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Mittwoch, Oktober 05, 2016

eingestreut (987): siluh records, compilation, "aber der sound ist gut"


irgendwie ist wien, ist österreich gern mal in sachen musik in aller munde. hat sich so ergeben. ist ganz schick. leider rührt das zumeist nicht an den grundfesten. nämlich nicht dort, wo die eigentliche suppe gebraut wird. dort, wo der sound einer stadt geboren, in die pubertät überführt wird, wo er wieder geschlachtet und neu erfunden wird. da muss man ein wenig graben oder in die schmuddeligen ecken gucken oder seinen ohren beine machen, damit sie sich an die erlebnisse herantrauen. siluh records hat ein doppelvinyl erstellt, auf dem man rekapitulieren kann, was man in der jüngeren zeit verpasst haben könnte. unter der überschrift "aber der sound ist gut", und mit ihr ehrt man einen großen in dieser runde: clemens denk, kommt zusammen, was nicht zwingend zusammen gehört, was aber eine gemeinsame geschichte, eine gemeinsame heimat, eine gemeinsame ausrichtung hat: dem d.i.y. verpflichtet, aber nicht hörig, wien oder drumherum, dem lebensfieber einen namen geben!

29 tracks finden sich und unendlich viele bekannte und nicht zuletzt auf diesem blog goutierte, hochgelobte: da hätten wir bruch (mit anna pü):
bruch ist zunächst philipp hanich, kreativer kopf und zugleich akteur in der front. sein eindruck deckt sich mit vermessenheit. seine agilität preist den gestus. und doch verkommt hier musik alles andere als zu einem kasperletheater. die energetische fiebrigkeit und der zur schau geführte aplomb stellen nur formensprache dar, sind eine lesart für die übersetzung in eine kollektivleistung.
in schrillheit und aller notwendigen grellheit an keiner stelle ein zu viel. die belebung erfährt sich aus sich selbst und stellt sich selbstbewußter denn je der rezeption. federnd das vorwärts, wie der vermeintliche wiegegang des fordernden protagonisten, der sich von oben herab beugt, um dem hörer ins gehör zu greinen. spacesounds becircen das rund, hall ausgeschlagen der klangraum, verteufelt einfach, nein verteufelt kraftvoll, handlich, fleischig, bissig. die triebfeder ist der garaus. attitüde vor plattitüde. agitation vor imagination. neo punk 'n' noise. aggressive steife. kontrollierter griff. blind geschlagene musik, die sich sicher geführt weiß. (mehr)
wir dürfen uns an crystal soda cream erinnern:
phew, sausewinde zischeln durch die auf straffheit gedroschene saitenzunft. erst spät wird der vokalen lässigkeit ein psychedelisch aufgebretzeltes element beigefügt. vorab wurde das genre auf machbarkeit abgeklopft und erinnerungen an frühere wiener vorstadtfeste wach. düster dräuen bald basswolken über rhythmischem einklang. kurz vor dem jubilieren knicken jedoch die gitarrenhälse ab, der umschwung wird konzentriert genutzt, um der depression vorschub zu leisten. new wave, punk, post- produkte wehen durch den muffig anmutenden und doch säuberlich aufgeräumten klangraum. tradiertes, altvorderes drängt sich auf. keck lugt jedoch eine dame mit einer packung erfrischungstücher um die ecke. (mehr)
noch an der tracklist klebend, katapultiert der opener "aber der sound ist gut" den hörer mitten ins geschehen. denks schroffheit und diese unverhohlene, von lüsterner arroganz umspielte nonchalante schmähnote bellen dem streng aufmerksamen entgegen, während das instrumentarium das reduzierte moment demonstriert, als sei es der weisheit letzter schluss. die verhältnismäßigkeit zum kritischen inhalt des songs steht außer frage. die prägnanz ist einleuchtend. dem song liegt eine verheißung aus verbrüderung und moralischen einwürfen inne. zugleich ist die musikalie so herrlich ungeschlacht, blechern, dass sie in vorzüglicher weise konterkariert. (mehr)
und es treten an: sex jams und kristy and the kraks und gran und mile me deaf und ja, panik, alte bekannte und treu gepflegte. doch aber wer ist tommy moonshine oder die lonesome hot dudes oder aivery? genug zu entdecken also gibt es auch. langeweile? zwischen elektropop und noise findet sich für jeden ein zuhause, nicht zuletzt zwingt die ernsthaftigkeit zu gefallen.
der release ist für den november angesetzt. aber zögert nicht rechtzeitig zu bestellen, denn die auflage des vinyls ist begrenzt.

Mittwoch, Juni 22, 2016

zu gehör getragen (204)

crystal soda cream – work and velocity (2016)
> ein mehr als gelungener zweitling der wiener band, die erneut mit kühler strenge agiert, ihre bezüge nicht verleugnet und dabei einen eigenen charakter wahrt, heuer ergänzt um gekonnt deutschsprachiges, 3,5/5

meilyr jones – 2013 (2016) 
> eine persönliche rückschau des the race horses sängers auf ein vergangenes jahr, erinnerungen, die süffig in popmoderne arrangements ala cat stevens getaucht und in gepflegter sprache und zuweilen gestochener stimme vorgetragen werden, 3,5/5

woodpigeon – trouble (2016)
> ein sehr vielschichtiges, intimes album liegt vor, dem es wahrlich nicht an dynamik mangelt, dafür sorgt eine illustre gästeschar, die dem kanadier zur seite stand, "trouble" oszilliert zwischen ambient-, art- und freefolk, 3,5/5

angela aux - wrap your troubles in dreams (2016)
> die grundstimmung aus seelenschmetter und dem drängenden bewusstsein, etwas entgegen halten zu können, ziert das neue album des wahlmünchners, das irgendwie aus der zeit ist, das zugleich einen charakter trägt, der vom überdauern erzählt, 3,5/5

Samstag, Mai 28, 2016

neue töne (1634): crystal soda cream


spröde. distanziert. die musik von crystal soda cream ist eine, die sich zunächst nur mit verschränkten armen bemustern lässt. erst in der folge wird man ihrer innewohnenden menschlichkeit gewahr, die sich unterm stumpfen drill von einer gitarre in permanenter schräglage, dem dengelnden bass und einem pulsorientierten schlagwerk nur schwerlich entdecken lässt.

nah an der schauerkante, an der sich anfang der achtziger bereits einige nackenknochen brachen, wagnisbefeuert im wehrhaften militärschritt, martialisch das idiom, abseits regionalen abschätzens. unterm scheitel der gierige blick nach aufmerksamkeit.

seziert werden die orientierungslosigkeit, die belanglosigkeit des alltags, die leben frisst, die einsamkeit, unerkannt, das siechen im gemeinschaftstrott, die zeichen, die blendenden, nicht übersetzt. selbst im deutschen deutungszweifel.

die gitarren plieren im düsterverhang, das schlagwerken ist mehr grollen denn ordnungsgemäßer anschlag, wie aus weichem wollverhang dringt das kollektive intonieren. musik wie ein gift, das nur nach und nach wirkung entfaltet. endlich übergibt sich an der geräuschefront der kältestau.

das wiener postpunkensemble bleibt weiterhin im trio: theresa adamski (schlagzeug/synthesizer), philip forthuber (gitarre/vocals) und sebastian ploier (bass). im april brachten sie mit "work and velocity" ihr zweites full length auf den markt. herausgegeben wurde es in treue auf totally wired records, selbstverständlich auf vinyl.

jede zeit hat ihre musik. jeder ort hat seine musik. nicht immer ist es so, dass zeit und ort die selbe wahl treffen. dann aber bewegen wir uns im maßstab einer revolutionären situation. und wann, wenn nicht heute, hätte wir genau diese konstellation. alles schreit nach veränderung. und wenn sie bedeutete, dass wir zum alten zurückkehrten? etwas mehr behaglichkeit? etwas mehr bequemlichkeit? was hätte das mit crystal soda cream zu tun? nichts!

"ein saurer hauch weht durch das ganze land / die angst geht um / was wird denn nun aus uns?" (aus "saurer hauch", crystal soda cream, 2016)

Dienstag, April 05, 2016

konzert: crystal soda cream, 02.04.16


es geht nicht um das vielleicht offensichtliche profitieren, um synergien im besten sinne, um ein endloses befruchten, voneinander etwas haben, dass sich daraus vielleicht wieder ein wechselseitiges zwangbehaftetes entgegenkommen ergäbe. da ist eine andere form des miteinander zu entdecken. oft nur die bloße freude am teilen, ein zugetan sein. effekte kommen allein. fast sind sie zwingend.
die unbebilderte, längst organische allianz aus deutschen und österreichischen musikern und labelleuten, wir hatten an anderer stelle ausführlich berichtet, trägt längst früchte. da spielt eine band aus der alpenrepublik mitten in der bayerischen hauptstadt zur plattentaufe auf, das event organisiert von einem hiesigen, der gerade erst sein eigenes werk u.a. von den österreichern von totally wired befördert sah, begleitet von allerlei illustren gästen aus beiden lagern wohlgemerkt.

doch ob des publikums kann man sich an diesem abend zunächst nicht sicher sein, wer tatsächlich für den musikalischen teil des happenings kam, wer dagegen stammgast des clubs ist, wer sich vielleicht nur neugierig verirrt hatte. die mählich einfallende nacht kennzeichnet alsbald aber auch einige namhafte gäste. aus dem dunkel tauchen bekannte gesichter der münchner kleinlabelszene auf, hier echokammer-, gutfeeling records- leute, dort schreiberlinge und andere wissende, aufmerksame beobachter, nicht zuletzt die wiener twr abordnung, die die vorstellung der neuen platte ihrer band crystal soda creambegleitet.

vor der tür noch laue frühlingsluft, im kleinen club an der gabelsberger eine musik, die bei aller kühle und distanziertheit, die ihr immanent ist, doch mit einem warmen segenszug regiert, der leib und magen trimmt. es ist eine ungewöhnliche art der gegensätzlichkeit, als hätte man es wahrhaft mit den grundelementen zu tun. dem stoikersound, fast schon blasierter zurückgenommenheit, getrennt vom rhythmusbetonten bass und ihn flankierendem schlagwerk, das so knallig und kräftig klingt, als wollte es die welten deutlich machen, dazu der strenge gesang aus einem männlichem organ, das so gar nicht männlich klingt und dennoch nicht dem geschlechte fremd ist, die melodie fassende und ehrerbietig ausbreitende gitarre, die auch zu straffung dienen kann. das konzept hat so vollkommene momente, die in ihrer einfachheit gedankenknospen treiben lassen, woher und wohin. doch auch der zögerlichst denkende wird nicht epigonenhaftes unterstellen, ausmachen dürfen. 

mit "work & velocity" wird am 23.04. der zweitling des dreiers aus theresa adamski, philipp forthuber und sebastian ploier erscheinen und ward vorgestellt mit einiger trefflicher ausbeute. nicht zuletzt, weil das repertoire um deutschgetextetes ergänzt wurde, was sich hervorragend in den gesamtkontext einfügt. das martialische, kontrollierte programm lässt sich prima stampfen. der club war einige mal in bewegung.

setlist: expedition corps / command control / work & velocity / past aggression / september / boring rain / schlag zu, lauf weg / rationale arbeitsschritte / dead again / saurer hauch / escape from vienna

komplettiert wurde der abend durch die ankündigung des neuen murena murena albums. vorfreude! am 09. april in der milla dann mehr, dann live, dann alles ganz in echt!

(fotos? fehlanzeige, kamera vergessen. obiges bild habe ich von der facebookseite der band geklaut. sorry.)
konzertdaten! nicht verpassen!


Dienstag, November 05, 2013

eingestreut (572): crystal soda cream / dot dash (tour)


auf ein tourpaket der besonderen art möchten wir Euch heute aufmerksam machen. da kommen österreicher nach deutschland und möchten Euch ein lied singen! die tourdaten der bands crystal soda cream und dot dash sehen folgendermaßen aus:


insbesondere zu crystal soda cream gerieten uns die worte waidwund, so zu lesen im juni des laufenden jahres:
phew, sausewinde zischeln durch die auf straffheit gedroschene saitenzunft. erst spät wird der vokalen lässigkeit ein psychedelisch aufgebretzeltes element beigefügt. vorab wurde das genre auf machbarkeit abgeklopft und erinnerungen an frühere wiener vorstadtfeste wach. düster dräuen bald basswolken über rhythmischem einklang. kurz vor dem jubilieren knicken jedoch die gitarrenhälse ab, der umschwung wird konzentriert genutzt, um der depression vorschub zu leisten. new wave, punk, post- produkte wehen durch den muffig anmutenden und doch säuberlich aufgeräumten klangraum. tradiertes, altvorderes drängt sich auf. keck lugt jedoch eine dame mit einer packung erfrischungstücher um die ecke.

wir wollen nicht vorenthalten, wie es an selber stelle bald weiterging:
philipp forthuber, sebastian ploier und theresa adamski sind crystal soda cream. der neuzugang auf totally wired records veröffentlichte seinen zehntracker "escape from vienna" im april diesen jahres. die grundlage ihres erfolgreichen auftritts liegt dabei in einem unstrittigen soundmanifest aus rostbelasteten e-gitarrenspuren, denen man lange noch im hall nachsteigen kann, einer gewittertreuen schießbude, die die atempausen erfolgreich zur regeneration nutzt, einem bass im stocksteifen predigergewand, der die persönlichen ausflüchte stets zu rechtfertigen weiß, einer synthiefolklore, die zart schwebend konterkariert und einem gesang, dessen attitüde jedem dark wave helden zur ehre gereichte.
die leiernde gitarre, das stotternd präzise schlagwerk, etwas grissliges im hintergrund, das vom gebet geschundene stimmorgan. "shot by both sides" wird zur kollektivhypnose, wenn man sich dazu im kurzschrittigen tanz verfängt. "freud und jung", der erfrischende opener, punkglorie und feuerfang zugleich, seltener klang robert smith so entlehnt. der titelgebende track blendet mit absatzreifen harmonien und hat dank feiner austarierter texturen hitpotential. keine blender in der organischen soundsuppe, die lediglich durch verschiebungen, verzögerungen und dopplung verfeinert wird. "sweet doom", an erratischem stickbeat, belebtem bass und tropfnasser saitenflagellanz, staubt während jeder bremsattacke ordentlich auf.
hier sind sie am werken. apologeten zwar einer lehre aus zorn und wille und ungebundenheit und persönlicher freiheit, aber keineswegs epigonen. stattdessen gelingt ein charakterfester auftritt. crystal soda cream sind blaupause einer neuen wiener zukunft. denn das album zeigt sich abwechslungsreich wie konstant. jedem song wurde ein treueherz umgehängt, während man ihm die jeweils zustehende liebe angedeihen ließ. doch in der gesamtheit strotzen die zehn songs in ihren gleichfarbenen heimtrikots. mit unterschiedlichen nummern beflockt und mit dem ganz eigenen gleichmut wiener nonchalance aus weltoffenheit und kleinbürgerlichem schmäh strahlend.



nun, mit dot dash gibt es ein weiteres highlight, das die sieben tourtermine mit verwegenem stillstandsound überziehen wird. der vierer schickt sich an, ende november ein neues album auf den markt zu schippen und wird sicher einiges daraus zum besten geben. ein schaurigschönes vergnügen, Ihr werdet sehen.



08.11. Prag - Bajkazyl
09.11. Berlin - Schokoladen
11.11. Dresden - Kukulida
12.11. Leipzig - Zoro
13.11. Essen - Goethebunker
15.11. Esslingen - Komma
16.11. München - Kafe Kult

Freitag, Juni 21, 2013

neue töne (1298): crystal soda cream


überm gebirge kippt eine lore aus. wer hat sie nicht gesehen? dicke schwarze brocken poltern dort ins tal herab. einer zischte mir am ohr vorbei. den anderen packte ich mit fester hand. kein lavabrand, doch auch kein trockenstaubiges vergnügen. gewichtig liegt er da. überm gebirge weit da liegt ein land.

phew, sausewinde zischeln durch die auf straffheit gedroschene saitenzunft. erst spät wird der vokalen lässigkeit ein psychedelisch aufgebretzeltes element beigefügt. vorab wurde das genre auf machbarkeit abgeklopft und erinnerungen an frühere wiener vorstadtfeste wach. düster dräuen bald basswolken über rhythmischem einklang. kurz vor dem jubilieren knicken jedoch die gitarrenhälse ab, der umschwung wird konzentriert genutzt, um der depression vorschub zu leisten. new wave, punk, post- produkte wehen durch den muffig anmutenden und doch säuberlich aufgeräumten klangraum. tradiertes, altvorderes drängt sich auf. keck lugt jedoch eine dame mit einer packung erfrischungstücher um die ecke.

aus einem interview, das crystal soda cream dem onlinemagazin music austria anfang juni gegeben hatten, kann man einige spannende details herauslesen. etwa, dass die band 2010 ihr erstes konzert spielte, kurz darauf mit theresa einen neuzugang zu verzeichnen hatte, die einsprang, um den bandscheiben erkrankten drummer zu ersetzen, dass sich der bandname auch als süßigkeit irgendwo auf dieser welt versteckt, dass der stil, den man präferiert, auf post punk heruntergebrochen wird, dass in der regel die musik zuerst da ist, um schließlich um texte ergänzt zu werden, dass man den heute verwendeten begriff des "diy" eher kritisch, weil nicht mehr politisch und ohne message verstanden sieht, dass zum aktuellen album bald auch eine remix kassette zu erwarten ist. immerhin.


philipp forthuber, sebastian ploier und theresa adamski sind crystal soda cream. der neuzugang auf totally wired records veröffentlichte seinen zehntracker "escape from vienna" im april diesen jahres. die grundlage ihres erfolgreichen auftritts liegt dabei in einem unstrittigen soundmanifest aus rostbelasteten e-gitarrenspuren, denen man lange noch im hall nachsteigen kann, einer gewittertreuen schießbude, die die atempausen erfolgreich zur regeneration nutzt, einem bass im stocksteifen predigergewand, der die persönlichen ausflüchte stets zu rechtfertigen weiß, einer synthiefolklore, die zart schwebend konterkariert und einem gesang, dessen attitüde jedem dark wave helden zur ehre gereichte.

die leiernde gitarre, das stotternd präzise schlagwerk, etwas grissliges im hintergrund, das vom gebet geschundene stimmorgan. "shot by both sides" wird zur kollektivhypnose, wenn man sich dazu im kurzschrittigen tanz verfängt. "freud und jung", der erfrischende opener, punkglorie und feuerfang zugleich, seltener klang robert smith so entlehnt. der titelgebende track blendet mit absatzreifen harmonien und hat dank feiner austarierter texturen hitpotential. keine blender in der organischen soundsuppe, die lediglich durch verschiebungen, verzögerungen und dopplung verfeinert wird. "sweet doom", an erratischem stickbeat, belebtem bass und tropfnasser saitenflagellanz, staubt während jeder bremsattacke ordentlich auf.

hier sind sie am werken. apologeten zwar einer lehre aus zorn und wille und ungebundenheit und persönlicher freiheit, aber keineswegs epigonen. stattdessen gelingt ein charakterfester auftritt. crystal soda cream sind blaupause einer neuen wiener zukunft. denn das album zeigt sich abwechslungsreich wie konstant. jedem song wurde ein treueherz umgehängt, während man ihm die jeweils zustehende liebe angedeihen ließ. doch in der gesamtheit strotzen die zehn songs in ihren gleichfarbenen heimtrikots. mit unterschiedlichen nummern beflockt und mit dem ganz eigenen gleichmut wiener nonchalance aus weltoffenheit und kleinbürgerlichem schmäh strahlend.

einkauf: die lp gibt es beim label, digital auf der bandcamp seite.

crystal soda cream - shot by both side by totallywiredrecords

crystal soda cream - drag by totally wired records