Posts mit dem Label ryan lee crosby werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label ryan lee crosby werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, Januar 05, 2019

Hauskonzert – Ryan Lee Crosby & Band, 05.11.18

Wer kann, sollte stets ausblenden, dass der intime Blick in die eigene Häuslichkeit etwas Besonderes ist. Atmosphäre, das Loslösen vom Alltag, wenn es gelingt, die dicht gesponnenen Fäden der hier lebenden Persönlichkeiten, das Streitbare und der Frieden, die Behauptungen und die Beschlüsse. Wer kann, sollte dem Gewinn einen Augenblick gönnen, dem Gewinn an Freizügigkeit, an Begegnung, an Mut. Der Mut des Gegenübers sich zu präsentieren, der Mut jener, die sich in die Lebenswelt anderer begeben, um Anteil zu nehmenn.
Das sind von Zeit zu Zeit mal mehr, mal weniger. Aber stets eine illustre, immer wieder sich neu aufstellende Schar Neugieriger. Das wechselnde Publikum unserer Hauskonzerte offeriert, wie lebendig solch eine Unternehmung sein kann.

Innerhalb kürzester Zeit durften wir Ryan Lee Crosby, den stets sehr jugendlich wirkenden Bostoner Musiker in unseren vier Wänden begrüßen. Dass ihn diesmal eine Band begleiten sollte, machte das freudige Ereignis geradezu aufregend. Im März hatte er noch den Schweden Peter Thisell an seiner Seite gewusst, der jedoch ein eigenes Set zu spielen gedachte. Diesmal säumten den bärtigen Bluesbarden die beiden Musiker Jay Scheffler und Grant Smith.

IMG_2379

Während Grant am Boden sitzend die Kalabash „bediente“, verdingte sich Jay an der Mundharmonika. Zu dritt brachten sie eine Musikalie an den Mann, die sich zwischen Blues und afrikanischen Rhythmen und Klängen einen Weg zu bahnen wusste. Ryan und Jay beschäftigten sich konzentriert mit den drei Akkorden über zwölf Takte, nur Grant driftete immer wieder in eine eigene Welt ab. Sein stampfender Beat oder sein finessenreiches Spiel auf der aufgeschnittenen Gemüseschale belebten das Ensemblespiel ungemein. Hinzufügte sich der unaufgeregte, leicht gutturale Gesang Ryans, der uns schon so vertraut ist. Seine Lieder sind Fächer, die an heißen Sommertagen Kühle versprechen.

Doch irgendwie ist das alles auch mehr. Über das Konzert hinaus. Über die Lieder, die eigenen, die gecoverten Songs hinaus. Über die erste und zweite Begegnung hinaus. Es ist dieses Aufeinandertreffen zunächst fremder, sich später immer näher kommender Welten. Es sind die Gespräche, die Verquickung von Gedanken, das schnelle Einigen auf Werte und die Verabredung zu einer Gemeinsamkeit. Das ist so einfach und so wertvoll und so unwiederbringlich bestärkend. Man wollte multiplizieren. Und kann es dann doch nur immer wieder tun und dieser Welt etwas davon zutragen.

Samstag, Dezember 26, 2015

in eigener sache (90): top 10 blogposts 2015

eine hübsche idee, die ich geklaut habe. also, selbst einmal zu schauen, was die schönsten inhalte im vergangenen jahr waren, um sie aneinandergereiht zu präsentieren. wenn Euch das gefällt, freue ich mich über kommentare, über eigene bestenlisten, überhaupt über feedback zum musikalischen jahr 2015, abgebildet im klienicum.


10.) jeremy waun: ein post aus dem februar, der belegte, dass es von diesen kleinen, unscheinbaren veröffentlichungen stets genug gibt. die nicht nur traulich, sondern vor allem musikalisch wertvoll und qualitativ hochwertig, neu sind: "einem mehr als engagierten gitarristen aus detroit, der seiner saitenkunst so unverblümt auf die finger schielen lässt. da gibt es keinen doppelten boden, kein arg, keine täuschung. offen aufgespielt, schrammelnd, voller mechanischer belastbarkeit. keine rücksicht auf verluste. die songs sind unscheinbar, mit entlegenen lyrics und doch so nah. es ist das nachbarschaftliche aufspiel, der gruß unterm brombeerstrauch, der halt auf halbem weg. ein paar jahre zurück lässt sich sein weg verfolgen, der durchaus von soundspielereien durchkreuzt wird, am ende aber wird stets die sechssaitige, unter anstrengungen hergenommen, obsiegen. die "city vibes" langspielplatte ist in einer sehr kleinen auflage erschienen, wer sie mag, sollte flink entscheiden." der rest: hier.


09.) ryan lee crosby / thisell: natürlich stets eine besondere angelegenheit ist es, wenn musikalische gäste ins haus kommen, hier gleich im doppelpack: "die intensität der gemeinsamen erfahrung geht unter die haut, weit unter subcutanes gewebe. vielleicht bildet sie dort etwas, was bleibt. was für jeden identifizierbar bleibt, der dabei war oder der etwas ähnliches erlebt hat. man wechselt plötzlich die straßenseite, weil man magnetisch angezogen wird und dort streift man jemanden und verspürt für einen moment so etwas wie heilung. wenn es eine art zahnreinigung für die seele gäbe, dann wäre es solch ein konzertabend. es wird geputzt und gewienert, aufgeräumt, vielleicht umgestellt und neu postiert. aber nachher fühlt man sich wohler denn je.", weiter hier.


08.) joanne robertson: ohne es vorwegnehmen zu wollen, die junge dame aus blackpool hat in diesem jahr einen standard gesetzt, wir hörten unter anderem: "simplizität des moments. vokale ausformung, mit dem gesangsorgan graduiert, in den raum gestellt, den schwingungen übergeben. der sound fast billig, hohl, als lebte er den augenblick fort, in dem er entworfen wurde, ganz egal wo und mit wem auch immer. so gesellt sich die musik, wie liebe sich zu füssen legt. einfach, genügsam, bar jeglichen stolzes und bar jeder forderung. die stimme brüchig oft, im rändern beflissen, darüber hinaus bewegt. wie benommen die hörerschaft. die gefangennahme ist unverfänglich zunächst, andauernd in der fortsetzung. gitarrenmuster bilden die stäbe für ein stabiles geviert, joanne robertsons gesang entwirft das schloss, dessen schlüssel längst verloren ging." hier mehr.


07.) homemade empire: es ist ein ganz persönliches vergnügen, weil diese stille musik nur selten gehör findet. dabei ist gerade das aktuelle album des holländers eine offenbarung: "gegenüber dem vorgänger "defenestration" wirkt der neuling instrumental etwas wacher, konturierter, weniger ins nebulöse verschoben, nur der gesang bleibt weiterhin bedeckt, mittelbar, ins off verschoben. dabei sind die geschichten, die de kroon erzählt, alles andere als blass. wenngleich nicht immer erbauend, so korrespondieren sie doch hervorragend mit seinem sadfolk, zuweilen doomfolk, fuzzfolk, vielleicht problemfolk. der stimmungen sind ebenso viele auszumachen." der rest hier.


06.) diane cluck: der wenigen konzerte in diesem jahr eines, welches uns diese amerikanerin schenkte, hier wurden alle hohen erwartungen vollends erfüllt: "diane cluck ist ein wacher, offener und zugleich in vermeintlich unverbrüchlicher sicherheit in sich ruhender mensch. ihr blick streift nur, da fühlt man sich bereit ermahnt. und doch entblößt sie eine angespannte, alte seele, die zur sprache, zu tönen klingen möchte. es ist die bewegung, die sie zugänglich werden lässt, das manische rudern in den klangkörpern, der befreiungsschlag, ein ums andere mal. cluck ist frei von manierismen, frei von sensibilitäten." der erschöpfende rest.


05.) orange blossom special festival 19: natürlich darf das obligate pfingsterlebnis nicht in dieser aufreihung fehlen, weil es auch in diesem jahr nicht enttäuschte: "höher, schneller, weiter. geht nicht mehr. alle grenzen sind erreicht. das orange blossom special festival ist bereits fabelhaft. so dass man, wenn es einst keine festivals mehr gibt, wenn musik nur noch eine entfernte erinnerung ist, wenn das dasein darauf heruntergebrochen ist, das überleben zu sichern, grauer vorzeiten gedenkt - an mancher stelle im weserbergischen werden eigenartige fundstücke gehoben, zerfranste schweineholzohren, reste von schwarzem kunststoff mit rillen darin, etiketten unbekannter getränkemarken und spuren von schweiß, sonne und glückseligkeit - da sich eine kundige masse mensch in der mitte deutschlands traf, um sich zu harmonischen klängen irrig lächelnd zu bewegen, antriebskraft musik war, die etwas in uns zum klingen brachte, wie es dem alltag nur selten gelang." alle berichte zum obs hier.


04.) kristy and the kraks: wieder einmal hat das unglaubliche totally wired records label aus wien zugeschlagen und ein top-album an den start gebracht: "rumpelig, döbernd der schlaggewerkte beat, dazu hämmert die e-gitarre hölzern, dem twang dennoch nicht abhold die nummer. sich kopfnickend einfindend in einer welt, die am punk naschte, dem garage zufiel und auf der flucht in die arme der sixties rannte. der groove ist leicht gedrillt, die feste hand lässt sich spüren, disziplinierung allerorten, als würde ansonsten das gefüge auseinander brechen. die beiden gesangsstimmen wirken, tragen auf, bestimmt, ja, aber nicht wie erwartet giftig." hier geht es weiter: klick.


03.) chorusgirl: vielleicht war dieser post und alle um die londoner band herum so wertvoll, weil ihnen ein persönlicher kontakt vorausging, so wird musikgenuss auf eine besondere weise lebendig, dazu dieses tolle album: "thematisch erinnern die lyrics zwar an momente der trauer, des aufgebens, an entfremdung und einsamkeit, musikalisch aber wird dem eine stilvolle und ungemein euphorische ensembleleistung entgegengesetzt. vorbildlich wie sich dieser herrlich erdige gesang in leichten hall schieben lässt, das flink pulsierende schlagwerken bestätigt die ausrichtung, ein synthiefegen wischt die nummer "no moon" ins intransparente." usw. usf. hier.


02.) great dynamo / the spaghetti wings: eines der wenigen jahre, in denen wir es auf zwei hauskonzerte gebracht haben, keines wird vergessen, auch dieses brachte großes hervor: "das ist pop, durchaus auf eine artifizielle art, versponnen genug, um nicht als süffig zu gelten, liquide genug, um nicht zu verstören. die orgel, aus den siebzigern gerettet und in hölzernes kleid gewandet, jammert, die harmoniegesänge bebildern, ein grundierendes raunzen auf der sechssaitigen." / "aus der tiefe einer konstruierten songsstruktur pult nun der hörer eine melodiöse weissagung, während der akteur sich zwischen den geräten aufreibt, hier schraubt, dort die pedale bewegt, hier justiert, dort manipuliert. inter- und intramaschinelle aktion, die zweifelsohne erstaunliches zutage fördert." mehr.


01.) yo la tengo: die lieblingsband tritt an, aber nicht in der nähe, da geht es schon mal nach berlin. denn so ein ausflug kann nur eine gelungene angelegenheit werden: "wer zu einem akustischen abend einlädt, der wird auf seine knaller verzichten müssen. wer auf knaller verzichtet, muss noch lange nicht weichspülen oder knalleffekte missen lassen. bei exzellenten soundverhältnissen gebiert die band aus hoboken einen kargen klangkosmos, in dem die einzelnen elemtene schnell zu einander finden, um bekanntes, neues, wieder zu entdeckendes mit ausdruckskraft, wenn notwendig mit verve darzubieten. hier routiniertes, dort belebend arrangiertes, stets im moment platziertes, als fügten sich selbstverständlichkeiten nach und nach an den rechten ort." um einiges mehr dann hier.

Donnerstag, März 19, 2015

konzert: ryan lee crosby / thisell, 16.03.15

(thisell, ryan lee crosby, soundcheck, photo by klienicum hauskonzerte)

was auch immer sich in dieser welt kreuzt, es eint sich. wenn es guten willens ist, wenn es sich auf den menschlichen fundamenten gegründet sieht. so verwundert es nicht, dass der süden schwedens sich mit dem nordosten amerikas verbündet, um auf gemeinsamer konzertreise durch europa um musikalischen einlass zu bitten. und selbstredend einlass zu finden. denn so wie die geografische vielfalt hoffnung in sich trägt, so weist die genrefreude noch mehr über die horizonte hinaus, die uns einengen und uns bedrängen wollen. so kernen wir aus und laden ein und wie sich die welt in unseren hallen dreht, so dürfen wir uns kreisend sehen in den herzen, köpfen jener, die uns besuchen. still lag das haus gerade noch in eitler umgebung, in quasi fremdem geviert, nah bei und ferne doch von allem, verbundenheit gezügelt, die sich aus den vielfältigen möglichkeiten speist, umgeben, aber nicht mitten drin, da gerät die aus der not geborene enthaltsamkeit in unruh.
begegnungen, die sich flüchtig geben, aber widerstehen, weil sie gebunden sind und nicht lose wie ein frisch geschlüpfter vogel. als wäre man auf bestimmte momente gut, besser vorbereitet. als trüge die frühe entsagung den preis auf prallen reichtum schon in sich. vielleicht ist aber auch einer veranstaltung wie einem hauskonzert die notwendige enge immanent, das unausweichlich bedrängende, die intensive persönlichkeitsnahme. die eigene aufgeregtheit ergänzt sich um jene der anderen, das entscheidende momentum zum für und wider zerbirst unter gegenseitiger empathie und eröffnet mit schwung den gemeinsam zu gehenden kurzen weg.
wenn sich so früh spannungen legen, wirkt alles andere wie ein kinderspiel, die verabredungen sind getroffen, noch bevor man sie ausgesprochen hat, die hilfestellungen, die kleinen gesten mit der kundigkeit eines wahrhaftig wahrgenommenen augenblicks. das erdet und beschwingt, vermittelt den gedanken auf völkerverständigung auf nicht nur eindringlichste, sondern zugleich simpelste weise.
und was pathetisch klingen mag, ist im kern die wesenheit, auf der wir unseren erfolg und/oder unseren ruin erbauen, zeigt auf, wozu wir fähig oder eben nicht in der lage sind.

wer auch immer noch oder in naher zukunft die möglichkeit haben sollte (tourdaten aktuell: klick), sich ryan lee crosby oder thisell ins haus, in den club zu laden, sollte dies tun. denn er wird nicht nur versierte musiker antreffen dürfen, sondern vor allem liebenswerte menschen. eine natürliche freundlichkeit, höflichkeit, zuvorkommenheit ausstrahlend, die sich lebhaft in der ausübung ihres handwerks widerspiegelt, kennzeichnet die vier. wie sich nach und nach die unterschiedlichen charaktere herausschälten, durfte man beobachten, mehr noch erahnen, für ein darüber hinaus war die zeit zu knapp. konstatieren wir eine entspanntheit, die lediglich im angang zum konzert nachließ.

(ryan lee crosby, photos by klienicum hauskonzerte)

beginnend mit ryan lee crosby aus boston drängte sich das publikum zum zentrum des geschehens hin und bewunderte einen jungen mann, der den großen nacheiferte. skip james, robert johnson waren nicht umsonst die urheber der ersten beiden dargebotenen songs. tief schürfend, nicht nur aus dem reichtum der jahre überdauernden lieder, sondern auch aus sich heraus, bestätigte ryan die nachwirkende präsenz des blues, seiner präsentatoren und seiner aktualität, ausdruck verleihend in einem gegründeten, wie leidenschaft gezügelten vortrag. von der kopfstimme wechselnd in den brustgesang belebte ryan zusehends die beschriebenen bilder und mutmaßte längst nicht mehr, sondern belegte. nicht zuletzt mit der ergänzung um eigene songs, die sich auch auf seinem letzten tonträger "busker on the broad highway" finden lassen. so blühte der "institution blues" oder der "winter hill blues" auf, immer wieder gekreuzt von launigen vorträgen inkl. erklärungen, ergänzungen. dabei zückte der amerikaner mal die akustische, mal die zwölfsaitige gitarre. vor allem letzterer entlockte er dabei ganz zauberhafte sounds. wie er sich überhaupt am holz auszeichnete. seine griffe wechselten im sekundentakt, die strebsamen harmonien wickelten sich um den steten beat und bildeten mit ihm eine einheit. ryan verstand es zudem harmonie- und motivwechsel hinzulegen, dass es einen schauderte. dem instrumellen handwerk fügte er eine einzigartige gesangstechnik hinzu, die sich zum beispiel dadurch auszeichnete, dass er gutturale töne ausspuckte, während der den mund weit zu einem großen 'o' öffnete oder eben dem falsett frönte, aus dem er in dunkle tiefen stieß. ein einnehmender wie willkommener vortrag und erhebender einstieg in den konzertabend, den er uns bot. seine zögerliche, introvertierte art lobte das auditorium mit reichlich beifall.

(thisell, photo by klienicum hauskonzerte)

nach einer zugabe (einem nico-cover, ratet nur, welches...) traten thisell an. in form von sänger und songschreiber peter thisell, der seiner körperlichen präsenz kaum mehr vorschub leisten musste, um in gänze wahrgenommen zu werden, daneben marcus svensson am bass und anton linderoth an der e-gitarre an. während peter mittels akustischer gitarre gemeinsam mit marcus die rhythmische konstante bildete, markierte anton die melodischen feinheiten, ließ still und leise ein solo einfliessen, blieb für die harmonieoffenheit des trios aber wesentliche stütze. mit "I" gibt es einen longplayer, aus dem die schweden gern zitierten, ergänzt um zwei neue songs, die sich noch in der live-testphase befanden, aber versiert die instrumente und das gesangsorgan peters verließen. jenes offerierte den abend über eine stärke, die sich nicht beweisen musste, sondern die um ihre angeschlagenheit, um die möglichkeit der schwäche weiß. so entgleist sie in den höhen, stößt an und weidet nie geruhsam auf satten wiesen. stets verlangen die songs den ganzen kerl, eine halbe miete wird nie eingefahren. einfach machen es sich thisell wahrlich nicht. oft genug dreht sich die harmonie in schlichten, zögerlichen walzerkreiseln voran und jeder note wird die gegenwart gegenüber gestellt. kein ausweichen möglich, kein fehler, der nicht identifizierbar wäre. doch das trio bewies sich in jeder sekunde, bildete eine stabile einheit und belegte die kleine heimstatt mit einem sound, der das dunkle, tief bewaldete schweden mit dem unwegsamen, mit gebirgen versehenen amerika verband. die beseelten melodien ließen sich herab als segensreiches, einendes gut. das konzentrierte publikum wurde benetzt und hielt sich zumindest in gedanken bei den händen.

(thisell, photos by gerhard emmer)

die intensität der gemeinsamen erfahrung geht unter die haut, weit unter subcutanes gewebe. vielleicht bildet sie dort etwas, was bleibt. was für jeden identifizierbar bleibt, der dabei war oder der etwas ähnliches erlebt hat. man wechselt plötzlich die straßenseite, weil man magnetisch angezogen wird und dort streift man jemanden und verspürt für einen moment so etwas wie heilung. wenn es eine art zahnreinigung für die seele gäbe, dann wäre es solch ein konzertabend. es wird geputzt und gewienert, aufgeräumt, vielleicht umgestellt und neu postiert. aber nachher fühlt man sich wohler denn je.

thank you ryan, thank you peter, thank you anton, thank you marcus!