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Sonntag, März 03, 2019

hicks!: kevin morby


photo taken by barrett emke

das scheint vielfach besonders zu werden. mit "no halo" hören wir in den ersten ausschnitt des neuen albums "oh my god", welches ende april auf dead oceans erscheinen wird. kevin morby mit zauberhaften klängen:

Montag, Januar 30, 2017

neue töne (1716): hand habits


beschenkt mich mit musik. beschenkt mich mit dem leben. alles ist so einfach. die kunst ist es zu tun. meg duffy tuts. nachdem sie mit verschiedenen kapellen unterwegs war, musste sie die erlebnisse ihres unsteten daseins notieren und in songs transkribieren. am 10. februar erscheint auf woodsist records ihr erstling unter dem moniker hand habits. irgendwo vom staate new york aus beginnt sie also einen ganz persönlichen siegeszug zur befreiung und entfaltung. 
eingesponnen in die gewerke funktionierender maschinen wie etwa der "pacific northwest" band mega bog oder der kevin morby band, konnte sie doch stets ein individuelles statement setzen. talent und charisma lagen, liegen ihr zu füßen. "all the while" ist ein erster ausschnitt aus dem "wildly idle (humble before the void)" getauften werk, das sich detailversessen und zugleich handfest geriert. mittlerweile in los angeles beheimatet, kann meg nun in ruhe zusehen, wie sich ihre sehnsuchtsgesteuerten lieder in der welt verbreiten. das wird von ganz allein geschehen, mittler, die sich hier benutzen lassen, gibt es genügend. und es gibt erfahrungen mit alben ähnlicher couleur, die wir dringend brauchten, auch jetzt dringend brauchen und brauchen werden. 
"sun beholds me" erzählt ein wenig davon. und wie schreibt kevin morby treffend: "but let us not look to the future now, but instead stand alongside her, our trust in her will, both humble before the void, with her first chorus as the mission statement; 'hold you like a flower, hold you like an hour glass'."
beschenkt mich mit musik. beschenkt mich mit dem leben.

Donnerstag, November 17, 2016

konzert: kevin morby / meg baird, 14.11.16


da war es, dieses gefühl von strebsamer sachtheit, von zielgerichteter zartheit, von einer vertrautheit, die sich in sich selbst versteckt, von anmut dominiert. und doch ward es behände genommen, als tränen von den decken fielen, sich die wände mit nass benetzten, als unentdeckt das noch fortwährende bleiben musste, weil es im sumpf des künstlerischen eids, zu beenden was begonnen, versank. 
perlen vor die säue, entfuhr es mir, wenig später raunte ich dem schwatzenden haufen partygeiler weiber vor mir noch zu: schade, dass die musik so laut ist. dabei wisperte dort vorn lediglich die magie umhauchte meg baird, zu der einem jugendlichen enthusiasten phantasiearm einfiel: man könne gar nicht so viel rauchen, wie man im moment benötige. 
auf den ersten blick ein hippieskes gebahren, auf den zweiten und wollte man sich nur ein wenig vertiefen, eine offenbarung, zu welcher die amerikanerin, als teil von espers und jüngst heron oblivian bekannt geworden, werden kann. doch wie soll ein solches leichtgewicht, versinnbildlichte man die lichtheit ihres tun, sich wehren gegen stumpfsinn, gegen ahnungs- und mittellosigkeit, gegen ignoranz dieses münchner publikums. man darf versichert sein, an anderer stelle hätte frau baird die ihr gebührende aufmerksamkeit erhalten. die wenigen songs, unter anderem aus dem letzten, 2015 veröffentlichten album "don't weigh down the light" gingen unter im stimmengewirr.
setlist: i don't mind / share / stars climb up the vine / mosquito hawks / classic rock in spring (kurt vile cover)


als quasi woods- vertrauter, sprich fan der ersten stunde, geht einem der name kevin morby flink über die lippen. gleichwohl hat man mit schaudern miterleben müssen, wie er vor einigen jahren das privileg, mitglied dieser außergewöhnlichen band zu sein, ablegte, um fortan in eigenregie zu musizieren. the babies klar, aber dann eben immer auch mehr unter dem titel kevin morby, stets gefolgsleute dabei, im tross das eine oder andere bekannte gesicht. doch dass sich der achtundzwanzigjährige mittlerweile in aller breite in der musikinteressierten masse etabliert hat, das wusste ich nicht.
doch muss man angesichts eines großzügig gefüllten stroms konstatieren, hier hat sich einer still und heimlich einen namen gemacht. mit seinen zackig-agilen und doch runden, songwriterisch erstklassig ausformulierten songs spricht er all jene an, die das handwerkliche mit dem schönen verbunden sehen wollen, die sich einem anspruch nicht verwehren, die zugleich aber auch nicht bewusstsein mitführen, mitführen müssen. denn was dem affinicado das label woodsist ist, und dem das label dead oceans bereits die bleiche ins gesicht schlägt, ist dem anderen ein song wie "i have been to the mountain", dieses belebte etwas, das von seiner schwungvollen melodie lebt, vom rauen riff, von morbys stimme, die sich ins gebälk dieses nach klassiker muffenden liedes legt. und doch bleibt die frage, wer die geschichte dahinter mit den idealen dieses adrett gekleideten burschen da vorne in verbindung zu bringen weiß. dem mit jugend gefüllten rund standen nicht zwingend die namen martin luther king oder eric garner auf die stirn geschrieben. aber man kann sich da auch schnell verrennen, denn schließlich hatten einige von ihnen auch textzeilen parat.


ansonsten kam hier schnell bewegung in die chose. der druck von hinten war zwar übersichtlich, dem drummer konnte man auch keinen namen geben, denn zumindest stammtrommler justin sullivan war es nicht, doch schließlich besitzt die band in basser cyrus gengras ein mehr als talentiertes komplementär. was der bursche auf den vier saiten in der lage ist abzureissen, macht mehr als staunen. hier die melodischen läufe, dort der instinktive drall, hier den beat zu befeuern, dort der harmonie das zwitschern beizubringen. ganz zu schweigen von der fantastischen gitarristin meg duffy, die ein ums andere mal ein solo einbringen durfte, die fürderhin klanggründend agierte, zwar kalkuliert argumentierte und dann doch emotional brillierte. und damit dem frontmann, zumindest in sachen saitenarbeit, die show stahl.


dem gemütlichen morby (optisch, ansonsten durchaus ein spring-ins-feld) tat das keinen abbruch, der etwas zu feiste bursche rackerte sich auf seine weise ab und gab den dingen namen. seine songs sind einschlüsse, jeder für sich ein gedankensprung, lohnend zu verfolgen. musikalisch dagegen unmittelbar ins tanzbein führend. von seinen alben zitierend, voran das aktuelle "singing saw" über das hier allseits bekannte "harlem river" bis hin zur leonard cohen widmung war alles gegeben, was es dieser tage bedurfte. auch weil meg baird zuvor bereits auf den ungeschickten us- wahlausgang hingewiesen hatte.
highlights an diesem abend waren ganz sicher die sparsame "beautiful strangers" intonation, als lediglich morby und duffy die bühne bevölkerten, aber auch das nachfolgende solo des frontmanns, das wiederum dem cohen cover "passing through" voranstand, gemeinsam mit meg baird und band vorgetragen, als diese zur zugabe wieder die bühne betraten.
kevin morby hat strahlkraft und energie, die er in diesem projekt ausgezeichnet zu bündeln weiß. vielleicht gibt es einen kleinen hang, eine tendenz nur zur beliebigkeit. davor sollte er sich schützen. denn die themen, die er behandelt, sind es wert in aller ernsthaftigkeit und strenge bearbeitet zu werden. und das wäre er auch jemandem wie meg baird schuldig, die diesen abend nicht hätte eröffnen dürfen.

Donnerstag, November 03, 2016

eingestreut (995): kevin morby (tour)


photo by juan jerez

ein paar fakten vielleicht vorab, so sie denn verbindlich sind, man weiß ja nie. kevin morby schiebt in allen öffentlichen amtshandlungen ein robert zwischen vor- und nachnamen. ansonsten zwingt er sich wohl selten zu blümeranten ausschmückungen. er wurde vor allem als frontmann von the babies bekannt, als bassist von woods und nicht zuletzt durch seine soloaktivität, die in mehrere alben mündete. als da wäre das debüt "harlem river", der zweitling "still life" (2014) und schließlich das immer noch aktuelle "singing saw", in diesem jahr erschienen.

der junge morby ist zehn, als er mit dem gitarrespiel beginnt, formiert noch als teen seine erste band und zieht alsbald von kansas city nach brooklyn, wir schreiben die mittleren nullerjahre. er schlägt sich mit jobs durch, bis er schließlich bei woods halt machen darf. mit cassie ramone von vivian girls kommt es zur gründung von the babies, danach gehts richtung los angeles, wo er rückschau hält und eine art hommage an new york formuliert, verewigt auf dem debüt "harlem river".

die etablierte kunst des kevin morby hat sich mit sanftheit einen namen gemacht. selbst wenn die musikalie knackig daherkommt, selbst wenn der sound dichte präsentiert, erobert dich der künstler mit diesem sämigen, juvenilen gesang. der geschichten zu erzählen weiß, wie es die alten taten. der dich nie zu überzeugen sucht, weil er sich erst selbst zu überzeugen suchte. die zweifel sind nun von bord, der blick freier denn je. eingepasst in einen folkrock kontext, der weit mehr kann, als sich auf den ersten blick buchstabieren ließe.

im november stehen einige konzerte an, köln, berlin und münchen kommen auch in den genuss eines konzerts von kevin und co. wir empfehlen eindringlich einen besuch eines dieser events. wer in münchen dabei, sagt grüß gott.

(support: MEG BAIRD)
12.11.2016 Köln, Blue Shell
13.11.2016 Berlin, Columbia Theater
14.11.2016 München, Strom

hier gehts übrigens zur ganz frischen single "beautiful strangers", klick.

Sonntag, Mai 01, 2016

zu gehör getragen (203)

bonnie 'prince' billy – pond scum (2016) 
> den pretiosenzauber hätte man ruhig bis zum exzess treiben können, denn die paar songs machen noch lange keinen frühling, jedenfalls keinen, in dem die dreieinigkeit john peel – bpb – sessions eine angemessene würdigung fänden, 4/5 

animal collective – painting with (2016) 
> hier knallt der kreative output des eh schon hyperaktiven ensembles mal so richtig durch die decke, spannend wird es nur dann, wenn dem jeweiligen arrangement die hammelbeine langgezogen wurden, leider zu selten geschehen, 2,5-3/5 

kevin morby – singing saw (2016) 
> anmut und wärme sind nicht überzogen, stärke durchwirkt das album, das sich vor wiederholungen zu schützen weiß, der narrativen momente sind genügend vorhanden, um den kerl von woods und the babies auch hier neu zu entdecken, 4-4,5/5 

circle bros – rust (2016) 
> das klangsortiment dieser veröffentlichung ist offen und doch voller strukturnahme, dem zufall ist nur wenig raum gegeben, irgendwo zwischen experiment und wohltemperatur zersplittert das tafelsilber, labelbetreiber und musiker wim lecluyse sei dank, 4/5

Sonntag, Februar 14, 2016

glotzt nicht so romantisch (673): black mountain / julia holter / kevin morby

die vorbereitungen auf das neue album laufen auf hochtouren, so kommt uns jetzt bereits das erste video: obskures zu "mothers of the sun", "IV" erscheint dann am 01. april via jagjaguwar, freut Euch auf: black mountain:



eher als ein nachtrag, wenngleich ein wunderbarer, ist dieses video anzusehen, es bebildert einen track ("everytime boots") aus dem 2015er werk "have you in my wilderness", welches allerorten anklang fand: julia holter:



ganz stark auch diese vorankündigung, das album "singing saw" kommt am 15. april via dead oceans, der hervorragende track "i have been to the mountain" wurde stark in szene gesetzt: kevin morby:

Freitag, August 21, 2015

ein (p)fund mp3 (509): teil 2

eine zwei songs umfassende single erscheint am 02. oktober, in eines der lieder können wir bereits hineinhören, es ist dem vater des britischen musikers thomas george gewidmet, der kürzlich einen herzinfarkt überlebte: the lion and the wolf:


mit "eloquence - the complete works" dürfen wir in das werk des ex-kraftwerk perkussionisten hineinhören, in seine elektronikpopwelt der jahre 2002 bis heute, erscheinungsdatum ist mitte oktober auf cherry red: wolfgang flür:


genre: bummer jam?, heimatstadt ist boston, die band besteht aus kerlen, bis auf..., ähm, gracie, genau, das debütalbum, unbetitelt, erscheint am 18. september auf ghost ramp: gracie:


große vorfreude auf ihr neues album "the miraculous", welches am 13. november erscheinen wird, die schwedin bietet bereits heute mit "come wander with me / deliverance" ein mehr als zehnminütiges stück als appetizer auf: anna von hausswolff:


diese dame wartet mit ihrem track "one in the morning" auf, der auf dem album "some kind of champion" erscheinen wird, veröffentlichungstermin ist hierfür der 30. oktober: sara lov:


2016 wird sein neues album erscheinen, vorab gibt es aber erst einmal eine frische single, deren titeltrack wir vorstellen, außerdem sind einige konzerte im september geplant: kevin morby:

Freitag, Januar 03, 2014

neue töne (1367): kevin morby


photos by jessica pratt

wer mit kevin morby auf den ersten blick nichts anfangen kann, dem seien die bandnamen woods und the babies ins hirnstüberl gelegt, damit er sich daraus etwas bilde, was substanz hat. der junge bursche hat mit "harlem river" eine art liebesbezeugung aufgenommen, die in acht tracks fünf jahre reflektiert, die morby in new york city verbrachte. es war seine erste heimstatt außerhalb des elterlichen bezugskreises, den er mit achtzehn jahren verließ. die melancholische reise in diese adoleszente welt ist nicht frei von schmerz und unreifen bildern, nicht frei von emotion und bekanntem. doch schimmert aus ihr ein besonderer glanz. die ersten erfahrungen und gehversuche, die unbekümmertheit und naivität beim betreten der stadt. wenig später tauchen die ersten depressiven bilder auf, wenn der fluss seine arme um ihn schlingt und ihn zu fassen sucht. ein freund stirbt, während morby sich in der fremde aufhält. nichts ist und bleibt, wie es einmal war. die veränderung ist immer auch gleichbedeutend mit einsamkeit. denn zunächst gilt es, alles mit sich selbst auszumachen. was zu teilen ist, ist noch lange nicht zu teilen.
vertrautheit stellt sich her. mit dieser art des musizierens, der narration, mit der privatheit, der bewegtheit. während morbys bassspiel vielleicht nicht immer das auffälligste war, tritt er hier in den vordergrund mit persönlichkeit und einem pfund in der hand.der heißt tiefenwirkung. als würde nachhallen, was er beschreibt. die bilder sind mit widerhaken versehen und bleiben kletten gleich in des hörers eingeweiden haften. das album wirkt organisch und rund, obwohl die songs über einen zeitraum von fast sechs jahren, zwischen 2007 und 2012, entstanden. tief summt der bass, die elektrische blitzt immer wieder hell auf, das schlagwerk dröppelt scheinbar uninteressiert, während die orgel still jammert. kleine magie in diesen liedern. Ihr dürft sie entdecken.
woodsist veröffentlichte "harlem river" am 26. november.