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Montag, Oktober 07, 2019

hicks!: 22 pistepirkko


der irre, kirre power-poprock aus finnland, der sich einst auf "rumble city lala land" finden ließ, wird nun auf vinyl neuerlich verbreitet. herzlichen dank dafür an bone voyage recordings, die sich für hiesige landstriche bemühten, damit das 94er machwerk auch neueinsteiger beeindruck kann. 22 pistepirkko, ein grandioses trio, das man nicht versäumen darf, erst recht nicht mit diesem album, das sich etlicher einflüsse erfreuen kann, für die manche sich schämen würden, aber nicht diese jungs, die daraus eine vortreffliche mixtur kreierten. selber hören!

Donnerstag, Januar 12, 2017

neue töne (1711): janne westerlund


photo by hans eiskonen

über "marshland" hatten wir im februar des vorletzten jahres berichtet. heute bezeichnet das veröffentlichende label das album als das dunkelste bluesalbum ever, das in finnland je veröffentlicht worden ist. wir schrieben damals:
rau die stimme, belegt wie nach durchzechter nacht. aus dem rumpf entsteigt sie fiebrig, kehlig, waidwund. und dennoch schlägt sie sich eine bahn. zwischen den dumpf rollenden beat, die schweissnasse harmonika, das kreisende holz. janne westerlund bläht nichts auf, wirft sich maximal in den hall oder sucht verstärker wie mäanderndes flötenspiel, stimmen, die aus dem off speien. der rest ist vom schnickschnack befreites musizieren. ganz nah dran am blues, an tradierten formen des folks, heruntergebrochen, in dürftigkeit, amen. saitenspielereien, schelmereien, eulenspiegelerische lust, zuweilen. minmal.
der in den frühen siebzigern geborene musiker kann bereits auf eine erkleckliche vita verweisen. da finden sich zunächst all die mitwirkungen in bands wie plain ride, chainsmoker, circle oder pharaoh overlord, rückzublicken bis in die 90er, da er mit sweetheart seine erste truppe beisammen hatte. mittlerweile spricht man von über fünfzig alben, auf denen westerlund mitgewirkt hat. ungewöhnlich dabei vielleicht ist seine treue zu ektro records, die sich durch viele seine projekte zieht. so auch die erst im jahr 2012 gestartete solokarierre. damals erschien sein erstling. "oran", zwar noch auf 9pm veröffentlicht, folgt in diesem jahr der nachfolger "marshland" neuerlich auf ektro.
mit dem finnen westerlund geht man musik wieder etwas mehr auf den grund. er verzichtet auf die theatralik eines david eugene edwards und sucht gleichzeitig diesen zeitversetzten ausdruck, der sich vermeintlich aus urgründen besetzt. die ahnung einer wesenheit, einer lesart vielleicht. es gibt menschen, die sind unserer vergangenheit näher. westerlund gehört sicher dazu. blechern bricht das banjo die stimmung, worte stolpern im zwist hervor. ein wurmstichiger dulcimer flirrt, zittrig der gesang. im keckernden rhythmus des greinenden. ein singsang durch die zeit.
mit seinem neuen album, so das label heute nun weiter, versucht westerlund wieder ans licht zu finden: "by deploying means ranging from the choral exploration of "so messed up" to the obsessedly monotonic boogie of "run no more", completed with two songs from circle's repertoire, he manages to come up with a captivating, sorcerous journey for an album.", heißt es dort also. "there's a passage" wird am 17. februar auf full contact records erscheinen und enthält unter anderem nachfolgende tracks. ersterem erlaubt man die herkunft der klangwelt wegen, der zweite dem idiom. zwischen folk und blues, zwischen tradition und hier und jetzt changierend, wiederbelebt die musik eine ahnung von mehr. die preview sollte verheißung genug sein, um mitte februar seiner zu erinnern und einkaufen zu gehen.

Freitag, September 16, 2016

eingestreut (982): janne westerlund



in der wiederholung liegt die kaft. wir verweisen deshalb gern noch einmal auf unseren artikel aus dem letzten jahr in sachen janne westerlund:
rau die stimme, belegt wie nach durchzechter nacht. aus dem rumpf entsteigt sie fiebrig, kehlig, waidwund. und dennoch schlägt sie sich eine bahn. zwischen den dumpf rollenden beat, die schweissnasse harmonika, das kreisende holz. janne westerlund bläht nichts auf, wirft sich maximal in den hall oder sucht verstärker wie mäanderndes flötenspiel, stimmen, die aus dem off speien. der rest ist vom schnickschnack befreites musizieren. ganz nah dran am blues, an tradierten formen des folks, heruntergebrochen, in dürftigkeit, amen. saitenspielereien, schelmereien, eulenspiegelerische lust, zuweilen. minmal.
der in den frühen siebzigern geborene musiker kann bereits auf eine erkleckliche vita verweisen. da finden sich zunächst all die mitwirkungen in bands wie plain ride, chainsmoker, circle oder pharaoh overlord, rückzublicken bis in die 90er, da er mit sweetheart seine erste truppe beisammen hatte. mittlerweile spricht man von über fünfzig alben, auf denen westerlund mitgewirkt hat. ungewöhnlich dabei vielleicht ist seine treue zu ektro records, die sich durch viele seine projekte zieht. so auch die erst im jahr 2012 gestartete solokarierre. damals erschien sein erstling. "oran", zwar noch auf 9pm veröffentlicht, folgt in diesem jahr der nachfolger "marshland" neuerlich auf ektro.
mit dem finnen westerlund geht man musik wieder etwas mehr auf den grund. er verzichtet auf die theatralik eines david eugene edwards und sucht gleichzeitig diesen zeitversetzten ausdruck, der sich vermeintlich aus urgründen besetzt. die ahnung einer wesenheit, einer lesart vielleicht. es gibt menschen, die sind unserer vergangenheit näher. westerlund gehört sicher dazu. blechern bricht das banjo die stimmung, worte stolpern im zwist hervor. ein wurmstichiger dulcimer flirrt, zittrig der gesang. im keckernden rhythmus des greinenden. ein singsang durch die zeit.
aktuell ist auf eine split 7" zu verweisen, auf der neben westerlund auch jukka nousiainen zu hören sein wird. "kuoleman lautturin tytär / siivet kii" wird mitte dezember auf elektro records erscheinen. den starken westerlund track gibts nachfolgend. kein kommentar.

Mittwoch, Februar 17, 2016

glotzt nicht so romantisch (674): talmud beach


die finnen von talmud beach bereiten sich auf den zweitling vor. "chief" benannt, wird er am 18. märz auf svart records erscheinen. das neue label verspricht, dass sich wenig geändert haben wird. nach wie vor gleite das trio auf einem boogie-beschwingten blues dahin. nur etwas vielfältiger, etwas mehr farbe, etwas mehr schattierung sei vorhanden. irgendwo zwischen robert johnson und 22 pistepirkko zuhause, findet die band den rechten zuhörer in jenem, der nicht den lautstärkeregler bis zum anschlag drehen muss. wir zeigen Euch beispielware auf, nebst video.
ein ausschnitt aus unserer review des debüts 12/13:
"eine melodieführende gitarre kämpft um die gunst des hörers. männlicher, zuweilen gedoppelter gesang in falsettnähe zwängt sich ins bild. ein fernes tönen, psychedelica in light, ausgestossen von einer elektrischen sechssaitigen. der beat ist uneitel, das blech scheppert zuweilen athletisch. der groove stimmt. ganz abgesehen davon, dass die musik der drei finnen eine form der hypnose darstellt. redundante parts fordern die wahrnehmung auf ganz besondere weise. wer sich hingibt, wird geschmeidig ins transzendente geführt. verantwortlich dafür sind mikko siltanen am bass, vorsänger und (ex-) mitglied in verschiedenen bands des heimatlands, petri alanko an den drums und nicht weniger verdient um den gesang, ebenfalls in den unterschiedlichsten kombos am start sowie aleksi lukander an der gitarre, den der blues quasi von der straße weg fing, als er es in sachen taxidriver mal so richtig losgehen lassen wollte."

Samstag, Dezember 05, 2015

glotzt nicht so romantisch (658): nightbird


photo by aino aksenja

das ist eine alte stimme, wenngleich sie einer noch jungen person gehört. unter dem moniker nightbird agiert anna-stina jungerstam, eine singer/songwriterin aus ostrobothnia mit sowohl finnischen als auch schwedischen wurzeln. ihr debütalbum erschien am 20. november auf margit music und wird von uns mit einem song daraus vorgestellt, "singing in the rain" zusätzlich in der verfilmten variante. schlicht und wunderbar.




Freitag, Januar 21, 2011

konzert:: 22 pistepirkko, 19.01.11


für ein ungeplantes interview mit den drei herren von 22 pistepirkko hatte ich kräftig mein finnisch aufpoliert. gut vorbereitet fühlte ich mich, nachdem ich die reihung mehrerer mir bekannter nordmannischer künstler-, sportler- und welches ruhmes auch immer gewürdigter persönlichkeiten am stück und in individueller aussprache qualifiziert vor mich hin murmeln konnte. so übte ich noch vor betreten der kranhalle im feierwerk münchen die beispielhafte aufzählung von pellonpää - kaurismäki - häkkinen, flocht gar martti oiva kalevi ahtisaari zur auflockerung ein, über raikkönen - kovalainen - hautamaeki schloß ich schließlich mit paaslinna - sillanpää - nurmi ab. als einstieg befand ich dies recht großartig. schon an der kasse aber die unvermittelte ausnüchterung. kein gästelistenplatz, keine begleitung durch hostess gleiches personal auf die reservierten sitze, kein aufmischen der szenerie durch besondere beachtung und schon kein bock mehr auf gespräche in fremden sprachen. da war sie hin die gute laune, die ich über eine stunde autofahrt so fleißig bemuttert hatte. zudem musste ich mir vom ausschank noch erklären lassen, wie die hier übliche formel für das bestellen eines lumpigen hellen bieres wäre. man war ich angefressen. hatte ich doch glatt vergessen, ein "bitte" mit einzuflechten. ich trat mir selbst auf die füße und zwang mich zur ordnung. schließlich wäre es für alle beteiligten von nachteil gewesen, wenn ich das mobiliar, die bar, den kleinen zuschauerraum, die anlage, ach, das gesamte feierwerk zerlegt hätte. zudem hatte ich begleitung, die ich unter keinen umständen einer peinlichen situation aussetzen wollte. ich schlürfte also mit den hufen scharrend an meinem teuren bier und harrte der dinge, die da kommen würden. die drei finnen asko (bass, keyboard, effektgerät), pk keränen (gitarre, gesang) und espe haverinen (drums, gesang) hatte ich zuletzt im april 2008 im 59:1 gesehen. ein auftritt, der u.a. deshalb so gut in erinnerung blieb, weil er von der veröffentlichung des sehr guten "(well you know) stuff is like we yeah" begleitet war. auf ähnliche unterstützung musste man dieses mal verzichten, denn der neue output des dreiers wird erst im frühjahr erscheinen. doch dies tat dem auftritt von 22 pistepirkko keinen abbruch. die drei fesselten von der ersten sekunde an. nicht unüblich, dass sich zunächst pk keränen in solo die ehre gab und zwei zur gitarre begleitete songs zum besten gab. schon bald aber stiessen die kollegen dazu.

espe, dieses mal wesentlich aufgeräumter, munterer, agiler, an den drums, unschlagbar, im wahrsten sinne des wortes, forcierend, eingrenzend beizeiten, tempo herausnehmend, betonend, immer akzente setzend, und pk's bruder asko, der immer wieder für belustigung sorgende basser, keyboarder und gelegentliche ansager, der neben seinen musikalischen fähigkeiten vor allem mit seiner gelenkigkeit punktete. die hakeligen bewegungsabläufe, da ein bein das andere umrundete und sich der oberkörper über schwerpunkte hinwegsetzte, sind ein schauspiel für sich. gemeinsam zelebrierten sie über gute ein einhalb stunden hinweg ihr fantastisches finngarage- konzept. eine mischung aus blues, garagerock und psychedelic. nicht selten, dass asko via keyboard oder am boden befindliche gerätschaften für giftige schleifen sorgte, für tonale abwanderungen, für verzerrungen, noiseattacken, ergänzt um die kleinen feedback veranstaltungen seines bruders an der elektrischen und gelegentliche feuerwerke aus richtung des kleines drumsets. sehr belebend. im gegensatz zu dem in recht dürftiger anzahl angetretenen publikum (100?) und seiner nur als magelhaft zu bezeichnenden jubelattacken. das war schon eher reserviert. schade.

denn die finnen hätten sicher noch eine schippe drauflegen können. so blieb das miteinander nicht nur symbolisch durch einen breiten graben zwischen bühne und den ersten zuhörern ausgedrückt. ich hatte dennoch meinen spaß. egal, ob espe sang, er begab sich dazu nach vorn und brachte innig ständchen, mit einer warmen, etwas trocken klingenden stimme, oder ob pk mit seinem hellen, von zu viel dunkelheit gestreiften gesang antrat. die drei hielten zusammen und blieben bei aller routine und eingeschworenheit flexibel und innovativ.

hervorzuheben sind pk's gitarrespiel, ob mit bottleneck, über die saiten schleifend töne entlockend oder straff angerichtet, immer eine freude, perlend, aggressiv oder mit freundlichem ausdruck (und dabei erinnert er mich unaufhörlich an den ollen neil young, den gesichtszügen, den bewegungsmustern an der gitarre nach usw.). darüber hinaus liebe ich das unaufgeregte und dennoch so beflissentliche drumming, das so wundervoll durch den rutschbereiten und quirligen bass askos, der ständig in bewegung und deshalb kaum ins bild zu rücken war, ergänzt wurde.

die setlist muss ich Euch vorenthalten, dafür bin ich in der breiten diskografie der finnen nicht ausreichend beheimatet, dafür spielen sie zu oft aus dem bauch und füllen ihr set um unzählige cover auf. dank des tourmanagers weiß ich aber, dass jedes der aktuellen konzerte eine mischung aus altem und ganz neuem material darstellt. insofern, es lohnt sich, die jungs auf den zukünftigen stationen nicht zu verpassen. übt vorher noch ein wenig finnisch, dass Ihr im bedarfsfall akzentfrei auf was auch immer reagieren könnt.

zu guter letzt sollen dos hermanos nicht unerwähnt bleiben, die den sehr gelungenen abend (abgesehen vom start, you know) eröffneten. bei diesem duo handelt es sich um die g.rag y los hermanos patchekos mitglieder senor g.rag, der via megaphon verfremdet sang und gitarre spielte und allerhand bekloppte (siehe foto) und josé aka the black rider, der ebenfalls eine gitarre bediente, ebenfalls perkussion betrieb und zudem sang, allerdings ohne zusätzliche verstärkung, die ein angeschlossenes mikrofon nicht liefern könnte. ihr repertoire umfasste neben eigenen stücken auch werke von hank williams oder fats domino. sie gefielen mir als eine mischung aus two man gentlemen band, trio und the baptist generals. wer damit nichts anzufangen weiß, kann sich über die audiobeispiele hinaus gern einmal mit diesen beiden gewieften burschen beschäftigen.
dos hermanos - schipper
dos hermanos - outside the palace

22 pistepirkko
21.1.2011 Salzburg, Arge A
22.1.2011 Ebensee, Kino
23.1.2011 Wien, Chelsea
10.2.2011 Amsterdam, Bitterzoet
11.2.2011 Arlon, L'Entrepot
12.2.2011 Bruxelles, Le Botanique
17.2.2011 Paris, Batofar

Freitag, April 11, 2008

konzert: 22 pistepirkko, 10.04.08

mein konzertkalender ist einer der orte, wo ich mich am liebsten aufhalte. mit dem finger fahr ich über die künstler und veranstaltungsorte hinweg und beame mich in die atmosphäre des jeweiligen clubs und erträume mir ein fantastisches erlebnis. an die realität gebunden, muss ich jedoch immer wieder feststellen, dass die auslassungen größer sind als die tatsächlich erfahrenen konzertbesuche.
22 pistepirkko allerdings hatte ich mir auf den unterarm tätowiert, so dass ein verpassen, versäumen oder eine terminüberschneidung mit dem eismann, dem gasableser oder kohlenlieferanten auszuschließen war. und? es klappte, ein derart konsequentes, zielorientiertes und schließlich erfolgreiches vorgehen muss ich mir zwar nicht patentieren, aber zur angewohnheit werden lassen. dabei sollten aber die gravuren auf meiner haut zukünftig kleiner ausfallen. sonst ist meine konzertsaison beendet, bevor sie richtig startet.
der club 59:1 war mir bis dato eine unbekannte institution, obwohl direkt an der sonnenstraße, im herzen münchens gelegen. in einem unscheinbaren hochgebäude dringt eine kleine passage mutig ins innere des betons und eröffnet einblick. vor dem schmalen eingang steht ein ordner, wie er besser nicht hätte für einen oi!- oder skinheadverlustigungsabend abgestellt werden können: bomberjacke, blähbauch, stiefel, aufgerollte jeans und die obligatorische glatze. es fehlte nur, dass er mich hätte antatschen wollen. zu gegebener zeit stellte sich heraus, dass es sich um einen verträglichen zeitgenossen handelte, der "grüß gott" und "guten weg" beherrschte. wer, wenn nicht wir, weiß, dass man das album nicht nach dem cover beurteilen soll.
der club selbst ist eine halbdunkle, in orange gestrichene höhle mit garderobe (immer von vorteil), platz für zwei djs, einem ordentlich langen tresen vor einer unauffälligen bar und einigen sitzgelegenheiten: couch, sessel, barhocker. die befüllung des 59:1 ging zügig vor sich, so dass bereits gegen 21.00 uhr ein fadenscheiniges gedränge beginnen konnte. hätte ich nicht zuvor auf einem plakat aufgeschnappt, dass mit bonaparte eine vorband antreten würde, wäre ich etwas irritiert gewesen, warum sich das auditorium so früh der bühne und nicht dem getränk zuwendete. nun denn, die holzplattform betreten vier junge männer, maskiert und kostümiert und legen einen "59:1, munich, party begins"- knaller auf. danach folgen einige sehr appetitliche funk 'n roll rocker, die zweifelsohne ähnlichen charakter aufwiesen, aber aufgrund des fulminanten einsatzes aller charmant, aufwiegelnd und bekömmlich daherkamen. red hot chili peppers waren meine erste assoziation und ich sollte diese über das ca. halbstündige set hinweg nicht mehr verlieren. wenn ich einen gesprächsfetzen richtig untergebracht habe, handelt es sich bei bonaparte um eine band aus berlinern und schweizern, die ihr programm gern auch von leicht bekleideten tänzerinnen untermalen lassen. gestern war es nur eine, die ihren auftritt jedoch sehr kontrolliert absolvierte.
vielleicht wollte sie nicht so vielen alten säcken einheizen, wie sie einerseits im publikum ausreichend verteilt waren und anderseits kurz darauf auf die bühne stiegen. 22 pistepirkko spielen seit 1980 erst innerhalb finnischer grenzen und nunmehr auch schon eine halbe ewigkeit für den rest der welt auf. am start: asko (bass, keyboard und allerlei effektgerät), sein bruder pk keränen (gitarre, gesang) und espe haverinen (drums, gesang). sympathen ohne frage und könner ihres fachs. der sound war vorbildlich, wie lange nicht gehört, eine ausgewogene lautstärke, perfektes zusammenspiel der instrumente bis hin zur erfassung von glockenspiel und tralala (Eurer phantasie überlassen). das aktuelle album "(well you know) stuff is like we yeah" spiegelt sehr gut wieder, wo die drei mannen derzeit stehen. kraftvoller rock 'n roll mit einer schwitzigen liebe für das psychedelische moment, verzicht auf artifizielles, dafür suche nach originalität in altbewährter gitarre/bass/drums- aufstellung. und hierin liegt wohl ihre stärke. die songs haben persönlichkeit, eine oder mehrere geschichten zu erzählen, die von pk mit seiner hellen stimme dargeboten werden, gekonnt ausgeschmückt und mit wumme vorgetragen. eine blaupause gibt es nicht, einzig durchscheinend die freude und das friedliche engagement der drei.


müde waren sie, vor allem der drummer, dem zwischenzeitlich mal der stick aus der hand flog, worauf asko konterte, dass man nun wenigstens davon ausgehen könnte, dass es sich um eine live- veranstaltung handele, da nur dort fehler geschehen. müde blieben sie aber nicht. denn song für song pirschten sich 22 pistepirkko an ihre idealform. hatte man zu beginn des konzerts das gefühl, dass manchem song das genick gebrochen wurde, uferten die titel später immer mehr aus, wurden ausgekostet und mit gitarrenfeedbacks und irrem, gewaltigem miteinander belebt. die band erinnerte an das orgiastische spiel yo la tengos, die dynamik, das halsbrecherische winden, das inniglich verknüpfende. etwas mehr ausgelassenheit wäre schließlich auch bei den anwesenden erwünscht gewesen, aber nur einige wenige zog es zu körperlicher betätigung. der kommunikation tat es aber keinen abbruch, denn schließlich parlierten die finnen auch wünsche des publikums und asko, der bedanker und wortführer ersten grades, hatte neben seinen veitstanz ähnlichen einlagen auch manchen gag auf lager. leider bin ich in der discography 22 pistepirkkos nicht so bewandert und kann keine setlist liefern. in jedem fall waren in ihr eine geraume anzahl titel des aktuellen albums untergebracht, u.a. "suburban ladyland", "sky girl", "zombie", "crazy meat" und eines der highlights "frankenstein" von bare bone nest aus `89. mit guten zwei stunden spielzeit entschädigte mich die band für manch verpasstes anderes konzert. in meinem konzertkalender findet sich nun ein dickes rotes herz, direkt über dem 10.04.08.
"eleven"- demoaufnahmen:
22 pistepirkko - taxi 74
22 pistepirkko - coma moon
22 pistepirkko - sad lake city

Bonaparte - Love Dangerous Living Kills
Bonaparte - Too Much!