Donnerstag, November 19, 2009

ein (p)fund mp3 (232)

der start in die mp3 runde dieses tages mit herzerfrischender härte, rottiger kühle: "action in the north atlantic" heißt das werk der band aus halifax (auf noyes records), tobendes meer, gute und passende vorstellung:
a history of - action in the north atlantic
a history of - dagger woods
klingt wie eine mischung aus 22 pistepirkko und the cure, naja, jedenfalls ein ausblick auf das im januar erscheinende "teen dream", im übrigen wie verrückt das ist: die promofirma schickt recht freundlich die mp3 an die blogger und zines und weiß der geier, wo noch hin, und alle, alle posten auf teufel komm raus, die größe des songs bestimmt sich aber immer noch an der qualität und nicht nach der anzahl der nennungen (aber auf diese kapelle sind wir immer neugierig):
beach house - norway
aktuell auf lefse records drei bemerkenswerte bewegungen, zunächst eine band aus san diego, die bereits mit einer ep vorlegte, nun aber das full length debut anstrebt, vielmehr vollbringt, "ghost" erschien nämlich am 17. dieses monats, die band klingt tatsächlich so, wie sie heißt:
tape deck mountain - in the dirt
tape deck mountain - scantrons
auch bereits am start ist "psychic chasms", eine wahrlich interessante, weil vielschichtige veröffentlichung, wave trifft soul trifft electro mit charme, kann auf jeden fall den anstürmenden winter etwas mildern:
neon indian - deadbeat summer
neon indian - terminally chill
ebenfalls am 17. november auf lefse erschienen ist "mountain debris", ein höllenhund aus popmelodien und den verdräuungen der moderne ala animal collective, grizzly bear und der dünnhäutigkeit eines daniel johnston, aus london:
a grave with no name - we parted ways at mount jade
a grave with no name - open water
dem 08er "the hungry saw" werk soll nun "falling down a mountain" folgen, datiert auf den 25.01:
tindersticks – black smoke
am vielveröffentlicher halten wir uns natürlich auch schadlos, am 19.01. kommt "end times" (oder ist das nur der nordamerika termin):
eels - little bird
na, da bin ich doch mal gespannt, auf team love, am 12.01., "hustler's son" (das ist der mystic valley band drummer, ok?):
jason boesel - hand of god

und schließlich als ansporn für alle, die die beste band der welt heuer in europa resp. deutschland sehen können:
yo la tengo
Thursday, November 19 Hamburg, Germany Markthalle
Sunday, November 22 Dusseldorf, Germany Zakk
Monday, November 23 Berlin, Germany Astra Kulturhaus
Monday, November 30 Paris, France Bataclan




megafaun
25.11. Dresden – Beatpol
29.11. Köln – Luxor


emily jane white
23.11. Dresden – Dreikönigskirche
24.11. Langenau – Kapilio
25.11. Offenburg – Spitalkeller
26.11. Magedburg – Volksbad Buckau
27.11. Dortmund - Subrosa
28.11. Wesel – JZ Karo

Mittwoch, November 18, 2009

glotzt nicht so romantisch (72): the sandwitches

hier hatten wir über the dry spells berichtet, die ihr release "to soon for flowers" nicht nur via antenna farm unter die leutchen brachten, sondern auch empty cellar records nutzten, um die vinylliebhaber ebenfalls in den genuss ihres debuts zu bringen. auf selbiger plattform, mehr noch ihrem träger - endless nest - der ein künstler kollektiv darstellt, tummeln sich mittlerweile auch the sandwitches. mal abgesehen von der cleveren namensgebung haben die drei einiges auf der schippe. ihr rauer bluegrass-, country-, blues-, und vor allem inklusive lofi garage-mix haut mächtig rein. an der front dieser truppe stehen heidi alexander und grace cooper, bestens bekannt als teil von the fresh and onlys. gemeinsam mit roxy brodeur spielten sie ihre debut lp ein: "how to make ambient sadcake" (erschienen auf turn up! reocrds). der drummer verließ die band und wurde kurze zeit später durch lance kramer von den beat cops ersetzt. "back to the sea" heißt der aktuell auf 250 kopien begrenzte output auf south paw, eine single.
the sandwitches - back to the sea



Dienstag, November 17, 2009

in eigener sache (39): on3 radio festival

das on3 radio festival schlägt mal wieder hart an die vorweihnachtlichen pforten. und wer eh nicht auf den rummel rund um tannenbaum und "lichtlein brennet" steht, der beschenkt(e) sich eben vorab mit einem ticket unseres haus- und hoffestivals (28.11.09). denn seit 2006 berichten wir regelmäßig über das gelungene ein-nacht-event in den räumen des bayerischen rundfunks. doch bevor wir uns in den advent begeben, also den festivaladvent gewissermaßen mit vorfreude und blick auf die zu erwartenden acts, gilt es eine weniger gute nachricht zu verkünden und eine, die die weniger gute etwas abzumildern hilft. also, das festival ist ausverkauft. und: es wird einen live videostream geben, der die teilnahme doch noch, natürlich unter etwas schlechteren bedingungen, ermöglicht. von 19:30 uhr bis 02.00 Uhr wird hier übertragen. für diejenigen aber, die alle chancen genutzt sehen wollen, bleibt noch eine hintertür. durch die bin ich im letzten jahr geschlüpft: das gewinnspiel auf on3 (hier mein bild und die dazugehörige story).
wer tritt also heuer an? es sind nicht die ganz so großen namen, aber ein näheres hinsehen lohnt. ganz vorn ist meiner ansicht nach er zu nennen. mit "el radio" veröffentlichte er in 2009 sein zweites album, wir berichteten hier:
chris garneau - not nice (from: "music for tourists")
chris garneau - it's almost christmas (from: "c sides")
mit ihnen wird garantiert mit dem strich gebürstet, herrlichster pop aus norwegen, eine ep, ein album im gepäck:
my little pony - skipping down the street
wissen sie überhaupt, dass sie ebenfalls anzutreten haben?, ihre webseite gibt das date in münchen jedenfalls nicht her, verquer/wüst wie die musik also, aufwecker und muntermacher wird der fünfer aus knoxville garantiert sein, "let it beeb" erschien im september:
royal bangs - my car is haunted
royal bangs - new scissors
direkt aus bayerns hauptstadt kommt dieser act, erwartet werden kann: "eine bühnenshow mit allen extras", na denn:
creme fresh - vollmongo
creme fresh - true story
oben drauf electropop aus island mit fm belfast, kanadischen indierock mit spiral beach, das feuerwerk der ebony bones, hamburger mit streichern im gepack: kettcar, rap aus england mit dame: speech debelle, im blackmail sog die jungspunde von dave & hal, dazu weitere bajuwarische und fremdländische genossen mit der dadajugend polyform (nürnberg/ kulmbach/ erlangen), dobré & sepp kennedy (schöngeising, tracks), kleinmeister (rosenheim), mason dixon line (regensburg), team monster (london) und the great bertholinis (nürnberg, ungarn, video s.u.!) sowie young fathers (uk).
berichte unsererseits gibt es natürlich hernach (sollten wir uns unter die meute begeben dürfen, abhängig ist dies von jener und anderer variable...).

Montag, November 16, 2009

neue töne (700): other lives

nicht immer ist es so einfach, den präferierten bands oder ihren tonalen hinterlassenschaften, die man irgendwann irgendwo aufgeschnappt hat, hinterher zu forschen. allein, dass sich viele auf myspace existenzen begrenzen, macht die sache unsagbar schwierig. eine gescheite homepage mit biografischen daten, den anstehenden konzerten und hinweisen auf die discografie sollte doch für jeden drin sein. other lives verzichten auch auf aufwand dieser art. leider. dabei hat die aus stillwater, oklahoma stammende band einiges zu bieten, was es anzupreisen gelte. aber vielleicht brauchen die fünf in kariertes hemd geschlagenen genau dieses nicht. anbiederung. ist wohl eher eine frage der übersetzung. mir hätte eine internetpräsenz auf die sprünge geholfen für ihren spartenfreien folkrock, der sich kaskadisch aufbäumt und routiniert, mit ausreichend popeloquenz ausgestattet, nach den sternen greift. painospuren durchpflügen die gitarrenlines, kreiselnde cellofahrten liebäugeln mit den luftigen gesängen eines jesse tabish (lead vocals, piano, guitar). in seinem gefolge josh onstott (bass, organ, backing vocals), jenny hsu (cello, piano, backing vocals), colby owens (drums) und jonathon mooney (piano,violin, guitar). eine schnittmenge aus the decemberists, frontier ruckus und vielleicht auch horse feathers kann man ausmachen. hört Ihr denn ähnlich? das debutalbum ist seit geraumer zeit zu haben und wohl am einfachsten via direkten kontaktes zu erwerben. viel glück!
other lives - am theme (daytrotter)
other lives - precious air (daytrotter)
other lives - black tables
other lives - speed tape

Sonntag, November 15, 2009

zu gehör getragen (106)


karl blau – zebra (2009)

> karl führt seinen lässigen, dub- oder aber auch dancehall gestärkten loopfolk zur blüte, 4-4,5/5

port o’brien - threadbare (2009)
> alte konzepte widerlegen die ehemals frischen ideen, so bekommt man zwar einen hit, aber nicht mehr ein komplett gutes album hin, 2,5-3/5

mohna – 1985-1994 (2009)
> verloren wirkende andickungen der kompositorisch dünnen, aber dennoch gehaltvollen suppe unterstreichen den charakter von 'zart', 'vorsicht' und 'ernsthaft', 3,5/5

samara lubelski - future slip (2009)
> ihr lichtener spacefolk ward heuer ungeküsst, die verantwortliche fee wilderte vermutlich in anderen revieren, 3,5-4/5

neue töne (699): les terrils

matamore! ein guter ausruf wärs. doch das label hat bodenhaftung und verwöhnt uns mit neuen releases erst dann, wenn es sich wirklich lohnt. nachdem patton ein ausgezeichnetes "hellénique chevaleresque récital" vorgelegt hatten (wir berichteten), fordern nun les terrils, als da wären die beiden belgier fred deltenre : guitar, vocals und joffrey goart : drums, accordion, heraus! "on est pas tendre" heißts bei ihnen. die bieten beatbasierten rock 'n' roll und das ganze mit frankophiler gesangeskunst garniert. das hibbelt und rollt, wirkt knochentrocken und vielleicht gerade deshalb einnehmend. mir machen die bisher bekannten tracks eine menge spaß und ich kann nur darauf hoffen, dass der politikkritische output der zwei burschen auch in gänze hält, was die beiden vom label zur verfügung gestellten appetithappen versprechen. ein bild, das ich immer wieder vor augen habe, ist übrigens, dass die beiden in der kaufinger straße münchens stehen, bewaffnet bis unter den kragen mit instrumenten: blechtrommel, mundharmonika, gitarre, rasseln, triangel... einen erstling gibt es übrigens bereits, er stammt aus dem jahr 2008 und ward lediglich auf cdr herausgebracht.
les terrils - quand s'arrête la ville?
les terrils - je m'orientalise

Samstag, November 14, 2009

neue töne (698): tiny vipers

jesy fortino's, so die junge dame hinter dem pseudonym tiny vipers, erstes album heißt "hands across the void" und erschien 2007. der nachfolger nun "life on earth" kam im sommer dieses jahres heraus. verpasst, wa? ging mir ja genauso. es gibt blogs, da kannst du erwarten, dass du über das neueste editors video informiert wirst und garantiert darüber, dass der neueste britpop hype auch zu uns herüberschwappt. hätte man tiny vipers bei mir erwarten können? vielleicht. ja. so tue ich denn buße und versuche nachzuholen und nehme den releasetermin (16.11.) für die lp version des neuen outputs zum anlass. tiny vipers jesy fortino stammt aus seattle und bastelt in solomanier an ihrem musikalischen ausdruck. der changiert zwischen ausdrücklicher klarheit und karger undurchdringlichkeit. widersprüche als sprungbrett zum gegenüber. denn, wenn man eines nicht verliert, dann den glauben, dass man angesprochen ist. wie auch beim neuen werk, das in aller naturbelassenheit dennoch nach kunst und nicht nach kunstgriff klingt. großen anteil daran hatte andrew hernandez, der in seinem "classic analog studio" in austin sorge trug um authentizität an gitarre und im gesang der jungen sub pop künstlerin. die macht folk, wenn man denn den weltumspannenden charakter dieses genres in rechnung stellt und angibt, dass es hier einmal nicht um das erzählen von geschichten, sondern vielmehr um die darstellung von gefühl und eigenleben geht (ja, bei den anderen auch, aber auf bedachtere weise). so kann es bei konzerten passieren, dass die instrumentellen parts in die irre oder aber auch schon in den nächsten song führen. kontemplatives tun zuweilen, aber obacht, da steckt immer mehr dahinter. einhören, später einkaufen.
tiny vipers - dreamer (2009)
tiny vipers - on this side (2007)

Freitag, November 13, 2009

ein (p)fund mp3 (231)

sein zweites full length ("it began/ended with sparks", 01.12.) veröffentlicht der junge bursche aus vancouver und kommt mit einem ersten appetitlichen happen:
prairie cat - given up
"xenophanes" erscheint nun auch weltweit (10.11. auf rodriguez lopez productions), der kerl hat echt einen deftigen mix aufs parkett gelegt:
omar rodriguez lopez - mundo de ciegos
neu auf cloudberry und unbedenklich erwähnenswert, diese 3inch cdr kommt am 25. november mit 5 tracks:
the speedpuppies - killing time
auf dem selben sektor, nicht nur was die gangart angeht, sondern auch den umfang der veröffentlichung, hausieren folgende drei kapellen auf dem selben geschmackssicheren label:
crush 22 - these feelings
the protectors - black tattoos
the artisans - jazz serenade
"motif" heißt das werk (20. november auf bureau b) und ein erster eindruck lässt weniger ratlos denn beeindruckt zurück, das trio stammt aus stockholm:
hearts no static - lowlands
"realism" wird der nachfolger des genialen "distortion" heißen, es erscheint im januar (26.01., nonesuch) und wird somit das neue musikjahr angemessen einläuten:
the magnetic fields - california girls (2008)
"the roots, the leaves" heißt ihr neuer output, die vorfreude hält sich bis zum 26. januar des kommenden jahres an:
cars & trains - intimidated by silence
labradors werbemaschinerie funktioniert bestens, so dass alle blogs immer schon mit der einstimmer mp3 versorgt sind, sollte Ihr Euch also nicht auf anderen blogs herumtreiben, kriegt Ihr den track, der das schweigen dieser hervorragenden band zunächst beendet, eben auch bei mir:
sambassadeur - days
eine wunderbare 12" split gibt es auf song, by toad records: "loch lomond/the builders & the butchers split 12", zupacken, weitere sechs songs, das ganze auf vinyl + cdr:
the builder & the butchers - vampire lake
loch lomond - a field report

tim schmidt (folk/akustisch/country)
20. November 2009 Villa Orange, Berlin

musée mécanique
17.11. Berlin, Cafe Zapata
18.11. Niederstetten, Kult
19.11. Muenchen, Rote Sonne
01.12. Fulda, Kulturkeller
02.12. Leipzig, Werk II
03.12. Frankfurt, Brotfabrik
05.12. Geislingen, Raetschenmuehle

Donnerstag, November 12, 2009

listenterror: beste alben 2009

update november

*****
1. scott matthew – there is an ocean that divides…

****1/2
2. yo la tengo – popular songs
3. evangelista – prince of truth
4. the felice brothers – yonder is the clock
5. bill callahan - sometimes i wish we were an eagle

**** - ****1/2
6. alasdair roberts – spoils
7. laura gibson – beasts of seasons
8. alela diane – to be still

****
9. magnolia electric co. - josephine
10. vetiver – tight knit
11. charlie parr – roustabout
12. bonnie prince billy – beware
13. james blackshaw – the glass bead game
14. julie doiron – i can wonder what you did with your day
15. tara jane o’neil – a ways away
16. simone white – yakiimo
17. sonic youth – the eternal
18. heartless bastards – the mountain
19. megafaun – gather, form & fly
20. great lake swimmers – lost channels
21. j. tillman – year in the kingdom
22. michael j. sheehy – with these hands
23. condo fucks - fuckbook
24. dent may - the good feeling music of dent may & his magnificent ukulele

***1/2-****
25. pastels/tenniscoats – two sunsets
26. pink mountaintops – outside love
27. red heart the ticker – oh my! mountains below
28. the allender band – outer dark
29. emeralds – what happened
30. black flowers – i grew from a stone to a statue
31. marissa nadler – little hells
32. dirty projectors – bitte orca
33. mv & ee with the golden road – drone trailer
34. hope sandoval & the warm inventions – through the devil softly
35. six organs of admittance – luminous night
36. the curious mystery – rotting slowly
37. nurses – apple’s acre
38. tenniscoats – temporacha
39. le loup - family
40. kurt vile – god is saying this to you

***1/2
41. leonard mynx – vesper
42. the duke & the king – nothing gold can stay
43. patton – hellénique chevaleresque récital
44. blues control – local flavour
45. hannu – harhailua
46. hanne hukkelberg – blood from a stone
47. tom brosseau – posthumous success
48. weinland – breakes in the sun
49. sun araw – heavy deeds
50. dan auerbach – keep it hid
51. nancy wallace – old stories
52. the balky mule – the length of the rail
53. polite sleeper – lake effect
54. arborea – house of sticks
55. the cave singers – welcome joy
56. butcher boy – react or die

***-***1/2
57. fanfarlo - reservoir
58. cotton jones – paranoid cocoon
59. deer tick – born on flag day
60. anni rossi – rockwell
61. darren hayman & the secondary modern – pram town
62. the pains of being pure at heart – s/t
63. aidan moffat & the best ofs – how to get to heaven from scotland
64. blue roses – s/t
65. the thermals – now we can see
66. the whitest boy alive – rules
67. the wooden birds – magnolia
68. woods – songs of shame
69. the deep dark woods – winter hours
70. official secrets act – understanding electricity

***
71. arbouretum – song of the pearl
72. burning hearts – aboa sleeping
73. strand of oaks – leave ruin
74. his name shall breathe – there is an earthquake inside me
75. jenn grant – echoes
76. bowerbirds – upper air
77. the extraordinaires – electric and benevolent
78. the devil makes three – do wrong right
79. timber timbre – s/t
80. a.c. newman – get guilty
81. bruce peninsula – a mountain is a mouth
82. great dynamo – the average genius eps
83. it hugs back – inside your guitar
84. magik markers – balf quarry
85. asobi seksu – hush

**1/2 - ***
86. the decemberists – the hazards of love
87. eels – hombre lobo
88. the o’s – we are the o’s
89. almost charlie – the plural of yes
90. a hawk and a hacksaw – deliverance
91. lighting dust – infinite light
92. barzin – notes to an absent lover
93. gomez – a new tide

**1/2
94. soap&skin – lovetune for vacuum
95. m. ward – hold time

**
96. handsome furs – face control
97. franz ferdinand – tonight
98. maria taylor – ladyluck

*1/2 - **
99. bat for lashes – two suns

glotzt nicht so romantisch (71): mountain man

die namen sollten eigentlich genügen, um nachfolgenden klängen einen charakter des wohlwollens zu verleihen: mountain man sind molly erin sarle, alexandra sauser-monnig und amelia randall meath. eine 7" wird es im januar frisch geben. hier noch was älteres, dann wiederum was jüngeres (aus 2009). fragilität galore! ach ja, das "s/t" werk, was es wohl zwischenzeitlich mal gegeben hat, ist längst ausverkauft. wer an so ein stück herankommt, möge an mich denken. thanks!
nate luce/maia friedman/alex sauser-monnig - dance with me

<a href="http://mountainman.bandcamp.com/track/dog-song">Dog Song by Mountain Man</a><a href="http://mountainman.bandcamp.com/track/bathtub-2">BATHTUB by Mountain Man</a>

Mittwoch, November 11, 2009

neue töne (697): out like lambs

die köpfe hinter der bezeichnung out like lambs sind rachel ade und michael lucio sternbach. sie beiden zeichnen für alle songs verantwortlich. gleichzeitig umringt sie aber eine außerordentlich große schar von musikern - bis zu siebzehn, wie trabanten einen stern, die ihnen zuarbeiten, sie unterstützen, gemeinsam mit ihnen aufspielen. das duo stammt aus ocean grove, new jersey und hat jüngst eine ep eingespielt, die ihre discography eröffnet. es ist ein gut 25-minütiges werk, gepresst als cdr und somit zum untertauchen verbannt. aber wir wollen es, da es den sommer bereits überwand, noch einmal hochleben lassen. neben einer wirklich ausgezeichneten produktionsqualität macht das teil vor allem musikalisch was her. denn hier strömen viele instrumente in ein offenes meer und wie der alte mit dem wallenden bart die wuselnde menschheit ordnet, so gelingt es der truppe auch, die balance zu halten zwischen den bewussten und den schwärmerischen elementen dieser musikalie. zumeist beginnt ein track in aller simplizität, um später, angesichts von schichtung und vermehrung, überzuquellen. die bläser bewirken einiges, das akustische hinterlässt vieles. die schweren choräle, das hymnische, der reiche kragen. folkig besetzt, ja, aber in deutlicher unterscheidung zum herkömmlichen. da setzen out like lams eher auf die gute alte tante psych, die wie ein verstörtes weib um die ecke lugt. siehst du sie: die violine flattert oder ist es das grinsen der säge? eine klarinette hat sich aus der anstalt hierhin verirrt. nimmt sie die melodie oder umgekehrt? die schöne melodie.
out like lambs - bygones

in eigener sache (38)

kurz an-, etwas länger aufgemerkt. ein weiteres jahr ist herum. das blog läuft und läuft. eine geölte maschine, meint vielleicht der besucher. nein, es ist ein bockendes ding, man erinnere sich jener seefahrer filme, in denen die bilder gerne wechseln hinab in die szenerie eines maschinenraums. das qualmen und dampfen lässt nur erahnen, was der maschinist durchmachen muss, die hitze, der krach und dazu das sprotzelnde feuerross, das mit kohle beheizt, mit liebevollen worten umsorgt werden muss, damit es läuft und läuft...

Dienstag, November 10, 2009

samara lubelski - future slip (2009)

„future slip“ beginnt, wie „parallel suns“, der vorgänger, geendet hat. so verwandt ist der schwung von „culture king `66“, dass man die melodie unvermittelt mitsingen will. nur der dreher nach den noten sechs und sieben ist neu und nimmt einen abschwung, der das vertraute in etwas neues verwandelt. und dabei ist das „sich-zu-eigen-machen“ die leichteste übung, hat man sich erst einmal mit dem output von samara lubelski auseinander gesetzt. alles schmiegt sich an, alles fügt sich, selbst im singsang wird die stimme gesenkt, um irritation zu vermeiden. demutsvoll sirrt der bass und alles, was sich für rhythmus und orientierung verantwortlich fühlt, bleibt besonnen und wirft nie fadenscheinig auf. samara offeriert sich in persona vs. instruments als gleiche unter gleichen. immer an ihrer seite die elektrische, die sich der melodie annimmt. verhuscht und angehaucht das klangbild, wie der blick durch schneeflocken besetzte scheiben. zur perfektion getrieben.
ein konzept verwirklicht und bewahrt. nur. bei „future slip“ wurde die fee nicht gerufen oder sie wurde gar vergrätzt und konnte ihr zauberstäblein nicht über das eingeschworene tonale werk schweben lassen, um es mit goldstaub zu benetzen, um ihm den schimmer zu verleihen, der einst „parallel suns“ zu voller blüte brachte, sonnig gleißend erstrahlen ließ. auf diesem neuen tonträger sind ideen rar und nicht ausgeprägt genug, um sich zu verhangen. der mut ist vor lauter beiläufigkeit kaum wahrnehmbar und die perlen schwerer zu finden, als jene unter korallen am meeresgrund. wo ist das wabern und schwerelose sein von „have you see the colors“, das freundlich putzig forsche von „tasting the candy“, die erratische orgel von „meeting of the sun“, das penibel adeptische von „snowy meadows II“? was auf „parallel suns“ einer gewissen dringlichkeit ausgesetzt ist, wirkt auf „future slip“ verhuscht und muss sich den vorwurf zersetzender verschwurbeltheit gefallen lassen. ist der opener noch eine art reminiszenz an die vergangene grosstat, streift „empire’s dream“ nur die erinnerung daran. „the evolution flow“ wirkt mit irriger, versteckter orgel, „future hold“ dagegen zwingt eine banale musikalische thematik in die knie, in „headships down“ wird der psychgott beschworen, aber kein gehör gefunden. erst „the trip is out“ entwirft eine neue, klare vision, hier wird der titel zum programm. mitsamt schweifender orgel und weiblichem backgroundgesang ein stück ermutigung. die umgehend nahrungszufuhr erfährt, denn das trippelnd manische „new age slip“ kontert das zähe und unfertige der ersten albumshälfte. mit rechtfertigungsfreiem mäandern und strömen. in freundlichkeit folgt "silver hair", "walking in the waves" in fast schon esoterischer beiläufigkeit, wenn nicht die drums barmten. abschließend "field in mine", das vielleicht stärkste stück, weil geschlossenen und energisch, weil zentriert, fuzzy und aerodynamisch verschlankt.
samara setzte an, aber hob nicht ab. nichtsdestotrotz ist ihr ein sehr gutes album gelungen, das von der majestätischen extravaganz seiner hauptakteurin lebt. vom kollektiven stillstand. und wieder von samara und immer wieder von samara lubelski. der frau mit dem elastischen organ. mit der wendigen gitarre. leben. von samara. samara.

Montag, November 09, 2009

plattenbau (5)

die fünfte runde im 'plattenbau' genannten versuch, hinter die kulissen von musikaffinicados zu schauen, wird geritten von the black pope, danke:

"Man sieht, hier herrscht Ordnung – auf den ersten Blick. Und, zugegeben, auch der zweite Blick offenbart bestenfalls Unregelmäßigkeiten – ich neige nicht zum Durcheinander. Die CDs sind mehr oder weniger nach folgenden Kriterien geordnet: Nationalität, Alter, Genre. So wie der Atlantik die USA von Europa trennt, so finden sich links oben beispielsweise die Rolling Stones, The Who, The Kinks und The Fall, und rechts unten – teilweise in zweiter Reihe (siehe Detailansicht) – Hank Williams, Love, Bob Dylan, Captain Beefheart, MC5 und Velvet Underground (Brigitte Bardot sitzt aber neben Nancy Sinatra, so viele Französinnen lümmeln sich nicht in meiner Sammlung). Die Alliierten nähern sich dann zur Mitte hin an und nehmen Fehlfarben, Neu!, Kraftwerk, Can, Cpt. Krik &., Workshop, Mutter, Blumfeld, Die Goldenen Zitronen, Trio, Kolossale Jugend, Britta etc. irgendwo dazwischen.
Zur „politischen“ Ordnung passend: die Regale sind Altbestände einer hessischen Behörde, die zur Aktenablage genutzt und bei einem Umzug ausgemustert wurden. Ich absolvierte zum Zeitpunkt des Umzugs und der damit verbundenen Sperrmüll-Aktion ein Praktikum in der Behörde und riss mir die zukünftig von Amts wegen nicht mehr gebrauchten Möbel unter den Nagel. Die Dinger sind stabil und ich bin sehr zufrieden damit. Kann ich nur empfehlen.

Ein Platzproblem bekomme ich zunehmend trotzdem, mein Zimmer ist nicht so groß, ich muss stapeln, daher oben auf noch mehr LPs und Singles (die Singles sind überwiegend Garage-Zeugs von Labeln wie In The Red und so: Gories, Jon Spencer, Chrome Cranks etc.). Außerdem (siehe Detailansicht) ein paar Tapes, vom feinen Meudiademorte-Label. Ich kaufe zwar keine Tapes (die Dinger sind ja ganz cool aber bitte nicht noch’n Format!), Pascal hat mir aber ein paar geschenkt. Zum Beispiel eins von Time-Life (Heidi Diehl, Ex-Vanishing Voice) und natürlich auch welche von Datashock.
In der Plattenkiste vor dem Regal stehen Neuzugänge, vorne dran die neue Inca Ore, dahinter u.a. Eternal Tapestry, Tetuzi Akiyama, Chris Corsano, die Open Strings 4LP-Box und so.
Tja, so sieht’s aus...

ein (p)fund mp3 (230)

anfang des jahres hatten wir über sie berichtet, da stand "bourgeois beat" noch aus, nun ist das album draußen und svc hat sich neben fridabear records stark gemacht, bravo!:
the skydrops - swimming with fishes (2009)
the skydrops - truth is (2009)
the skydrops - hang on (2007)
indiecater records hat das wahr gemacht, was andere online (download only) labels wohl auch gern täten, sie haben ihren ersten physischen release auf den weg gebracht, entschieden haben sie sich für das tolle album "in the dream of sea life", die dazugehörige band spricht ausführlich über das wehe und werden des albums und unternimmt ende des jahres eine "welttournee" und wir sind dabei, nachzulesen hier:
candy claws - catamaran
nachfolgend: die neuen, jungen, frischen, aufstrebenden? hören wir mal rein, zunächst bei dieser kanadischen folkband mit osteuropäischer frontfrau, drei veröffentlichungen gab es in 2008, für 2010 ist die nächste geplant:
olenka & the autumn lovers – eggshells
ein minialbum steht bei ihnen ins kerbholz geritzt "hymns of love and spirits", hook geladene folkeuphorie (folkorie gewissermaßen):
the wilderness of manitoba – bluebirds
und nun noch eine siebenköpfige truppe, die sich aus anderen bands ihrer heimatstadt saskatoon rekrutiert, am start sind so banjo, violine, lap steal usw., die sich zu alt country zusammenfügen, wie der song heißt auch das debut:
slow down, molasses – i’m an old believer
das duo stammt aus manchester bzw. norwich, plustert sich manchmal auch zu fünfen auf, hat seine erste 4track single demnächst am start und wartet auf feedback (nett: "the label is where it's at is where you are, and the catalogue number is wiaiwya038"):
the middle ones - young explorer
plastilina records, das label aus peru, ist immer für eine überraschung gut, diesmal heißt sie "antiques - the best of the dubious brothers" und nimmt uns mit auf eine reise in die 80iger und ganz nah an c86!:
the dubious brothers - my goodness! this bazaar is like a jumble
"fate unholds" erscheint am 01. dezember auf better looking records und soll von flamenco über krautrock bis hin zu punk einiges zu bieten haben:
tristeza - manitas (2009)
tristeza - tension futura (2009)
"childish prodigy" sollte mittlerweile in allen regalen stehen, wer es versäumt hat, kann sich hierzu nachfolgend inspiration holen:
kurt vile - overnite religion
kurt vile - hunchback

Sonntag, November 08, 2009

neue töne (696): early winter recordings

überschrieben mit "folksongs, improvisations and musical mystery" geht early winter recordings an den start. das kleine label ist mehr oder weniger die kopfgeburt von james green, seines zeichens schalter und walter von the big eyes, siehe post vom vortag. auf early winter recordings tobt er sich quasi auf solopfaden aus bzw. lädt andere dazu ein. mit "tempers" legt er denn auch vor und hält seine ersten soloaufnahmen bereit, 14 an der zahl. es handelt sich um eine sammlung von improvisierten gitarrenstücken, aufgenommen im eigenen studio in sheffield auf einem 2track recorder. ein auszug:
james green - 2 (2004)
neben green agiert als big eyes mitglied u.a. auch david jaycock auf early winter recordings werken, hier auf "gadzocks!", einer veröffentlichung von the broken blackbird ensemble, dabei handelt es sich um eine sechsköpfige truppe, die sich an noise-, sound- experimenten versucht und dabei folk, klezmer, acid rock und vieles andere mehr vermischt, heruntergebrochen würde man heute vielleicht "free folk" dazu sagen:
the broken blackbird ensemble - bambino (2005)
ein besonderer release auf ewr ist denn die arbeit von james william hindle, einem burschen, den ich verloren hatte. seine alben sind labsal und trost und doch vergaß ich ihn. nun erscheint er hier mit einer arbeit, die auf den namen "joshong" hört und gar als das vierte offizielle werk geführt wird. vielleicht muss man es auch eher als compilation verstehen, denn als eigenständiges werk. die elf tracks darauf entstanden in sheffield als auch in brooklyn zwischen 2003 und 2005 und spiegeln eine intime atmosphäre wieder. traumhafte melodien, an deren fleischfreien knochen man sich kaum mehr waiden kann, blank liegen sie da. und der genuss erzwingt sich aus der kühlen konzentration. james tritt an mit "acoustic guitar, bluegrass banjo, harp, percussion, vocals and some manipulated sounds":
james william hindle - bleak house (2006)
die vierte veröffentlichung ist schließlich ein erstes soloalbum von david jaycock, sie heißt "the improvised killing of uncle faustus and other mythologies" und erstaunt mit einem reifen werk, das sich aus jaycocks liebe zur klassischen, zur barockmusik speist sowie seinem faible für ein breites instrumentarium, denn alle instrumente auf dem 14 tracks umfassenden album spielt der bursche selbst: "classical guitar, piano, strings, analogue keyboards and drums". weiter schreibt das label: "He sings a little too. An overall sound description would be a tall order, but suffice to say there are waves of sinister fairground melodies, a touch of flamenco, intricate chamber-pieces, 70s BBC drama atmospheres and some blurry folksong. If you are grasping for a comparison then look perhaps to Broadcast or possibly the Incredible String Band (only in miniature)."
david jaycock - tremolo study (2006)
das vorerst letzte album stammt von acolytes action squad und heißt "winkle time", es brauchte mehr als fünf jahre, um diese aufnahmen endgültig in den kasten zu bekommen, kreiert wurde hier eine wüstenei aus soundscapes, überlagerungen und krachigen elementen, stimmengewirr, mäandernden kangspielereien und vielem mehr, was alex neilson zu folgenden worten zwang: “It recalls the meticulously deconstructed miniatures of astral arbiters such as Alastair Galbraith or Peter Jefferies. In fact, on Winkle Time, a whole spectrum of avant traditions are reconstituted and pished out again. This disk don’t really sound like anything ever to have been sired in the City of Steel….amen to that!”
acolytes action squad - the yak's head pts. 1-2 (2006)

Samstag, November 07, 2009

megafaun - gather, form & fly (2009)

bei megafaun versagt in aller regelmäßigkeit der erste blick. schimmerig entweicht die klare aussage. wie das cover einen waldweg preisgibt, dessen boden im gleißenden licht zu einer undefinierbaren spur aus gelb und braunrot wird, um sich zwischen den stämmen flüssig hindurch zu schieben. als flösse lava aus den nahe gelegenen chapel hills hinab in die niederungen, wo die drei, joe westerlund, philip cook und bradly cook, ihre pferde weiden lassen. auch dieses bild gilt es auf dem artwork des aktuellen albums „gather, form & fly“ zu beachten. das trio zu pferde. beileibe aber nicht nur, um sich abbilden zu lassen. von links: eine demütige szene. ein stoischer augenblick. ein fatalistischer moment. in gänze? brauchts musik, um hinter die kulissen zu schauen.
doch die lässt sich nicht zusammenraufen wie gekehrter abfall. hier musst du in aller aufmerksamkeit sortieren und die spreu vom weizen trennen. und so es dir gelingt, bist du gefordert, wieder zueinander zu fügen, was nach ordnung verlangt. den rest überlässt du sich selbst. so viel genügsamkeit muss sein.
das häufchen zu oberst ist eine unfreche mixture aus country, folk, blues, americana, aus heimatlichen klängen, aus zugewinn und abgesang, aus aufweichen und abledern, aus trennen und einfordern. in der mitte findet sich eine klebrige masse. ein stoff, der riecht, mieft vielmehr. ein muff, der in alten klamotten sitzt, der sich akkumuliert aus dem baustoff lehm, der allgegenwart von kuhmist, dem rauch der feuer, der feuchte des nebels, dem gestank alter männer. am boden findet sich eine essenz, die in ihrer klarheit nach oben drängt. sie strahlt, und wäre man von anfang an wirklich aufmerksam gewesen, hätte man das goldene band erkennen können, das sich bereits durch die oberen schichten schiebt. hier kriegst du die abreibung von romantik-feinden, einen einlauf von sehnsuchts geplagten, einen tritt von krachledernen. die halten dich für einen bretzensalzer! wehr dich, sing mit!
doch! haudrauf sieht anders aus. sparsame routine erst recht. das ist eine einfädelei, wie sie beim klöppeln an den rand des wahnsinns bringen muss. das ist experiment ohne wissenschaftliche methode. das ist das gegenteil von überdruss. das ist der habitus des hand- und des kunstwerkers zugleich.
megafaun gelingt eine melange aus tradiertem, so dass man ihnen jederzeit das geschliffene rundholz abnimmt, und aus neuzeitlichem experiment, das soundcollagen, drone und findigen notenbesatz beinhaltet, so dass man ihnen auch aus rostigen schlüsseln fressen würde. "peace will reside / fall in perfect time / a wave goodbye / one for yours and one for mine / gesture of tides / peace will reside", singen sie uns zum abschluss ihres innovativen albums, das einen weg aufzeigt, um der neu formulierten folkfraktion den zwang zu nehmen. "gather, form & fly" erschien auf hometapes/crammed discs.
megafaun - the fade (2009)

13-Nov FRANCE PARIS POINT EPHEMERE W/ AKRON/FAMILY
25-Nov GERMANY DRESDEN BEATPOL W/ THE DODOS

Freitag, November 06, 2009

zu gehör getragen (105)


pastels/tenniscoats – two sunsets (2009)

> von großer sacht- und bedachtheit berührt, ein taumel im sekundenrausch, grenz-, aber nicht genreüberschreitendes projekt, 3,5-4/5

polite sleeper – lake effect (2009)
> hier lugt um jede ecke das engagement und der wille, die arrangements sind pfiffig, aber lieber weniger im vordergrund und mehr in der hinterhand, dennoch 3,5/5

megafaun – gather, form & fly (2009)
> csn&y wagen psych folk, werden aber von ihren müttern immer wieder durch gesundes essen und frisch gezapftes wasser auf den rechten weg gebracht, 4/5

the deep dark woods – winter hours (2009)
> hingebungsvoller, geradezu lupenreiner und mit abgestimmter geste vorgeführter, aber ebenso überraschungsarmer country folk, 3-3,5/5

eingestreut (71): daniel, fred & julie

was für eine spezielle kombi! wen haben wir denn da? zunächst unser aller herzlichst julie doiron. die immer noch gern angepriesen wird, indem man sie mit eric's trip in verbindung bringt, auf die zusammenarbeit mit mount eerie, herman dune oder wooden stars hinweist. dabei genügte es mittlerweile, sie für sich stehen zu lassen, für ihren einnehmenden, gehaltvollen solooutput. dann hätten wir daniel romano. der hat sich bei attack in black einen namen gemacht. schließlich noch den guten fred squire, bei calm down it's monday unter vertrag und umtriebig bei allen zugange, die ihn brauchen, rufen. zuallererst hängt dabei wohl immer wieder julie doiron an der strippe. gemeinsam haben sie nun ein projekt aus dem boden stampft, das sich ganz dem folk hinwendet. die geschichte dazu ist flott erzählt. daniel machte sich auf den weg nach sackville, im gepäck trug er seine gitarren und einen satz mit folk liederbüchern. in freds garage platzierte man ein aufnahmegerät, ein mikro "was placed on the floor in front of a semi-circle of folding chairs." die arrangements hatte man schnell beieinander, auch die lyrics schrieben sich wie von alleine. daniel und fred übernahmen die gitarrenparts, gesungen wurde zu dritt. so hatte man in ein paar tagen das album beisammen. wie sich das anhört, gibt der appetizer schon preis. karger auftritt, warmherziger auszug und harmonie, wenngleich die texte es nicht immer hergeben. zwei neue songs von dan sind am start (u.a. "runner"), daneben bekannte, ältere tracks in nun neuem gewand. "daniel, fred & julie" erscheint am 01.12.09 auf you've changed records.
01. The Gambler and His Bride / 02. Runner / 03. I Dream of Jeanie / 04. No One Knew My Name / 05. Hallelujah, I'm a Bum / 06. Down By the Weeping Willow / 07. Bonnie Black Bess / 08. Clementine / 09. Your Love / 10. Johnny Sands
daniel, fred & julie - runner

Donnerstag, November 05, 2009

plattenbau (4)

die nächste runde bestreitet coolmikado und er erklärt sich und seinen plattenbau folgendermaßen: "Meinen diversen Umzügen ist es geschuldet, dass es bei mir nicht (mehr) so aussieht wie im Klienicum. Durch striktes Streichen und Aussortieren (ggf. auf HDD) blieb von ca. 10.000 Tonträgern nur noch dieser überschaubare Rest zurück. Dafür kann ich jetzt jederzeit blind ins Regal greifen und habe immer einen Hochkaräter zur Hand...."

neue töne (695): the big eyes family players

geh ich nach der arbeit mit dem wilden vierbeiner auf laufrunde, kommen wir garantiert im dunklen heim. erschreckend weit das jahr. was dann hilft ist neben tee, grog oder warmen bier, eine erdende musik, die so sanft flutet wie die erde draußen dampfend nach einem reichen sommer, nach einem satten herbst und einem langen winter riecht. wem es gelingt, die hand genau nach jenem tonträger auszufahren, der stimmungen unterstreichen kann und passgenau in den färbungen vibriert, wie es das zentralorgan des körpers vorgibt, der hat all mein bestaunen und die verwunderung ob des eigenen dilettantischen tuns. das ist bestimmt von missgriffen und einer art des danebenliegens, die den humor der anderen nicht scheut, aber vor meinem groll nicht sicher ist. ich müsste mich vorbereiten. immer dann, wenn ich eine musik höre, die ich einem bestimmten zustand zuschreiben könnte, müsste ich dies wohlfeil formulieren und notieren, um es dann zu rate zu ziehen, wann sich genau dieser zustand meiner bemächtigt.
"warm room" (26.10.09), über das es hier zu reden gilt, ist das aktuelle album von the big eyes family players, ja, genau der truppe, die jüngst mit james yorkston das formidable "folk songs" einspielte. dass das fünfköpfige künstlerkollektiv auch alleine kann, beweist es nicht erst seit kurzem, sondern seit geraumer zeit. denn das vierte album wird auf den weg gebracht, nachdem es mit "do the musiking", "donkeysongs" und benanntem "folk songs" entsprechende vorgängerwerke gibt. auf pickled egg erschien vor wenigen wochen ein sanfter riese, eingespielt vom kopf der band james green (vocals, guitar, piano, harmonium, cello, percussion, shahi baja, loops, organ, harp, zither) mitsamt seiner etwas umgestellten mannschaft: ellie bond (violin), gemma green (harmonium), chris boyd (drums) und heather ditch (vocals). gemeinsam visierten sie ein album an, das eine art ode an die "folk music" darstellen sollte. "There are ‘songs’, in the form of the traditional pieces (the despairing ‘False True Love’) and original numbers (the dream-story ‘White Bones’ and bloody Spanish lament ‘Rojo’), but elsewhere the focus is on texture, the landscape and the mood of the traditional folk form, and is reflected in pieces such as the love-song-raga ‘A Lick and A Promise’, the pastoral ecstasy of ‘Galapagos’, the chaotic skip of ‘The Great Pin Dance’ and closer ‘Song for Newborough Warren’ (inspired by the great sand dunes of the nature reserve on Anglesey, Wales).", schreibt das label. the big eyes family players haben also das genre durch ihre filter gepresst. was dabei herausgekommen ist, kann man nachhören. ich nehme es für solche kühlen herbstabende her.
the big eyes family players - for cognac (2006)
the big eyes family players - die nacht (2006)
the big eyes family players - gentle neck (2003)
the big eyes family players - the victim (2002)

Mittwoch, November 04, 2009

eingestreut (70): the idyllists

das geht auch mal. reminiszenzen an die sixties, verwurzelung im mod und irgendwo die große popnote mit untergebracht. hört sich alles britisch an, ist es aber nur teilweise. denn the idyllists stammen aus los angeles, lediglich sänger ian webber stammt aus britannien. in 2009 haben die sechs ihr debut "the long hours between sunset & morning" auf den markt gebracht, produziert wurde es von david cobb und aufgenommen von greg gordon. es klängelt und dengelt aufs erfrischenste, genau richtig, um den herbsttagen etwas entgegen zu halten. zudem ist es covertechnisch ein glanzlicht, wie es sich an das blue note artwork anschmeichelt und zugleich in warmen farben tönt.
the idyllists - great love story
the idyllists - you’re gonna break my heart someday
the idyllists - one true love

konzert: mumford & sons, 02.11.09

unterhaltsamer abend, fürwahr. mumford & sons standen auf der bühne des atomic café und machten schnell deutlich, dass sich hier eine geschulte, junge band einfand, die noch weder die freude am spiel als auch nicht den kontakt zum publikum verloren hat. erfrischend die ansagen und die kommunikation zwischen den einzelnen titeln des eine gute stunde füllenden sets. im rund allerorten zufriedenheit auf den zumeist unter dreißig jahren beanspruchten gesichtern. eng an eng stand man in den ersten zehn reihen, danach etwas windschiefe lockerheit unter den vielen amazon gewinnern, deren einsatz via mail traf oder jenen, die als freunde mitschlurfen durften. so kungelten denn die vorgeblich eingeschworen mit karohemd und/oder lässig geneigtem mützchen (so hässlich) und die anderen, die zum teil noch nie von der londoner band gehört hatten, ein wenig um die besten plätze. doch nicht einmal unmut kam auf, als sich die band ob des champions league disasters der bayern zu anfang des jahrtausends lächerlich machten. echte kerle fehlten im auditorium. spätestens als die vier briten sich beklagten, dass sie keinerlei kontakte zu deutschen "fraulein" hergestellt bekämen, wäre es an der zeit gewesen, den insulanern einzuheizen. denn vorzeigbare bubis mit backenbartbehaarung und traurigem sitz der hosen haben wir doch allemal. ob es denen allerdings gelänge, auch so enthusiastisch und unverwerflich krawallig musik zu machen, die den folk mit voller wucht trifft und den rock 'n' roll auf knallendem bass und geschredderter gitarr' schraffiert, bezweifeln manche. in welcher tradition man stehen muss, und die briten sind da gut bestückt, überlass ich dem leser, um solcherart scheunenparty zu feiern, aber einen neuzeitlichen zugang gibt es allemal. die fleet foxes, kolportiert man, wären eine referenz. doch ganz so weit möchte der geneigte hörer nicht gehen, da die harmoniegesänge des quartetts keinswegs so gestochen kommen, wie es die amerikanischen kollegen tönen lassen können. grobschlächtiger möchte man meinen, weniger am wetzstein massiert. nur der melodien wegen braucht man sich auf dem eiland jenseits des kanals nicht zu schämen. lauter memorabler stoff. dass sich der vor allem vom aktuellen album rekrutiert, versteht sich von selbst, da im vorhinein, bis auf eps und 7", nichts aktenkundig wurde, was die qualitätskontrolle von marcus mumford, country winston, ben lovett und ted dwane passierte hätte. so goutierte die runde das aufgeregte "winter winds" mit flinker guitar und dem allgegenwärtigen banjo nebst gänsehaut-harmoniegesang, "the cave", das so anmutig beginnt, "sigh no more", das im breitwandgesang an der spitze ins programm geführt wurde und sofort für aufmerksam sorgte, das hüpfende "little lion man" mit dem energischen gesang, "dust bowl dance", dem ich verfalle, noch bevor der dritte, vierte ton im keyboard versinkt. der schweiss ran, die socken brannten, bühnenbilder wären beim vorletzten stomp gestürzt, doch die burschten brachten ihren auftritt sauber inklusive schlagzeugeinsatz (für eingeweihte) nach hause. im abgang der dank, im wiederkehren auch. ein lied und wieder dank und abgang. dass sich die vier für "sister" noch einmal einfanden, verdankten sie einem aufgewiegelten publikum, einer münchner runde, wie man sie doch eher selten vorfindet. der flott/betulich rhythmus, der wechsel von laut auf leise und das charisma manches der bandmitglieder glühten unterkühlte hauptstädter auf. dicht an dicht mit ihren fans brachten mumford & sons ein akustisches ständchen, das, wie sie glaubhaft versicherten, garantiert der letzte akt sein würde. in einer perfekten inszenierung.

Dienstag, November 03, 2009

eingestreut (69): strand of oaks

strand of oaks album "leave ruin" habe ich im aktuellen listenterror unter ferner liefen aufgeführt. leider. denn der bursche hinter dem unsachlichen moniker hat einiges zu bieten. intensität, gefühl für stimmungen und ein unheilvolles organ. das fährt er aber viel zu selten aus. resonanzraum wäre vorhande. nun spielte timothy showalter eine kleine feine hearya live session und ich habe daraus den wirklich großartigen track "end in flames" herausgepickt. er ist göttlich und in der live eingespielten version nicht weniger bedeutungsvoll, als ich ihn bereits vom album herab anerkannte. dazu die bewegten bilder und ein bis dato unveröffentliches lied mit "daniel's blues". have fun.
strand of oaks – end in flames
strand of oaks – daniel’s blues (previously unreleased)

Montag, November 02, 2009

glotzt nicht so romantisch (70): the leisure society

mal wieder nur ein paar worte, schweigen wäre wohl eher angebracht. eine le hiboo live aufnahme von the leisure society. aha, und der cellist und der violinist gehören gar nicht zu the miserable rich oder doch, oder nein, ja? im zweiten teil dann der song im originalvideo:



ein (p)fund mp3 (229)

am 17. november erscheint "score! 20 years of merge records", mit dabei u.a. dieser track hier:
xiu xiu - volcana (i hope you hear the train crashes remix)
den besten pop gibts auf cloudberry, im november dann die 7"er "how to look imploring" von einer in diesen kreisen nicht gänzlich unbekannten band:
horowitz - how to look imploring
zudem erscheint am 10.11. ein split, der sich namentlich ganz einfach nur auf die beteiligten kapellen bezieht, hier twee, dort powerpop:
madamm - lately i've been so blue
taggarna ut - the secretary
neu auf secretly canadian sind jene nicht ganz unbekannten gestalten, zunächst yeasager und wohl was-auch-immer-meiner mit der 12" "ambling alp":
yeasayer - ambling alp
und dann kommt uns dieses blitzsaubere paar und will wohl herbststürme begreinen, auf dass der winter zügig erscheinen möge:
molina and johnson - twenty cycles to the ground
molina and johnson - almost let you in
"childish prodigy" erschien am 6. des oktober auf matador records, der the war on drugs gitarrist hat den sprung zum major offenbar gut verdaut:
kurt vile - overnite religion
kurt vile - hunchback
ein wenig frauenpower und dafür unsere herzlichste unterstützung, im januar kommt das neue album "heart of my own":
basia bulat – gold rush
ein spaß, das ganze album gibt es ebenso im freien download-verkehr, nämlich hier:
ukulele loki's gadabout orchestra - daylight savings
auch eine der schöneren nachrichten der letzten tage, ein neues album kommt, hört auf "received pronunciation", releasedate ist der 10.11.:
pants yell! - cold hands
einstellen auf "islands", das am 04.11. den startschuss um die ohren gejagt bekommt, auf labrador, klar:
the mary onettes - puzzles
the mary onettes - dare

emily jane white
23.11. Dresden – Dreikönigskirche
24.11. Langenau – Kapilio
25.11. Offenburg – Spitalkeller
26.11. Magedburg – Volksbad Buckau
27.11. Dortmund - Subrosa
28.11. Wesel – JZ Karo

Sonntag, November 01, 2009

plattenbau (3)

die dritte runde im 'plattenbau' führt uns in die hauptstadt, wo uns dennisdet begegnet, ebenfalls mitglied in der last.fm gruppe! vielen dank!

neue töne (694): marshmallow coast

ein sound, der mich zurückbeamt in eine zeit, da ich samstag nachmittage vor der glotze hing, um abgefahrene science fiction filme zu gucken. die waren immer mit so sinistrer musik unterlegt. ein pfeifen und sirren, voller sternschnuppen eben. das wabern und röcheln und atmosphärisieren. gelungen vor allem, wenn dazu silberfarbene elemente durchs bild hüpften. ganz so weit wollte man bei marshmallow coast nicht gehen. aber diese unherbe lieblichkeit, die haben sie auch. "phreak phantasy" ist ihr letztes und aktuelles album und es lechzt danach, gehört zu werden, benutzt, gebraucht zu sein. so wie ein absolvent, der in die mangel genommen werden will, dessen engagement nicht auf halbmast baumeln, der nicht die papierkörbe nach brauchbarem absuchen will, um alte schnipsel auf bleistifte aufzuspiessen, um sie, in reihe aufgestellt, später zu kommandieren.
happy happy birthday to me ist die company, welche solcherart produkte vertreibt. und wer sich nicht schon an bunnygrunt, afternoon naps oder casper & the cookies herangeschmissen hat, der sollte es vielleicht mit andy und sara aus athens versuchen. die beiden treiben ihren lofi sound schon seit '96 auf die spitze und haben dabei so viele labels genutzt wie andere unterhosen. naja, nicht beide, vor allem er. also, das nutzen von labels, nicht unterhosen. denn andy gonzales ist ohne zweifel der kopf dieser unternehmung, der es nie an popappeal mangelt und durch deren vermeintlich gemeinen charakter immer wieder die größe eines george gershwin schimmert. ehrlich.
marshmallow coast - hangin' on a cloud (from "phreak phantasy")
marshmallow coast - sailing around the world (from: "say it in slang")
marshmallow coast - so's with emeralds (from: "ride the lightnin")
marshmallow coast - chameleon (from: "ride the lightnin")
marshmallow coast - seniors and juniors (from: "seniors & juniors")