Montag, Juli 27, 2015

eingestreut (832): darin gray / tyler damon


das darf man schon ein wenig bestätigen, wenn family vineyard behauptet, dass dieser release etwas entgegen ihrer gewohnheiten ist. dies betrifft zum einen die veröffentlichung auf tape, aber auch den betreffenden inhalt. hier präsentiert sich eine tolldreiste kombination aus darin gray und tyler damon, die gemeinsam das feld bereits seit 2012 beackern und einen dialog zu- bzw. miteinander gefunden haben, wie es seinesgleichen erst einmal gefunden werden muss. anfang mai wurde "oninbo" herausgebracht, eine kleine edition von gerade mal 100 stück, angereichert mit sechs tracks, die zunächst auf yoke, taylors kleinem geschäft erschienen sind. auf dem in schwarz-weiß gekleideten release arbeitet damon an drums und perkussion und gray fügt den elektrischen bass und ebenfalls immer wieder perkussive einschübe bei. wir werden benebelt von einer klangfinesse, die sich aus kleinen bauteilen zusammensetzt, andeutungen, mutmaßungen, winzigen fäden, die sich einspinnen, so dass im verlauf eine undurchdringbare textur entsteht, obwohl weder das klangvolumen, noch die dichte zugenommen haben. singuläres agieren, singuläres parieren, eine musik in der vorhalte.

darin gray spielte lange zeit mit glenn kotche bei on fillmore bzw. mit chris corsano bei chikamprachi. die erinnerung trügt auch nicht, wenn man ihn als jim o'rourkes bassisten einordnet bzw. als viersaitenbearbeiter bei grand ulena, dazzling killmen und brise-glace. auf seiner liste an musikern, mit denen er gearbeitet hat, buchstabieren sich zudem merzbow, kevin drumm, alan licht und viele andere mehr. tyler damon ist ein vielbeachteter drummer, der sich auf freie improvisation versteht und gern als solist agiert. mit dem rockoutfit open sex, aber auch mit unzähligen anderen partner konnte man ihn entdecken. beispielgebend ken vandermark, mark hosler, circuit des yeux, mars williams.

Kommentare:

gerhardemmerkunst hat gesagt…

Spannender Experimental-Buddhismus ;-)
Viele Grüße,
Gerhard

E. hat gesagt…

ja, auch eine schöne beschreibung.