Donnerstag, Juli 03, 2014

eingestreut (666): vena portae


klasse kollaboration zwischen emily barker, dom coyote und ruben engzell. die singer/songwriterin, der songwriter und performer und der produzent und multiinstrumentalist bilden die kreative speerspitze für das projekt unter dem namen vena portae. live fügt sich zu dem dreier noch der perkussionist jesper jonsson. im august erscheint das debütalbum, auf dem letzterer auch zu hören sein wird. aus dem release gibt es vorab bereits einen peter morén remix zu hören. der leadsänger von peter, björn and john bietet eine poppige nummer auf, wie sie so wohl eher selten auf dem debüt zu hören sein wird, wird man doch immer wieder mit der formel altfolk konfrontiert. neben den genannten hat sich auch mats gunnarsson am track gütlich getan, in dem er für saxophon- und klarinetteneinsprengsel verantwortlich zeichnet. "a song about longing, about a broken past and an uncertain future. a song about regret and vain hopes. A song about love.", heißt es.

aufgenommen wurde im winter 2012 unweit oslos in der schwedischen kleinstadt mölnbo. analoges equipment und einige rare instrumente wiesen ein wenig den weg. man darf gespannt sein, was sich hinter dem pop-, remixvorhang verstecken mag. das personal ist schon mal für außergewöhnliche nachrichten gut. und der track, ja, der hat was. aber das lebt vor allem von der stimm- und gesangsqualität barkers.

Mittwoch, Juli 02, 2014

neue töne (1407): down by the river festival #6


im vergangenen jahr konnten wir thunderegg unter das lineup des stets super besetzten down by the river festivals "schmuggeln". heuer nun, und das ist geradezu ungeheuerlich, spielen "unsere" dc schneider, von denen wir in diesem jahr auf klienicum schallplatten ein best of- tape veröffentlichten, auf DEM fest der berliner feste. neben einer warm-up- und einer afterparty sollte man besonderen augenmerk auf den höhepunkt legen, da am 26.07. ein unbestechliches paket launiger künstlerschaft antritt. der wahnsinn hat einen namen: down by the river festival #6!

zunächst bin ich über heidi alexander gestolpert. dass die the sandwitches lady dabei ist, ist etwas besonderes. Ihr werdet von dieser stimme angeschossen sein. wenn sie hallverweht den hof macht, zückt man unweigerlich das taschentuch. den infobutton gedrückt, das klienicum 2009: "[...] auf selbiger plattform, mehr noch ihrem träger - endless nest - der ein künstler kollektiv darstellt, tummeln sich mittlerweile auch the sandwitches. mal abgesehen von der cleveren namensgebung haben die drei einiges auf der schippe. ihr rauer bluegrass-, country-, blues-, und vor allem inklusive lofi garage-mix haut mächtig rein. an der front dieser truppe stehen heidi alexander und grace cooper, bestens bekannt als teil von the fresh and onlys. gemeinsam mit roxy brodeur spielten sie ihre debut lp ein: "how to make ambient sadcake" (erschienen auf turn up! reocrds)."  pruno truman ist ihr aktueller moniker, unter dem sie auf empty cellar auch einen neuen release vorstellt. die kassette amigo" ist auf 50 stück limitiert. sollte sie diese auf dem fest dabei haben und Ihr ergattert mir eine..., huh, dann...!


und mensch, da sind yoyoyo acapulco, ein duo, das man auf keinen fall verpassen sollte. warum, erklärten wir im letzten september: "pop, aufs wesentliche abgespeckt. die töne sind identifizierbar, die einzelnen noten deutlich zu markieren, fast kann man sie nachzeichnen, wie sie da in aller ruhe auf einen zu treiben. im fluss sind auch die in strichkunst bebilderten arrangements. die rasseln schippern scheppernd an einem vorbei, eine quakig veranlagte gitarre wird bemüht, wie selbstverständlich die ukulele gezückt und ungelenk gesang angestiftet. jede melodie verklebt sich unmittelbar mit der persönlichen ohrwurmstation. verbindlichkeit in zukünftigen playlisten. lofi in seiner schönsten form. yoyoyo acapulco haben sich unscheu dem d.i.y. gedanken hingegeben. hochwertigkeit hat hier eine individualisierte definition. die truppe, einst ein vierer, heute noch zu zweit, stammt aus der nähe lillehammers. vestra gausdal entliess die band einst in die welt. rückzug ist dennoch jederzeit möglich, manche türe wurden offen gelassen. überhaupt: offenheit. alles scheint angreifbar und durch die luftigen tonalen räume lässt es sich ungezwungen wandeln. die wenig aufgehübschten bilder an den wänden offerieren weniger den tapeziergedanken, sondern eher eine art spiegelkabinett, das einblick in die welt der künstler zulässt. zunächst haben wir da arne martin barlund, den vorstand, gründer, der sich neben dem gesang mit der ukulele und der gitarre, dem fußdrumming und einigen synthies beschäftigt. an seiner seite anja hellstrand, die den bass bluest und mittels stimme harmonien pflegt." neugierig? zurecht.


zum münchner schwesternduo dc schneider: fiel uns zu einem in der heimatstadt begangenen konzert u.a. folgendes ein: "dass sie darauf nur bedingt angewiesen waren, bewiesen sie in den kommenden dreißig minuten, die ganz im zeichen ihres trash-, lofipops standen, da sie am kleinen keyboard, der e-gitarre und gelegentlich an den drums ihren miniaturen, ihren vielgestaltigen ideen die sporen gaben. oft sangen sie gemeinsam, manchmal getrennt oder abwechselnd, stets wohnte ihnen die freude angesichts des eigenen tuns inne. als seien sie nach wie vor überrascht, dass ihnen das hier wiederfahren würden, dass sie angenommen werden mit ihrer art zu musizieren, ihren persönlichen ausdruck zu feiern. denn darum ging es an diesem abend: dc schneider in münchen zu empfangen, nachdem sie in den metropolen dieses landes, u.a. berlin, köln oder hamburg bereits einen stempelabdruck hinterlassen hatten."


so, und nun noch der rest des lineups und die wichtigsten info!
mit dabei: charlie megira & the bet she'an valley hillbillies, dc schneider, jakob dobers, jolly goods, schnipo schranke, skiing, the sacred travelers, yoyoyo acapulco, za!, zentralheizung of death des todes, heide alexander
DOWN BY THE RIVER Festival VI.
Samstag 26.07.2014  ://about blank
Ort/Adresse: ://about blank. Markgrafendamm 24c. 10245 Berlin [S Ostkreuz) http://aboutband.net
Einlass: 12:00h | Beginn: 14:00h | Ende Liveshows: 22:00h|Party: ab 22:00h  (im Zukunft)
VORVERKAUF: 16.80€ (inkl Gebühren) KoKa36 BON | 16.20€uro (inkl Gebühren) http://amstart.tv/vvk.html
Tagesticket: 20€uro (Kinder bis 14 frei)

Dienstag, Juli 01, 2014

neue töne (1406): landlady


die kopfgeburt von adam schatz, der sich als sänger und keyboardist hervortut, und ian chang: drums, vocals, guitar; mikey freedom hart: guitar, vocals, und ian davis: bass, vocals; sowie booker stardrum: drums mit an bord nahm, wird sich demnächst mit dem album "upright behavior" auszeichnen können. auf hometapes wird das werk mitte juli erscheinen und lässt mit "dying day" schon mal aufhorchen, wie es sich hookverliebt vorwärtsshuffelt. oder "the globe", so heiß eröffnend, so wagnisfreudig, so selbstverliebt und alles einlösend, was es versprach! landlady ist eine band mit charakter, die versucht einen ganz eigenen weg zu gehen. klar, sie werden sich nicht dem business entziehen können, belegen aber mit fleißiger livearbeit den part der arbeiter, und mit dem album den des künstlers. das passte von jeher gut zusammen. ihre musik impliziert eigenartigkeit bei gleichzeitig fluffigem groove, der unmittelbar in die beine geht. das hat sicher etwas mit der melodiösen anzüglichkeit, mit den vielen einzelnen teilen zu tun, in die ein song geviertelt ist, hat aber eben auch mit der harmoniesucht, den fruchtigen gesängen, der vorgetäuschten ziellosigkeit zu tun.
adam schatz ist zudem ein kleinod an sich. er spielt bei man man oder father figures, coproduziert das winter jazzfest und hat mit seinem saxophon bereits für vampire weekend oder those darlings gespielt. 2011 traten er und seine kumpane erstmal mit "keeping to yourself" als erster pretiose unter landlady auf den plan. freut Euch nun auf "upright behavior"!

Montag, Juni 30, 2014

eingestreut (665): konzerte münchen juli


die livepräsenz von bands bzw. künstlern hat an bedeutung gewonnen. dem wollen wir gern rechnung tragen, indem wir immer mal wieder etwas deutlicher hinweise auf entsprechende veranstaltungen geben. das können tourdaten einzelner künstler sein, aber auch wie heute übersichten nur für eine stadt. dass uns münchen dabei am herzen liegt, dürfte auf der hand liegen. gleichsam bemühen wir uns nicht um einen kompletten überblick, sondern picken uns die perlen heraus. wenn Ihr etwas ergänzt haben wollt, gebt bescheid oder nutzt die kommentarfunktion. (und bitte, verlasst Euch nicht auf die angaben hier, sondern lasst sie Euch vom veranstalter vorab bestätigen, danke!)

02.07. black pus u.a., orangehouse
03.07. systemfehla u.a., sunny red
03.07. sun / iron kid, glockenbachwerkstatt
04.07. ramonas / kein ausweg u.a., sunny red
04.07. riot brigade u.a. kafe marat
05.07. cluttered clarity, unterfahrt
08.07. das bartomuk-kollektiv, unterfahrt
08.07. autonomads u.a., kafe marat
09.07. the pharmacy u.a., kafe kult
09.07. tame impala, theaterfabrik
10.07. koffin kats, strom
10.07. lexo, glockenbachwerkstatt
10.07. avishai cohen, unterfahrt
10.07. mo / parasite single, hansa 39
11.07. gerald clayton trio, unterfahrt
11.07. spiegelungen: cello, mug im einstein
12.07. the dandy warhols, ampere  (soundbeispiel) 
12.07. flux / weiky u.a., sunny red
12.07. jelly brains u.a., glockenbachwerkstatt
13.07. left in ruins u.a., kafe kult
14.07. the slackers, hansa 39
14.07. gurdan thomas, heppel & ettlich
15.07. phantogram, hansa 39
15.07. ecco dilorenzo jazz quartett, unterfahrt
15.07. zwoa bier, glockenbachwerkstatt
16.07. angel's combo u.a., sunny red
17.07. the gaslamp killer u.a., kranhalle
17.07. boot camp clik, hansa 39
17.07. dollars for deadbeats u.a., sunny red
18.07. sentilo sono u.a., kranhalle
18.07. we will fly u.a., kafe marat
18.07. julia biel, unterfahrt
18.07. blitz kids, strom
18.07. loplop laxfisch u.a., milla
19.07. soulshake sound u.a., sunny red
19.07. youth avoiders u.a., kafe marat
19.07. lorenzo de petrocca quartet, unterfahrt
21.07. panda bear, strom
21.07. shitwolf u.a., glockenbachwerkstatt
22.07. rupa & the april fishes, ampere
22.07. torso / holy, kafe kult
22.07. matthias bublath & band, unterfahrt
23.07. leftöver crack, hansa 39
24.07. delaney davidson & band, unter deck
27.07. kandinsky, ampere
27.07. mr. quintron & ms. pussycat, unter deck
28.07. will samson, heppel & ettlich (soundbeispiel)
29.07. colours of rio, unterfahrt
30.07. trümmer u.a., milla
30.07. triska, glockenbachwerkstat
31.07. chelsea wolfe, hansa 39 (soundbeispiel)
31.07. viola, lilliund emma, glockenbachwerkstatt

Sonntag, Juni 29, 2014

eingestreut (664): the zebras


 etwas weniger straff, dafür eine ecke sinnlicher kommen the zebras daher, die man gut und gerne als pendant der am vortag vorgestellten melbourne cans hernehmen darf. pop fliesst hier durch jede gesungene silbe. lichtern steuern die synthies aus, das schlagwerk ist betont leisetreterisch, die gesänge umso hymnischer. "siesta" heißt das album, welches mit dem 27. juni in die veröffentlichung getrieben wurde. lost and lonesome ließen sich auch hier in die verantwortung nehmen. die scheibe erscheint auf cd und auf vinyl, wobei letztere mit schwarzen und weißen streifen versehen sein wird. zur band gehören jeremy cole, edwina ewins, lachlan franklin, katie geppert und dave rose. sie leben und musizieren ebenfalls in melbourne.

Samstag, Juni 28, 2014

eingestreut (663): melbourne cans


wer sich ein wenig für c86 crashpop interessiert, interessiert hat, dem werden melbourne cans nicht wirklich innovativ vorkommen (wenngleich sie absolut originäre musik fabrizieren), denn der klangkosmos ist ein abgesteckter. die flirren gitarren, das holprige schlagwerk, der exentrische gesang, wie im vorliegend fall, befördern die versuchung, auch mal in anderen jahrzehnten zu wildern. die mischung machts. der charme von the shangri-las bis zur gitarrenexkursion mit jesus and mary chain, pavement und kumpanen. das junge australische quartett mit dem passenden namen stellt via lost and lonesome sein debütalbum vor, welches am 13. juni erschien. die leadsingle heißt "final flight" und führt vortrefflich vor augen, wonach wir uns sehnen, das label selbst spricht von der heiligen union von edwyn collins und crystal stilts. gehts besser?

2012 wurde die truppe von ian wallace von den pageants und will mcfarlane von den shocking pinks (sowie pets with pets, ladydreams) gegründet. ein jahr später ergänzten ash buscombe (witch hats, pets with pets, ladydreams) und nina renee (creeks) das lineup. das album wird auf "moonlight malaise" hören, es wurde im märz aufgenommen und gemixt, wobei sich morgan mcwaters und mikey young hervortaten. erwartet ein paar echte pretiosen, die mir vor allem deshalb liegen, weil nina mit feinen backgroundgesang glänzt.
tracklist:1) wolves of the diner mile 2) drowned rats 3) boys 4) prom night 5) thumb a ride 6) fallen angels 7) rattlesnakes 8) final flight 9) hot in the head 10) don’t tell her




Freitag, Juni 27, 2014

neue töne (1405): camille delean


photo by alicia owen

camille delean wurde in toronto geboren, verbrachte ihre kindheit aber in ontario, wo sie von der ersten minute an sang. während sie nebenher ballet studierte, zog sie bereits als musikantin durchs östliche kanada. mit 17 ging sie für einige monate nach ecuador, um den kopf frei zu bekommen. das in bewegung sein, die ruhelosigkeit wird so etwas wie ein markenzeichen. und wenn dabei musik nicht das einzige und nicht das wichtigste gewesen sein mochte, so wurde sie doch immer wieder zu dem pol, an dem delean zurückkehrte, wo sich die fäden finden lassen, die sie einst aus der hand gegeben hatte. nashville wurde ein anlaufpunkt, später auch paris, wo sie sich als französischsprachige schnell zuhause fühlte. im sommer 2011 ging sie nach london. dort traf sie auf ben walker, mit dem sie zwei jahre verbrachte, die reich an musikalischer erfahrung wurden: aufnehmen, performen usw. dass sie irgendwann nach kanada zurückkehrte, werden zumindest jene gut gefunden haben, die dort auf sie warteten. und nun alle anderen, die wissen, dass mit dieser rückkehr auch neue musik von camille zu erwarten sein darf. mit den ersten tracks, die, so ist anzunehmen, in ihrer heimat geschrieben und auf rille gepresst wurden, meldet sie sich eindrucksvoll zurück. noch weniger genretreu, am ehesten noch dem singer/songwriter zuzuordnen, glänzt die junge künstlerin mit liedperlen. aufgedeckt von einer stimme, die so klar und unverstellt daherkommt, dass man sie manches mal bitten wollte, sie doch etwas zu bedecken, sich zu schützen. "black sail" und "daylight" sind also die ersten fänge, die wir machen dürfen und dabei hoffen, dass es bald mehr geben wollte.



Donnerstag, Juni 26, 2014

glotz nicht so romantisch (575): lewis & clarke


im herbst 2007 schrieb ich hier im blog u.a.: "[...] jedenfalls klingt die musik so entspannt, wie sich die musiker neben ihrer eigentlichen beschäftigung gerieren. während die beiden männlichen mitstreiter die zeit mit fahrradfahren, kochen und "steine in einen teich werfen" überbrücken, arbeitet eve als meditationstrainerin und in weiteren musikprojekten. gemeinsam entwerfen sie ungemein fesselnde klanglandschaften, denen man gänzlich beruhigt entkommt. vor allem live muss ihre darbietung reizvoll sein. lou rogai gründete im übrigen das label la société expéditionnaire, auf dem die letzten zwei werke von lewis & clarke veröffentlicht wurden. das label ist sehr rührig und hat mittlerweile schon einige tolle acts vereinnahmt. darunter sind the black swans, strand of oaks und moon & moon. das letzte album der drei in delaware water gap bzw. in philadelphia lebenden instrumentenbeherrscher heißt "blasts of holy birth" enthält acht tracks und kann über die website bezogen werden."

der aus pennsylvania stammende musiker lou rogai hat seit 2009 nicht mehr viel veröffentlicht. lediglich einige singles sind auf dem hervorragenden label manimal erschienen. mit dieser company arbeitete er nun auch wieder zusammen. daneben scharte er seine langzeitmitstreiter ian und shane o'hara wieder um sich, daneben mollibeth cox und gretchen lohse. das live lineup umfasst zusätzlich anthony lavdanski. das neue album wird "triumvirate" heißen und soll über eine kickstarter kampagne finanziert werden. alle infos dazu findet Ihr hier. ein video gibt ausführlich einblick in die arbeit und ausrichtung dieses albums. es ist wirklich eine sichtung wert. und weil ich geduld zeigte, kann ich Euch nun auch den titeltrack präsentieren, der mal wieder das großartige talent rogais offenbart.



Mittwoch, Juni 25, 2014

eingestreut (662): let's whisper


im juli 2008 schrieben wir: "weepop!'s zwanzigste veröffentlichung gilt einem schönen projekt. let's whisper wurde von colin clary und dana kaplan ins leben gerufen. bei einigen wird es da schon heftigst klingeln. genau, the smittens sind das richtige stichwort (colin clary übrigens auch solo bei asaurus und mit the magogs). die beiden haben sich abgeseilt und formierten ein - wie es das rührige label nennt - "bedroom pop duo". was da auf einen zukommt, dürfte so weit klar sein. saccharin. auf 160 kopien begrenzt ist die cdr, die sechs tracks enthält. wieder einmal ist beeilung angesagt."

mit "as close as we are", dem neuen album von let's whisper schließt sich nun ein kreis, denn der 8tracker ist der abschließende release im dreierbund (one happy island und colin clary), der das ende von weepop! records einläutete. das album gibt es ab dem 24. juni, es ist auf 300 kopien beschränkt und mit einem wirklich feinen design von jason routhier versehen. "paperclip chains" ist dazu eine ausgesprochen schicke vorabsingle, die Ihr mit genuss nehmen solltet, aber auch mit wehmut. denn mit dem ende des ausgezeichneten labels verlieren wir einen markierungspfosten in der poplandschaft. ein jammer!

Dienstag, Juni 24, 2014

konzert: the moonband, 21.06.14


wenn ich auch nicht beim aufräumen helfen konnte, und es hatte einiges zu bewegen gegeben, so kann ich der vortrefflichen veranstaltung vielleicht im nachgang einen namen geben. was eine bauwageneinweihungsparty werden sollte, wurde ein fest der sinne, des freundlichen und freundschaftlichen miteinanders, an einem ort, der der sehnsucht ein neues prädikat verlieh. tief im oberbayerischen, münchner vorland, abseits ismanings und erdings, mitten im moos, wo pferdehöfe sich ausbreiten dürfen, als gäbe es kein anderes gewerk, findet sich ein weiher, baumreihen wie von zauberhand drapiert, ein bauwagen, bunt bekleistert, ein steg, wiesen, so weit du sehen kannst. menschen treffen sich, bringen getränke und speisen, bänke und tische und sitzen beieinander, als wäre es das selbstverständlichste. mittendrin die moonband, die vorzeigeband in sachen contemp. folk, wenn man sich in der landeshauptstadt auf die suche machen wollte. die anfrage, ob die truppe auf dieser der breiten öffentlichkeit vorenthaltenen veranstaltung auftreten wolle, wurde geradewegs bejaht. schon die vorfreude ward groß.


das festival am baum der hängenden enten, unser gastgeber f. aus m. dekorierte natürlich adäquat, wurde zu einem vollen erfolg. es drängte sich schnell der gedanke auf, dass hieraus eine regelmäßige festivität entstehen sollte. essen fassen, ratschen, das erste kühle bier geniessen, sich von der sonne wärmen lassen, alsbald dem ersten auftritt entgegen sehen. 
mit markus und daniel wurden zwei junge künstler vorgestellt, die, mit akustikgitarren bewaffnet, ein ums andere lied zum besten gaben. standen sie uns anfangs noch als duo gegenüber und ergänzten sich hie und da, übergaben sie sich im verlauf ihres kurzweiligen auftritts den platz am mikro und sorgten so für abwechslung. die unterschiedlichen charaktere warteten mit ganz eigenen musikalischen kleinoden auf. während sich der eine ganz in liedermachertradition mit den problemen dieser welt auseinandersetzte, ließ der andere mundartlichen charme spielen und erheiterte mit schmäh und biss. hin und wieder wurde der fotzenhobl herausgeholt, was dem jeweiligen lied eine ordentliche portion dynamik verlieh. die beiden akteure zeigten sich eine gute stunde wacker gegen ein mehr oder weniger aufmerksames publikum, das sich von vielerlei hatte ablenken lassen dürfen. das buffet wuchs, die getränkequelle hätte auch bei größtem ansturm nicht versiegen können, die menschen suchten unterhaltung und ein ventil für die eigene gute laune. ein geben und nehmen schließlich, mit dem sich markus und daniel sicher hatten arrangieren können.


in der kunstpause, in der ein großteil der anwesenden den rollenden ball verfolgen wollte, sank die sonne, die kühle des abends brach herein. decken wurden um die schultern gehängt, die liebste in den arm genommen und später zum lagerfeuer geführt. auf der schönen wiesenbühne machten sich nun vier der fünf bandmitglieder von the moonband für ihren auftritt bereit. gegen 23 uhr zierten erste klänge den nach allen seiten offenen raum. die töne wiesen auch dem letzten verfrorenen, wir sprechen von temperaturen zwischen 7° und 9° celsius, den weg an die improvisierte heimstatt schönster soundkaskade. was die musiker unter diesen wirklich schwierigen bedingungen zuwege brachten, ist aller ehren wert. das tausendfach geprobte zusammenspiel bewährte sich auch bei klammen fingern, bei sich der perfekten stimmung verweigernden instrumenten, bei schwachem licht und einer an ablenkung reichen umgebung (hat jemand die flieger überm erdinger moos gezählt?).


von der gestrichenen gitarre über die gepickte mandoline und/oder bouzuki bis hin zum akzente setzenden schlagzeug konnte die schar der sehr konzentrierten zuhörer- und zuseherschaft eine gemeinschaft entdecken, die sich fast wortlos verständigte und stets zueinanderfand, um ihren lieder drive zu verpassen oder die strenge zu nehmen oder anderen automatisierten wirkmechanismen, tempoverschärfung, harmoniegesang, ein andribbeln, um im bild der fußballbegeisterten zu bleiben, einen hieb spontaneität einzuhauchen. die band, die bereits fast sämtliche hallen münchens bespielt hat, sog die emotionsgeladene atmosphäre dieses abends auf und gab sie ohne abstriche an ihre zuhörer zurück. die vorfreude bestätigte sich in einer performance, an der es wahrlich nichts zu bekritteln gab. 

mit ihrem dritten album "atlantis" unterstrich the moonband heuer erneut nicht nur ihre daseinsberechtigung in der münchner musikszene, sondern vielmehr auch durchhaltevermögen und konstanz in einem geschäft, das an stolperfallen reich und an entgegenkommen arm ist. in wärmender erinnerung bleiben bereits ältere songs wie "photosynthesis", joänne" oder "the temptation of superman", die mit weicher wucht an den mann gebracht wurden. immer wieder brauste der eine oder andere nach zögerlich sachtem beginn auf, wie man eben aufbraust, wenn man aus einem kleinen schlagzeuggeviert tritt, wenn gitarre und mandoline schwung holen und vielfachstimmen die flügel bilden. wer mitsingen wollte, sang, wer tanzen wollte, tanze und wer still in sich versunken geniessen wollte, genoss. von beseelten gesichtern zu erzählen, klänge romantisierend? vielleicht. noch stimmungsvoller wurde es später am lagerfeuer. könnt Ihr Euch denken. den sitzkreis umringend zwang die band ihre sämigen lieder in die gemeinsame mitte, wo sie mit den feuern aufloderten und als botschaft in den sternenbeleuchteten nachthimmel aufstiegen. so viel frieden war lange nicht. (und wenn auch vom neuen album lieder zum besten gegeben wurden, dann dürft Ihr das hier gerne nachtragen!)
danke. danke Euch allen, danke f.!

Montag, Juni 23, 2014

neue töne (1404): the proper ornaments


 james hoare (yes, auch veronica falls) und max claps gründeten the proper ornaments ca. 2010. zum ersten lineup fügten sich damals der bassist michael lovett (nzca lines) und der lets wrestle frontmann wesley patrick gonzales. mit "waiting for the summer", es erschien auf lo recordings, besetzte man 2013 die lücke, die eigentlich ein debütalbum füllen sollte. doch die damalige songsammlung ging lediglich als eine art ep durch. das erste full length gibt es erst heuer zu beglückwünschen. "wooden head" heißt es und folgt der unterschrift der truppe bei slumberland records. der releasetermin ist auf den 08. juli gesetzt, doch bereits jetzt wird dieses album gefeiert. warum? vielleicht weil es sehr klassisch anmutet, sehr gefestigt, in sich geschlossen. während man der band das markenzeichen neo-psychedelic verpasst, kreiert diese einen sound, der vor allem eines ist: poplastig. mit aufsteigend schönen melodien wecken the proper ornaments, die sich mittlerweile mit daniel nellis am bass und robert syme an den drums verstärkt haben, auch die weniger neugierigen. nicht umsonst wurden sie von toy oder woods auf die bühne geladen.

stilistisch ist das alles andere als neu und ruft erinnerungen an jahrzehnte auf, da briet manche harmonie auf dem gitarrengrill, bis sie schwarz wurde. doch die zuversicht, die freundliche galanterie, mit der die londoner hier zu werke geht, beweist, dass eine überführung ins heute möglich ist, ohne sich dem epigonentum hinzugeben. auch die betrachtungen, ein tag im leben einer kugel, angriffe auf die persönliche autonomie usw. sind keine nobelpreisverdächtigen erkenntnisse, dafür ernsthaft, ehrlich. 
wenn von vorbildern die rede ist, schweigen wir (*mmh, television personalities, jesus and mary chain...*). und Ihr?

Sonntag, Juni 22, 2014

eingestreut (661): manna


"troublebirds" ist eine hübsche allegorie. es geht natürlich um zwischenmenschliches. an liquiden pianotönen entsteht ein harmonischer fluss, an dem sich manna nicht ausruht, sondern durch ihre persönliche angegriffen- und berührtheit zusätzlich für ein aufwühlen des unruhigen elements sorgt. eine still bearbeitete sechssaitige fügt sich wie die geliebte zur nacht. manna singt mit einer brüchigen stimme, der man stets die kraft und tiefe abnimmt, die sie hier nur bewerbend mit sich führt. die ahnung von mehr ergänzt das klangbild.

"troubebirds" wird auf dem neuen album der musikerin enthalten sein, welches im herbst auf soliti erscheinen soll. das signing kommt nicht von ungefähr. manna ist zwar in paris geboren, lebt aber mittlerweile in helsinki, der vater ist algerier, die mutter finnin. die aufnahmen zum, so wurde uns berichtet, sehr introspektiven album, entstanden in ihrem homestudio. etwas gegen die gewohnheit, denn mit mark lanegan hatte sie bereits in den usa gearbeitet. warten wir es ab, der erste happen ist schon mal sehr appetitlich, wie er da zwischen blues, soul und singer/songwriter changiert. geholfen hat ihr übrigens ihr partner mikko joensuu, den wir von joensuu 1685 kennen.



Samstag, Juni 21, 2014

neue töne (1403): wes tirey / andrew weathers


wir hatten schon öfter auf das kleine amerikanische label scissor tail records aufmerksam gemacht. das vom produzenten und gitarristen dylan golden aycock geführte unternehmen gibt es seit 2010 und brachte werke von robin allender, bruce langhorn, von padang food tiger, jesse aycock unter anderen mehr heraus. dabei konzentriert man sich auf analoge formate, ist auf folk, neoclassical, experimental und andere verwegene sparten aus. ein kleines studio ist anbei, in welchem die liebevollen verpackungen für die kassetten- und vinylreleases kreiert und hergestellt werden.

die jüngste veröffentlichung ist eine limited edition pro dubbed cassette, mit 100 stück ausgeschrieben, die einen split release darstellt, auf dem sich wes tirey und andrew weathers austoben dürfen. wes tirey schreibt dazu, dass er sich sehr freue mit dem bruder im geiste andrew weathers auf diesem release auftreten zu dürfen, er sei ein außergewöhnliches talent.
wes tirey glänzt als american primitive bezogener und zugleich wegweisender, denn sein spiel ist gnadenlos offen und angreifbar und zugleich über jeden zweifel erhaben. stoisch bietet er ein unverkrampftes rhythmisches gebilde, über das er seinen unzahmen willen brillieren lässt. ein unglaublich varientesreiches tun, was er da an den tag legt. im oktober des vergangenen jahres hatten wir uns übrigens etwas ausführlicher über wes und seine damalige veröffentlichung ausgelassen, klick.
andrew weathers lässt es auf dieser split kassette etwas ruhiger angehen und beginnt mit einem ausladenen, fein justierten hellen drone. daneben setzt er auf eine wurmstichige gitarrenarbeit, die akzentuiert die freiräume belegt. die harmonischen andeutungen sind ausgesprochen flüchtig, aber auch ausgesprochen elegant und schön.

beide stücke sind im übrigen atemberaubend lang, das von weathers gar zwanzig minuten. wirklich etwas zum geniessen.

Freitag, Juni 20, 2014

neue töne (1402): siobhan wilson (song, by toad records)


song, by toad records präsentiert dieser tage seine dritte split veröffentlichung, die als 12" das licht der welt erblickt. in unregelmäßiger folge werden in heimstätten aufnahmen getätigt, die wenig später das ohr des kunden treffen sollen. in diesem fall wurde im vergangenen jahr während des insider festivals, nahe aviemore in den schottischen highlands, aufgenommen. es gibt so einige kleine festivitäten im vereinigten königreich, die sich nicht nur durch das originelle lineup auszeichnen, sondern auch durch die landschaftlichen gegebenheiten, klar. in den schottischen highlands erst recht. bier trinken, in die wunderbare umgehend starrend die sonne untergehen sehen, so einige möglichkeiten gab es da schon, um sich auf die recordingsessions vorzubereiten. 

es war dennoch nicht ganz so einfach, alles unter einen hut zu bringen. die anreise- und auftrittszeiten, die erholungsphasen, die verfügbarkeiten. der enthusiasmus aller beteiligten führte schließlich zur "3rd song, by toad split 12", auf der diesmal jonnie common, david thomas broughton, sparrow and the workshop und siobhan wilson vertreten sind, wobei letztere die erste single daraus spendiert. "dear god" ist anbetungswürdig im wahrsten sinne des wortes, steinerweichend, zart, harfenumweht, vorgetragen mit entrücktheit und emphase. wilson stammt aus glasgow, produziert ihre musik bereits geraume zeit selbst, teilte die bühne mit friendly fires, benjamin biolay und klingt wie eine mischung aus regina spektor, sharon van etten und joni mitchell. 2012 erschien ihre ep "glorified demons", eine handgefertigte auflage sollte noch auf ihrer bandcamp seite zu erwerben sein.

Donnerstag, Juni 19, 2014

eingestreut (660): castanets


dem typen bin ich echt schon ewig nach. da waren die alben noch kraut und rüben (einer meiner ersten posts hier im klienicum zu den alben von 2005 und 2006, klick), etwa so wie das spiel iran gegen nigeria. doch ich liebte ihn von anfang an. diese alternativlosigkeit, diese anarche stossrichtung hatten mehr als nur grund zur bewunderung parat. dem lag ein geist zugrunde, der sich auch heute noch als charakteristisch zeigt. freakfolk in einer exzellent einzigartigen grundierung, versetzt mit einer unbändigen experimentierfreunde, abenteuerlust und dem morbiden willen zu mehr. auch im ersten track "out for the west" für das neue castanets album "decimation blues", welches am 19.08. auf asthmatic kitty records erscheinen wird, belebt er das genre und führt es in den blues und in die unendlichen raposa- weiten, wo immer das auch ist, Ihr werdet ihm folgen.

Mittwoch, Juni 18, 2014

eingestreut (659): emperor x (tour)


bereits für die tour 2013 hatten wir uns stark und auf emperor x aufmerksam gemacht. dies wollen wir auch heuer gerne wiederholen. hatte sich damals c.r. matheny aka emperor x noch auf "western teleport" ausgeruht, wird er in diesem jahr ein neues album mit sich führen. "the orlando sentinel" heißt es und wird ende juni erscheinen. einen knappen monat später schlägt der junge kerl dann bei uns auf.

"kapriziöse brillanz wird ihm unterstellt, er sei eine mischung aus daniel johnston und dan deacon, seine songs seien catchy und mit lyrics unterlegt, die das herzchen anschlagen. er war gern gesehener gast in gallerien, bücherläden, universitäten, collegeradios usw., teilte aber die bühne auch schon mit sebadoh, nada surf, casiotone for the painfully alone oder john vanderslice, der ihn als "a serious genuis" bezeichnete, nachdem beide eine tour absolviert hatten. zudem machte sich matheny als produzent einen namen, u.a. sorgte er bei oxford collapse für den richtigen angang."

mit "fierce resource allocation" gibt es einen ersten track aus dem neuen album zu hören, den wir hiermit gern vorstellen. die entzückende nummer weist den weg auch in die vergangenheit, da matheny immer wieder zu beweisen wusste, wie herausragend kreativ er im umgang mit seinen instrumentarien ist. berichte aus dem letzten jahr bezeugen zudem, dass er den sound auch live umsetzen kann. darauf seid Ihr wenigstens ein wenig vorbereitet und wir erwarten nun Eure eindrücke.

Dienstag, Juni 17, 2014

eingestreut (658): gdansk


die vierköpfige band gdanks stammt nicht aus polen, sondern aus hamilton in ontarion. noch ohne einen plattendeal in der tasche, schickte sich die truppe jüngst an, eine neue ep an den mann zu bringen. bei tim mann, jamie ball, justin brix und tom lang treffen wir auf protagonisten, die den spagat suchen, um ambiente texturen in einen organischen kontext zu binden. die arrangements sind häufig verhuscht, imaginär, impressiv und gründen sich dabei auf ein festes fundament, da die perkussion den beat in gebotener dringlichkeit vorgibt. synthies und gitarren weisen die transparenten grenzgebiete aus. über allem schwebt die kopfstimme von timothy mann. der multiinstrumentalist gründete die band im herbst 2011. ausdrucksstarke lyriks ergänzen die arbeit der sympathischen, noch jungen band. am schönsten agiert sie, wenn sie die dinge laufen, fließen lässt. dann ergeben sich geradezu magische momente der auflösung. versucht es mal.

Montag, Juni 16, 2014

ein (p)fund mp3 (474), teil 2

erst waren sie auf tour, brachten zudem beide alben heraus ("gin" auf fika recordings bzw. "boom biddy boom" auf wiaiwya), nun treten sie (mal wieder) als duo auf und bieten einige ausgezeichnete duetts an, "pizza espresso" erscheint ende august, in kollaboration beider genannter label: stanley brinks and freschard:


sein neues album hört auf "tied to a star" und erscheint ende august auf sub pop, mit dabei chan marshall, mark mulcahy, pall jenkins und ken maiuri, der meister hat selbst aufgenommen und produziert, das mastering übernahm john agnell: j mascis:


mit "eyes up" dürfen wir in die erste single von yehiel hamou, chen firsel und imri cohen hören, die auf das kommende album "an epi triumph" vorbereitet, welches ende juli erscheinen wird, spacig: memory in plant:


hearts& plugs geht mit einer neuen veröffentlichung an den start, die single "holy ghost" soll wegweisend für die lp "face in the cloud" sein, welche das werk des slow runner bandmitglieds ist und am 15. juli erscheint: michael flynn:


mit "treadmill" gibt es einen ersten track aus der zusammenarbeit von dieter moebius, tim tory und jon leidecker zu hören, die lp "snowghost pieces" erscheint am 27. juni auf bureau b: moebius story leidecker:


der letzte track stammt von theo lefebvre aus montpellier, der mit "weird tales" neue songs vorstellt, sie sind auf kassette erschienen und bezeugen den tradierten charakter, der auf sorgsame weise ins heute transferiert wird: you are number six:

ein (p)fund mp3 (474)

sie veröffentlichen am 18. juli ein neues album, "instrument" wird unter anderem von arto lindsay unterstützt, der einige gesangsmelodien beigefügt hat, was den außergewöhnlichen charakter des werks unterstreichen hilft: to rococo rot:


die japanische experimentalband, angeführt von yoshimi, wird ihr neues album ende juni europa, anfang juli dann auch in deutschland herausbringen, zum vertraut machen gibt es einen vorabtrack, der das ausmaß gewahr werden lässt: OOIOO:


sattsam forscher geht es auf der debüt langspielplatte "heaven" zu, die am 15. juli auf orchid tapes erscheinen wird, der dreier aus san francisco steht auf sad pop und lässt uns geschmack mit "edo method" nehmen: the bilinda butchers:


ein wenig an die junge rickie lee jones erinnernd, am 18. juli erscheint soliti/bb*island/cargo das neue album namens "astrid4", wir geben schon einmal einen track der jungen damen aus helsinki vor: astrid swan:


großartige news, das 20. soloalbum steht an, der brite arbeitete darauf mit dem produzenten joe boyd zusammen, eine hälfte des albums, welches ende august erscheint, besteht aus coverversionen, die andere eigene, neue songs: robyn hitchcock:

Sonntag, Juni 15, 2014

neue töne (1401): thunderegg


sicher definiert sich der großteil bands über den gesang, die stimme ihrer jeweiligen sänger. nicht immer aber ist diese so prägnant und eindeutig identifzierbar wie bei der amerikanischen band aus dem westen der usa: thunderegg. will georgantas, die feste konstante schlechthin, dieser als projekt zu betrachtenen truppe, da sich die zusammensetzung je nach aufgabe neu zusammenstellen lässt, hat ein jugendlich klingendes organ, mit leichtem alt- einschlag besetzt er die noten in höheren regionen und bedient sich mit leichtigkeit einer aufmerksamkeit schürenden reinheit, klarheit, die ihresgleichen sucht. denn bei aller spielerischen gekonntheit poliert erst der erfahrungshorizont des sängers die stimmliche leistung auf. 

der bursche mit griechischen vorfahren ist viel herumgekommen, hat stets die wachen augen offen, ist sehr kommunikativ und hält nicht hintem berg. so öffnen sich ihm die herzen und seine schatzkammer füllt  und füllte sich zusehends. mit "c'mon thunder" legt georgantas ein neues album vor, erschienen dieser tage in selbstproduktion, ein umstand, der angesichts der qualitativen konstanz kaum zu glauben ist, an eine discographie angehängt, die ihresgleichen sucht. 14 neue tracks schickt thunderegg in die nach hoffnung schmachtende, in die von sehnsüchten ausgezehrte welt, und kann die defizitären gemüter jederzeit adäquat bedienen. denn die songs von will und co. sind neben ihrer lieblichen bestimmtheit mit einem zauber belegt, der nur jenen gelingt, die selbst ausstrahlung besitzen und die ihr heil zu teilen in die lage sind. die arrangements ausgewogen, deutlich pointiert, nie aufgeregt oder um des effekts willen mit stilistischen elementen aufgehübscht. im gegenteil offerieren sich handwerkliche meisterschaft neben finessenreicher performance. da darf man ruhig ein zweites mal hinhören, um die rafinesse dieser oder jener produktion zu erhaschen. 

meist aber gründet sich die musik auf einem ausgeruhten und arbeitsfleißigem fundament, von dem aus in die privatheit des sängers gestartet wird. wenn er von zurückliegenden zeiten berichtet, entsteht wehmut und dem lächeln, das will vorgibt, folgt man nur zu gern. denn er erzählt nicht mit dem blick von oben herab, sondern als steckte er noch mitten in der jeweiligen situation. daslehrreiche mancher begegnung wird so auch für dritte erfahrbar. immer wieder aber auch weist der amerikaner einen gegenüber auf, dem er dies und jenes mitzuteilen hat. nicht immer ist das gröbste berets ausgestanden. wir kennen das, und können uns doch dieser knisternden atmosphäre nicht entziehen. vielleicht ist eben das die herausragende stärke wills, dass es ihm gelingt, mit einfachen worten und bildern eine ganz besondere stimmung zu schaffen. nicht zuletzt haben daran aber auch seine mitstreiter einen großen anteil. alan weatherhead, der genau wie will georgantas (elektrische, akustische gitarre, sitar, keyboards, answering machine) als multiinstrumentalist (pedal steel, orgel u.a.) fungiert, dazu miguel urbiztondo an den drums und immer wieder unterstützend darren jesse, ebenfalls an mehreren instrumenten aktiv. es seien mike brown mit akkordeon- und banjoeinsatz sowie die backgroundgesangakteuere brooke fauver drumheller und tim buckley nicht vergessen. 

bezüglich einer genreeinordnung bleiben thunderegg zwischen folkpop und gelegentlichen ausflügen in den rock 'n' roll verhaften. nicht zuletzt aber bietet sich auch immer wieder eine songwriterische oberfläche, die nur nach etwas garnierung verlangt? einige der lieder von "c'mon thunder" kannte man bereits von thundereggs liveauftritten im jahr 2013. da bereiste will (mit einer anderen besetzung) hiesige landstriche und hinterließ eine lange liste von fans. diese werden sich über die nachricht freuen, dass der mann aus san francisco für den sommer 2015 einen erneuten aufenthalt in deutschland in erwägung zieht. wer sich bis dato nicht hat anziehen lassen vom melodienreichtum, von der stimmlichen unbefangenheit wills, der wird spätestens dann angegriffen sein, wenn ihm die herren direkt vor der nase stehen. bis dahin ist aber genügend zeit, um sich mit dem neuen album darauf vorzubereiten. zu beziehen ist "c'mon thunder" über thunderegg.org.