Freitag, Februar 12, 2010

eingestreut (91): chokebore

hier ist es weniger ein auf und nieder als denn ein vor und zurück. chokebore existieren ein bißchen vor sich hin und wirbeln in den neuzigern sorgar staub in l.a. auf, nachdem sie die kaum vorhandene hawaiianische musikszene verlassen hatten. ende des jahrzehnts ist aber erst einmal feierabend bei troy von balthazar, james und jonathan kroll. in 2002 steht die kapelle wieder auf dem plan. bis 2005. erneut sense. troy forciert sein solodasein, die anderen schauen in die röhre. und nun sind sie wieder am start, mit dabei dauerfreund und drummer christian omar madrigal izzo. im gepäck: ein scheibchen mit rarem material, unveröffentlichtem, livetracks oder nur noch schwer zu beschaffenden aufnahmen. das pariser konzert ist bereits ausverkauft, die wenigen anderen termine werden sicher bald folgen. hingehen! anhang: für das münchner konzert gibt es zum erwerb von eintrittskarten ein gewinnspiel, organisiert von on3, die zu den präsentatoren der tour gehören, es geht hier entlang (wenngleich es meine chancen natürlich deutlich eingeschränkt):
chokebore - i'll save you (bubble take)

* 2010/02/14: AJZ Talschock, Chemnitz (Germany)
* 2010/02/15: Schlachthof, Wiesbaden (Germany)
* 2010/02/16: Kafe Kult, München (Germany)
* 2010/02/17: Usine PTR, Genève (Switzerland)
* 2010/02/18: Schüür, Luzern (Switzerland)
* 2010/02/19: Maroquinerie (Super Mon Amour festival), Paris (France)
* 2010/02/20: Botanique, Bruxelles (Belgium)
* 2010/02/24: Festsaal Kreuzberg, Berlin (Germany)
* 2010/02/26: Club 007, Prague (Czech Republic)

neue töne (739): kraak festival

hat sich jemand mal gedanken darüber gemacht, warum geweihe in der alternativen musikszene so beliebt sind? gern gewähltes accessoire. synonym für gesundheit und pracht? fruchtbarkeitssymbol? von mir aus gern. deshalb auch die nachfolgende kleine empfehlung für die grenznahen. am 6. märz startet das kraak festival in belgien: kc netwerk & de brug, aalst. das line up ist verdammt gut und der trip hinüber allemal lohnenswert. das plakat zeigt ein beispiel für die eingangsüberlegung. im letzten jahr war, wenn ich mich richtig erinnere, ein nacktes weib zu sehen. spräche auch für die fruchtbarkeitsthese. mehret Euch!
hinter dem pseudonym dolphins into the future steckt der belgier und not not fun artist lieven martens, seine ambienten klänge gemahnen immer wieder an den namensvetter, ein buch von joan ocean, neben dem meeresrauschen gibt es auch naturale anklänge:
dolphins into the future - on the high seas (via impose magazine)
hinter the wolf, death & the acorn versteckt sich ein niederländisches projekt, dem maia lyon-daw vorsteht, die wiederum schottin ist und sich in verschiedenen sparten umtut, audiovisuelle installationen gehören ebenso dazu wie die harpnoise performances von the wolf, death & the acorn, mit denen sie auf dem kraak festival antreten wird, in der regel von bis zu sechs mitspielern unterstützt:



die pens aus dem uk sind die drei mädels melia, helen und stef, gemeinsam kreieren sie heavy trash, garage, wie man auch immer diesen etwas tradierten brooklyn sound auch nennen mag, sie hingegen stammen aus london, rough der sound, schrill die stimmung, aufgedreht die damen:



aus dem selben revier stammen the homosexuals: "...were, by all accounts, one of those late-1970s UK garage-punk bands that deserved to reach a wider audience alongside icons like the Sex Pistols, the Clash, and all the rest.", meint marc hogan von pitchfork, allein sie rechtfertigten die anfahrt:
the homosexuals - astral glamour
ebenfalls aus london sind morphogenesis, die mit experimentalmusik/industrial antreten, seit 1985 treiben sie ihr unwesen; der uk sieht sich zudem komplettiert durch bong, die mit psychedelic doom drone punkten wollen, voice of the seven thunders, die gierig galoppieren, irgendwo zwischen metal folk und psych acid rock und harappian night recordings alias dr syed kamran ali, sein name verweist schon auf die fernöstlichen klänge, die sich in sein schamanisches freakfolk/drone geflecht mischen, irre sounds:
harappian night recordings - bare cairo (excerpt)
harappian night recordings - bully kutta (excerpt)
einziger deutscher vertreter ist black to comms marc richter, der letztes jahr mit "alphabet 1968" auf type rec. schlichtweg als überflieger zu bezeichnen war, lustvoll wäre es, seine ambienten versionen live performt zu sehen:
black to comm - trapez

die restliche bagage kommt aus den staaten bzw. japan, mit yoshi wada tritt dabei ein klangkünstler der besonderen art auf den plan, mit zum teil selbstgebauten hörnern, pfeifen oder auch einem dudelsack entwirft er mal minimalistische, mal mystische strukturen, arbeitet sich an heavy drones oder transzendenten improvisationen ab:
yoshi wada - side a (from: "off the wall", 1985)
erst im sommer erschien sein album "a new way to pay old debts" auf palilalia records, es ist bereits ausverkauft, entzieht sich somit leider noch meiner vollständigen rezeption; "here he plays a four string electric guitar until the strings fall off, taking sonny sharrock’s exuberant extended technique and stuffing it full of derek bailey’s twisted shards of logic.", schrieben u.a. die freunde von mapsadaisical:
bill orcutt - my reckless parts (from: "a new way to pay old debts")
aaron coyes und indra dunas sind fleißige, neben ihrem klamotten- und allerlei krempel laden in madison macht das duo zuvorderst natürlich musik, die auf verschiedensten labels veröffentlicht wird, u.a. auf not not fun oder ecstatic peace bringen peaking lights heraus, aber die beiden präferieren genauso das d.i.y. medium kassette, um in der welt präsent zu sein, ihre musik?, geschichtete wohltat:
peaking lights - all the good songs have been written

strapping fieldhands aktueller output, nämlich das 94er album "discus" erscheint remastert am 15.02., sie werden es sicher im gepäck haben, relaxness trifft straight sound, eins ist diese musik auf jeden fall, clever:
strapping fieldhands - boo hoo hoo (from: "discus")
strapping fieldhands - bullseye (from: "the third kingdom")
mimaroglu music sales sagt: "...in the world of underground droning weirdness, bügsküll were heavyweight champions...", eigentlich ja wohl bügsküll und wer erinnert sich nicht an das phantastische "phantasies & senseitions" album:



an intensiver unterhaltung dürfte es also in belgien, am 06.03. nicht mangeln. wer sich in der nähe aufhält und nicht rüberfährt, ist selber schuld. wer allerdings angetreten ist, den bitten wir um ein wie auch immer geartetes feedback!

Donnerstag, Februar 11, 2010

glotzt nicht so romantisch (86): oliver peel session

bei den oliver peel session handelt es sich um konzerte, die konzertjunkie oliver r. alias oliver peel aus paris in seinem wohnzimmer veranstaltet. konstanten: blick auf kachelofen und antiquarisches gemälde, ein weißer kater mit musketiernamen, der immer im wege hockt, erstklassige künstlerauswahl, interessiertes publikum, fast durchweg als schön zu bezeichnen und eine grandiose gastgeberin, nämlich olivers angetraute, die sich formidabel um häppchen und getränke kümmert (sie tut dies freiwillig und hat auch sonst anteil am unternehmen, bitte nicht chauvinistisch verstehen). zuletzt berichteten wir hier und hier ganz speziell zu troy von balthazar, seit dem ist eine menge passiert und neue, erstaunliche gäste fanden den weg zu oliver. allein die videos, die zu simone whites auftritt gedreht wurden, sind so zauberhaft, dass man sich nicht satt sehen kann. neben etablierten wie simone white oder der wunderbaren laura gibson bekommt auch der nachwuchs seine chance, siehe orouni oder leopold skin und mad man oder karo. nachfolgend: bewegte bilder, texte dazu gibt es wie stets in aller ausführlichkeit auf dem konzerttagebuch. demnächst werden sie übrigens über arboreas auftritt berichten...







eingestreut (90): moon duo

längst im anschlag, aber noch länger in der warteschleife. dabei haben es die zwei einfach drauf! yeah! aus san francisco stammend, orientierten sich sanae yamada und ripley johnson bei der gründung ihres unternehmens moon duo initiativ und inspiriert am legendären vorläufer john coltrane und rashied ali. nachdem mit "love on the sea" (12" single auf sick thirst) und "the killing time ep" auf sacred bones die ersten signale in den orbit geschossen wurden, wird in kürze der erste longplayer folgen und "escape" auf dem großartigen label woodsist erscheinen. konzentriert auf roughes gitarrenspiel, schwerer perkussion aus der drum machine und gesang, malt die form zusätzlich eine keyboard soundgestaltung aus. der wooden shjips mann und die junge dame erarbeiten sich so einen dröhnekorpus, in dessen inneren sie auf feinwandig machen dürfen. die melodien werden auf preiswürdigkeit gebogen, die staffage aufgelockert und bunt verfärbt. fuzzy, krautockig, mit kontrolliertem feedback. die san fran area wie man sie sich freilich auch gut vierzig jahre früher hat vorstellen können. modern ist hier nur die anlehnung an royal trux, silver apples, aber mit einem mal ist man auch schon bei cluster und co.
moon duo - stumbling 22nd st.
moon duo - killing time

Mittwoch, Februar 10, 2010

ein (p)fund mp3 (249)

news auf cloudberry records, termin für diese schweden ist der zehnte im februar, sahnepoptorte:
sad day for puppets - again
die zweiten im bunde auf cloudberry sind diese truppe gemixt aus schweden und germans, ihr 2track werk erscheint im märz, dem späten:
bonne idée - a dream of you
sehr schöne nachricht auch, dass dieser herr nachlegt, seinem exzellenten "proove of love" lässt er ende märz "my hands are on fire and other love songs" folgen:
old man luedecke - the rear guard
geniesst mal zehn entspannte minuten mit "pompey's real hand shake", pocket clock schreibt dazu: "...is built out of a slew of live recordings, song parts & yeti scalps.", bütte:
pompey - real hand shake
auf svc records wird demnächst ein neues werk erscheine, breit getreten ist noch gar nichts, aber die aufmerksamen haben schon "numbskull" entdeckt, zwei ausschnitte aus dem 14 track machwerk:
lord numb - i dream of bowie
lord numb - eileen
die fleißigen von bad panda records ereilten uns auch diesen montag, diesmal erschien, natürlich unter creative commons lizenz die "sun drips ep" einer uns wohlbekannten truppe aus ohio:
the sleeping sea - palms
"banquet years" heißt ein neues five track werk dieser seattler band auf abandoned love records, einen zum appetit machen, den rest gibt es for free hier:
virgin of the birds - let me be your bride
durch die harte schule gehen diese jungs, mit ecstatic peace haben sie aber ein lauschiges heim gefunden, sei ihnen wirklich gegönnt, es knallt ab 06. april auf "massa hypnos":
awesome color - transparent
die freunde von parasol punkten immer wieder, sie haben einfach erlesenen geschmack, "moon food" kommt im mai heraus:
unbunny - countersign
"glücksmaschinen" erscheint am freitag auf tapete, vorgeschmack gefällig?, na denn:
fehlfarben - stadt der 1000 traenen
als selfrelease erscheint am 19.02. der nachfolger von "storyteller and the gossip columnist" (2007, greyday records) namens "champion of the noisy negativists", etwas kühler, aber präziser, dark pop:
southerly - soldiers (2007)
southerly - trials (2010)

southerly
02/19 - Münster (GER) @ Amp
02/20 - Bochum (GER) @ Untergrund
02/21 - Giessen (GER) @ MuK
02/22 - Stuttgart (GER) @ Schocken
02/23 - Wiesbaden (GER) @ Schlachthof
02/24 - Hamburg (GER) @ Uebel & Gefährlich
02/25 - Osnabrück (GER) @ Kleine Freiheit
02/26 - Erfurt (GER) @ Engelsburg
02/27 - Magdeburg (GER) @ Projekt 7
03/02 - Freiburg (GER) @ White Rabbit
03/04 - Weinheim (GER) @ Cafe Central
03/05 - Erlangen (GER) @ E-Werk
03/06 - Cologne (GER) @ Werkstatt
03/07 - Berlin (GER) @ Bang Bang Club
03/08 - Würzburg (GER) @ Posthalle
03/09 - Munich (GER) @ Orangehouse

Dienstag, Februar 09, 2010

eingestreut (89): you & yourn

paare, paare , immer wieder auch die konstellation ehefrau und ehemann. da es aber auch immer wieder gut ausgeht, wollen wir unser wohlwollen auch diesen beiden - you & yourn - antragen. geeinigt haben sie sich auf den nachnamen dillon, sie, heather, spielt harmonium und mandoline und singt, er, nic, zeichnet für die gitarren, piano, banjo und perkussion sowie ebenfalls gesang verantwortlich. ihr debut full-length "it would make things worse" brachten sie im oktober auf parasol records heraus. feine heimat, das. die zwei aus urbana, illinois, begeistern mich durch ihren sanftmut, das pirschen, schleichen, mit dem sie sich ihren musikalischen themen nähern. dabei kooperieren ihre stimmen aufs feinste. und wie diese eingepasst sind in den instrumentellen kontext, könnte passender nicht erfunden werden. vor allem das knarzende harmonium setzt einen kontrapunkt zur freundlich erwogenen atmosphäre, die die dillons da ihrem gewerk verpassen. ein fluidum aus tradiertem folk, versetzt mit leichter popnote und einer romantikprise. seit 2001 praktizieren die zwei diese art der ehelichen unterhaltung, tourten durch weite teile der usa und kanadas und spielten unter anderem mit winter in alaska zusammen. gegründet hatten sie sich - randnotiz - unter dem moniker casados.
you & yourn - double knots

Montag, Februar 08, 2010

the early judgement (33): elva snow - s/t (2010)

in den anfängen dieses blogs hatte ich mich schon mit scott matthew beschäftigt. mittlerweile ist es tatsächlich so, dass mich der kerl jahr für jahr begleitet. ich liebe seine gegenwart, hat sie mir doch zuletzt erst das album des jahres beschert. wollte ich eine bestenliste für die alben des jahrzehnts aufstellen, müsste "there is an ocean that divides..." darin auftauchen. doch zurück zu früheren einträgen. dort ging es z.b. einmal um eine formation namens songs to drink and drive by, in der sich neben besagtem scott matthew auch peter gingrich einfand. das duo wurde alsbald ergänzt um marisol limon, nate calkins und pablo mitas. unten stehend ein kurzer musikalischer gruß in diese richtung. denn peter gingrich ist einer der protagonisten des im märz erscheinden glitterhouse auswurfs, der selbstbetitelt lediglich auf "elva snow" hört, und damit auch einer formation unter federführung von spencer corbin und s. matthew den namen gibt. seit 1999 arbeiteten die zwei zusammen, nachdem beide in new york eine neue heimat gefunden hatten (der eine auf der flucht vor morrissey, der andere vor der australischen sonne oder so, schreibt Euch legenden der wahl, ist völlig überbewertet). in 2001 gelang den beiden eine erste 4-, der vier jahre später eine 8-track ep folgte. die breite anerkennung blieb aus. zehn jahre später war es an glitterhouse, dieses projekt zu reanimieren, die acht tracks um zwei neue ergänzen zu lassen und das ganze mit frischem cover im märz dieses jahres dem markt erneut anzutragen. neben den bislang genannten drei musikern sind an bord: tim brigt, mike skinner, paul jenkins, benjamin brock, matt haick, qasim naqvi, wobei die hauptlast natürlich auf corbin, matthew und gingrich lag. ok, gingrich steuerte zwar auf fast jedem song seinen bass bei, aber die lieder wurden von den anderen beiden geschrieben, arrangiert und schlicht gesehen auch gesungen. gingrich, ich gebe es zu, kam mir für den einstieg einfach gelegen. dass spencer corbin talent besitzt, steht außer frage, der typ hat beim crooner von der insel entscheidenden erfolgsanteil zu verbuchen. wurde es langsam zu eng für zwei egos? egal, beschäftigen wir uns lieber mit der tatsache, dass er gemeinsam mit scott matthew ein überaus spannendes, weil fast schon anachronistisches album präsentiert. es ist, wie es sich so luftig und ohne soundverdichter offeriert, ein wenig aus der zeit. die gitarren flirren maximal, ansonsten stehen der grandiosen stimme matthews kaum aufmerksamkeitsentzieher gegenüber. die volle konzentration auf ein bündel eingängiger und erinnerungswürdiger melodien. die songs sind einfach strukturiert, folgen alten schemata und geraten vielleicht genau deshalb zur zirde der jeweiligen discography. ein wenig hall, ein bißchen glimmer, ein quentchen schmelz, wie wir es von matthew gewohnt sind. spätestens corbin weiß uns und den kollegen zu erden, kristallen fegt die elektrische dazwischen. in symbiotischer beziehung ergänzen sich die zwei geradezu perfekt. die erste häme, die ich über dieses album, dem man seine jahre durchaus anmerkt, vergoss, sog ich umgehend wieder ein. es hat eine spartanische schönheit, einen patinierten glanz. und anmutig, grazil, geradezu ergeben fügen sich die beiden neuen tracks mit ein. sie schlagen erfolgreich die brücke zwischen den früheren gitarrendominierten und den aktuellen, vor allem auf das piano gestützten songs. vorerst: ***1/2.
tracklist: pavement kisses / hold me / could ya / drinking and driving / shimmer / live for love / eyesore / last drink (new song) / stars / hollywood ending (new song)
songs to drink and drive by - walk on by
songs to drink and drive by - anarchy

Sonntag, Februar 07, 2010

neue töne (738): cars & trains

zwischenzeitlich hatte ich in einer runde "ein (p)fund mp3" schon einmal etwas lax auf den neuen release des portlanders tom filepp hingewiesen. unter dem moniker cars & trains ist er seit geraumer zeit aktiv und schafft sich seit ca. fünf jahren auch in tonträger hinsicht seinen eigenen musikalischen kosmos. nebenbei betreibt er mit circle into square ein eigenes kleines label und magazin, auf dem sich künstler wie boy in static, skating club oder auch the harvey girls einfinden, um gemeinsam gewappnet zu sein gegen den unbill der musikindustrie. hiram von the harvey girls unterstützte filepp auf "the roots, the leaves", dem zweiten full length des multiinstrumentalisten. so kam der kontakt zustande. denn mit the harvey girls verbindet mich seit einigen jahren eine lose, aber interessierte, fast innige verbindung. so geriert sich portland mal wieder als ein ort des kollektiven zusammentuns, der unterstützung und hilfsbereitschaft. und nimmt die welt mit.
wohin? in einen eigenen kleinen musikkosmos. eine phrase, ein behelf. aber cars & trains gelingt es aus diversen elektronischen finessen ein klangbild zu formen, das organisch ist, weniger füllmaterial, denn grundlage für gesang und harmonien. samples, feedbackgestalten, vielfaches tönekreieren mit kleinstmaterial von perkussionselementen über den banjoeinsatz, die akustische gitarre, mit glockenspiel und vielem mehr. oben drauf, vielmehr mittendrin der förderliche gesang filepps, der sich dem mal stampfenden, mal stotternden rhythmus gerecht beilegt. die produktion spielt dabei angesichts mehrerer hördurchläufe darauf an, nicht von lofi zu sprechen. zu dicht das "ensemblespiel", zu klar das soundbild, zu perfekt die übersetzung von dynamik. americana, electrofolk, der sparten ließen sich einige finden, um cars & trains einzuordnen. er bastelt sich aber eher eine eigene, abseits des beschworenen homerecordings bastelt er eine kleine parallelwelt aus schwebendem, geerdetem und freiluftigem. präzise kommt er immer wieder auf den punkt, so groß das ausschweifen auch geraten ist. das ist seine kunst. bis er so weit war, hat es etwas gebraucht. sein vater war inspiration ("a computer programmer gone rock bassist"), mit sieben beschäftigt er sich mit gitarre und schlagzeugspiel, einer kurzen liebe zu m. jackson folgt das interesse an computer und videospielen bis hin zum entwickeln eigener kleiner games. er erlernt weitere instrumente, beschäftigt sich länger mit der trompete, wechselt das fach und gründet erste bands, die sich an metal und hardcore versuchen, so dass schreien und krach schlagen zur temporären passion werden. ein entscheidender schritt für alles, was später kommen sollte, wurde das interesse an folk. seeger, guthrie, dylan rückten ins rampenlicht. die verquickung dieser, seiner lebensstationen, gefiltert, extrahiert, ergab cars & trains. "the roots, the leaves" ist ende januar auf fake four inc. erschienen. gleichzeitig wurde ein remix album veröffentlicht. es ist kostenfrei downzuloaden.
cars & trains - intimidated by silence

Samstag, Februar 06, 2010

ein (p)fund mp3 (248)

kommenden dienstag erscheint ihr neues album, "rumors in disguise" getauft, vorab gibt es allerding eine single zu bejubeln, auf don giovanni records:
shellshag - 1984
selbes labelfahrtwasser, diesmal ein werk konzipiert als singles collection, ungrob bezeichnet: "singles!":
screaming females - bell
sinister elektrifizierte gitarre und ernster, schwerer bluesgesang, möchte man so nicht auch beziffert werden?, am 16.02. wird "to the puring rain" auf porto franco erscheinen:
seth augustus - tiny little head
seth augustustrickeries of the great emptiness
neuer release mit alten bekannten auf own records, "gathered tones" erscheint am 03. märz:
trouble books - past the new parking deck
zum 02. märz gibt es erfreuliches auf team love records zu berichten, "everyday balloons" wird der neue output heißen:
a weather - giant stairs
polyvinyl engagiert sich fleißig und zurecht, diese schweden kommen am 23.03. mit "two thousand and ten injuries":
love is all - repitition
so ungewöhnlich ist der bandname nicht, da haben wir schon ganz andere zahlenkombinationen vor den latz bekommen, das album heißt "everybody is whatever i think they are" (09.03.):
1986 - undertow
absolutely kosher war nicht froh über den labelwechsel, wünscht der truppe aber alles glück der erde, sehr nett, sehr freundliche geste zu "paul's tomb: a triumph", draußen ab 27.04., auf dead oceans:
frog eyes - a flower in a glove

großprojekt galore, das meisterstück "69 love songs" erscheint am 20.04. remastered: "merge released a limited edition 6x10" vinyl version, limited to 1000 copies", superb:
magnetic fields - the book of love
"a chorus of storytellers" heißt ihr neuestes werk, auf sub pop, ganz frisch, und sie sind mächtig stolz!:
the album leaf - falling from the sun
neuer song, das mädel ist großartig, schon im letzten jahr hatte ich geschwärmt:
sharon van etten - love more (via weathervan music)

savoy grand
27.02. Saarbrücken - Sparte 4
28.02. Frankfurt - Brotfabrik
01.03. Hamburg - Knust
02.03. Halle - Objekt 5
03.03. Jena - Rosenkeller
04.03. Chemnitz - Atomino
05.03. Erlangen - E-Werk
06.03. Bamberg - Morph Club
07.03. Dortmund - Pauluskirche
08.03. Köln - Subway
09.03. Dresden - Societätstheater
10.03. Berlin - Magnet
11.03. Karlsruhe - Jubez
12.03. Stuttgart - Laboratorium

Freitag, Februar 05, 2010

glotzt nicht so romantisch (85): konspirative küchenkonzerte

die verquickung von livemusik, bildender kunst und kulinarischen genüssen gibt es bei den konspirativen küchenkonzerten, einem fast schon gnadenlos heiß zu nennenden format. denn es schafft es, den sessioncharakter in eine kultivierte form zu verb/packen. neben interviews, den bandauftritten, der besichtigung und vorstellung von installationen oder gar overheadattraktionen gibt es natürlich lecker futter. via diverser tv stationen, vor allem aber tide tv, ist der interessierte beteiligt. besser dran sind natürlich jene, die in hamburg wilhelmsburg selbst vor ort sein können. reizüberflutung galore! aber gottgegeben! mit am start waren u.a. bereits nils koppruch, station 17, karamel, gisbert zu knyphausen... dass das format mittlerweile für den grimme preis nominiert ist, spricht für sich. schaut rein und nehmt erholung von allem (nächster sendetermin: 06.02., 20:00 uhr). innerhalb von jeweils 58 minuten wird angerichtet und serviert! beispielsweise hieß es für die folge 7: "Ich habe Hunger!” singt Bernadette La Hengst und Gastgeber Marco wird sie und den Konspirativen KlimaKünstler Ton Matton mit Himmel und Erde an Blutwurst zu sättigen wissen." die folgen kann man sich auf der webseite später auch in ruhe ansehen. viel spaß!


neue töne (737): us and them

ach, eine großartige entdeckung, die mir die kalten wintertage gerade richtig kam, herzwärmend, ohne dass man die haxen ins ofenrohr schieben müsste. denn das besorgen die schweden britt und anders von us and them aufs angenehmste. als multiinstrumentalisten gewappnet, gelingt es den beiden einen zauberhaften folkreigen zu entfachen, in den man sich als hörer nur allzu gern hinein begibt. ein auftanz, ein ständchen, eine melodie, die einfachen dinge dominieren hier. angelehnt an die singer/songwriter schule von herren wie roy harper, jackson c. frank oder richard thompson, verbunden im geiste mit dem british folk, entdecken sie doch eigene prämissen, unterstreichen ihre stärken: liebreiz, harmoniegesang, intimität. die beiden haben auf eigenem label bereits einiges veröffentlicht, ein album namens "based on a true story” sowie drei eps "canning oak"’, "seagulls" und "man o’ sand to girl o’ sea’’ (withdrawn recordings). im dezember erschien dann der erste auswärtige tonträger, ein 3track vinyl auf dem englischen label fruits de mer records (tracklist: "home to stay" (tudor lodge), "dialogue" (jackson c. frank), "julia dream" (of all the pretty little horses) (waters/ traditional)). zwischen pop und barock folk changierend, gelingt es den beiden, vor allem aber aufgrund britts wunderschöner stimme, einen sog aufzubauen, in den man sich willig hineinziehen lässt.
us and them - old friends, new people (from: "based on a true story")
us and them - another view of us (from: "man o’ sand to girl o’ sea’’ ep)
us and them - precious moments (from: "seagulls" ep)
us and them - after a while (from: "canning oak" ep)

Donnerstag, Februar 04, 2010

ein (p)fund mp3 (247)

eine erste single gibt es zur am 23.02. erscheinenden ep "can't stop not knowing", ein full length soll noch im frühjahr folgen:
the new loud - don't dance
electropop gibt es via monotreme records, das album dieses trios heißt "condors" und wird am 20. april erscheinen:
nedry - a42
ebenfalls für monotreme antretend ist diese avant folk rock künstlerin, ich freue mich auf ihren vierten longplayer namens "become secret", ab 22. februar zu haben:
picastro - twilight parting

das cover wurde angepasst, eine sich räkelnde j. newsom auf ein sofa drapiert inmitten einer burlesken wohnraumlandschaft, deshalb hier neuerlich die erwähnung des ende februar auf drag city erscheinenden albums "have one on me":
joanna newsom - '81 (via arthur mag)
explosiv, eine mixtur aus elektrorock, punk und bubble gum pop, "remorsecapade" ist gerade in kanada erschienen, demnächst auch in den staaten (paper bag), wir langen über den großen teich:
woodhands - pockets
hot sind auch sie, aber extravaganter, "invisible violence" erscheint am 23.02. auf dare to care records:
we are wolves - blue
neuer release auf fonal kündigt sich an, noch kein datum, noch kein titel, aber einen ersten appetithappen gibt es allemal, finnischer gehts kaum, herrlich:
tv-resistori - voi ei ei voi olla totta
der montagsdownload von bad panda records, wir betonen "creative commons licensed":
the underscore orkestra - balancing act
ein tipp am rande, "&hope still" erschien bereits in 2008 auf indian queen records bzw. time lag, zeichnet aber mit seinem spuky weird folk ein zeitloses bild:
silent land time machine - down the hill
silent land time machine - everything goes to shit
ein debut album zum abschluss, "there is no one else when i lay down and dream" erschien ende januar auf bureau b, reinhören:
ninca leece - funny symphony

jon dee graham & the fighting cocks
04.02. Heilbronn - Red River Saloon
05.02. Geislingen - Rätsche
06.02. Lauchhammer - Real Music Club
07.02. Norderstedt - Music Star


official secrets act
22.02. Hamburg - Grünspan
23.02. Köln - Bürgerhaus Stollwerck
24.02. Karlsruhe - Substage
25.02. Dortmund - FZW
26.02. Dresden - Alter Schlachthof
27.02. Berlin - White Trash Fast Food

Mittwoch, Februar 03, 2010

zu gehör getragen (114)

midlake - the courage of others (2010)
> geschlossener als alles, was die dentoner vorher geschaffen haben; als ließe sich emotion tatsächlich verdinglichen, 4/5

laura veirs - july flame (2010)
> wenn so schreibblockaden ein ende finden, sollte es mehr davon geben, ein songreigen zauberhafter natur, 3,5-4/5

jack rose - luck in the valley (2010)
> das letzte album der "ditch trilogy" begistert posthum mit ausdruckskraft, variantenreichtum und harmonischem gestus, r.i.p. jack, 4/5

agnes kain - across the ocean grey (2009)
> der zweitling, der leichthin dem schweren erbe mit bewährtem trotzt: traumwandlerischer folkpop mit herzestimmchen, 3,5-4/5

neue töne (736): vorschau orange blossom special 14, teil 2

weiter gehts mit der vorschau auf das schnuckelige familienfestival im kleinen örtchen beverungen, das so viel zu bieten hat, siehe auch teil 1 hier. neben der tatsache, dass sich drei tage lang exzellente musiker die klinke in die hand geben, muss erwähnt werden dürfen: die nahbarkeit aller beteiligten, das ungezwungene, erfrischende ambiente, dazu natur pur und die aussicht auf unvergessliche erlebnisse. in zufälliger reihenfolge spulen wir hier die bereits 'gesicherten' acts ab und stellen (weiter) vor. vorab sei noch auf folgende blogs verwiesen, die sich zum einen mit der geschichte des obs beschäftigen und launige, persönliche storys bereithalten bzw. die neusten infos rumd um das festival und seine bands.
nachdem ich hier bereits eine längere notiz über todd thibaud formuliert hatte, kam die absage. nicht alle musiker seiner band würden für den zeitraum des ob verfügbar sein. und todd tritt eben nur komplett an. respektieren wir das und hören trotzdem ausschnittsweise ins repertoire des singer/songwriters, mittlerweile auf blue rose beheimatet:
todd thibaud - draggin' me down (from: "live at todd" dvd)
todd thibaud - is it love? (from: "squash")
mit pétur ben haben wir es mit einem weiteren burschen zu tun, der eher der singer/songwriter abteilung zuzuordnen wäre. sein soloalbum "wine for my weakness" hat schon ein paar jährchen auf dem buckel, so dass die frage nach etwas neuem vom isländer durchaus seine berechtigung hat. dabei war er in der zwischenzeit nicht untätig. er schrieb die musik für filme, theaterproduktionen und für andere kapellen. derer hat er einige probiert (mugison, tristan), hält sich aber fortan solo aufrecht. und das gezielt mit melancholischen songs sowie up-tempo rock, wenn es die situation erfordert. live soll er zudem richtig was hermachen:



gut in diese runde einpassen ließe sich auch sie, gemma ray aus essex. vielleicht weil sie solo daher kommt, vielleicht aber auch, weil auch ihr nicht alles in den schoß gefallen ist. wenn ihr name fällt, raunt es und die stimmen flüstern sich zu, die mit dieser krankheit, die jeder mysteriös nennen muss, weil er nicht weiß, welche es war und weil niemand weiß, worum es sich gehandelt haben mag. eine legende? wenngleich eine gute. denn sie beschreibt weiter, dass sich gemma ray gegen die krankheit mit dem schreiben von songs erwehrte. dass sich einige davon auf ihrem debut "the leader" wiederfanden, klar. mit beteiligt war hier michael j. sheehy, alter obs fahrensmann. die kreise schließen sich. das aktuelle werk der britin heißt "lights out zoltar" und verstehen wir mal als aufforderung, um die junge dame besser im fahlen licht des spätnachmittags mehr geheimnisvoll denn versteckt entdecken zu können:



als funkelnden diamanten bezeichnete sunday service das im august erschienende album "the fence" von the innits. klar, dass die labelisten stolz auf das berliner quartett sind. ist ihnen doch ein wagemutiges und zugleich beeindruckend kraftvolles und stringentes rockalbum gelungen, auf dem sich klarinetten-, saxofon- und celloklänge mit einer folkloristischen grundlage kreuzen dürfen. dass das gut geht, dürfen wir nun auch live erleben, wenn die truppe um mek obaam die bühne entert:
the innits - hearts and minds

zur beachtung: die glitterhouse crew sucht einen tourbegleiter für eine englische band, daten rund um das obs, den aufruf kann man hier nachlesen.

pétur ben
17. Feb. 2010 Nato Leipzig
18. Feb. 2010 Hoffart Theater Darmstadt
19. Feb. 2010 Schuhfabrik Ahlen
22. Feb. 2010 Werkstatt Cologne
23. Feb. 2010 Beatpol Dresden
24. Feb. 2010 Ponyhof Frankfurt
02. Mrz. 2010 Steinbruch Duisburg
03. Mrz. 2010 Das Haus Ludwigshafen
04. Mrz. 2010 Sudhaus Tübingen


gemma ray
17. Mrz. 2010 Crossroads Festival Bonn

the innits
19. Feb. 2010 Café Trauma Marburg
20. Feb. 2010 Jubilaeumsfestival HAFEN 2 Offenbach
18. Mrz. 2010 Bang Bang Club w/ Schneider FM + Djs Berlin

Dienstag, Februar 02, 2010

neue töne (735): bird by snow

eine 10" namens "common wealth" ist das nächste vorhaben von bird by snow, mit dem wir uns hier und heute beschäftigen wollen. seine karriere auf gnome life records ist schon beachtlich, deshalb ein durchaus lohnendes vorhaben, wenngleich wir auf den aktuellen release noch kein auge werfen konnten (kommt im april). fletcher michael tucker ist bird by snow, so viel sei vorne weg verraten. denn immer mal wieder taucht auch der begriff 'band' auf, folgt man den spuren des kaliforniers. dies ist allein damit zu erklären, dass sich tucker immer wieder freunde und bekannte ins boot holt, sei es, wenn er aufnimmt, sei es, wenn er konzerte spielt oder sich gar auf tour begibt. zu diesem kreis gehören u.a. nachfolgende: spencer owen, mania isbjörn lozinska, ludvig cimbrelius, andreas werliin & mariam wallentin (wildbirds & peacedrums), hildur kristín stefánsdóttir, björn pálmi pálmason & ingibjörg elsa turchi (rökkurró), adam payne (residual echoes), john garmon (whysp, red pony clock, the loyal sons and daughters), spencer doran (cloaks), matt longwell (i explode you!), kelsey barrett (effi briest), matt baldwin & sean smith. sind doch einige dabei, die einem schon über den (virtuellen) weg gelaufen sind. was den kerl bewegt, fasst er so zusammen: "In a way I am always singing about the same thing, singing around one big idea, (what I like to think of as) "the almost imperceptibly simple truth..." Meaning: something you know but you can't really describe, or even perceive with your senses at all... things that need to be held loosely in the mind, ideas and visions that cannot be grasped, awareness that washes over us gently. Stuff that language only hints at, mind-spaces songs can point to, but not name. That's what I'm into." 1983 in nordkalifornien geboren, ergänzt tucker sein erfahrungsfeld um eine zeit in schweden, woraufhin er aber wieder in den sonnenstaat zurückkehrt. ähnlich wie er es jedesmal tut, wenn er sich auf reisen rund um den globus begeben hatte. die kleine, aber wesentliche wahrheit, die er dabei einfuhr: "...I am learning to live where I stand... beginning to understand that I am my own home." diese sicherheit, dieses in sich ruhen merkt man auch seiner musik an. doch sie ist keineswegs nur sonnendurchflutet, sein weird folk oder auch die free form durchziehen immer wieder graue schlieren, die auf mißliches, mißverständliches, mißachtetes weisen.

seine musik ist konstrukt und liquide zugleich. die aufteilung in diverse stile, das nebeneinander driften von glitzernder popmelodie, entweichender rhythmik und leiernder soundgestalt nebst einem breiten reservoir an ornamentierender perkussion, koppelt sich scheinbar leichthin an eine fliessende gesamtheit. vielleicht begründet durch genre immanente offenheit, den einfluss von dub, polyrhythmik oder die versöhnliche stimme tuckers. gerade seine dritte lp, die 09er "songbread/another" kreiert einige dieser spannenden momente. wirklich zu fassen ist der sympathische kerl aber nur, wenn man seiner karriere folgt, in die frühen aufnahmen hört, auf denen er schon spielerisch dem stringenten entsagt und die mannigfaltigkeit zur gottheit erklärt.
bird by snow - if you wait (from: "songbread/another", 2009)
bird by snow - what i am doing (from: "songbread/another", 2009)
bird by snow - ecstatic giving (live free mp3's, 2007, .zip)
bird by snow - caveman baby (from: "ecstatic giving", 2007)
bird by snow - black elk in the mountains (from: "sky", 2006)
bird by snow - the sound and the river within the sound (from: "sky", 2006)
bird by snow - fat new born baby (from: "antlers and the sun and all the things that grow old and pass away", 2005)

Montag, Februar 01, 2010

carcrashlander - where to swim (2009)

hier hatten wir bereits einiges aus der karriere des cory gray, vorsitzender von carcrashlander, berichtet, sessionmusiker, unterstützer (u.a. the decemberists, grails, norfolk & western, graves) und schließlich auch unterstützter bei seinen ersten soloausflügen, durch u.a. dave depper (bass), shelley short, laura gibson (backing vocals), adam selzer und nate ashley (guitar), brian wright (drums) und amanda lawrence (viola, violin), das selbstbetitelte album erschien vor zwei jahren auf parks and records. nun ist der zweitling da, wir hatten es bereits verkündet, hier. eingetroffen ist "where to swim" mittlerweile auch und wir können einige worte darüber verlieren. wer griff dem portlander diesmal unter die arme? eine so gut funktionierende szene wie diese, findet sich wohl nur selten, an bord waren cliff hayes (bass), brian wright (drums, percussion), jessica wright (flute, backing vocals), shelley short mit kurzeinsatz und viele andere mehr. sprach ich beim erstling noch davon, dass die fehlende opulenz nicht weiter ins gewicht fallen würde, fällt auf dem neuen werk durchaus auf, dass an den einzelnen arrangements gefeilt wurde. die palette an ideen ist riesig. die ausführung ist so überzeugend, dass der soundreigen einen schwindelig spielen kann. fast klassisch muten einige tracks an, wenn orchestrale wellen über einen hinweg ziehen. dann lösen sich die spuren wieder auf und eine singulär agierende kraft nimmt den faden auf, um ihn umzugestalten, einzufärben oder etwas gänzlich neues daraus zu kreieren. ein track wie "rosie" bspw. beginnt als piano gestützter slow waltz mit leicht verhalltem gesang, bald fügen sich horn und schlingernde flöte, das lustvolle pfeifen eines ausgebüxten hinzu, der marschierende rhythmus gewinnt an kraft, flotter wirds hernach, eine gitarre, schneller, das piano im duell mit dem horn, jauchzer, jubler, noch schneller, flöten stimmen wieder ein, rumpelbass, vollgas! balkanpower! ende! ähnlich erlebnisreich ist das gesamte, sich über zehn tracks und gut 35 minuten ausbreitende werk. laura veirs schrieb "...you'll be licking a multi-colored swirly sonic lollipop of jangly guitar rock (ala pavement), half-sung vocals (ala little wings), floaty keyboards and quirky horn arrangements..." und der von uns hoch geschätzt leonard mynx ergänzte gar: "...one of the best albums to come out in a long time..."! so variantenreich, wie sich gray hier zeigt, so geschlossen wirkt schlußendlich "where to swim". wie er das angestellt, wird ein rätsel bleiben. es ist schlichtweg nicht zu eruieren, ohne die wohl überaus flexiblen hirnwindungen des carcrashlanders auszuleuchten.

jeder track bietet eine in sich verborgene welt auf, spielt mit unterschiedlichsten stilen, vermischt genre, löst grenzen auf und überbietet sich in der vielfalt von launigen einfällen. "windtunnel" ist zunächst ein gemächlicher schleicher, ein von piano- und barjazz rhythmik- ingredienzen bestimmter shuffle. gray haucht mehr als er singen würde. refrain!, zügel werden angezogen, aufbäumen, knarzgewitter, wind trips, soundscapes, williger backgroundgesang. das schmissige "landmines" läutet nonchalant mit zugleich giftiger gitarre diesen kreativen aufgalopp ein. noise pop in reinnatur und mit beliebigen ausläufern ist "house arrest", der wie von ungefähr kommt, leicht müde schlingernd beginnt. warm in synthifarben eingewoben, doch bald verschärftes schießbudenfeuer abgibt, fuzzy gitarren und handefeste anschläge auf dem pianotöner. "boat full of buckeyes" ist ein ruheloser hüpfer, selten wirst du cory gray so aufgeräumt singen hören, aus dem mutstiftenden grower wird alsbald ein reisserischer aufbäumer. in der wandelsfähigkeit liegt der grund für das ebenmaß. ein album voller überraschungen und dennoch reiht sich folgerichtig ein track um den anderen aneinander. wie bestellt. als hätte man sich ein gericht zusammengestellt, dabei den finger über die speisekarten schnellen lassen und mit viel glück erreicht, dass die einzelnen gerichte perfekt zueinander passen. "where to swim" ist nicht nur folgerichtig auf "s/t", es bedeutet auch das erreichen einer neuen qualitätsstufe. tolle arbeit, cory!
carcrashlander - landmines (2009)
carcrashlander - gold sunset (2008)

Sonntag, Januar 31, 2010

neue töne (734): tuó

die jugend von heute hat es leichter, da beißt die maus keinen faden ab. die (offenbare) durchsichtigkeit der welt, die plattform, auf der die teenager agieren, ist transparenter denn je. die gedanken jagen durch die fluchten juveniler interessen, bedecken lücken, füllen nischen aus. wer sich hier kein zuhause bauen kann, findet vielleicht aber eines in der real existierenden gegenwart. wer beide zu verquicken weiß, weiß in der regel auch seine vorteile daraus zu ziehen. mit sechzehn ist man kurz davor, alles zu wissen und ist dennoch unbekümmert genug, um staunen zu können. die balance, eine zarte zwischenstufe zwischen ahnung und kenntnis, ist kaum zu halten. in diesem taumel geht man auch wagnisse ein. und wenn sich die bedingungen als so freizügig und unverklausuliert darstellen, kann man den eigenen forderungen futter geben.
goldgelockt, freundlich verschmitzte gesichter umrahmend. in friedfertiger umgebung drapiert. überschrieben „walk on silence“. tasmin gutwald und oda tiemann alias tuó haben sich das ambiente, aus dem heraus sie auf ihre zukünftigen hörer blicken, ganz bewusst in natur gehalten. ihr metier ist der folk. so früh die fahrkarte in sehnsuchtschwangere phantasien, ausdrucksplattform ernsthafter bocksprünge und ventil für stimmkunst und songwriterisches talent. beides bringen die beiden mädels aus wolfratshausen ohne zweifel mit. dass sich die zarten anfänge einer zukunftstreuen karriere in form von acht tracks bereits verkaufen lassen, ist ausdruck einer freizügigen und kredite verteilenden zeit. anderen tags stünde mehr im wege. die vernetzung funktioniert, die beiden welten sind verknüpft. noch bevor der erste ton die öffentlichkeit erreicht, sind die ‚seltsamen mädchen’ (= ‚tuó’) im fernsehen, der tageszeitung beheimatet und als großartig erkannt. eine zu frühe berufung fordert tribut. in der regel. doch die erwartungen werden treu erfüllt, die zu gitarre und djembe vorgetragen kompositionen besitzen eindringlichkeit, bleiben haften, ohne sich selbst zu distanzlosen ohrwürmer zu deklassieren. der zweistimmige harmoniegesang, aus unterschiedlich tönenden und sich zugleich perfekt ergänzenden kehlen, hier zuweilen bluesig, rauchig verfärbt, dort hell und sehr klar, eine referenz an alela und alina sei ungestraft versendet, ist stilmittel, behelf und ausdruck der zugehörigkeit. dieser abgestimmtheit, der vertrautheit, sich aufeinander verlassen zu können, kann der hörer nachspüren. die singuläre rhythmik fächert das klangbild auf, eine pianospur ergänzt zeitweise. die songs changieren zwischen midtempo und dem zögerlich besinnlichen bedachtsein, wenn fragen aufgeworfen werden, die einer beantwortung noch harren, wenn ahnungen ausdruck finden, die unbestätigt verweilen müssen. einige tracks will man immer wieder hören, sicher "silence", das einem so unbeschwert wie der spatz auf dem elefantenrüssel entgegen kommt, auch "whisper", mit ernsthaftigkeit und stolzem ausdruck oder "walk with me", das sich wie ein glockenkleid lustvoll im kreise dreht. manchmal wünschte man sich einen dichteren, fülligeren sound, eine ornamentierung, eine verzierung mehr. keinen kleister, aber stimmung wärmendes, auffächelndes, so dass der güldene staub sich immer wieder vom boden erheben kann, nachdem er niederging. eine überbetonung, die akzentuierung einiger worte fällt auf. aber das sind marginalien. mit "walk on silence" gelingt den jungen damen ein erstes, erstaunliches statement.
die jugend von heute hat es schwer. sie muss parallelwelten verknüpfen, sich hier und dort einnisten, überall bestehen. die wege kreuzen sich. die weichen stellen sich nicht von allein. tuó bestehen in der virtuellen szenerie mit gezielt bedachtem marketing und agiler promotion. in der realen welt sind sie teenager, die mutig, enthusiastisch, unbekümmert und offenherzig auftreten.
die ep "walk on silence" erscheint am 12.02. auf flowerstreet records.



31.01.10 20.00 Gelting Hinterhalt
13.02.10 19:00 Ingolstadt Museum für konkrete Kunst

Samstag, Januar 30, 2010

eingestreut (88): joanna newsom

die vorfreude auf das "ys" nachfolger album "have on me" steigert sich angesichts der ersten töne, die man daraus vernehmen kann, schier ins unermessliche. zauberhaft der anklang, das virtuose spiel, das entzückende vibrieren joanna newsoms stimme. das triple album wird im februar auf drag city erscheinen. hoffentlich ist ausreichend gepresst worden, ich fürchte andrang und am jahresende abrechungen, auf denen der name der ausnahmekünstlerin immer wieder weit oben zu finden ist.
joanna newsom - '81 (via arthur mag)

midlake – the courage of others (2010)

wenn es hoch- und tieftöner gibt, sollte es auch wohltöner geben. solche apparate kann man dann entsprechend so justieren, dass sich die musik, die aus den boxen quillt, auf die präferenzen des jeweiligen hörers einstellt und notwendige anpassungen selbständig vornimmt. mir fiele ein haufen bands ein, bei denen ich auf einen wohltöner nicht verzichten wollte. die schrauberei an verstärker, equalizer und co. hätte endlich ein ende. da zumeist nur alibiunternehmung, würde der wohltöner weit darüber hinaus gehen, die musik nicht nur anders klingen lassen, sondern sie auch marginal korrigieren. midlake allerdings bräuchten diese technische besonderheit nicht. ihre musik ist derart ausgewogen, dass sich die knöpfe am wohltöner auch einer manuellen berichtigung widersetzen würden, nachdem sie automatisch schon nicht modifizieren mussten.
die messlatte lag für die dentoner enorm hoch. "the trials of van occupanther" war ein meistwerk, ein fast reibungsloses und doch anspruchsvolles album. die tracks, die es als hits in die alternativen paraden schafften, überdeckten nur hauchdünn den restlichen musikalischen segen. in der wahrnehmung lagen diese songs zurück, weil sie bedachter und stiller und geruhsamer und sanfter an des hörers ohr traten. das eindringen via planvoller harmonie überließen sie den ohrwürmern. auf dem frischen „the courage of the others“ ist das ähnlich, nur sind die grenzen noch durchlässiger. fast schamhaft offeriert sich dabei ein „fortune“ als tauglich für etwas bleibendes. gedoppelte akustische gitarre, gesang aus der leicht rückwärtigen kehle, so sacht und dennoch eindringlich dank zauberhafter harmonie. sehr kurze zwei minuten. immer wieder dringt der typische midlake drive durch, häufig im einstieg, wenn ein song zu rollen beginnt. mit vorsicht erfolgt die abfederung, um dem einen, diesem lied zu frönen. ein leichtes wahrzunehmen, dass sich die band ganz diesen melodien und ihrer ausschmückung verschrieben hat. versonnen, ohne geschmäcklerisch zu sein. verstiegen, ohne das auge für den rückweg zu verlieren. ambitioniert, ohne den verlockungen zu erliegen, konstruiert oder elaboriert zu klingen. oder gar eintönig, einschläfernd, wie gelegentlich behauptet wird. jeder song bietet aufmerksamkeit heischende elemente, lässt andocken, genügend zeit, um ab- und wieder aufzuladen, zwischendurch die heuer einzustreichen, sogar für einen rundblick am fremden gestade. „bring down“ glänzt mit gläserner gitarre und zwiegesang, die strebsame tiefe im opener "acts of man", aufgehangen an schlichtes drumgewerk, feingliedriges gitarren- und schmiegsames flötenspiel, "winter dies" fabuliert, "small mountain" wirft ernsthaft die fragen nach lautenspiel und den anregungen aus dem british folk auf, unterlegt mit scharfer e-guitar. "core of natur" nimmt den faden auf und gefällt sich in der strebsamen hymne. "rulers, ruling all things" ist eine narrative note im sowieso lyrisch bewegten werk, "children of the grounds" ein spiegel für alle, die zweifel an der mittelbaren kraft der band haben. sie strahlt andauernd. und ist offenbar dem ziel, nicht nur den hörer zu erreichen, sondern auch für eine art eigenen inneren frieden zu sorgen, nah gekommen. "the courage of others" wirkt geschlossener als alles, was midlake vorher geschaffen haben. das album klingt, als ließe sich emotion tatsächlich verdinglichen. vorerst: **** (ohne hilfsmittel, ohne wohltöner). "the courage of others" erscheint am 01.02.10 auf bella union.

02 Feb PARIS, Nouveau Casino
03 Feb KOLN, Luxor
04 Feb HAMBURG, Knust
09 Feb BERLIN, Lido

Freitag, Januar 29, 2010

eingestreut (87): midnight masses

einiges an misstrauen brachte ich diesem act auf team love entgegen. der fade name: midnight masses, das gewöhnungsbedürftige cover der ep "rapture ready, i gazed at the body". dabei handelt es sich bei dem new yorker fünfer um ein von einem erstklassigen label gesigntes paket. die sind zumeist perfekt verschnürt und lassen zweifel in schneewehen oder gleißendem sonnenlicht zurück. die musik, die die band fabriziert, ist irgendwo einzuordnen zwischen folk, der sich aus den vorgaben von fleet foxes und co. speist, souligen anleihen, vor allem hinsichtlich bedachtheit und ausgewogenheit, und einem fundament aus stilvollem rockfiligranzeugs. die referenz the doors wird nicht ohne bedacht gezogen. kopf der veranstaltung ist autry fulbright, der menschen aus diversen erstklassigen bands um sich gescharrt hat, genannt seien trail of dead, tv on the radio, callers, here we go magic... so verteilt sich auch der job der sängers auf mehrere schultern. mal männlich, mal weiblich, eine latente spannung zieht sich durch die gesamte arbeit. die ep erschien ende 2009.
midnight masses - walk on water
midnight masses - heaven