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Mittwoch, Januar 13, 2016

neue töne (1576): yorkston/thorne/khan


photo by pulkit sharma

auf den release von yorkston/thorne/khan hatten wir im vergangenen jahr bereits aufmerksam gemacht, wir bedachten "everything sacred" mit den worten:
"james yorkston kooperiert auf teufel komm raus. nicht unbedingt, aber die verstärkungen, die er sich da zuletzt ins boot geholt hatte, hatten es ja auch in sich. so produzierte alexis taylor (hot chip) sein letztes album und katie tunstall begleitete ihn gesanglich. das neue projekt sieht sich nicht unähnlich aufgewertet. hier schafft sich yorkston im trio, benannt nach ihm, dem sarangi spieler suhail yusuf khan aus neu dehli und dem kontrabassisten jon thorne (lamb). "everything sacred" (domino) heißt die erste veröffentlichung dieses gespanns, sie erscheint am 15. januar. einen ersten track kann man sich bereits zu gemüte führen, "little black buzzer" ist ein ivor cutler song. unterstützt wird yorkston/thorne/khan durch lisa o'neill. wer gepimpten folk erwartet, sieht sich getäuscht, ebenso weltmusikverächter. die melange ist viel aufregender, viel spannender, hört selbst."

"knochentanz" ist ein beschwingter und zugleich kontrollierter reigen, der sich über vierzehn minuten einem auf und nieder hingibt, aus dem zunächst vor allem der sarangispieler suhail yousuf khan hervordrängt. die stichelnden sägearbeiten greifen tiefer und tiefer, flottiert von den flirrenden stahlsaiten des james yorkston und einem gründenden bass, an welchem sich jon thorne schafft. ein komplementäres tun aus in europäischen ohren waghalsigkeit und kontrolliertheit. das sich gegenseitig reizende treiben nimmt immer mehr fahrt auf, die hohe geschwindigkeit verhindert jedoch nicht, dass man aller elemente gewahr wird. feinteilig werden klangbotschaften ausgesendet. später durchbricht khans fernöstlich anmutender gesang, aber auch yorkstons gitarrensolo die hypnotische stimmung "little black buzzer" gebiert erstmals des schottens vertrauten gesang. wie oben bereits beschrieben mit friedsamer unterstützung der wunderbaren lisa o'neill. der track ist ein glanzstück des albums. die im hintergrund kreisende saranginote, die bridge, in der khan erneut gesanglich zum einsatz kommt, hier jedoch mit faszinierender lautmalerei.
die dreiköpfige truppe lässt sich auch fortan nicht festlegen. folkloristischem bleibt sie treu, bereitet es aber immer wieder neu auf. während man sich noch tradierter notation hingibt, schimmert bei "song for thirza" längst das indische instrumentarium durch und weckt erinnerungen an eine noch zu bestehende zukunft. der lal watersons song wird vertraulich behandelt.
nun denn, hinfort durch acht akzentuiert und fürsorglich behandelte arrangements. die messlatte für ähnliche projekte liegt wahrlich hoch.
der nachfolgende track ist nicht auf dem aktuellen album enthalten, zeigt aber bestens die möglichkeiten des trios auf.


Mittwoch, November 11, 2015

eingestreut (888): yorkston/thorne/khan


james yorkston kooperiert auf teufel komm raus. nicht unbedingt, aber die verstärkungen, die er sich da zuletzt ins boot geholt hatte, hatten es ja auch in sich. so produzierte alexis taylor (hot chip) sein letztes album und katie tunstall begleitete ihn gesanglich. das neue projekt sieht sich nicht unähnlich aufgewertet. hier schafft sich yorkston im trio, benannt nach ihm, dem sarangi spieler suhail yusuf khan aus neu dehli und dem kontrabassisten jon thorne (lamb). "everything sacred" (domino) heißt die erste veröffentlichung dieses gespanns, sie erscheint am 15. januar. einen ersten track kann man sich bereits zu gemüte führen, "little black buzzer" ist ein ivor cutler songs. unterstützt wird yorkston/thorne/khan durch lisa o'neill. wer gepimpten folk erwartet, sieht sich getäuscht, ebenso weltmusikverächter. die melange ist viel aufregender, viel spannender, hört selbst.


Samstag, November 22, 2014

zu gehör getragen (182)

chimneyheart – beginning to see the light (2014) 
> der in stuttgart lebende schwede hat längst den sprung von der kleinkunst zur großtat geschafft, aufgeräumter, freundlicher, und wunderbarer denn je, 3,5/5

sam amidon – lily-o (2014) 
> vorbildlich, wie hier ein junger künstler entwicklung maximiert, koordiniert an vor- und wahrzeichen, um gleich selbst zu einem ideal zu werden, 4-4,5/5

james yorkston – the cellardyke recording and wassailing society (2014) 
> zarte, kleine freuden und diese herbstliche traurigkeit stehen deutlich vor dem unterstützerreigen, den der schotte zu seinem vielleicht besten album bat, 3,5-4/5

the johnny komet - ikita (2014)
> endlich, wollte man rufen, ungezügelte wucht, die in ihrer kargheit überrascht, aus hiesigen landen, kontrollierte breitseite, frei nach rehhagel, 3,5/5

Donnerstag, Juni 05, 2014

glotzt nicht so romantisch (571): james yorkston


die pedale, die pianotasten, ein schwenk auf die gesichter, nachdenklicher, versunkener natur, das studio, in dem james yorkston sein neues album aufnahm, war gut ausgeleuchtet, so dass es für ein erstes video, für einen ersten song daraus, "fellow man", auch in bebilderter manier herhalten konnte. doch die fakten: am 15. august erscheint das mittlerweile neunte album yorkstons. mit "the cellardyke recording & wassailing society" ist es überschrieben und lässt die überlegung zu, warum es nicht gleich auf "craws" getauft wurde. 15 neue tracks enthält das werk und wird ergänzt um das chris bell cover "you and your sister". aufgenommen wurde im londoner livingstone studio mit alexis taylor. unterstützung erhielt der schotte u.a. auch von seiten des fence collectivs, zu deren frühen mitgliedern yorkston zu zählen ist, also, an bord waren the phictish trail, kt tunstall, rob smoughton und fimber bravo. der erste track ist ein einnehmendes stück, herrlich abgerundet durch den weiblichen backgroundgesang. have fun.