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Samstag, Dezember 03, 2016

ein (p)fund mp3 (542), teil 2

das trio aus glasgow bzw. london ist doch glattweg durch die decke gegangen, dabei liegen erst zwei offizielle singles vor, wie es so gehen kann; zwischen sleater kinney und slit, heißt es, bitte gegenkontrolle vornehmen: dama scout:


der neue release "above the desert" wird wohl ende dezember auf dronarivm erscheinen, aber eine wirklich offizielle bestätigung gibt es noch nicht, dafür einen ersten track des japaners, den wir gerne vorstellen: chihei hatakeyama:


gut einen monat später, also im januar veröffentlicht pleasence records das neue album des rührigen kanadiers, der hier sich hier mit der einen hälfte von shield patterns zusammengetan hat, einen ausschnitt aus "delirious things" mit: aidan baker & claire brentnall:


den folk nehmen wir auf die eine, die langjährige zugehörigkeit zum kanadischen indierock auf die andere seite, heraus kommt das album "solidarity", das mitte februar auf pheromone recordings erscheinen wird, viel spaß mit: bill & joel plaskett:


noch einen track aus dem hause hardly art, der auch über das jahresende hinausschaut, die dazugehörige langspielplatte des dreiers aus seattle heißt "sincerely" und wird am 24. februar erscheinen: dude york:


eine spannende geschichte rankt sich um die team love veröffentlichung dieser beiden alben: "at longview farm" von 1979 und das aktuelle werk "when you get old", alle infos bekommt Ihr auf der labelseite, hier einen eindruck: jemima james:

Freitag, September 18, 2015

neue töne (1571): crystal shipsss


die beschäftigung mit dem neuen album von crystal shipsss hat große freude bereitet:
gewittrig zittern die gitarren, das drumming ist flott, agil wie ein satter regenschauer, die stimme ist im kopf verhangen und senst durch den treibenden soundbrei. schon der start des albums ist voller überraschungen. spacige klänge verhängen den himmel, nur noch apathisch die perkussion, es bleibt ein gesang, der dem arrangement treu nach oben strebt. ambient und doch gefangen, verloren im eigenen kosmos, als gäbe es andere galaxien nur in der vorstellung. 
über mehr als sieben minuten mäandert der zweite track des albums "i will see no moon no sky" von crystal shipsss. ahnungen streifen vorbei, geteilte phantasie. hier nicht von kopfkino zu sprechen, wäre ein frevel an der arbeit der band um jacob faurholt. das album erschien am 01. juni auf raw onion records und weist weit in die zukunft, die längst vergangenheit ist. die schnittstelle zwischen elektronischer und akustischer musik verschwimmt zwischen den verhaltenen drones, den gitarrenläufen und den störgeräuschen, die sich in ausgeprägter selbstverständlichkeit einfügen. die fetten ansagen, ausgestossen von einer sechssaitigen, die stets nach präsenz sucht, werden konterkariert vom gesang faurholts. 
diese geschliffene atmosphäre hält keinen hochglanz bereit, sondern arbeitet sich an den emotionalen tiefen ab. mit william kudahl sorensen, jens christian madsen und vor allem aidan baker hat faurholt auch heuer hervorragende mitstreiter gefunden, die seiner vorstellung von poesie im strittigen raum mehr als gerecht werden. "drum", mit zehn minuten der längste track auf dem release, erweist sich als ein dräuendes, beängstigendes etwas, das sich schwebend breit macht und nach dem ort, an dem du dich befindest, auch von deiner seele besitz ergreift. schillerndes gitarrengewerk blendet den gleichförmigen ton, darunter mischt sich geflüstertes. 
2014 muss es in berlin also nicht ganz so doll gelaufen sein für faurholt. mittlerweile lebt er wieder in der heimat, er kehrte nach dänemark zurück. die musik ist stark, aber man wünscht dem musiker dann doch auch etwas erleichterung. versöhnlicher klingen zumindest die letzten beiden tracks. dringend reinhören, bitte.

Sonntag, Juni 21, 2015

neue töne (1546): aidan baker


am 06. april erschien aidan bakers neues doppelalbum "half lives". mit "you are a creature of darkness" spielte er einen appetithappen aus diesem werk erstmals an. die doppel-cd-variante wurde via gizeh records herausgegeben. "half lives" ist der nachfolger des 2013er "already drowning", bei dem baker auf vokale gasteinsätze von zum beispiel carla bozulich oder jessica bailiff setzte, und bietet zwei unterschiedliche seiten des kanadischen künstlers, zwei unterschiedliche herangehensweisen auf. zugleich aber sollen beide miteinander korrespondieren und sich in gewisser weise bedingen. hier die etwas abstraktere, experimentelle welt, dort die mehr songorientierte note. die aufnahmen entstanden im august des vergangenen jahres in berlin und sind vor allem das produkt ausgiebiger improvisationen, welche hernach entsprechend neu an- bzw. zugeordnet wurden. baker spricht hier eher von konstruktion denn von komposition. mit "mountains sweat clouds" sind die ersten zehn tracks überschrieben. sie sprechen eine ganz eigene bildsprache aus eigenwilligen, wie bedeutungsschwangeren klangexzessen, die sich ambienten mustern genauso ergeben wie cinematoskopischen elegien. soundfahrten, die sich wie von selbst zu ergeben scheinen, als würde natur in bewegung geraten und sich entwickeln, wie sie sich eben entwickeln muss. kein für, kein wider, eine klarheit, der man sich fügt. die darstellenden partikel sind oft gitarreske helltöner nebst aufbauscher aus perkussivem und field recordings.
"as i walked on dead earth" bietet klangwürfel auf, in denen sich ambiente texturen abbilden lassen, die man wie durch eine transparente schicht hindurch sehen kann. manchmal fühlt sich die musik geradezu körperlich fassbar an, glibberig, manchmal in festerer konsistenz erlebbar. die bilder, die phantasien differieren, je öfter man sich den verstauchten tönen hingibt.

aidan baker, der schon seit längerem berlin zu seiner wahlheimat ernannt hat, tourte jüngst mit seiner formation aidan baker trio, zu dem felipe salazar (caudal, hypnodrone ensemble) an den drums und simon goff (and the wiremen, bee and flower) an violine und bass gehören. gemeinsam stellten sie das aktuelle material vor, nämlich die in kollaboration mit idklang entworfene lp "in the red room", auf karlrecords erschienen. daneben aber wurde auch "half lives" und "the confessional tapes" material vorgestellt.

Dienstag, Juli 24, 2012

zu gehör getragen (159)

charlie big time – dishevelled revellers ep (2012)
> die marke matinée könnte nicht passender das cover zieren, der zum trio verstärkte verbund glänzt mit pop der erwachsenen sorte, 3,5/5

turnstile junkpile – everything is cheaper than it looks (2012)
> überraschungsangriff von der insel auf die domäne americana, die letztlich diverse besetzt und ausgefüllt wird, mehr als gelungenes debut, 3,5/5

aidan baker – the spectrum of distraction (2012)
> 98 titel, zum random play gedacht, unterstützt von 18 schlagzeugern, ein großartiges machwerk, das in vielerlei richtungen funktioniert, 3,5-4/5

peter broderick – itstartshear (2012)
> einträgliche schönheit, jedoch weniger pointiert als von vorgängeralben gewohnt, die suche nach ausdrucksformen dämpft, 3/5