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Samstag, März 11, 2017

eingestreut (1058): rio


da ist eine note, die mario hänne unabhängig macht. vielleicht eine der großtaten eines musikers, im laufe seiner karriere. zumindest in sachen solo ist der schweizer aber erst am anfang. deshalb, respekt. die kleine veröffentlichung "magnus", ein sieben tracks umfassendes statement auf red brick chapel, überzeugt als ausgefallene musikalie mit diffizilen arrangements, ausgeklügelten songstrukturen und einer klangtiefe, in die man sich nach und nach begeben mag. gern hall beschlagen, eine stimme, die wie durch ein nebelhorn an unser ohr drängt, dazu die vielschichtigen beats, nicht von ungefähr, hat sich der unter rio operierende musiker doch als schlagzeuger bei peter broderick oder pablo nouvelle verdient gemacht, dazu diebisches und originelles beiwerk. es entstehen songs, die charakter haben. mal licht und luftig, als wollten sie einen easy listening preis gewinnen, dann mit mut zum blues, stets versessen aufs details, ohne sich darin verlieren zu müssen.
hört mal rein, das album ist seit ende februar auf dem markt.


Samstag, September 12, 2015

zu gehör getragen (193)

wilco - star wars (2015) 
> grundtypischer sound der amerikaner, die heuer mit einem überraschungscoup an die öffentlichkeit traten, wovon der titel noch das auffälligste merkmal war, der rest ist einträgliche konvention, 3/5

yo la tengo - stuff like that there (2015)
> gewohnt stark, am cover, an neuauflagen, an frisch aufgenommenem, der dreier aus hoboken bleibt dabei unwiderstehlich, in dem er sacht, ganz sacht abhebt, ohne je den bodenkontakt zu verlieren, wahre liebe, 4-4,5/5

alasdair roberts - s/t (2015)
> so verbunden der barde auch mit der tradition scheint, so unabhängig zeigt er sich im matten, freundlichen glanz seiner kompositionen, die ähnlich lang überdauern werden wie ihr fundament, 4/5

peter broderick - colours of the night (2015)
> dass ihm neben den vielfachen aktivitäten stets noch solche musik gelingt, unterstreicht die klasse des umtriebigen künstlers, der sich mit diesem album wieder seinen wurzeln nähert, gefühlvoll und mit viel raum zum atmen, 3,5-4/5

Donnerstag, August 20, 2015

eingestreut (844): la nuit


könnt Ihr halten, wie Ihr wollt, aber dieser track trägt für mich sommerfarben. wenngleich das cover artwork von bijan berahimi schon dick aufträgt, schimmert meines erachtens die musik deutlich transparenter. dafür sorgt niemand anderes als peter broderick. seine synthielandschaft ist durchlässig und geheimnisvoll zugleich. dazu sprechsingt die wunderbare felicia atkinson, zukunftsvisionen allenthalben. "desert television" heißt die erste veröffentlichung dieser verheißungsvollen zusammenarbeit unter dem namen la nuit, die bereits mit dem appetizer einzuhalten scheint, was man erahnen durfte. am 28. august erscheint die lp auf beacon sound.

Mittwoch, Februar 11, 2015

eingestreut (775): peter broderick


portrait by brandon fernandez

die umtriebigkeit des peter brodericks ist unbeschreiblich, an anderer stelle, vor einiger zeit, haben wir uns einmal nur für einen atemzug daran versucht. dass er nun wieder mit einem album unter eigener flagge auf dem tableau steht, begrüßen wir mit freude. mit "colours of the night" hat das album, welches am 27. april auf bella union erscheinen soll, einen unspektakulären titel. doch wenn man sich genau dieser fragestellung hingibt, welche farben hat die nacht, dann wollte man keinen anderen, der es versucht sie musikalisch zu beschreiben. mehrere besuche im beschaulichen luzern brachten den amerikaner der stadt und ihrer reize näher, so dass er beschloss, genau dort sein neues album aufzunehmen. lokale mitstreiter waren gar zu finden, nebst einem stadtbekannten produzenten, der sein studio zu verfügung stellte. so löste sich der multiinstrumentalist von dem gedanken, alle instrumente selbst einzuspielen, sondern stellte der truppe seine songs vor und begann mit ihr daran zu arbeiten. der kreative ausdruck wird den beweis antreten, so jedenfalls das label. vorab gibt es erst einmal den opener, der feiner nicht ins ohr gehen könnte.

Dienstag, Juli 24, 2012

zu gehör getragen (159)

charlie big time – dishevelled revellers ep (2012)
> die marke matinée könnte nicht passender das cover zieren, der zum trio verstärkte verbund glänzt mit pop der erwachsenen sorte, 3,5/5

turnstile junkpile – everything is cheaper than it looks (2012)
> überraschungsangriff von der insel auf die domäne americana, die letztlich diverse besetzt und ausgefüllt wird, mehr als gelungenes debut, 3,5/5

aidan baker – the spectrum of distraction (2012)
> 98 titel, zum random play gedacht, unterstützt von 18 schlagzeugern, ein großartiges machwerk, das in vielerlei richtungen funktioniert, 3,5-4/5

peter broderick – itstartshear (2012)
> einträgliche schönheit, jedoch weniger pointiert als von vorgängeralben gewohnt, die suche nach ausdrucksformen dämpft, 3/5