Dienstag, Oktober 06, 2009

neue töne (679): blunt mechanic

eine vielfach überlesene nachricht lancierte jüngst barsuk records. nämlich, dass sich mit blunt mechanic eine band ins programm aufnehmen ließ, in deren hintergrund sich ein ganz findiger bursche trollt. die rede ist von ben barnett, der u.a. unter dem moniker kind of like spitting (mit teilweise wechselnden kollegen) einiges bewegte. acht ausgewachsene tonträger nennt dieser sein eigen und eine vielzahl eps und singles. mit "world record" wird er im januar des kommendes jahres ein erstes tondokument im rahmen einer ausgewachsenen band vorstellen. in wie weit gerade der letzte aspekt zu betonen ist, wird sich noch herausstellen. denn für eine demokratische ausrichtung, wie sie in einer halbwegs funktionierenden kapelle üblich sein sollte, taugt der immer wie eine freundliche billardkugel wirkende musiker doch nicht wirklich. zu eigenbrötlerisch hat er die letzten jahre verbracht, zu gewieft ist er, was das bedienen all der instrumente und geräte anbelangt, die herhalten mussten, wenn er seine solowerke in die aufnahmegeräte kloppte. ist eigentlich bekannt, dass er eines der gründungsmitglieder von the thermals war? ich bin gespannt, was unter blunt mechanic möglich sein wird. bis dahin vergnügen wir uns mit musik von kind of like spitting (der myspace link ist übrigens derselbe, unter dem nun blunt mechanic hausieren):
kind of like spitting - passionate (2002)
kind of like spitting - share the road
kind of like spitting - tom courtenay (yo la tengo cover)
kind of like spitting - st. swithins day (b. bragg cover)

Montag, Oktober 05, 2009

ein (p)fund mp3 (224)

ein auszug aus dem dritten album der band: "they kind of shine", tapete records lässt bitten:
downpilot - flicker
für fünf bucks ab 05.10. zu haben: "scattered areas where a thousand follow in likeness", der nachfolger der band aus olympia zum letztjährigen "in case we lose what we have":
letters - grand
letters - salt lick
auf "baby don't cry" sei auch noch an dieser stelle hingewiesen, das album erschien zwar bereits im märz, aber musik wird bekanntlich nicht schlecht:
blue jungle - oh suicide
blue jungle - slap on the face
ende oktober erscheint auf latest flame records das werk "i'm here to kill", martialisch, gell:
system & station - love, etc.
system & station - patterns
sehr erfreut war ich über diese nachricht, die mir vor einigen tagen im email kasten auffiel, "things we liked to hold" erscheint am 13. 0ktober auf spidersongs records, hier noch der hinweis auf eine frühere stellungnahme:
spider - white snake (2009)
spider - midnight on the nile
die wirklich besondere nachricht ist aber, dass sie ein neues album herausbringt, fleißig war sie stets, aber die konsequente fortführung ihrer discografie war so nicht zu erwarten, am 09.11. auf fire records: "graphic as a star":
josephine foster - indelible rainbows (2008)
josephine foster - waltz of green (2008)
eine der schönsten entdeckungen der letzten jahre in sachen pop waren sie, "staggering" wird anfang des kommenden jahres (27.01.) erscheinen:
boy genius - old new england
boy genius - radio silence (2008)

Sonntag, Oktober 04, 2009

neue töne (678): the mantles

auf siltbreeze hat am 22.09. - nach der veröffentlichung zweier 7" - ein full length von the mantles das licht der welt erblickt. the mantles aus san francisco beleben zwar keine tradition, dafür führen sie aber eine weiter. insofern kann man sie nicht haftbar machen für musikalische verbrechen, die aus ihrer gegend stammen, sondern nur beglückwünschen für das aufnehmen der richtigen fäden, die ihnen in die krippe gelegt wurden. denn dass san francisco ein hort psychedelischer anwandlung ist, steht nicht zur diskussion. michael (guitar/vocs), virginia (drums), matt (bass) und drew (guitar) heißen die protagonisten, die einen so verdammt griffigen song wie "don't lie" kreiert haben. nonchalance gepaart mit sanfter giftigkeit. was will mein zunehmend in die jahre gekommenes rockerherz mehr? die gitarren stossen süffig in unbekanntes horn, die produktion hat weite und greift im buffet lustvoll nach den westernspeisen (bohnen usw., you know). man könnte gut dabei johnny wayne beim ausreiten zusehen.
aufgenommen wurde die selftitled scheibe von greg ashley. herausgekommen ist ein gemisch aus herrlichem frühsechziger pop und dem malträtierendem des endes dieses jahrzehnts. zunächst bereist die band die staaten, um das album zu promoten, wir müssen sie wohl noch etwas locken.
the mantles - don't lie

Samstag, Oktober 03, 2009

neue töne ( 677): the dying californian

"coarsegold" heißt das aktuelle album der band the dying californian, es erschien im april auf turn records. womit der chronistenpflicht schon einmal genüge getan wäre. so weit ein eintrag, der in der "(p)fund"- rubrik ein eigenes kleines plätzchen haben dürfte. manchmal aber geht es auch etwas ausführlicher, ganz nach gutdünken des autors.
so kann man sich durchaus die zeit nehmen, um die formation namentlich vorzustellen, als da wären: nate dalton, simon fabela, andrew dalton, ricardo reano, liam nelson, um alsbald festzustellen, dass die aktuellen bandfotos immer ein mitglied mehr hergeben. so addieren wir jene musiker, die die band bei liveauftritten unterstützen und hoffen, dass sich jener ominöse sechste mann darunter finden lässt: aaron schurk, jeff pinn, kate nelson, emily dalton, cathy begien, sylvan eidelman, jon lee fox, heather nelsen (die mädels haben wir natürlich bewußt in der auflistung beiehalten, um dem gleichstellungsgesetz genüge zu tun, auch wenn auf obigem foto keine madame zu sehen ist).
der stamm, das sind auf jeden fall die vier erstgenannten bandmitglieder, macht bereits seit vielen jahren gemeinsam musik, zunächst unter dem label "nuzzles", bis man sich schließlich in 2001 in the dying californian umbenannte. der sound hatte sich verändert, die ausrichtung war neu, also war es auch angebracht, dies unter einem neuen namen zu präsentieren.
nach einer ep veröffentlichte die band in 2002 mit "we are the birds that stay" ihren ersten longplayer, dem nun das zweite werk "coarsegold" folgte. enthalten ist eine musik, die man ohne zögern dem americana zugehörig erklären kann, die aber genauso deutlich countryfiziert klingt, durchsetzt von anleihen aus dem indierock ala pavement, mit bluesigen fortsätzen und dem verzehrenden sehnen des folks. dazu kommt, dass der gesang stets harmonisch instrumentale löcher stopft. und dies sei im wohlmeinensten aller sinne ausgesprochen.
the dying californian - blurred just the same (from "coarsegold")
the dying californian - the martyrdom of perpetua (from "coarsegold")
the dying californian - prairie fire (from "we are the birds that stay")
the dying californian - scene of the crime (from "we are the birds that stay")

in eigener sache (36)

mit "in eigener sache" übertiteln auch die blogger von white tapes ihre rubrik, in der - wie der name schon sagt - ureigenste probleme, aufmerksamkeiten und mehr oder weniger musik begleiterscheinungen ihren platz finden. naja, zumindest insoweit abseitiges, als dass es dem alltäglichen normalen musikangebot entgegensteht. womit wir schon beim thema wären. eine abmahnung echauffierte das weite runde, andere schreiberlinge schritten zur solidarität und unterstützten die aufgebrachten. zurecht. denn die abmahnung war in ihrer form nicht untermauert und wohl einem übereifrigen anwalt zu verdanken. somit steht einer weiteren zusammenarbeit zwischen dem betroffenen blog und der augenscheinlich involvierten major company nichts im wege.
die diskussion drum herum war dennoch spannend zu verfolgen, weil sie einige wesentliche fragen des "musik-bloggertums" aufwarf. so konnte gelesen werden, dass einige kollegen angaben, dass sie aus reiner liebe zur musik schreiben würden, und dass außerdem die musikindustrie und die künstler dankbar sein sollten für das, was man für sie leisten würde.
für außenstehende sei an dieser stelle bemerkt, dass es recht flott vonstatten gehen kann, dass einem blog informationen, musik in form von promoscheiben oder mp3-files, dazugehörige waschzettel etc. zugetragen werden. gleichzeitig erwerben die musikaffinicados häufig akkreditierungen für konzerte, festivals, events aller art.
der wille, der dahinter steht, ist selbstverständlich, dass sich der verschenkende beiträge, notizen und möglichst positive bewertungen verspricht. andererseits kommt der blogger nicht umhin, sich als begütert zu betrachten. solange nun gegenseitiges einverständnis besteht und sich sowohl der schreibende mit dem dargebrachten gut verständigen und sich der gebende im resultat wiedererkennen kann, ist alles in bester ordnung. nur ist der druck, der auf beiden seiten be- bzw. im laufe der zeit entsteht, nicht zu unterschätzen.
werbung und offensives marketing müssen einen nachweisbaren erfolg erzielen. nachlässiges rezensieren wird irgendwann durch nichtbeachtung bestraft. so müssen beide seiten einen irgendwie gewichteten balanceakt eingehen, um einander freund zu sein, aber um genauso herr der dinge zu bleiben.
wer sich davon unabhängig zeigt und ausdrücklich auf seine fahnen schreibt, nur aus liebe am werk zu sein, dem sieht man das auch an. diese blogs sind von vielem, was derzeit laut durch gazetten, webzines usw. tönt, unbeeindruckt. ihre kritik ist gnadenloser, ihre liebe ausdrücklicher, ihre schwerter sind geschliffener und die standarte gegen jene ausgerichtet, die zum munde schreiben. denn die müssen abarbeiten und ungemein fleißig sind, um den vielen anfragen gerecht zu werden. und so zwängen sich auf immer moderner wirkende blogseiten, die vielmehr magazincharakter tragen, die immer wieder gleichen cover, themen und beiträge. unverwechselbarkeit geht verloren, ein unterscheidbares image haben viele eh nicht mehr. zudem drischt werbung auf den konsumenten ein, hinweise auf shops und verlinkungen, die wenig verdeckt auf verkaufsportale führen. kommerzialisierung unter dem deckmantel von uneingeschränkter zuneigung zum gegenstand musik und reiner nächstenliebe am künstler? irgendetwas stimmt an dieser formel nicht. und vielleicht sollte mancher seitenfüller gründlich darüber nachdenken, ob seiner niederen gedanken- und vielmehr wertvollen gefühlsarbeit wirklich dankbarkeit seitens der künstler entgegengebracht werden sollte. eher doch wohl anders herum, oder? deshalb schreibe ich. ansonsten: quo vadis (musik-) bloglandschaft?

Freitag, Oktober 02, 2009

glotzt nicht so romantisch (65): samara lubelski

die rubrik enthebt sich ihrer selbst, indem hier immer wieder aufnahmen erscheinen, die künstlerisch kaum einen wert darstellen. widerum aber heruntergebrochen werden auf das, wofür dieser blog steht: gute musik. sie steht ebenfalls dafür: samara lubelskis neues album "future slip" sollte teil einer plattensammlung sein. warum? hört und seht selbst, lubelski spielte am 23.09. auf, im 941 theatre in philadelphia und tat sich mit frischem material hervor:



ein (p)fund mp3 (223)

na, hier hatten wir sie bereits im visier, das kazynskian street ensemble aus santa cruz, die neue scheibe "under the starling host" erscheint am 10. oktober, kann über ihre webseite bestellt werden, zudem wurde ihre internetpräsenz reformiert:
Blackbird Raum - Valkyrie Horsewhip Reel
Blackbird Raum - California Fetid Adders Tongue
Blackbird Raum - Woodwose
einen ersten höreindruck gibt es nun auf die neue ep "night bats", erscheinungstermin ist der 10.11., natürlich auf hush records:
loch lomond - wax and wire
und wenn wir schon bei diesem label sind, erinnern wir gern an den kommenden release: "a cave, a cannoe" kommt am 07. oktober unter die menschen:
shelley short - a cave
shelley short - mockingbird
"umbrella weather" verspricht uns der album titel, veröffentlicht wurde das werk am 29.09. auf garden gate records, lustiger bandname, guter track:
laminated cat - aquamarine
eine spannende veröffentlichung steht für den 13. oktober an, da die ep "civic virtues" erscheinen wird, die in charlottetown stationierte und seit 2005 gemeinsam agierende band hat ein spielerisches popfund zu bieten:
milks and rectangles - slander debunked
das zweite album wurde heiß erwartet, der sechser aus sheffield setzt auf die bereits bekannten zutaten: die gute alte tante indiepop mit hymnen ohne fanfare:
smokers die younger - sample sample sample
frischer release aus schweden, das duo mathias näslund und martin nordvall (u.a. session player für the legends und club 8) spielten "balcony cigarettes" ein, schön hipper pop:
the sweet serenades - on my way
das portlander label filmguerrero wird demnächst eine werkschau herausgeben, benannt einfachst "a retrospective 1998-2008", welche das beste dieses acts hier einfangen soll:
lackthereof - the columbia
lackthereof - safety in jail
hammernachricht! es wird tatsächlich "III" erscheinen, terminiert für den 20.10.:
espers - caroline
hammerhammerhammer-extra: ebenfalls am 20. oktober soll "yo gabba gabba! music is awesome" herauskommen, mit dabei:
of montreal - brush brush brush

Donnerstag, Oktober 01, 2009

eingestreut (60): polite sleeper

spontan dingens. "lake effect" heißt der aktuelle output auf sabotage records. beim rumzetteln im netz vor die füsse gefallen. polite sleeper heißt die dazugehörige band. ich habe mich spontan verliebt. diese galante popnote, die sich freiwillig nicht buttern lässt. sphärische distanz haltend, spielerisch ungehalten am new wave geschrammt, orientiert an der rumpelkammer schönheit. und die stimme, he! woher kommen die drei? na klar, aus brooklyn. aufgenommen haben sie den nachfolger zum vorjährigen "seens" in der seaside lounge bei aaron prellwitz (Ihr wisst schon, der u.a. auch für death cab for cutie, john vanderslice und erase errata verantwortlich war). erarbeitet haben sie sich die chose während langer tourneen in den staaten und auf dem alten kontinent. dahin kehren sie auch wieder zurück, siehe unten. hingehen, das lohnt! die marke, die sie gern hinterlassen, heißt diy und gehört respektiert. denn so weit unabhängig wie möglich, agiert das auf akustik ausgelegte trio ohne label, company etc., bis zuletzt wenigstens, denn dem neuen output wird schon etwas unter die arme gegriffen. auch das ist gut so.
polite sleeper - three easy steps (2009)
polite sleeper - into loud talkers (2008)
polite sleeper - gin & duct tape (2008)
polite sleeper - lafayette (2007)

08. Okt. 2009 20:00 FZW Dortmund, Germany
09. Okt. 2009 20:00 Institut für Vergleichende Irrelevanz (IvI) Frankfurt, Germany
10. Okt. 2009 20:00 Liwi (w/ Lovvers) Leipzig, Germany
11. Okt. 2009 20:00 NBI Berlin, Germany
13. Okt. 2009 20:00 Alte Mälzerei Regensburg, Germany
14. Okt. 2009 20:00 Cafe Kopfeck Munich, Germany
19. Okt. 2009 20:00 Le Rigoletto Paris, France
22. Okt. 2009 20:00 KTS Freiburg, Germany
23. Okt. 2009 20:00 Sparte 4 Saarbrücken, Germany
24. Okt. 2009 20:00 G18 Bremen, Germany
25. Okt. 2009 20:00 Hafenklang (w/ Teenage Cool Kids) Hamburg, Germany

Mittwoch, September 30, 2009

eingestreut (59): daniel johnston

da greift er doch noch mal an, ja? wer weiß denn, wie es wirklich um ihn steht? gesünder sieht er aus. meine ich. was ihm zuletzt durch den schädel gegangen sein mag, kann man nun nachhören. ab 06. oktober jedenfalls, da sein neues album erscheint. das wie vielte? mehr als dreißig sagen die einen. ich hab keine ahnung, die überlegten. "is and always was", seine kooperation mit jason falkner, kommt wie stets über das daniel johnston eigene eternal yip eye music label heraus, unterstützt von high wire music. elf tracks umfassend. ende des jahres treibt sich der kerl im uk herum, aber ich denke, wir dürfen auf das frühjahr des nächsten jahres hoffen.
Daniel Johnston - Freedom

ein (p)fund mp3 (222)

"mylow" heißt das zukünftige neuwerk, welches im februar des kommenden jahres auf red river reocrds erscheinen wird, reinhören können wir in das album des brooklyners bereits jetzt:
chip robinson - beesting
auf lightningheart records erscheint aktuell die 3" ep "patterns we left" und ist zudem streng limitiert, zugreifen, wer auf frauenpower als kopf einer liverpooler band steht:
puzzle - same old problems
das neue album wird "accident book" heißen, natürlich auf glitterhouse erscheinen (und zwar am 21.11.) und neun neue songs enthalten, nachfolgend ein älterer track:
savoy grand - empty roads
vielleicht kommt ihm nun mehr aufmerksamkeit zuteil, bereits 2003 erschien "memoryhouse" auf late junction, nun ein rerelease auf fat cat ende oktober, soundbeispiele:
max richter - the twins
max richter - november
"xenophanes" heißt sein neuester auswurf, der auf rodriguez lopez productions am 10. november herauskommt:
omar rodriguez lopez - mundo de ciegos
ebenfalls einen rerelease erfährt "alpinisms", es wird dann allerdings ergänzt um eine zweite cd, die remixe und alternative takes enthalten wird, von dieser scheibe ein erster demosong via pitchfork:
school of seven bells – iamundernodisguise (alternate version)
"love is not pop" heißt irrtümlicherweise ihr neues album, erscheint am 20. oktober:
el perro del mar - change of heart
irgendwann hatte ich sie aus den augen verloren, ein unding eigentlich, nun steht sie mit "magic neighbor" wieder vor der tür, auf young god records:
lisa germano - snow
endlich ein neues album!, anfang des nächsten jahres auf raven marching band records bzw. bella union: "july flame":
laura veirs - july flame (teaser)
laura veirs - wildwood flower (2008)
laura veirs - magnetized (2006)

megafaun
Fri 13 Nov PARIS POINT EPHEMERE w/AKRON/FAMILY
Wed 25 Nov DRESDEN BEATPOL w/Dodos
Sun 29 Nov KÖLN STUDIO w/ Dodos


cracker
12.10. Münster – Gleis 22
13.10. Freiburg – Swamp
14.10. Weinheim – Café Central
15.10. Köln – MTC
16.10. Halle – Objekt 5
17.10. Reitwein – Heiratsmarkt
18.10. Hamburg - Knust

Dienstag, September 29, 2009

neue töne (676): finn riggins

früher oder später musste es so kommen. die seelische und musikalische verwandtschaft der drei absolventen der university of idaho kulminierte in der band finn riggins. die rede ist von cameron bouiss, eric gilbert und lisa simpson. das trio startete seine karriere in 2000, als man gemeinsam zu musizieren begann. in 2006 warfen die drei sogar ihre dayjobs hin, um nur noch für finn riggins da zu sein. dies äußerte sich vor allem in fleißigem touren. 2007 erschien "a soldier, a saint, an ocean explorer", das erste werk auf tender loving empire. schon spielten sie 2008 mehr als 200 konzerte. so machten sie sich nicht nur einen namen, sondern sorgten in besonderem maße dafür, dass idaho wieder einen stellenwert in der independent szene erhielt. denn wirklich repräsentativ ist die area rundherum nicht. mittlerweile steht das vierte full length ins haus, das dritte auf tender loving empire, es heißt "vs. wilderness" (13.10.) and "is a compositionally complex, dirty, extra-hooky gem of an album.", wie sich das label äußert. es ist eine berechtigte frage, ob man viel mehr freude je transportiert hat hören dürfen oder wird hören dürfen können. ein ist-zustand, an dem man sich festsaugen kann. hier kommt die volle breite popsensibilität und trifft auf die killer tough und cool. der verliebte gesang und die klare gitarre, die konzentriert jubiliert. verrückt.
finn riggins - dali
finn riggins - wake (keep this town alive)

Montag, September 28, 2009

konzert: j. tillman, 26.09.09

der abend vor der wahl. eine wahl im superwahljahr. ein abend in münchen während des super oktoberfestes. die straßen gefüllt, die menschen, nun ja, auch. ein reges, und will man es positiv betrachten, munteres treiben. nett, was sich da tut in der bayerischen hauptstadt. blah blah blah. dass es später auch etwas sarkastisch von der bühne tönt, ist kein wunder. ich meine, dass menschenaufläufe wie die wiesn überholt sind. gemeinsame trauerarbeit wäre angesichts dessen, was die erdbevölkerung seit ihres bestehens angestellt hat, angemessener. dafür hat man aber die bänkelsänger, die die ausladenen feste meiden und ihre eindringlichkeit an düsteren orten an jene übergeben, die es meist eh schon wissen. so klönt man in übersichtlicher runde im orangehouse, auf dem feierwerk gelände, abseits des irren tuns auf der theresienwiese. man hatte schließlich die wahl.

j. tillman ist ein überraschend großer kerl, die haare und der bart ungestutzt, ein freundliches wesen dennoch. vor allem gefiel mir, wie er 'seinem bassisten' bei dessen soloshow vor dem eigentlichen konzert aufmerksam folgte, engagiert applaudierte, eben honorierte, was dieser zum besten gab. die klampfe entschlossen gepackt, empfahl sich also zach tillman, seines zeichens - die auflösung folgt nun - bruder des fleet foxes drummers und vorstand der vier menschen, die j. tillman auf seiner europatour begleiten. der gesang eindringlich, die harmonien zu feinen fadenläufen aufgedröselt, hemmungslos laut zuweilen, bissig, wie gezwungen. zeitweise waren seine bilder redundant, seine ausläufer uneinholbar, aber das ehrliche angebot im vortrag überwog und des publikums dank ward redlich verdient (das saß mal wieder vermehrt, so dass ein nachrücken unmöglich war, eine unsitte, die sich durchzusetzen droht.)
ungeduldige forderten bald den auftritt des hauptacts ein. der ließ sich nicht lumpen und dafür gleich vom stapel. die erste halbe stunde der vier mannen von pearly gate music, so die band um zach t., plus ihres "neuen" vorstands war geprägt von ruhigerem liedgut, insbesondere enthoben des mittlerweile zum vorgängeralbum mutierten "vacilando territory blues". denn derweil gibt es den release von "year in the kingdom" zu feiern, was die band aber nicht anhielt, ausreichend tonträger mit sich zu führen. eine schande. so ging man in dieser hinsicht am samstag abend leer aus. dafür aber hatten die fünfe spiellaune, hymnische kraft und zuweilen auch die power einer saftigen bluesrockkapelle mitgebracht. die verantwortung trugen neben den tillman brüdern colin walberg an der e-gitarre, ein junger blonder mann, der sich nicht hätte mehr abseits aufhalten können, aber gleichzeitig wesentlicher bestandteil des musikalischen bildes war, drummer jason merculief, der zwar stolz oberarme herzeigte, die für ein metallica- vollgaskonzert locker ausreichen würden, aber hier gefordert war, mit kleinem waschbrett, glöckchen und bedachtem schlag umzugehen (die dampf- und ausholphasen waren wohl die reine erholung für diesen burschen) und außerdem an der wie selbst gebastelt scheinenden pedal steel bill patton, ein vierschrötiger, liebenswert dreinblickender mensch, der so wunderbare ornamentierungen in den raum warf, dass man ihm hätte immer wieder spontan danken wollen.
die muster der livedarbietungen vieler songs ähnelten sich. zunächst ein sachter einstieg mittels akustischer, josh tillmans betörender gesang, dem das feierliche nie abhanden kommt, um alsbald im vollen ornat der band aufzugehen, abzuheben, manchmal auch zu verglühen. das ist poesie. vielfacher schauer, der einen rückwärtig bedrängt.

oliver vom konzerttagebuch hat mich gefragt, welches album der letzten beiden mir besser gefiele. ich bin bisher eine antwort schuldig geblieben. "year in the kingdom" ist bei aller kargheit ein anrührendes etwas. es ist ein anrufen, an dem man sich beteiligt fühlt, als würde man einen beichtenden belauschen. fast ist mir das zuhören unangenehm. "crosswinds" wird mittels verstiegener, windiger flöte und quietschgeräuschen auf der snare eingeleitet. leider fehlt die dulcimer, die so unmittelbar folkloristischen glanz verleitet. josh singt. andächtig das rund. oder der song "though i have wronged you", da die stimme brüchig zu sterben droht, hier fällt das songgerüst in monotones klatschen bzw. trommeln hin über. eine wegbewegung. von der meditation in die hypnose. "vacilando territory blues" führt die belebteren titel und doch werden sie live wieder zu fragilen momenten aufbereitet. das depressive anstossen der gitarre in "firstborn", das verwitterte stimmeheben in "no occasion", der matte glanz von "vessels". wäre nicht beispielsweise ein "new imperial grand blues" durchs rund geweht, hätte man die gedankliche schwere auch nicht mehr aus meinen gliedern bekommen. doch die band kann rocken und bewies dies ab der hälfte des konzerts mit ausladener geste. oliver, entschieden habe ich immer noch nicht. ich mag beide alben wohl gleich gern. ich mag das, was j. tillman macht. und kann ihm nur zu dieser begleittruppe gratulieren. tolle jungs. (in der bude war zum verzweifeln schlechtes licht, dementsprechend die billigen bilder...)

j. tillman - steel on steel (from "vacilando territory blues")
j. tillman - james blues (from "vacilando territory blues")
j. tillman - earthly bodies (from: "year in the kingdom")

Sonntag, September 27, 2009

neue töne (675): boy gorilla records

die x-te version von irgendwas. dennoch das laute ausrufen des vermeintlich neuen. ein belastendes spiel. und ein ewiges hin und her.
ich wäre immer gern schwer atmend angesichts des wirklich befriedigenden. des zugleich irre aktuellen und obendrein spannenden. wer das regelmäßig präsentieren will, muss erstaunlich fleißig sein. da reicht es nicht, auf emails zu warten, waschzettel abzuschreiben und die flut an promo cds durchzuskippen. ans niveau gebunden will ich sein. 'solange es deins ist.', meint einer. solange ich will, sage ich.
mit boy gorilla records komme ich Euch gerne quer, die stile sind verworren und recht gegensätzlich, der sound rau und stramm zuweilen, die besprochenen bands allesamt aber zutiefst in freundlichkeit gebadet. liegt wohl an der umgebung. portland gibt schon seit ewigkeiten einiges her. hier ein kurzer querschnitt durch die labeloberfläche. grabt selbst ein bißchen tiefer.

da waren zum teil neun leute am werken. einige kamen, andere gingen, konstante blieb kyle morton, der das projekt auch einst ins leben rief; 2005 dann das erste album, seit dem hat sich an dem kommen und gehen nichts geändert, geblieben dagegen ist eine musik, die folkig, rootsig nach den sternen greifen will; keine kompromisse werden bei der wahl der akustischen instrumente gemacht, sehr homogen das ganze und mit liebe, ob als shanty vorgetragen oder in tradition des harmonischen gesangs, zuletzt gab es eine split single mit lake:
typhoon - shallows
typhoon - sea shanty I
typhoon - sea shanty

zwei gitarren und ein wackeliges drumkit genügen, weiß jeder, um ungeschlacht alarm zu machen, dass man damit auch unters messer kommen kann, geben diese drei jungs vor, einer von ihnen ist der oben bereits erwähnte kyle morton, der sich hier mit devin gallagher und dave hall schafft, so gemein klingt das gar nicht, vielmehr punkig und verbeult, aber nicht ohne charme, so dass man sich ruhig an die beiden 7" halten kann, die der dreier aus portland bisher produziert hat:
the black black black - the in
the black black black - elizaburt

in ein ähnliches rohr pusten diese beiden kollegen, travis coster (drums, vocals) und catalin vulcan (bass, vocals) lassen rein gar nichts anbrennen, wie schreibt das label gleich noch: "They play way louder than you, they thrash way harder than you, and they are way younger than you.", wobei vor allem letzteres wohl stimmt, insbesondere bei ihren livedarbietungen stellen die zwei ihre gestählte musik einem berstenden publikum vor, vielleicht auch umgekehrt, die punkattitüde jedenfalls spielt eine gewichtige rolle bei den aus vancouver bzw. washington stammenden: zwei lps stehen zu buche:
the last slice of butter - family

die aktuelle besetzung sieht so aus: danielle sullivan, dhani rosa, dylan reed, thomas himes, clayton knapp, ehemals begannen sie unter dem label family tree, schließlich einigte man sich auf diesen politisch nicht ganz korrekten bandnamen und macht in verzückender poppiger folkmusik, das ist was ganz ganz hübsches, vor allem die grullig-kugelige stimme von madame hat es mir angetan, aber es geht auch zu zweit, dazu das tanzende instrumentarium...:
eskimos & sons - no elephant
eskimos & sons - no shit

ganz frisch ist ihre single, die ende september auf den ladentisch kommt, der dreier spielt sich mit saft und voller power in die herzen seiner hörer, die portländer dröseln instrumentalorgien auf oder ab, je nach dem aus welchem blickwinkel man es betrachten möchte, entschlossen geht es dabei zu werke, ohne außer acht zu lassen, dass dem hörer eine choreographie besser zu ohren liegt als ledigliches wüstes stürmen, der single werden zwei livetracks hinzugefügt, die aussage genug sein sollten, für schmackiges musikertun, hört mal den zweiten track da unten an, riesiges kleinod der anfang zwanziger:
t.k.y.k. - tuk-yuk is klingon for hope
t.k.y.k. - surf's up shithead

Samstag, September 26, 2009

ein (p)fund mp3 (221)

"heave yer skeleton" folgt dem debutalbum "deliver this creature" und zwar geschieht dies im november, die vergleiche zielen ab auf "chan marshall steht death from above 1979 vor" und ähnliches kaliber:
mr gnome - slow slide
auf overdraft recordings erschien am 22.09. "kid moves", moderner e-rock, dargebracht von justin ford und mike steibel:
kinetic stereokids - twisted thoughts
kinetic stereokids - have a nice day
"dear furies" gibt es auf abandoned love records für lau, eine ep voll sonnig leuchtendem pop 'n' folk, zum antesten der hier:
virgin of the birds - spanish accusations
ganz schön potenz hat diese musike hier, die schweden greifen mit ihrem debut "whip 'em hard, whip 'em good" (ab 25.09., tv eye records) auch in deutschen landen an (siehe tourdaten unten):
the flare-up - all them pretty dolls
sie legen nach, fleißiges völkchen, wir hatten im juni berichtet, das neue werk heißt "the king can drink the harbour dry" und kommt anfang dezember:
The Dimes - Damrell's Fire
The Dimes - Walden and the Willow Tree
auch über ihn hatte ich vor einiger zeit positiv geschrieben, nun kam ihm die ehre einer daytrotter session zu, vermeintliche ehre muss man mittlerweile wohl auch sagen, weil doch recht inflationär das ganze:
the traditionist - make believe tree
the traditionist - from a cave
es tut sich ja nicht allzu viel bei diesen herrschaften vom kanadischen storyboard label, aber ein künstler kommt demnächst mit einem neuen werk, als vorbereitung darauf sozusagen dieser mensch und seine labelmates im bunten mp3 reigen (mehr verraten wird vorerst nicht):
bend sinister - time breaks down
bend sinister - through the broken city
spider - don't be afraid, i've just come to say goodbye...
ladyhawk - war
ladyhawk - the dugout
people for audio - black memory white whale
people for audio - and this will be our homecoming
maxime de la rochefoucauld - kudu

the flare-up
25.09.2009 Berlin - White Trash (Record-Release Party)
26.09.2009 Berlin - Magnet (+ Keith Caputo)
01.10.2009 Erfurt - Stadtgarten
02.10.2009 Aalen - Frape Club
03.10.2009 Köln - Sonic Ballroom
16.10.2009 Düsseldorf - Pretty Vacant (TV EYE Labelfest)
17.10.2009 CH-Basel - Hirscheneck
19.10.2009 Radolfzell - Bokle
28.11.2009 Berlin - Bassy (+ The Woggles / TV EYE Labelfest)


boy division
27.09. Hamburg – Motorschiff Hedi
02.10. Rostock - Zwischenbau
27.11. Hamburg – Hamburger Berg


hugo race & true spirit
28.09. Jena - Rosenkeller
30.09. A-Dornbirn - Spielboden
01.10. A-Wien - Chelsea
02.10. A-Ebensee - Kino
03.10. A-Innsbruck - Treibhaus
05.10. Waldkraiburg - Haus der Kultur
06.10. Frankfurt - Sinkkasten
07.10. Köln - Underground
08.10. Aachen - Musikbunker
09.10. Essen -Grend
10.10. Hannover - Musikzentrum
11.10. Norderstedt - Music Star
13.10. Berlin - Frannz Club
14.10. Halle - Objekt 5

Freitag, September 25, 2009

neue töne (674): julie peel

hatte ich ja versprochen. ein paar worte zu julie peel. am 22.09. erschien "near the sun", ihr erstes full length. dabei ist sie keine unbekannte, hat an diversen projekten mitgewirkt und sich auch in brooklyn, neben montreal mittlerweile wahlheimat, einen namen gemacht. erschienen ist das 12 track werk der in frankreich geborenen auf american laundromat records. dort, wo auch ihre beiträge für das the cure tribute ("just like heaven") oder jenes für die pixies ("dig for fire") oder neil young ("cinnamon girl") erschienen sind. sie muss (vielleicht gar nicht so) gern vergleiche mit aimee mann oder beth orton anhören. aber auch neil young höchstselbst ist teil der referenzadressen. ich sehe peel eher auf verlorenem posten. denn was sich um sie sammeln sollte, verfügt weder über dieses samtige organ, noch über jenen poptaumel, der sich nicht fügt, sondern diffizile noten bereit hält. zudem ist sie eine multiinstrumentalistin wie sie im buche steht, guitars, harmonica, piano, keyboards, lap steel guitar, ukulele, banjo, drums, bass, percussions usw. sind ihr eigen. daneben verfügt sie auch über talente im studio, kann das mixen und produzieren übernehmen. doch bei ihrem tollen erstling ließ sie sich unterstützen. nicht zuletzt von einer mit könnern bespickten backing band, dabei waren u.a.: cyrille catois: bass, uprightbass und cello, mixing, backing vocals sowie andreas dahlbäck an den drums, percussions und keyboards (er arbeitete schon für anna ternheim, melpo mene, nina kinert...). das mastering übernahm schließlich sean glonek (u.a. tanya donelly, they might be giants, jill sobule, matthew sweet). wer keine angst vor mitsingbaren melodien und einigen versonnenen schlenkern hat, hört hier mal rein. im player unten steht das ganze programm zur wahl.

<a href="http://juliepeel.bandcamp.com/album/near-the-sun">Living In A Movie by Julie Peel</a>

julie peel - unfold

Donnerstag, September 24, 2009

glotzt nicht so romantisch (64): bedroom sessions

die idee für bedroom session hätte von mir sein können. war aber eine von julie peel, die hier selbst auch zum einsatz kommt. ansonsten beweist die in cannes geborene musikerin bei der auswahl ihrer schlafzimmerbesuche mehr als nur geschick. denn die vorgestellten künstler sind nicht die in solchen videoaufspielen üblichen verdächtigen. die atmosphäre ist intim, aber nicht befremdend. also, wirklich was zum romantisch glotzen. seht selbst in bedroom sessions. zu julie peel wird mir demnächst sicher noch ein bißchen mehr einfallen. denn ein aktuelles album steht ins haus.





neue töne (673): a b3nson recording company

heiß! damned! wer hier nicht zugreift, hat die letzte ausfahrt verpasst, ohne vorher aufgetankt zu haben. ein jammer, hier am straßenrand festzusitzen, während alle anderen vorbeisausen. the b3nson recording company verschafft mittels einer free download compilation namens "a b3nson family affair" einblick in das hauseigene programm. und das lohnt definitiv anzuhören. ich habe Euch die besten tracks gefiltert, den rest findet Ihr hier. erlebt die wüstesten mixturen aus texmex, country, hiphop, gospel, folk, gypsy und und und. und wer noch mehr davon braucht, der findet nicht nur unter den aktuellen releases den einen oder anderen weiteren album-download-link.
The Hoborchestra - Beatrice IV
Sgt Dunbar & The Hobo Banned - Synchronized Swimming
Barons In the Attic - My Old Soul
Nursing Home Discoveries - Getting Warmer
The Boston Celtics - Street Sleepers

Mittwoch, September 23, 2009

ein (p)fund mp3 (220)

endlich das zweite album am start, nach dem selbstbetitelten 06er debut, nun "strict joy" am 29.09. auf anti:
The Swell Season – In These Arms
verwunschene musik mit schredder und vocoder, mit deftigen synthies, das kann so nur einer, ab 20.10. mit "the bqe" auf sich aufmerksam machend:
Sufjan Stevens – Movement VI—Isorhythmic Night Dance With Interchanges
ebenfalls asthmatic kitty, "texas rose, the thaw, and the beasts", wissen die interessierten längst, kam am 22.09. auf die welt:
Castanets - Worn from the Fight
er kommt demnächst in unsere städte und bringt dann hoffentlich sein neues album "year in the kingdom" mit:
J Tillman – Earthly Bodies
so etwas wie eine kleine sensation waren sie im letzten jahr in vancouver (und umgebung), ob sie ihren erfolg mit dem neuen werk "the hidden names" (auf nine mile records) wiederholen werden können (20.10.)?:
parlour steps - only mystery (acoustic)
der opener des neuen albums "know better learn faster", das am 13.10. erwartet wird, von mir und den anderen:
Thao With The Get Down Stay Down – Know Better Learn Faster
sie bescherten mir eins der konzerterlebnisse des laufenden jahres, nun mit einem instrumentalalbum "ekko" (28.09.) neuerlich auf tour:
The Real Ones - Every Dog Has His Day
wenn ein duo wie ein vierköpfiges etwas klingt..., auf hello sir records erschien am 18.08. das erste full length von adam joyce (guitar) und brennan o’brian (drums, keys):
the bronzed chorus - underpass sunrise
noch ein duo, und ich bring sie auch nur auf den plan, weil sie zu mögen sind, diesmal auf joyful noise mit "bell ord forrest", das ende oktober erscheinen wird und damit das zweite album der band aus kansas city sein wird, deren name ist einfach, aber so schön:
i love you - the colloquialism is simply "gas"
noch schnell zu einem labelmate, das album "tea tornado" erschien anfang august, zur musik der verehrten helden schreibt die record company: "Soul music for future generations of hopeless kids huffing paint in the basement...":
marmoset - peach cobbler
tapete wirbt für das neue album der dänen, es heißt "take it" und kam im august auf den markt, nun, ein frei gelassener song kann wunder bewirken:
the elephants - nothing but clues
bleiben wir labeltechnisch in hiesigen landen und kommen der bitte von staatsakt nach, auf das album "the angst and the money" aufmerksam zu machen, die händler verfügen ab 25. september darüber:
ja, panik - nevermore
noch ein mutiger tipp, mutig wegen des bandnamens, die herrschaften mussten denn auch self releasen, traute sich wohl keiner ran an das selbstbetitelte werk (03.11.):
vagina panther - dave, you are killing me
in letzter sekunde der hinweis auf das neue album "the ghost that broke in half" (13.11.) und die anstehende tour:
boy omega - dinosaur drugs
boy omega - our secret

boy omega
01.10.2009 D - Braunschweig, Cafe Riptide's Geburtstagsfest
02.10.2009 D - Leipzig, Moritzbastei
04.10.2009 D - Ulm, Cat
05.10.2009 D - Rosenheim, Asta Kneipe
06.10.2009 D - Ludwigshafen, Das Haus
07.10.2009 D - Berlin, Bang Bang Club
08.10.2009 D - Karlsruhe, Cafe Nun
09.10.2009 D - Frankfurt, Hazlewood
10.10.2009 D - Dresden, Ostpol
19.10.2009 D - Heimat, Regensburg
20.10.2009 D - Musikbunker, Aachen
21.10.2009 D - Kulturhaus 73, Hamburg


blue mountain
26.09. Dortmund – Musiktheater Piano
27.09. Reinheim - Weinhof
28.09. Berlin – Haus 13


j. tillman
23. Sep. 2009 20:00 Blue Shell Koln, Germany
24. Sep. 2009 20:00 Reeperbahn Festival Hamburg, Germany
25. Sep. 2009 20:00 Privatclub Berlin, Germany
26. Sep. 2009 20:00 Orangehouse Munich, Germany

Dienstag, September 22, 2009

neue töne (672): k records

in den nächsten tagen veranstaltet das eh schon rührige label aus olympia mächtige veröffentlichungsspiele und wir lassen uns anstecken. denn das motto lautet: "dabei sein ist alles". was widerum aber nur sinn macht, wenn man dabei auch spaß und anspruch in einklang bringen kann. auf k records konnte man sich dahingehend in der vergangenheit stets verlassen. von den ersten releases ortsansässiger kapellen bis hin zum internationalen indieact war es ein steiniger weg, der mittlerweile bereits mehr als zwanzig jahre zählt.
also, was steht an? zunächst kommt uns rose melberg mit "homemade ship" (22.09.) und damit mit ihrem mittlerweile vierten soloalbum. wem der name ein begriff ist, der wird sich gern an bands wie tiger trap und the softies erinnern, deren gründungsmitglied rose ist. zudem durfte man sie bei go sailor und gaze erleben. mittlerweile lebt frau melberg mit ihrem sohn in vancouver und hat zum neuen werk auch wieder zu k records zurück gefunden. hier präsentiert sie uns nun mit "homemade ship" ein auf gitarre und gesang reduziertes werk, das lediglich unterstützung durch larissa loyva (the choir practice, p:ano) am piano und im harmoniegesang erfährt. das ist mal wieder fast zu schön, um wahr zu sein.
rose melberg - golden gate bridge
der nächste im bunde ist der hoch verehrte karl blau, über den wir uns jüngst erst ausließen. wenngleich man keine gelegenheit ungenutzt lassen sollte, um immer wieder das großartige talent des mannes aus anacortes zu loben. seinen vielfachen auswurf ergänzt er nun um das neue full length "zebra", das am 06.10. via k records erscheinen wird. was er vor kurzem erst auf tour live veranstaltete, setzte der mutige musiker nun auch auf tonträger um: das ineinanderfädeln unterschiedlicher instrumente. ein anschaulicher, beinahe greifbarer prozess. dass es dazu schmackige texte zu allen wesentlichen themen des öffentlichen lebens gibt, weiß man eh. und liebt es, dies im vertraulichen bariton blaus zu vernehmen.
karl blau - mockingbird diet (from: "nature's got away")
karl blau - into the nada (from: "beneath waves")
und mit lake schließlich kommen wir zu einer band, die direkt aus olympia stammt, dem heimatlichen label aber erst seit kurzem verbunden ist. hat vermutlich u.a. damit zu tun, dass sich nun endlich das bunte kollektiv zu höherem berufen fühlt. denn obwohl lake mehr als zwölf alben herausgebracht haben, sind gerade drei als ernstzunehmende veröffentlichung zu werten. der musikalische reigen ist schwer zu fassen, das label zieht vergleiche von billy joel über fleetwood mac bis zu türkischer psychedelik, ist mir recht. "let's build a roof" heißt der neueste auswurf und erscheint ebenfalls am 06. oktober.
lake - don’t give up
lake - madagascar

Montag, September 21, 2009

glotzt nicht so romantisch (63): pure horsehair

garrett devoe und shahzad ismaily sind die hauptdarsteller dieser runde "glotzt nicht...". ihre semi akustische folk-blues-variante sucht ihresgleichen. kaum versteckte harmonien zirkulieren durch die per schwingung eroberten räume. garretts stimme lässt sich einbinden und fordert nur so viel platz, dass allen anderen elementen zukommt, was ihnen zusteht. dass die beiden aus brooklyn stammen, muss hier kaum noch erwähnen. denn der pulsierende moloch bringt auch solcherart musik hervor. "you can burn a corpse but you can't kill a ghost" heißt der letzte longplayer von pure horsehair. darauf enthalten eine performance, die in rouen aufgenommen wurde. erhältlich ist das teil auf adluna reocrds.





eingestreut (58): christina antipa

auf bicycle records bin ich ihr einst schon begegnet und normalerweile wäre ich schon früher auf ihr hübsches gesicht hereingefallen. aber es gab wohl damals noch etwas, was mich mehr fesselte. nun hat christina antipa aber ein neues album am start und wir sind dabei. "the royal we" heißt es und speist mit seiner folkigen klangfarbe und dem kollektiven sehnen meine leeren schläuche. das könnte für einige zeit mein vorrat sein. leichte countryeske schlenker geben dem dritten album einen fachgerechten schliff, so dass man nicht von lassen will. unterstützung erhält die junge dame aus sacramento von olie eshelman (corespondents), shenandoah davis (grand hallway), plus "a fabulous duet with mr jordan o' jordan smith". christina schreibt weiter zum album: "this music features talented guests, drum machines, pedal steel, saw and, as always, layers of sad sounding vocal harmony. from my depressing heart to yours!"
christina antipa - beautiful place

Sonntag, September 20, 2009

listenterror: beste konzerte 2009

update september

(01) bill callahan, ampere münchen ****1/2
(02) scott matthew, 59:1 münchen ****1/2
(03) kristofer ragnstam, obs beverungen ****-****1/2
(04) the ballet, ampere münchen ****
(05) scott matthew, muffatcafé münchen ****
(06) real ones, obs beverungen ****
(07) marissa nadler, obs beverungen ****
(08) liz green, südstadt münchen ****
(09) rose kemp, orangehouse münchen ****
(10) karl blau, südstadt münchen ****
(11) washington, obs beverungen ****
(12) the low anthem, atomic café ***1/2-****
(13) the miserable rich, obs beverungen ***1/2-****
(14) kristofer aström, obs beverungen ***1/2 - ****
(15) baskery, obs beverungen ***1/2 - ****
(16) get well soon, obs beverungen ***1/2 - ****
(17) chris eckman, obs beverungen ***1/2 - ****
(18) alela diane, ampere münchen ***1/2
(19) kissogram, kuahgartn open air ***1/2
(20) baby universal, obs beverungen ***1/2
(21) element of crime, atomic café ***1/2
(22) blue mountain, kulturhaus wlkrbg. ***1/2
(23) katzenjammer, kuahgartn open air ***1/2
(24) embryo, john's obing ***1/2
(25) chis jagger & charlie hart, john's obing ***1/2
(26) the fabulous penetrators, obs beverungen ***1/2
(27) maria taylor, obs beverungen *** - ***1/2
(28) calexico, muffathalle münchen ***-***1/2
(29) gods of blitz, obs beverungen ***-***1/2
(30) black rust, obs beverungen ***-***1/2
(31) tenfold loadstar, obs beverungen ***
(32) benedicte braenden, obs beverungen ***
(33) crooked still, kulturhaus wlkrbg. ***
(34) anajo, kuahgartn open air ***

neue töne (671): the dry spells

photo by jai carillo
schön, dass mich bloggerkollege oliver mal wieder an antenna farm records erinnert hat. denn die haben ja nicht nur den guten bart davenport am start oder je suis france oder die von mir sehr verehrten winfred e. eye, nein auch the dry spells. dabei handelt es sich um eine vier bis fünf frau/mann- crew aus san francisco. ihre spannende herangehensweise fusst auf dem wechsel von akustischen und elektrischen elementen sowie ausgefeiltem harmoniegesang. dabei sonnen sich eindeutig die damen im vordergrund, als da wären: tahlia harbour (vocals, guitar), april hayley (vocals, violin) und adria otte (guitar). ihnen zur seite gestellt sind caitlin pearce, der den drumpart übernimmt sowie diego gonzales am bass (warum auf den bandfotos immer einer der jungs fehlt, weiß ich nicht, vermutlich gehört der basser nur der liveformation an). alle vier musizieren bereits seit kindertagen und sind bewandert auf den verschiedensten instrumenten. aktuell gibt es das "too soon for flowers" album zu bewundern. schimmernde melodien, die nie zu dick auftragen, das ganze in bester folkmanier. aufgenommen wurde das werk in den louder studios bei tim green, der auch schon für melvins, joanna newsom, monotonix und sleater-kinney arbeitete.
the dry spells - lost daughter
the dry spells - batwood

Samstag, September 19, 2009

konzert: element of crime , 18.09.09

kein abend für floskeln oder für großes drumherum gerede. element of crime waren in der stadt, spielten halboffiziell im atomic café zum release ihres neuen albums "immer da wo du bist bin ich nie" auf, da ging man eben hin. regener macht auch nicht viel sprüche, er hat ja genügend in seinen texten zu sagen. dass das publikum an diesem abend nicht auf jeden seiner fallstricke hereinfiel, ist wohl dem eventcharakter geschuldet. neben den fans traten vor allem auch neugierige an. zumeist musste an der kasse auch nicht gelöhnt werden, da man beim amazon glückspiel den großen treffer ziehen konnte. die hütte war bummsvoll, der schweiß rann in strömen, ähnlich dem bier in vielfache kehlen. wer wie ich weiter hinten stand, bekam viel von der bewegung mit, die in der etappe zur sicherung des alkoholpegels entstand. kleine plastiksitze sorgten schließlich für eine gehobene, alles überblickende position. nicht bequem, aber dafür mit guter sicht auf die deutsche kapelle mit anspruch.
deren ersten song bekamen wir gerade noch mit, als es uns durch die türangeln ins stickige rund trieb. so etwas wie ein glücksgefühl durchströmte mich, regener und co. so nah zu sein. unvermittelt die erinnerung an viele stunden, die ich mit "weißes papier" oder "damals hinterm mond" verbrachte. eine brüderschaft, die ich mit dem frontmann schon lange getrunken hatte, galt es hier und heute zu besiegeln. auch wenn ich nicht rausbekam, um welchen song es sich handelte, so war doch der draht erst einmal hergestellt. "am ende denk ich immer nur an dich", eines der neuen stücke, folgte und ließ spürbar die deutliche wertschätzung von wucht und griffiger gitarre spüren. mit "immer da wo du bist bin ich nie", "kaffee und karin" sowie "storms are on the ocean" spielte die band später weitere songs ihres frischlings. letzteren titel sagte regener mit den worten an, dass es vermessen wäre, immer nur die eigenen lieder zu spielen, also widme man sich hin und wieder auch coverversionen, wie in diesem fall einem der carter family, um nicht als blöd und anmaßend dazustehen. sollte witzig und ungezwungen klingen, gab aber weder beifall noch eine andere reaktion. regener quittierte dies mit einem müden lächeln. dies tat der tatsache aber keinen abbruch, dass die band das publikum schnell wieder zurückgewann, wenn sie es denn tun musste, indem mit "immer unter strom" einer der vielen klassiker ihres breiten repertoires folgte. ein song dessen refrain sogar in einem tatort zitiert wurde, wenn ich nicht irre von ben becker: "immer unter strom, immer unterwegs und überall zu spät". zu spät kam nie ein einsatz von jakob ilja. an der gitarre zeichnete er sich durch perlende läufe aus, ein genuss diesem unangestrengt seinem job frönenden musiker zuzusehen. wenngleich er hin und wieder nur ein müdes grinsen für das lobende volk übrigt hatte, sein spiel: großartig. abseits stand david young, der ergraute basser. sein drive kam routiniert und dienlich, wie sein benehmen. denn wer wollte sven regener schon die show stehlen. als in der ersten zugabe "draußen hinterm fenster" erklang, schwoll erstmals auch der lärm aus dem auditorium an. und der frontmann dankte dies breit grinsend. und wie er sich zuweilen gerierte, am mikrofon rang, grimassierte, die trompete zwischen die finger geklemmt, zur besinnung zwang. lebhaft. wie der kollege an den drums: richard pappik. flott, nie übermutig, kontrolliert, aber versiert. schließlich war auch christian komorowski an bord. aber gut hinter einer box versteckt, sah ich ihn jeweils erst, wenn es für die band - am ende dreimal - hieß abschied zu nehmen, um wieder zu kehren. "bring den vorschlaghammer mit", "delmenhorst" oder auch "mittelpunkt der welt" brachten die bude zwar nicht zum bersten, aber vielfach fiel die zurückhaltung ab, pfiffe, johlen, schreie. ein gelungener abend. der draht zu regener und co. glühte zwar nicht, aber was hätte ich vor tagen nicht für dieses glimmen alles gegeben.

die tour zum neuen album, das schändlicherweise gestern nicht zum verkauf stand, findet anfang des nächsten jahres statt. hingehen lohnt:
tour 2010
20.01 Zürich Kaufleuten
21.01. Bern Bierhüebeli
22.01. Linz Posthof
23.01. Innsbruck Hafen
25.01 München Tonhalle
26.01 Stuttgart Theaterhaus
27.01 Erlangen Heinrich-Lades-Halle
28.01 Leipzig Haus Auensee
29.01 Dresden Alter Schlachthof
30.01 Offenbach Capitol Offenbach
01.02. Köln Palladium
02.02. Bielefeld Ringlokschuppen
03.02. Bochum Jahrhunderthalle
04.02. Hannover Capitol
05.02. Hamburg Alsterdorfer Sporthalle
06.02. Bremen Pier 2
07.02. Berlin Arena
09.02. Wien Gasometer