Freitag, April 06, 2012

neue töne (1123): vorschau orange blossom special 16, teil 4

na klar ist das lineup des diesjährigen orange blossom diskutabel, wie das des vorjahres und des davor usw. auch. im gästebuch der obs seite bekrittelt einer gar: "nun denn, Ihr mußtet wohl sparen nach all den teuren jahren bzw. bands. weil spielen werden die ja wohl fast alle zum selbstkostenpreis." zum schießen. welche blüten ahnungslosigkeit treiben kann! denn wer sich ein wenig in der szenerie umsieht, weiß um die anerkennung, die vielen der bands gezollt wird, die heuer die obs bühne besteigen werden. und es bedarf es schon gar nicht, erst recht nicht von seiten des veranstalters, sich für das programm zu rechtfertigen. selbst wenn es öde wäre. ist es aber nicht. im gegenteil zeigte sich je kaum ein ausgewogeneres und qualitativ hochwertigeres lineup. he, wir stellten bereits immanu el, the miserable rich, the travelling band, erland & the carnival, spain, israel nash gripka, kill it kid ... vor (die vorberichte 1, 2, 3). wird das ein fest! und dabei ist noch nicht schluss, zu pfingsten 2012 befinden sich im beverunger rund auch jene hier:

die niederländer von alamo race track werden sicher so etwas wie der überraschungsknaller des festivals werden. die wenigstens haben sie auf der rechnung. vor mehr als fünf jahren hatten sie mal einen wirklich formidablen hit am start: "black cat john brown" entstand, nachdem eine katze immer wieder bei sänger ralph mulders vorbeischaute. im letzten jahr erschien mit "unicorn loves deer" der dritte tonträger des vierers. bei mir mit 3/5 bewertet, allerdings reagierte ich damals etwas unwirsch auf eine gewisse unfertigkeit des songmaterials. live sieht das schon ganz ander aus. ich zitiere mal meinen bloggerkollegen oliver vom konzerttagebuch: "Performt wurden im ganz überwiegenden Maße Lieder des neuen Albums Unicorn Loves Dear. Ein absolutes Meisterwerk, das auch in der Livedarbietung perlende Ohrwürmer zu bieten hatte. Nach dem glänzenden Vorgänger Black Cat John Brown ist es den Niederländern erneut gelungen, hochmelodische, geradezu süchtig machende Popsongs aus dem Ärmel zu schütteln. Bereits der Opener Lindy Hop begeisterte mit dem alamotypischen zackigen, Trippelrhythmus, den packenden Chorgesängen und einem unwiderstehlichen Lalala-Singalong. Apples setzte noch einen obendrauf, polterte putzmunter drauflos und brillierte durch den mutmachenden Refrain: "we got hope for the future." Mein abolsuter Favorit war aber das nun folgende The Moon Rides High. Der Song hat eine solch famose Melodie und einen solch unwiderstehlichen Charme, das man das Gefühl hatte, die Beatles noch einmal live zu erleben. Ich platzte fast vor Begeisterung!" das sollte also keiner verpassen, oder?

alamo race track - lindyhop by excelsiorrecordings

alamo race track - hypnotized II by excelsiorrecordings

auf amanda rogers freue ich mich sehr. die seit ende der neunziger agierende hat schon eine erkleckliche anzahl tonträger am start, die ihre karriere von der bedroom- , d.i.y.-, lofi- artistin über die indieentdeckung bis hin zum majordeal illustrieren. 2006 zerbrach ihre bis dato bestehende band, amanda orientierte sich neu, sie zog nach l.a., nahm weiterhin musik auf und startete weitere projekte, zum beispiel eine klamottenfirma, ein label und schließlich auch die zusammenarbeit mit mike matta unter dem gemeinsamen moniker the pleasants. der the sketchy indians mann und amanada hausten zu der zeit in einer kleinen hütte, mitten in den wäldern vermonts. im ergebnis erschufen sie eine erste gemeinsame platte, "forests and fields" erschien im frühjahr 2010. das zweite gemeinsame werk (arbeitstitel: "the sky and the sea") müsste noch in diesem jahr erscheinen, genau so wie das langerwartete "hope from the forgotten woods" (27. april) amanda rogers, das schon eine weile angekündigt war. nun, die zwei zu angemessener stunde, das wird traumhaft, wird es das nicht?



ein beeindruckend warmes und zugleich differenziertes soundbild entwirft "nive sings!", aus dem die namengebende grönländerin nive nielsen heraussticht wie die warme sommersonne sich auf eis breit macht. alles um sie herum muss zu schmelzen beginnen. unaufgeregt und doch rührig, aufeinander abgestimmt und doch dynamisch, entschlossen und doch mit zartem schmelz, ein wirklich feines album, das da auf glitterhouse records ans tageslicht drängt. und dazu diese stimme, das dazugehörige lächeln, eine einheit, eine symbiotische heimat, die sich auf dem erstling des nordlichts finden lässt. "eskimo indie? snow songs? greenlandic ukulele-playing?" das alles und mehr kann eine bedeutung finden. doch zuvorderst ist es sehr akustisch gehaltene musik, deren gehalt sich aus den beimenungen speist. aus der zusammenarbeit mit u.a. alden penner, howe gelb, matt bauer, lisa gamble sowie dem nie von nives seite weichenden jan de vrode und dem produzenten und mitwirkenden john parish. agilität, die sich mit understatement paart, ein können, das sich nicht als projektionsfläche verhurt. nein, selbstverständnis und hingabe, angerichtet auf banjo, slide, singender säge und anderem wesentlichen gewerk, um farbige bilder zu präsentieren, die immer irgendwie auch ein lichter flaum umsäumt, der an schnee, eis und weite ferne erinnert. (das ganze auf der bühne muss sich heilig anfühlen, wetten?)

good for you by nivenielsen

winter song by nivenielsen

während wir bis dato einen haufen ausländischer acts vorstellten, darf man nicht unerwähnt lassen, dass auch hiesiges personal die glitterhouse bühne entern wird. dazu zählen rocco recycle, skurilli ebenso wie horst with no name und andrea schroeder. was wir erwarten können? hört doch mal rein.

blackbird – album preview by andrea schroeder







so, und schließlich wartet das obs 16 auch noch mit einem überraschungsact (wo versteckt sich eigentlich chris eckman?), mit the fuzztones und the moon invaders auf. zu letzten beiden lassen wir mal die veranstalter selbst ran:
"Dass die Fuzztones nun nach langen Irrungen und Wirrungen endlich via Stag-O-Lee bei Glitterhouse gelandet sind, ist schon so etwas wie späte Fügung. Frontmann Rudi Protrudi und seine Spießgesellen beackern nach wie vor Die Sixties-Scholle: von Sonics- mäßigem Rock bis hin zur Psychedelia à la Strawberry Alarm Clock – alles im mitreißenden Fuzztones-style natürlich."
the fuzztones - between the lines

und:
"Eine Ska-Soul-Rocksteady-Band der Extraklasse.Die 9 Musiker starke Band aus Belgien und Luxemburg spielt einen sprudelnden Ska und Rocksteady im 'old school'-Stil - in der Tradition von z. B. The Skatalites oder The Slackers, jedoch mit durchweg eigenkomponiertem Repertoire. Mit zwei Gitarren, Baß, Keyboard und Gesang, das Ganze unterstützt von einem energievollen Bläsertrio (Trompete, Posaune und Saxophon), haben sie sich den Ruf einer echten Tanzmaschine erworben." (the moon invaders)
bet your bottom dollar by the moon invaders

und weil das festival ausverkauft ist, wir hier aber nicht auf lange nase machen wollen, weisen wir auf die noch ausstehenden verlosungen hin, bemüht Euch dazu bitte auf die jeweiligen webseiten: viel glück! obs/glitterhouse: vom 05.04. bis 30.04. rolling stone: vom 14.04. bis 28.04. bytefm: vom 30.04. bis 11.05.
wir sehen uns pfingsten an der weser!

Kommentare:

gudrun.thaeter hat gesagt…

In der Tat sehen wie uns ja diesmal an der Weser... !

E. hat gesagt…

hej, das freut mich. da sollten wir vorher an den autausch der telefonnummern denken!

Oliver Peel hat gesagt…

Ich bekräftige hiermit nachdrücklich meine Liveempfehlung für Alamo Race Track. Die Jungs machen wirklich unglaublich viel Spaß,nehmen sich selbst nicht so ernst und haben das Talent, mich euphorisch zu stimmen. Das Foto ist aber nicht mehr aktuell. Die beiden Herren links gehören nicht mehr zur Band.

E. hat gesagt…

ich hab es fast befürchtet, danke für den hinweis, oliver. naja, hauptsache, ralphi ist drauf.

gudrun.thaeter hat gesagt…

machen wir!