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Samstag, September 10, 2016

neue töne (1666): pandelindio / bird people


beide projekte sind auf diesem blog bekannt, diesmal lassen sie sich auf einem gemeinsamen tonträger wiederfinden. das argentinische kassettenlabel frente al fuego veröffentliche den split release "sporal dispersal" im juni des laufenden jahres. die tracklist weist aus, dass sich das nach allen seiten offene künstlerkollektiv pandelindio, das sich vor allem um federico fossati formiert, mit vier tracks und einer spielzeit von rund 22 minuten auf den ersten blick recht breit machen darf gegenüber nur einem track, der bird people zugestanden wird. doch das ergebnis der ausdrucksarbeit von uli rois und seinen mannen erhebt mit ebenfalls knapp 22 minuten mehr als nur anspruch auf gleichberechtigung.

die vier tracks pandelindios sind geruhsame, fast schon stoische weisen, die sich raumgreifend gehör verschaffen. weniger aufgrund lautstärke oder betonung, sondern dank intensität, die mittels klarinette, harfe und diversen anderen instrumenten tiefe bedingt. fernöstlich anmutendes, stets friedlich gestimmtes, ohne ins seichte abzudriften. die instrumentalnummern tragen kontzemplativen charakter und lassen den hörer dennoch nicht wirklich zur ruhe kommen. das fremde muss erst transkribiert werden. die stimmungen sind so verschieden wie die menschen es sind.
bird peoples "live at nomad's cambridge" wurde von sechs musikern eingespielt, bei denen sich neben dem kopf der unternehmung uli rois auch roy culbertson III, reka kukas, tom gaskell, ben kingsbury und noamie randall aktiv beteiligten. das beigebrachte instrumentarium reicht von banjo und shruti box über cello und sitar bis zu akustischen und elektrischen gitarren. der sonore, indisch anmutende sound wird begleitet von feldaufnahmen, vögelgesängen und gelächter und wird von minute zu minute intensiver, hypnotischer.

es ist zu befürchten, dass die auf 50 stück limitierte auflage des kassettenreleases bereits ausverkauft ist, aber dem genuss via bandcamp sollte dennoch nichts im wege stehen.

Dienstag, April 09, 2013

neue töne (1264): a story of rats / bird people


lautmalerei auf eine der schönsten art und weisen. ein festvial des tonverbunds. ein elegisches rauschen. ein mäanderndes meinen. ein treffliches streben, wenn die nur mager ausgestattete tonale landschaft in bewegung gerät. leichte abweichungen, die den hörer fordern, ein schweres rauschen als gegenpol. ein drone als majestätische instanz, sich wiederholende muster, unter deren fingerzeig eigene bilder entstehen. dem hörer wird eine möglichkeit zugetragen, aus der er sich eine ganz eigene wesenheit erzeugen kann. vielleicht ist dies auch der entscheidende ansatz, um der musik von garek druss aka a story of rats zu begegnen. hier wird nur fundamentiert, gründe gelegt, auf denen sich in fleissiger kopfarbeit die unterschiedlichsten gebäude errichten lassen. die von synthesizern entworfenen improvisationen unter dem titel "composition II" werden mit zunehmender dauer fesselnder, komplexer, als würden sich nach und nach netze übereinander spannen und den raum verdichten.
druss lebt in seattle und ist zudem mitglied bei dull knife sowie beim portlander power drone quartet tecumseh. er hat unter dem moniker a story of rats einige veröffentlichungen getätigt, ist zudem in diversen kollaborationen aufgetreten.

wie auch im vorliegenden fall, dem selbstbetitelten split release mit bird people, dem synonym des agilen labeleigners ulrich rois aus wien. das tape kann auf seiner feathered coyote records seite bestellt werden.
bird people gelingt auf seinem ebenbürtigen part, beide tracks sind rund 15 minuten lang, eine fragilere, wenngleich nicht weniger fesselnde komposition aus dunklem drone, soundwabern und einschüben unsteter und differenzierter natur. ein einläutendes glockenklingen. imaginär pfeifende winde. in meiner vorstellung befinden wir uns auf einen hochplateau, anhaltende tibetanische kälte. im verlauf drängt sich immer mehr ein schwerer, aber doch erfrischender gitarrensound in den vordergrund. auch weitere lichtere klangbeispiele folgen. kompression. "the cailleach and the ewe" ist gekoppelt an die idee der feier neu erwachten lebens und des übergangs vom winter zum frühling. nicht zuletzt setzt rois bezüge zu imbolc oder auch saint brighid's day genannt, der gälischen markierung für den jahreszeitenwechsel, angelegt auf den 31. januar zum 01. februar. ein wahres befeuern im abschließenden drittel, als sollte der düsternis mit aller macht beine gemacht werden. als sehr gelungen muss diese fast narrative kunst cinematographischer soundmodulation bezeichnet werden. sie trägt sowohl die komplexität und authenzität des individuums als auch einen blick auf das vermeintlich ganze in sich. groß!

bird people - the cailleach and the ewe (edit) by feathered coyote records

tour bird people
April 9 Madame Claude, Berlin, Germany - with ASOR and ghostandthesong
April 10 K4, Prague, Czech Republic - with ASOR
April 11 Magazyn Kultury, Krakow, Poland - with ASOR and Magic Carpathians
April 12 Wroclaw
April 13 Arena, Vienna, Austria - with ASOR, Fell Voices and Ash Borer
April 16 Birrificio la Cruda, Milano, Italy - with ASOR
April 20 Xpedit Kiosk , Vienna, Austria - with ASOR