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Freitag, Juli 01, 2016

glotzt nicht so romantisch (697): marisa anderson / porches / bess atwell

die tiny desk concert reihe weist immer wieder pretiosen auf, diesmal ziert die unternehmung diese wunderbare künstlerin aus portland, die mit ihrem aktuellen album "into the light" hausieren geht: marisa anderson:



neulich las ich einige sätze in sachen 'die bislang schlechtesten alben des jahres 2016" und dabei tauchte sein aktuelles eben auch auf, mal davon abgesehen davon, dass solcherart listen ziemlich fad sind, unterlief dem ersteller, nennen wir ihn praktikant, ein grobes fehlurteil, ein aktuelles video: porches:



hatte ich an anderer stelle schon mehrfach betont, mit dieser jungen dame solltet Ihr Euch beschäftigen, ich schlage vor mit dem heute erscheinenden debütalbum "hold your mind" auf bullnose hoop records auch: bess atwell:

Sonntag, Februar 07, 2016

zu gehör getragen (201)

savages – adore life (2016)
> das zweite album der londoner erwischt einen wie eine kalte welle, der erste moment changiert zwischen belebender wirkung und schock, danach möchte man nur noch die beine in die hand nehmen, um kartierter langeweile zu entwischen, 3/5
 
porches – pool (2016)
> lo-fi hin, d.i.y. her, der amerikaner musste sich nicht häuten. herrlich, wie die harmonien schrägen, wie echo täuschen, wie der plumpen behauptung der zahn gezogen wird. kein neu, kein anders, ein ewiges immerso, ein prinzip. gemein. wie einfach. übertölpelnd, 3,5-4/5
 
t-shirt weather – pig beach (2016)
> die durhamer poppunker sind so unterhaltsam wie sie gitarrenbefeuert und haudrauf gesteuert sind, hinzu addieren sie positive signale in trompeten- oder streicherform, das ist über acht beissertracks hinweg kommod, 3-3,5/5
 
the prettiots – funs cool (2016)
> hübsche ideen zwischen surfsound und handclaps versteckt, dazu eine prise sexyness und schon..., reicht es nicht für mehr, da waren die versprechungen größer - worauf immer sie sich auch gründeten - als die letztlich etwas dröge popware, 2,5-3/5

Samstag, Februar 06, 2016

neue töne (1586): porches


musik unterstreicht (nicht nur). wir haben bilder im kopf, die sich unter die töne legen. lautmalerei. wenn man bei porches neuem album "pool" unter gleißender sonne allerorten glitzer sieht, beweist das nicht weniger, als dass worten taten folgten. denn aaron maine möchte teil des ganzen sein. ob wir einem nepper, schlepper, bauernfänger auf den leim gegangen sind, wird sich nicht vollständig enträtseln lassen. es ist wie mit schokolade und alkohol, sie machen süchtig. 

die billigen synthietrauben hängen nicht hoch genug, um ihrer saftigen saat nicht habhaft zu werden. das versprechende, falsettstimmelnde gesäusel des protagonisten erzeugt schwindel. in einer ewig erscheinenden rotation, die immer wieder ins elliptische abdriftet, nimmt die kopflosigkeit des hörers zu. die abfolge von elf ein-wort-songs und einem ausbrecher, der sich erst mit drei termini zufrieden gab, ist im besten sinne liquide. wie aus einem guss, dramaturgisch dem fragilen konzept folgend, ergänzt um beataspiranten, bassblässe und porzellanem soundweben. und einem zitateabenteuer.

porches ist aaron maine, aus new york. aaron maine ist porches, grenzen verschwimmen. identitätenschwindel ist das noch lange nicht. die poliertheit hat kratzspuren, der grind der alten tage schabt über das fremde terrain. lofi hin, d.i.y. her, der amerikaner musste sich nicht häuten. herrlich, wie die harmonien schrägen, wie echo täuschen, wie der plumpen behauptung der zahn gezogen wird. kein neu, kein anders, ein ewiges immerso, ein prinzip. gemein. wie einfach. übertölpernd. wer nicht wusste wohin, blieb. kratzte die abstraktion, bebilderte selbst die weißen wänden. die von elementen gesäuberte atmosphäre schrie nach überhang. 

silbrig, ein gespinst, das milchglas gesprengt, ist nur die halbe miete. dahinter der sänger im gewand des geschassten taxifahrers, der beim fahrpreis mogelte. säuselnd-leiernd der refrain, ein stolzer abspann, der nur gelegenheit ist. neuerlich hand anzulegen. musik unterstreicht. den wandel. der. immer bleibt.

"pool" erschien am 05. februar auf domino records. von einer ausufernden tourneeplanung ist die rede, in der sicher auch deutschland einen platz finden wird.

Dienstag, Januar 12, 2016

glotzt nicht so romantisch (667): animal collective / porches / tindersticks

das neue album "painting with" erscheint am 19. februar, bis dahin kann man sich vortrefflich die zeit mit dem aktuellen video zur single "floridada" vertreiben, es beinhaltet eine liebesgeschichte, die zwischen aliens spielt: animal collective:



auch dieses video gibt es frisch zur aktuellen single "be apart", auf das neue album "pool" muss man noch ein wenig warten, aaron maines neuling, nachfolger des 2013er album "slow dance in the cosmos" kommt eindeutig satter daher: porches:



der 22. januar ist stichtag für das zehnte album "the waiting room", jeder song wurde im nachgang einem regisseur mit der vorgabe in die hand gegeben, ein video ohne großes bohei zu drehen, irgend etwas, in dem das lied existieren kann, ein beispiel: tindersticks:


Montag, November 23, 2015

glotzt nicht so romantisch (657): porches


das neue album "pool" wird am 05. februar (domino records wird verantwortlich zeichnen) erscheinen, ist also noch ein wenig zeit. bis dahin aber kann man auf jeden fall material sondieren, zur überbrückung gibt es etwa ein erstes video, das mit alan del rio ortiz angelegt wurde. im frühjahr geht es für porches dann auch noch auf tour. vielleicht schlittert er auch wieder bei uns vorbei, wäre vortrefflich. im video, an der seite des amerikaners aaron maine, findet sich natürlich auch seine lebensgefährtin und mit-musikerin greta kline a.k.a frankie cosmos. die ersten highlights für 2016 werden nach und nach gesteckt.




Donnerstag, Oktober 08, 2015

eingestreut (873): frankie cosmos


photo by brigitte lacombe

ein echoisierter synth, ein braves drumming, dazu die nonchalante stimme frankie cosmos, der kleine popsong besticht durch seine einfachheit und durch seine intimität. in der kürze liegt die..., you know. betrifft auch den appetizer auf ein neues album, eine ep wird dessen ankunft einläuten. "fit me in" heißt die kurze, die am 13. november erscheinen wird. die junge dame aus new york, die eigentlich greta simone kline heißt (ja, sie ist die tochter von kevin kline), stellt mit "sand" einen ersten track daraus vor. aufgenommen hat frankie cosmos all die kommenden nummern mit vier weiteren getreuen, veröffentlicht wird vrstl. im 2016 auf bayonet records. aaron maine von porches darf man als wesentlichen protagonisten dieser veröffentlichung nicht vergessen zu erwähnen.
konzertbericht aus 2013 mit frankie cosmos und porches: klick!


Mittwoch, November 20, 2013

eingestreut (579): porches


ja, ich nenne das raffinesse. denn eine gewisse art raffinesse bringen die folkrocker von porches durchaus mit. manchmal klingt das gebräu, was die brooklyner da erstellen, alles andere als feinsinnig und ziseliert. doch viel zu wenig spinnert ist es, als dass man etwas ausbalanciertes, so will ich es nennen, auszuschlagen gewillt wäre. mit "townie blunt guts" beweisen sie eben dies. der track wird sich auf der splitsingle mit lvl up befinden, die am 26. november auf birdtapes herauskommen wird. gute gelegenheit, um neben den powerpop helden von lvl up auch auf das letzte full length von porches hinzuweisen. "slow dance in the cosmos" erschien im kürzlich vergangenen august und behält rafiniertes wie unten stehendes bereit!

Samstag, Juli 13, 2013

konzert: dc schneider, porches, frankie cosmos, 09.07.13


nachdem hier die eindrücke des letzten hauskonzerts frisch niedergeschrieben wurden, ist es nun mehr als nur chronistenpflicht, auf das dc schneider konzert vom vergangenen dienstag einzugehen. "unsere beiden mädels" - wir haben unseren ersten release auf klienicum schallplatten schließlich mit einer auswahl ihres musikalischen outputs angereichert -  hatten im rahmen ihrer ausgedehnten konzertreise einen auftritt in der heimatstadt. sie absolvierten quasi ihr heimspiel. dazu waren selbstverständlich verwandte und bekannte geladen, die gästeschar konnte fast durch die bank von joana und leonie schneider namentlich benannt werden. aufgeregt wirkten die jungen künstlerinnen allerdings nicht, eher freudig erregt ob des guten zuspruchs in der glockenbachwerkstatt, unweit des viktualienmarktes im zentrum münchens. in der runde befanden sich natürlich auch frankie cosmos und porches, die beiden amerikanischen künstler, die das geschwisterpaar seit knapp drei wochen durch die republik begleiten, sowie der vater der mädchen, peter schneider, der nicht nur für das booking und die promotion verantwortlich zeichnete, der eher noch als guter geist, als mädchen für alles, als wahrende hand über allem agierte.
er setzte sich zudem bei zwei songs des recht übersichtlich sets von dc schneider an die drums und gab den damen den rhythmus vor. dass sie darauf nur bedingt angewiesen waren, bewiesen sie in den kommenden dreißig minuten, die ganz im zeichen ihres trash-, lofipops standen, da sie am kleinen keyboard, der e-gitarre und gelegentlich an den drums ihren miniaturen, ihren vielgestaltigen ideen die sporen gaben. oft sangen sie gemeinsam, manchmal getrennt oder abwechselnd, stets wohnte ihnen die freude angesichts des eigenen tuns inne. als seien sie nach wie vor überrascht, dass ihnen das hier wiederfahren würden, dass sie angenommen werden mit ihrer art zu musizieren, ihren persönlichen ausdruck zu feiern. denn darum ging es an diesem abend: dc schneider in münchen zu empfangen, nachdem sie in den metropolen dieses landes, u.a. berlin, köln oder hamburg bereits einen stempelabdruck hinterlassen hatten.
nach dem konzert meinten sie, münchen wäre ihr schönster auftritt gewesen, warm empfangen und aufgehoben im schoß der erweiterten familienbande. auch wir genossen das ungezwungene und heitere spiel sehr, vor allem weil es auch unsere erste begegnung in realiter war und zudem weil natürlich die neugier groß war, wie die auf tonträger bekannten songs nun in der liveumsetzung klingen würden. manchen haken, manche ecke blieb auf dem weg, einiges schien geglättet und auf harmonie getrimmt. da hätte ich mir doch die spinnerte variante erbeten. doch nichts kann dc schneider das feine gefühl für die ohrwurmmelodie nehmen. die staffage steht auf einem anderen blatt.




schließlich erhielten die mädels noch unterstützung von porches, der die gitarre übernahme und alsbald auch nicht mehr hergab. sein set stand an, bei dem ihn diesmal frankie cosmos an den drums ergänzte. aaron maine heißt der bursche eigentlich, der schon eine menge zeugs veröffentlicht hat. dass davon noch nichts wirklich offizielles das licht der welt erblickt hat, ist eher verwunderlich. denn der qualitätsstandard ist wahrlich hoch. das liegt nicht nur am tollen songwriting, dem guten timing, dem untrüglichen gespür für dramaturgie, das erzählen einer geschichte, es liegt auch und vor allem an dieser großartigen stimme, die maine da mitgegeben wurde. er zeigt sich wandlungs- und anpassungsfähig, an den sounds, an die stimmungen. herausragend heben sich songs wie die aktuelle single eines kommenden releases "headsgiving hervor. das drumming der kollegin frankie cosmos ist präzise und grundierend.




alsbald übernimmt sie dann die regie, denn auch sie bekommt ihren eigenen auftritt. leider stellen sich einige soundprobleme in den weg. so ist der gesang etwas zu leise und als zuhörer muss man sich auf die gitarre und den nun neudrummer porches konzentrieren. frankie cosmos hatten wir in einem artikel einst vorgestellt und unserer bewunderung ausdruck verliehen. leider konnten die liveversionen nicht ganz mit jenen schritt halten, die wir vom band gewohnt waren. dennoch muss man am ende konstatieren, dass hier eine feine gruppe an musikern unterwegs war, die jeweils ihren eigenen ausdruck gesucht und gefunden haben, die zu begeistern wussten und jeweils ihren weg gehen werden.
wir machen an dieser stelle auch gern noch einmal auf die compilation in kassettenform von dc schneider aufmerksam: 20 songs inkl. download link und button gibt es hier!