Donnerstag, Juli 22, 2010

neue töne (820): rae spoon

da hats uns gestern doch glatt neben der telefon- auch die internetleitung zerfetzt. der typ vom störungsamt war total von der rolle. denn es betraf einige umliegende ortschaften und zudem wenig wartewillige (mich eingeschlossen). alle machten terz. was macht man aber mit so einem tag voll unfreiwilliger freier zeit? man schreibt eine rezension. die ist zwar noch nicht fertig, aber ankündigen kann man das neue album von the harvey girls allemal. freut Euch drauf, hänge ich noch mit an.
thematisch ist heute aber erst einmal rae spoon angesagt. ein typ mit einem namen, auf den man nicht nur herrlich reimen kann, der macht auch was her. seinem energischen blick, schaut Euch nur die promofotos von ihm an, entgeht zudem bestimmt nichts. so bestechend will auch seine musik sein. für mitte august ist ein neues album anberaumt, "love is a hunter", so der programmatische titel, wird auf saved by radio erscheinen und damit das mittlerweile sechste full length des aus kanada stammenden sängers sein. am 03. august findet übrigens in berlin eine releaseparty statt, hier der link dazu. rae spoon wird als mädel in den frühen achtzigern in kanada geboren und ist schon mit anfang zwanzig auf den straßen zuhause. ihre female-to-male transgender biografie macht sie/ihn zu etwas besonderem. so ist er wohl einer der ersten, der als queerer countrysänger durch kanada, europa, australien und die staaten tourt. das erste album wird ein kleines, persönliches manifest. die aufnahmen dazu fanden in einem städtchen im osten deutschland statt, wohin sich spoon für einen winter zurückzog. nach und nach wurden die akustischen instrumente durch elektrische bw. elektronische ersetzt, der country style wich den tanzbareren rhyhtmen. rae spoon, er besteht übrigens auf dem männlichen personalpronomen, fühle sich mit dem "sie" nicht wohl, nennt das dann new skool folk music."new skool is a three-prong plug of punk rock with gutbucket and banjos, galvanized with sparks of controversial new world politics.", you know, so der künstler weiter. vom country also zu arty folk und indierock in der verquickung mit electronica. lorrie matheson half bei den aufnahmen zu "live is a hunter" in calgary, alberta, lorrie ist ein dort ansässiger nicht unbekannter singer / songwriter. lasst Euch mal auf dieses kleine klangabenteuer ein, hebt etwas ab.
rae spoon - you can dance (2010)
rae spoon - there is a light (but it's not for everyone) (2009)
rae spoon - come on forest fire burn the disco down (2008)

Kommentare:

orange hat gesagt…

schönes review, besonders da ich gar nicht mitbekommen hatte, das spoon ein neues album released.

aber wenn ich you can dance höre, vergeht mir auch alle freude sofort wieder. ich fand das superioryouareinferiro album schon ziemlich sch... und lächerlich, so richtig klischeehaft und aufgesetzt aufdringlich. aber das neue werk setzt dem ganzen dann - für mich - die krone der geschmacklosigkeit auf.

na klar, ich will die musik nicht schlecht machen, nur weil sie mir nicht gefällt, das wäre zu billig, aber für mich waren alben wie Your Trailer Park oder White Hearse Coming Down echte dauerläufer in winamp und in der anlage. Und im gegensatz dazu wirkt die neue "nu folk" musik ziemlich, neija, garstig. (außerdem erinnert mich nu folk immer an das gleichnamige, richtig schlechte fiddler's green album (wobei die ja gar nich mal so schlecht sind als fun folk band aus deustchland, aber das is eine andere geschichte)).

ich sag mal so, ich kann jeden verstehen, der das klischeehafte gerade in so genialen liedern wie Nevada Dessert sieht und genau der gegenteiligen meinung ist wie ich. wie auch immer, spoon hat es auf jeden fall geschafft, sich in alle ohren zu spielen, wobei ich mir kaum vorstellen kann, dass der neue spoon viele seiner alten fans behalten wird. mich leider garantiert nicht.

E. hat gesagt…

danke für dein feedback.
ich finde die entwicklung nicht unspannend und auch nicht inkonsequent. die alte tante "sich entwickeln und die fans nicht mitnehmen wollen", oder so. ein leidiges und häufig verwaltetes thema. "you can dance" ist electropop. von nu folk keine spur. viel mehr kenne ich vom neuen album nicht.