musik wie aus einer anderen zeit. dabei liegen nur ein paar jahrzehnte dazwischen. chapter music veröffentlicht erstmals auf vinyl teile der kollaboration zwischen kath bloom und loren connors: "moonlight" und "sand in my shoe" erscheinen anfang oktober, die digitalen veröffentlichungen sind um einige livepretiosen ergänzt.
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Sonntag, September 22, 2019
Montag, November 28, 2016
glotzt nicht so romantisch (744): menace beach / robot / laura jean
aus leeds stammt die truppe, sie legt mit ihrem neuling "maybe we'll drown" einen vor, der auf das kommenden album gehört, das wiederum von memphis industries herausgebracht werden wird, dazu gibt es tanzende puppen, oder so ähnlich: menace beach:
mit den exzentrikern haben wir es ja, deshalb passt auch dieser track so wunderbar, "the night is made for two" ist die debütsingle des in berlin lebenden briten, anfang des kommenden jahres wird sein debütalbum erwartet: robot:
das nachfolgende stück, wunderbar in szene gesetzt, soll der information folgen, dass die hervorragende sängerin und songwriterin ihr debütalbum" our swan song", vor zehn jahren erschienen, nun in einer vinyledition neu aufgelegt hat, das wäre was, oder: laura jean:
Mittwoch, Oktober 12, 2016
neue töne (1677): gregor
"thoughts & faults" von gregor habe ich bereits einige zeit auf der agenda, aber es bislang nicht geschafft, ein paar gedanken dazu zu formulieren und sie ins rund zu schicken. wieder haben wir hier einen künstler, der aus der heimischen schlafstatt heraus operiert und dabei so viel kunstfertigkeit an den tag legt, als verfüge er über die vielfachen möglichkeiten eines großzügig ausgestatteten studios. doch zu den technischen voraussetzungen, derer man heutzutage leicht habhaft werden kann, müssen sich zweifelsohne kreativität und musikalität, talent und ehrgeiz, ausdauer und können addieren. bei gregor findet sich all dies in quantität, qualität und ausgewogenheit. der noch an jahren junge bursche, gerade mal 22 lenze sind zu zählen, wirft eine songsammlung auf den markt, bei der einem hören und sehen vergeht. so bunt, so schrill und doch perfekt gedrillt, so schillernd und doch ohne blender, eine wilde, faszinierende, exzentrische fahrt durch ein ganz eigenes universum.
der opener "world of rain" könnte gut und gern aus ende der siebziger, anfang der achtziger stammen, artifiziell und knochig, heruntergebrochen auf wenige zutaten und doch im besten sinne ein ohrenschmeichler, wie er die gitarre in szene setzt, der beat taufrisch tropft und bass und etwas perkussion dem rhythmus halt verleihen. über allem, und das gilt für das gesamte album, thront gregors stimme. sie hat einen schattigen klang, eine prise melancholie, ist gern aufgearbeitet. auf "remorse", einer versteckten talking heads nummer, dominiert ein schicker zauber aus elektrobeats, aufreizender gitarre und synthieschmuck. so befördert der australier ein klangabenteuer nach dem anderen an die oberfläche, die reize sind wohlgesetzt und nie over the top. im gegenteil wird perfekt akzentuiert, gern an der dynamikschraube gedreht, so dass man wie von zauberhand durch die vielfalt stolpert, ohne je auch nur ans hinfallen zu denken. die magie geht von der distanziertheit aus, von der feingliedrigkeit, von der hervordrängenden künstlichkeit. the durutti column ist sicher auch eine der nennenswertesten referenzgrößen. oft sind die songs von gregor nur knappe drei minuten lang und eröffnen dann doch ein vielfaches mehr, um nachzuhängen.
chapter music hat das wunderwerk im april dieses jahres herausgebracht, Ihr könnt es downloaden oder als tape mit nach hause nehmen. wir würden uns freuen, wenn auch Ihr daran gefallen findet.
Mittwoch, März 11, 2015
neue töne (1507): kath bloom
kath bloom
wuchs in new haven auf, ihr vater war der weltberühmte oboist robert
bloom. kein wunder, dass kath früh eine ausbildung an einem instrument
begann. es war zunächst das cello, später die akustische gitarre, mit
der sie viele nachmittage auf den verwitterten grabsteinen des alten
friedhofs verbrachte. um 1976 traf sie auf den avantgardegitarristen
loren mazzacane connors und gemeinsam brachten sie einige langspieler
heraus. manche nur in einer 50er auflage, andere mit immerhin 200
kopien. das ging bis ca. 1984. danach kümmerte sich kath um die kinder und deren erziehung sowie um den täglichen kampf um
das finanzielle überleben. in den frühen 90igern kehrte kath blooms
schaffenskraft zurück, sie begann wieder songs zu schreiben und diese
aufzunehmen. 2005 veröffentlichte sie z.b. "finally", drei jahre später
"terror". 2010 folgte "the thin line" und nun, fast fünf jahre später,
"pass through here". wir schrieben einst:
"terror" in 2008 hatte meine begeisterung (allein "something to tell you"!). früher, um einiges früher gestaltete kath bloom alben voller fragilität, blues sentimentalität, die nie zum greinen aufforderten, sparsamsten folk, bei dem man sich unverhohlen in die hosentasche griff, um zu spenden. hätte der in connecticut geborenen im laufe ihres lebens sicher hin und wieder sehr geholfen. insbesondere in der zeit, nachdem sie sich von loren connors getrennt und ihre kinder allein durchzubringen hatte. "moonlight" war 1984 das letzte gemeinsame werk, danach kam lange zeit nichts. erst 1999 erschien als selfrelease "come here: the florida years", weitere neun jahre später das vielgelobte "terror". doch vergessen war kath bloom nie. davon zeugen nicht nur tribute alben, sondern immer wieder auch der bezug auf die folkerin aus den verschiedensten genreecken. ob scout niblett, bill callahan oder devendra banhart, jeder von ihnen hat ein beziehung zum werk von bloom.
mit "thin thin line" befindet sich diese auf dem besten weg zu alter regelmäßigkeit, was ihre veröffentlichungspolitik betrifft. hatte sie doch in den späten siebzigern und den frühen achtzigern recht kontinuierlich alben herausgebracht. das neue werk erscheint auf caldo verde records, einer unternehmung, die sich u.a. für mark kozelek, sun kil moon und corrina repp verantwortlich fühlt. vierzehn tracks haben es auf das anfang februar zu erwartende album geschafft und die ersten eindrücke erzählen eine fast schon voluminöse sprache, da sich zur gitarre schlagwerk und backgroundgesang fügen. das album ist als lustvoll zu bezeichnen, hört man sich allein "freddie" an, das von einer ausgelassen fiddel begleitet wird. und schließlich werfen wir frohgemut und extravertiert in die waagschale, um ein fast neues, schönes bild von kath bloom zu entwerfen. doch ihre eigentlichen stärken sind andere. ich greife auf einen älteren artikel zurück, da hieß es: "ich bin mehr als fasziniert von dieser frau, die so brüchig singt und deren leidenschaft sich so wenig aus präsenz verdingt denn aus verinnerlichtem gleichmut, beständigkeit und wärme, lebendigkeit und freundlichkeit." daran hat sich auch in 2010 nichts geändert.
auch wenn auf dem neuen album einiges anders ist, so fühlt man sich dennoch gleich beheimatet. es genügt dieses angeschlagene organ, um die berührung zu spüren. kath bloom erwischt einen, egal in welcher konstitution man sich befindet. von connecticut ging es an die westküste, dort vertrug sie sich mit einigen jungen musikern, um ein fast offen und frei instrumentiertes werk einzuspielen, dem ausschmückungen nicht fremd sind. der gitarrist jeff hassay und der drummer und sänger levi storm übernahmen vornehmlich den part der juvenilen adjutanten. aufgehübscht wurde der sound durche einige synthesizereinfügungen, so dass man sich seltenst in die karge atmosphäre früherer aufnahmen zurückversetzt sieht. die frische tut kath bloom gut. und man fühlt, wie sehr sie sich darin aufgehoben fühlt. allein das rührt. zwei ausschnitte aus dem anfang februar veröffentlichten album (chapter music) dürfen wir Euch nachfolgend schon mal vorstellen.
Donnerstag, Oktober 30, 2008
glotzt nicht so romantisch (40): kath bloom
das 08er jahr war schon recht gut bestückt für kath bloom. die singer songwriterin aus connecticut brachte mit "terror" ein eigenes album heraus, mit "Sing The Children Over/Sand In My Shoe" gelang ein reissue der zusammenarbeit mit loren mazzacane connors. die ersten beiden alben gibt es auf chapter nun im doppelpack.
ich bin mehr als fasziniert von dieser frau, die so brüchig singt und deren leidenschaft sich so wenig aus präsenz verdingt denn aus verinnerlichtem gleichmut, beständigkeit und wärme, lebendigkeit und freundlichkeit.
ich bin mehr als fasziniert von dieser frau, die so brüchig singt und deren leidenschaft sich so wenig aus präsenz verdingt denn aus verinnerlichtem gleichmut, beständigkeit und wärme, lebendigkeit und freundlichkeit.
Kath Bloom - Something to Tell You (live)
Kath Bloom - It's Just A Dream (live)
Kath Bloom - Come Here (soundtrack)
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