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Sonntag, Mai 29, 2016

eingestreut (938): young people


erlaubt sei an dieser stelle der kurze hinweis auf den kassettenrelease des selbstbetitelten debütalbums von young people. ursprünglich 2002 auf 5 rue christine erschienen, legt kill rock stars dieses raue wunderding noch einmal auf. die vorbestellungen für den juni release laufen wohl blendend, jedenfalls sind via bandcamp gerade mal nur noch eine handvoll kassetten erhältlich.
das los angeles trio aus katie eastburn, jeff rosenberg und jarrett silberman hatte sowohl ein exzellentes gespür für melodien, als auch für eine handfeste umsetzung derselben. dafür brauchte es meist nicht sehr viel. eine eiernde gitarre, perkussiven einsatz und dieses weibliche organ, das ständig seine grenzen testete. das klang oft willkürlich und war doch nicht um liebreiz verlegen. tonale beispiele, der rest ist eh für Euch!

Donnerstag, Juni 11, 2015

neue töne (1540): kinski


jaja, bloggen ist tot. wer es betreibt, um sich anzudienen, wird wahrlich auf die schnauze fallen. martialische wortwahl am frühen sonntagmorgen. liegt vermutlich an der scheibe, die gerade auf dem plattenteller ihre runden zieht. kinski mit "7 (or 8)". die rauschegitarren, im fuzz verknäuelt, das knüppeldicke schlagwerk, der hub schwer und konsequent. melodisches bejubeln zwischendurch, um sich alsbald wieder aufs tagwerk zu versteifen. ok, bloggen ist hin. nicht grundsätzlich, aber vermutlich das musikblogging schon. doch kein argument, um müßiggang zu betreiben. "i fell like a fucking flower". nicht nur attraktive songtitel gelingen dem vierer aus seattle, auch der albumtitel macht was her. erklärt zumindest die konfusion und diskussion über den umstand, ob man nun das siebte oder bereits achte album eingespielt habe. die band, die zuletzt auf sub pop und ähnlich starken indipendern veröffentlicht hatte, hat sich nun mit kill rock stars zusammengetan. da passen passagen wie die auf "the needle's fine", einfachstes gedengel, ganz prima hin. die musikalie hat druck, dynamik und dramaturgie. beweist sie später. aufgenommen wurde in san francisco mit phil manley (trans am). die produktion ist sicherlich etwas heaviger als auf früheren werken, aber sie zeichnet sich durch eine fast lyrische herangehensweise aus, sie lockt und stösst zugleich ab. sänger und gitarrist chris martin, basserin lucy atkinson, gitarrist matthew reid-schwartz und drummer barrett wilke bieten eine wilde, wie auch eine in sich gefangene hatz auf. gedrosselt zur rechten zeit. kunst ist es zu tun. da passt es ebenso prima, wenn john cassavetes und gena rowlands das cover zieren. metal, protopunk, postrock, hier kreuzen sich viele wege. um sie nachzuzeichnen, bräuchte es handfesten musikjournalismus. können wir nicht bieten. wir bloggen nur so ein bißchen rum. können aber rausposauen, dass uns "7 (or 8)", am 02. juni erschienen, ganz prima mundet, vor allem sonntags mit dem ersten kaffee.