heute ist der 15.03., hauke aka great dynamo startet seine tour. die daten picke ich Euch noch einmal mit an. pünktlich zum beginn seiner deutschland rundreise hat der lofi- musiker seine erste von mehreren geplanten eps in diesem jahr aus dem "presswerk" bekommen. das"analogue lofilectro ep" getaufte stück wurde in episode 15 mal so richtig auseinander genommen. hauke schreibt: "die erste ANALOGUE LOFILECTRO EP ist fertig. heute ist SONNY WENZEL zu besuch, um das machwerk zusammen mit GREAT DYNAMO zu begutachten. ein kurzweiliger abend mit gesprächen über die einzelnen songs und einigen schmeichelhaften vergleichen. doch hört selbst."
15.03. utrecht - oudenoord - in our living room show 18.03. herne - die sonne (mit SAENDER) 21.03. aachen - hotel europa (mit NOTORIOUS RIVIERA BROTHERS) 23.03. düsseldorf - the tube (mit SAENDER + BRÄNK FLECK) 24.03. wuppertal - container (mit SAENDER) 26.03. hannover - singsing (mit SAENDER) 27.03. göttingen - pools (mit SAENDER) 28.03. kiel - phollkomplex (mit SAENDER) 29.03. berlin - gasthaus ursula (mit SAENDER) 30.03. hamburg - makrele bar (mit SAENDER) 31.03. berlin - madame claude (mit THE MOUSTACHE)
mit "bone soldiers" findet sich ein neues album auf you've changed records, dem fleißigen label um daniel romano. unter baby eagle and the proud mothers fungiert niemand anderes als das constantines mitglied steve lambke inkls. der attack in black kompagnons ian kehoe und spencer burton sowie nick ferrio und will kidman, ebenfalls constantines sidepart. der sechste des laufenden märzen war der stichtag für "bone soldier", den nachfolger des letztjährigen "dog weather" und das mittlerweile vierte album, das lambke unter benanntem moniker fabrizierte. aufgenommen wurde in toronto im 6 nassau studio mit jeff mcmurrich, der unter anderem mit fucked up, bry webb oder john k. samson zusammen gearbeitet hat. der sound ist durchaus rau angelehnt, weiß aber mit einem charme aufzuwarten, der sich dank der flippigen gesangsstimme und nicht zuletzt wegen der hervorragenden melodien, der bissigen texte einstellt. musik ganz nach meinem geschmack, so ungeschlacht und verwegen, fleischig und echt. wenn die fünfe erst richtig loslegen, bleibt kein bild mehr an seinem platz. doch sie können auch auf der schmalspur. dann geht es plötzlich gesittet zu und man spürt, wie nah die band beeinander ist. nicht nur einfach aufeinander eingespielt, nee, hier spielen kumpel, freunde. ob lustvoll oder zurückgenommen, ein element das niemals fehlt, ist die lebendigkeit. da kann das feedback noch so jaulen, der song wird gerettet, weil man sich ehrlich um ihn bemüht. auf you've changed records ist noch nichts schlechtes erschienen. die etwas inzestuöse art und weise, mit der dort alben produziert werden, hat eben auch was gutes, verlässlichkeit und qualität. nehmt Euch an den händen und tanzt zu baby eagle and the proud mothers. drei songs aus dem neuen werk könnt Ihr schon einmal antesten, ein zusätzliches video mit einem älteren track füge ich noch an, ein unterstreicher von was auch immer. Ihr habt ja selbst augen und ohren! tracklisting: bone soldiers / strange bodies / brave women / rebel crimes / old punks / good times/bad times / marching orders / peace on earth / hard truths / hurricane weather
rund 15000 people hörten in der vergangenen woche das seit knapp drei wochen online gestellte "all the rowboats". mehr als 150000 haben die erste single aus dem sechsten album von regina spektor innerhalb dieses zeitraums für sich laufen lassen. "what we saw from the cheap seats" wird den etwas simpler benannten alben ""11:11" (2001), "songs" (2002), "soviet kitsch" (2004), "begin to hope" (2006) und "far" (2009) folgen (12. mai). es wurde im vergangenen sommer in los angeles über einen zeitraum von acht wochen aufgenommen. elf neue songs hatte spektor geschrieben, die kompositionen waren ebenfalls weitgehend neu, einige ältere hatte sie zudem im gepäck. mit mike elizondo hatte sie einen partner an ihrer seite, von dem sie sagt, dass er sie immer wieder zu überraschen wusste, der sie letztlich auch zu höchstleistungen trieb. er wiederum behauptet, regina hätte sie sich selbst übertroffen. hört den ersten songs, werdet an die alte regina spektor erinnert, doch glaubt auch an die neue.
immer auf der suche nach neuen, frischen, unverbrauchten popbands zeichnet sich das kleine, aber exklusive cloudberry records label durch nachhaltigkeit und unverblümten ehrgeiz aus. ich glaube, dass ich den verein aus den staaten bereits mehr als fünf jahre begleite und beobachte und immer wieder erfreut und erstaunt darüber bin, was sie alles an guter musik zutage fördern. vor zwei jahren bereits gab es eine begeisterte vorschau auf diesen seiten, klick, heute wollen wir auch aufmerksam machen auf jüngste veröffentlichungen. anzuführen wäre noch, dass Ihr Euch beim erwerb der 3inch oder 7inch releases beeilen solltet. die sehr begrenzte anzahl der durchweg physischen tonträger erhöhte seit jeher die beliebtheit und das kaufinteresse einer große schar von fans.
aus sarasota, florida, stammt der tweepop sechser, was passt da besser, als ein kleines, schmuckes release auf cloudberry records herauszubringen, so erscheint eben dort demnächst ein 7inch mit zwei tracks, hier einer davon:
zudem wird es mitte märz eine neue 3 inch cdr split single geben, cloudberry records fördert hier das tonale vergnügen in der einfachen potenz, schlicht nach den bands benannt, können wir erste appetithappen vom 4track werk zu uns nehmen:
so und abschließend unseres exkurses in die welten des feinen poplabels der hinweis auf die seit 01. märz erhältliche 6track ausgabe aus der reihe "3 inch cd-r classics (a blast from the past!):
als wir im vergangenen november mit garda über das kommende album gesprochen hatten (interview hier), war quasi noch kein ton an unser ohr gelangt. lediglich die vorstellung, dass die dresdner truppe neue wege gehen wollte, bestand, nur noch nicht ausgemalt und in farbe. nun ist es langsam so weit, der 27. april rückt immer näher, an dem "a heart of pro" erscheinen wird. k&f records locken ab heute sogar ein wenig an, eine erste probe wird zum hören bereitgestellt. "oh euphoria, my dear" heißt der track und er ist ein graziles, anmutiges stück, dem die qualitäten früherer songs nicht abgehen: feingliedrig, freiatmend. und er macht neugierig auf den rest.
die letzte berührung mit tortoise hatte ich 2006, als sie gemeinsam mit will oldham das feine "the brave and the bold" schufen. overcoat recordings veröffentlichte das zehn track werk, das letztlich in beider discography nur eine randbemerkung bleiben wird, bei mir aber bleibenden eindruck hinterlassen hat. es landete im selben jahr mit ***1/2 zwar nur auf rang 99, hinter my morning jacket und vor darren hayman, aber schließlich ward es mit gut bis sehr gut bewertet. tortoise stammt aus dem lateinischen ("tartaruchus") bzw. griechischen ("ταρταροῦχος") und kann mit schildkröte übertragen werden. die jungs der band mit schildkröten zu vergleichen wäre nicht angemessen, obwohl wir alle so altersmäßig auf einer höhe sind und sich die gesichter langsam mit lederhaut überziehen und dem antlitz einen panzerartigen glanz verleihen, doch das schildkrötenhafte muss man vielleicht doch eher der musik selbst anhaften. die chicagoer band gilt als postrock speerspitze, vertraut auf keine stilfestlegung und vermengt unterschiedlichste ansätze und elemente. im rahmen des anstehenden record store day gibt es neuigkeiten, die an dieser stelle eilfertig weitergereicht werden sollen. zunächst werden die ersten beiden 7" auf thrill jockey wiederveröffentlicht, sowohl "lonesome sound" als auch "mosquito". das originale fold-over artwork sollte auch die letzten skeptiker überzeugen, bei den herren douglas mccombs, john herndon, bundy k. brown, john mcentire und brad wood zuzuschlagen. sechs alben werden zudem neu aufgelegt, da sollte man das jahr über immer neugierig bleiben und die daten auf der thrill jockey homepage abpassen. zu guter letzt gibt es einen deutschlandtermin und wie der zufall es will, findet das konzert doch glatt in münchen statt, nämlich am 05. juni im feierwerk! die weiteren europa tourdaten unten in gänze. nachfolgend ein track vom bis dato letzten album "beacons of ancestorship", welches im frühsommer 2009 erschien:
12.5.2012 E-Santiago Compostella, Auditorio Galicia 15.5.2012 E-Madrid, Rock Kitchen, Sublime Shows 16.5.2012 E-Barcelona, Apolo, Sublime Shows 17.5.2012 E-Valencia, Wah Wah 18.5. Fri E-Sevilla, Territorios Festival 2.6.2012 UK-London, Field Day Festival 3.6.2012 MK-Skopje, OFF Fest 4.6.2012 HR-Zagreb, Tvornica Kulture 5.6.2012 München, Feierwerk 6.6.2012 CH-Zürich, Moods 8.6.2012 B-Hasselt, Kunstencentrum Belgie 9.6.2012 E-Tenerife, Próximos Festival 18.7.2012 N-Molde, M. Int. Jazz Festival, Teatret Vart 20.7.2012 N-Tønsberg, Slottsfjellet (open air amphi)
mit uns hauke aka great dynamo geht es nun schlag auf schlag, denn die tour steht kurz bevor. und weil hauke seine livetauglichkeit letztmals vor ca. einem jahr unter beweis gestellt hat, muss er nun doch noch ein wenig üben. wie das vonstatten geht, zeigt er Euch in bild und ton und schreibt zudem: "die zeit fliegt im hohen bogen richtung tour. und es gibt noch so viel zu tun. formularkram für die produktion der promo cds, das equipment aufmöbeln und natürlich proben. besonders die cover versionen verlangen noch nach aufmerksamkeit. und auch sonst werfen die kommenden konzerte schatten (seltsamerweise nach vorne)."
aus dem duften philadelphia stammen andy und gary ellison, die einen saftigen und knackigen rock 'n' roll zu spielen in der lage sind. die gitarren verweigern sich jeglicher streikidee und gehen beflissentlich ihrem job nach, gedoppelt, aneinander vorbeisägend, wie auch immer, stets heiß gelaufen und auf spitze. der beat steht nie wirklich im vordergrund, das schlagwerk kann zwar betont rasant, dass man zugleich glatt an ihm vorbeihört, oder aber auch dröppelnd oder federnd somnolent im hintergrund. ebenso fügsam zeigt sich die gesangsspur, sie wird eingefahren wie eine lok in den sackbahnhof, irgendwie besonders und irgendwie doch ganz wunderbar eingepasst in das weite geschehen der allgemeinen betriebsamkeit. das klangbild zeichnet sich eh durch eine wenig befriedete atmosphäre aus, als würden die versammelten dampfrösser zwar heruntergefahren, aber noch stossen sie qualmende wolken aus, unruhig, auf habacht.
"find a home" hat das brüderpaar im juni des vergangenen jahres veröffentlicht. mit der überstellung an eine promotionfirma kommt nun berechtigterweise auch etwas wind in die segel. diese qualitäten sollten nicht versteckt werden. die single "corridor" schickte man nun zunächst vor, seit anfang februar gibt es das 9track werk nun auch bei allen üblichen download plattformen zu kaufen. es lohnt wirklich, denn the plastic traps sind in der lage, die geschüttelten emotionen zu sortieren, auf einen schwebeteppich zu heben und zu einer ernsthaften geschichte zu erklären. die attitüde ist in besonnenheit geschlungen, das maßvolle anheben gilt es zu ehren, die modernen sounds zu würdigen, weil sie nur oberflächlich um den hype ringen. ernsthaftigkeit und mut, kreativität und ein wenig stolz verbinden sich zu einer melange, die man ruhig an die große glocke hängen darf. hoffentlich bald mehr.
ha, wirklich alt ist das konzertjahr 2012 noch nicht, dennoch ziemlich ereignisreich. neben dem jazzgiganten charles gayle durften wir die alten helden von walkabouts erleben sowie die aufstrebenden veronica falls. am überzeugensten waren allerdings megafaun. angesichts ihrer veröffentlichungen auch schon gestandene in der szenerie. ihr set war so professionell wie auf- und anregend, eben rund.
mit "rule of thirds" von azure blue hatte matinée records erst im dezember des letzten jahres ein ganz feines stückchen musik auf ihrem stets säuberlich geputzten silbertablett angerichetet. das nächste reguläre album, was man als vorgänger bezeichnen könnte, wäre erst bubblegum lemonades "somophore release", das aus dem januar 2011 stammt. ein etwas träger rhythmus der sich da bei einem meiner lieblingslabels eingeschlichen hat. doch das soll anders werden. in bälde steht das neue cats on fire album auf dem plan (wir berichteten) und außerdem veröffentlichen strawberry whiplash ihr debut. im märz wird das schottische duo "hits in the car" präsentieren. es ist der lang erwartete longplayer, denn immerhin haben die beiden bereits drei eps, verteilt über die jahre 2008, 2009 und 2011 aufzubieten. laz, der für die instrumentenbedienung verantwortlich zeichnet (und auch der typ hinter bubblegum lemonade ist) und sandra, die sängerin, firmieren unter noise pop, dabei steht im vordergrund immer noch der jingle jangle sound, der twee, das melodische, harmoniesüchtige element. ein wenig schub, ein paar aggressive sengereien können natürlich niemals schaden, will man aufmerksamkeit nicht nur um ihrer selbst willen schüren. dicker empfehlungsstempel des klienicum.
die discographie des conrad ewart lambert aus dorset, england, ist schnell zusammengefasst. im jahr 1999 veröffentlichte er sein mehr als beachtliches debut "merz", was zugleich seinem künstlernamen gleichkam, 2005 erschien "loveheart" und drei jahre später das bis dato letzte werk "moi et mon camion". vier jahre sind seit dem vergangen und endlich kann man wieder positives verkünden. "no compass will find home" soll am 13. april erscheinen und wird via sophie records / irascible (schweiz) vertrieben (wenn ich das richtig verfolgt habe, ist lamberts frau aus der gegend und er mittlerweile eine art almhöhi). eine aus 2008 stammende review fasst im klienicum folgendermaßen zusammen: "folk vielleicht, singer/songwriter nicht nur, für electronica zu erdig, bliebe letztlich eine mixtur, die am ehesten noch mit tripfolk umschrieben werden kann. auf "merz", 1999 auf epic erschienen, gefallen vor allem die verzwackten spielereien, die dem song nie im wege stehen, im gegenteil dergestalt förderlich sind, dass sie betonen oder unterstreichen. "engine heart" trieb es dabei auf die spitze, weil es eine dem ohr schmeichelnde melodie mitführte. "lotus" agierte mit rudernden armen, und die wirren beats gefielen sich in harmonie mit den gesängen des conrad lambert. ein album, das letztlich nicht in sich ruhend, stimmig wirkte, wie zusammengetragenes laub, das sich nicht binden lässt. aber die einzelnen blätter dufteten und strahlten in den schönsten farben. die dichte und die spannung von "loveheart" erhöhen im direkten vergleich das 06er album immens. es ist geschlossen, wie aus einem guss, weder zerfasert noch zerfahren, es fließt und gibt sich in aller offenheit dem hörer hin. die melodien sind grandios, lamberts stimme bricht sich immer wieder neu an ihnen. er ist teil ihrer selbst und schwimmt wie auf einem schlingernden floss auf ihnen. das spinett dirigiert flirrend seinen drohenden untergang. über allem "butterfly" und man möchte schon ein wenig lächeln." "moi et mon camion" von merz landete in unserer jahresendabrechnung 2008 schließlich auf platz 11 mit satten **** - ****1/2 sternderln. mehr als vorfreude hier, denn merz rührt an. bis mitte april ist noch ein wenig zeit, zur überbrückung einige video zum kennenlernen, anfreunden oder rekapitulieren.
am 13. februar erschien auf we were never being boring collective ein 3track werk namens "gray days", das ich Euch unbedingt ans herz legen möchte, auch und obwohl mir kaum daten rund um die single/ep vorliegen. mit brothers in law präsentiert sich ein dreier aus italien, irgendwo von der östlichen küste müssen jack, nicola und andrea kommen. ihre interpretation eines dengeligen shoegazers in kraftvoll ist mehr als eine erwähnung wert. die schießbude gibt eine saftige note vor, die gitarren schuften und ein dreampop angelehnter gesangt umhegt die umtriebige gemeinschaft. auf tannen records legten die jungs 2011 ein selbstbetiteltes debut vor, das fünf tracks umfasste. Ihr könnt es hier antesten. mit der diesjährigen single haben sie aber echt noch einen drauf gesetzt. wirklich klasse!
hauke aka great dynamo weiht uns in episode 13 weiter in sein soundsystem ein. diesmal geht es um gitarre und co., sehr spannend. weiterhin wollen wir auf die angekündigte kommende tour des impressario hinweisen, die daten findet Ihr unten. für den 17.03., 22.03. und ggfs 25. und 28.03. wird allerdings noch booking gesucht. wer also bock auf ein wohnzimmerkonzert hat oder einen kleinen club, eine kneipe führt und in dieser zeit noch einen coolen act benötigt, der sollte sich schnell mal rühren, bei hauke, bei mir, bei gott, immer die richtige adresse. ansonsten gilt natürlich: die konzerte besuchen und die termine weitergeben! danke!
15.03. Utrecht - Living Room Show 18.03. Herne - Die Sonne 21.03. Aachen - Hotel Europa 23.03. Düsseldorf - The Tube 24.03. Wuppertal - Container 26.03. Hannover SingSing 27.03. Göttingen - Pools 28.03. Kiel - Café Phollcomplex 29.03. Berlin - Gasthaus Ursula 30.03. Hamburg - Makrele Bar 31.03. Berlin - Madame Claude
zur hilfe springen könnte mir sicher oliver vom konzerttagebuch, denn arlt sind franzosen. für franzosen (und nicht nur für sie) ist der fleißige pariser blogger fachmann. doch bislang konnte ich keinen eintrag über eloïse decazes und sing sing entdecken, dem duo hinter dem kurzen, affektbeladenen moniker. oliver wird mich sicher korrigieren, bei bedarf. sie ist sängerin, er spielt die gitarre. gemeinsam kneten und formen sie die sprache. ihr erstes album heißt "la langue" und erschien 2010. es ist ein offenes und zugängliches werk. trotz der sparsamkeit in bezug auf den instrumenteneinsatz wirkt es organisch und griffig. die gitarre arbeitet bissig, verbindet akustische elemente, das strebsame anschlagen und picking, sowie die gerüttelte note einer elektrischen, in der betonung, der melodiösen begleitung. die dramaturgie ist gesichert. mir gefallen vor allem die momente, da eloïses stimme und die sechssaitige ineinander überzugehen scheinen. etwas punkiges liegt den beiden zugrunde, allerdings frönen sie auch ausgesprochen sinnlich dem chanson, suchen anlehnung im blues und folk. so gelingt den beiden eine ganz eigene mixtur, der ich hiermit tribut zollen möchte.
nicht zuletzt, weil ein neues album ansteht. am 23. april erscheint "feu la figure" auf almost musique. mit mocke erhielten die beiden protagonisten unterstützung vom mitglied der gruppe holden. zusammen stürmten sie das bekannte studio hotel2tango in montreal und entschieden sich dort für vintage equipment, um ihre etwas dichteren kompositionen umzusetzen. zwei songs wurden jeden tag aufgenommen. der rock 'n' roll trat deutlich in den vordergrund. die zweite gitarre setzte kontrapunkte. auch die texte messen wieder den gesamten raum aus, liebe, trennung, leidenschaften. etwas mehr blues, etwas mehr rauheit vielleicht. eine erarbeitete scheibe, abgerungen und ehrlich. vielleicht lesen wir bald etwas über die band bei oliver, spätestens wenn ihr nächster paris termin ansteht, werden wir auch bei ihm werben.
musikalisch sind wir vielleicht nicht unbedingt auf einer höhe, aber das video fand ich echt klasse, drum schaut doch mal rein bei einer durchaus engagierten truppe und ihrem debut "strike hard, young diamond": wildlife:
über die jungs devlin mccluskey und christopher spindelilus und ihren release "electric ahab" hatte ich vor einigen tagen berichtet, unterstrichen wollen die beiden ihr kraftstrotzendes paket mittels bewegter bilder sehen, also bitte: the dead ships:
nicht weniger spannend ist das video des fünfers aus brisbane, ihre single "evie" wurde farbenfroh bebildert und weist auf die bald kommende ep der australischen band hin, die mit john castle (washington, the cat empire, the boat people) aufgenommen hat:
anfang april bringt glitterhouse records das goldalbum heraus, gold in grönland bedeutet was bei uns?, abwarten, die junge inuk wird uns schon um den finger wickeln, bald auch auf konzerten: nieve nielsen & the deer children:
stilvoll geht es natürlich bei ihnen zu, "the something rain" spaltet zwar die kritiker, aber lieber heftig dafür oder heftig dagegen als langweiliger argwohn, neues video zum track "a night so still": tindersticks:
tindersticks 12.03. DE Köln, Gloria 13.03. DE Hamburg, Thalia Theater 15.03. CH Lausanne, Theatre de L'Octogone 16.03. CH Zürich, Kaufleuten 17.03. DE Heidelberg, Stadthalle 18.03. DE München, Muffathalle
auch wenn der release des albums "nº1" bereits einige monate zurückliegt, so lohnt dennoch ein blick auf die oktober veröffentlichung des letzten jahres. und nicht nur wegen der tollen musik, die darauf zu finden ist, sondern und vor allem auch wegen der künstlerin, die man dahinter entdecken kann. es handelt sich um die in kansas city geborene christina vantzou, die allerdings bereits fast zehn jahre in brüssel lebt, wohin sie 2003 umgezogen ist. zuvor besuchte und absolvierte sie das maryland institute college of art in baltimore und beschäftigt sich seit jeher mit malerei und komposition. zeichnungen, bilder, animatationen, videos und installationen sind in zahlreicher form in ihrer vita zu finden. musikalisch befand sich sie auf suche. so gründete sie mit adam wiltzie von stars of the lid the dead texan, sie veröffentlichten auf kranky. sieben jahre nahmen sie auf, tourten und zogen das gesamte programm mehr oder weniger erfolgreich durch. zusätzlich schaffte christina sich bei sparklehorse als tourmitglied. nun war es an der zeit, sich auf sich selbst zu konzentrieren. über drei jahre hinweg bearbeitete sie ihre synthesizer, sampelte, arbeitete an ihrer stimme und kreierte schließlich einen orchestralen sound. allesamt kulminierte in eine rund 45minütige komposition. die digitalen sound galt es nun in realiter zu übersetzen. hierfür bekam sie hilfe von minna choi, die als vorstand des magik*magik orchestra fungiert. im tiny telephone studio in san francisco nahm man schließlich auf. ein aus sieben köpfen bestehendes ensemble spielte die komposition christinas ein. das mixing und mastering fand in brüssel statt und veröffentlicht hat kranky "nº1" am 24. oktober 2011. im paket des releases befanden sich neben der cd, eine dvd mit videoaufnahmen sowie remixe verschiedener künstler (die aufnahmen lassen sich hier finden). dafür, dass es sich bei diesem album um ein debut handelt, ist die geschlossenheit und die tiefe dieser aufnahmen mehr als erstaunlich. sich bedächtig dem spektrum klassischer musik nähernd, changiert der sound zwischen ambient, elektronik und eben den strukturen längst vergessen geglaubter strukturen. instrumentale welten öffnen sich in reinheit und größe, ohne abgestanden oder aufgeplustert sein. wie natürlich vorhanden, in einer selbstverständlichkeit, die widerspruchslos hingenommen wird. neoklassik geschimpft lassen sich neu zu bestellende felder entdecken. im märz ist christina mit nils frahm auf tour.
mit the subsonics oder jon spencer blues explosion haben sie gespielt, die dreigroschenoper haben sie nun adaptiert, die band aus atlanta veröffentlicht "cut them where they bleed" am 13. märz auf chicken ranch records: tiger! tiger!:
wesentlich poppiger geht es da bei der helsinkier band zu, die sich selbst dem postrock zuzuordnen sieht, die single zum debutalbum "on the first day" ist dabei aber eher elegisch denn rockig, erscheint am 02. mai auf lionheart records: all will be quiet:
alles auf eine karte setzen diese schweden, von jeher, hier ist der pop noch sanft, soft und anziehend, das neue album, selbstbetitelt, erschien gerade jüngst am 01. märz, es lohnt sehr: amandine:
die wiederum melancholische variante wählt diese band aus stockhom, ihre neue single heißt "rem" (since records) und folgt auf den vorgänger "fireflies", der ebenfalls von philip ekström von the mary onettes gemixt wurde: the pale corners:
sehr spannende musik kommt von pedee und hank, die wohl berlin und tábor ihre heimat nennen, ihre musik dagegen hip pop, nachfolgend die erste ep mit songs, die zum teil bis zu acht jahre alt sind, danach ein ausschnitt aus dem neuen, bald erscheinenden werk: birdiana:
ihre neue single wird am 09. april via fiction erscheinen, sie heißt "you're early" und hat was schwelend dumpfes, fat possum hat mittlerweile die londoner schwestern colette und hannah thurlow unter vertrag genommen: 2:54:
das neue album "the ghost in daylight" wird am 27. april auf warp records erscheinen, bis dahin heißt es sich in geduld üben und mit der single "the prize" vorliebnehmen: gravenhurst:
auf secretly canadian wird "passage" am 21. mai erscheinen, das new yorker duo devon church und aleksa palladino geht seinen weg nun begleitet von etwas mehr an technik, sound und so weiter, you know what i mean: exitmusic:
auf sub pop wird am 27. märz ihre neue ep veröffentlicht, "the revolution ep" heißt sie schlicht und ergreifend und maßt sich dennoch größe an, viel spaß!:
auf die beiden hatte ich bereits ausführlicher hingewiesen, doch "urstan" (drag city) rückt immer näher, da kann ein erinnern nicht schaden, deshalb hier und heute:
er hat eine menge bands gespielt, macht aber ebenfalls in solo ordentlich was her, fast ist man aufgefordert, ihn einen songwriter alter schule zu nennen, "north for the winter" erschien bereits am 21. februar auf dromedary records, hört trotzdem mal rein:
das ambitionierte projekt von vier veröffentlichungen in 18 monaten findet nun mit dem release von "the wilderness: the nomad series volume 4" am 27. märz seinen abschluss:
hauke aka great dynamo bereitet sich nach und nach auf die kommende tour vor. einige daten für mitte bis ende märz stehen nämlich. er schreibt zu episode 12: "die ersten auftritte des jahres rücken näher und es wird zeit ein live programm zusammen zu stellen. dafür muss als erstes das herz von great dynamoss live shows reanimiert werden: das analogue lofilectro sound system, bestehend aus allerhand völlig veralteter röhrentechnik und anderen sorgfältig ausgewählten trümmern." vorgestellt und vorgeführt, bitte sehr:
wer microphones und mount eerie, die beiden wichtigsten projekte von phil elverum, über die jahre verfolgen konnte, der hatte entweder ein gutes navigationsgerät oder eine ausschließliche fixierung auf den enormen output des umtriebigen musikers. in diesem jahr sollen zwei weitere tonträger die discography ergänzen. "clear moon" wird das erste heißen und es wird lieder über "a quiet life in and around a small northwest town, usually buried in fog, and the unexpected moments of clarity that briefly flash through" präsentieren. veröffentlichungsdatum ist der 22. mai, erscheinen wird es selbstverständlich beim eigenen label p.w. elverum and sun (u.a. auch heimat von thanksgiving, key losers und peace). das zweite album gilt als eine art begleitendes album zu "clear moon", wurde auf "ocean roar" getauft und soll im laufe des jahres herauskommen. beide alben hat phil in seinem neuen studio aufgenommen. "the unknown" befindet sich in einer kirche in anacortes und auf den alben kann man den ganz besonderen klang des sakralen gebäudes hören. die vorfreude erheben wir mit einigen älteren tracks, die den neuen in nichts nachstehen werden. glauben wir. hier im klienicum. schon ein bild gemalt?
March 15th, 2012- Paris, France- La Maroquinerie March 26th, 2012- Wiesbaden, Germany- Schlachthof March 29th, 2012- Leipzig, Germany- UT Connewitz March 31st, 2012- Berlin, Germany- Festsaal Kreuzberg
die tiefe beweglich und auf subtile weise aufregend halten. obwohl das zähe und das unausweichlich herausfordernde regieren. die auseinandersetzung. das bohrende. anheimfallende. das tiefsinnige und zehrende. leiden. befreiungsschläge, die nicht nach wildem, unbeholfenem rudern aussehen. die nicht der lächerlichkeit preisgeben. die flinken finger an den schweren, von tattoos gezeichneten armen. geschwind halten sie die saiten in schach, rochieren, suchen stellung, geben züge vor. finessen, die sich im gemeinen verlieren und von genau diesen verlusten zehren. ein bild, das sich erst später prägt. kurz vor dem vergessen.
mit el hombre trajeado nahm rm hubbert, der aus glasgow stammende gitarrist, drei alben in den jahren 1995 bis 2005 auf. erste aufmerksamkeit, die mit mehreren peel session sowie auftritten in den programmen von sebadoh, tortoise, deerhof und anderen mehr beantwortet wurde. eine längere pause nutzte hubbert zum studium verschiedener musikalischer ausdrucksformen. 2008 kehrte er in die öffentlichkeit zurück, 2010 brachte er seinen erstling "first & last" heraus. hier schlugen sich drei prägende ereignisse nieder, der tod von mutter und vater und die diagnose, dass er, rm, an chronischer depression leide. die umsetzung gelang mehr als überzeugend. nicht nur seine technischen fertigkeiten am instrument, auch seine befähigung zum schreiben von songs wurden allseits honoriert.
"thirteen lost & found", rm hubberts zweites soloalbum, ist ein werk über freundschaft, zugehörigkeit in einer gemeinschaft, über danksagung und verbundenheit. über bestand. nicht umsonst, dass ihn treue begleiter auf dem elf tracks umfassenden release unterstützen. alex kapranos, der franz ferdinand mensch, produzierte das auf chemikal underground erschienene album und ging bei zwei songs selbst zur hand.
nie lustbefreit, nie übermütig. kontrolliert, als böte die zeit gelegenheit, um die gedanken zu ordnen. abgewetztes, gescheuertes. manchmal. das zusammenspiel mit stevie jones und paul savage in "sandwalkes" hat etwas angestossenes, patiniertes, schwelgt zwischen barlaune und jazzliebe. die klavierredundanzen werden von gezielter gitarrenarbeit komplementiert. jedes instrumental hat ausreichend grund für eine projektionsfläche narrativer reflexion, "gus am bris an latha" mit john ferguson ist gar liebliche last. abwechslung versprechen die eingefügten vokalwerke. bekannt stoisch und einnehmend aidan moffat, weirdfolkloristisch und das album weich umzeichnend hanna tuulikki nebst marion kenny, diebisch, listig emma pollock mit hilfe von rafe fitzpatrick und am ende der vortreffliche gesang alasdair roberts.
nach dem debut tritt hubbert mit king creosote auf, begleitet den schottischen barden alasdair roberts, tritt mit thee silver mt. zion memorial orchestra band und godspeed you! black emperor in kontakt, findet sich in etlichen bestenlisten wieder und schließlich signt ihn chemikal underground und veröffentlicht "first & lost" im rerelease. kontakte, die er lange nicht gepflegte hatte, nahm hubbert wieder auf. die idee: wenn man miteinander musik macht, fällt vieles leichter, auch das reden.
zueinander gegensätzlich, miteinander geschlossen. das album hat eine wirkung wie ein schweres plaid, das man sich zum kühlen abend nimmt, um die knie zu bedecken, die sich nach langem stehen nach ruhe sehnen. in der wechselwirkung mit eigenen stimmungen entwickelt "thirteen lost & found" einen charakter. und substanz, von der man lange zehren kann.