Montag, Oktober 20, 2008

glotzt nicht so romantisch (37): cloud cult

mein erster bericht über cloud cult erschien im märz 2007, hier. im vordergrund standen damals ihre bestrebungen um ihr label earthology und ihr aktuelle platte "meaning of 8". ein grower, der sich noch heute unbefangen auf meinem plattenspieler drehen darf. im februar dieses jahres schrieb ich dann kurz über das aktuelle werk "feel good ghosts (tea-partying through tornadoes)". gehört hatte ich es bis dahin noch nicht, vielmehr war ich in feuriger erregung. mit dem album komme ich noch heute nicht richtig zurecht, zu anders, zu sehr gegen die erwartung gebürstet ist es. der einsatz von elektronika erscheint überbordend und zugleich gelingt es der vielköpfigen band, genau das hervor zu kitzeln, was für mich cloud cult ausmachen: komplexe soundbilder, durch die der warme melodiereigen lugt. die kritik in ihren texten, das aufbegehren gegen stumpfsinn und dummheit, gerade und vor allem im umgang mit der natur, sollen natürlich nicht verschwiegen werden.
das 08er album gehört zu jenen, die ich nicht wegbekomme von meiner anlage. beim aussortieren fällt es mir regelmäßig in die hände und ich denke, dass ich unbedingt wieder reinhören muss, um ein abschließendes urteil fällen zu können. bis heute ist es mir nicht gelungen, eindeutig stellung zu beziehen. allerdings haben mich immer wieder videos auf den rechten pfad geführt. deshalb in aller ausführlichkeit und zur erinnerung an ein kontroverses werk: cloud cult in bild und musik (die ersten videos sind mit songs des neuen albums bestückt):
Cloud Cult - Everybody here is a cloud (video)
Cloud Cult - Story of the Grandson of Jesus (live)
Cloud Cult - Love You All (live)
Cloud Cult - Pretty Voice (live)
Cloud Cult - Chemicals Collide (video)
Cloud Cult - When Water Comes to Life (video)
und ein bißchen musik obenauf:
Cloud Cult - 6 Days to Madness (2000)
Cloud Cult - Sane As Can Be (2000)
Cloud Cult - Fairy Tale (2004)
Cloud Cult - Car Crash (2005)
Cloud Cult - Take Your Medicine (2007)

Sonntag, Oktober 19, 2008

neue töne (439): andrew bryant

seit 2004 veröffentlicht andrew bryant. "the honeymoon" hieß sein erstling. mit ausnahme seines zweiten werkes "the stoy never told", das bei sleeping recordings erschien, brachte bryant sämtliche alben bei magnolia state records heraus, seinem eigenen label. ob er sich damit über wasser halten kann, ist nicht belegt. da gerade die letzten beiden auswürfe "the cowboy" und "bad man blues" nur digital erschienen sind, wage ich es zu bezweifeln. ein foto auf seiner homepage zeigt ihn innig mit einem baby. das gehört also auch noch ernährt.
schwierige zeiten. so verspricht er denn seinen fans, dass er die beiden alben auf seinen konzerten mitführen wird. wenigstens etwas.
und dann klingt der bursche auch nicht so, als wäre er der feurige welteroberer. ich hoffe, ihm gelingt es, seine familie anständig durchzubringen. warum ich mir darüber gedanken mache? keine ahnung. manchmal verlaufen sich die assoziationen. insbesondere wenn sie durch solcherart musik entstehen, wie sie bryant fabriziert. schwelige gitarre oder hölzernes klavier begleiten ihn und seinen folkblues. seine stimme ist unprätentiös, aber erinnerungswürdig, wie seine kargen arrangements, seine harmonien und die glaubwürdigkeit seines vortrags. keine große geschichte, aber eine.
andrew bryant - Honeymoon (2004)
andrew bryant - Bad Man Blues No. 2 (2008)
andrew bryant - Wonderin' & Thinkin' (2008)
andrew bryant - A Road To Take Me Home (2008)

Samstag, Oktober 18, 2008

neue töne (438): paul metzger

genauso wie paul metzger einen verhauten typen gibt, genau so sehen seine instrumente aus: verlebt, gegerbt, von welchen wettern auch immer. vital scheinen sie dennoch allesamt zu sein. das faltige, behauene, der zustand über dem fertigen hinaus regt unser interesse an. gleichsam, dass es nie ein leichtes wird, hier auf den grund zu kommen. so ist es auch mit der musik metzgers. er fordert die sinne, spannt im wahrsten sinne auf die folter, wenn er mit dem bogen über sein banjo schnellt und improvisiert, wenn er die gitarre bedient, die aussieht, als wäre sie eine auf länge gezogene dobro.
das banjo wird nicht gepickt, sondern er verwendet es wie eine gitarre und erzeugt zunächst fremde klänge. manche gemahnen asiatisch, andere verweisen auf psychedelische einflüsse, auf progrock und vielerlei mehr. es macht wenig sinn, dem hinterher zu stolpern. metzger setzt neue akzente und bedarf der rückbesinnung nicht mehr. in ihm verschmilzt gestriges zu neuem. die virtuosität, die sprünge und das dennoch wesenhafte sind faszinierend. er versteigt sich nicht ins vertrackt, benebelte, sondern führt den hörer in die verschlissenen koloraturen seines spiels, als wollte er sie führen. führen wie ein galerist, der auf seine gemälde weist, über die hintergründe informiert, hier und da ausführt, welche materialien gewählt wurden.
ein neues album steht bereit. "paul metzger" getauft, enthält das werk zwei tracks mit 19 bzw. 17 minuten länge. höret hin und Ihr werdet vernehmen, warum man den mann aus minnesota auch st. paul nennt. myspace
paul metzger - canticle of ignat (clip)
paul metzger - zugentgleisung (clip)
paul metzger - orans
video:
paul metzger - a short banjo improvisation
paul metzger - guitar improv. pt. 1

27.10. köln, stadtgarten

Freitag, Oktober 17, 2008

neue töne (437): mina tindle / the limes

ein schöner tipp vom pariser bloggerkollegen oliver, dem mitinitiator des grandiosen konzerttagebuchblogs, der hauptsächlich aus köln und aus der französischen hauptstadt berichtet. die ist auch das zuhause der jungen mina tindle. neben ihrer solokarriere ist sie auch mitglied bei the limes. die wiederum sind ein bunt zusammengewürfelter haufen. da gibt es david simonetta (Paris), orouni (Paris), mina tindle (Paris), john hale (Carrboro, NC) und brent ballantyne (Durham, NC). sie begannen ihr projekt in 2006, indem david und brent material schrieben und es dem jeweils anderen zuschickten, damit dieser es bearbeiten konnte. sie haben sich lange nicht von angsicht zu angesicht gegenüber gestanden. später kamen dann die anderen drei hinzu. ihr folkpop ist ganz wunderbar. eine der sich sacht zu einem gesellt, der nachschwingt, wenn die musik ausgespielt und den man immer wieder hören möchte. da gibt es wenig, was sich von anderen ihrer art unterscheidet, dennoch hört man hier immer etwas genauer hin.
the limes - morning noon & night
the limes - beyond blue
the limes - the snake
die news sind den fünfen ausgegangen. vielleicht auch deshalb zieht mina tindle derzeit solo ihre kreise. so erst kürzlich in paris. der bericht hier. da ihre stimme ein sehr dominanter teil der arbeit von the limes war oder ist, so gälte es lediglich, den unterschied auszumachen zwischen dem musikalischen ausdruck der band und minas soloauftritten. ein erster gedanke dazu: ein mehr an eindringlichkeit, etwas konsequenteres liegt ihrem tun anheim. es ist, als verstiege sie sich mehr in die eigene musik. alles nur vermutungen, die auf meinem bescheidenen höreindrücken basieren. schließlich bleibt, dass mina tindle ausgezeichnet singt, mehr noch interpretiert. oliver wusste, dass demnächst eine ep ansteht. sollten deren tracks angenehm sparsam instrumentiert sein, damit viel platz für die junge dame ist, kann kaum etwas schief gehen.
mina tindle - the good

Donnerstag, Oktober 16, 2008

ein (p)fund mp3 (143)

sie veröffentlichen auf marsh marigold records und brachten zuletzt in 2007 "the clock strikes ten" heraus, an einem neuen werk wird gearbeitet, bis dahin:
This Year's Model - No More Easter (Rough Mix)
This Year's Model - Ten O'Clock Murder
This Year's Model - Oh, Heaven Help My Foolish Heart
This Year's Model - The Postcard
stellt sein album "The Boy Who Floated Freely" komplett zum download (.zip):
ramona córdova - one day, someday
ramona córdova - giver's reply
ramona córdova - the coda
spielt eine vielgestaltige gitarre, hat eine fetzige stimme, "blood heron" kommt ende oktober in kanada heraus:
Priya Thomas - Had I Known, I Would Have Declined
diese jungs spielen zur hochzeit eines der bandmitglieder von o'death auf, geben wohnzimmerkonzerte und haben ein neues album am start und mit mir einen neuen fan:
The Theater Fire - Uncle Wayne
The Theater Fire - Swashbuckler Blues
den vorgänger fand ich sehr erquicklich, auf "moonwink" werden sie sich neu beweisen müssen:
The Spinto Band - Summer Groof
nicht dass wir "furr" nicht schon beworben hätten:
Blitzen Trapper - Gold for Bread
außerdem mit neuem album, es heißt "Beating Back the Claws of the Cold":
The Pica Beats - Poor Old Ra
"Parting Marrows" heißt der aktuelle auswurf und kommt am 27.10.:
Our Brother the Native - Seminal Paws

Asobi Seksu
04.12. Köln//Gebäude 9
05.12. Hamburg//Molotow
06.12. Berlin//Live at Dot


Wild Beasts
15.11.08 Paris Cigale
20.11.08 Hamburg Molotow
21.11.08 Berlin Roter Salon

Mittwoch, Oktober 15, 2008

neue töne (436): a lily

kleiner nachschlag am mittwoch. james vella heißt der mensch, der sich mit der bezeichnung a lily versah. etwas irreführend, aber nun. neugierig war ich dennoch. auf dynamophone records veröffentlichte er sein computergesteuertes werk "wake:sleep". es erschien 2006. neben besagtem digitalgerät verwendete vella außerdem "electric and acoustic guitars, accordion, piano, drums, glockenspiel, bass, lap steel, zheng, vocals and a light switch". das ergebnis lädt zu vielerei ein, zuvorderst: chillen. dass james vella eine gewisse berühmtheit zusteht, verdankt er weniger seinem soloausflug denn der tatsache, dass er sich als gitarrist von yndi halda verdingt.
wer lust hat auf atmosphärische soundlandschaften, die sich zu einprägsamen bildern formen, hört hier mal rein.
im august dieses jahres sollte eigentlich eine neue ep veröffentlicht sein. doch bisher kam mir etwaiges nicht zu ohren.
a lily - i am to you
a lily - lights shone brighter. my delicate sun is my sparklin' sun
a lily - leanna is a quiet meow
a lily - you are the sun, your eyes are the sun
a lily - aeriels quiet and death-defying

the early judgement (20): the lucksmiths

"first frost" heißt das neue album von the lucksmiths, handelsüblich die lucksmiths genannt. wirklich viele menschen auf diesem erdenrund wenden diese ansprache leider nicht an. denn zu wenigen ist die australische band um tali white bekannt. wäre es so, dass die lucksmiths ein massenphänomen wären, gäbe es auf dieser unserer erde weniger kriege und hungersnöte, dafür mehr kinderkrippenplätze, gesunde lebensmittel und deutlich mehr frauen in lustigen kringelstrumpfhosen. ist aber nicht so.
denn die lucksmiths fristen ein nischendasein, obwohl sie seit 1993 fleißig tonträger aufnehmen. diese brachten sie via candle records, drive-in records, matinée recordings oder fortuna pop unter die leute und boten dabei so charmant herzzerreissend mutige musik an. mehr noch: herzmuskelstärkende, pulssteigernde, liebliche, staubsaugermusik für mit müll angereicherte hirnkasterl. twee pop schimpfte mancher, indiepop einige andere. "melodienzüchter!", ich. und das über mittlerweile zehn alben und einige eps hinweg.
zunächst zu dritt, ab 2004 zu viert hielt die konstante lucksmiths immer, was sie nie versprach. ob lokale, melbourne inspirierte themen oder weltweit herrschende zustände wie das wetter die jungs verheizten keine gute idee, sondern brachten sie stets mit austariertem liebreiz dar. seit 2007 fühlt sich nun die lost and lonesome recording company für die band verantwortlich, nachdem candle records leider die segel strich.
"first frost" kommt im herbst und überrascht. nie waren die lucksmiths stilistisch so breit aufgestellt. perfider rock 'n' roll zwickt country, der sich an glam heranmacht, um von krautrocknoten übermannt zu werden. ein frischer wind (ein bisserl surf!) belebt dieses album. ein bißchen viel frischer wind (fuzzy?!), den es für manchen der - wie oben benannt - viel zu wenigen fans (shoegazer!) der lucksmiths vielleicht nicht gebraucht hätte. ich möchte auf keines der begleitenden lüftchen verzichten. es steht der band ausgezeichnet wagnisse einzugehen, die dennoch konsequent am bandeigenen sound schleifen.
wer nun glaubt, dass hier lefty frizzell oder bryan ferry um die ecke gucken würde, irrt. die lucksmiths bleiben sich in jeder minute treu und bieten die mitwippcharaktere auf, deren zwischenmenschliche beziehungen noch lange nicht ausgelotet scheinen. und außerdem klopft und scheppert das schlagzeug noch immer, wie es sonst nur schülerbands hinbekommen, die gitarren twangeln und die trompeten- und hornklänge begeistern. und wer dem lieblichen gesang talis nicht erliegt, dann vielleicht seinem duett mit bec rigby von the harpoons auf "lament of the chiming wedgebill". oder der songstartenden mundharmonika, dem noiseausklang von "how we met" oder den "ah haa"- gesängen in "song of the undersea".
eigentlich hat sich so viel nicht getan. the housemartins und the beautiful south müssen immer noch als referenzen erhalten, doch die lucksmiths sind weder deren nachahmer noch nachfolger, vielmehr spielen sie auf augenhöhe. erst recht mit so einem knalleralbum. das ist mehr als ein würdiger nachfolger auf "warmer corners". es ist eine ihrer besten aufnahmen, vielleicht die beste. das wird die zeit bringen. bei mir: ****1/2
The Lucksmiths - A Hiccup In Your Happiness
The Lucksmiths - Good Light

Dienstag, Oktober 14, 2008

neue töne (435): simone massaron / carla bozulich

hinter simone massaron steckt ein 1971 in mailand geborener jazzmusiker. sich auf diese rolle reduzieren lassen, will der zunächst piano lernende und später zur gitarre wechselnde aber nicht. seinen produktionen ist von der freien improvisation bis zum blues und verschiedenen stilen europäischer musikkulturen nichts fremd.
nachdem er zwischenzeitlich die drums bediente, erarbeitete er sich mitte der achtziger den jazz, nahm u.a. unterricht bei pat metheny, bill frisell, mick goodrick, john scofield oder marc ducret. in den neunziger konzentrierte sich massaron auf die arbeit an der gitarre, nahm unterricht und spielte in verschiedensten kapellen. später gab er selbst lehrstunden auf dem instrument.
einige werke kann er sowohl als leader oder sideman aufweisen. auf longsong records erschien nun ein album in zusammenarbeit mit carla bozulich. während massaron für die songs und deren arrangements verantwortlich zeigte, wirkte bozulich als texterin und natürlich sängerin. herausgekommen ist bei der coproduktion ein erfrischend offenes und reifes werk, das jeweils die künste des anderen hervorstechen lässt. massaron beschränkt sich auch hier nicht, vom blues über folk bis hin zu aufregend frei improvisierten phasen kann man einiges hören. carla offeriert ihr lyrisches talent und beweist die flexibilität ihres gesangsorgans. hier muss man sich zunächst jeden song erarbeiten, bevor man in die genussphase übergehen kann, da einem vertrautheiten den weg weisen. mit an bord haben die beiden zeno de rossi an den drums, einen der bekanntesten new jazzer italiens, außerdem andrea viti und xabier iriondo und viele andere mehr.
massaron hat sich darüber hinaus einen namen als filmkomponist und -musiker gemacht.
wer noch etwas namedropping braucht, dem sei gesagt, dass massaron bereits mit elliott sharp und marc ribot gearbeitet hat. ein hochgeschätzter in seinen kreisen.
zum reinhören bitte die myspace seite besuchen.

Montag, Oktober 13, 2008

neue töne (434): oddfellows casino

nachdem ich den gestrigen münchen marathon überlebt habe, kann es hier nun weitergehen. ich erspare Euch bilder und weitere ausführungen. nur so viel: ca. 50m vor dem ziel hatte ich einen so mörderischen krampf im fuß, dass ich innehalten musste, um den verflixten muskel wieder auf vordermann zu bringen. nach halbstündiger erholung sah ich noch immer aus wie eine leichte. und: 31km sensationell gut durchgelaufen, ab dann quälerei, elendige. fazit: bombenwetter, wolf gelaufen dank neuer hose, keine blasen, sonnenbrand, heiser, schmerzen in jedem verdammten muskel, miserable zeit, beschlossen, nie mehr an einem marathon teilzunehmen.
mit oddfellows casino beschäftige ich mich nicht erst seit gestern. die 02er "yellowbellied wonderland" cd habe ich mal auf gut glück geschossen. grund hierfür war, dass auf dem cover groß "a pickled egg recording" stand. das label steht u.a. für mass shivers, the doozer, nalle, daniel johnston, volcano the bear, farina, the go! team, homescience, sodastream, savoy grand usw.
hinter dem moniker oddfellows casino (ein gewisser oddfellow zog mit seiner freakshow vor 130 jahren über die britischen inseln) versteckt sich vor allem david bramwell aus brighton. er macht mit seiner mannschaft musik, die sich nicht auf den ersten hördurchgang erschließt. was sich leicht als phrase abtun lässt, ist bei bramwell programm. vordergründig schluffige, jazzangehauchte musik, die sich sparsam durch die boxen zwingt, unterlegt mit bramwells launigem gesang, zwingen die lyrics und die elektronischen einschlüsse immer wieder zur neujustierung der konzentration. außerdem begrenzt sich oddfellows casino nicht im stilistischen, er erarbeitet sich ambient, dub und setzt zum teil auf orchestralen sound. ergeben tut dies einen steten fluß, der kaum durch einen neu beginnenden track unterbrochen wird. talk talk ist eine prima referenz.
mit "the absence of birds" legt oddfellos casino" nun eine neu ep vor. vier neue songs inklusive eines kurzfilms, in dem die geschichte der oben erwähnten freakshow erzählt wird. unterstützt wurden bramwell und co. bei diesen aufnahmen zusätzlich von stereolabs simon johns am bass, giant leaps gitarrist andrew philips an gitarre und percussion, clearlakes jason pegg an der orgel und bevis frond gitarrist paul simmons an bass und gitarre. "winter creatures" soll nicht unerwähnt bleiben, der zweite longplayer und nachfolger von "yellowbellied wonderland", der mit düsteren folkelementen und psychedelia spielt.
Oddfellows Casino - Take Me Out To Sea
Oddfellows Casino - Cool Water
Oddfellows Casino - Camping On The Moon
Oddfellows Casino - Road Movie
Oddfellows Casino - Giant Redwoods
live 2004:
Nip in the Air
In this House
Rabbit County

Sonntag, Oktober 12, 2008

zu gehör getragen (84)

peterlicht - melancholie & gesellschaft (2008)
> im gleichklang die vokabeln wundgescheuert, 3/5

welcome to the cinema - blocks and hills (2008)
> bei aller wüstheit liebenswert bis zum schmachten, pop 'n' punk zwischen p.i.l. und 22 pistepirkko, 3-3,5/5

mary hampton - my mother's children (2008)
> verwunschenes wunderwerk, geborgener schatz, 4/5

horse feathers - house with no home (2008)
folkreduktion par excellence, 4/5

Samstag, Oktober 11, 2008

ein (p)fund mp3 (142)

zur erinnerung an das auf safranin erschienene "awake", ein willkommener new wave- einwurf für den gestrengen herbst, der erste track ist vom neuen album:
the antiques - the microphone died
the antiques - painted post road
the antiques - don't stand in my room
the antiques - one day you'll be sorry too
the antiques - brown balloons
es gibt sie noch, sie touren fleißig, auf vinyl gepresste neue töne muss man wohl noch etwas warten:
sweet billy pilgrim - ain't no jesus in here
sweet billy pilgrim - god in the details
sweet billy pilgrim - forget to breathe
ich seh hier noch nicht den großen wurf, aber für kommendes nicht schwarz, "the rumb line" ist schließlich erst das debut:
ra ra riot - dying is fine
die carpark- artists kommen am 21.10. mit einer seven inch single, sie wird mit "used to be" einen neuen song enthalten sowie eine 4 track demo version von "apple orchard" aus 2005, zur einstimmung:
Beach House - Gila
Beach House - Master Of None
kommen mit einer 7'' split, gemeinsam mit plumerai auf clairecords:
The Brother Kite - Half Century
The Brother Kite - Hopeless And Unsung (Alt. Version)
an denen kam ich nicht vorbei, erstere mit "oh, ramona" am 21.10. auf dem markt, die zweiten zum selben zeitpunkt mit "footnotes":
Hospital Ships - Baby for J.
The Hospital Bombers - Neighborhood
adrian orange and her band - while you live

Adrian Orange And Her Band
10.10.2008 Berlin, Lokal
12.10.2008 Hamburg, Astrastube
13.10.2008 Darmstadt, Oettinger Villa


Scott Matthew
25.Nov.2008 Villa-merkel ESSLINGEN
02.Dez.2008 Karlstorbahnhof HEIDELBERG
04 Dec 2008 Gleis 22 MUENSTER
09.Dez.2008 PRINZENBAR Hamburg
17 Dec 2008 WIESBADEN
18 Dec 2008 DUISBURG

Freitag, Oktober 10, 2008

neue töne (433): j. tillman

wieder einmal schlägt die untrügliche veröffentlichungspolitik zu. erst im januar 2009 erscheint das neue album von j. tillman als cd, während man den download bereits für den 27.10. erwarten darf (wobei das werk seit anfang des jahres angepriesen wird, wir hatten uns hier bereits geäußert). das besonders schöne artwork der scheibe auch noch beworben zu sehen, macht mich außerdem sauer. aber auf der kommenden tour mit fleet foxes soll "vacilando territory blues", so wird das gute stück heißen, zu haben sein. abwarten. jedenfalls erscheint es auf western vinyl mit unterstützung von bella union. "cancer and delirium" zuletzt auf yer bird records, davor "minor work" bei fargo veröffentlicht. warum treibt es den kerl so um?
wenn man bemerkt, wie atmosphärisch dieser tage tillman seine songs ausarbeitet, wundert es nicht, wenn er von den foxes für das vorprogramm gebucht wird (auch am 24.11. in berlin, denke ich). da haben sich zwei gefunden. hoffentlich kommt hier das wort von "perlen vor die säue" nicht zum zuge. erst gestern las ich von einem schlaumichel, der nicht auf die hauptband warten konnte, weil ihm zwei vorbands, die nicht nach seinem gusto waren, bereits den abend vergällten. da fällt mir nichts mehr ein.
wer auf der myspace seite mal ein ohr riskieren möchte, um in das aktuelle album tillmans zu hören, wird vielleicht meine meinung teilen, dass der bursche etwas aufgeräumter, heiterer (?) klingt. keiner wunder, wenn man bedenkt, dass einige jungs der foxes mit hand anlegten. deren traurigkeit ist keine hausgemachte.
J. Tillman - Steel On Steel
J. Tillman - Evans And Falls
J. Tillman - Ribbons Of Glass
J. Tillman - When I Light Your Darkened Door

Donnerstag, Oktober 09, 2008

in fester hand (13): mother tongue

wie sehen meine/deine lieblingsplatten aus? warum mag ich/warum magst du sie so sehr? warum geb ich/warum gibst du sie nicht mehr her? in fester hand. weil ich/weil du sie hochheben, hochleben lassen möchte/möchtest. weil ich/weil du sie nicht mehr hergebe/hergibst. in fester hand. in loser reihenfolge stellen freunde und bekannte hier ihre liebsten alben vor, in fester hand und mit ein paar worten. und geben preis, an und ab. ich füge meine mit ein.

heute DennisDet aus b.:



Mother Tongue - Mother Tongue
(Sony, 1994)

Über diese Platte hatte ich erst nur gelesen, bevor ich überhaupt einen einzigen Ton von ihr hörte. Jahrelang. Hatte immer wieder das Cover auf einer Abbildung betrachtet, das so rein, fast sakral und doch untergründig traurig auf mich wirkte. Doch das Debüt von Mother Tongue verschwand schnell vom Markt, zu schnell für mich.
Als ich es dann Jahre später in einem gammligen Second-Hand-Laden entdeckte, hatte ich bereits einiges verinnerlicht. Die Beschreibung des düsteren, aufgerauten Blues, an dem es sich nur wund reiben ließ, die exorzistische Brachialität der frühen Liveauftritte, die ein eher verstörtes Publikum zurückließen. Die Historie der Bandmitglieder, die von Niederlagen gebrochen und gehärtet schienen. Und obwohl ich nach dem Kauf mit Erwartungen nach Hause eilte, die eine beträchtliche Fallhöhe aufwiesen, wurde ich, fiebrig die Kopfhörer aufnestelnd, nicht enttäuscht.
Auch wenn der Einstieg mit seinem wilden Gitarrensolo erst einmal auf die falsche Fährte lockt. Denn Mother Tongue hatten weder ausuferndes Getöse und sich selbst spiegelnde Kraftmeierei im Sinn, sondern die straffe und konzise Bündelung eines absolut physischen und schnörkellosen Rocks (Bluesrocks würde ich schreiben, wenn dies Wort nicht so bitter belastet wäre). „Broken“ also heißt es gleich zu Beginn. Das Lied lebt von seinen Dynamikwechseln, zerreißt sich in seinen immer wieder eingestreuten Gitarrensoli. Und doch ist bereits das zu spüren, was ich an der Platte insgesamt so liebe: dass sie trotz ihrer Härte und Kompaktheit immer auch fragil erscheint, als würde sie etwas unbeholfen über einem Abgrund tänzeln. Dass ich nie das Gefühl habe, hier wird ein Spiel betrieben, eine Pose, oder ein Kompromiss angestrebt, sondern dass es hier um etwas ganz Notwendiges geht, um eine existentielle Angst, ein Ungleichgewicht, dem sich die Band komplett ausliefert. Die Aufnahmen waren dementsprechend die Hölle für alle Beteiligten und auch mit der Grund, warum sich Mother Tongue drei Jahre später vorläufig auflösen sollten. Doch was die Band in dieser Zerrissenheit produzierte und aufnahm, erreicht, zumindest für den Hörer, zumeist eine kathartische Wucht.
„Burn Baby“ beginnt, als die ganze Stadt bereits in Flammen steht, wie eine Coda. Dabei brodelt es gewaltig darunter, so sehr, dass das eruptiv einbrechende Schlagzeug tatsächlich eine Befreiung ist, die alle Schleusen öffnet. Nachfolgend scheint „Vesper“ erst einmal eine Verschnaufpause zu gönnen, doch auch hier liegt bereits alles in Trümmern, Akustikgitarre und Viola klauben nur noch die Scherben auf. Scherben einer Realität, einer Wahrheit, die zerbrochen ist. An der man sich schneiden kann. So führt auch hier alles dem verbitterten Ende entgegen, „we’re all slaves to the truth“, die Viola hetzt irrsinnig in die Höhe, Gitarre und Rhythmus können kaum folgen, der Status Quo bleibt erhalten, unerlöst.
Wir sind erst im vierten Lied des Albums, doch der zentrale Track steht genau in der Mitte: „Damage“ beginnt lauernd, schwerfällig und trägt doch bereits diese unglaubliche Wucht in sich, die fast das gesamte Lied dominieren wird. Vor diesem einen, kurzen Moment, in dem das Atmen, Luftholen des Sängers hörbar ist, und nachfolgend die ungestüme Brutalität (oder ist es Verzweiflung? Wie so vieles an diesem Album ist auch dieser Augenblick ambivalent) sich Bahn bricht: „I’m gonna bleed my blood, I’m gonna break my bones, I’m gonna break it down, I’m gonna throw some stones“.
Nicht alle Lieder haben mit ihrer manchmal etwas naiven Geradeheraus-Richtung die Zeit so gut überstanden. Und doch wirkt insgesamt das Debüt von Mother Tongue auf mich nicht nur wie das beeindruckende Dokument einer in sich zerrissenen Band, sondern vielmehr wie ein Spiegel der Forderung Camus an den Menschen, der an der Absurdität der schweigenden Welt zu zerbrechen droht: nichts zu beschönen und nicht aufzugeben, sondern den eigentlich unerträglichen Zustand immer und immer wieder auszuhalten.

neue töne (432): mary hampton

zwei eps auf den weg gebracht hat mary hampton. nun ist der erste longplayer seit anfang august auf dem markt. mit ihm wird sich die junge folkerin unter den besten ihrer sparte etablieren können. wenn nur etwas mehr zeit wäre. dann würde der ätherische odem, den dieses werk verströmt, auf all jene niedergehen, die bisher noch nichts von der dame aus brighton erfahren haben. "my mother's children" heißt das auf navigator records erschienene werk, das ausnahmslos neue und eigene songs der engländerin enthält. nicht unbedingt erwartungsgemäß, hat hampton doch auf den vorgängern u.a. traditionells bearbeitet und auf ihre besondere weise dargebracht. diese narrative art des gesangs, das still begleitende gitarrespiel, das drängende und so unbeweglich erscheinde. in der erstarrung, der wesenheit der verstockten, liegt ihre gabe und ihr ansinnen, das innehalten und für wertvoll erachten, was sie zu sagen hat. dass sich ihr album nicht allzu steif geriert, dafür sorgen zeitweiser duettgesang, handclaps und finessen in der gestaltung ihrer songs. ihr zu folgen ist nicht immer einfach. ihr stimme verdreht und geriert sich, wie sich windendes, im sterben befindliches wild. doch die schönheit des derben augenblicks, die lüsternheit des beobachters, der moment der macht..., ach, was schreib ich schon wieder. hört!
mary hampton - sweet dreams of nancy

Mittwoch, Oktober 08, 2008

neue töne (431): gregory and the hawk

bitte vorstellen! die jungs von fatcat records sitzen in der kneipe und kippen einen. eine band spielt auf, eine junge dame singt dazu und die herren sind geplättet. einen monat später begannen die arbeiten zum (fatcat debut-) album von gregory and the hawk.
meredith godreau heißt die dame hinter dem projekt. sie überraschte die labeljungs nicht nur mit ihrer stimme, sondern ebenso mit ihrem ehrgeiz. der trieb sie zum verkauf von 15000 kopien ihrer in selbstregie und kleinauflage herausgebrachten cdrs (u.a. "boats and birds ep", "in your dreams" album), zur gestaltung von siebzehn seiten mit verschiedenen artworks für ihre cover und grandiosen soloauftritten.
die songs der new yorkerin funktionieren allesamt akustisch. die band (konstante mike mcguire), die sie immer wieder um sich schart, bleibt im hintergrund. die stimme ist klar und offen wie ein aufgeschlagenes buch. kein versteckspiel, emotionen sind ablesbar. die lieder sind zeitlos schön und immer wieder für überraschungen gut.
gregory and the hawk - grey weather
gregory and the hawk - voice like a bell

Dienstag, Oktober 07, 2008

zu gehör getragen (83)

rose kemp - unholy majesty (2008)
> diese unlautere werk gehört in den adelsstand der unbelehrbaren, ein kracher, beleber & entzücker, 4/5

liz durrett - outside our gates (2008)
> ein stilles meisterwerk songwriterischer brillanz, vermutlich wird es so wenig wahrgenommen werden wie einst samara lubelski, schwester im geiste, 4-4,5/5

hobotalk - alone again or (2008)
> holprig, pilley und co. stolpern durch ein werk voller ideen, die niemand vom boden aufgeklaubt hat, 2,5-3/5

peter broderick - home (2008)
> lodernde sparflamme, wunderbar, 4/5

neue töne (430): seb roberts

den letzten svc release möchte ich nicht verheimlichen. nach vier jahren arbeit hat dieser tolle laden dicht gemacht. seb roberts legt dazu noch "exit strategy" vor. sein schmutziger, hookbeladener rock ist genau der richtige stoff, um in meinen urlaub zu rauschen. roberts ist so einer dieser unruhestifter, Ihr kennt die, immer und überall trifft man sie, zu allem haben sie eine meinung. der hier ist aber von der guten sorte. in mehr als neun bands hat er bereits gespielt (hoffentlich erscheinen nicht irgendwann die ganzen namen wie bei fußballern in klammern), unzählige selfreleases dabei unter die menschen gebracht und versucht gemeinsam mit den japanern von no berühmt zu werden.
so, nun hört beim braven seb rein und kauft tonträger bei svc, einem tollen label, das aufgrund mangelnden absatzes einen schuh macht (es gibt u.a. the harvey girls, schuman the human, mike seed, victor scott...).
Seb Roberts - Man-Whore, Fashion Hag, And Former Neighbour
Seb Roberts - US Out Of NY

Montag, Oktober 06, 2008

ein (p)fund mp3 (141): bo'weavil recordings

den wochenauftakt gilt es etwas erquicklicher zu gestalten, für mich, für dich, für alle. auf bo'weavil recordings komme ich immer wieder mal, denn feinste folkmusik wollen meine ohren. und heute ist so ein tag, an dem man dort angebotene songs hier zur verfügung stellen kann, um sich dort wieder rückzuversichern und einkaufen zu gehen. also, bitte.
und somit sei gleich einmal an josephine fosters jüngsten (08er) output erinnert "this coming gladness", bestückt mit zehn zeitlosen, introvertierten, überaus spannenden neulingen:
n.e.w. sind steve noble, john edwards und alex ward, auf "deadeye tricksters" experimentieren und improvisieren sie wie die weltmeister, mehr als nur interessant (gitarre, bass, drums):
mit "bonn ist supreme" gibt es außerdem von einer bis dato unveröffentlichten liveaufnahme des ausnahmegitarristen robbie basho zu berichten, zehn tracks, die in mehr als akzeptabler qualität vorliegen:
"his approach to recording and compositional process contains a subtle and unassuming experimentation, at times including collaged fragments, field recordings, processing, en-plein-air recordings, and cut-and-paste", so schreibt das label über den gitarristen c joynes, der mit "god feeds the ravens" seinen ersten release auf bo'weavil vorlegt:

neue töne (429): matinée records

keine mondschein- matinèe, sondern besonders schöne nachrichten vom lieblingslabel aller twees und popper! im newesletter heißt es so:
+ matcd047: preorder `Eventyr' from Would-Be-Goods RIGHT NOW!
+ matcd048: preorder `Doubleplusgood' from Bubblegum Lemonade RIGHT NOW!
+ matcd049: preorder `First Frost' from The Lucksmiths RIGHT NOW!
+ matcd051: preorder `Speak Up' from The Guild League RIGHT NOW!
das fünfte album der londoner would-be-goods steht an, "eventyr" getauft, erscheint es am 28. oktober und enthält lauter neue songs.
mit zwölf neuen tracks treten bubblegum lemonade an, sie präsentieren "doubleplusgood", ihr debutalbum ab 04. november.
die größte verbreiten sicher the lucksmiths mit "first frost", dem ersten album nach "warmer corners". das werk erscheint ebenfalls ab 04. november und ist eine kollaboration mit fortuna pop und lost and lonesome recording company.
das dritte album von the guild league komplettiert den tollen vierer. "speak up" erscheint am 12. oktober und wird ebenfalls ausschließlich neues material bereithalten.
in die neuen alben kann man u.a. hier reinhören, das label stellt jeweils vier tracks der neuveröffentlichungen zur verfügung.

Sonntag, Oktober 05, 2008

neue töne (428): headless heroes

der sonntagabendversüsser, hoffe ich. alela diane hatte zwar die letzten deutschlandkonzerte verlegen müssen, aber das projekt headless heroes war von der zwischenzeitlich schwachen konstitution der songwriterin nicht beeinflusst.
es wird gemunkelt, dass unter eben jenem moniker ein album erscheinen wird. mit dabei sind bei diesem studioprojekt u.a. josh klinghoffer, joey waronker, woodrow jackson III, gus seyffert, leo abrahams. produziert wurde das werk, welches den titel "the silence of love" tragen und hauptsächlich cover enthalten soll von hugo nicolson. erscheinen wird es schließlich am 08.11. auf names records und fargo. in den staaten wird man sich bis mai 09 gedulden müssen. hier zeichnet headless heroes records verantwortlich. ganz schön mysteriös das ganze, zumal die website ins nirvana führt. cover soll es übrigens u.a. von johnston, jesus & mary chain oder i am kloot geben. es wird immer abstruser, oder? zum glück führt die myspace seite nicht in die irre und gibt ein paar antworten:
headless heroes - true love will find you in the end

neue töne (427): melpo mene

mit melpo mene hätte man sich auch schon mal beschäftigen dürfen. nicht nur, weil der bursche schon einiges auf den weg gebracht hat, nein, weil sich auch einige bekannte bereits auf dessen musik stürzten. wenigstens in obacht- stellung hätte ich mich bringen können. die würde so aussehen, dass ich, wenn ich 'melpo mene' und 'klienicum' in die suchmaschine eingebe, irgendein resultat erzielte, das auf den blog und seine machenschaften verwiese. gedacht, getan, schließlich kann man nach fast zwei jahren bloggerei nicht wissen, was man alles zu papier gebracht hat.
das ergebnis ist gleich null. witzigerweise taucht " i adore you" von melpo mene auf dem aktuellen eardrums- sampler auf, dem teil drei der aus vieren bestehen herbstkollektion. dazu später mehr.
"i adore you" vom aktuellen album "bring the lions out" (imperial recordings), singleauskopplung und erster wirklich großer wurf des jungen schweden, wird von einer luxusautomarke für werbezwecke verwendet. so kanns gehen. erik mattiason, so der bürgerliche name des jungen mannes, der sich wohl mit seinem künstlername auf höhere weihen vorbereitet, denn melpo mene = die singende, greift also nach den sternen.
die musik ist frei schwebend, zur akustikgitarre vorgetragene befriedete lebendigkeit, oft liebeslieder, die sich nicht durchs knopfloch schleichen müssen, sondern direkt ins herz treffen. vergleiche mit nick drake lassen mich ratlos zurück. aber wer auf elliott smith kommt, ist nicht ganz so weit weg. die nähe zum leider verstorbenen genie höre ich in der modulation und in der intensiven thematischen auseinandersetzung. und dann ist melpo mene doch wieder beschwingter und nahbarer und alle vergleiche hinken. die arrangements sind hübscher, die melodiefäden ganz weich und die unterstützung durch anna ternheim grandios. das ist aber keine schönheit, die beängstigt, sondern lebensnah und offenen auges präsentiert wird.
mit dem zweiten longplayer ist dem jungen burschen mehr als ein glücksgriff gelungen. denn die chose hört sich an, als hätte jemand hand angelegt, der vom geschäft etwas versteht, der entzücken programmieren kann. das ist nicht despektierlich gemeint, im gegenteil, wer auf mein herz zielt, der sollte bitte schön auch treffen. waidwund mag ich nicht im dreck liegen.
melpo mene - hit the boy (clip, 2008)
melpo mene - babes and darlings (clip, 2008)
melpo mene - we were kids (clip, 2008)
melpo mene - holes (clip, 2004)
melpo mene - i should get away (clip, 2004)

26. Okt. 2008 20:00 La Maroquinerie Paris
19. Nov. 2008 20:00
Le Centre Culturel Suédois Paris

Samstag, Oktober 04, 2008

ein (p)fund mp3 (140)

kommen in den nächsten tagen gleich mit zwei alben, die konsequenterweise "animal" und "not animal" heißen, auf "not animal" gibt es tracks mit dem namen "hello vagina" oder "holy cow" oder "german motor car", das kann ein spaß werden:
margot & the nuclear so and sos - hello vagina (daytrotter session)
auch am 07.10. starten sie mit "life like" durch:
wenn name programm wird?, "simple" kommt digital früher als physisch, abgeguckt, was?:
mich würde ja sehr interessieren, wie sie in eigenen landen aufgenommen werden, tournachbetrachtung:
das 06er album habe ich neulich für 'nen euro geschossen, "victory shorts" heißt der neue longplayer:
ihrem neuen album wird vielerorts unrecht getan, ich mag es sehr:
schöne nachrichten vom immer noch jungspund, album wird großspurig "hope for the hopeless" heißen (kommt am 21.10.):
die preisgabe eines neuen song soll nicht verschwiegen werden:
da freu ich mich drauf, album heißt wie der vorgelegte track:
na denn, "alight of night" birgt hoffnungen, wird am 28. des laufenden monats erscheinen:

glotzt nicht so romantisch (36): william fitzsimmons

derzeit kann ich nur mit empfehlungen dienen. viel lieber wäre es mir, wenn ich ein paar wahrheiten auftischen könnte. doch für die braucht es zeit. die habe ich nicht. ändert sich das? gewiss. nur wunder brauchen... geduld.
an guten veröffentlichungen mangelt es derzeit wahrlich nicht. wo immer man hinblickt, irgendwer hat immer eine neue scheibe am start. einer, der uns seinen dritten longplayer bietet, ist william fitzsimmons. der hat keinen plattenvertrag und lässt vermutlich deshalb einen haarhaufen im gesicht wuchern. unerkannt bleiben wollen. sich schämen müssen. nur wofür? für diese leisen schmeichler, die samtigen weisen, die geflüsterten anekdoten? dann doch eher fremdschämen. dass es keinem firmenboss, so winzig er und seine company auch sein mögen, bisher aufgefallen ist, welche klasse der bursche aus jacksonville hat. das aussehen hat er von sam beam, die stimme in anleihen auch, das banjospiel holt er zum teil bei matt bauer ab und seine geschichten könnten auch von sufjan stevens geschrieben sein. schaut ihn Euch doch einfach mal an!
Discography:
(2008) The Sparrow and the Crow
(2006) Goodnight
(2005) Until When We Are Ghosts
william fitzsimmons - everything has changed (live)
william fitzsimmons - find it in me (live)
william fitzsimmons - it’s not true (video)
william fitzsimmons - maybe be alright (live)
william fitzsimmons - funeral dress (live)

Freitag, Oktober 03, 2008

neue töne (426): pale young gentlemen / sleeping in the aviary

science of sound heißt ein kleines label, das ich immer wieder durch mein okular beobachte. regt sich etwas, springe ich sofort darauf an. jedenfalls zumeist. nun tut sich großes, denn zwei veröffentlichtungen stehen an. nicht nur pale young gentlemen setzen zu einem neuen longplayer an, auch sleeping in the aviary ziehen nach.
pale young gentlemen hatte ich hier einst vorgestellt, da ihr debutalbum gestalt annahm. im oktober wird der nachfolger auf den selbstbetitelten erstling (der im übrigen in 2009 von s.o.s. neu aufgelegt wird) veröffentlicht. er wird sich "black forest (tra la la)" nennen lassen müssen. interessierte hören vorab, was dieser blog und andere, z.b. myspace zu bieten haben. die neuen songs fügen sich jedenfalls meiner bescheidenen meinung nach sehr gut ins bisher von der band gemachte bild, schwungvoll, melancholisch, sehnsüchtig und doch nie ohne den prägnanten folkcharme.
sleeping in the aviary sind ein anderes kaliber. "expensive vomit in a cheap hotel" wird mit ebensolchen gelungenen zweiminuten-pop-punk-funk-bolzen glänzen können, wie es dem vierer aus madison zuvor auf "oh, this old thing?" gelungen ist.
beide alben kann man bereits vorbestellen (vö: 07.10. bzw. 14.10.).
sleeping in the aviary - another girl (2007)
sleeping in the aviary - gas mask blues (2008)

konzert: bowerbirds, 02.10.08

wenn man eine band sehen darf, die sich am ende einer ausschweifenden tournee befindet, muss man mit müden gesichtern rechnen. die bowerbirds haben im spätsommer und herbst des jahres 2008 in ganz europa ihre spuren hinterlassen. das echo, wohlmeinend bis euphorisch, wird sie nach hause begleiten. nach dem gestrigen auftritt im münchner orangehouse folgen noch zwei termine in belgien bzw. holland, dann geht es wieder ab in die heimat. dort debutierten sie mit der "danger at sea" ep in 2006. im folgejahr erschien der erste longplayer "hymns for a dark horse". auf burly time records erschienen, schossen die glorifizierenden informationen über dieses sensationell schöne folkwerk durch die trassen des internets. schon bald waren die bowerbirds weit über die grenzen ihres heimstädtchens raleigh bekannt. mit dead oceans wurde schließlich auch eine adäquate plattenfirma auf die drei aufmerksam. sie signte die band, brachte das album erneut heraus, promotete es nachhaltig und schickte schließlich die künstler auf tournee.
ohne besondere verdienste zähle ich mich dennoch zu den ersten hiesigen, die auf die bowerbirds aufmerksam machten. umso mehr war ich auf einen liveauftritt gespannt. zudem verhießen jüngste konzertberichte aus paris, frankfurt und hamburg einen mehr als angenehmen abend.
der begann pünktlich gegen 19:00 uhr auf oberbayerischen straßen. doch wie immer, wenn es mit kumpel v. auf konzertreise geht, geht auch etwas schief. diesmal war die bundesstraße wegen eines unfalls gesperrt und wir mussten uns auf abgelegeneren wegen durchschlagen. die führten uns, warum auch immer, zum münchner flughafen ins erdinger moos. die zeit verstrich, ähnlich flott wie sich die kilometer auf dem zähler des autos runde um runde abrangen.
gegen 21 uhr betraten wir das orangehouse und ließen uns vom einlass bestätigen, dass die vorband gerade beginnen würde. the moonband standen auf dem plan und gaben bekannt, dass sie im begriff seien, ihr erstes reguläres öffentliches konzert zu geben. mit zwei gitarren, einem standup-bass und mandoline bewaffnet, verzauberten die münchner das zur hälfte gefüllte orangehouse mit einer musikalischen palette aus folkklassikern und eigenen songs, die demnächst auch auf dem debutalbum veröffentlicht werden sollen. die dynamik stimmte, die freude am spiel war ersichtlich, anfängliche nervosität wich einer zunehmenden sicherheit und verstärkten bühnenpräsenz. die fand vor allem ausdruck in einem mutigeren gesangsvortrag und beseelterem zusammenspiel. der wiedererkennungswert einiger der eigenen stücke, denke ich, ist hoch und kann nur bedeuten, dass man diese band im auge behalten sollte. für weitere auftritte empfehle ich jedoch ein kleines schlagzeug, das der darbietung etwas mehr verve verleihen könnte.
eine längere umbaupause brauchte es nicht, denn die bowerbirds haben ein kleines, zudem größtenteils akustisches equipment. so standen sie vor uns: phil moore und seine gitarre, beth tacular mit akkordeon und mark paulson hinter der bassdrum. die ausleuchtung der bühne war mangelhaft und so erkundigte sich phil zunächst, ob man sich gegenseitig denn auch sehen könne. er konnte nicht. wir sahen die drei zum glück unter dem fahlen licht einiger bunter scheinwerfer etwas besser. was auch immer uns die band im laufe der guten stunde, die sie spielte, bot, es war in seiner musikalischen reinheit, in der prägnanten reduktion und in der begrenztheit von arrangement und darbietung ein traum.

zuvorderst möchte ich dabei phil moore herausheben, der über eine sensationelle stimme verfügt, die so samten klingt, die die höhen beschließt und sich warm den tiefen nähert, die die farbenlehre beherrscht ebenso wie die konstanz. wenn phil die augen schließt und sich im rhythmus wiegt, wenn er den tönen ausdruck verleiht und das liedgut zum schweben bringt, dann werden aus songs erfahrbare gefühle, dann wird der sänger zum mittler und zur identifikationsfigur. dass phil moore dabei kein zelebrierender hampelmann noch ausgefuchster entertainer ist, versteht sich angesichts des musikstils und des rufes, der der band vorauseilt, von selbst. er ist aber verwachsen mit dem, was er tut, und man nimmt ihm jede silbe ab und versteigt sich in den lyrischen gefilden seiner erzählungen. ich jedenfalls war ihm gestern gnadenlos verfallen.

seine mitstreiter boten dabei keinen geringer zu schätzenden anteil am gelingen des auftritts. mark paulson, dem man nachsagt, dass er ein weinkenner wäre, versteckte sich anfänglich hinter der großen trommel, um auf der einen seite das fell und auf der anderen den hölzernen rand der bassdrum zu traktieren. das dabei entstehende "klack"- geräusch ist symptomatisch für den sound der bowerbirds. später bewegte sich der junge blonde in richtung des vorderen endes der bühne, um sich an der violine zu schaffen, deren sehniges weben ebenso ein wesentlicher bestandteil des bowerbirdschen klangkosmos ist. schließlich galt es, beth tacular, deren augen am meisten von müdigkeit gezeichnet waren, aufmerksamkeit zu schenken. sie bediente dennoch emsig ihr kleines akkordeon, um harmonien daraus zu entlassen, dem vortrag eine straffheit zu verleihen, um miteinander zu verweben, was die kollegen produzierten.

ob "hooves" mit dem gemeinsamen "ahhhh ahh ha" oder das schwungvolle "in our talons", ob "dark horse" mit prägnanter rhythmik und gefühlvollem gesang oder "slow down" mit verdrehter melodik, die bowerbirds boten ein abwechslungsreiches, zwischen intim und schwungvoll changierendes programm. trotz offensichtlicher abgekämpftheit und dem ins gesicht geschriebenen tourstreß gaben sie einem begeisterten münchner publikum, wonach dieses verlangte. natürlich erklang an diesem abend auch "teeth", einem der auf der vergangenen tournee häufig vorgetragenen neuen songs und schließlich tauchte auch phil zur zugabe alleine auf, um das wunderbare "bright future" zu intonieren. dass die band aber nicht nur eindimensional ihr programm abspulte, bewies am gestrigen abend u.a. der vortrag von "matchstick maker", das mir in anderen setlists bisher nicht unterkam. ich danke auch für "my oldest memory", "human hands" und "bur oak".

abschließend ein paar worte zum veranstaltungsort. vermutlich wird es vorerst mein letzter besuch im orangehouse gewesen sein. denn die lautstärke, mit der sich teile des publikums an der bar unterhielten, war zum teil desaströs. die respektlosigkeit wurde von der barbedienung toleriert. ansonsten hätte es ein konsequenteres einschreiten gegeben. somit sollte sich das orangehouse überlegen, ob es sich zukünftig nicht mit hardcorebands oder ähnlichem zufrieden gibt. wer sich bands wie die bowerbirds einlädt, sollte dem zuhörer auch garantieren können, dass er deren musik geniessen kann. diese leistung konnte der club gestern nicht erbringen.
heute abend fotos und korrektur.

Donnerstag, Oktober 02, 2008

neue töne (425): earl greyhound

heute gibts mal eine vor den latz. earl greyhound sind eine kapelle aus new york, wie ich sie mir vorstelle, wenn ich an abendliche clubkonzerte in dieser metropole denke. düstere kaschemme, möglichst nur erreichbar über eine zugige kellertreppe, wenig einladend und im öffnen der schweren eisentür bläst einem schon der wuchtige sound einer abgearbeiteten e-gitarre ins gesicht.
die band begann im frühjahr des jahres 2002 als duo, matt whyte und kamara thomas. piano und gitarre waren die bevorzugten werkzeuge ihres damaligen tuns. ricc sheridan an den drums ergänzte dann die zwei, so dass ein sound entstehen konnte, der an bands wie led zeppelin oder t.rex gemahnt. beim gesang wurde gar schon geflunkert, dass der spirit von gram parsons und emmylou harris herüberwehe. ricc wird sich über vergleiche mit bonham sicherlich auch nicht ärgern.
eine ep und ein album namens "soft targets" (2006, some records) gibt es von der band. an einem neuen werk wird seit geraumer zeit gebastelt. wer sich aufs angenehmste den kopf freiblasen lassen möchte, greift hier zu!
Earl Greyhound - Not Gonna Wait (2004)
Earl Greyhound - S.O.S. (2006)

Mittwoch, Oktober 01, 2008

neue töne (424): the legends

eine kurzmeldung, die uns von labrador erreicht. the legends (der labelboss spielt!) legen nach einer zweijährigen pause endlich nach. "seconds away" heißt die single, die für den november in den marketingplänen auftaucht. die nummer selber ist ein zweifelsohne noisiges ding und lässt zunächst auf einen produktionsfehler schließen. wer sich aber etwas einhört, wird den charme erkennen, der dem track zugrunde liegt. "I need noise now, so this new single sounds like someone drilling a whole in your head. In a pleasant way that is. It’s called "Seconds away" and is about the wonders of tryptizol. The B-side, "Over and over" is actually one of those sad love songs I had promised myself never to write again. But it was out of my hands; life forced me to write it. Sorry about that... Pallers has done a truly wonderful remix of it. It might actually beat the original, which is both a very good thing and slightly depressing at the same time.” Johan [aka The Legends].
The Legends - Seconds away

neue töne (423): tracy shedd

dass damen im klienicum nicht unterrepräsentiert sind, ist zumindest für mich kein wunder. seit jeher faszinieren mich frauenstimmen. joni mitchell, janis joplin, rickie lee jones haben einiges dafür getan, dass ich dem schwachen geschlecht zugewandt bin. heutige epigonen sind sicher liz durrett, julie doiron, chan marshall, p.j. harvey und viele andere mehr. tracy shedd ist amerikanerin und kommt aus tuscon, arizona. wer aus dieser ecke amerikas stammt, fabriziert nicht zwangsläufig innovative musik. muss auch gar nicht. es kann auch mal der eloquente pop- oder rocksong sein, der meinen ohren angenehme stunden bereit. tracy shedd kann genau das. mit ihrem mittlerweile vierten album kehrt sie dabei sogar zu einer rockigeren note zurück. und plötzlich wird auch in meinem schädel etwas licht. tuscon, arizona bedeutet ja nicht zwingend musikalische einöde. und spätestens beim blick auf die liste der an den aufnahmen zu 'cigarettes & smoke machines' beteiligten wird klar, dass qualitätsmomente auf diesem werk keine seltenheit sein sollten: james tritten [lead guitar], john girgus [guitar], richard dudley [bass guitar], brian espinosa [drums], craig schumacher [harmonica & guitar] und joey burns [cello & guitar]. erlesen, was? so klingen denn auch die stücke nach mehr als gewöhnlichem popgedöns. die weiche stimme shedds und die fabelhaften, ausgewogenen arrangements machen das auf teenbeat veröffentlichte album zu einem kleinod in der wüste von tucson. wer sich dazu mit dem backkatalog von frau shedd beschäftigt, wird mit mehr belohnt werden.
Tracy Shedd - Faint Pale Smiles (2001)
Tracy Shedd - Opposites Attract (2003)
Tracy Shedd - Conley (2003)
Tracy Shedd - Inside Out (2004)
Tracy Shedd - End Of The Night (2004)
Tracy Shedd - Whatever It Takes (vide0, 2008)