Donnerstag, Mai 14, 2009

abschied (8): the lucksmiths

da denkt man nicht dran. da kommt man auch nicht drauf. und wenn es dann kolportiert wird, staunt man nur ungläubig. es soll bald vorbei sein. mit the lucksmiths. nach 16 gemeinsamen jahren, elf alben, zig eps und diversen verstreuten songs. "The last few years have been an uphill battle in many ways, so this isn't a hasty decision based on any falling-out between band members, but rather, an acceptance of the inevitable. This decision was finally reached a few months back, so we've had plenty of time to let it sink in.", schreiben sie. und wir weinen.
nun begeben sich die herrschaften noch einmal auf eine ausgedehnte tournee und beehren auch deutsche lande, nämlich am 10 Jul 2009 - Prinzenbar, Hamburg und am 11 Jul 2009 - Bang Bang Club, Berlin. ein termin sollte doch zu machen sein.
"We had tried to operate the band in a way that would suit all of us, but at the same time we've been very conscious that too much compromise would in the end affect our creative output. We're very proud of the music we make, and we certainly didn't want it to start stinking. So, in taking our cues from Devo, we've decided to whip the proverbial cream before it sits out too long." die australier und ihr twee werden mir sehr fehlen, zumal sie erst im letzten jahr mit "first frost" ein erstklassiges werk vorgelegt hatten.

Albums
* First Tape (1993)
* The Green Bicycle Case (1995)
* What Bird Is That? (1996)
* A Good Kind of Nervous (1997)
* Happy Secret (1999)
* Why That Doesn't Surprise Me (2001)
* Where Were We? (2002)
* Naturaliste (2003)
* Warmer Corners (2005)
* Spring A Leak (2007)
* First Frost (2008)

EPs
* Boondoggle (1994)
* Staring at the Sky (1999)
* A Little Distraction (2003)
* The Chapter in Your Life Entitled San Francisco (2005)
* A Hiccup in Your Happiness (2006)

und nun hört und seht und versteht, falls Ihr noch nie von den lucksmiths hörtet, warum es so bitter ist, diese jungs zu verlieren.
The Lucksmiths - Up With The Sun
The Lucksmiths - A Hiccup In Your Happiness
The Lucksmiths - A Sobering Thought
The Lucksmiths - T-Shirt Weather

neue töne (594): pawnshop diamond

schlagen wir heute eine kleine schneise für den folk, der abseits von weird-, freak- und co. ebenfalls seine daseinsberechtigung hat. pawnshop diamond spielen eine variante, die weniger verzweifelt an den rand des begreifbaren gestossen, die weniger existentialistisch auf die probe gestellt wird. hier wird vielmehr noch etwas an der stileschraube gedreht, so dass gypsy, jazz und purer rock 'n' roll einkehr finden. in der front der fünfköpfigen band aus vancouver steht katie ormiston (guitar/vocals). ihre reflektionen, die die moderne welt aus einem offen ausgerichteten blick (-weit-) winkel betrachten, stossen auf tradierte, rootsorientierte musikalische ausstaffierung, bei der sie unterstützung findet bei: nina fleming (piano/vocals), dave taylor (electric guitar), lynn saffery (bass guitar) und lucas schuller (drums).
wenn ich hier allerdings den vorwurf der betulichkeit selbst ins spiel bringe, so ist es eher der hinweis auf eine konsequente songwriterische haltung, die ich durchaus goutiere und für gut heiße. die arrangements sind schnittig und zwar knapp gehalten, dafür aber ausgereift und dennoch voluminös. was sich hier offenbar widersprechen mag, kommt mir in der form auch immer wieder beim hören in den sinn.
vermutlich liegt das an katie. während die transparente musik fließt, doppelt sie das unterfangen, befruchtet es mit klarer, unsentimentaler und zugleich berückender stimme, schürft das glaubhafte und vergangene. ihre vergangenheit war steinig und sie fand in der musik einen ausweg, um mit den erfahrungen umgehen zu können. beeinflusst von neil young, paul simon, jj cale oder joan armatrading, findet sie ihren persönlichen ausdruck. zunächst schreibt sie nur, es zieht sie gar nicht auf die bühne. erst mit 30 kommt es zum ersten auftritt, anlass ist ihr geburtstag, eine initialzündung. bald auch sollte sich pawnshop diamond formieren, da sich freunde fanden, die ihre leidenschaft teilten. da war vor allem zunächst nina, die wein vom mittelmeer einführte. die beiden mädels sangen bald in der paris metro. ein song aus dieser zeit, "cabernet sauvignon", erhielt neben enormem airplay auch etliche auszeichnungen.
in 2007 erschien das selftitled debut, ende 2008 mit "leaning to the sun" sein konsequenter nachfolger. ich sag mal, keine angst vor fiebrigen pianopassagen, griffigen gitarren, scheppernden drums und vielerlei gerät, das einsatz findet auf einer hookgeladenen scheibe. ach so, referenzen? neko case, ryan adams, diese branche.
Pawnshop DiamondCabernet Sauvignon
Pawnshop DiamondDead

Mittwoch, Mai 13, 2009

eingestreut (32): blackbird raum

die mixtur ist obskur, genau so wie sich die truppe blackbird raum aus kalifornien auch darstellt. viel anarchistisches gehobel auf viel zu flachem holz. unsympathisch ist das beileibe nicht, nur irgendwie inkonsequent. schließlich verschreiben sie sich allen marktprinzipien, ziehen myspace auf und halten maulaffenfeil, wo es ansonsten noch so möglich ist. auch ok, aber viele noten bleiben eben unbeschriftet oder sind nur halbgar beleuchtet. dafür gibts bei der musike ordentlich auf den sack. verschwitzte leiber sind bei ihren konzerten ein muss. mit akkordeon, banjo, mandoline, singender säge, waschbrett und washtub bass gerüstet, greift die truppe folk 'n' punk der wildesten sorte auf, so dass man gern die karte "gypsypunk" ziehen wollte. ihr manifest ist die emotionale befreiung, ihr weg der wütende stomp, der herzergreifende singsang, der wilde schrei! anlehnen wollen sie sich u.a. an die musikalische bewegung der 20er (american string bands). dazu passt auch, dass sie sich in ihrer gemeinde einen namen als straßenkapelle gemacht haben. ihre konzerte und festivalauftritte sind legendär. alben gab es bisher zwei, "purse-seine" (2007) und "swidden" (2008) jeweils auf quiver distro.
Blackbird Raum - Valkyrie Horsewhip Reel
Blackbird Raum - California Fetid Adders Tongue
Blackbird Raum - Woodwose

Dienstag, Mai 12, 2009

zu gehör getragen (93)


the thermals – now we can see (2009)

> bläst gewaltig, kontrapunkte sucht man dafür vergebens, hat man aber auch nicht wirklich erwartet, oder?, 3-3,5/5

hanne hukkelberg – blood from a stone (2009)
> ruppige lieblichkeit als exkrement einer demolage von kunst und kommerz unter den fittichen einer perfektionistin, 3,5/5

weinland - breakes in the sun (2009)
> seelenvolles americana album, ohne die borstige attitude manch verwandter, dafür attest über eine nähe zu meister young, 3,5/5

bill callahan - sometimes i wish we were an eagle (2009)
> stimmungsvolles und überaus stimmiges, in sich konsistentes werk, nur weniges höre ich in diesem jahr lieber, 4,5/5

neue töne (593): manchester orchestra

lange schon auf dem schirm, aber dennoch unbeachtet. wie ein fliege auf der lampe, die einen kleinen schatten wirft. dabei hatten wir uns bereits intensiver mit dem frontmann des manchester orchestra, nämlich andy hull, beschäftigt. der ist unter dem moniker right away, great captain! nicht ganz unbekannt. doch heute geht es neben dem hauptsongwriter, sänger und gitarristen auch um diese vier burschen: jonathan corley - bass; jeremiah edmond --drums, chris freeman - keyboard und robert mcdowell - guitar, denn sie zeichnen ebenso für den sound verantwortlich wie obiger vielbeachtete.
mit "mean everything to nothing" lieferten die amerikaner am 21. april ihren zweiten longplayer ab, der vor allem mit einem dienen kann: explosivem vorwärts. karthartischer gesang, monumentaler gitarrensound und schwerbrüstige drums treffen aufeinander, um druck- und eindrucksvoll ein neues kapitel in der chronik der band aus atlanta aufzuschlagen.
hull meint: "there's no fake about this record." und meint, dass die scheibe vollständig live eingespielt wurde, live und laut. wobei eine besonderheit besteht: die ersten sechs track hört man am stück, sie gehen direkt ineinander über: "The blistering opener "The Only One" immediately gives way to the propulsive "Shake It Out" and the torrential first single "I've Got Friends," followed by the anguished "Pride" and the menacing "In My Teeth," before slowing down on the darkly funny "100 Dollars."

inspiriert sehen sich die mannen um hull vor allem durch weezers "pinkerton" , nirvanas "in utero" und dem album der foo fighters "the colour and the shape". nicht die schlechtesten referenzen will man selbst ein rockalbum kreieren, dass sich durch emsige melodien, kreisende gitarren, zehrende keyboard texturen und natürlich eine dem genre immanente laut-leise-dynamik auszeichnet.
hull noch einmal zum sechs-track-einstieg ins album: "I like the fact that there isn't a chance during the first six songs to say anything if you're listening to it with somebody. It's seamless. We did that to emphasize that there are two halves to the album." die erste hälfte: "... is a brooding tale of teenage angst and anger -- the confusion and disillusionment of growing up and becoming an adult." und die zweite hälfte: "... is about redemption and an overall re-evaluation of the self."
"mean everything to nothing" ist damit ein fulminanter nachfolger auf das debutalbum aus 2007 "i'm like a virgin losing a child". dass das neue werk kein hull alleingang wurde, dafür sorgte nicht nur der zusammenhalt und die qualität der bandmitglieder, sondern auch die unterstützung durch den studioveteran joe chiccarelli (the shins, my morning jacket, the raconteurs). also, schaut auf favorite gentleman recordings nach hull und co., die mit diesem label einen weiteren schritt richtung unabhängigkeit gegangen sin und neben den eigenen werken auch jene veröffentlichen, die ihnen in den kram passen, u.a. im boot kevin devine.
manchester orchestra - the only one
manchester orchestra - i've got friends
manchester orchestra - shake it out

Montag, Mai 11, 2009

neue töne (592): hillfolk noir

wie trockener regen - kennt Ihr das? erst gestern hatte ich dieses erlebnis wieder. higgins und ich waren beim laufen. mitten im wald kam ein sturm auf, die dunklen wolken waren früh zu sehen, aber nun standen sie über uns, alles verdunkelte sich zusehends und doch drang etwas sonnenlicht durch die pausbäckigen weißen ballen am himmel und tauchte das rund in ein verklärtes licht, die wipfel der hohen, schlanken nadelbäumen rauschten und wogten, man spürte schon die kommende feuchte, man konnte den regen förmlich riechen und in der luft tanzten pollen, blätter, blütenstaub und doch fiel kein nass - so hört sich die musik von hillfolk noir an. passt auch, und das ist wirklich ein zufall, zu obigem bild. manchmal fügen sich solche dinge eben. zur band aus boise, idaho, gehören travis ward - guitars and singing; sam merrick - fringe guitars and singing; alison ward - cocktail kit and singing und mike waite am upright bass. vorstand der kapelle ist travis, der ein erstes bandgefüge in den späten 90igern auf die beine stellte, damals noch unter travis ward and junkyard bandstand. sobald eine halbwegs vollständige band beisammen war, tourte man und nahm einige alben als selfrelease auf. einige zeit später gründete man hillfolk noir.
das letzte album des vieres heißt "diggin' songs" und wurde live eingespielt. zur aufnahme des in 2008 veröffentlichten werkes wird notiert: "With their amps in closets, drums next to the woodstove, singers in bathrooms, and microphones in every unoccupied corner, the four piece band breathed life into the songs and the characters that meander through them." der sound ist zuweilen rumpelig und malade, die freude am spiel unverkennbar, die einflüsse ebenso. manchen kann man sich kaum verkneifen. sie dürften in ihrer heimat zum tanz aufspielen, wäre da nicht diese anarchistische note, die ich ihnen keineswegs übel nehme. das schmutzige des fleißigen, der schweiß nach getaner arbeit, aber auch das sonnengebräunte des müßiggangs, all das findet sich wieder im rauhen folk und blues von hillfolk noir.
die bühne geteilt haben sie bereits mit james mcmurtry, built to spill, bonnie prince billy, gerald collier, heroes and villains, train, jesse dayton, the dusty 45's, neva denova, neko case...
die frischesten songs gibt es auf myspace zu hören, aber natürlich auch zu kaufen (selbe adresse), reinhören können wir aber in das 05er album "attic reels, protests, and nervous breakdowns", bitte:
hillfolk noir - bottomless world
hillfolk noir - flag of iron
hillfolk noir - north of appalachia
hillfolk noir - samantha evans
hillfolk noir - old grey house

Sonntag, Mai 10, 2009

ein (p)fund mp3 (193)

unsere freunde aus übersee haben eine neue ep am start, "an uncloudy day" ist der shellie rodenbeek und ihrer tochter gewidmet. shellie ist die mutter von melissa und hiram schrieb den beiden drei songs. dass er dies im alleingang tat, versteht sich von selbst, melissa wird zukünftig natürlich wieder mit von der partie sein, hier die ersten beiden der drei tracks, zu finden hier:
auf tee pee records gerade erst erschienen: "good good desperation", spacerock?:
"the freak of araby" lautet der titel des neuen, am 26.05. auf drag city erscheinenden longplayers:
entwickelt sich so langsam zu einem grower: afternoon records hatte zuletzt einige bemerkenswerte acts am start und hört auch vorerst nicht auf, eifrig nachzusetzen; schieb mal einige (halbwegs) aktuelle tracks hier rein:
bereits in aller munde, obwohl das (selbstbetitelte) album erst mitte juni erscheint, da ist wohl ein leak vor:
sie kommen aus san francisco und ihr debut noch nicht aus den puschen, wird wohl noch bis zum ende des jahres dauern:
sire records wird am 23. juni die ehre haben, ihr neues album herauszubringen, es wird "far" heißen und uns hoffentlich ähnlich begeistern wie es die vorgänger allesamt taten:

neue töne (591): the woodlands

ganz vorsichtig und bescheiden haben sich hannah und samuel robertson angepirscht. da sie unsere sprache nicht beherrschten, war ihnen auch nicht klar, ob es notwendige infos auf dem blog gäbe, die hinweise beinhalteten, ob und wie man sich den machern nähern dürfte (so haben sie es formuliert). übersehen haben sie ja wirklich nichts. im gegenteil, ist es eine freude, von solch lieben menschen beehrt zu werden. ihr selbstbetiteltes debut gilt es zu bewerben und die beiden musiker aus portland sind sich für nichts zu schade. selbst diesen unscheinbaren blog aus good old germany schreiben sie an.
nun ist es an uns die folkkunst der beiden zu hoffieren. denn das, was the woodlands abliefern, ist allerliebst. "lovely" in all seiner schönheit und vollendung, für die eine gitarre, ein glockenspiel und hannahs gesang eben langt. gerade letzterer beheimatet mich auf angenehmste weise. eine stimme hat die junge dame, die keine nuance vom wohlklang abweicht. nie zu hoch, ohne die höhen zu meiden, nie zu flach, ohne auf betonungen zu verzichten. das album hat dabei einen flow, der auf abweichler und auswüchse verzichtet, ein fließend ding, das seiner eroberung durch hartnäckigkeit harrt. dann kommt man auch dem verstiegenen und den geheimnissen auf die spur. denn die lauern hinter manch freundlicher note. wenn es ans liebesabenteuer oder an die familienaffäre geht. aber keine angst. die großen probleme darf man nur zwischen den zeilen erwischen. zuvorderst gilt es das leben zu bejahen. aufgenommen wurde das ganze im heimischen und lässt aufgrund vollendeten sounds erstaunen.
hier mal ein klaviertupfer, dort ein herziger gitarrenreigen, das klingeln des glockenspiels und hannahs vielversprechender gesang, dem kann man sich kaum verschließen. ich gebe zu, dass mir mit beatbeatwhisper, agnes kain und jaymay durchaus ähnliche projekte einfallen. aber sie unterscheiden sich allesamt zurecht. ein leichter stomp, eine geige mäandert durchs weitgehend aufgeräumte klangbild. in "king and queen" agiert eine klassisch anmutende gitarre. und "anymore" nutzt sogar ein akkordeon. das bedeutungsschwangere "on the waves". wer lust bekommen hat, holt sich zehn folk kleinode, die ihren popeinfluss nie verstecken, z.b. auf cdbaby oder über myspace.
the woodlands - summerland
the woodlands - can we stay

Samstag, Mai 09, 2009

glotzt nicht so romantisch (58): kill it kid

was ist das denn? "send me an angel down" zumindest die erste single vom kommenden album von kill it kid. dafür steht one little indian bereits in den startlöchern. und es gilt ein raunen und wispern zu überstehen, ohne fickerig zu werden. ohne die unruhe nicht beherrschen zu können! so gut ist dieser erste happen! und geplant ist das schwere gerät erst für den oktober. also muss man sich in der zwischenzeit mit der 7" (ab 18.05.) vergnügen. demnächst mehr über diesen haufen kids. the next big thing?


eingestreut (31): alasdair roberts

der in schwaben geborene schotte hat dieser tage sein fünftes soloalbum (abseits jener, die er unter appendix out herausgebrachte) veröffentlicht. "spoils" erschien auf drag city. alasdair roberts gelingen darauf einige gnadenlos gute cuts, dass ich Euch meine begeisterung nicht vollends vorenthalten bzw. sie nicht nur auf "zu gehör getragen"- niveau begrenzt sehen möchte. seinen stark heimatlich beeinflussten folk hat er über die jahre hin fast perfektioniert, so dass er sich auf diesem feld ungeniert austoben kann. wie ein guter handwerker ist roberts dabei offenbar in die lehre gegangen, um nun dank wohlfeiler kunstausübung ans improvisieren zu denken. dabei folgen seine songs klaren mustern, sind klassisches songwriting und doch bestechen sie durch individualität und ein originäres erscheinungsbild. grund hierfür sind heuer der einsatz mittelalterlicher instrumente und die konsequente gesangliche harmoniegestaltung in form britisch-liken vortrags.
hinzugezogen wurden bei der arbeit zum lyrisch aufgewerteten (manchmal schier undurchdinglichen) werk alte wegbegleiter wie tom crossley und gareth eggie von appendix out, dazu der erstklassige perkussionist alex nielson, der aufs barocke spezialisierte gitarrist gordon ferries, ebenso emily maclaren, niko-matti ahti (kiila) und david mcguinness & alison mcgillivray (concerto caledonia). im einsatz sind neben diversen gitarren auch drums, bass, piano, flute, glockenspiel, harpsichord, harmonium, viola, synthesizer, dulcimer, psaltery, hurdy gurdy, fiddle...
shirley collins übrigens gab sich jüngst die ehre und bescheinigte dem nachwuchs absolut wunderbare musik. daneben noch ein paar querverweise, wenn Ihr erlaubt, lal waterson, the incredible string band und auch fairport convention. zudem muss ich bert jansch ins feld führen. höret!
alasdair roberts - drinking milk again (1999)
alasdair roberts - carousing (session planet claire, 2003)
alasdair roberts - i went hunting (session planet claire, 2003)
alasdair roberts - farewell sorrow (session planet claire, 2003)
alasdair roberts - hazel forks (2009)

Freitag, Mai 08, 2009

neue töne (590): that's him! that's the guy!

im sommer 2007 hatten wir über sie berichtet, folk absolut passend in die erwärmende jahreszeit. auf die damalige "help me i'm on fire" ep folgt nun der erste ausgewachsene musikalische erguss.
die new yorker joe scott (bass, drum loops, keyboards, accordion, glockenspiel, melodica, guitars, snare drum, vocals etc.) und david martin (guitars, banjo, vocals, keyboards, melodica, harmonica, drum loops, etc.) alias that's him! that's the guy! gehen es diesmal etwas ernsthafter an. lief ihre ehemalige bandbeschreibung immer wieder darauf hinaus, dass sie an den unsinn verkauft wurde, indem postuliert wurde: "drinking is often involved.". so zeigt sich allein bei der konzeptuellen ausrichtung des neuen albums ernsthaftigkeit und neuaufstellung. jumberlack media, wo auch die frühe ep vertreten wurde, schreibt zu "an army life": "The new album is a concept album about David growing up in a military family and dealing with divorce/domestic abuse/and a distant father." außerdem geben sie mit "Red Folder is a song about David dealing with his fathers estate when his dad (a helicopter pilot) had to go Afghanistan. Polish Lancers relates the Polish Calvarys defeat to a relationship in trouble." inhaltliche beispiele vor.
anspruchsvoll ausgerichtet greift "an army life" in bezug auf den sound eher auf sparmaßnahmen zurück. und das ist gut. das klare klangbild, poliert wie porzellan, angeregt durch überraschungsarme, aber klar definierte gitarrenarbeit und harmoniegesang, schafft die perfekte grundlage für dieses motivierte werk. dass es dabei nicht unbelebt und gleichförmig vor sich hin läuft, dafür sorgen unter anderem die mitglieder von frontier ruckus, die den beiden hauptakteuren den rücken stärken. ob steel guitar, banjo oder vocals, sie sind zur stelle, wenn sie gebraucht werden.
außerdem setzen die beiden protagonisten auf stilistische wie abwechslung im arrangement. "gold truck two" verwebt den gesang scotts und martins mit der melodiefäden spinnenden gitarre, ein glockenspiel erhellt. "small when they were made" ergreift mittels banjo und eines wunderschönen refrains. "red folder" setzt auf rhythmus, einen antizipierenden bass und erfreifenden gesang. und sofort. Ihr könnt dabei sein.
That's Him! That's The Guy! - Anne With An E (2007)
That's Him! That's The Guy! - Red Folder (2009)
That's Him! That's The Guy! - Polish Lancers (2009)

Donnerstag, Mai 07, 2009

neue töne (589): bellini

der bass hängt am gängelband, die drums schroten voran, die kirre stimme der sängerin lautmalt dazwischen. betonungen vielerart, manisch, denoch nie überhöht, hartrhythmik auf den punkt gebracht. vor vier jahren gab die band "small stones" zum besten. nun ward es an der zeit für einen langlebigen nachfolger. ob dies "the precious prize of gravity", das am 05.05. erscheinen wird, auch sein wird, muss sich erst noch zeigen. die audiohinweise belegen zumindest, dass man auch heuer nicht klöppelt, sondern kloppt.
steve albini produzierte das gerät der band bellini, die aus dem gitarristen agostino tilotta, der rhythmussektion um matthew taylor und alexis fleisig sowie sängerin giovanna cacciola besteht. deren düstere lyrik gibt dem ganzen unternehmen eine besondere schärfe, wenngleich der liebestod durchaus auch melancholisch aufschlagen kann. die songs seien, attestiert das label temporary residence: "... more complex and progressive than the comparatively stark Small Stones, with a driving, X-inspired cowpunk vibe throughout." zu kaufen gibt es nur die version aus cd und lp bestehend. wer auf eines verzichten will, muss verschenken. wer mit dem brooklyner unternehmen nichts anzufangen weiß, dem seien u.a. hingeworfen: fridge, mono, grails, melt-banana, young widows, um eine verortung dieses tatkräftigen labels zu ermöglichen. vielleicht komme ich darauf zurück und entzücke Euch mit einigen weiteren pretiosen von temporary residence.
die band gibt ihre herkunft mit sizilien, new york und new mexico an. derart unterschiedliche einflüsse lassen sich sehr wohl in der musik des vierers festmachen.
Bellini - Numbers (from "The Precious Prize of Gravity")
Bellini - The Buffalo Song (from "Small Stones")

Mittwoch, Mai 06, 2009

listenterror: beste alben 2009

update mai

*****
1. scott matthew – there is an ocean that divides and with my longing i can charge it with a voltage thats so violent to cross it could mean death

****1/2
2. alela diane – to be still
3. the felice brothers – yonder is the clock

**** - ****1/2
4. vetiver – tight knit
5. laura gibson – beasts of seasons

****
6. charlie parr – roustabout
7. bonnie prince billy - beware
8. heartless bastards – the mountain
9. great lake swimmers – lost channels
10. condo fucks - fuckbook
11. dent may - the good feeling music of dent may & his magnificent ukulele

***1/2-****
12. red heart the ticker – oh my! mountains below
13. the allender band – outer dark
14. emeralds – what happened
15. marissa nadler – little hells
16. mv & ee with the golden road – drone trailer

***1/2
17. leonard mynx – vesper
18. patton – hellénique chevaleresque récital
19. hannu – harhailua
20. tom brosseau – posthumous success
21. dan auerbach – keep it hid
22. nancy wallace – old stories
23. the balky mule – the length of the rail
24. arborea – house of sticks
25. butcher boy – react or die

***-***1/2
26. fanfarlo - reservoir
27. cotton jones – paranoid cocoon
28. anni rossi – rockwell
29. darren hayman & the secondary modern – pram town
30. the pains of being pure at heart – s/t
31. aidan moffat & the best ofs – how to get to heaven from scotland
32. the whitest boy alive – rules
33. official secrets act – understanding electricity

***
34. burning hearts – aboa sleeping
35. strand of oaks – leave ruin
36. jenn grant – echoes
37. timber timbre – s/t
38. a.c. newman – get guilty
39. bruce peninsula – a mountain is a mouth
40. great dynamo – the average genius eps
41. it hugs back – inside your guitar
42. asobi seksu – hush

**1/2 - ***
43. the decemberists – the hazards of love
44. the o’s – we are the o’s
45. barzin – notes to an absent lover

**1/2
46. soap&skin – lovetune for vacuum
47. m. ward – hold time

**
48. handsome furs – face control
49. franz ferdinand – tonight
50. maria taylor – ladyluck

*1/2 - **
51. bat for lashes – two suns

ein (p)fund mp3 (192)

"dimensions" ist ihr viertes full length, es erschien ende 2008 in australien und nun ist es zeit für die welt, die kolportierte pop-psychedelia-liga halte ich für übertrieben, aber mit erinnerungen an midnight oil kann ich dienen und süffigem popaufspiel:
the lovetones - journeyman
the lovetones - love and redemption
sein neues album ist vorgestern erschien, music is my girlfriend war so frei es zu veröffentlichen, lasst Euch mal ein paar minuten in die kindheit zurück versetzen:
Stars In Coma - Underneath A Fallen Leaf
auf two thumbs down records erscheint anfang juni ihr (nick kraska on bass, drum, vocals; rachel shindelman on lead vocals, keyboards) selbstbetiteltes debut, verschwitzt, schwül:
post honeymoon - night guard
post gab es dieser tage auch von dead oceans mit dem hinweis, dass "Set 'Em Wild, Set 'Em Free" gestern erschienen ist, der muntere drive des appetizer macht schon wirklich lust auf mehr:
akron/family - river
"demonstration" heißt der track, aber auch die am 16.06. erscheinende ep, ein guter vorgeschmack ist diese lustvolle, folkig kling-klongende vorabspeise (+ klasse video auf amoeba music):
The Honey Brothers - Demonstration (2009)
The Honey Brothers - Coney Island Baby (2005)
The Honey Brothers - Drunkard Lament (2005)
das neue album hört auf den namen "stay gold" (30.05.) und wurde von the dears' murray lightburn produziert:
pony up - charles
die wunderbare hat sich mit den begeisternden zusammengetan und so veröffentlichen sie in bälde auf sunken treasure records eine split 7", 500 kopien, beeilen, bis dahin was älteres:
alina simone - saw edged grass (2007)
alina simone - country of two (2007)
the black swans - shake (2007)

dass sie eine halbe ewigkeit ohne vertrag waren, ist eigentlich unglaublich, nun hat sie saddle creek unter ihre fittiche genommen, und das 08er "hometowns" wird noch einmal neu aufgelegt:
the rural alberta advantage - don't haunt this place
the rural alberta advantage - frank, ab

Dienstag, Mai 05, 2009

red heart the ticker - oh my! mountains below (2009)

all jene, die über musik schreiben, werden das kennen. du möchtest anheben, doch es fehlen dir die worte. musik durchfährt und berauscht dich und du stehst atemlos davor und kannst nicht zwischen dem gefühl und dem dritten und vierten gedankengang vermitteln, da sich erste eindrücke verdichtet, niedergesetzt haben, um ein erstes fundament zu bilden. manchmal aber ist es auch genau anders herum. du gehst - wie der schnitter durch die halme - lieblos durch die songliste und könntest früh abkanzeln. das, was einen aufhält, ist wie ein diamant, der leises licht aus der tiefe schickt. der gehoben werden will, komme, was wolle. der, dem licht zugewandt, eine ahnung von der welt hat. sie zu sehen, ist sein einziges ziel.
robin mcarthur und tyler gibbons schuften auf dem feld emsiger als viele andere, nur hinterlassen sie nicht so viele spuren wie jene. vielleicht weil sie sauberer arbeiten. weil sie besonnener ihr tagwerk tun. die geschichten zeugen davon. in ihnen ist viel mehr beheimatet als nur der wache blick auf den alltag, das ermüdende tun, die unsicheren und zugleich ungewollt belebten zeiten sowie die musestunden, die der pflicht abgerungen werden konnten. in ihnen wogt die tradition wie roggen im frischen wind. und wenn robins großmutter in den frühen sechzigern songs aufnahm, tat sie dies auf die selbe weise wie der nicht weniger bemühte nachwuchs. nur war sie näher an dem, was heute leichthin songwriter genannt wird. vielleicht weil die geschichten ursprünglicher schienen, weil sie erst lebhaft durch die bürde des vergangenen jahrhunderts wurden, während uns nun die moderne knechtet.
doch red heart the ticker sind nah dran, dass sie ihre schuhe in die tiefen fußspuren ihrer ahnen einpassen können. unaufgeregt angemessen zelebrieren sie ihren stil aus folk und americana. und nutzen dabei gewissenhaft ein saumseliges band der harmonie, mit dem sie ihren longplayer überdecken. ein schuss geballter wind durchsiebt "yellowbird", als gält es dem gefiederten freund einen schwung zu verleihen. einen, wie er gemässigt in "i lift that boombox" aufkommt, wenn das paar gemeinsam das versmass durchschreitet. der variantenreiche, vereinte gesang ist nur eines der markenzeichen der vermonter eheleute. im gegenteil bieten sie mit ihren zunächst scheinbar unkomplizierten, aber stilistisch verteufelt spannenden songstrukturen unzählige aufmerker. "flocks, first time" markiert den übergang zum pop, "off with our heads" hausiert mit den schönsten fidelmotiven und "snakeskin" hält her, wenn wer ein banjo jäh einsetzen hören will. "winter air" überzeugt in aller sparsamkeit mit einer harmonieline, die wie eine lang begleitende geschichte anhänglich bleibt. robin gibt vor und in aller sachtheit verspricht tyler aus dem hintergrund. befriedeter könnte eine welt nicht sein.
das paar hat mittlerweile ein kind in sie gesetzt. gleichzeitig ging die großmutter den weg alles irdischen. diese pole sind schließlich unverrückbar. dennoch: irgendwo dazwischen befindet sich eine miene, deren diamanten es zu heben gilt. hier ist es zweien gelungen. wer sie dabei begleiten will, macht dies am besten mit einer bestellung (ab 26.05.) bei auger down records, wo ihr aktuelles werk erschienen ist. ich überlasse mich derweil den glockenspielen, guitarlicks, banjos und handclaps.
red heart the ticker - yellowbird
red heart the ticker - when we were young

Montag, Mai 04, 2009

eingestreut (30): james blackshaw

grandioses cover artwork steht dem neuen album von james blackshaw vor. nicole boitos zeichnet für die arbeit verantwortlich (unter"birds of prey" finden sich auf ihrer homepage die originale und ergänzende motive). young god records liefert dazu album und cd (26.05.09), die das zierart tragen dürfen. natürlich wird auf dem ersten release blackshaws auf ygr (zukünftig wird eine feste zusammenarbeit erwogen) auch musik zu hören sein. fünf tracks, die den londoner in bester geberlaune zeigen. "the glass bead game" bietet 12 string guitaristik aller erster güte. erste ausschnitte (siehe unten) verheißen gar etwas klerikales. würde dem burschen gern mal live auf die finger schauen.
james blackshaw - cross (2009)

konzert: scott matthew, 02.05.09, teil 2

das 59:1 war gut gefüllt. die wände mit musikexpress-plakaten und -bannern unaufdringlich gepflastert, ein paar aktuelle hefte lagen aus. der blick hinein eröffnete mir, dass ich seit ewigkeiten keines dieser journale mehr in der hand hatte und barg die überraschung ob eines sehr überzeugenden layouts. ansonsten bot der veranstalter angenehme zurückhaltung. lediglich die empfangsdame wies auf ihre herkunft hin, nachdem sie meinen namen nicht auf der gästeliste fand, mir aber einen unpeinlichen durchgang - nach zahlung der zeche selbstverständlich - ermöglichte. drinnen gab es im halbdunkeln ein helles und gute zweite stunden zusätzlicher wartezeit. scott durchmaß immer wieder das rund, frisch bewaffnet mit einem neuen glas wein und machte einen überaus zufriedenen eindruck. für die etablierten clubgäste wohl ein gewöhnlicher zustand, brannten mir bald die sohlen vom öden stehen und warten. unsere unterhaltung entbrannte sich aber immer wieder am launigen auditorium, das sowohl stirnbereifte mädchen als auch schmerbäuchige ältere herren aufzuweisen hatte, und brachte uns damit über die runden. auch bierrunden. das pils war ok, das helle hülle ich in schweigen.
gegen mitternacht war es endlich so weit, scott matthew, marisol limon martinez (keyboard) und m. eugene lemcio betraten die bühne. die begrüßung scotts war warmherzig und zugewandt. die frühe begeisterung, die ihm entgegenschlug, nahm er dankbar entgegen. auch im verlaufe des konzertes hatte man öfter den eindruck, dass er sehr von den liebesbekundungen seiner fans zehrte. vorerst gab er aber zurück, indem er dem musikexpress dankte für das album des monats und die einladung im 59:1 aufspielen zu dürfen. er betonte, dass die darbietung insofern eine besonderheit wäre, als dass die songs des neuen albums noch keinem publikum haben standhalten müssen. eine premiere. ein verlegenes lächeln, das auch die koketterie verzeiht, und los gings. "dog" eröffnete den 12 songs umfassenden reigen, der sich vornehmlich aus "there is an ocean that divides..." speiste. matthew entglitt unvermittelt in eine angespannte, hoch konzentrierte haltung, die dem gegenüber einen platz zuweist. obacht! aufgepasst! hier zerreisst sich jemand, hier zieht sich einer die haut über die ohren. manchmal glaubte ich solche gerichteten bewegungen beobachtet zu haben. "dog" ist einer der midtempo songs auf dem neuen album und als einstieg in das konzert gut geeignet. so ist gewöhnung möglich. an den flinken bass lemcios, das konzentrierte, absolut songdienliche spiel martinez' auf dem roland. und doch liegt alle konzentration auf scott (siehe fotos) und seinem gesang, auf seinem schmerz, seinem ausdruck, seiner frage: "what's my name?". die gitarre wirkt wie eine gliedmaße, sie ist körperteil und nutzbares instrument zugleich. den schwung aus einer gelungenen ersten performance und dem donnernden applaus nimmt die crew mit ins erfrischende "community". fast ein schunkeln geht durch die reihen. und scott quittiert es mit genuss. seine leidenschaft ist so immens, so ausdrucksstark, so mutig, und gleichzeitig ist sie ohne argwohn und ohne doppelten boden. ein überlassen im verzicht auf sicherheit. das publikum ist ebenso offenherzig und beklatscht die hingabe. als "every sweet hello there's a bitter good bye" von "every traveled road" ertönt, ist es spätestens um mich geschehen und ich lasse mich in den matthewschen sog fallen. während martinez den klangteppich flächig bereitet und lemcio flott differenziert, arbeitet der frontmann am perfekten ausdruck. sein verzagen und das in-sich-winden, die rotunden auf dem hocker, die macht seiner worte. eine kraft pulsiert, an der man sich laben kann. mit dem refrain des nachfolgenden "for dick" geschehen für mich immer wieder - und live umso mehr - wundersame dinge. eine wärme, die sich ausbreitet, ein innerlicher verhalt und ein gleichzeitiges juveniles imstande fühle. wahnsinn! und scott sitzt mir dabei keinen meter entfernt gegenüber.

das konzert hat viele sympathische momente. scott, der mit den anwesenden scherzt, der sich verspielt und herrlich darüber lachen kann, der die beiden mitmusiker nach gelungenem (weiter-) spiel abklatscht.
"thistle" kommt genauso euphorisch wie auf tonträger (scott gibt allerdings vor, man solle nicht so auf den text achten), "little bird" wird der erste ausflug zum debutalbum und berauscht durch seine uneinnehmbare brillanz, "ornament" befriedet schließlich samt ukulele und gemeinsames "lala lala, lalaa lala". "there is an ocean "pirscht sich heran. getragen der einstieg via keyboard. scott setzt ein. er formt wort für wort, als gelte es jedem seine bedeutung neuerlich einzuverleiben. leider verzichtet die darbietung auf das geflüsterte gedicht. dies tat einem gelungenen vortrag keinen abbruch. "german" (die helle stimme, neben dem schweren piano, dazu eine flagellante gitarre), "white horse" (das sehnen!), "wolverine" (scott inmitten eines klangkörpers), allesamt nah am vom album bekannten muster. erstaunlich wie "lebensecht" es den dreien gelang, so nah am original zu spielen. als abschluss ertönt wie auf dem album "friends and foes".
scott und co. lassen sich nicht lange bitten, um eine zugabe zu leisten. wenn er ein star wäre und die ganze welt bereisen würde, um seine lieder zu singen und er zudem einen hit hätte, dann wäre es dieser, leitet der new yorker "abandoned" ein. der schweiß rinnt dem sänger in bächen von der stirn, das haar klitschnass klebt, die hände suchen halt auf den angewinkelten beinen.
überraschend das ende: "i won't share you " von the smiths und ein weiteres cover mit "harvest moon" von neil young, getragen, verstiegen und heimgeholt.
ein irre schönes konzert mit einem aufgeräumten künstler nebst kongenialer begleiter fand ein fulminantes ende (wer hat scott schon mit einer mundharmonika agieren sehen?!). undisziplinierte clubgäste lasse ich heute außer acht. die nähe zum geschehen sorgte für ein positives erleben.

Sonntag, Mai 03, 2009

konzert: scott matthew, 02.05.09, teil 1

beobachtungen an einem samstagabend in münchen. der himmel ist wolkenfrei, die sternderl leuchten. die sonnenstraße ist belebt, die stadt in bewegung. vor uns ein pärchen im auto. sie warten. sie warten lange. bis es genau 22:00 uhr ist. dann bedienen sie den parkautomaten. der schein weist genau eine stunde aus. ab 23:00 uhr ist parken frei. zeitmanagement. wir warten auch. der abend ist kühl. vor dem 59:1 versammeln sich kleine grüppchen. manch einer steigt von einem fuß auf den anderen. wir kuscheln und wärmen uns aneinander. beziehungsmanagement. neugierig gucken wir dabei immer wieder nach rechts. wir stehen direkt vor einem historischen gebäude der stadt, der ehemaligen frauengebäranstalt, in der auch karl valentin das licht der welt erblickt haben soll. später wurde es postscheckamt. heute, heute hat hier die isarpost eventlocation ihren sitz. das geviert ist umgattert. rot beleuchtet, die atmosphäre schwül. ein türsteher fixiert passanten und partywillige. nur wenige halten ihm stand. eventmanagement. irgendwann ziehen auch wir los, vollgesogen mit nächtlichen impressionen, in vorfreude auf unseren höhepunkt des abends.
der musikexpress klub hat geladen und scott matthew konnte nicht nein sagen. schließlich hatte ihn das magazin samt seines neuen werks in die rubrik "album des monats" gehievt. das verpflichtet.
wie das konzert verlief, warum scott verdammt gut drauf war, wer sich unter den gästen tummelte, wie die setlist aussah und außerdem fotos en masse demnächst auf Ihrem hausblog!

ein (p)fund mp3 (191)

eine schöne tradition auf anderen blogs finde ich, wenn diese in aller regelmäßigkeit ihre emailkästen entleeren, um den ballast an promoanfragen und außerdem ungefragt gesendeten mp3s abzuwerfen. denn hin und wieder finden sich darunter auch perlchen. ich entscheide nach qualität und gebe letztlich nur voll euphorisiert weiter, was mir auch wirklich gefällt. basta!
die säcke! können es nicht lassen, das neue album "farm" erscheint am 23. juni, sollten sie dieserorts auftreten, bin ich wieder dabei:
Dinosaur Jr - I Want You To Know
über sie müsste ich eigentlich etwas mehr schreiben, einen ersten hinweis gab ich bereits vor einiger zeit auf das am 31.03. erschienene album "azar", slowcore im besten sinne:
Venice Is Sinking - Okay
Venice Is Sinking - Ryan's Song
die preorder für "The Hateful Eye EP" (13.05.) läuft und labrador lässt uns wie stets an der vorfreude teilhaben:
little big adventure - happiest times
little big adventure - the hateful eye
ein fund in den weiten des dollhauses internet, hinter dem moniker steckt john lamonica, die tracks sind von der ep "memory vs.", welches hier komplett heruntergeladen werden kann, etwas älter, aber deswegen nicht schlechter, auch nachfolger sind bereits präpariert, wie man seiner webseite entnehmen kann:
tiebraker - economy song
tiebraker - six years later
tiebraker - all we have
sind schon ein ganzes weilchen im geschäft, nun mit "more" (05.05.) mit dem thrill jockey debut (nach zwei full length und diversen kleinstwerken), die arbeiten sich auf, während wir im sessel geniessen können:
Double Dagger - The Lie, The Truth
wiederholter hinweis auf das am 19.05. erscheinende "romanian names", es sollte ein voller erfolg werden:
John Vanderslice - Too Much Time
interessanter name, furiose musik, "post-nothing" heißt ihr aktueller tonträger, hochgelobt:
Japandroids - Young Hearts Spark Fire
ein ausflug noch auf ikuisuus records und damit fix in den spacerock bereich, neuester output ist die "IV-LP", wir hören mal rein:
avarus - IV a
avarus - IV b
und ein bisschen was älteres von ihnen:
avarus - löylyvesi (from: "vesikansi")
avarus - amurin hiuskolmio (from: "jättiläisrotta")

Samstag, Mai 02, 2009

neue töne (588): my autumn sons

my autumn sons kommen aus schweden, treten zumeist zu viert (anders sundberg, markus majdalani und anna ödlund sowie mats) auf und haben im frühjahr dieses jahres auf series two records einen longplayer herausgebracht. der heißt "perfect" und enthält acht tracks voller unsteifer indiepopsongs. das ist eine verquere kategorisierung und sagt vermutlich weniger aus, als würde man den kanzler beim namen nennen. nun, dominiert wird dieser musikalische act von anders' nordisch überhöht tönender gesangsstimme, den steilen gitarren, einem ornamente zeichnenden undichten klangteppich aus synthesizern und klavieresken betonungen sowie mild dröppelnden drums. durchaus etwas für den samstag, vielleicht erst nach den spieltagsergebnisse hören.
My Autumn Sons - Again
My Autumn Sons - Plain
My Autumn Sons - Promised You