Sonntag, Oktober 26, 2014

neue töne (1449): musée mécanique


"ende oktober wird es endlich den zweitling der portlander auch hierzulande (offiziell) geben, "from shores of sleep" erscheint auf glitterhouse records, das zur verbreitung gloriose worte des herrn konstantin gropper vorzuweisen hat: museé mécanique", hieß es im september bei uns und diese nachricht fasste mitsamt einem tonalen appetithappen einiges davon zusammen, was es rund um die veröffentlichung zu sagen gibt. ein nicht geringerer als der get well soon vorstand ließ es sich nicht nehmen, mehr als wohlwollende worte zu "from shores of sleep" zu finden. mit alela diane oder shelley short fanden sich zudem bekannte musikerinnen, die ihre stimme liehen, um dem album noch eine ecke mehr an schönklang zu verleihen. daneben brillieren künstler wie jeff boyd, johanna kunin, dave depper und viele andere mehr, die mit cello, violinen, blasinstrumenten agierten, um den amerikanischen fünfer aus sean ogilvie, micah rabwin, matthew berger, brian j. perez und john whaley bei ihrer eh schon sanftmütigen unternehmung mit weihevollem klangglanz zu unterstützen.

im schellenkranz tänzeln die noten, vom boden abgestossen alsbald vom dumpfen schlagwerk. längst kein reinemachen, im gegenteil ergänzen sich lieblichkeit und hoffnung und frohsinn, wenn sich die anschwellenden harmoniegesänge, das kapellen gleiche trommeln, die bläser hinzufügen. solch ein arrangement bedarf nicht nur einer kühnen hand, vielmehr eines kühlen kopfs. die singende säge flirrt dazwischen, der gesangspart wird abwechselnd übernommen, ohne tücke, ohne list, abzielend auf ein stimmungsvolles bild großen folkkinos. zum ende des opener "o, astoria!" fügen sich alle komponente dieser wohltat zu einer einheit zusammen und schließen rundum zufriedenstellend ab.

wenn man nachfolgend das schleifen über den gitarrensaiten hört, erfährt man neben der kollektiven erstaunlichkeit die nächsten besonderheiten von "from shores of sleep", detailreichtum, genauigkeit und substanz. das singuläre agieren kann für sich stehen, weil es handwerkliches können und individuelle kunstfertigkeit mitführt, dichte bekommt es, wenn sich eins zum anderen fügt. so braucht es seltener den bombastischen auftritt, als vielmehr die präsenz einzelner und die bloße erinnerung des 'was wäre wenn'. ein spürbarer odem epischer mächte. so trägt sich die frühe folkstille hin zu einem hymnischen auftritt. verarbeitend, was sich an geschichten zutrug, zuträgt und zugetragen haben könnte. was wird, liegt längst in den händen des hörers. die übergabe erfolgte mit den ersten tönen.

wer glaubt einem übermaß gegenüber zu stehen, vertraut dem autoren nicht, der die ausgewogenheit dieser musikalie zu beschreiben suchte. des hörers begeisterung muss sich nicht am reichtum wetzen, sie wächst an ihm. getragen auf den wogen aufgeschlagener wellen, vergräbt sie sich in stories rund um die unwägbarkeiten des lebens und ihrer jeweiligen auflösungen.

"from shore of sleep" von musée mécanique erschien am 24. oktober auf glitterhouse records.

Kommentare:

gerhardemmer hat gesagt…

Feine Sache - ich muss mal wieder bei Glitterhouse bestellen ... ;-)))

E. hat gesagt…

ja, mach das mal. ;-)