Mittwoch, Januar 14, 2009

neue töne (503): fall horsie

es gibt immer wieder solche aufreizenden worte, aufmerker, bei denen ich sofort anspringe. wenn bspw. ein label schreibt, bei dieser oder jener platte handele es sich um eine neue stufe des (kanadischen) chamber folks, bin ich hellwach. gemeint war in diesem fall fall horsie. und das label, das sich so weit aus dem fenster hängte, ist youth club records. wollen wir dem also nachgehen, das interesse schüren oder aber vom unbesattelten pferd wieder abspringen. fall horsie ist zuvorderst justin karas. am piano schreibt er seine songs und bereitet sie inkl. orchesterarrangements auf. intoniert werden sie schließlich live gemeinsam mit einer kleinen band, auf tonband im großen stil. "from the seam of doors, a cone of light" hieß das erste album, zunächst als selfrelease erschienen, in 2007 von youth club neu aufgelegt. "devil (e) durge" kam nun ende des letzten jahres heraus. es vereint zehn tracks, die von einer satten atmosphäre auf schwer betont angeschlagenem klavier, gewandtem violinenspiel und einer hellen, erinnungswerten stimme karas' leben. doch da ist viel mehr, charmante akustische einspielungen, akkordeon zur rechten zeit, dräuender rhythmus, chorgesang, klagegesänge und aufreizende stimmungsmacher. die unterstützer in diesem zweifelsohne großartigen projekt sind amber phelps-bondaroff: viola, glasses, heart strings; anna-sophia vukovich: violin, "german look", slides and swoons und adam o'reilly: drums & percussion, third eye, grooves. leute, ich habe einige assoziationen vor auge, einige referenzen in petto. aber verhauen möchte ich die vorstellung nicht. nicht, weil die adressen schlechte wären, im gegenteil, ich möchte nur keine falsche hoffnungen machen. außerdem sind fall horsie eigen. per handclaps wird die chose vorangetrieben, das klavier rockt mit und karas taumelt im gesang. immer wieder neue aufstellungen, die es schwierig machen, den stil zu fassen. wenn das chamber folk ist, einverstanden. ich glaube aber, es geht ein stückchen darüber hinaus. unten aufgeführter song ist einer der melancholischen sorte, zeigt aber alle stärken dieser band.
fall horsie - the devil's performance

Dienstag, Januar 13, 2009

neue töne (502): serious business records

auf ein jahr serious business records zurückblicken, lohnt auch noch in 2009. erst recht, wenn man deren jahresabschluss verpasst hat. da hat nämlich der unheimlich nette und super gut bestückte verein eine grandiose compilation offeriert, die zum teil unveröffentlichtes und rares bereithält. anschließend die tracklist und der link. außerdem füge ich einige downloads an, die aufschluss über vergangenes und kommendes auf dem label geben. viel spaß!

1. Rocketship Park - Because Two Candles from Off and Away (SBR16)
2. The Two Man Gentlemen Band - Dippin' Sauce from Heavy Petting
3. Benji Cossa - Volcano from Benji Cossa and the Tightens LP (SBR28)
4. Looker - Gates of the Old City from Born in the Desert (SBR30)
5. Higgins - Charly from Zs (SBR28)
6. Secret Dakota Ring - The Fade to Black from Cantarell (SBR27)
7. Jack and the Pulpits - Dance Area from Jack and the Pulpits EP (SBR24)
8. The Homosexuals - Slow Guns from Love Guns? 10" EP (SBR33)
9. The Unsacred Hearts - Where Are You from still forthcoming second Hearts album called The Honor Bar
10. The Two Man Gentlemen Band - The Rabbit Foot Stomp from forthcoming fourth full length offering entitled Drip Dryin' with the Two Man Gentlemen Band (SBR35)
11. Benji Cossa - April from Benji Cossa's Vault Vol. 2: Jewels and Gems (SBR24)
12. Higgins - Make a Mistake from Trust in Higgins Vol. 1 (SBR32)
13. Jack and the Pulpits - Show Off from forthcoming 2nd JatP EP, a prequel to their first
14. Boshra al Saadi - Daddy You Been On My Mind unreleased Bob Dylan cover recorded in the men's room at SB -> (Dec 01. 2008)
15. Rocketship Park - Seasons from Off and Away (SBR16)
download: klick (.zip)

Benji Cossa - Volcano
Benji Cossa - April
The Two Man Gentlemen Band - Drip Dryin'
The Two Man Gentlemen Band - Stuff Your Ballot Box
Looker - Stand Back (Sirius BlogRadio ProductShopNYC Live Session @ Serious Business - June 25, 2008)
Looker - After My Divorce
Secret Dakota Ring - The Fade to Black
Secret Dakota Ring - 23
The Homosexuals - Snapshots of Nairobi (Live in Washington, D.C. Nov. 13, 2008)
The Homosexuals - Slow Guns
Higgins - Everybody
Higgins - Yes, I Know

Montag, Januar 12, 2009

the early judgement (24): handsome furs

angesichts der livedarbietung ihres album "plague park" verfiel oliver ende 2007 nicht in euphorie. zu aufgesetzt der gesang von dan boeckner, ganz hübsch der feste einsatz von alexei perry an den reglern und am synthesizer. sein besuch war wohl mehr der tatsache geschuldet, dass das duo bei sub pop unter vertrag stand. an diesem umstand hat sich (zum glück) nichts geändert, denn der wolf parade mann und seine hübsche gespielin gehören mit ihrem drögen sound auf ein leidenschaftliches und mutiges label.
worauf sich "face control" bezieht, kann man ahnen, wenn man weiß, dass die beiden längere zeit im östlichen europa (auf tour) verbrachten. aufreizend klingt er schon einmal, der titel des neuen handsome furs albums, welches anfang märz erscheinen wird. 12 neue tracks wird es enthalten und noch etwas cleener klingen, noch etwas mehr auf den elektro- charakter setzen als es "plague park" seinerzeit tat. der beat bewegt sich aufreizend im vordergrund, während sich dan um contenance bemüht. die gitarre rifft etwas freudlos und wie in "evangeline" tanglend, schwengelnd, irgendwie wenig ergriffen. die daraus entspringende kühle atmosphäre ist natürlich bewußt avisiert. was nach wie vor jedoch stimmt, ist die melodie. die gitarre kreist wiederum in "talking hotel arbat blues", die drum machine kickt kurzatmig und boeckner nimmt den gesangsfaden koninuierlich auf. ein stupender, dennoch wenig beiläufiger track. inspiriert wurden die kanadier durch viele erlebnisse insbesondere in russland - die tracktitel geben zum teil auskunft: "(Passport Kontrol)", "Nyet Spasiba", "Radio Kaliningrad". irritiert waren sie, dass man sich einen tisch in einem club vorab reservieren muss, in dem man via paypal eine menge geld überweist und dann trotzdem nicht sicher sein kann, ob man den platz auch bekommt. z.b. weil einem der patrone das gesicht des ankömmlings nicht gefällt: "face control". in der zweite hälfte des albums löst sich die schneidige aufwartung etwas auf und gibt ab an weniger streitbare verlautbarungen. sanfter tönt es aus den synthis, die sounds sind verwobener und freundlicher. mir bleibts dennoch zu kühl, zu angestrengt, abgestanden new waveig. irgendwie antagonistisch der zusammenschluss der verschiedentlichen elemente. mehr als ** kann ich derzeit nicht zücken. da waren die ideen auf "plague park" schlüssiger. da war der musikalische ausdruck professioneller. die berührung mit einer fremden welt ist das eine. sie angemessen zu reflektieren das andere.
Handsome Furs - What We Had
Handsome Furs - Cannot Get, Started

Sonntag, Januar 11, 2009

neue töne (501): hjaltalin

meine lieben kollegen vom konzerttagebuch haben die band erst kürzlich gesehen und in ihrem bericht darauf hingewiesen, dass sich bisher kaum jemand um hjaltalin gekümmert hat. dabei bringen sie so einiges mit, das aufmerksamkeit verdient. doch bevor wir darauf eingehen, gilt es, das oben bezeichnete phänomen der nicht- beachtung zu untersuchen. eine neunköpfige gruppe aus iceland, die flotten folkpop spielt, sollte doch nicht im rummel um wenige giganten und eine vielzahl nachkömmlinge untergehen. oder doch? und warum nicht? nun, weil so einiges, was hjaltalin aufzubieten haben, passgenau in die nachfragestruktur der musikaffinen drängte. folk, breites instrumentarium und dichtes arrangement, eine einnehmende leaderpersönlichkeit und mit dem fagott doch tatsächlich auch noch ein alleinstellungsmerkmal, das für ein vortreffliches klangbild sorgt. aber he, wie lange ist das noch geheim? schwups, schon vorbei!
klavier, standup bass, horn, piano, fagott, saxophon, flöte, violine, trompete, die band tritt - nicht nur auf tonträger, sondern vor allem auch live - mit einigem an, um ihre zuhörer zu unterhalten. gekonnt bewegen sie sich dabei zwischen tradition und moderne. wenn etwa die trompete stakkati bläst oder das horn treibt, meint man sich in heimatlicher atmosphäre und wird ihr doch unversehens entrissen, wenn die fidel folkig die szenerie bestimmt oder die gitarre rockt. hitverdächtig gelingen dem kleinen isländischen orchester dabei tempiwechsel, charmante gesangseinlagen und die einbindung unterschiedlichster instrumente. momentan sehe ich sie irgendwo zwischen the decemberists und anathallo.
"sleepdrunk seasons" heißt ihr bisher einziges album, erschienen im dezember 07 auf kimi records. dafür, dass sie ohne aktuelles album trotzdem den anspruch haben, die welt zu erobern, stehen die vorzeichen nicht schlecht.
hjaltalin - traffic music

11. Jan. 2009 20:00 B72 Vienna
12. Jan. 2009 20:00 Weekender Innsbruck
13. Jan. 2009 20:00 Kulturwerk 118 Sursee
14. Jan. 2009 20:00 Exit 07 Luxembourg
18. Jan. 2009 20:00 Rotonde @ Botanique Bruxelles
19. Jan. 2009 22:00 Cologne Music Week - Stadtgarten Köln
20. Jan. 2009 20:00 Cafe de la Danse Paris

Hjaltalín - Margt að Ugga (Goodbye july)


Hjaltalín - Traffic Music

ein (p)fund mp3 (163)

das jahr startet bunt und aufgeregt und voller toller musik. wer das noch nicht bemerkt hat, hat schwere probleme, denn es ist weder ein subtiler vorgang noch irgendwie anders verhangen. die tourpläne füllen sich rasch, die ersten '09er platten schneien ins haus und die labels überschlagen sich mit ihren ankündigungen. wer nicht sondieren mag, schaut ins klienicum. haha! oder auf die anderen diversen blogs dieser welt. natürlich werden wir weiterhin getreulich berichten und dabei so subjektiv wie möglich bleiben. ein paar neue ideen entwickeln sich zudem in den verborgenen regionen unserer hirnkasterl. wir sind dabei an kollaborationen mit anderen blogs interessiert und auf aufregende und originäre ansätze fixiert. auch heuer möchten wir den aufruf lancieren, dass sich weitere schreiberlinge am hiesigen projekt beteiligen dürfen/können/sollen/müssen. ob konzertbericht, review oder vorstellung, wir würden uns über jeden beitrag freuen.

"passanger" heißt das 09er werk dieser band aus philadelphia, mittlerweile das dritte full length der truppe um die brüder brooke und will blair:
ende november auf morc records erschien der erste auswurf seit 2005 der jungen dame, mit der wir uns vor nicht allzu langer zeit in bezug auf jessica bailiff beschäftigten, "somewhere someone" heißt das 6track werk:
die dänen befanden sich ende 08 auf ausgiebiger japantour, mit im gepäck hatten sie das ihrem bandnamen gleichlautende album:
von ihm wollten wir eh schon mal wieder neues hören, seinem "war elephant" könnte ein ruhig ein nachfolger hinterher trampeln:
und es wird ja geflüstert, dass mit "Born on Flag Day" etwas repräsentierbares bereits vorliegt, leider mangelt es noch an releasedatum, cover, tracklist...:
am 17. februar erscheint "artificial fire", ein albumname, der einiges erwarten lässt:
was haben sich unsere freunde dabei gedacht?, verschweigen können wir es jedoch auch nicht, an das aktuelle album "black forest (tra la la)" sei dabei erinnert:
an dieser stelle auch noch einmal die aufforderung zum kauf des am 27.01. erscheinenden "paranoid cocoon" albums:
etwas worauf ich mich sehr freue, ist das neue album dieser zwei verrückten barden, die aus einer anderen zeit zu stammen scheinen und dennoch so modern sind, "drip dryin'" erscheint bald:
die wollen wir mal im auge behalten, kommen immerhin aus brooklyn:
ein nachzügler bei uns, auf shelflife der neue output (10.02.), das album dazu "aboa sleeping":
burning hearts - i lost my colour vision

dates for friends:
sam amidon
02. Feb. 2009 20:00 Pop’In Paris
03. Feb. 2009 20:00 Baron Paris


the robot ate me / rlyand bouchard
Jan 22 2009, Transporter Bar, Vienna, AT
Jan 25 2009, Cafe Zapata, Berlin, DE
Jan 27 2009, University of Luneburg, Luneburg, DE

Samstag, Januar 10, 2009

neue töne (500): arbouretum

feine nachrichten aus dem stall arbouretum. die garantiert vorwärts orientiert aufspielenden und blues- oder auch stonerrocker genannten baltimorians haben ihr drittes album im kasten. "song of the pearl" soll laut thrill jockey anfang märz erscheinen und wurde in knapp zwei monaten im herbst 2008 eingespielt. erstmals hat man es außerdem zustande gebracht, ein komplettes album mit derselben crew zu erarbeiten. zu der gehören aktuell: dave heumann (guitar, vocals), corey allender (bass), daniel franz (drums) und steve strohmeier (guitar). nun kann ich leider noch nicht viel über das kommende werk aussagen, aber allein dieser auszug aus der labelinfo inspiriert zu einem vorfreudigen hoffnungsmarathon: "false spring", the album opener, is propelled by heavy guitar rhythms that roll like waves against a levee until they finally burst through to unleash a flood of ferocious, acid-drenched, solo passages." außerdem soll man mit einigen flotten pianopassagen, mit einspielern auf der akustikgitarre rechnen dürfen sowie neuerlichen psychedelischen elementen. bei der bio- und discographischen zusammenfassung des wehens und werdens der band darf man außerdem die zusammenarbeit mit den psych-rockern von pontiak nicht vergessen, aus der die split lp "kale" hervorging. daraus das unten aufgeführte john cale cover.
hier noch der konzertbericht zu arbouretums besuch im orangehouse, november 07 wars.
arbouretum - another hiding place (live, nov. 08, baltimore)
arbouretum - false spring (live, nov. 08, baltimore)
arbouretum - flood of floods (live, nov. 08, baltimore)
arbouretum - buffalo ballet

neue töne (499): swan lake

an das erste album dieser supergroup habe ich noch gute erinnerungen. "beast moans" erschien ende 2006 und war ein kleiner bastard aus redundanzen und einem nicht immer leicht zugänglichen zusammenspiel der beteiligten. wobei die schimmerigen melodien und die guten ideen nie zu überhören waren. nun, "their second album Enemy Mine reflects a more stripped-down, more deliberate approach to collaboration. It's as if they really tried to just make nice songs together." verspricht einiges.
und wen haben wir da am start? mit daniel bejar sicher einen der umtriebigsten und fleißigsten musiker dieser tage. ob mit destroyer, hello, blues roses oder the new pornographers, enttäuscht hat er nur selten. dann wäre da spencer krug, den man mit sunset rubdown und wolf parade in verbindung bringen muss. und abschließend noch einen wie den carey mercer, der u.a. frog eyes mit befeuert hat sowie blackout beach. "enimy mine" erscheint am 24.03. auf jagjaguwar. es wird neun tracks enthalten und wurde in victoria, british columbia, aufgenommen.
Swan Lake - All Fires
Swan Lake - The Freedom

Freitag, Januar 09, 2009

neue töne (498): kingsbury

hat hier jemand auf halbem wege halt gemacht? nee, die band heißt tatsächlich nur kingsbury und hat kein 'manx' als zusatz. drei männer und eine frau versuchen sich im stillstand üben. das klavier fördert zögerlich melodien zutage, einige fragile gitarrentöne durchschneiden das bild und der rhythmus wird sacht via synthesizer angeschlagen. die stimmungen, die so erzeugt werden, sind so einnehmend, dass ich, egal welchen song ich wähle, versucht bin, auf die repeat taste zu drücken. atmosphärisch dicht, dynamisch, wirkungsvoll anschwellend, abebbend und und immer wieder neu fahrt aufnehmend. stilistisch muss man kingsbury sicher im postrock verorten, aber auch beim ambient ein schnittchen abschneiden.
die band aus orlando trat bereits mit stellastar*, woven, matt pond pa, french kicks, chuck prophet und vielen anderen auf. darüber hinaus haben sie einige tonträger bespielt und sind in ihren breitengraden bei weitem keine fremden mehr. vielleicht ändert sich dies hierzulande auch etwas. so brachte die band am anfang ihrer karriere zwei eps als selfrelease heraus: "this place is coming down" and "the open sea." darauf folgte das debut full-length album"the great compromise", welches 2007 von post records veröffentlicht wurde. mit "lie to me" liegt nun die nachfolger ep vor, die als digitally only release über die webseite zu erwerben ist.
Kingsbury - Ocarina Mountaintop (from: lie to me)
Kingsbury - Back in the Orange Grove (from: lie to me)
Kingsbury - Lie To Me (from: lie to me)
Kingsbury - Corpse (from: the great compromise)
Kingsbury - Desert Inn (from: the great compromise)
Kingsbury - Oh Captain, My Captain (from: the open sea)
Kingsbury - Seeing the Path (from: the open sea)
Kingsbury - 18 Months (from: this place is coming down)
Kingsbury - In her Grace (from: this place is coming down)

Donnerstag, Januar 08, 2009

eingestreut (23): beatbeat whisper

zur verschönerung des feierabends gibt es eine kleine session des ganz wunderbaren geschwisterpaars von beatbeat whisper. flophouse session heißen die kleinen aufnahmen, an denen sich nun auch ayla und davyd beteiligten. nachfolgend die songlist und der download link. viel spaß! ach: greift flink zu, denn die verfügbarkeit ist zeitlich begrenzt.

1.) Hollow’s Cove
2.) Up the Long Tracks
3.) Mismanaged Skies
4.) Swell and Still
5.) How’s Your Dad?
6.) Old River

klick! (mp3)

noch viel mehr session findet Ihr hier. wow!

neue töne (497): jessica lea mayfield

die geschichte ist zügig erzählt. dan auerbach, einer dieser charmanten burschen von the black keys, hielt eines tages eine selbstgebrannte in der hand und war vom gehörten arg begeistert. also schrieb er dem mädel via myspace ein paar zeilen und lud sie zu sich ins studio nach akron ein. eine einladung, die jessica unvermittelt annahm. prompt begann die gemeinsame arbeit am debutalbum der jungen amerikanerin. allein am ersten tag entstanden acht lieder. später sang jessica lea mayfield gar auf dem letzten black keys album "attack and release" mit.
eine geschichte, die ich mag, weil sie von leidenschaften zeugt, weil sie mutige zusammenführt und glück aus kleinen steinritzen hervor spriessen lässt. doch so unverhofft klopfte das glück nicht an jessicas tür. schließlich kommt sie aus einem musikbegeisterten haushalt. einen großteil ihrer kindheit verbrachte denn jessica auch mit der familie im tourbus und auf konzertbühnen. mit elf greift sie zur gitarre, schreibt erste eigene songs. dave grohl wird zwischenzeitlich zum helden, in einer bar in kent verdient sie später die ersten selbst erspielten brötchen. der rest der geschichte ist bekannt.
"with blasphemy so heartfelt" erschien bereits im letzten jahr auf polymer (als nachfolger auf die "white lies" ep), nun ist der deutschland release für den 30.01.09 angesetzt. munich records/indigo zeichnen verantwortlich. auf ihren zwölf tracks lotet mayfield eine breite gefühls- und stilpalette aus. die manchmal rauchige, immer zielstrebig klingende stimme unterhält firnisbedeckte songs. nie wirklich hell, nie wirklich dunkel. wie winterlicht, wenn es am nachmittag zuzieht. da guckt sie auf fotos immer so neckisch, doch hinter den glitzernden augen steckt eine dicke portion lebensweisheit und der mut solch ungebundener geschöpfe. marc riley spielt übrigens regelmäßig einen song von diesem album. welchen? wird nicht verraten. wie immer: selber hören!
neben auerbach unterstützten mayfield david mayfield - upright bass, bob cesare - drums, joe kwon - cello on track 2 und scott mcmicken & frank mcelroy - vocal harmonies on track 5. die unten aufgeführten soundbeispiele entstammen allesamt einer have you heard session. ab 15. januar tourt jessica mit den avett brothers bzw. den annuals, leider vorerst nur in den staaten.
Jessica Lea Mayfield - For Today
Jessica Lea Mayfield - Hold You Close
Jessica Lea Mayfield - Kiss Me Again
Jessica Lea Mayfield - We’ve Never Lied
Jessica Lea Mayfield - Willing To Give

Mittwoch, Januar 07, 2009

ein (p)fund mp3 (162)

ein paar reminiszenzen an die achtziger gefällig? auf folgende seite gilt es Euch zu verweisen, die Euch mit auf eine reise in die vergangenheit nimmt und eine menge gelungener coverversionen bereithält. ich 'zitiere' einige hier, den rest grabbelt Euch doch selbst.
Amiina - Souvenir (OMD cover)
Good Books - Only You (Yazoo cover)
Division Day - Ghosts (Japan cover)
The Botticellis - Here I Go Again (Whitesnake cover)
We Have Band - West End Girls (Pet Shop Boys cover)
eine ode an den designierten präsidenten:
hinweise auf zwei neue alben auf camera obscura records, "The Jonah" kommt, erscheinungstermin noch unbekannt:
und hier heißt das album "Hidden Minutes", erscheint am 24.02.:
letzte releases auf wee pop! und aussicht auf einen sampler, der mit einigen neu gesignten bands aufwartet:
schwere geschütze führt cloudberry records mittlerweile auf, denn sie unterhalten auch einen blog, der für jeden halbwegs pop interessierten dringliche anlaufstelle sein sollte, ein paar audioausschnitte daraus mit dem verweis, sich selber umzutun:
Men of Westenesse - The Coldest Water
The Kensingtons - Intercity Baby ‘94
The Ammonites - You, Me and the Sun

neko case
18.02. Berlin Roter Saalon
19.02. München Feierwerk

ray lamontagne
26. Feb. 2009 Alhmbra - SOLD OUT Paris
03. Mar. 2009 Köln Stadtgarten
04. Mar. 2009 Hamburg Uebel & Gefährlich
05. Mar. 2009 Berlin Festsaal Kreuzberg

und noch ein termin für oliver:
fleet foxes
25.02.09 - Paris, La Cigale

Dienstag, Januar 06, 2009

konzert: 10 jahre candy club, 05.01.09

vor einigen tagen hatten wir darauf hingewiesen, nun ists schon vorbei...
die diskrepanz des musikalischen angebots am gestrigen abend konnte größer nicht sein und manifestierte sich, als scott matthew im muffatcafe die letzten töne seiner zugabe anschlug. die bearbeitung von "silent nights" wurde ergänzt durch einen saftigen beat, der sich aus der muffathalle herüber stemmte. scott nahm dies mit einem humorigen auflachen wahr, wie er überhaupt außergewöhnlich gut aufgelegt schien. auch eine diskrepanz des abends. vieles zeigte sich anders, als es erwartet werden durfte.
wer auf queer setzt, bekommt quasi alles. alle geschlechter, in allen kombinationen. alle irrtümer, alle vorurteile obendrauf. entspannter als gestern abend aber können menschen kaum miteinander umgehen. und wenn man nicht wüsste, dass man sich in einer derart bunten gesellschaft befindet, man käme gar nicht auf derartige gedanken. dort, wo grenzen verschwimmen und sich lager auflösen, beginnt integration und akzeptanz. dem candy club sei dank, wird münchen an manchen orten solcherart hehrem vorsatz gerecht.
gefeiert sollte werden, ausufernd, ausgelassen, in drei location. mit neun bands und zehn dj kollektiven. hopping war angesagt und so drängelten wir uns zunächst ins muffatcafe, um der etwas müden darbietung von beisspony aus münchen zu folgen. drei mehr oder weniger unscheinbare mädels versuchten sich an experimentellem pop und blieben auf höhe 'verspielten wasauchimmers' hängen. das war alles sehr harmlos und wurde keinem vergleich mit free kitten, coco rosie oder einer hanne hukkelberg gerecht, die in ähnlicher weise, jedoch weitaus fesselnder zu arbeiten wissen. kreisen auf einem weinglas oder das mechanische zerreissen von papier machen noch kein verqueres vergnügen. dem pony, sorry, der musste sein, fehlte der biss. dass die ansätze aber gut sind, zeigt zumindest ihr myspace auftritt. setlist: intro / million sweetness / mathilda / ärzte / paper ships / evil xerox / dumping song / devil song / hermann songs / gossip / jealousy / oh boy

auf die mädels folgte dann oben bereits erwähnter scott matthew. lächelnd trat er an, fast ausgelassen spaß machend, sich immer wieder seinem sidepart, einem gitarristen zuwendend, verliebt offenbar, über beide ohren, wie es später schien, als man beide knutschend bei stereo total beobachten konnte. schön, den waidwunden knaben so aufgeräumt gesehen zu haben. seine darbietung war wieder einmal einzigartig. mit seinem falsett, seiner tröpfchenweise angeschlagenen ukulele und dem gen himmel gerichteten blick erweicht und erreicht er wohl fast jedes herz. ob "little bird" oder "in the end", immer wieder reisst matthew an den leinen, die uns so lose mit dem windigen leben verbinden, immer wieder führt er vor, wie nah wir am abgrund stehen. er ist ein meister des geronnenen glücks, der lebhaften verzweiflung und des gestockten atems. ich könnte ihm ewig zuhören. mit seinem (neuen) kompagnon gelang dazu ein stimmiges, weil wenig ausholendes, dafür untermalendes klangfundament, auf dem sich der new yorker im leiden suhlen konnte. die große tiefe, da er in einen tranceartigen zustand fällt, gelang ihm nicht. zuzuschreiben ist dies wohl seiner neuen liebe. ob die ihm wirklich gut tut?
unmittelbar auf ein konzert bzw. zwischen den auftritten der liveacts regierten die djs und deren weibliche pendants, von denen es an diesem abend eine menge gab. allerdings erwarb sich keiner von ihnen meine persönliche anerkennung, wenngleich sie die crowd zum ausgelassenen tanzen brachten. mir sind die steifen rhythmen zuwider, die stimmen zu grell und im beispiel von eve massacre der mix im bastard pop getauften style nicht gelungen genug. aber he, ich bin mit ende 30 ein alter sack im vergleich zu einem großteil der anwesenden.
der zeitplan verrutschte zusehends, da manchem künstler eine zugabe zugesprochen wurde und wir sputeten uns, um den eigentlichen grund unseres festivalbesuches keine sekunde zu verpassen: the ballet.

die erinnerung trügte, die beiden jungs und das verbliebene mädel (brooks takahashi fehlte) sahen in echt noch jünger und unbedarfter aus. auch auf der bühne bewegten sie sich fast unbeholfen und fremd. doch ihrem enthusiasmus und der liebe zu ihrer musik tat dies keinen abbruch. schon die ersten töne von "personal" würdigten sie als große könner des indiepop. lieblicher und zugleich so ernsthaft geht es kaum. den song habe ich hunderte male gehört und nun stand ich denen leibhaftig gegenüber, die ihn aus der hüfte geschossen hatte. herrlich! greg goldberg an seiner gitarre, immer ein verschmitztes lächeln auf den lippen, hielt die bande weniger auf trap denn zu verzögerungen hin. er nuckelte gern an seinem bier, unterhielt sich mit den kollegen, machte willenlose ansagen und schien irgendwie rundherum vergnügt. ich auch. craig willse befeuerte die unternehmung mit computergesteuerer rhythmik und keyboardklängen, während marina miranda den bass unauffällig bediente. beide versorgten den bandleader mit ausgiebigem rücklächeln. so stand man einer etwas selbstreferentiellen truppe gegenüber, die jedoch mit erstklassigem liedgut ausgleich schuf. "corduroy" und "dangerouse" folgten bevor das als cover angekündigte "medusa" folgte. "i hate the war", "the face of everything" und "cheating on your boyfriend" liessen keine wünsche offen. das ampere war gut gefüllt und das publikum bereitwillig. doch der funken sprang nicht über. erst als "in my head " erklang, kam merklich bewegung in die umstehenden und zum teil tanzenden. dieser song schien eine gewisse bekanntheit zu haben und wurde kräftig mitbesungen. wenn man kleine helden sieht, neigt man zur übertreibung und will die schwächen nicht sehen. doch the ballet klangen nur zum teil nach dem schönen pop, den sie auf tonträger zu zelebrieren wissen. etwas fehlte. nachdem ich heute noch einmal in "mattachine!" hineingehörte hatte, wurde ich des makels gewahr. die violine. das verbindende, sehnige streichen fehlte. so übernahm der electroclashartige rhythmus aus der box die führung und dominierte das soundbild. natürlich blieben die melodien und das feine organ gregs, aber der zauber war zerstoben. im gespräch erklärte der sänger versöhnlich, dass das neue album bald fertig sei. außerdem betonte er, dass es widerum ein selfrelease werde, was absicht und wille der band ist. "great expectations" gab es als zu- oder dreingabe, ein track, den man bereits kannte und der als appetizer für das kommende werk dient. sehr schön, etwas ruhiger und dennoch farbig und voller glanz. ich wünsche mir die band wieder zu viert und voller pop und voller melodie. sympathisch sind sie sowieso.
dass wir später noch kurz stereo total sahen - und mehr oder weniger reiss aus nahmen vor einer trashigen veranstaltung, die wohl nur eingeweihte verstehen, wenn françoise cactus trötet und brezel göring in die saiten oder tasten schlägt - wird mancher verstehen und andere nicht.

genauso wie die tatsache, dass electro in der szene, die eigentlich keine ist, furchtbar angesagt ist. dass daneben aber bands wie the ballet und ein scott matthew wunderbar funktionieren. dass ich geplättet war, als ich gegen 3 uhr ins bett hupfte. dass ich meinen lieben begeleitern danken möchte. und den machern des festivals. und the ballet.

neue töne (496): the sky drops

was uns auch immer vom himmel da entgegen dröppelt, es ist gut gemeint von rob montejo und monika bullette. über die beiden ist schon eine ganze menge im netz geschrieben worden. die kombi aus mann und weib und gar aus schlagzeugerin und gitarrist ist auch nichts wirklich neues. daher galt meine konzentration eher auf das bereits längere zeit angekündigt "bourgeois beat", das nun aber doch erst in 2009 erscheinen wird, da sich rob eine zeitlang nicht in der lage sah gitarre zu spielen und sich somit die aufnahmen für das full length debut verzögerten. versprochen bleibt es aber.
die beiden kommen aus wilmington, delaware und haben sich mit intensivem touren einen namen gemacht. wobei man sagen muss, dass vor allem rob montejo in der "szene" kein fremder ist. mit seiner band smashing orange, die es immerhin auf vier alben gebracht hatte, spielte er mehr als erbaulichen shoegazer, ganz im sinne von swervedriver, lush und co. monika dagegen spielte bei nero und licorice roots und brachte in 2005 ein soloalbum heraus.
zusammen betraten sie nicht nur amerikanische bühnen, sondern beehrten vorzugsweisen auch den uk, wobei auftritte mit cold war kids, spindrift und suburban kids with biblical name auf dem programm standen.
unter den gabenbaum konnte man sich bisher die fünf track ep "clouds of people" legen. daneben gab es einen download onyl single release. beides stellen sie mittlerweile auf ihrer page zur verfügung, vermutlich um die gemüter anzuheizen. im falle von mir gelingt es mit diesen frischen shoegaze-liebäugelnden popmomenten.
The Sky Drops - You Don't Crawl
The Sky Drops - The Go Go Go
The Sky Drops - Hang On
The Sky Drops - Sentimental
The Sky Drops - Million

Montag, Januar 05, 2009

neue töne (495): broke down turntable

schön schön, svc bleibt am ball und veröffentlicht weiter höchstkonzentriert feine alben. mike seed ist uns ja als soloartist bekannt, nun tritt er mit zwei kompagnons an, nämlich den beiden potts elizabeth und simon pott, das ganze dann unter broke down turntable. fein fein. mit schräglage und akustikgitarre, mit fabelhafter rhythmik und einschlüssen der mutigen art. macht munter, ohne dass man an einer gelben brause nuckeln muss. das debutalbum "ask a policeman" gibt es über die svc webseite, deren gründer im übrigen die beiden potts sind.
aus berufenem, nämlich dem eigenen munde heißt es: "Welcome, scruffy lo-fi psych pop kids of all ages! We are Broke Down Turntable and we like our Indie made out of pipe cleaners and empty washing up liquid bottles - cheap, cheerful, and resourceful out of necessity. Oh yes, and a little bit weird out of choice."
Broke Down Turntable - Me Versus The King
Broke Down Turntable - Let It In

Broke Down Turntable - Clean White Sheets

in fester hand (16): swell

wie sehen meine/deine lieblingsplatten aus? warum mag ich/warum magst du sie so sehr? warum geb ich/warum gibst du sie nicht mehr her? in fester hand. weil ich/weil du sie hochheben, hochleben lassen möchte/möchtest. weil ich/weil du sie nicht mehr hergebe/hergibst. in fester hand. in loser reihenfolge stellen freunde und bekannte hier ihre liebsten alben vor, in fester hand und mit ein paar worten. und geben preis, an und ab. ich füge meine mit ein.

heute: spiral-stairs aus euskirchen (vol. 1, vol. 2):


Swell - 41
(American Recordings, 1994)

Bands geraten manchmal in Vergessenheit. Swell aus San Franscisco gehören zu diesen Bands.
Jahrelang habe ich ihre Musik, seinerzeit Neo-Folk genannt, nicht mehr gehört, bis vor kurzem eine Konzertankündigung - “ach, die gibt es noch und die spielen in der Stadt” - die Dinge veränderte.
„41“, das dritte Album der Band in der damaligen Besetzung David Freel (Gesang, Gitarre), Sean Kirkpatrick (Drums) und Monte Vallier (Bass) war 1994 eines meiner Lieblinge. Wie und unter welchen Umständen ich Swell entdeckt habe, ich weiß es nicht mehr. Erinnern kann ich mich noch vage an ein Konzert im Gleis 22 und an einen Swell Support vor den Lemonheads in Essen. Mehr ist nicht, mehr war nicht, und so verkümmerten die Swell Songs Jahr um Jahr im Regal und wurden vergessen, bis ich vor drei Wochen die alten CDs wieder hervorgekramt, entstaubt und in den CD- Abspieler gelegt habe.
Und da war es wieder, „41“, dieses Album, das mich seinerzeit erst irritierte und dann begeistert hat. Irritiert wegen der vielen Zwischentöne (Straßenlärm, Telefonklingeln, Schlüsselgeklimper) und dem 15 Minuten Gequatsche am Ende. Begeistert wegen Songs wie “Song seven”, “Is this important?”, “Forget about Jesus”.
Das Album beginnt unmusikalisch. Man hört, wie jemand auf dem Gehweg nach einem Schlüssel kramt, die Stahltür aufschließt, in ein Gebäude geht, Treppenstufen aus Holz hinaufsteigt und sich einem Raum nähert, aus dem eine Akustikgitarre tönt. Dieses eindringliche Gitarrenspiel, quasi in einer Endlosschleife vorgetragen, ist der brillante Übergang zum ersten Song des Albums: „Is this important?“ Nach wenigen Momenten setzt David Freels Stimme ein. Tief, traurig, dunkel und ähnlich markant dominant wie Mark Lanegan’s Organ. Sekunden später das scheppernde Swell-Schlagzeug. Es klingt trashig und lässt die Stücke sehr abgehalftert und kaputt erscheinen.
Swell sind nicht weich und rund wie eine Vorabendserie. Sie sind die harte Wirklichkeit, Swell Musik symbolisiert das wahre Leben.
Dabei ist die Mischung aus Akustikgitarre, E-Gitarre und Bass und rauem Schlagzeug typisch. Der Sound definiert sich dabei irgendwo zwischen Grant Lee Buffalo und Joy Division.
„Song Seven“ und „Kinda stoned“, die Lieder Nr. 2 und 3, schließen sich nahtlos an. Mittlerweile wird das Swell-Schema deutlich. Ein ruhiger Beginn mit der Akustikgitarre, dann setzen nacheinander Gesang, Schlagzeug und E-Gitarre ein. Der Song hat nun seine volle Ausbreitung erhalten. Zum Finale hin verschwinden alle Instrumente wieder und die Akustikgitarre lässt das Stück auslaufen.
Bevor „Don’t give“ startet, hört man ein Telefon klingeln, dass anschließend im aufkommenden Gitarrenspiel untergeht. Wie oft hat mich dieses Geräusch in Richtung Flur horchen lassen. Mehrmals bin ich diesem Sample auf den Leim gegangen. „Ahh, wer ruft denn gerade jetzt an?! Ach ne, ist ja auf der CD.“. „Don’t give“ wurde – vielleicht auch deshalb – nie mein Lieblingslied. Das waren „Song Seven“, Smile my friend” und „Forget about Jesus“. Die besten Stücke, die Swell je gemacht haben.
Das Album endet, wie es begann. Im non-Musik Track „Down the stairs out the door“ hört man, wie jemand den Musikraum verlässt, die Treppen hinuntergeht, die Schlüssel hervorholt, die Haustür des Hauses 41 Turk Street aufsperrt, sie hinter sich zuzieht und auf der Straße verschwindet.
Ein runder, sinniger Abschluss, der dem Hörer mitteilt, “es ist Feierabend, Zeit, zurück zu gehen in die Welt.” Bitte alle das Swell Refugium verlassen.
„Lyrics“, heißt der letzte Track von „41“. Und richtig, es ist kein Musikstück. Hier werden einfach von einer in der U-Bahn sitzenden Person alle Songtexte vorgelesen. Das Internet mutmaßt, diese Person sei David Freels Zahnarzt.
“41″ ist Musik zur Winterzeit ohne Sentimentalitäten.

Sonntag, Januar 04, 2009

ein (p)fund mp3 (161)

auf dem spannenden new yorker kleinlabel kanine records mit dem debut "Does You Inspire You":
chairlift - evident utensil
arbeitete u.a. mit Matthew Houck (phosphorescent), ihr neues album "white flag" erscheint im märz auf Orange Twin:
Madeline - To Hell and Back
Madeline - Sleeping Dogs
Madeline - I Do What I'm Told
Madeline - Home to Me
Madeline - Against the World and Losing the Battle
kommen mit neuem album auf tour (siehe unten):
woodpigeon - love in the time of hopscotch
woodpigeon - oberkampf
"who killed amanda palmer?", wurde die frage eigentlich schon beantwortet?:
Amanda Palmer - Astronaut
"holiday" kommt:
Alaska in Winter - Berlin
ihr aktuelles album "I Worked on the Ships" fiel mir erst vor ein paar tagen in die hände, ist aber schon eine weile draussen und sehr kurzweilig:
ballboy - i hate scotland
ballboy - swim for health
ballboy - i need two hearts
ein zeichen für freiheit und unabhängigkeit auf stereo test kit records, neue download single:
the social services - seven dwarves
und aus anlass unten stehender tourdaten und weil gleichem label angehörend und weil wir die musik auch mögen, ja nun denn:
we are soldiers we have guns - november

emily jane white
27.02. Duisburg – Steinbruch
28.02. Wredenhagen - Scheune
01.03. Hamburg – Grüner Jäger
02.03. Münster - Pumpenhaus
03.03. München - Orangehouse
05.03. Tübingen - Sudhaus
06.03. Dortmund – Subrosa (tbc)
07.03. Virneburg (Eifel) – Das Wohnzimmer mit Galerie


woodpigeon
16 February 2009 PONT EPHEMERE Paris, France
18 February 2009 PRINZENBAR Hamburg, Germany
19 February 2009 SCHOKOLADEN Berlin, Germany


we are soldiers the have guns
12.02 Germany / Hamburg, Astra Stube
16.02 Germany / Siegen, Vortex
17.02 Germany / Hannover, Cafe Glocksee
18.02 Germany / Frankfurt, Clubkeller
21.02 Germany / Leipzig, UT Connewitz
22.02 Germany / Berlin, NBI

Samstag, Januar 03, 2009

neue töne (494): im candy club

am 05. januar feiert der candy club münchen sein zehnjähriges bestehen und damit sich als eine der queer club stationen deutschlands. dabei sein darf jeder und das motto gilt. zuletzt fanden die partys vor allem in der roten sonne statt, doch für den geburtstag zieht man in größere örtlichkeiten um. da heißt es: wir nehmen das muffatwerk ein. in drei locations spielen zehn liveacts auf, dazu zehn djs und dj- kollektive. wenn das nichts ist! mit stereo total und scott matthew sind außerdem hochkaräter dabei, die jede menge spaß und unterhaltung versprechen. ich freu mich allerdings am meisten auf the ballet aus new york. sie gehören zu den stars der ersten stunde im klienicum (im november 2006) und befeuerten zuletzt auch die hoffnungen auf einen zweitling. das vollprogramm:
- SCOTT MATTHEW (New York)
- DANCE YOURSELF To DEATH (Toronto)
- TOBIAS THOMAS (Kompakt/Cologne)
- MY ROBOT FRIEND (New York)
- PEACHES (Berlin, DJ-Set)
- CHARLI XCX (London)
- STEREO TOTAL (Berlin)
- POLLYESTER (Munich)
- DOLBY ANOL (Glasgow)
- BEISSPONY (Munich)
- DJ KAPUT (Zombocombo/Munich)
- THE BALLET (New York)
- EVE MASSACRE (Nürnberg, DJ-Set)
- PARASYTE WOMAN (Munich)
- RIOT NOT DIET DJ-TEAM (Rote Sonne/Munich)
- DJ BENNO OHNE SORGE (Volxvergnügne/Munich)
- DJ THOMAS BOHNET (Tour de France/Munich)
- DJ BOB HENDERSON (Jean Genet/London)
- DJ THOMAS LECHNER (Candy Club/Munich)

The Ballet -
I Hate the War
The Ballet - In My Head
My Robot Friend - The Fake (Remix)

neue töne (493): the night porter / carla bozulich

da brachte mich doch d. aus b. darauf, dass man mal wieder schauen könnte, was carla bozulich momentan so treibt. vor gar nicht allzu langer zeit hatte man sich zwar im klienicum mit "hello voyager" und der kollaboration bozulich/massaron beschäftigt, aber bei carla weiß man eben nie. und siehe da, ihre neue band heißt the night porter. es ist eben gar nicht so einfach, dem leben der carla bozulich zu folgen. einer frau, die mich in ihrer abschätzigen schönheit immer etwas an holly golightly erinnert. abschätzig im sinne von fuck off und dem leuchten, das sich von innen einen weg über das am leben geriebene gesicht und über das strubbelige haar hinweg sucht. im november 2007, während einer tournee, kabbeln sich carla und tara mit einem offensichtlich auf drogen befindlichen drecksack in paris. carla schaute danach aus wie nach einer übelsten kneipenschlägerei. konzerte lässt sie deshalb aber nicht ausfallen. auch ein wesenszug, außerdem die bilder von diesem ereignis preiszugeben, hier. carla zeigte sich außerdem von der bush regierung immer wieder deutlich angepisst und machte keinen hehl daraus. deshalb feierte sie dessen abwahl umso mehr. mit ihrer neuen band the night porter veröffentlichte sie zwei songs, die ihrer freude etwas ausdruck verleihen sollten (siehe unten). dass sie zuletzt außerdem kaum kohle machte, bezeugte ihr an alle fans gerichteter aufruf auf der letzten konzertreise, mächtig beim merchandising zuzuschlagen, weil es an bezingeld mangele. erschreckend, betrachtet man sich den kreativen, gewaltigen und originären output carlas.
nun, erneut werden neue wege beschritten, an ihrer seite bekannte und weniger bekannte gesichter. jessica catron kommt ursprünglich aus south dakota, spielt cello, den bass und singt bei the night porter. shahzad ismaily ist multi-instrumentalist aus pakistan, wir hörten ihn auch auf "evangelista". und schließlich ches smith aus oakland, der sich der drums, der perkussion annimmt. ebenso ein vielfältig einsetzbarer und in einer menge truppen angeheuerter bursche (xiu xiu u.a.). die kapelle hat sich als rockformation aufgestellt und macht dies - man höre in die tracks - schnell deutlich. dominant ist natürlich carlas gesang, aber darüber kotzt sich so ziemlich jeder aus, der am projekt beteiligt ist. dass sich die suppe ganz sonderbar veeinigt, um schließlich geniessbar zu sein, erwähne ich am rande, sonst wäre ich ja gar nicht erst mit the night porter bei Euch angekommen. ein album soll folgen.
the geraldine fibbers - bitter honey
the geraldine fibbers - butch
carla bozulich - times square (live, from: "i'm gonna stop killing")
carla bozulich - blue eyes crying in the rain (from: "red headed stranger")
carla bozulich - connected (unreleased)
ethyl meatplow - queenie
ethyl meatplow - flower
scarnella - dandelions
evangelista - winds of saint anne
the night porter - monkeys
the night porter - set self on fire

Freitag, Januar 02, 2009

neue töne (492): dear nora / katy davidson

schon lange habe ich kein album von dear nora aufgelegt. warum das so ist? garantiert nicht, weil ich kein verlangen danach hätte oder weil die musik so mies wäre. nee, keine zeit, einen haufen anderer scheiben, die gehört werden wollen usw., Ihr kennt den sermon. allen anderen musikaffinen dieser welt geht es genauso. allerdings handelt es sich bei dear nora schon um eine länger andauernde liebe, der ich stets sehnende blicke zuwerfe, wenn ich am plattenregal vorbei schlendere.
hinter dear nora versteckt sich vor allem katy davidson, die das einzig konstante mitglied der band ist. seit diese in 1999 startete, kreuzten immer wieder neue crewmitglieder den weg von katy und dear nora. 2001 wurde schließlich, nachdem ein paar 7" auf den markt geschmissen wurden, das debut veröffentlicht. "we'll have a time" hätte einen vorderen platz, wenn ich eine bestenliste des jahres 2001 anfertigen müsste. "you look like a portrait" und all die anderen songs greifen aufgrund lieblichkeit, verzückender naivität und niedlicher melodien umrahmt von einem dünkelfreien popkontext unvermittelt an. in 2002 folgt die "the new year ep", mit 11 tracks allerdings ein unüblich aufwändiges gerät, das zudem zu großen teilen in schlafzimmergefilden aufgenommen wurde. dear nora touren unheimlich fleißig, die besetzung wechselt genauso kontinuierlich. "mountain rock" heißt der nächste longplayer, er erscheint 2004 und ist das ergebnis einer mittlerweile auf fünf köpfe angewachsenen kapelle, die ihrem sound eine welle psychedelic zukommen lässt. während "mountain rock" dennoch eine positive ausstrahlung behält, gerät das letzte album "there is no home" zu einer eher depressiven angelegenheit. passend dazu: dear nora gibt es nicht mehr. katy hat die geschichte beendet, nachdem ihr klar wurde, dass sie sich vom ursprünglichen soundbild dear noras längst verabschiedet hatte. es wurde zeit für etwas neues. dazu später mehr. magic marker records, die sich von anfang an um dear nora bemüht haben, brachten im november eine compilation heraus, die 57 tracks der band enthält und raritäten, unveröffentlichtes und längst ausverkauftes, wie zum beispiel die ersten beiden 7", versammelt. ein glanz-, ein schmuckstück. "Three States: Rarities '97-'07" heißt das teil, zugreifen!
dear nora ist tot, es lebe dear nora. katy davidson ist nicht aus der welt, im gegenteil sie ist sehr aktiv. zum einen startet sie im duo lloyd & michael durch, wobei ihr partner der langjährige dear nora drummer marianna ritchey ist (auf states rights records haben sie im letzten jahr ein erstes album veröffentlicht), zum anderen gibt es katy davidson auch solo. unter ihrem eigenen namen also tourte sie erst vor kurzen ausgedehnt und plant baldigst frische aufnahmen. behalten wir sie im auge.
Dear Nora - My Guitar
Dear Nora - Hey Tiger
Dear Nora - Emily
Lloyd & Michael - A Real Time Here

Donnerstag, Januar 01, 2009

neue töne (491): big muddy records

das neue jahr begehen wir mal mit blitzsauberem rock 'n' roll, gemixt mit einem schuss americana und zuweilen auch einer prise punk und hillbilly. das ganze kommt aus st. louis und damit gleichzeitig auch die erinnerung an theodore auf. deren sänger justin beantwortete zuletzt einige fragen, u.a. die zur identätstiftenden funktion seiner heimatstadt st. louis. er wies dies für sich und seine truppe von sich. bei big muddy records allerdings macht man keinen hehl aus der heimatlichen verbundenheit und der bezogenheit auf tradition und das bewußtsein um die tiefe verwurzelung der stadt in die thematiken unabhängigkeit, individualität und freiheit. klar ist das dick aufgetragen. wenn sich davon aber nur ein quentchen in der musik niederschlägt, ist die halbe miete im sack. will ich meinen. und die musik, die auf diesem kleinen label präsentiert wird, hat pfeffer, lädt zum gemeinsamen auftanz ein und haut dir ein grinsen ins gesicht. manchmal brauchts nicht mehr, manchmal ist das mehr, als man sich vorstellen kann. die bands heißen 7 shot screamers oder johnny o & the jerks und hauen in die saiten, als gelte es dem teufel einen aufzuspielen. ich langeweile Euch nicht weiter mit müden worten, sondern biete die musik auf, die das label zur verfügung stellt. der rest bleibt Euch überlassen. hört, tanzt, schaltet ab. was auch immer, wie auch immer. wir sind in 2009 und das gehört gefeiert!
7 shot screamers - in st. lou
casey reid - black kisses
casey reid - oh, sweet beacon
casey reid - let us sing
the vultures - don't stop lovin' me
the vultures - drunk weekend
johnny o & the jerks - three little birds
johnny o & the jerks - mean mean miss guillotine