fix ein erster hinweis auf kommendes. die ausgewählten erscheinungen von feeding tube records werden am 27. januar um die kollaboration von michael zerang mit spires that in the sunset rise ergänzt. "illinois glossolalia" heißt der fünf tracks umfassende release, der zusammenhält was die beiden, hier der künstler, dort das kollektiv, seit ca. 2011 unter anderem zusammengetragen haben. mit "child" gibt das label einen hinweis auf das anstehende improvisatorische vergnügen. das ungezähmte performen sollte seine liebhaber finden. wer mit den namen nichts anfangen kann, der darf sich auf ausführliches einstellen. die recherche wird ihn an den rand der existenz, aber auch wieder zurück führen. mit kathleen baird und taralie peterson agieren noch zwei der originalmitglieder, der vormals aus vier musikerinnen bestehenden gemeinschaft spires that in the sunset rise. sechs alben zählt das ensemble zu seinen bisherigen hinterlassenschaften, auf denen ein ganz eigener stil zum tragen kam. gemeinsam mit michael zerang traten sie im gerade erst zu ende gegangenen jahr in erscheinung, auf den kassettenrelease hatten wir verwiesen, klick. und nun rein ins vergnügen. die freefolk-, freejazz- wirrnis wird sich nie ganz auflösen, das ist gut so, raus aus der katatonie in die euphonie.
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Sonntag, Januar 01, 2017
Sonntag, April 03, 2016
eingestreut (922): spires that in the sunset rise with michael zerang
die protagonisten muss man nicht weiter vorstellen, wir machen es trotzdem, weil sich zum bewährten spires that in the sunset rise ensemble ein weiteres mitglied eingeschleust hat. von vorn, zunächst haben wir kathleen baird (ocals, harmonium, flute, spike fiddle, banjo) und taralie peterson (vocals, cello, mbira, banjo ukulele, electric guitar), die bereits über sieben alben hinweg ("beasts in the garden" war im vergangenen jahr das bis dato letzte full length) ihren zauberreigen aus weird-, freefolk und freejazz über uns ausbreiteten. in michael zerang (drums, percussion, zither) fanden sie zuletzt einen kongenialen partner, mit dem aufnahmen aus 2011 nun eine veröffentlichung fanden. für den kassettenrelease zeichnet no index recordings verantwortlich.
zwischen all die munteren hexereien darf man dem unverdrossenen anschlagen zerangs folgen, der den fellen eine weichheit abtrotzt, ein verlangen nach neuem beschlag, einen nachhall, ein einfinden in die abstrakte performance der beiden schamaninnen, wie man sich kaum ein galanterer an ihre seite denken könnte. es ist ein anwährendes an- und abschwellen, durchbrochen von flöten bestimmten ausflügen, den schnell einschießenden drumpassagen, den anhaltenden gesängen. es ist ein stetes für und wider, ein eintauchen in den mahlstrom, den die sinne bescheren. vier tracks.
Mittwoch, August 13, 2014
neue töne (1423): spires that in the sunset rise
die letzte notiz im klienicum zu spires that in the sunset rise stammt aus dem jahr 2012. damals stellten kathleen baird und taralie peterson ihr aktuelles, fünftes album "ancient patience wills it again" vor. die beiden damen "[...] sind die konstanten in diesem weirden, experimentellen projekt, das sich schon durch die instrumentenwahl absondert: harmonium, guitar, slide, banjo, bowed psaltery, cello, flute, autoharp, spike fiddle, mbira und vieles andere mehr kommen zum einsatz. auch wenn man sich anschaut, mit wem sie alles die bühne teilten, wird man gewahr, in welchem zirkel man nach ihnen zu suchen hat: john zorn, espers, paul metzger, charlambides, pelt, mv/ee, lucky dragons, jack rose, samara lubelski oder daniel higgs, um nur einige zu nennen."
mit "mirror cave" gilt es nun ein neues projekt zu begutachten, das mitte juli des laufenden jahres veröffentlicht wurde. aufgenommen im frühjahr des vorjahres, traten kathleen baird mit lediglich ihrer flöte und einigen pedals und taralie peterson mitsamt ihres cellos und ebenfalls einiger tonabnehmer an, um eine art konzeptalbum einzuspielen. basierend auf der kurzgeschichte "sword of the sun" von italo calvino, unterbrochen von zen poems shinkichi takahashis schlüpft kathleen in die rolle des palomar und "observes, reacts, contemplates, struggles and finally transcends how the "sword" of the sun's reflection on the ocean always appears to stop exactly at his very own eye." taralie dagegen repräsentiert eine andere dimension der realität: "the sensation that you are here but could not be here in a world that could not be but is."
die aufnahmen wurden abgerundet durch ein formidables artwork, das 28 seiten umfassende booklet verantwortet erik ruin. von hand gezeichnete texte und tuschezeichnungen usw., die der kassette, auf der die sechs tracks gebannt wurden, beiliegen. den narrativen charakter dieser aufnahmen darf man nicht verleugnen, begegnet man ihm spätestens im sprechgesang der protagonistinnen. doch auch die arrangements, die akzentuierte fortbewegung der instrumente erinnert gern mal an eine kinderoper wie etwa "peter und der wolf". doch das sieb, durch das dieser klangkosmos zunächst noch musste, ist ein psychedelisches, blickdicht verbrämtes, gehaltvolles und auch poetisch folkloristisches. jede nummer ist eine kleine besonderheit und sondert sich durch vielerlei ab. ein beispiel sei angedeutet.
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