Mittwoch, Dezember 09, 2009

ein (p)fund mp3 (235)

endet das jahr noch oder beginnt das nächste schon? ich hasse die übergänge. bereits anfang dezember werden die listen an besten alben, songs etc. gefertigt, und ich hocke noch da, um meine zu vervollständigen, hoffe auf den tonträger schlechthin und sinniere über platzierungen und andere ungerechtigkeiten. 2009 hat noch was vor mit uns, da bin ich sicher. listen kommen. aber erst zur rechten zeit.
neue single auf labrador, ohne widerhaken, versprochen, und frei!, drei weitere tracks (zum unten aufgeführten) vollenden das werk, für sechs euro:
sound of arrows - into the clouds
bin ich der letzte?, ha, wenn schon, ändert nichts an der tatsache, dass auch hier, im klienicum, die vorfreude groß ist (die begeisterung ob des appetizers allerdings nicht): auf das am 23.02. erscheindende neue album "the golden archipelago", auf matador:
shearwater - castaways
ebenfalls am 23.02. wird ihr neues album erwartet, es wird dann namentlich etwas kürzer ausfallen und doch ausreichend aussage transportieren: "work", auf merge:
shout out louds - walls
eine single collection steht bei ihnen an, kommt allerdings einen ticken früher, nämlich am 26.01. und hört auf "couple tracks", auch matador:
fucked up - neat parts
heißt vermutlich: "the magician’s private library" und soll ende februar auf xl recordings erscheinen:
holly miranda - forest green oh forest green
"casual victim pile: austin 2010" erscheint am 26.01. auf matador und enthält tracks unveröffentlichter natur von bands aus austin un denton, mehr als spannend, hier zwei beispiele:
follow that bird! - the ghosts that wake you
love collector - first 48
"die stadt muzikanten" nennt sich der neueste auswurf mark hamiltons aus alberta, es ist sein dritter longplayer und er wird über den ladentisch gehen, da das weihnachtsfest längst gelaufen ist: 12.01., boompa zeichnet verantwortlich:
woodpigeon - morningside (bbc live recording)
"the brutalist brick" heißt doch tatsächlich das neue album, veröffentlicht wird es im märz auf..., ja, auch auf matador, die sind fließig wie die bienchen, ick freu mir:
ted leo - even eroes have to die
haben europa wieder verlassen...:
megafaun - kaufman's ballad
zum thema lieblinge hier noch ein verweis, serious business records legt nach oder auf, "warm love and cool dreams forever" erscheint am 05.01.:
the octagon - cross tops
...und zudem kommen uns die beiden bengel noch mit einem live album, "live in new york" kommt, zumindest erst einmal digital, am 12.01., hype hype hype:
the two man gentlemen band - me, i get high in reefer

boy division
10.12. Hamburg - Nachtasyl

chris cacavas
29.01. Aachen - Musikbunker
30.01. Wesel - JZ Karo
01.02. Hamburg - Knust
02.02. Gera - Haus Der Pioniere
03.02. Parchim - Irish Pub
05.02. Singwitz - Kesselhaus Lager
07.02. Potsdam - Waschhaus
09.02. Halle - Objekt 5
10.02. Erfurt - Museumskeller
17.02. Karlsruhe - Jubez
18.02. Nürnberg - K4
19.02. Bad Frankenhausen - Panoramamuseum
20.02. Meidelstetten - Adler
21.02. Waldkraiburg - Haus Der Kultur


wer were promised jetpacks

18.01. Dortmund - FZW
19.01. Stuttgart - Schocken
20.01. Heidelberg - Karlstorbahnhof
21.01. CH-Zürich - Rockwoche
23.01. München - 59:1
27.01. Osnabrück - Glanz & Gloria

Dienstag, Dezember 08, 2009

eingestreut (75): the green kingdom

schüttere sounds, die wie wirrer flockenfall nieder gehen. ein lichterfluten. augenzwicken. in der folge: -kneifen. blenden und zwacken. den kopf eingezogen weiter gehen. unter den füssen krascht das gefrorene gras. die nebel dünsten. farblose welt. "twig and twine" heißt der neueste auswurf auf own records, dem unbeirrbarem label aus luxemburg, michael cottone der künstler hinter the green kingdom. zwischen akustischem ding-machen und elektronischen verwehungen. die flucht vor dem konkreten. das schemenhafte als abbild des undefinierten seins. körperloses. aber es ist nicht unfassbar, was der mann aus michigan fabriziert. im gegenteil. die wohlklänge steuern den hörer sicheren fusses durch die unbekannte landschaft. ein aufnehmen hier, ein ablegen dort. kein beteuern notwendig. im oeuvre des sounddesigners ließe sich graben. die suche erschwert, dass er viele labels bediente. hier nun: ein ausgangspunkt. na. los!
the green kingdom - river bends park

Montag, Dezember 07, 2009

zu gehör getragen (107)

mountain man - s/t ep (2009)
> drei stimmakrobatinnen erobern gipfel, ohne vergessen zu haben, kieselsteine fallen zu lassen, für den weg zurück, 3,5-4/5

wild beasts - two dancers (2009)
> verstockte euphorie in beklemmend engem korsett, den ausbruch gebannt erwartend ihr alter fan aus oberbayern, 3,5/5

simon joyner - out into the snow (2009)
> wie man sich einen platz erobert zwischen den dylans, cohens und youngs, ohne vorwürfe einholen zu müssen, dem einen oder anderen nachzustellen, 4/5

the moonband - songs we like to listen to while traveling through open space (2009)
> sind auf jeden fall auf dem richtigen weg, um die sterne vom folkhimmel zu fischen, aufrichtiges und freudiges erstwerk, 3,5/5

neue töne (708): the smiles and frowns

hübsches ding, das da das licht dieser musikwelt erblickt hat. etwas antiquierter anklang, dafür umso weicher und runder im abgang. the smiles and frowns sind adam mattson und christopher james, die vielfaches instrument bedienen, neben den obligaten gitarren schlagwerk, keyboard, synthies, tambourine usw. herauskommt dabei ein wiegenfestfolk, ein breitwandcinemascopesoul, ein nebelscheinwerferschauerpop, der diktiert wird von einer deutlich betonten gesangsspur. so sitzen dir die beiden musiker direkt gegenüber und flöten dir ins ohr. das erinnert an vieles und hat doch alleinstellungsmerkmal. da klingen simon & garfunkel an, the beatles angesichts von hochmelodiösität, oder gar seventies band im stile von tir na nog. doch dieser an den rändern abgerundete sound, das flächig produzierte, die stringenten arrangements und die frivolen spielerchen ("mätzchen" in anderen teilen des landes) lassen das werk zu etwas neuem, originärem verschmelzen. etwas süsslich und vordergründig verträumt hier, und doch romantisch und herzerwärmend dort. die 7" "mechanical songs" trat zuvorderst an, erhält nun aber rückendeckung durch das erste full length, das glanzlos auf "s/t" hört. erhältlich ist das teil über die webseite der beiden.
the smiles and frowns - the echoes of time
the smiles and frowns - mechanical songs
the smiles and frowns - sam

Sonntag, Dezember 06, 2009

neue töne (707): the moonband

die "funerals & duels" benannte ep aus dem jahresbruch, auf 200 stück limitiert, deutete schon an, wo die qualitäten dieser fünfköpfigen bayerischen kapelle liegen: im sentiment, in der tiefgeschürften dringlichkeit nach harmonie und konsonanz, in der ästhetik einer eigens kreierten welt, die weit über den tellerrand hinausblickt. nämlich in die unendlichen weiten, wo es raumanzüge braucht, in denen man schiffe besteigt, um welten zu erkunden, die noch keine menschenseele gesehen hat.
drei songs der ep haben es nun auch auf das erste full length der seit 2006 gemeinsam aufspielenden band geschafft. "songs we like to listen to while traveling through open space", so der programmatische titel, gibt die richtung vor. wenn wir uns nicht gut genug unterhalten wissen, besorgen wir es uns eben selbst. und so schießt die kleine rakete mit ihren fünf insassen (eugen mondbasis - gesang, gitarre, banjo, bouzouki, harp, chris houston - gesang, gitarre, slide, percussion, katrin bobek - gesang, mandoline, ukulele, banjo, glockenspiel, andy henningsen - kontrabass und elena tschaffon - percussion) in die ferne und hinterlässt uns, den daheimgebliebenen, wenigstens ihren reisesoundtrack.

zwar zog sich the moonband für die aufnahmen zum album nicht auf den im bandnamen geführten himmelsgiganten zurück, sondern lediglich in einen entlegenen winkel der böhmischen schweiz, aber weit genug weg war auch dieser ort. um in einklang dem nachzuspüren, was die band sonst mit viel (vor-) liebe live darbietet: enthusiastischen akustikfolk, dominiert von mehrstimmigem gesang, den die beiden käptn mondbasis und houston vorgeben, den die copilotin bobek abrundet, und der so eindringlich, aber akzentuiert und feinsinnig in ein freiatmiges und doch kalorienreiches soundbild eingesponnen ist. verantwortlich dafür der gründene bass, die sparsame, dienliche perkussion nebst weiterem vielfältigen handwerkszeug: von der unstrittigen mandoline über das drippelnde banjo und die flinke ukelele bis hin zum hellen glockenspiel. vor allem die munter genutzten saiten, neben den allgegenwärtigen gitarren punktuell ins feld geführt, fordern die aufmerksamkeit, geben der sanftmut einen widerhaken.
jedem song ist eine verfängliche melodie anheim und die arrangements sind sorgfältig aufbereitet. der gesang ist anhänglich, das timbre warm. die gemeinschaft trägt, das herzstück ist die auf touren gebrachte kollektive maschine. das spürt man. und so braucht man sich um die zukunft dieser band keine sorgen machen. wenngleich es eine schande ist, dass sie nach wie vor kein label im rücken hat. dafür gilt der dank rockville, die sie wenigstens insoweit unter die fittiche nahmen, dass das aktuelle album regulär verkauft werden kann (wer zugreifen mag, geht die herrschaften bitte direkt an).
the moonband - we don't care

Samstag, Dezember 05, 2009

eingestreut (74): john vanderslice

da hat sich john vanderslice höchstselbst hingesetzt und emails verschickt. macht offenbar sonst keiner für ihn. die nachricht, die es zu publizieren galt, ist, dass vier alben, die zum teil seit langem vergriffen sind, neu aufgelegt werden: in vinyl. es handelt sich um die longplayer "cellar door", "life and death of an american fourtracker", "time travel is lonely" und "pixel revolt". die einzelnen scheiben oder auch das vierer paket zum vorzugspreis gibt es ab 08.12. via afternoon records. inklusive ist jeweils ein mp3 download code. "pixel revolt" ("the kingdom") und "life and death..." ("kyoto pond") führen benannte songs als bonus mit. vielmehr kann ich Euch diese geschichte nicht schmackhaft machen. die musik ist eh gut. vielleicht also noch ein paar tracks zur besseren vorbereitung. fürs fest ist jedes einzelne album auf jeden fall eine gute idee!
john vanderslice - trance manual (2005, "pixel revol")
john vanderslice - pale horse (2004, "cellar door")
john vanderslice - nikki oh nikki (2002, "life and death...")
john vanderslice - time travel is lonely (2001, "time travel is lonely")

neue töne (706): meursault

meursault ist ein kleiner ort im burgund, berühmt für seinen wein. süffig ist auch die musik, die die band gleichen namens prägt. sie stammt allerdings aus edinburgh und hinterlässt weder kater, kopf- oder gliederschmerzen, erinnerungslücken und peinlichkeiten. im gegenteil bewegt man sich im geiste noch nach, auch wenn die letzten töne bereits verklungen sind. zur truppe gehören, und so können wir auch gleich einen blick auf das umfangreiche instrumentarium werfen: neil pennycook (voice/electronics/guitars/accordion/autoharp/ukulele/banjo), fraser calder (drums/guitars/electronics/cajon/voice), chris bryant (guitars/ukulele/banjo/electronics/voice), calum macleod (guitars/ukelele/banjo/voice), phillip quirie (electric guitars) und pete harvey (cello). besonders verdient um die band hat sich neben dem hauseigenen label bear scotland music auch song, by toad records gemacht, das die beiden auswürfe des schottischen sechsers, der immer mal wieder in unterschiedlicher mannschaftsstärke antritt, herausbrachte. als da wären: der "pissing on bonfires/kissing with tongues" longplayer, der im dezember des letzten jahres veröffentlicht wurde, und die "nothing broke" ep, die erste kürzlich erschien. mit der musik von meursault kann jeder etwas anfangen, der dem aktuellen folkvorgehen etwas abgewinnen kann: beschwingt, aber ernsthaft, hook geladen, aber nicht aufgeregt und anbiedernd, versonnen und hymnisch, aber mit polternder attitüde, mit dem glanz wurmstichiger gitarren und rottiger banjos. hinzu kommt als besonderheit die extravagante stimme pennycooks, der zugleich für das warmherzige, weltumspannende und freizügige songwriting verantwortlich zeichnet. in den früheren aufnahmen herrschen noch einige verwirrende electronica momente. die haben durchaus ihren reiz, durften aber immer mehr den folkloristischen elementen weichen. nicht ganz zu unrecht, wenngleich ein imac durchaus seine reize versprühen kann. lasst Euch also mit aufnehmen in den kreis der meursault verehrer.
meursault - nothing broke (from: "nothing broke" ep, 2009)
meursault - the furnace (from: "pissing on bonfires/kissing with tongues")
meursault - a few kind words (from: "pissing on bonfires/kissing with tongues")

Freitag, Dezember 04, 2009

konzert: horse feathers, 02.12.09

junger mann. nimmt befangen die gitarre aus dem koffer. schließt sie an, setzt sich strumpfsockert auf den ersten stuhl. die bühne. ein wenig rötlich licht. unvermittelt der beginn. traktiertes instrument. dumpf geschlagen das saitenwerk. aus wenig viel. macht sinn. harmonien entweichen dem kehlig brüchigen organ. autist, denke ich. bis er zu uns spricht. dass er nicht sprechen will. kann. nicht sein ding. genau. spiel weiter. rasantes werkeln. dem man gebannt folgt. der kann das. so jung. und schon so viel wut. so gebrannt. lost name. was noch? ein winden. abfangen will man. ihn. das gebranntsein. die energie. die manie. unter verschluss. abseits der beeindruckten. da wendet er sich später. lächelt. ich bezahle. und denke. wenn er das auch auf tonträger gebannt bekommen hat, nehme ich was richtig wertvolles mit nach hause. der zieht sich glatt nackt aus. und alle schauen zu. meine fresse.

nachdem der junge einheimische geendet hatte, dauerte es nicht sehr lange und die vier bandmitglieder von horse feathers bestiegen die bühne der asta kneipe zu rosenheim, die somit zu ungeahnter ehre kam. denn mit justin ringle zeigte sich in tiefster oberbayerischer provinz ein portlander großkaliber in sachen musik. um sich gescharrt hatte er, da er ohne die brodericks reist, nathan crockett, der die violine, immer wieder auch mal die säge bediente und beim backgroundgesang für ein volumiges standing sorgte, dazu catherine odell, die nicht nur optisch auflockerung schaffte, sondern vor allem dem cello warme, aber auch ihrem stimmorgan grazile töne entlockte, und sam cooper, den schütteren, der sich in erster linie des banjos bediente, aber auch diversen perkussionsgeräten auf die sprünge half und selten, dann aber mit viel gefühl die mandoline spielte. wie überhaupt alle vier feinsinnig aufeinander abgestimmt waren. ein tuning, wie es sonst wohl nur aufgemotzten karren zugute kommt. so wurde jeder neue song mit einer saitenakrobatik begonnen und auf die frage ringles, wie denn "enough" zu übersetzen sei, rief jemand: "bascht scho!". ein lacher. ein running gag.

humor spielt bei horse feathers konzerten sicher nur eine nebengeordnete rolle, spielt aber eine. dem frontmann reisst eine seite und er tritt ins abseits, um seine gitarre zu reparieren. während dessen brilliert seine truppe mit "falling in love" in einer bluegrass version. zauberhaft. mit verve und einem in elvis manier intonierenden sam cooper. doch alsbald kehrt der vierer zurück in diese kollektive entrücktheit, um im gemeinsamen kreisel ihrer musik zu frönen. einer betörenden musik, die sich nicht versteigen muss. denn sie ist lebendig, aber nicht krakelend lebhaft, sie ist gurrend herzlich, aber nicht herzhaft satt, sie ist segenreich und wärmend, aber nicht von schamhafter geste und weltfremdem blick. eine musik, die unter spannung steht, die niemals loslässt. richtig. die sich nicht gehen lässt. die nicht ohne den hörer davon fährt. es ist, als warte sie so lange, bis auch der letzte aufsteigt. und immer schwingt der beat mit, auch wenn es ganz still ist. und justin singt leise, ganz leise, noch leiser, nichts regt sich mehr und doch rhythmisiert es dir durch mark und bein. musik, die von den ungespielten noten zwischen den tönen genauso lebt wie vom fluten und abebben, von den stimmungswechseln, den übergängen aus dem gestrichenen ins gezupfte und wenn notwendig wieder zurück. und von justin ringle. dem mann mit fliehender stirn und fliehender stimme. so hell und klar wie die melodien, die sie produziert. und dann gurrt sie wieder, verdreht sich, nimmt von ganz unten anlauf, drängt herauf, zieht bögen. der mann dazu. singt mit leichter schiefhaltung. immer die gitarre bedrängt. die muss mit. gibt vor. den anderen dreien.

ca. sechzig zuhörer waren von der ersten minute an gebannt. kaum ein muckser. und selbst, wenn der letzte druck genommen war und justin nur zu flüstern schien, selbst dann hörte man vielleicht lediglich das quietschen der kneipentür, wenn sie in ihren angeln unsaft bewegt wurde. andächtige aufmerksamkeit, als "curs in the weeds" langsam fahrt aufnahm, freudiges staunen, als "albina" munter vorwärts zuckelte, ein glücklicher rufer bei den ersten tönen zu "heathen's kiss", strahlen zu "this is what" und ein verständiges mitnicken bei "finch on saturday". mir am liebsten waren die pure energie nach dem sanftmütigen anschleichen von "dustbowl" und der schmeichelnde reigen von "in our blood". allen songs gemein: sie gehörten zu einem der schönsten konzerte. dem zum abschluss folgendes gelang: ein gegenseitiges bestätigen von dankbarkeit. hier applaus, johlen, pfeifen, dort eine akustikzugabe, bei der die mikrofone auf der bühne zurückgelassen wurden, alles andere aber mitgenommen wurde. thanks.

horse feathers - curs in the weeds

Donnerstag, Dezember 03, 2009

simon joyner - out into the snow (2009)

aus der tiefe raspelt joyners streitbares organ. glasklar dagegen die begleitende gitarre, die ornamentierende slide, das dämpfende bläserensemble. karikierte stimmung längst vergessener zeiten. allein an der stimme des sängers scheitern eherne gesetze. dabei sind verwebungen sein metier, das haken schlagen, das treueversprechen für das ornament. er tritt einem ohne scheu gegenüber. der blick von unten ist lediglich dem umstand geschuldet, dass er sitzt.
alles ist offenbar so einfach, wenn man bei joyner zweimal hinschaut. seine discography ist mittlerweile so dick und nebulös wie die bibel. nur gründen sich auf ihr viel weniger verbrechen. im gegenteil kannst du sicher sein, eine heimat zu finden. dort, wo aus der schwärze eines gestauchten bronchialapparats bewegte noten zu klängen reifen, dargereicht an ausufernder narration. denn gewiss ist, eine geschichte kriegst du aufgebrummt, ob du willst oder nicht. denn darum schert sich ein simon joyner einen feuchten kehricht. genauso wie um schönklang. der verträgt sich nicht mit der attitüde des amerikanischen sentimentalisten. da darf das klimpernde klavier entgeistern, die slide versteuern, die violinen stacheln streuen und der sänger vom weg abkommen.
"out into the snow" ist ein album, das sich für den wiederholten einsatz anbietet. es ist weder zu blümerant, um billig aufzustossen, noch eckt und kantet es in willenloser manier an. es schreibt geschichten, malt sie nicht nur sprachlich aus, sondern bietet auch musikalisch nistplätze, weideflächen und ausgiebige wanderpfade. es ist zeitversetzt, beruft sich dabei aber nur auf weggefährten, vorbilder und referenzgrößen. kopisten beackern anderes gebiet, joyner tritt mit seinem zwölften album nur mehr in eigene fussstapfen. und berichtet diesmal von einem, der vor der vergangenheit vermeintlicher verfolgung flieht, nur um noch mehr in identitätsprobleme gestürzt zu werden, von liebenden, die die entfernung zwischen sich nur schwerlich überbrücken können. dabei erzählt der an cohen gemahnende die einfachen geschichten. die, die unser vertrauen bergen, an die wir uns anlehnen wollen, denen wir folgen können. so wie im titelstück, das die frage nach dem persönlichen engagement und risiko birgt. und neben der erzählerischen "gewalt" brilliert der von john peel goutierte auch durch bestechende finesse in seinen arrangements. bögen, aufwerfungen, einsatz von chören und die seitenstichen gleichen instrumentellen einkehren. die überlagerten ministrierenden und greinenden violinen im opener, das reduzierte von klavier und stimme in "the arsonist", das nach zwei dritteln in flötensoundgelee gelegt wird, um daraus gestärkt hervorzugehen, die glöckchen und das mehrstimmige anschwellen, sowie die kirren streicher in "ambulances", die feingliedrige zeichnung von "sunday morning song for sara", der fiebrige desertsound von "last evening on earth", die wackeren untersreichungen in "peace in my time", flirrend zuweilen. ich liebe auch das plinkerklavier und den zwiegesang in "out into the snow". schließlich verschafft sich joyner, vermeintlich beim absturz in einer honyk tonky bar selbst den rauswurf. na, vielen dank.
ein album nicht nur für eine gute dreiviertel stunde, da steckt wesentlich mehr drin. und joyner hat, nicht zum ersten mal, ein bewegliches ding geschaffen, dem man, ohne fünfer ins phrasenschwein, auf den grund kommen muss. denn die mechanik sitzt etwas tiefer.
simon joyner - out into the snow
simon joyner - roll on

Mittwoch, Dezember 02, 2009

glotzt nicht so romantisch (74): troy von balthazar

über das faszinierende engagement meines bloggerkollegen und -freundes aus paris oliver hatte ich bereits berichtet. wie er in sein pariser wohnstüberl immer wieder die tollsten acts eingeladen bekommt, ist der hammer, ein wunder, großartig! nun spielte am 21. november troy von balthazar bei ihm auf. neben simone white vermutlich der künstler, den ich mir am liebsten aus dieser sessionreihe selbst direkt vor ort angesehen hätte. zum glück lässt uns oliver immer wieder an den konzerten teilhaben, seine ausführlichen berichte finden sich hier. nur das segment video bedarf des ausbaus, dann kann sich die "oliver peel session" auch mit anderen formaten wie black cab session oder den pink couch session messen. zum glück kamen wir für dieses letzte konzert an eine kleine aufnahme heran, der dank geht hier hin, und kommen so in den genuss eines neuen songs des chokebore mitglieds. viel spaß! (bonus: sessionlinks zu: karo, leopold skin & mad man, the wind whistles & entertainment for the braindead, vera gogh & kacey johansing und simone white.

ein (p)fund mp3 (234)

"machines to make us wet" erscheint am 09. dezember und wurde stringent konstruiert von der jungen dame aus halifax:
jenocide - junglefk (i want it)
jenocide - 28 mansions
knuffiger sound, der da als appetizer fungiert, als single und damit zum einläuten des ende januar erscheinenden albums "dream get together":
citay - careful with that hat
auf saved by radio erschien am 01.12. das album "you should have killed when you had the chance" der torontiner mit dem etwas irreleitenden namen:
the parkas - the gang's all gone
die wiederholung muss man aushalten, schließlich findet die vorgängernotizen dazu kaum noch jemand: am 12.01. des kommenden jahres erscheint das siebte soloalbum, "july flame" getauft:
laura veirs - wide eyed, legless
die letzten 7" auf cloudberry in aller kürze, über die würze brauchen wir nicht streiten, die bringen die dort antretenden eh mit:
horowitz - how to look imploring
the parallelograms - dream on daisy
zudem gibt es auf dem selben verein eine aktuelle 3 inch cd-r classics zu vermelden, ein 5 track gerät mit powerpop in reinnatur:
the speedpuppies - the killing time
der track heißt so, wie er daherkommt, satt!, es handelt sich um die einstandssingle des albums "buddah electrostorm", robert schneider ist in dieser combo frontmann, ansonsten verdingt er sich ja bei apples in stereo und als mitbegründer des elephant 6 kollektivs, das album ist gerade auf garden gate records erschienen:
thee american revolution - power house
die dänen wollen nun auch in den staaten mit dabei sein, "sleep mountain" soll sie dabei unterstützen, es erscheint im april via bella union, wir sind schon mal am start:
the kissaway trail - sdp
synthpop und lichter elektro wird hier geboten, und ich widerum böte es Euch nicht an, wenn es nicht g'schmackig und gut geniessbar wäre, versprochen:
pretty girls and lasers - track 1
pretty girls and lasers - track 2
wer es noch nicht kennt: ein elliott smith cover:
taxi taxi - rose parade
und krönend für diese runde einen livetrack einer band, die mir persönlich in den vergangenen jahre viel freude, uns allen zwei alben bereitet hat:
deer tick - baltimore blues no. 1 (live)

Dienstag, Dezember 01, 2009

neue töne (705): ryland bouchard

über ryland bouchard hatte ich bereits berichtet. mehrmals. unter dem moniker the robot ate me stand er all jenen zur seite, die auf homerecording, d.i.y. und lofi standen und dabei nie die melodie aus den augen verloren. "cowbirds and cuckoos" erschien im november 2009 auf swim slowly records und markiert erneut einen abschnitt in der karriere des neu zum leben erwachten ryland bouchard, nachdem er im vergangenen jahr mit der "seeds" box, darin enthalten immerhin vier 7", mehrere cds, t-shirt, tasche und vieles mehr, seiner vergangenheit aufs erste abschwor. der sich über zwei langspielplatten erstreckende neue auswurf verheißt melancholische spielerei, dazu den sanftmut bouchards nicht ganz unschuldiger stimme nebst gewöhnlicher elektronik, verquickt mit altbekanntem instrumentarium aus der schublade (schau nach, du hast ähnliches daheim). da nur auf 500 kopien limitiert, heißt es, sich zu beeilen.
ryland bouchard - climb to the top
ryland bouchard - no blood is new
ryland bouchard - snowbird #2

Montag, November 30, 2009

on3 radio festival 2009, teil 2

insignien

alle studios waren von anfang an gut gefüllt. aber nie so brechend voll, dass man mit seinen nebenleuten auf gedeih und verderb kuscheln musste. gut so. transpirieren sollten schließlich die menschen auf der bühne. oder? nun, wenn royal bangs antreten, kommt auch der gemeine konzertbesucher nicht umhin, mit dem hinterteil zu wackeln. wenigstens.

aber dazu später mehr. zunächst ging es um den part singer/songwriter. mit chris garneau kam ein gast aus der brutstätte des musikbusiness schlechthin: brooklyn. eine kleine bude soll er dort haben und sich darin mit lampenschirmen aller art sowie tasteninstrumenten, möglichst antiker natur, umgeben. ein solch altes teil hatte er bei sich. ein geschoss von keyboard, dessen sound zwischen hammondorgel und holzstichigem klavier alternierte. und so einen trefflichen klang zu tage förderte, der chris zwang, seinen lieder das letzte hemd überzustreifen. denn es ging ums ganze. kein trompetchen, das verloren geglaubte noten einholt, kein geschlagen blech, das grenzen setzt, kein hall, der abfedert. lediglich eine cellistin hatte der überaus kleine mann bei sich. doch die setzte nur selten, dann aber dezent und gekonnt, ihren bogen an. hier ein refrain unterstützt, dort das spiegeln der regentropfen gezupft: "hands on the radio" war ein gänsehautmoment. die angeschlagenen tasten hinterliessen das glitzern wie es auf den fensterscheiben schimmert, wenn der regen fortzog, um den ersten sonnenstrahlen den platz zu räumen. ein paar wasserblasen noch, tropf - zupf, tropf - zupf, tropf - zupf. chris garneau erinnert sehr an den bayerischen unhelden kübelböck. die größe, die gestik, die mimik. manchmal auch die stimme, eine helle, lichte präsenz. aber seine lieder katapultieren ihn selbstredend in eine andere liga. innig, unumwunden liebeswund, herzensschwer. als trüge er hoffnungen zu grabe, jeden tag, wie einen job, den es zu erfüllen gilt. und so hockt er denn da, in schweren stiefeln, in ein altes t-shirt gewandet, strubbeliges schwarzes haar auf dem haupt, leicht verloren auf der großen bühne, abseits von theatralischem gewerk, wie es ihn zeitweise auf seinen tonträgern unterstützt. und er meistert die situation gleichsam introvertiert als auch gelassen. seine ersten schritte in deutschland sind wohlgesetzt. das publikum, zu großen teilen wegen ihm im studio erschienen, war aufmerksam und zollte der darbietung respekt und dank.
chris garneau - black & blue
chris garneau - dirty night clowns

mein persönlicher festivalabschluss, wir befinden uns bereits im morgengrauen des sonntags, wird von royal bangs gestaltet. die illustre truppe aus knoxville, gerade mit ihrem zweiten album "let it beep" in aller munde, bläst sofort die fanfaren. zwei e-gitarren, ein bass und das zu drangsalierende drumset bilden das rhythmusgeflecht. akzente werden nicht gesetzt, sondern geschlagen. die saiteninstrumente müssen dem sturmwind rudernder arme standhalten ebenso wie die felle der trommeln. der glanz: polythythmik, der man nicht sofort auf den grund kommt. wer sich bewegen will, muss sich erst einmal klarmachen, wonach. zudem giftet sich sänger sam stratton durch die fontanelle ins hirn und gräbt sich dort tief in die hintersten bereiche. sein hoch angesetztes, gällendes organ fetzt über allem hinweg. immer wieder freundlich durchschnitten von einer tragenden melodie, die eine der gitarren wie einen diamanten glänzend darbietet. ein wildes, wüstes theater. alle sind in bewegung. der basser unterstreicht sein manisches tun mit kniegymnastik, die gitarristen arbeiten beängstigend nah in verletzungsgefährdenden bereichen. das soundbild wird gestreckt: die elektronik, versinnbildlicht durch 'zwei synthies auf regal', poltert, klackert, sprotzelt und sennst. bedient durch sam, den tausendsassa, das kleine, nicht stoppende etwas. eine show! die songs haben die passenden namen: "war bells", "brainbow", "waking up weird".
ein grandioses ende. das konzept des festivals ist aufgegangen. die mischung war ausgewogen und bot neben den neuentdeckungen aus in-, um und ausland auch eine plattform, um alten bekannten zu begegnen. doch wir wissen (noch) nicht, wie der auftritt von kettcar gelaufen ist... dies und vieles andere gibt es nachzulesen auf der on3 page. dort auch ein sack voll mp3s, videos, interviews...

Sonntag, November 29, 2009

on3 radio festival 2009, teil 1

herzlichen dank vorab an einen ausgezeichneten veranstalter, der eine wohlfühlatmosphäre aufs parkett legte, wie man sie nur selten findet. ein rundumsorglospaket für besucher und, wie ich meine, auch für die musiker. information, catering, zu- und abgang, personal, alles prima. in so einem klima konnte auch das etwas abgewandelte konzept - hin zu mehr regionaler präsenz und weg von größeren internationalen acts - gelingen. ansonsten: alles wie immer. drei studios in den hallen des bayerischen rundfunks, die rund um die uhr mit konzerten glänzten. mit einem kleinen, handlichen festivalplaner ausgerüstet, konnte der werte zuhörer sein eigenes, ganz persönliches event kreieren.
the great bertholinis sollten mein einstieg sein, doch durch meinen rechtzeitigen antritt gelang vorab der besuch des kleinmeister konzertes. diese band stammt aus rosenheim, rekrutiert sich aus drei studenten und zwingt zur bewegung im auditorium mittels gitarre, bass und schlagzeug. simpler könnten die voraussetzungen nicht sein, doch was die oberbayern daraus machen, ist aller ehren wert. wildes drauflosgekloppe ist ihre sache nicht.

hier wird auf melodie gesetzt, die von simon mit in höhen angestifteter stimme energisch und mit schmackes vorgetragen wird. das rhythmuskonzept ist ständiger unruheherd und dennoch wetvoll unterstreichend. da hibbelt basser max, der bruder des sängers, über die bühne und entwedelt seinem gerät schwungvollen beat, wie ihn johannes, der schlagzeuger mit aller macht vorgibt. überhaupt, die schießbude: satter knall aus dem hintergrund. und die jungs, die zuletzt eine zehn wochen begleitung durch den bayerischen rundfunk erfahren haben, sind zudem nicht auf den mund gefallen. fallen auf durch kecke sprüche, ein gutes miteinander, wie es eben hier in bergnähe so üblich ist. höhepunkt des auf vierzig minuten begrenzten auftritts sicher "cynical girl", ein hookgeladener song, der dank flirrender gitarre, drippelnden basses und des - eh klar - satten drumeinsatzes sowie einer flotten melodie sofort ins ohr geht. setlist: end of november / jesse / common tuesday / you are worse / nosfalgia /cynical girl / love
kleinmeister - common tuesday

nach diesem fetzigen aufgalopp sollte es noch etwas aufgeregter werden. the great bertholinis standen auf dem programm. eine achtköpfige truppe aus franken, die sich einem kruden mix aus marschmusik, polka, balkanbeat und blaugras verschrieben hat. wusste man ja vorher. aber ob sie das auch gekonnt auf die bühne bringen würden, stand im raum. und ob sie es konnten. ohne zu zögern bretterten die jungs los, die e-gitarre des ungarisch anmahnenden zweitsängers oszkar schnitt umgehend schmackhafte brocken vom hausgebackenen brot aus bläsersätzen, die weder übertönten noch übertünchten, einem wieselflinken schlagwerk, das sich fein ziseliert unter die vielschichtige darbietung schob, der akustischen, dem banjo, je nach belieben und dem wirklich feinen organ von todor, der zuweilen mehr deklamierte denn sang. kein wirklicher entertainer, aber ein frontmann, der sich seiner rolle bewusst war. so trieb er seine mannen mit ausholender gestik immer wieder voran und stürmte, wenn es not tat, auch mit gewaltigem "marching on, marching on" voran.

dass er sich hin und wieder den gesangspart mit seinem kollegen oszkar teilte, war nur gut, wenn sie im duo ihre stimmen verschmelzen liessen. oszkars stimme allein wies doch recht deutlich auf die magere statur des schnauzbärtigen gitarristen hin und damit auf mangelnde resonanz. etwas dünn. "time machine" ein vorzüglicher stomp, "whispering fools" ein stimmiger schmeichler und "the waltz and the failure" ein aufgeräumtes und zugleich großspuriges brasstheater. die jungs haben eine menge zu bieten und wer sie erwischt, geht hin. setlist: intro / the day i leave / the waltz and the failure / don't hurt / someday someone / i'll be fine / time machine / guest conductor / run to hide / whispering fools
the great bertholinis - the waltz and the failure

die truppe mit dem besonderen humor trat nachfolgend an den bühnenrand, my little pony aus norwegen. liebe deutsche ansage, honigsüsse popsongs im anschluss. im gepäck das 08er album "think to much". und zwischendrin den einen oder anderen griffigen text. das ganze abgehalten irgendwo zwischen twee, jingle jangle (ohne jingle jangle) und den waglosen melodien von the lucksmiths oder billie the vision and the dancers. das haute hin und versetzte umgehend das publikum in grinsehaltung. ok, nicht sofort. es brauchte ein paar minuten des warmwerdens. aber spätestens als der "macgyver blues" eintrippelte. die melodie so grazil, die mundharmonika wenig fordernd unterstreichend, das zusammenspiel gekonnt und warmherzig. in ergänzung weiblicher und männlicher gesang, zart umschmeichelnd, harmonie in reinform, wenn da nicht die luftigen stellen zwischen den textzeilen wären. weniger vorsichtig setzte sich einer der nachfolgenden songs mit einer aktuellen thematik auseinander. "do you really love me or am i just in your network?", gesungen von nina in solo, brachte spätestens auch die männlichen besucher in stellung, angesichts von anmut und stimmlicher reinheit. dazu der sämige harmonieschmelz. herrlich. ola übernahm wieder das mikro und es ging fort mit "i don't know" und dem augenzwinkernden "a song for you (on your 40th birthday)", den sich die jungspunde vermutlich noch gar nicht vorstellen können. als schließlich noch streicher und ein paar bläser die bühne enterten war es auch um die contenance von frontmann ola geschehen. gemeinsam mit gitarrist simen versuchte er sich im dauergrinsen angesichts der kraftvollen unterstützung aus dem hintergrund.

schön zu sehen, wie beeindruckt und erfreut die truppe war. das ende des elf songs umfassenden sets (die setlist war schlecht gepinsel, meine gott!), bildete der aktuelle song "capitol of norway". zuvor noch "skipping down the stree", der opener des albums, "west wing", "fragments" (?), "dead" (?), "grass"(?).
my little pony - macgyver blues
my little pony - do you really love me or am i just in your network?
teil 2 folgt mit berichten zu chris garneau und royal bangs.
alle tracks live vom on3 radio festival, via on3radio.de

Donnerstag, November 26, 2009

eingestreut (73): james and the express

herzöffner. türen, die weit aufschwingen. james & the express aus olympia sorgen dafür. feinster pop, der sich aus seligen melodien speist und dabei so sorglos und unprätentiös wie möglich präsentiert wird. keine vorgabe, aber klare umsetzung. für den release zeichnet mal wieder series two records verantwortlich. und ich kann chris vom label gut verstehen, dass er sich diese rumpelige gewandtheit ins boot geholt hat. neben james mackison (vocals, guitar, bass, keyboards, other stuff) vertreibt sich vor allem mike levesque an den drums die zeit bei james and the express. zusätzlich hält dem du billy slappy die stange, sein part wird mit "taffy puller" überschrieben. und humor ist das letzte, was man den jungs absprechen wollte. freut Euch also auf handclaps, dengeling gitarren und das harte klopfen alteingesessener trommeln. "are your tomatoes safe?" heißt der aktuelle, seit herbst erhältliche output und enthält neben den unten stehenden drei tracks neun weitere muntere kompositionen.
james & the express - in my sights
james & the express - kiss 123
james & the express - built for two

Mittwoch, November 25, 2009

neue töne (704): laura veirs

ich weiß zwar nicht, wie er darauf kommt (oder hat er, ja natürlich, er hat es tatsächlich schon gehört?!), jedoch behauptet kein geringerer als colin meloy, dass es sich bei "july flame" um das beste album des jahres 2010 handeln wird. seine hellseherischen fähigkeiten mal außen vor gelassen, bleibt bis zum 12. januar ja noch eine ecke zeit, um dem portlander überhaupt zu folgen. dann wird das siebte soloalbum von laura veirs erscheinen. auf raven marching band records natürlich, dem hauseigenen label. die geschichte zum album bzw. titeltrack geht so: "On a day in late July 2008, when the sun was hot enough to melt the skin, Veirs and a friend stumbled upon a booth at the Portland, Ore. farmer’s market selling July Flame peaches. Veirs so liked the name that she suggested she and her friend each write a song with that title. They bought a bunch of peaches and canned them in their bathing suits on the hottest day that summer." laura selbst sagt: “I’d been in a songwriting slump at that time and writing that song pushed me over my plateau and into a new place where I was surprising myself again. I invented oddball tunings so I was really using my ear to search out new-sounding melodies and patterns. I wrote this album from a searching, soulful place. I hope it elicits a real gut feeling.”
jim james (my morning jacket), karl blau und steve moore, eyvind kang, stephen barber und tucker martine sind an bord zwecks unterstützung bei spiel, komposition bzw. produktion.
ich durfte in "july flame" ebenfalls hineinlauschen und bin ebenfalls schwer angetan. das album hat etwas luftiges, leichthin beschwingtes, ohne den glockenrock entstauben zu müssen. da ist die flinke gitarre lauras, einige choräle, die nicht unangenehm an die fleet foxes erinnern. auf den aktuellen promofotos erscheint laura veirs ohne brille. vielleicht ist dieser umstand sinnbild für zurückgewonnenes. für leichtigkeit, für das entsagen von bedenken und animositäten. gerade letzteres ist natürlich blödsinn, denn wenn jemand je auf affektiertes getue verzichtet hat, dann laura.
laura veirs - wide eyed, legless (2009)
laura veirs - i can see your tracks (live)
laura veirs - wildwood flower (von: "two beers veirs ep")
laura veirs - green cowgirl (vom selbstbetitelten, selbstveröffentlichten und ausverkauften debut)
laura veirs - jailhouse fire (von: "the triumphs and travials of orphan mae")
laura veirs - bedroom eyes (von: "troubled by the fire")

29.01.10 Paris at Café de la Danse
02.02.10 Köln at Studio 672
03.02.10 Muenster at Gleis 22
05.02.10 Berlin at Lido
06.02.10 Hamburg at Uebel & Gefaehrlich

Dienstag, November 24, 2009

neue töne (703): my teenage stride

eine kleine rückschau gefällig? während man immer wieder versucht, etwas vom aktuellen geschehen nicht nur mitzubekommen, sondern es auch gefiltert weiterzugeben, steht die vergangenheit schlange. da warten unentdeckte perlen oder jene, an denen man lange gehangen hat. my teenage stride gehört sicher für viele in letztere kategorie. die band aus brooklyn existiert jedoch allen unkenrufen zum trotz weiterhin. jedediah smith schreibt weiterhin unzählige songs und hatte sich anfang 2009 mit der download plattform emusic geeinigt, dass jeden monat eine neue single der band angeboten würde. “cast your own shadow”, creep academy” und “average justice" hießen die ersten dargebotenen stücke. catchy, eighties lastig wie eh, dreampop in anlehnung an die britische musikszene ala the smiths, durchsetzt von der kraft des shoegaze. zu smith, der für den gesang verantwortung trägt, gesellen sich heute langzeitmitglied brett whitmoyer an den drums, tris mcccall an den synthesizer und jenny logan am bass. die band gibt es seit 2003 und man munkelt von einem neuen album, warten wir es ab und hören uns die ohrwascheln an den älteren perlen wund. "lesser demons" war übrigens das letzte tonale lebenszeichen, eine ep aus 2008.
my teenage stride - to live and die in the airport lounge (from: "ears like golden bats", 2007)
my teenage stride - ears like golden bats (from: "ears like golden bats", 2007)
my teenage stride - happy mondays (from: "major major", 2005)
my teenage stride - let's go to the firewalk (from: "a sad cloud", 2003)

Montag, November 23, 2009

glotzt nicht so romantisch (73): men diamler

die type müsste erfunden werden, gäbe es sie nicht bereits. im uk ist men diamler kult und seine konzerte gleichen pilgerreisen. sagt man sich. eine klampfe und dieser mann. meist hält es ihn nicht auf dem stuhl oder hinter dem mikro. er macht sich auf, um seinem publikum ganz nah zu sein. auch mit seinem instrument geht er nicht viel rücksichtsvoller um. er drischt darauf gospel, folk, soul, blues, ist wahr. seht selbst:





ein (p)fund mp3 (233)

barsuk records hat sich diese band aus saratoga springs geangelt, ihre interessante mischung aus indierock, electro und shoegaze brachte sie zumindest schon mal auf us tour mit school of seven bells, das album kommt am 09. februar:
phantogram - when i'm small
neu aus der san franciscoer popschmiede um allen clap und seine truppe, "2020" heißt das gerät und erscheint via parasol bzw. mystery lawn music:
the orange peels - we're gonna make it
sargent house bringt ende februar ihr "s/t" album heraus, direkt aus brooklyn rocken sie sich in die herzen ihrer fans, garantie auf die bunteste mischung seit es haribo colorado gibt:
fang island - daisy
fang island - life coach
verantwortlich für "the long dream of birds" zeichnet das label a hidden agenda records, erscheinen wird das machwerk des psych pop duos aus illinois anfang 2010:
common loon - dinosaur vs. early man
auf indiecater records ward es nun zeit für die winter ep, die anderen jahreszeiten sind bereits durch, und draußen wird es vor allem abends schon bedenklich kühl, na denn:
the very most - away in a manger
auf matinée recordings lohnt sich ja immer der blick auf die wochendownloads, wobei ich fürchte, dass die "aktuellen" länger nicht überholt wurden, aber: die tracks sind so klasse, dass man sie gerne auch auf schleife hat, ansonsten no news at matinée:
math and the physics club - darling please come home
the windmills - drug autumn
vor längerer zeit hatten wir diese band hoffiert und nun kündigt sich endlich ein nachfolgealbum an, "staggering" erscheint am 26.01.:
boy genius - ramona saves the day
die ersten klänge von "magic chairs", das am 23. februar herauskommt, versprechen ausgeklügelte dramaturgie, neu?:
efterklang - modern drift
ein andauerndes unterfangen: dem prinzen auf der spur: "funtown comedown" (15.12. auf drag city), wenigstens teilt er seine liveerlebnisse auch mit uns:
bonny billy & the picket line - death to everyone
nachgereicht, und nicht nur wegen des albumtitels: "the world's hardest working telescope and the violent birth of stars", auf exit stencil:
hot cha cha - ticket away from prague
hot cha cha - hookers deserve a lifetime achievement award

Sonntag, November 22, 2009

listenterror: beste konzerte 2009

update november

(01) bill callahan, ampere münchen ****1/2
(02) scott matthew, 59:1 münchen ****1/2
(03) kristofer ragnstam, obs beverungen ****-****1/2
(04) the ballet, ampere münchen ****
(05) scott matthew, muffatcafé münchen ****
(06) real ones, obs beverungen ****
(07) marissa nadler, obs beverungen ****
(08) liz green, südstadt münchen ****
(09) rose kemp, orangehouse münchen ****
(10) karl blau, südstadt münchen ****
(11) washington, obs beverungen ****
(12) laura gibson, rote sonne, münchen ***1/2 - ****
(13) the low anthem, atomic café münchen ***1/2 - ****
(14) hugo race & true spirit, kulturhaus wldkrbg. ***1/2 - ****
(15) the miserable rich, obs beverungen ***1/2 - ****
(16) kristofer aström, obs beverungen ***1/2 - ****
(17) j. tillman, orangehouse münchen ***1/2 - ****
(18) mumford & sons, atomic café münchen ***1/2 - ****
(19) baskery, obs beverungen ***1/2 - ****
(20) get well soon, obs beverungen ***1/2 - ****
(21) chris eckman, obs beverungen ***1/2 - ****
(22) alela diane, ampere münchen ***1/2
(23) pere ubu, feierwerk münchen ***1/2
(24) kissogram, kuahgartn open air ***1/2
(25) baby universal, obs beverungen ***1/2
(26) element of crime, atomic café ***1/2
(27) blue mountain, kulturhaus wlkrbg. ***1/2
(28) katzenjammer, kuahgartn open air ***1/2
(29) embryo, john's obing ***1/2
(30) chis jagger & charlie hart, john's obing ***1/2
(31) the fabulous penetrators, obs beverungen ***1/2
(32) maria taylor, obs beverungen *** - ***1/2
(33) calexico, muffathalle münchen ***-***1/2
(34) gods of blitz, obs beverungen ***-***1/2
(35) black rust, obs beverungen ***-***1/2
(36) tenfold loadstar, obs beverungen ***
(37) benedicte braenden, obs beverungen ***
(38) crooked still, kulturhaus wlkrbg. ***
(39) anajo, kuahgartn open air ***

neue töne (702): scatter

scatter ist oder war eine lose zusammenkunft schottischer (oder solcher, die es werden wollten) musiker. zwei alben hat das ensemble herausgebracht und zwar in den jahren 2004 und 2006. ich möchte Euch diese entdeckung nicht vorenthalten, obwohl sie schon etwas zurückliegt. zum personal. wer sich die namensliste durchliest, wird einige bekannte antreffen, u.a. herrschaften aus den nalle und the one ensemble of daniel padden formationen: rebecca ashton, kenneth broom, matt cairns, chris hladowski, nick mccarthy, alexander neilson, stephanie hladowski, oliver neilson (with morag wilson). so jedenfalls die aufstellung, als es in 2003 daran ging, gemeinsam mit brendan o'hare "surprising sing stupendous love" aufzunehmen. "cornet, flute, megaphone, drums, bouzouki, guitar, saxophone, upright bass, harmonium" und was auch immer in diese lesart passte, wurde herangezogen, um einen sound zu kreiieren, der sich zusammensetzen lässt aus folk, jazz und mediterranen klängen. raum und zeit für freie improvisation stand immer zur verfügung und die einflüsse ferner kontinente sowieso.minimalere strukturen oder einfach simplere standen auf dem zweiten album auf dem programm, die hinwendung zu schottischen klängen dominierte ebenso wie das forsche auftreten einer marching band, wenn die folkthemen zu reissen drohten (dronefolk mit wirbelwind alex neilson an den drums). mit hanna tuulikki stieß vor allem eine stimme zur band. "the mountain announces" erschien im gegensatz zum vorgänger (cenotaph, pickled egg) auf blank tapes. schließlich munkelte man von einem weiteren werk: "an angel above you all" sollte in 2006 auf vhf erschienen sein. es lässt sich aber nicht finden, lediglich der hinweis, dass es sich beim album um eine kollektion traditioneller lieder handle.
scatter - urban conurban
scatter - national magick

Samstag, November 21, 2009

plattenbau (6)

heute mit p. aus b., der uns mitteilt: "Auffällig ist die stiefmütterlich behandelte CD Sammlung im Flur... Im Schrank unter dem Plattenspieler stehen die C/W Platten. Platzprobleme sind in absehbarer Zeit nicht zu erwarten, bei einer Wohnzimmergöße von 50qm. Das Lee Hazlewood Cover ist natürlich ein kaum versteckter Gruß an coolmikado."

neue töne (701): liz isenberg

eine etwas zurückliegende entdeckung. dafür aber nicht umso weniger wertvoll. vielleicht hat es nur etwas länger gebraucht, um die einstellung zu liz isenberg abzuklopfen. das spröde, zugleich kindhafte, das fliehende und ablässige, das transparente und zugleich berührende. keine masken und doch zwingt isenberg dazu, hinter jede ecke schauen zu müssen. poesie, you know, nicht diese abgeschmackte und dennoch leicht zugängliche, melodien, die nachfedern und nicht nachlassen wollen, ein voller gesang, der sich elastisch gibt und doch effektiv ziele ansteuert. wann bin ich ihr und in welchem zusammenhang begegnet? ich weiß es nicht mehr so genau. ihre spuren lassen sich vielfach finden, ist man erst einmal auf den geschmack gekommen. deer tick. vielleicht. hatte sie doch die truppe bei einigen liveauftritten unterstützt. gleiches gilt für mount eerie, little wings, david thomas broughton, head of femur, thanksgiving und viele mehr. einen ganz persönlichen output hat die noch so junge dame aber auch. so hieß ihr erstes album "seeport, seaport, seeport" und erschien vor guten drei jahren auf leisure class records. "indifferent and imaginary" ist der längst ersehnte nachfolger. ganz frisch. und klingen tut er, als käme er aus einem verschlossenen jahrhundert, weit entfernt und unentdeckt. durch das säuseln des akkordeons, das an die wand gelehnt gespielt wird, dringt das stakkato einer fernen violine, daneben schwebt der milde, aber sehr präsente gesang isenbergs. die aus washington stammende, mittlerweile in northampton lebende liz gibt keine rätsel auf. dennoch bleibt sie vorerst eines der best gehütetsten geheimnisse.
liz isenberg - two weeks to the midwest
liz isenberg - i want to sleep in my party dress

Freitag, November 20, 2009

konzert: laura gibson, 19.11.09

die dünnen, strohblonden haare lässig über die schulter geworfen, über die ohren große kopfhörer gestülpt, hockt laura gibson an der bar und schaut lächelnd in den vor ihr aufgebauten laptop. ein freundliches, flinkes wesen grüßt dort drüben also via oregon zu uns herüber. ein schüchternes treiben ansonsten in den kellerartigen gewölben der roten sonne. so bleibt mir zeit, die junge dame so genau wie möglich zu studieren, da ich in der ecke hockend mit einer flasche bier die zeit vertreiben muss. für manche ist es früher abend, für andere wie mich hat die nacht längst begonnen. 22:00 uhr als startzeit für ein konzert ist mir schon ein wenig zu spät. aber seis drum. ich habe ja einen guten ausblick. die "echte" laura kommt dabei der auf webseiten, covers und plakaten stilisierten laura gibson nicht sehr nah. ich weiß nicht, ob ich enttäuscht oder nur irritiert bin. in ihrem gesicht finde ich etwas herbes, sprödes, ein wenig wind gegerbte haut gar, wie falten um ihren mund huschen, gerade wenn sie singt oder lacht. dann wirkt sie älter und distanzierter, als sie scheint, wenn sie sich im öffentlichen raum bewegt.

ihrem musikalischen vortrag fehlt zudem unmittelbarkeit und eine befeuernde kraft, dabei singt sie mitnichten saftlos, eher introspektiv, leise tastend, also wolle sie sich immer wieder ihrer selbst versichern. ihr 'pirate's gospel' "spirited" kommt nicht nur auf der aktuellen cd überraschend und geriert sich wie ein fremdkörper, auch im konzert hat es weckrufcharakter, nachdem sich zuvor mattigkeit über das mit knapp fünfzig köpfen ausgestattete rund breit machte. wenn sie ihre kinder ruft, schreit sie die zwei silben nicht über den hof, sondern sie flüstert. und alle kommen heim. und die, die gekommen sind, sind zumeist auch wegen ihr hier. so kann sich laura gibson über ein sehr aufmerksames publikum freuen. es hängt an ihren lippen und durchsteht ein zaghaftes "nightwatch", das sich note für note von den musikern zu den zuhörern abspult genauso wie das grazile und schimmerige "sweet deception", das von seiner auffälligen rhythmik und der gewieften singenden geige lebt, aber noch viel mehr ausdruck gewinnt, da sich laura in den gesang versteigt und wasser schöpft. dann fließt es und sicherheit kehrt zurück und ausstrahlung gewinnt an glanz, als leuchteten die hellen streifen ihres kleides umso deutlicher. versöhnlich immer wieder, wenn die töne tanzen lernen, ein "hand in pockets" kreiselt und "six white horses" galoppiert gar, denkt man an die beschwichtigendere gangart all der "beasts of seasons" songs. die nie matt daherkommen, aber höchste konzentration einfordern. ich hätte an diesem abend einen sitzplatz gewünscht, um abseits des hackendrucks geniessen zu können.

denn da waren ja an diesem abend noch sean ogilvie und micah rabwin zugegen, ihres zeichens musee mecanique mitglieder und als zweier abordnung des eigentlichen portlander fünfers backing band für laura gibson und unterwegs in eigener mission zugleich. so führten sie denn auch in den abend als "vorband" ein. die beiden multiinstrumentalisten agierten gelassen am vielfachen gerät, ergänzten sich im harmoniegesang und brachten manch traumwandlerisches ständchen. die soundfülle fehlte den anspruchsvollen stücken fast selbstverständlich, eine fußgeführte trommel und der perkussive schabernack konnten die fehlenden mannschaftsteile nicht ersetzen. der gründene bass fehlte ebenso, wie das strahlende des geschlossenen miteinanders. aber das, was das duo mittels akkordeon, gitarre, keyboard, clavicord aufs parkett brachte, war aller ehren wert. intim, andächtig, ausgewogen. hier zeigte sich neuerlich die dichte der portlander musikszene. eine befruchtung, wie sie selten so ertragreich gehört werden kann.
abschließend noch einige highlights aus der kooperation von laura mit den beiden musee mecanique mitstreitern: "shadows on parade": zart gestrichen, mit einer klarheit gesungen, dass die töne wie schweiß vom ganshäutigen rücken tropften, und wenn laura nur ein wenig die stimme hob, hob auch ich vom boden ab und verlor die haftung und wollte wenigstens laut mitsummen, um weiter zu steigen; "glory", das exemplarisch die lyrische gewandtheit aufzeigte und gleichzeitig deutlich machte, wie schwer die fundamente der laura gibson wiegen, so dass sie nur selten die bodenhaftung verliert (und das ist gut so, habe ich gelernt); "funeral songs", in dem die gitarre leuchtete und diese unscheinbare, instrumentale meisterschaft der sängerin zum ausdruck kam, pointiert, unterstreichend; "this is not the end" als abschluss, tröstlich, wie sie mit dem knappen rund gemeinsam sang. laura gibson ist etwas besonderes. eine musikerin, die aus ihrem herzen eine mördergrube macht. den schlüssel dazu aber, den sie zeigt sie her.
laura gibson - hands in pockets
laura gibson - this is not the end

eingestreut (72): singing bridges

lange zeit war es still um ein lieblingslabel: skipping stones records. vielfach hatten wir berichtet über celestial, the charade, the year zero oder the besties. immer spielte pop eine gewichtige note (zuletzt bei uns im januar 08: hier). so auch auf der aktuellen "three trains" ep von singing bridges, die anfang november veröffentlicht wurde. fünf tracks bietet das trio aus oakville an, wobei an den drums william agiert, der bass von christine freundlich traktiert wird und sie gemeinsam mit dem gitarre spielenden tim die gesangsparts übernimmt. etwas hat sich also getan, seit die band mit "sunny day, rainy day" angetreten ist. die nicht nur personell vollzogene wandlung hat sich gelohnt. jangle pop wird kredenzt, in allerfeinster manier.
singing bridges - Disappear (demo, 2008)
singing bridges - crazy street (2009)