Montag, August 25, 2014

ein (p)fund mp3 (478), teil 2

auf in die zweite runde mit blick auf neuigkeiten, diesmal beginnen wir mit einem hinweis auf ein sacred bones records release, welches am 14. oktober erscheinen wird, "bestial burden" ist anberaumt und wird mit "body betrays itself" eingeläutet: pharmakon:


das in dallas beheimatete label pour le corps records veröffentlicht ihr zweites album "the ride", terminiert auf den 02. september und vorgesehen für kassetten- und vinylformat, saumselig: lily taylor:


entspanntes gibt es aus ohio zu hören, der vierer hat nach seiner debütscheibe vom september 2012 nun etwas zum nachlegen, "dirty southern love ep" heißt das gerät und kommt schön unbestimmt daher, ein selfrelease von: emily & the complexes:


ihr debütalbum steht aus, es ist noch nicht terminiert, klar wird wohl sein, dass sie es in eigenregie herausbringen werden, zwei jahre arbeit sollen sich für den dreier aus washington schließlich gelohnt haben: paperhaus:


ich mag den sound der band ja, auch live sind sie eine wucht, wenngleich das ganze gewerk nichts wirklich neues ist, klar, am 02. september erscheint mit "classic zeus" ihr neues album auf arts & crafts: zeus:


"tide" heißt das debütalbum der band aus england, es wird am 12. september auf butterfly collectors erscheinen, die vorschusslorbeeren sind groß, die trauben hängen hoch, auch live sollten sie sich nach der decke strecken können: wooden arms:

ein (p)fund mp3 (478)

mitnichten ein schlechter einstieg, mit diesen beiden damen in diese runde zu starten, die glasgowerinnen shona mcvicar (drums) und stina marie claire tweeddale (vocals / guitar) stehen auf die rauere popvariante und nehmen kein blatt vor den mund, das debüt ist auf fatcat veröffentlicht: honeyblood:


ebenfalls von der insel stammen diese jungs, diesmal allerdings aus der hauptstadt des uk, und, ihre musik groovt eine ecke mehr, das debütalbum lässt noch auf sich warten, vrstl. 2015 auf harvest, dafür kommt die truppe immer mal wieder mit einem kracher um die ecke: only real:


dawn larsh und armando vega bilden dieses duo aus dundas, das gerade mit seiner zweiten single "i'll be your" zum frischling aus den löchern gekrochen kommt, es ist die nicht unübliche mischung aus sentiment und drall, die einem effekt unterliegt und die dem schuss verve verleiht: the tallest tree:


produziert wurde in den the church studios london unter iestyn polson, für den mix zeichnete chris lord-alge in l.a. verantwortlich, das neue album "the big drefreeze" wird am 25. august auf sideways saloon erscheinen, von wem wir sprechen: the travelling band:


für anfang oktober ist das wohl ambitionierteste projekt der lieben analogsoul menschen avisiert, mit "grace" wird eine scheibe veröffentlicht, die ihr heil in einem mix aus hip hop, electronica, minimal techno und vielen elementen mehr sucht, ein prozess, der genau beleuchtet wird, noch ohne appetithappen: a forest.

die truppe aus dublin wird in der heimat hoch gehandelt, als bester liveact zum beispiel oder aufgrund ihres kraftvollen angangs, ihrer wunderbaren harmoniegesänge wegen, der samtenen stimme vielleicht, hört und seht selbst, demnächst bei uns zu sehen, tourdaten nachfolgend: ana gog:


ana gog
15.11. buxtehude, the rebel's choice
16.11. hamburg, music club
18.11. berlin, intersoup
20.11. berlin, mein haus am see
22.11. berlin, an einem sonntag im august

quilt
08/09/14 Berlin, Schokoladen
09/09/14 Leipzig, UT Connewitz
10/09/14 Darmstadt, HoffART-Theater
15/09/14 Wien, Rhiz
17/09/14 Schorndorf, Manufaktur

Sonntag, August 24, 2014

neue töne (1427): david thomas broughton & the juice vocal ensemble


es hatte sich angedeutet, dass es bald wieder etwas von david thomas broughton zu hören geben wird. "unableto" war ein auf kassette (antiquated future) gebanntes lebenszeichen des für eine zeit in asien lebenden briten. seit dem wunderbaren 2011er "outbreeding" das wenige, was es bis dato von broughton an unsere ohrtade schaffte. aktiv aber ist er, so viel kann man über facebook immer mal wieder erfahren. gemeinsam mit the juice vocal ensemble tritt der künstler nun mit einem neuen werk an. es handelt sich um das album "sliding the same way", welches am 22. september auf song, by toad records erscheinen wird. auf dem kleinen label ist broughton kein fremder, hatte er doch bereits auf der letzten splitsingle an der seite von jonnie common / siobhan wilson / sparrow and the workshop mitgewirkt, wir berichteten. die neue platte zeigt ihn von seiner besten seite. sparsamkeit im arrangement, volle breite in der gesanglichen ausfahrt. diesmal nur eben unterstützt von drei damenstimmen, die nicht nur akzentuieren, sondern konturieren, führen, sich ergeben in den dienst stellen. es ist, nimmt man nur unten stehendes "in service" zur hilfe, eine großartige ensembleleistung, die aus fast nichts so viel macht. man darf auf den rest des album gespannt sein. sobald mehr in erfahrung zu bringen ist, melden wir uns an dieser stelle wieder.

Freitag, August 22, 2014

glotzt nicht so romantisch (584) gut und irmler


photo by claudio hils

die letzten tage hatten einige außerordentliche anstrengungen, deshalb hier auch manchmal weniger ausführliches. aber das kann sich in geraumer zeit auch wieder ändern. für heute möchten wir auf einen release auf bureau b hinweisen, bei dem sich hans-joachim irmler (faust) mit gudrun gut , u.a. malaria, mania d, einstürzende neubauten) zusammengetan . das video "früh" ist ein hinweis auf das album "500m", welches am 05. september erscheinen wird.



eingestreut (689): stanley brinks & freschard


beide künstler haben wir immer wieder an bord dieses kleinen blogschiffes. nicht zuletzt weil sie auch gemeinsame sache machen. einst schrieb stanley brinks einige lieder für freschard, dann tauchte er als gitarrist auf ihrem zweiten album auf, später tourte man gewaltig miteinander oder spielte in der backingband für andere hauptcharaktere. irgendwie ist bei den beiden alles möglich. ruhelose sind sie letzten endes, fahrende auch. mich würde die zahl der zurückgelegten kilometer interessieren. mit "pizza espresso" gibt es nun ein album zu begrüßen, das, nach "gin" (the wave pictures mit stanley) und nach "boom biddy boom" von freschard (siehe links, wir hatten über beide berichtet), erneut beide protagonisten ins spiel bringt.

es handle sich um ein album voller liebeslieder über das trinken und voller trinklieder über die liebe. letztlich zehn duette, eingespielt an lauen sommerabenden, wie uns das veröffentlichende label fika recordings weiß machen will. das geht, welch wunder, locker von der hand, wenngleich die konzentration ganz bei den beiden musikern liegt. wie auch bei anderen der vielzähligen veröffentlichungen von brinks und freschard: um der veröffentlichung willen nehmen sie nicht auf. ernsthaftigkeit steht als überschrift geschrieben. hier korrespondieren vor allem die stimmen wunderbar miteinander. beispiele, den rest findet Ihr selbst.

Donnerstag, August 21, 2014

eingestreut (688): lutine


die mitglieder dieser alternativ folk sensation sind emma morton und heather minor aus brighton. front and follow zeichnet als plattenfirma für die beiden verantwortlich. zusammen fanden sie im vergangenen jahr, zunächst als liveact, der eine handvoll shows zu verzeichnen wusste. doch die fragilen werke von lutine wollten auch einer breiteren masse zugehör gebracht werden. so entschloss man sich, ein erstes album auf den weg zu bringen. das nachstehende "sallow tree" (der 25. august ist releaseday für diesen download only) ist ein beispiel aus dem album "white flowers", welches am 29. september erscheinen wird. ich hoffe, Ihr könnt meine begeisterung teilen. die klarheit, die kargheit, die empfindsamkeit, mit der die töne produziert werden, begleitet von vokaler inszenzierung, die ihresgleichen sucht, sind ausdruck eines originären auftritts.

Mittwoch, August 20, 2014

eingestreut (687): douglas dare


lange nicht so ein gesangstalent gehört. pointiert, ohne überzogenheit, reife, ohne anstössiges brüsten. hier fallen die noten in den schoss, ausgebrütet treten sie eine neue reise an. in farbe getaucht, doch dem bunten abhold und trotzdem reich. magisch, wie die töne angehoben und zugleich vorgezeigt, sie in einzelteile zerlegt und neu formiert zur schau gestellt werden. es ist, als würde dem klang das kleid abgezogen, um es in nacktheit, in gewagter echtheit zu präsentieren. dabei korrespondiert die vokale soundmalerei mit dem pianoanschlag, den ich dieser form zuletzt bei deine lakaien oder auch bei hauschka gehört habe. "caroline" von douglas dare zeichnet sich so aus. der track erscheint gemeinsam mit "if i knew were alive" und zwei remixes auf einem 10" vinyl, am 22. september auf erased tapes. ich glaube, ich bin ansonsten kein so großer fanatiker des jungen londoner musiker, da bin ich der elektronische einschlüsse abhold. wenn das gewerk allerdings so karg daherkommt wie bei unten stehenden song, dann, ja dann bin ich mit im boot.

eingestreut (686): jennifer castle


der juli 2011 brachte in sachen jennifer castle folgendes im klienicum zutage: "sie hatte sich vor allem durch ihr stimmliches beiwerk bei einer menge kollegen ausgezeichnet. so unterstützte sie fucked up, constantines, eric chenaux und einige andere mehr. dass sie sich ein herz gefasst hat, um ein album unter eigener flagge aufzunehmen, dazu kann man der kanadierin jennifer castle nur gratulieren. das mit "castlemusic" (flemish eye) überschriebene, neun tracks umfassende werk ist von verhuschter schönheit und nur schwer zu packen. es lehnt sich an singer / songwriter gefüge an und hat doch einige andere noten zu bieten. zum beispiel bedient es sich bei country und frohlockt mit slide und klimperklavier. doch im vordergrund steht die stimme castles, hell und wendig, guttural und manchmal glucksend. glücksgefühle spendend. und dabei gespenstisch verdeckt, nie wirklich aus der reserve zu locken, immer mit einem kleinen geheimnis behaftet. manchmal klingt castle wie eine von den großen sängerinnen, manchmal wie eine jener aktuellen, die sich unter kapuzen verstecken. "mellow" finde ich einen guten ausdruck für "castlemusic", das allerdings eines der miesesten cover der jüngeren zeitgeschichte ziert."

mit "pink city", das am 02. september auf no quarter erscheinen wird, tritt jennifer castle erneut auf uns zu. die produktion scheint beeindruckender, direkter, alles in allem voller. die songqualität deshalb keinesweg schlechter. etwas zu erzählen gibt es, so viel ist auf jeden fall klar. zwei songs, die unterschiedlicher kaum sein können, gibt es zum kennenlernen.

Dienstag, August 19, 2014

neue töne (1426): das hobos


starker sprüche jedenfalls nicht verlegen, heißt es auf der facebook seite von das hobos u.a. "post-blues? ambient-folk? we’re not too sure how to call it, but it would make bob dylan proud." und das veröffentlichende label in gute hände führt die tradition fort, setzt mit an: "contemporary railway sound - postcountryeske railway-track treffen auf weltbürgerlich-digitale lazyness". zumindest neugierig sollte man nun geworden sein. bei das hobos handelt es sich um ein münchner trio, zu dem tom simonetti (schlagzeug, elektronik), leo hopfinger (gesang, gitarre, mundharmonika, produktion) und frank nägele (gitarre) gehören. ihre aktuelle lp heißt "this is the place" und erscheint am 05. september in einer auflage von 150 stück. betont werden muss die besonderheit dieses releases, bei dem jedes cover ein unikat darstellt, angefertigt von james "sus" sutherland". dass die tonträger nun für teueres geld über den ladentisch gehen werden, darüber macht sich keiner sorgen, denn bereits mit der ersten single "whitelines", ebenfalls 2014 erschienen, machte man ihre besitzer zu wertanlegern.

was die burschen da treiben groovt, hat struktur und bebildert sich nach für nach wie von allein. ein rauschen schiebt sich durch das stimmungsvolle bild aus gefühligem beat, sauserorgel und fein austarierter gitarrenarbeit. mit in die masse senkt sich eine dunkle stimmung und taucht ein, wie selbstverständlich. so schmelzend wie hier mit harmonien gehandelt wird, wäre ich in sachen genrebezeichnung allerdings viel flotter beim pop als bei allen anderen spielarten. herrlich, wie immer wieder die mundorgel land gewinnt. das finessenreiche komplott ist angerichtet. freut Euch!

Montag, August 18, 2014

neue töne (1425): rivulets


ein beeindruckend schickes design ist da björn kleinhenz gelungen, der das aktuelle 10"vinyl von rivulets in braunes die-cut sleeve wandete und den labelprint so fein gestaltete, als wolle er von der musik ablenken. hält man dann nur noch die verpackung in der hand und hat sich vom scheibchen, abgelegt auf dem plattenspieler, getrennt, ertönt unanständig schöne musik, die nun mit dem artwork korrespondiert. mit den beiden tracks "ride on, molina" und "i told jesus christ how much i love her" verweist nathan amundson mit den seinen zwar lediglich auf kommendes, denn im september wird erst das komplette album "i remember everything" vorgestellt, doch die art und weise, wie dies hier geschieht, gilt es zu unterstreichen.

enthält die flip mit "i told jesus christ how much i love her" noch einen älteren track, geschrieben von remora und in rivulets discography u.a. zu finden auf "stray songs 2000 - 2010", so bietet die a-seite mit "ride on, molina" aktuelles auf, nicht zuletzt eine ehrerbietung für den im vergangenen jahr verstorbenen musikerkollegen jason molina. eingespielt wurden die beiden lieder mit den erfahrenen francesco candura am bass, der u.a. für jennifer gentle, stop the wheel oder boomerangs aktiv war, und dem langzeit- live- drummer nathan vollmar, der u.a. bei jandek aufspielte.

die 10" ist gerade auf dem rührigen jellyfant schallplatten label in einer 270iger auflage erschienen und kann nur wärmestens ans herz gelegt werden. die strebsamkeit eines tracks wie "ride on, molina" hätte dem damit geehrten ebenso gut gestanden, könnte nicht von ungefähr aus seiner feder stammen. gradlinigkeit gepaart mit einer zur willfähigkeit gezwungenen melodie, vorgetragen in einer gelassenheit, die sich aus den tagen der ruhelosigkeit speiste. die direkte ansprache amundsons an molina treibt einem die tränen in die augen. es ist in sachen arrangement und ausstattung ein eher karges, aber in sachen emotion, harmonie und ansinnen ein wirklich starkes stück. keine der über sieben minuten wollte man missen.

um Euch noch ein wenig mehr auf "i remember everything" einzustimmen, legen wir ein wenig vom kommenden release nach und präsentieren einen zusätzlichen song daraus. doch zunächst die 10"er zulegen und auf das full length im september freuen.


Sonntag, August 17, 2014

neue töne (1424): trwbador


im oktober 2011 wars, mein gott, deutlich länger, als ich hätte schätzen wollen, schrieben wir erstmalig über das duo. das ging so: "schlotteriger geht es kaum. die elektronika sind gesetzt wie stolperfallen und gerieren sich wie elefanten im berühmten porzellanladen. das folkloristische gewerk nebst kindsweiblichem gesang dagegen sucht die stabilität. trwbador sind owain gwilym und angharad van rijswijk, die als duo im letzten jahr ihre erste ep "it snowed a lot this year" veröffentlicht haben und heuer im august den zweitling "sun in the winter" nachlegten. die beiden südwaliser haben sich nach dem studium gemeinsam in ihr schlafzimmer verzogen, um dort mit zauberei wieder hervorzubrechen und all jene in verzückung zu bringen, die etwas für diese verrücktheiten übrig haben, die fern jeglicher logik ton an ton setzen, klänge mixen, dissonanzen zeugen. doch die beiden können es auch reduzierter, dezenter, wie einige der videos bezeugen. ihre neigung zum coversong finde ich übrigens ganz ausgezeichnet, denn sie bringt weitere perlen zum vorschein. owlet music zeichnet übrigens für die releases verantwortlich, einkaufen ist dort auch möglich. ich bin den beiden verfallen. wie geht es Euch?"

nun ist das neue album erschienen, es heißt "several wolves" und wird auf cd, lp und natürlich digital zum kauf angeboten. "side by side" erinnert in seiner kargen schönheit noch an frühere glanztaten, verhölzert aber zusehends am statischen beat. diese erkenntnis setzt sich spätestens bei tracks wie "start your car" fort. jeglicher fragilität beraubt, kämpft sich solch ein track durch moderne abenteuer, denen ich längst abhold, ach, nie ein freund war. schade, chance verpasst, wie ich meine. da hat sich hemand dem mainstream schwer angebiedert. oder nicht?

Samstag, August 16, 2014

glotzt nicht so romantisch (583): the wild reeds


the wild reeds sind ein fünfer aus los angeles, der sich ganz dem hoboismus verschrieben zu haben scheint, der sich und seit artwork kleidet, wie man es von einem folkact erwartet, der mit silbrigen melodien aufwarten kann, der dem harmoniegesang frönt und der am 09. august sein debütalbum herausgegeben hat. es heißt wie das nachfolgende video, welches Euch ein wenig auf diese truppe vorbereiten helfen soll. den rest des albums könnt Ihr auf bandcamp hören. wer davon gänzlich unberührt bleibt, hat nen huf als fuß.


Freitag, August 15, 2014

eingestreut (685): frontier ruckus


"frontier ruckus zählen eindeutig zu meinen lieblingsbands jüngeren datums. die verbandelung geht ganz tief. manche lieder sind teil meiner dna geworden, so als wäre ich ursprung ihrer selbst. nicht anders herum. nun schickt sich der vierer aus michigan an nachzulegen. die band um matthew milia, also mit david jones, zachary nichols und anna burch, wird mit "sitcom afterlife" ihren vierten longplayer (nach "the orion songbook" 2008, "deadmalls & nightfalls 2010 und "eternity of dimming" 2013) vorlegen, ab 11. november darf man mit dem release rechnen. "sad modernity" ist die erste single daraus und sie geht lieblich- schmerzhaft, gewohnt, ins ohr."

darf man sich auch mal einfacher machen. oben stehend unser eintrag von ende juli. nun konnte man mittlerweile der zweiten single habhaft werden, wir hängen sie unten schlicht und ergreifend mit an. "bathroom stall hypnosis" hat mehr schwung, zwingt aber nicht nur aufgrund seiner schleifchen zum genaueren hinhören, have fun.

Donnerstag, August 14, 2014

eingestreut (684): ship of ara / volvopenta


ein blick in die vergangenheit. kurz und prägnant. weil es etwas nachzuholen gilt. zum einen die erwähnung von genosse vinyl im allgemeinen, zum anderen eines releases im speziellen. es handelt sich um die splitsingle zweier deutscher kapellen, auf die es mehr als einen fingerzeiges bedarf.
auf dem centerland soundtrack hatte man beide bands bereits hören können. ship of ara sind groucho kangaroo (ex cosmic kangaroos) und stefan schlensag (ex hipsters). beide sind in der heimischen szene, wir reden vom ruhrgebiet, keine unbekannten, sei es durch benannte ex-bands, sei es natürlich auch durch die gemeinsame tätigkeit im rahmen ihres duos. ihr aufmerker, sprich das debütalbum, stammt aus dem jahr 2009 und wurde an mancher stelle sehr wohlwollend aufgenommen. die ehemals eher der sixties szene verhafteten, gaben sich auf ihrem von lollipopshop veröffentlichtem longplayer dem folk hin. allerdings ohne zu vernachlässigen, dass krach spaß macht. vorbildern wie tim hardin oder fred neil wurde nachgeeifert, doch nicht vergessen, dass man in sachen neogarage noch immer etwas vorhatte. fast parallel zu dieser veröffentlichung trat das oberhausener label genosse vinyl auf das duo zu und becircte es zu einer coverversion von prince' "sign of the times", die ship of ara denn auch ohne overdubs einspielten. staubtrocken zunächst, psychedelisch verbrämt. ein stumpfer beat drängt die mäandernde gitarre und befördert den kühlen gesang. die worte wie waidwundes gewerk von sich gestossen, lichtern die sechssaitige, hallverweht, trotzig.
auf der flip finden wir besagte volvopenta, die sich in "the greatest day" von take that aalen. es ist eine roughe, tighte version, so als zöge man als heranwachsener um die häuser, und so träge der abend begann, so ausgewachsen großartig entwickelt er sich. bis zum ausbruch. die sägenden gitarren, das dumpf polternde schlagwerk, die sich überschlagenen stimmen, deren anbrüllen eher lustvoll denn beherrschend ist. eine herrliche nummer, die sich nicht umsonst hier so singulär tummelt.

auf der suche nach den tracks, um sie Euch vorzustellen, bin ich lediglich auf nachfolgende sendung gestossen, die an fünfter stelle den volvopenta song aufführt. die soundqualität ist unterirdisch, als hätte der mensch über die boxen aufgenommen. aber eine ahnung bekommt man. wenigstens.
ach ja, das feine stück vinyl bekommt man, wenn man über obigen genosse vinyl link deb shop ansteuert. es lohnt!
nachtrag: bin des ship of ara tracks habhabt geworden, ergänzt.

Mittwoch, August 13, 2014

neue töne (1423): spires that in the sunset rise


die letzte notiz im klienicum zu spires that in the sunset rise stammt aus dem jahr 2012. damals stellten kathleen baird und taralie peterson ihr aktuelles, fünftes album "ancient patience wills it again" vor. die beiden damen "[...] sind die konstanten in diesem weirden, experimentellen projekt, das sich schon durch die instrumentenwahl absondert: harmonium, guitar, slide, banjo, bowed psaltery, cello, flute, autoharp, spike fiddle, mbira und vieles andere mehr kommen zum einsatz. auch wenn man sich anschaut, mit wem sie alles die bühne teilten, wird man gewahr, in welchem zirkel man nach ihnen zu suchen hat: john zorn, espers, paul metzger, charlambides, pelt, mv/ee, lucky dragons, jack rose, samara lubelski oder daniel higgs, um nur einige zu nennen."

mit "mirror cave" gilt es nun ein neues projekt zu begutachten, das mitte juli des laufenden jahres veröffentlicht wurde. aufgenommen im frühjahr des vorjahres, traten kathleen baird mit lediglich ihrer flöte und einigen pedals und taralie peterson mitsamt ihres cellos und ebenfalls einiger tonabnehmer an, um eine art konzeptalbum einzuspielen. basierend auf der kurzgeschichte "sword of the sun" von italo calvino, unterbrochen von zen poems shinkichi takahashis schlüpft kathleen in die rolle des palomar und "observes, reacts, contemplates, struggles and finally transcends how the "sword" of the sun's reflection on the ocean always appears to stop exactly at his very own eye." taralie dagegen repräsentiert eine andere dimension der realität: "the sensation that you are here but could not be here in a world that could not be but is."

die aufnahmen wurden abgerundet durch ein formidables artwork, das 28 seiten umfassende booklet verantwortet erik ruin. von hand gezeichnete texte und tuschezeichnungen usw., die der kassette, auf der die sechs tracks gebannt wurden, beiliegen. den narrativen charakter dieser aufnahmen darf man nicht verleugnen, begegnet man ihm spätestens im sprechgesang der protagonistinnen. doch auch die arrangements, die akzentuierte fortbewegung der instrumente erinnert gern mal an eine kinderoper wie etwa "peter und der wolf". doch das sieb, durch das dieser klangkosmos zunächst noch musste, ist ein psychedelisches, blickdicht verbrämtes, gehaltvolles und auch poetisch folkloristisches. jede nummer ist eine kleine besonderheit und sondert sich durch vielerlei ab. ein beispiel sei angedeutet.


Dienstag, August 12, 2014

glotzt nicht so romantisch (582): bunny punch


jessie shaffer hatten wir insofern auf dem schirm, als dass sie teil des wunderbaren trios cutleri ist, wo sie u.a. an der seite von heidi harris musikalisch zu werke geht. auch solo war jessie präsent, 2011 erschien "pulling at my skirts" und ein jahr später die "haunted ep". aktuell agiert sie mit einer truppe namens bunny punch, erste songs sind aufgenommen, so das hier präsentierte "elide", aber eben auch das zum video verwendete "veils". diese bewegten bilder sind nun auch grund genug, um Euch die band aus brooklyn vorzustellen. neben jessie shaffer (guitar, mandolin, violin, vocals) sind heather courtney (drums, vocals), da-hea an (bass, vocals), rebecca lee (violin) und matt boyle (guitar) teile des ganzen. der fünfer spielt wirklich eine energetisch folkrock version, die mir richtig gut gefällt. das ist so ohne vorsatz, ohne kuscheleien und vorsichtigkeiten. da gehts gleich ordentlich nach vorn, auch wenn die eine oder andere note aus dem rahmen fällt. grandios. und macht neugierig auf mehr.



Montag, August 11, 2014

ein (p)fund mp3 (477), teil 2

die entwicklung seit ihrem debüt "curiosity" im vergangenen jahr ist beeindruckend, aus einem duo wurde eine fünfköpfige band, die statt hausparties die großen clubs performt, das zweite album "bazaar" wird anfang oktober auf polyvinyl erscheinen: wampire:


ihr album "savage imagination" wird am 22. september veröffentlicht, thrill jockey steht mit am start, es ist das zweite album der beiden als duo und "it's an collection of vibrant pop music, laced with the sounds of video games, radiophonic experiments, and indigenous music from around the world": dustin wong & takako minekawa:


über die truppe hatte ich vor sechs jahren bereits geschrieben, geben gibt es sie bereits noch drei jahre länger, am 15. august erscheint ihr neues album "closing forever sky" auf spunk records und wir hier im klienicum freuen uns wie bolle drauf: firekites:


für den 15. august ist ein neuer release auf dem mutigen ana label vorgesehen, erscheinen wird dann das debütalbum einer berliner band, die sich, so die beschreibung der veröffentlicher, "broken electronic soul, verhallte(n) gesänge(n), abstrakte(r) popmusik" hingibt, antesten mit: earnest and without you:


die dänen kommen uns mit americana, am 29. august veröffentlicht diese band ihr zweites album, "that glorious masterpiece" folgt dem letztjährigen "for grandpa" und macht seinem namen alle ehre, viel spaß mit: workers in songs:


mit dem selbstbetitelten geht es gut in die aufwärm-, sprich debütrunde, so auch diese dreiköpfige band aus portland, die mitte oktober auf dead oceans vorstellig wird und mit "another" ein erstes ausrufezeichen setzt: greylag:

ein (p)fund mp3 (477)

mit "night safari" begrüßen wir nach sechs jahren den nachfolger von "drawn in basic", dem letzten full length, damals noch auf morr music erschienen, diesmal zeichnet bad panda records verantwortlich: populous:


die truppe aus seattle geht am 10. oktober mit einem neuen album an den start, auf "lost loves" (big scary monsters) finden sich zehn tracks, die einen zeitraum von sieben jahren umfassen, allesamt unveröffentlicht: minus the bear:


auf das album "slant of light" hatten wir in einer glotzt nicht so romantisch rubrik hingewiesen und eine liveperformance präsentieren können, nun gibt es einen track direkt aus dem album auf die ohren, thrill jockey veröffentlicht: mary lattimore and jeff zeigler:


die junge vierköpfige truppe stammt aus chicago und hat gerade ihre neue ep "wild onion" veröffentlicht, wir wollen Euch an dem knaller "strawberry smoothie" teilhaben lassen, zum kennenlernen und appetit holen: twin peaks:


das bereits zweite album wollen die beiden jungen damen am 24. oktober veröffentlichen, es hört auf "fumes" und wird bei asthmatic kitty records erscheinen, die vorabsingle heißt "the wolf is free" und erklingt nachfolgend, viel spaß: lily & madeleine:


das neue album der berliner band heißt "remember i was carbon dioxide" und wird am 12. september auf bureau b erscheinen und damit den nachfolger zum vor zwei jahren erschienen album "radiate!" darstellen: camera:

Sonntag, August 10, 2014

eingestreut (683): lichen


"shake my bones" heißt das debütwerk des duos lichen auf lungbasket recordings. hinter dem moniker verstecken sich die beiden jungen musikerinnen mia friedman und katie mcshane. sie bewohnen boston und starten von dort eine freiharmonische karriere. im free- bzw. weird- bereich angesiedelt, agieren die beiden mädels an geige, banjo und cello im leichtfüssigen. die töne folgen keiner schweren rhythmik, erleben ein flugabenteuer der besonderen art, bevor sie aufgefangen werden, um neu verarbeitet zu werden.

was sich als experiment deutet, ist auch verfänglich. weil es harmonische schauer aufbietet, weil sich details als einfach nur wunderschön erweisen, weil die dissonanz diszipliniert daherkommt, weil die stimmen der protagonistinnen freundlich sind, weil die partner sich als gewichtig erweisen. als da wären jesse heasly (bass, harmonium), andy allen (clarinet, tape), ethan t. parcell (drums) und sam lisabeth (guitar). sie kommen von der tradition, entschleunigt und mit herzem gelingen nicht umsonst die traditionals besonders, und wagen dennoch den absprung.  das elf tracks umfassende album erschien im mai dieses jahres und kann sowhl als tape als auch als handgefertigtes cd- exemplar erworben werden.

Samstag, August 09, 2014

glotzt nicht so romantisch (581): robyn hitchcock


das neue album "the man upstairs" wird ende des monats erscheinen. produziert von keinem geringeren als joe boyd. bei einer sawyer session stellte robyn hitchcock einige der neuen tracks vor. die schönsten reichen wir an Euch weiter. mit seinem 20. album wird hitchcock diesen und jenen gerecht. manche stehen auf die coverversionen, anderen wollen echtes, originale. so vereint der brite auf diesem release nicht nur seine gangarten, auch die hörer. wer auf "the crystal ship“ von the doors oder "to turn you on“ von roxy music oder „the ghost in you“ von psychedelic furs steht, wird gut bedient, auf die hitchcocksche weise, wer etwas orginäres braucht, nun, ebenso.



Freitag, August 08, 2014

eingestreut (682): the burning hell (tour)


und wenn wir schon dabei sind, machen wir heute gleich noch einmal auf eine tour aufmerksam. the burning hell sind nach längerer zeit wieder in vollem ornat unterwegs. die kanadische folkrocktruppe um mathias kom (+ nick ferrio, darren browne, ariel sharratt und jake nicoll) startet ende august und lässt sich einen monat zeit, um die rückkehr zu organisieren. empfangt sie mit warmen herzen, sie geben Euch reich zurück!

27.08. Hannover - Sturmglocke
31.08. Nürnberg - Hemdendienst
01.09. Innsbruck (AT) - Weekender
02.09. München - Milla (mit Impala Ray)
03.09. Zürich (CH) - Club Zukunft (mit Susie Asado & Pablo Dacal)
04.09. Schaan (FL) - TBA
05.09. Karlsruhe - Kohi
06.09. Freiburg - Swamp
07.09. Tübingen - Wilhelma
08.09. Augsburg - Grandhotel Cosmopolis
09.09. Leipzig - UT Connewitz (mit Quilt und Daniel Bachman)
10.09. Berlin - Kantine am Berghain (mit Freschard)
11.09. Dresden - Ostpol
13.09. Hamburg - Kleiner Donner
22.09. Aachen - Musikbunker
23.09. Bärenbach/Kirn - Shorty's
24.09. Bern (CH) - Café Kairo
25.09. Rosenheim - Bebop Schallplatten präsentiert im Hole Club
26.09. Schorndorf - Manufaktur (mit Café 612 und Daantje & the Golden Handwerk)
27.09. Saarbrücken - Sparte 4
28.09. Offenbach - Hafen 2 (Nachmittagskonzert)
29.09. Köln - Die hängenden Gärten von Ehrenfeld

Donnerstag, August 07, 2014

eingestreut (681): susie asado / pablo dacal (tour)

 
"wunderbar, der in frankfurt und chicago aufgewachsenen zuzusehen, wie sie ihre lieder mit blicken und gesten, mit freudigen augen illustriert, wie sie die begegnung mit ihrem publikum sucht und zugleich ihre mitstreiter einzubinden weiß."
 
natürlich machen wir auf diese tour aufmerksam, natürlich mit freude, vorfreude. im august und september begeben sich die in berlin beheimatete singer/songwriterin und lyrikerin susie asado und der argentinische folksänger pablo dacal auf reisen. wer will, kann die beiden in deutschland und in der schweiz für sich entdecken. ungefragt präsentieren wir die tour auf diesem blog. dass es sich lohnen wird, davon dürfen wir ein liedchen singen, denn schließlich hat susie asado bereits bei uns daheim brilliert.

"geschichten, die oft nur, als würde die zeit still stehen, einen kleinen ausschnitt betrachten. die details aufs tableau bringen, die andere unbeachtet vorbeiziehen lassen. aus denen heraus sich aber reflexionen über das leben verallgemeinern lassen. die große kunst von susie asado, die ihre musik gern auch als kollektives erlebnis versteht, bei dem sich kollegen die klinke in die hand geben und wechselnde besetzungen bedeuten, den klang eines stücks zu varrieren, ihm aber nicht den kern zu entziehen. sei wachsam, beobachte die welt um dich herum, mach sie dir zu eigen, wenn du sie keinem stiehlst. nimm die magie eines augenblicks wahr und teile sie mit anderen. such nach der kindlichen freude, wenn du sie unterwegs verloren hast, und wenn du sie gefunden hast, halte sie fest und gib auf sie acht."

nachdem josepha conrad, so der richtige name susie asados, zuletzt ariel und mathias von the burning hell an ihrer seite hatte, begleitet sie nun ein mitglied von the killer burritos, ein in argentinien weithin bekannter musiker. pablo dacal ist liedermacher, komponist und sänger, er stammt aus buenos aires und traf auf susie asado im rahmen des literaturfestivals in seiner heimstadt. gemeinsam erarbeiteten sie ein programm, das nun erstmals in europa vorgestellt wird. voila! 

"vielleicht aber ist es am ende die nicht vertraute perspektive, die jospha conrad einzunehmen gewillt ist, die die musik susie asados so spannend macht. wer hat schon einen aufwändigen gedanken an die fremdländische pflanze im fenster verschenkt oder sich in die lage einer dame versetzt, die auf einem foto abgelichtet ist. besonders oder 'speziell', wie josepha gern betont."

27.08. Berlin - Schokoladen (nur Pablo Dacal, mit Nadine & the Prussians)
28.08. Lübeck - Tonfink - Kulturcafé & Bar
29.08. Hamburg - Deichdiele
30.08. Berlin - Torstraßen Festival
31.08. Landshut - Torretta
01.09. München - Einstein Kultur
03.09. Zürich - Zukunft (mit The Burning Hell)
04.09. Schaffhausen - El Bertin
05.09. Freiburg - Kultur im Stühlinger Souterrain
06.09. Frankfurt - Dreikönigskeller
07.09. Düsseldorf - Kassette



eingestreut (680): savaging spires


nah zusammenrücken, bis sich die münder fast berühren. dazwischen ein mikrofon gestellt, die vernebelte gitarre geschultert, das wurmstichige kakophon platziert, die gedanken befreit. session, die andauern, die unterm anschwellen vom nektar saufen, während der ruhephasen energiekrisen bekommen. savaging spires sind das sublime besondere, der wahre schatz, das einmalig schöne. mit "we should be dead" legt das kleine kollektiv am 18. august eine ep (critical heights) vor, die lediglich als vorspeise zum hautpgang album verstanden werden möchte. einen ausschnitt hören wir, hören wir, hören...

Mittwoch, August 06, 2014

neue töne (1422): kelley pardekooper


zwei alben von kelly pardekooper haben mich jahrelang begleitet. so wie das gute wanderstöcke tun. diese nutzen sich meist von unten her ab. vom aufschlagen auf erdreich, stein und schnee beschädigt das holz nach und nach. ausrangiert werden sie spätestens dann, wenn sie zum halt im unwegsamen gelände zu kurz geworden sind. dann muss ein neuer her. nun ist in der vita eines singer/songwriters nicht der moment des ersetzens vorgesehen, doch manchmal läuft es genau darauf hinaus. mal hat man lange nichts gehört, dann springt ein anderer in die lücke oder man wendet sich ganz vom betreffenden genre ab und sucht sein heil woanders. mir fiel pardekooper, der sohn niederländischer einwanderer, ganz einfach aus dem gesichtsfeld. doch immer wenn ich dann doch einmal eine scheibe von ihm vor augen bekam, erinnerte sich der ganze körper, füllte sich mit wohliger wärme, sehnsüchtig gierend nach diesem kargen, runden, freimütigen sound, der sich präsentierte als müsste man die nackte haut zu markte tragen. dabei gab sich die ehemalige sportskanone nie vordergründig offenherzig, erbarmungswürdig, sondern lediglich mit einem wachen blick auf die dinge, nicht zuletzt seine privatheit, die er in wissenschaftlicher manier zu verallgemeinern wusste. er machte daraus nie eine zierart. er begnügte sich mit dem blick hinter die kulissen und überließ das beurteilen stets den anderen. wer wusste, hatte längst bejaht oder verneint.

"milk in sunshine" heißt sein neues album, welches im oktober erscheinen wird. 24 tracks umfasst es, wobei acht davon tatsächlich neu sind, die anderen einen bonuspart darstellen "featured in hit television shows true blood, justified, sons of anarchy, blue bloods, cold case and many more". mit pieta brown und bo ramsey weiß der in iowa city lebende musiker großartige kollegen an seiner seite.das hört man auch, allein die fröhliche verwehtheit, die "so lovely" darstellt, macht neugierig auf mehr.
"house of mud" und "haymaker heart" waren übrigens meine beiden albenlieblinge. vielleicht werden sie demnächst abgelöst. vorerst behalte ich pardekooper aber mal im blick.

Dienstag, August 05, 2014

neue töne (1421): lorelle meets the obsolete


unter dem moniker lorelle meets the obsolete agieren lorelle (mit klarnamen lorena quintanilla) und the obsolete, der im wirklichen leben alberto gonzález heißt. sie stammen ursprünglich aus guadalajara, leben aber mittlerweile, unterbrochen von einem abstecher nach mexico city, in ensenada, baja california. auf den psych infizierten garagerock einigten sich die beiden erst, nachdem sie gemeinsam in mehreren bands unterwegs waren. inspiriert "by the recurring fictional film in seinfeld called rochelle, rochelle and half by an episode of the twilight zone" nannten sie sich, wie sie sich eben nannten.

das aktuelle album heißt "chambers", und wurde genau so getauft, weil sie sich während der aufnahmen fern der heimat und allem vertrauten entzogen fühlten. die meisten songs enstanden aus jams heraus, wohingegen die ersten beiden alben wesentlich strukturierter aufgezogen waren. so erschien "on welfare" 2011 und "corruptible faces" zwei jahre später. für das neue werk ließen sich die beiden insbesondere vom album "knife hits" der psychrocker holy wave aus austin beeindrucken, genauso wie von der kollabo zwischen ty segall und white fence. darüber hinaus belebt das unterfangen des duos immer wieder die musik von nico oder syd barrett, die schriftstellerische arbeit eines albert camus, die kurzgeschichten von julio cortázar und vieles andere mehr.

der zehntracker "chambers" wurde im märz auf captcha records veröffentlicht und ward in der ersten vinylversion ziemlich flott verkauft. mittlerweile gibt es den tonträger wieder und er soll Euch, wie honig unters maul geschmiert, anempfohlen werden. der düsterne desertverschnitt, die mäandernden, kurvenden gitarrenläufe, das akzente setzende schlagwerk, mal scheppernd blechern, mal rumpelig rau, der aus dem off strahlende gesang, gern im wechsel zwischen männlichem und weiblichem part, die wenig verhaltenen momente. immer wieder an das moon duo erinnernd, nur die ausfahrten erstrecken sich häufig nicht über die vier minuten marke. macht nichts, in der bündelung finden wir uns wieder.



Montag, August 04, 2014

neue töne (1420): melted toys


die band melted toys stammt aus san francisco und beschäftigt steven harkins an der gitarre nebst mikrofon, daniel rosado ebenfalls an der klampfe und brian wakefield am bass. das die truppe veröffentlichende label underwater peoples beschreibt den dreier folgendermaßen: "the band plays lurid and mischievous pop music via synthetic tones and persistently inspiring guitar riffs." gemeinsam mit atelier ciseaux hat underwater ein tape des aktuellen albums herausgebracht, auf das wir gern aufmerksam machen wollen. die lp- ausgabe vom selbstbetitelten werk gibt es direkt über das livingstoner unternehmen. am 15. juli ist die kassette erschienen und zwar in einer limitierten auflage von 50 stück. "blush" und "observations" sind zwei ausschnitte daraus, die die ansage des labels unterstreichen helfen. ein lichter streif liegt über den wenig getriebenen. eine asienreise inspirierte u.a., der singsang, der die dörfer belebt, die stetigkeit, die ruhe und ausgeglichenheit. so wurde nicht nur der songwritingprozess, sondern auch die aufnahmen zu einem zelebrieren von demut und langmut. mit rusty santos hat zudem ein sehr begabter an der reglern gesessen. einen teil des zwölf songs umfassenden konvoluts könnt Ihr hier schon mal antesten.

Sonntag, August 03, 2014

eingestreut (679): joanne robertson


ein kleines geschenk für mich und für all jene, die es mögen wollen. und wer hat kein angedenken an "the lighter" nicht? "sie erinnert mich an die einsamen tage des frühen erwachsenenalters, da man sehnsüchtig über die dächer der stadt blickte. weit ab von allem und durchdrungen von der sucht nach nähe. in diesen zeiten entstehen ganz besondere lieder, bei manchem der leidensblues, bei anderen die aufblüher, bei joanne eine mixtur aus wehmut und optimismus. getragen von einer frei atmenden klangatmosphäre." joanne robertson arbeitet wohl an einem neuen output. die neuen songs werden im herbst auf feeding tube records erscheinen. angesichts der sparsamen größe könnte man schon vorab ins schwärmen geraten. ich bin hier raus und Ihr seid dran.

glotzt nicht so romantisch (580): the woodlands


es wiederholt sich zuweilen, dass wir uns hier selbst zitieren. aber es kommt nun mal auch nicht von ungefähr, dass wir immer wieder auf die selben bands, künstler zurückgeworfen werden. ein nahes beispiel sind the woodlands. im mai 2009 durften wir über das wunderbare duo schreiben: "nun ist es an uns die folkkunst der beiden zu hoffieren. denn das, was the woodlands abliefern, ist allerliebst. "lovely" in all seiner schönheit und vollendung, für die eine gitarre, ein glockenspiel und hannahs gesang eben langt." 2014 legen hannah und samuel nach, die single "gems and bones" ist der vorbote des gleichnamigen albums. die beiden haben sie in bewegten bildern in szene gesetzt. der song hat etwas ursimples, dabei ist er anschmiegsam, einfühlend, rührend, wunderbar.



Samstag, August 02, 2014

glotzt nicht so romantisch (579): she keeps bees


im september 2008 schrieben wir: "am 19.08., so der offizielle teil, erschien das zweite full length der band um jessica larrabee und andy laplant namens "nests". es ist eine rohe situationsaufnahme, ein gemeines machwerk zweier liebender. es ist ausdruck verschwitzter zugehörigkeit, ein zwitter aus soul und rock, aus blues und garage. weniger alleinstellungsmerkmal denn tatsächlich nur auffallend und vordergründig eingesetzt: die stimme jessicas, ein ausladendes, hyperventilierendes, agiles und fleischfressendes organ. es ist beseelt und hungrig und aggressiv und so sensibel, wie es sich geziemt, wenn man den unangenehmen dingen des lebens einen namen geben will. stolz, stärke und so was wie weisheit paaren sich hier. dazu die straff geführte e-guitar und die befeuerung durch heavydrums! dass das ganze eine akzentuierte note erhält, ist der soulnähe und der dramatischen note zu verdanken, die im auf und ab der einzelnen tracks bedeutung finden."

inoffiziell führten wir damals ein interview, das an selber stelle nachzulesen ist. nun wird das dritte album von she keeps bees erscheinen, "eight houses" ist auf den 16. september via future gods bzw. 29. september via bb*island terminiert. die erste single hört auf "is what it is" und wurde per video in szene gesetzt. ein gehaltvolles stück musik, das sich nicht mehr in bandbreits inszenieren muss, die handwerker wissen sich mehr und mehr von der inspiration treiben zu lassen. sharon van etten unterstützt das unnachgiebige duo hier. im november werden wir sie hoffentlich auch in deutschland sehen können, so viel muss in der tourplanung schon drin sein.

glotzt nicht so romantisch (578): mary lattimore & jeff zeigler


 was mary lattimore und jeff zeigler als duo auf ihrem debütalbum "slant of light" (thrill jockey) gelingt, ist schon außergewöhnlich. denn viel zeit ließen sich die beiden nicht, um musikalisch zueinander zu finden. vermutlich war der kontext, in dem die beiden ansonsten unterwegs sind, zu ähnlich, zu anspruchsvoll in sachen improvisaion und individueller ausdruck, als dass man sich in aller offenheit nicht aufeinander einlassen könnte. hier die harfenistin, die sich schon die zeit mit kurt vile, jarvis cocker, wrekmeister harmonies oder steve gunn vertrieb, dort der multiinstrumentalist, der mit chris forsyth arbeitete, mit the war on drugs, mit a sunny day in glasgow und vielen anderen mehr.

"slant of light" wurde anfang 2014, im winter aufgenommen, von zeigler in philadelphia. als gefragter toningenieur zeichnete er für releases von kurt vile, the war on drugs und anderen mehr verantwortlich. das album wird im september veröffentlicht. im dezember lieferten die beiden musiker einen livescore für den ph. garrel film "le révélatuer" auf. die performance kam so gut an, dass die beiden nach dem release damit auf tour gehen wollen.
hier die windigen auszüge, dort das dynamisch gebündelte. zwei gänzlich unterschiedliche konzepte, die sich auf vortreffliche weise ergänzen. während dem einen die konturen zu fehlen scheinen, braucht es daselbst eine ornamentierung, einen moment der verheißung. beides geben sie sich.

Freitag, August 01, 2014

neue töne (1419): vorschau the sound of bronkow music festival 2014, teil 2


alles andere als zurückhaltend hatten wir uns im juni zum diesjährigen sound of bronkow festival geäußert, klick! angesichts der qualitativen dichte kein wunder auch. insbesondere die hochkultur aus deutschen landen, in form von talking to turtles, me and oceans oder green apple sea, wollte beleuchtet sein. dass das längst nicht alles war, beweist ein blick auf das lineup des dreitätigen - 05.09. bis 07.09. - dresdner alltagflüchters.


und, um gleich wieder atem holen zu können, DIE nachricht schlechthin gleich einmal herausposaunt, als headliner konnten the felice brothers verpflichtet werden. irre, gell? hatten wir doch erst vor ein paar tagen in ausführlichkeit über deren neues erstklassiges album schwadroniert und uns dabei bei schwelgerei erwischt, als wir zurückliegender auftritte der amerikaner gedachten: "halsbrecherischer rumpelfolk, der sich an den rauen stimmen seiner protagonisten schabte, angereichert mit einer sehnsucht, die aus den catskill mountains nach der weiten welt rief und am ende doch um die schönheit und den reichtum der eigenen heimat wusste. ein hin und her gerissen sein, das in einer forcierten musik kulminiert, die dem rock 'n' roll näher steht, als irgendeinem untergeordneten genre des folks. "favorite waitress" erschien am 13.06. auf dualtone. das als fünftes eingestufte studioalbum lehnt sich an seinen vorgängern an und wirkt zugleich berechenbarer, weniger durchtrieben. was einst der manie geschuldet war, nimmt heute einen ehrbaren verlauf. was sich eindringlicher produktion entzog, wird heute auf linie gebracht, ohne deshalb geschönt oder aufgehübscht daherzukommen. vielmehr lichtet es die suche ab. die suche nach werten, die dem längst platzierten gefühl einen namen geben."
als i-tüpfelchen schreiben die veranstalter für dieses konzert nieder, dass der auftritt in kooperation mit den staatlichen kunstsammlungen dresden in der schlosskapelle des residenzschlosses stattfindet. heilige messe! das wird groß!




leider war es uns bislang nicht vergönnt heated land live zu sehen. wir wollten. was angesichts unserer rezension zu ihrem album kein wunder sein sollte, wenn das auf bühne genauso klingt, mein lieber scholli: "ein akustisch hölzener start. der beat ist roh. die stimme unzahm. gebunden zwar, aber man hört ihr die unabhängigkeit an. spätestens, wenn der backgroundgesang einstimmt ("rye fields"). aus der gedoppelten weiblichkeit dringt pathos und ego und eine menge geschichte, tradition. heated land heißt die unternehmung, die sich in die blues-, folk-, singer/songwriter-rotunde begibt. im zauber einer um sich kreisenden discolaterne, deren glimmer trübe aus den alten tagen winkt, wirkt der dreier wie aus der zeit genommen. jung und verschlissen sind aber maximal erste ideen. alle anderen flossen in das debütalbum ohne namen. "heated land" bietet eine soundoffene plattform, auf der sich ein elektrischer bass, gewogenes drumming und eine bluesharp etablieren. vermutlich haben sie anderes gewerk in die flucht geschlagen. zu unbehauen vielleicht, zu roh, zu karg das gespinst. nur fehlt nichts. die lieder funktionieren. nicht, weil sie sich mit melodischen auffälligkeiten aufhielten, nicht, weil sie mit hooks überwältigen. sie funktionieren, weil sie mit fester hand geschmiedet wurden, so dass selbst abtrünniges, loses songmaterial bei der stange gehalten wird. eine vertracktheit fällt unter humor, eine sehnsucht gerät unter die räder des sentimentregulators, blenderei gilt lediglich den eigenen augen. schraffuren als schriftersatz, miniaturen als lesezeichen, wegelagerei glücklicher momente. ein schellenkranz hüpft, das schlagwerk manipuliert in den trab, die mundharmonika meckert. manchmal ist selbst das zuviel. dann drängelt die akustische, erhält blechernen beaten beistand und den steten segen von andreas mayrock, der seinen songs seine stimme leiht. so klingt die dresdner band an mancher stelle wie schwer ausgebremste felice brothers. christoph dehne kitzelt die rhythmik, den basslauf zwingen gute freunde zwischen die ufer. mit alexandre de ligonnès (hoffen wir, es ist kein künstlername) führt ein profilierter die harp. "the more we ride on" ist ein grindiger koloss. zehn tracks, deren beflissenheit beschämt, wenn man bedenkt, was man dieser tage sonst so zu hören bekommt."




und noch einmal hiesige breiten, die sich auf dem sound of bronkow in bester manier zeigen werden, die höchste eisenbahn nämlich glänzte schon auf ganzer linie beim diesjährigen orange blossom special festival in beverungen: "weit davon entfernt, um das eigene wellenplätschern zu kreisen, legte die, durchaus angemessen so benannte, supergroup handfest los. "aliens" hatte dafür doch einen passenden start: "dann fang ich jetzt mal an, es war nicht alles so schlecht...". nicht immer wendet sich alles zum besten, wissen die texte zu erzählen. nie peinlich, oft poetisch gehaltvoll, gern mit überraschungen und mit zum schmunzeln anregenden aufmerkern ("du wolltest uns, ohne mich"). hier nimmt sich jemand nicht so ernst, dafür das leben umso mehr. und ausgestattet mit einer beobachtungsgabe, die dem großen wie dem kleinen beachtung schenkt. musikalisch aufbereitet mit notwendigem schmiss an der einen stelle, elegischer handbreite an der anderen. dafür sorgten francesco wilking, der zumeist hinter das keyboard geklemmt saß, moritz krämer, mit der gitarre bewaffnet, begleitet von max schröder am schlagzeug und felix weigt. ihr gemeinsames tun ist exzellent. so wenig spektakulär und doch immer wieder nah am hörer.", hieß es damals bei uns. da braucht es der worte nicht mehr.



resümiert man das bisherige (!) lineup, ich führe mal an dieser stelle noch jene auf, die wir nicht näher beleuchteten: the slow show (uk), jan roth (d), lestat vermon (d), vena portae (uk/s), warm graves (d), arc iris (us), vin blanc/white wine (us), the marble man (d), hello piedpiper (d), waelder (at), peter j. birch (pl),  beaty heart (uk), kippt man vor lauter anspannung und vorfreude aus den latschen. im ersten post zum sob genannten festival in dresden hatten wir alle wichtigen informationen zu tickets und anfahrt etc. an präsenter stelle dargeboten, bitte nachschauen, klick, oder zum selben zwecke die webseite der macher nutzen.