aber auch nicht. Man muss sich einbringen, zwangsläufig. Dann bildet sich Gemeinschaft, schnell und auf Dauer angelegt. Wie eine Art Zwangsehe. Sobald der Funke springt, so lehrten es die letzten Veranstaltungen, gibt es kein Halten mehr. Die Musiker übten eine Stunde Beziehungslehre. Griffig die Ansprache, griffiger das Tasten unter der Haut. Obwohl die Noten brachen, die Rhythmik hieb- und stichfest war, die Gitarren munter lichterten, ging es uns an. Weil da die Worte Nähe zeugten und ein Talent entwarfen, Momenten einen Namen zu geben, das wir nur zögerlich empfangen könnten.

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Das erste Album wurde feierlich begangen und dem neuen schwer gehuldigt. Wie man es auch tun durfte. Finden sich doch Popmomente, an denen sich auch dauerhafter knabbern ließe. Weil sie Nehmerqualitäten haben, weil sie der Kritik trotzen, allzu wohlgeformt zu sein. Nein, mitnichten sind sie das. Sie sind energisch und wechselhaft, sind im Widerstreit des Kollektivs erwachsen und längst ein Zeugnis mannigfacher Erosion, gewappnet für den Dauereinsatz. Mittanzen wollte man, wenn es zwangloser wäre, mitsingen, wäre man der Worte mächtig gewesen. So sprangen lediglich die Noten von Mann zu Mann, das strahlende Lächeln, ausgetauscht auf hellen Gesichtern, ein Vergnügen in der Mitte des Seins.
Die Nacht war längst über uns, die Biere getrunken, die Gespräche noch im Gange, da leerten sich die Gedanken abschließend. Ein solcher Abend braucht kein Fazit. Aber er zieht die Lehren wie Motten das Licht. Seid freundlich.