prudence teacup - little lamb (from: "where all the little songs go when they die", 2010)
prudence teacup - the devil's lullaby (from: "two lullabies", 2007)
eine singende säge in schieflage, wie sonst, ein zahmes saitenensemble, einige verquere bläser, ein an- und abschwellen, gesang, der das aufspiel spiegelt. einnisten von texturen, benetzen mit synkopen, stilisierte unruhe. der beginn des neuen, zudem wirklich ersten ausgewachsenen out like lambs album hat es wahrlich in sich. ein zwischenzeitlich instrumentales keckern, fast lachen, dräuen, ungesiebtes miteinander, das sich im harmoniegesang wiederfindet. der opener "bred to bug" ist ein stolzes gebinde, das keine leeren versprechungen macht. da kann die vielköpfige truppe aus new jersey ganz locker mit der glasgower free folk szene mithalten. das ineinanderschieben verschrobener klangmuster, einfärbungen der besonderen art, springende böcke vor kahler winterlandschaft. die unmittelbarkeit eines späten sonneneinfalls. das giftige des durchbrechens aller freuden mittels gefahren züngelnder verderbtheit. dichtheit ausstrahlend, die feurig brennt wie der abklingende brand im sommer auf jungfräulich beschienener haut. und doch: umschwung von experimenteller ausrichtung in eine wüstenei aus shuffle, groove und trompetenklängen, die tanz und spiel und freude aus verständigem miteinander prophezeit. im november des letzten jahres hatte ich bereits über out like lambs berichtet.
damals gab es die "bygones ep" zu bewundern. mittlerweile hat sich die band um ihre visionäre kakophonie herum ein kleines denkmal geschaffen. mit "not so winter waltz" schrieben sie sich ein manifest des großlaunigen, übergeschnappten, des freien gestus im jazz, der ungelenken geste im folk. es ist das seit langem erste wieder voller überraschungen steckende werk, das mich in gänze und vollends gefangennimmt. bei aller verliebtheit gegenüber der freien fahrt sucht das auf über zwanzig personen angeschwollene ensemble die melodische bindung. das klingt so unfassbar wie jegliche beschreibung dieser musik auf verlorenem posten stehen muss. die vielgestalt in form von narrativen strukturen, die sich minutenweit erstrecken, von bedürftigkeiten, die sich am chaos reiben, von instrumenteller unbeständigkeit bis hin zu gesanglicher kolorierung erweckt beim hörer ein dauerhaftes aufmerksamkeitssyndrom. während hier mäandernder wahnsinn gen hymne strebt, erstirbt dort der zwielichtige reigen im stilisierten noisegewitter. knapp über eine stunde ist das album lang, kaum ein track, der nicht die sechs minuten grenze überwindet. vom fast schon simplifizierenden opener, sieht man ihm im kontext des album, über das stringbewehrte "downstream" und das freejazz verheizte "dead embers", das nachechot und so geerdet zurückgeworfen wird (ich kann dieser formulierung kaum folgen, aber es ist wahr) bis hin zum "showdown" betitelten warmherzer oder dem versöhnlichen "two speeds" am ende dieses unwahrscheinlichen werks, es ist eine irrfahrt, die ohne ende scheint. all die verpassten stationen, all die blinden passagiere. lasst mir noch ein wenig zeit und ich erhebe "not so winter waltz" (gerade frisch erschienen) in meinen persönlichen olymp. echt. ehrlich. ach, wendet Euch an die menschen selbst, um das album zu erwerben, via myspace.
zurückversetzt. in zeitlosigkeit getaucht. als musik einen stellenwert einnahm, die heute vielleicht dem fernsehen zukommt. bestimmt dem transport von information und emotion. an der sich die persönliche imagination reiben kann. musik, der noch nicht die beiläufigkeit anheim kam, die mittelpunkt war, zentriert, weil sie andere reize setzen konnte als es die arbeit, der familiäre kreis, der stille abendwind, die zeitung leisten konnten. musik die fußangeln wirft, über jahrzehnte hinweg. mit den les shelleys wollen wir ein duo betrachten, das aus dem schatten seiner protagonisten selbst treten möchte. denn vor allem im fall von tom brosseau ist der musikalische ansatz ein gänzlich
anderer als jener, den er auf solopfaden verfolgt. neben ihm agiert in dieser vokalen gemeinschaft angela correa, die man unter der indiepop note und eher als singer/songwriterin correatown zu finden weiß. gemeinsam nahmen sie nun ein erstes album auf und konzentrierten sich dabei auf amerikanischen standard sowie folk traditionals, ausgewählt aus den unterschiedlichsten dekaden des letzten jahrhunderts. die offenbare zaghaftigkeit, vorsicht im umgang mit dem material schlägt sich nieder in kargen arrangements, in der fokussierung auf den zwiegesang. ca. 2002 begann tom, unterstützt durch den kalifornischen songwriter und filmemacher gregory page, mit der auseinandersetzung mit musikalischem material von u.a. leadbelly, woody guthrie, sister tharbe und erkundete gleichzeitig das harmonische miteinander einzelner songs und wie es am besten zu leisten sei, mit ihrer hilfe einen pfad durch die dekaden anzulegen. der umgang der beiden großartigen musiker ist nicht nur von ehrfurcht durchleuchtet, sondern vor allem auch von einer eigenen note, die sie in der lage sind jedem lied zu verleihen. keine floskel. von guy lombardo über dylan bis zu peter derose wird ein jeder mit bedacht und einem wachen bewußtsein behandelt. die aufnahmen, lediglich mit einem kleinen recorder in der heimischen küche fabriziert, tun dabei ihr übriges. kargheit ist hier gleich zugewandtheit. "les shelleys" erschien in den staaten und in kanada bereits ende august, bei uns ist die veröffentlichung (via fatcat) erst für den 08. november angesetzt. vormerken!
die kleine 7" vinyl serie, die cloudberry records am start hat, erhält im november zuwachs von den schweden oh! custer. josef und esbjörn, die beiden protagonisten dieses projekts, nahmen drei tracks für die simpel mit "oh! custer" überschriebene veröffentlichung auf. wer auf twee angehauchten elegantpop mit schwelgerischer note und etwas betonung auf melancholie steht, findet sich hier schnell zurecht. die beiden sind seit ca. 2005 beieinander und fanden trotz unterschiedlicher schwedischer herkunft eine gemeinsame sprache. die kulminierte bereits in einigen tonträger, u.a. die "states" betitelte long ep auf series two records, von der ich Euch zusätzlich zwei tracks abbilde, damit Ihr mehr vom vergnügen oh! custer haben möget. wer zudem kaufen möchte, sollte sich beeilen. in diesem teil des business wird zumeist streng limitiert.
vorangestellt, sondern eine sehr ausgewogene instrumentelle begleitung. das klingt vielfach oldschool, verleiht den persönlichen songs stephens aber einen standhaften charakter. schon mit dem zweiten appetithappen aus dem am 28. september auf saddle creek erschienenen "we live on cliffs" beweist der kühle bursche humor, das hübbelnde stück "the cities that you've burned" geht unter die fußsohlen. wer stephens dann auch noch live zu hören resp. sehen bekommt, dem wird die ihm zugeschriebene nähe zu alten helden wie dylan, young und co. nicht allzu verwegen erscheinen. innigkeit und ein ansinnen, variantenreichtum und arrangements, die jederzeit auf der höhe sind. da muss man aber flott auch von der ihm zugeteilten unterstützung sprechen. nicht nur, dass grammy award produzent joe chiccarelli seine finger im spiel hatte, nein, auch solche größen wie bo koster von my morning jacket, joey waronker, andy cabic von vetiver, cody votolato (blood brothers, jaguar love) und viele mehr haben beiträge geleistet. eine runde sache, wie ich meine. daytrotter session hier.
"one of best bands in america", so titelte jüngst die uncut, dürfte ruhig etwas präsenter sein! ohne den hinweis von b. wäre mir das aktuelle album von the duke and the king glatt durch die lappen gegangen. man kann nur einen gewissen teil der absonderungen des musikbusiness im auge behalten. und selbst in diesem segment verliert man allzu schnell den überblick. mit ihrem debut "nothing gold can stay" hatte die truppe um den felice brother simone bereits für furore gesorgt. ein album, dem man grower status nachsagen musste, dessen eingängigkeit ohrwurmqualität trug, das so sanft und zärtlich melodien schuf, wie es einem simone felice nur möglich sein kann. denn angegangen ist sein organ nun mal. aber inmitten des newfolk aus tradition und einer gemengelage etlicher musikstile wie blues und soul und country entweicht der herzwärmende gesang, die
schwelenden harmonien. dickichtfrei, offen, also freien geistes, und schließlich doch popdurchflutet. nun ist der oktober ins land gezogen und mit ihm "long live the duke & the king", mit dem eine neue runde in der geschichte der band eingeleitet wird, denn das bis dahin als duo agierende unternehmen aus eben jenem simone felice und seinem sidepart bobbie bird burke wurde endgültig um nowell "the deacon" haskins und simi stone aufgestockt. in dieser kombination kann man sie dieser tage auch auf herbsttour erwarten (im november für zwei termine bei uns) und mit einem album, das zwar den charmanten harmonien treu bleibt, aber deutlich dicker aufträgt als der vorgänger. wenn es nach dem vorstand geht, hat man es mit "californian canyon folk pop" zu tun. aufgenommen in den wäldern von bearsville, new york (der band steht dafür ein eigenes studio zu verfügung) und mit der unterstützung eines gewissen bob ludwig (led zeppelin, springsteen, hendrix, the band...). vintage soul finde ich eine weitere passende beschreibung für den groovigen anschnitt, die gesangliche emphase, das gurrende, gierige moment. als hielten die triebe einkehr. und kurz inne. der soul, dem gospel zugewandt, trägt das album. simone felice tritt zuweilen in den hintergrund. das ist das eigentliche manko. der schmelz zu dick, der alte felice brother manchmal zu dünne. die reinheit und die konsequenz in der umsetzung sind allerdings hoch anzurechnen. hier wird nicht nur die halbe miete eingefahren, sondern ausgiebigst geschmachtet und angerufen. ich bin noch nicht am ende mit "long live the duke & the king" und teile mit Euch die referenz crosby, stills, nash & young, eine assoziation, die mir immer wieder kam dank harmoniegesang und einiger ausgezeichneter gitarrenparts. das album erschien am 08. oktober via loose /silva oak.
für sentimentalen kram bin ich zu haben. für helle frauenstimmen auch. wenn so eine verliebte, träumerische notation die wolken aufreisst, gibts kaum ein halten. die zwei damen aus sydney, die ende august ihr kleines, neun track umfassendes debutalbum herausbrachten, treffen genau den punkt. zwischen erwachsensein und juveniler unfassbarkeit changierend, melodien hervorbringend, die sich wie gute freunde anlehnen, bekannt zu sein scheinen und doch neue bewegungen bewirken. alles ist sehr rein und für die ewigkeit geschaffen. meist schreck ich genau davor zurück. doch bei ruby for lucy nicht. julie stenton und kat borghetti gelingt ein perfektes zueinanderstellen ihrer gitarren, genauso wie sie im harmoniegesang vereinigung erzielen. es ist vielleicht folkpop zu nennen, was die beiden mädels da hervorbringen, aber eine ecke kunstlied ist nicht zu vernachlässigen, wie sie zu umschleichen ist, wenn man die harmonie zu verlieren scheint. "catching bream" erschien auf half a cow records. leider gibt es kaum verwertbares material der seit ca. 2007 zusammen spielenden damen, aber einige videos liessen sich auftreiben. die qualität ist allerdings nicht der hammer. zum reinhören sollte man dann doch eher myspace nutzen.
hinter coma cinema steckt mat cothran, ein typ aus south carolina, der sich zuletzt sehr großzügig zeigte. nicht nur, dass er seinen output immer wieder zum freien download darreichte, nein auch
in seinen videos ist er unwiderstehlich offen, einfallsreich und prägnant. sein neues werk wird "blue suicide" heißen", einen erscheinungstermin gibt es noch nicht. aber erste tracks kursieren wild, siehe unten. lofi trifft auf einfallsreichtum, sahnige melodien und den unterwassercharme der tiefen, blauen see. wonder beard tapes veröffentlichen dann auf tape, fork and spoon auf vinyl. und hier könnt Ihr die vorgänger herunterladen, so es Euch gefällt: "baby prayers" aus 2009 sowie "stoned alone" aus dem juni dieses jahres. "blue suicide" wird sich nach veröffentlichung auch dort digital finden lassen.
in loser folge möchte ich deshalb an dieser stelle über meine erfahrungen mit dem betreiben eines musikblogs berichten. diese notizen sollen vor allem jenen dienen, die einen einblick wünschen in die metaebene unseres tagtäglichen tuns. kommentare, ergänzende sichtweisen und natürlich auch die meinungen von kollegen sind sehr willkommen.
wenn einer seine alben "call me when old and fat is the new young and sexy" oder "my heart is a blinking nintendo" nennt, dann lässt das nicht nur tief blicken, sondern lässt vielmehr auf eine prise humor hoffen. der geht nämlich so manchem fahrensmann ab. da ist das leiden thematisch breit genug angelegt, um nebenflächen nur unzureichend beackern zu können. nun will ich das aber nicht zu sehr beklagen, da ich auch solcherart musik hochleben lassen kann. beizeiten. für heute aber gilt es, b.a. johnston zu beehren, einen wilden typen aus hamilton in ontario. von sich behauptet er, dass er die hütte nur verlässt, wenn er konzerte gibt, seiner arbeit als "fry cook" nachgeht oder um seine mutter zu friseurterminen zu begleiten. ansonsten schreibt und spielt er seine lieder, die
er verfasst über "deep frying, pirates, poutine and love". er nutzt dazu verschiedene abgegriffene keyboards und seine gitarre. dass er einige sehr coole dancemoves drauf hat, verrät er ohne rot zu werden. in den vergangenen jahren brachte er es auf drei full lengths sowie unendlich viel zeit auf der straße, unterwegs zu auftrittsorten. die bühnen betrat er dabei mit so namenhaften wie den constantines, the guthries, cuff the duke oder joel pluskett. selbstredend, dass einige fette festivals ebenfalls in seiner vita zu finden sind. zu seinen hoffnungen zählt johnston, eines tages reich und berühmt zu sein, um sich einen "deep fryer" in die wohnung stellen zu können, "and finally dance with a girl when "stairway to heaven" is the last song of the night." der hochsympathische kanadier hat kultstatus in seiner heimat, das sieht man u.a. daran, wie viele leute ihn auch heuer sehen wollen, da er sich auf reisen macht, um sein neues album zu promoten. das steht seit ende des sommers zum kauf bereit. "thank you for being a friend" erschien auf just friends records und sucht anlehnung zu willie nelsons "red headed stranger" oder jerry reeds "nashville underground". dabei lernte man johnston eher als eine krude mischung aus einem ungerateten jonathan richman und einem situierten daniel johnston kennen. mehr noch drängt sich die assoziation zu karl blau auf, aber das begründet sich wohl eher durch äußere attribute. der feiste knabe hat immer ein lächeln auf den lippen und jede menge spaß obendrein. lasst Euch einnehmen von lofi, rock 'n' roll und einer idee, wie das alles zusammengehören könnte. und vor Eurem geistigen auge lasst ihr diesen kerl über die highways rasen, im von mama geborgten minivan.
ich müsste mich größtmöglich irren, wenn ich das neue album von josephine foster nicht schon irgendwo mit einem wörtchen erwähnt hätte. am heutigen 04. oktober jedenfalls erscheint "anda jaleo" via fire records und wird samt ausgiebiger europatour eingeläutet. mit an bord hat die schöne songwriterin dann die the victor herrero band bestehend aus eben jenem victor herrero (er spielte auch wesentliche leadguitar parts auf fosters letztem solowerk "this coming gladness"), dazu jose luis herrero und jose luis rico. ein namenentwurf wie er schöner nicht sein könnte. nun, "anda jaleo" lehnt sich an frederico garcia lorcas volksliedsammlung "las canciones populares espanolas" an, die unter der franco diktatur verboten war und dennoch bis heute überlebt hat,
weil sie im spanischen unterbewusstsein tief verankert ist. foster und co. haben nun mit deutlichen verweisen auf lorca und aufnahmen dieser songs aus den frühen dreißiger jahren die musik neu belebt. während man im andalusischen granada im südlichen spanien ein temporäres zuhause fand, fand man zugleich auch zugang zur poetisch reichen liedersammlung. wie sich leicht nachhören lässt. fosters glockenhelles organ wirkt zur spanischen folklore in etwa wie das rauschen zum vierziger jahre schwarz/weiß film. man fühlt sich zurückgeworfen. in eine andere zeit, eine andere welt. während die kastagnetten rasseln, befördern die dem genre typischen gitarren das tempo und zeichnen hingabe und ernsthaftigkeit. man muss foster attestieren, dass es ihr auch hier gelingt, zugang zu finden in eine musikalische sozialisation außerhalb der ihrigen, anbindung und koppelung an eine szene, die so speziell ist, dass sie gefahr läuft, nicht erkannt oder in ausreichendem maße respektiert zu sein. doch diese gefahr besteht bei josephine foster nicht, die solcherart projekte, man bedenke nur die vertonung von emily dickinson gedichten ("graphic as a star") oder das einsingen deutschen kunstliedes ("a wolf in sheep's clothing") beherrscht. oder sich von ihnen beherrschen lässt. wie man es auch dreht, dem nun vorgelegten album muss man vorurteilsfrei entgegentreten, es ist so sehr an die folklore gebunden, dass es zunächst vielmehr forschung denn nur genuss sein kann.
ob diese truppe namens filthybird je nach deutschland kommen wird, stelle ich mal in frage. dabei hat die kombo alles, was wir hier so gut gebrauchen könnten. die prise übermut, das heimatliche verbundensein, welches einen präzisen ausdruck in musik erhält, transformation via generation, lebenslust, heiterkeit. nun wurde filthybird unter vertrag genommen, anfang des jahres gab sich denn holidays for quince aus chapel hill hin und schenkte dem vierer zeit und ohr und einen vertrag. somit konnte das fast schon polierte neue full length auf hochglanz gebracht werden, "songs for other people" erscheint am 19.10. die band absolvierte ein wahrlich erfrischendes jahr, neben den aufnahmen ward ein umzug notwendig und dazu brachte die eröffnung eines gitarren reparatur ladens eine menge aufregung. die konzentration hatte dennoch bestand. auf kosmischen america, wie manche meinen. dabei, so würde es vielleicht die truppe selbst ausdrücken, versucht renee mendoza lediglich den sauberen melodien einen weiblichen ausdruck zu verleihen, während brian haran mittels gitarre atmosphäre erzeugt. die auf intensiv gezeugte rhythmussektion staubt dann quasi nur noch vor dem
tor ab. oder umgekehrt? egal, was das einst als duo ins leben gerufene projekt an zauber aufbietet, ist ob seines grundes eh schwer auszumachen. da ist zunächst das ausgezeichnete songwriting des kopfes renee mendoza (deren mutter mitglied der southern rockband southern skies war), die so um 2004 ihre band ashrae fax verließ, um sich mit dem new yorker gitarristen (u.a. bei glenn branca orchestra, lamonte young projects, viridian) brian haran zusammen zu tun. das auf homerecording ausgelegte unternehmen brachte es flott auf erste aufnahmen, "in good time and scientifikites" zeugt von diesen frühen ideen. bald machte man sich an das eigentliche debutalbum. "southern skies" beförderte die überlegungen in richtung eines aufgepeppten lineups, u.a. um endlich auch live etwas breiter aufgestellt zu sein. so ergänzte man sich schließlich um shawn smith (u.a. citified, palaver & hombre dado) an den drums und mike duehring (childrens, burning downs, dark meat) am bass. das war in 2006. von dort an wurde die chose nicht nur rockiger, sondern auch erdiger, geschlossener. die bühne teilten sie sich seitdem u.a. mit vetiver, glass candy, oaklex hall, young people, the strugglers und vielen anderen mehr. ihr sound ist griffig, vielfarbig, mit großer geste zuweilen, aber dennoch von dieser welt. in diesem sinne, freunde, lasst Euch vor allem von renees stimme, die so erwachsen, so mädchenhaft, so luftig, so gebunden ist, schnappen!
dieser jason macht nichts komplizierter als es sein müsste. sein internetauftritt ist übersichtlich und mit dem wichtigsten gespickt, vorrangig seiner musik. die ist zuvorderst klavier dominiert, denn jason zumpano versteht sich als pianist. er stammt aus vancouver und war neben seinen soloaktivitäten auch in bands wie zumpano (u.a. gemeinsam mit a.c. newman von the new pornographers) destroyer, sparrow, loscil oder attics + cellars aktiv. hier erspielte er sich die nötige reputation, um auch im alleingang wahrgenommen zu werden. wer misstrauisch war, dem wird der wiefe bursche schnell einschenken. seine musik ist dramaturgisch einwandfrei. er setzt dabei weniger auf effekte denn auf
erzählerische vielfarbigkeit. da kann der prägnante anschlag schon mal deutungshoheit für sich in anspruch nehmen, aber in gänze ergibt sich ein reigen, der erst in der summe eine aussage zulässt. angesichts eines bereits großartigen outputs erstaunt das hohe maß an kreativität immer wieder. kein stück, und er verzichtet nun mal gänzlich auf gesang, gleicht dem anderen. so mutet sein oeuvre in gewisser weise klassisch an. weniger des instrumentes wegen als der ausrichtung seiner kompositionen, thematisch fixiert und doch nie redundant. kleinere perkussive einlagen untermalen dann nur, als dass sie eine gewichtige rolle übernehmen könnten. eine melodica bewandert irritiert das terrain, angeheiterte zwischenmalerei. die grundierung warm, das aufspiel hell. der letzte release hört auf "room and mansion" und wurde auf catbird records verlegt, wie bereits zwei vorgänger, die auf dem klasse label für furore sorgten. nicht nur der musik wegen, sondern auch wegen der zusammenarbeit mit bildenden künstlern, die für das artwork verantwortlich zeichneten. allesamt sind die releases ausverkauft, da muss man sich schon anstrengen, um noch eines zu ergattern. der nachteil bei kleineren ausgaben. aber he, es lohnt!
positive vibrationen und eine universelle liebe. so etwas sagt man esoterischen musikern nach, und ich bin wirklich kein experte in dieser stilrichtung, noch habe ich ambitionen einer zu werden. die musik von janina angel bath füllt diese symbolik jedoch aus. und rückt so schnell in ein trübes, mattes licht, lässt man sie nicht ihre stärke ausspielen, das fliessen. das gehorsame, weil in ein vorgegebenes bett beschieden, treiben, mäandern. eine musik, die sich im entferntesten bei den ureinwohnern nordamerikas abholen lässt, die vielmehr aber nach kontinuität trachtet, als dass sie sich einfach nur verorten ließe. die junge musikerin nutzt flöten, gitarren, keyboards, gesang, glocken, tamboura, perkussion und stellt ihren studien nach, die sie ernsthaft zur musik der indianer betrieb. im vergangenen jahr erschien ihr "gypsy woman" betiteltes neuwerk, heuer wird es als lp neu aufgelegt (auf prophase music). im übrigen ist sie teil von eternal tapestry, hilft bei der einordnung.