Donnerstag, März 24, 2016

ein (p)fund mp3 (526)

ein neuer track wie eine neue erscheinung, die junge frau aus der kleinen neuseeländischen hafenstadt lyttelton glänzt mit dieser poetischen wie melancholischen, zauberhaften nummer, die wohl zu einem ganzen konglomerat aktueller songs gehört, die demnächst auf tour getestet, alsbald auf neuem album dargebracht werden sollen: aldous harding:


aus melbourne stammt diese sechsköpfige runde, die sich an jazz-gaze ausprobieren, ihr erstes album heißt "dance moves" und wird in bälde auf deaf ambitions erscheinen, bis dahin begnügen wir uns mit der federleichten nummer "in blue skies": cool sounds:


der landstrich gibt ja was her, weiß man, auch aus melbourne kommt der nachfolgende dreier, der seinen debütfrischling am 01. april auf milk! records vorstellen wird, die popsingle "sherry" ist nur der appetithappen: loose tooth:


kanada dieses mal, der nachstehende track, die noch ganz frische single bebildert einen winterspaziergang auf quadra island an der kanadischen westküste, nicht mehr unter miss emily brown, sondern unter eigenem namen wird man nun die talentierte künstlerin wahrnehmen dürfen: emily millard:


die erste auskopplung hat nicht umsonst so gewaltig die runde gemacht, "dusseldorf" gehört auf das am 08. april erscheinende album "brilliant sanity" (moshi moshi), es ist dass zweite des jungen vierers: teleman:


eine runde "keller-gospel" legen wir Euch nach und empfehlen das fünfte full length dieses hiesigen künstlers: "eating meatballs on a blood-stained mattress in a huggy bear motel" (release 25. märz), einen ausschnitt also von: the dad horse experience:

Mittwoch, März 23, 2016

eingestreut (917): phoebe killdeer & the shift with maria de medeiros


am 18. märz erschien auf altin village & mine die zusammenarbeit von phoebe killdeer (nouvelle vague u.a.) mit thomas mahmoud-zahl (u.a. the nest, tannhäuser sterben & das tod) und ole wulfers (u.a. kapaikos) unter dem label phoebe killdeer & the shift with maria de medeiros, letztgenannte schauspielerin und sängerin unterstützte das ambitionierte projekt. die cinematografischen fahrten werden von einer durchtriebenen experimentiertwucht in gang gesetzt, von lauteren mitteln, die aufs erste nicht zu identifizieren sind, verbrämt, kolportiert, variiert, später in zauberreigen aufgelöst oder in störgeräuschen der vergänglichkeit übergeben. exaltierter gesang oder eingeschobene vokalsamples, field recordings, erregte, aneinandergereihte schnipsel, beats, tanzbares an dräuendem bass, orientalische verlockung, reine sprache, mutmaßungen allerorten. nichts, was sich nicht in die aufzählung aufnehmen ließe. genremix, eine vielfalt auf scheinbar irrigen pfaden, plakatives neben subtilem. aber eben dies macht die tiefe dieses albums, dieses experiments, dieser abstraktion aus. "the piano's playing the devils tune", so der titel des über zwölf tracks währenden longplayers, wurde in berlin aufgenommen und produziert.


Dienstag, März 22, 2016

glotzt nicht so romantisch (678): radical face


es ist/war ein mammutprojekt. wie getrieben zog ben cooper durch die frei erfundene familiensaga der northcotes. mit "the family tree: the leaves" erscheint am 25. märz nach "the roots" und "the branches" der finale dritte teil. insgesamt 44 songs führen durch eine beispiellose unternehmung, die der amerikaner unter dem moniker radical face 18-jährig begann. mit "secrets (cellar door") gibt es ein aktuelles video aus der neuen veröffentlichung. alle daten, interaktive zusammenführungen von geschichten und personen findet Ihr auf bens seite. wer in die musik abtauchen möchte, kann dies dort gemeinsam mit all den wesentlichen rahmenbedingungen, die der künstler dazu liefert. live aber ebenso:

11.04.16 Köln, Kulturkirche
12.04.16 Köln, Kulturkirche
13.04.16 Berlin, Silent Green
14.04.16 Berlin, Silent Green
23.04.16 Frankfurt, Brotfabrik
24.04.16 Frankfurt, Brotfabrik

eingestreut (916): ueno park


photo by parque

ein paar herausragende stücke gitarrenmusik findet Ihr auf dem release "dix-mille yeux", welches mitte april erscheinen soll (tropāre). verantwortlich zeichnet der in nantes lebende musiker manuel adnot alias ueno park, der die erste hälfte der zehn stücke netterweise bereits via bandcamp freigestellt hat. es handelt sich um akustische momente von zartheit und berauschtheit. adnot hat ohne effekte, ohne verstärker aufgenommen und suchte die einheit zwischen sich und dem instrument. als fliesse das eine element in das andere über. ich meine, man kann etwas von diesem prozess erhaschen. viel intensiver wird ihn nur der musiker selbst spüren können. vorerst nachfolgendes, demnächst werdet Ihr mehr hören können. viel spaß.

Montag, März 21, 2016

neue töne (1604): skeletons


am 01. april erscheint via shinkoyo und altin village & mine das mittlerweile neunte album der um den komponisten matthew mehlan und seinen langjährigen kollaborateur jason mcmahon entstandenen musikalischen gemeinschaft, die sich mal the skeletons oder skeletons big band nennt, hier einfach unter skeletons firmiert. das neue werk, mit "am i home?" überschrieben, macht genau dies zum thema. heimatsuche, der umgang mit den uns umgebenden werten, das gefühl von heimat. die einfachen losungen zählen hier nicht. musik, die eine antwort geben soll. und die ist diffizil, aber nie diffus. der klare klangkörper, der sich nach allen seiten ausweitet, der sich verweigert, der narrt und widerspricht. es gibt wenig konstanten im aufspiel der bis zu einem dutzend anwachsenden künstlerschar. doch die einträgliche mixtur aus jazzkomponenten und artrockvorstössen, den brillanten rockeinlagen und den kapitalen kammermusikalischen rückzügen findet schnell einen abnehmer. im wandel ruht die anpassung, in der überbordenden vielfalt die suche nach dem einfachsten ausdruck. die trompeten swingen, das drumming ist perkussiv und auf höchstgeschwindigkeit eingestellt, während dessen werden die tasten eines klaviers penetriert, eine orgel bläht sich psychedelisch und mehlans immerwährender gesang bündelt die elemente.

sieben mehr als spannende, ständig wachsende tracks bietet "am i home?" auf. die spielzeiten reichen von deutlich unter drei minuten bis hin zu mehr als zehn minütigen ausflügen. fulminantes, überraschendes, stets detailverliebtes, wenngleich kontrolliertes und schlüssiges, auf den punkt gebrachtes. spiel. und die teilnahme an etwas prozesshaftem, als wäre man zeuge der entstehung der aneinanderreihung von organischem, das sich im miteinander zu einer neuen lebendigen einheit fügt. fast kindlich wie mehlan manchmal abschweift, dann glitzert verführerisch das tönetropfen an der akustischen und der synthesizer fegt den feenstaub über die kaleidoscopischen arrangements. eine neue welt öffnet ihre tore und der paradiesische anblick wird farben tupfend noch um dieses oder jenes ergänzt.



Sonntag, März 20, 2016

konzert joan shelley, 18.03.16


wenn kentucky ins wohnzimmer lugt, dann ist die freundliche joan shelley zu gast. dieses aufgeräumte, zugängliche und doch etwas scheue wesen gelangt erst in ihren lieder ganz zu sich, meint man. die am losen band geführte stimme, die von allen seiten begehbar ist, gönnt sich ein schwanken hier, ein zittern dort und wirkt dennoch wie eine feste in der brandung. das mag an den themen liegen, die sie besingt. der blick auf die heimat und ihre menschen. das ist einfach und ehrlich und geht zu herzen, weil man sich nie vorgeführt fühlt. der zuschauer fungiert nicht als projektionsfläche, sondern ist unmittelbarer ansprechpartner. so gelingt es die stille des raums durch tiefe zu potenzieren. und so hängt man an den lippen der künstlerin und während sie "stay on my shore" intoniert, flattert das herz und die gänsehaut ist echt, wie sie schauern macht. der song ist eine einzige sehnsucht, ein halt, ein bann, diese eine stelle, diese harmonie, man wollte sie festhalten. während der kongeniale partner nathan salsburg die saiten springen lässt, als würde man den quell des wassers direkt berühren können, greift joan in gerade zu lichte höhen. das zusammentun des duos ist erfrischend, auf zeit tauglich gebunden und für eine ewigkeit bestimmt.



zwischen isar und viktualienmarkt schraubt sich die rumfordstraße durchs viertel. wenn du die falsche seite, den entgegengesetzten straßenbeginn anvisierst, kannst du dem jüdischen museum einen besuch abstatten. am anderen ende wartet das isartor. kurz davor biegt man in einen hinterhof ab. im freundlichen geviert findet sich eine schreinerei. sie wurde feierlich mit kerzen und retrolampen ausgeleuchtet. das fahle licht taucht das vertraut wirkende ambiente in wärme. das gestapelte holz duftet, im schein des blitzlichts tanzt der staub. die atemwege sind irgendwann dicht, aber der musikalische ausgleich hebt diese begrenzung auf. da ist die in aller reinheit jubilierende sängerin, da ist der so formal und zugleich virtuos agierende gitarrist, da ist ein weiterer mitmusiker, der seine stimme dem harmoniegesang leiht. die vielfachen momente sind an feierlichkeit kaum zu überbieten. wie sich "wine and honey" über die köpfe der vielfachen zuschauer erhebt und sich zu den menschen bettet. auf die teppiche, die zum sitzen, liegen ausgebreitet wurden, auf die holzstapel, auf denen junge und ältere beieinander ruhen, hinter die werkbänke, wo sich neugierige postieren.
joan shelley bietet einen trog voll neuer lieder an, "over and eben" veröffentlichte sie im letzten jahr, setzt mit dem kate wolf cover "here in california" einen wunderbaren kontrapunkt. das konzert hätte stunden weiter gehen können.
ein großer dank gilt den machern von hauskonzerte münchen, die nicht nur die "richtigen" künstler einladen, sondern ein gutes händchen bei der wahl der jeweiligen location beweisen.
zu ergänzen bleibt, dass nathan salsburg das vorprogramm mit fast ausschließlich instrumentalmusik bestritt, was fraglos ausgezeichnet war.

Samstag, März 19, 2016

neue töne (1603): murena murena


dass sich österreicher und deutsche, vornehmlich bayern gern auf den füßen stehen, ist doch eh ein märchen. vielmehr gibt es verbandelungen der schönsten art. so erst neulich wieder aus musikerkreisen zu gehör bekommen. da sind die umtriebigen leute von totally wired records (twr) aus wien, die nicht nur schnöd das vinyl in die welt stellen, sondern zudem auch musiker selbst sind, und sie lassen sich nach getaner arbeit auf joint ventures ein, auf ein bälle tauschen, auf ein stelldichein, ein ruckidizuck und ein schmökern und ein kundig machen. mit münchnern. echt. eh. namentlich murena murena und tom wu. das geht seit 2013 schon so. vor allem daniel murena blieb fortan im fokus der ösis. andersherum besuchten ganze bands die bayerische hauptstadt, um mit ihrem kaiser-könglichen aufbegehren zu gefallen. am ende trat man bei totally wired offene türen ein mit der anfrage, das neue murena murena album gemeinsam auf die beine zu stellen. d.h. die aufnahmen finden im studio der echokammer statt, gutfeeling records übernimmt einen teil der platten in ihren stock und regelt den vertrieb über broken silence und twr kümmern sich um produktion, grafik, presswerk usw. dass sich auch eine hamburgerin promoterin der veröffentlichung angenommen hat, überlassen wir den randnotizen bei solch einer schönen bajuwarisch-österreichischen allianz.


kurz zur band und ihren protagonisten. die münchner truppe bietet münchner personal auf, als da wären daniel murena, albert pöschl, tagar und dizzy errol. allesamt in der heimischen szene schwer verwurzelt. als hinweise müssen genügen: das weiße pferd, kamerakino, queen of japan, friends of gas. ergänzt wird die rock 'n' roll unternehmung von tom wu (das weiße pferd, hidden cameras) sowie stimmlichem einsatz durch anna mccarthy (damenkapelle), manu rzytki (parasyte woman, g.rag und die landlergschwister) und anna pü mit bruch. das bestens untermalende artwork des feinen vinylkleids übernahm der serbisch stämmige boban andjelkovic.

zwei auskopplungen trug uns die allianz bereits zu. hier hätten wir "newsflash apocalypso", das so klingt, wie es heißt. unter gekicktem stoikerbeat pointiert sich perkussives, ein kollektivraunen und eine wenig abwegige melodei. des meisters angefasste stimme feiert den moment, aufgehoben zwischen willy de ville und helge schneider. "lovely homes" -  schwüle sehnsucht, abgebrühtes vorwärtstasten und energetischer ausbruch. unterm desertgewand hat alles ein zuhause, wenn es nur angemessen cool ist. die maschinerie hat jedenfalls betriebstemperatur.

vorbereiten könnt Ihr Euch auf die veröffentlichung (31.03. in österreich, 15.04. in deutschland), wenn am 02.04. in münchen (enrico palazzo) ein prelistening bzw. eine videopräsentation zur "shame over" getauften platte stattfindet. das ganze ist kostenfrei (bzw. hut) und macht vor allem auch sinn, weil crystal soda cream aufspielen werden. also, hin da!
die eigentliche (deutschland-) releaseparty findet dann am 09. april in der milla statt.

Freitag, März 18, 2016

eingestreut (915): gris-de-lin


mit gris-de-lin wird sich in kürze eine junge frau aus dorset bekannt machen. noch wartet man auf die erste kerbe im holz, aber so langsam kann man sich auf den neuen musikalischen ausdruck vorbereiten. die debütsingle scharrt mit den hufen und wird am 01. april losgelassen. enthalten wird sie "your ghost" auf der a-seite und "birthday" auf der flip. das limitierte vinyl (300 stück) bietet zudem zwei weitere nummern auf, die man via downloadcoad herunterladen kann. bb*island zeichnet sich für den release verantwortlich und damit für die verbreitung einer durchaus spannenden mischung, die der talentierten künstlerin fast im alleingang gelingt. die meisten instrumente, als da wären gitarren, synthesizer, saxophon und drums, spielte sie selbst ein. doch was sich mechanisch und kontrolliert wähnt, verwebt sich zu einer pointierten, artifiziellen und zugleich atemberaubend lebendigen musikalie. gerade "the kick", welches wir unten anhängen, ist ausdruck davon. 2016 wird uns noch mit einer weiteren veröffentlichung von gris-de-lin in berührung bringen, wenn nämlich dieser genremix auf länge angeboten wird (ep, album?). bis dahin:



glotzt nicht so romantisch (677): arpen


die synthese aus fotografie und musik sucht der songwriter, komponist und produzent arpen. gemeinsam mit tobias schuetze hat er sich auf die suche gemacht. das video zu "for how long, how long" ist ein erster schritt. vollendung findet das projekt im selbstbetitelten solodebüt, welches am 07. oktober via analogsoul erscheinen wird. nichts ist maßgeschneidert und doch fügen sich die sequenzen passgenau in die textvorsprünge. die rhythmik der bilder in den takt der musik.

Donnerstag, März 17, 2016

neue töne (1602): krafftmalerei


den vierer krafftmalerei wird man auf den ersten blick in deutschland kaum identifizieren. schaut man aber etwas genauer hin, entdeckt man in dieser multiaktiven truppe namen wie clemens denk oder philipp hanich, die einem im rahmen von totally wired records schon mal untergekommen sind. gleichsam gehören jonas geise und thomas weinberger auch in diese runde und führen unter krafftmalerei ein selten so erkanntes vergnügungsteuerpflichtiges künstlerdasein, dass man von außen nurmehr neidisch darauf schauen kann. denen fällt ja quasi alles ein und das meiste wohl so zu. sie kommen mit installationen, malerei und fotografie und mit video und auch eben mit musik daher. zum kennenlernen, wenn es einem so geht wie mir, der bis dato noch nichts von diesem vierer gehört hat, gibt es nun einen quasi von hinten durch die brust ins auge weg: eine kompilation. und zwar voller coversongs. eingespielt von freunden und bekannten oder solchen, die es werden wollen, immer doch irgendwie aus diesem oder jenem umfeld, in dem sich dann das oben genannte wiener label zuhause fühlt.

würzig nennt sich die veröffentlichung "plagiat", erschien anfang märz, enthält 23 tracks und bietet jeglicher form des mainstreams die stirn. das darf störrischer akustik-, exaltierter trash- oder penibler schrammelpop sein. mit gran wird zudem agitelelektrot, mit dot dash new wave attitüdiert oder mit bruch griffig gepost-punkt. die chose wird als digital only verkauft nach dem prinzip zahle, was wolle... also, linst mal rüber.

Mittwoch, März 16, 2016

eingestreut (914): julien baker (tour, präsentation, verlosung)


bevor ich Euch hier mal so eben die anstehenden tourdaten für diese junge künstlerin an den kopf schmeisse, lobhudele ich doch erst einmal ein wenig (11/15):

"die tiefe dieser gefühle ist schier unendlich. und wenngleich wir es mit universellen themen zu tun haben, so wirken die lieder der julien baker alles andere als teilbar. die neunzehnjährige reiht zeile an zeile, in stille gebiert sie eine stimme, die über befindlichkeiten hinausgeht. baker sagt, sie würde gern über andere dinge als den tod singen, und wenn sie es tatsächlich tut, beschreibt sie, wie sie langsam das bewusstsein verliert, beschreibt die kühle der intravenös gelegten nadel und welche signale und geräusche man im krankenhausbett empfangen kann. es sind lieder über das leben.

sie verlässt früh den heimathafen, geht in eine neue stadt, gründet und beendet eine band und hat zig songs über, die sich gehör verschaffen wollen. in matthew e. whites studio, in dem auch natalie prass ihr hervorragendes debüt aufnahm, beschränkt sie sich auf das wesentliche. gesang, gitarre, ein paar pedale. damit lass ich Euch heute allein."
nee, lass ich nicht. jedenfalls nicht an dieser stelle. denn julien baker aus memphis wird sich im juni zu uns gesellen, an einigen orten des landes etwas davon teilen, was ich mit beschränkten worten beschreiben wollte. mit im gepäck wird das debütalbum "sprained ankle" sein, welches sie auf 6131 records im oktober des vergangenen jahres veröffentlicht hatte.

für die nachfolgenden juni-termine verlosen wir je stadt 2x2 tickets. was Ihr dafür tun müsst, um an diese karten zu gelangen, ist recht einfach. Ihr schickt eine email an klienicum at posteo dot de, gebt Euren vollständigen namen an und Eure wunschstadt (bis auf mannheim, eh klar), in der Ihr das konzert besuchen wollt. der rest ist der glücksfee überlassen, die am 25.03. die gewinner zieht. diese werden per email benachrichtigt und stehen dann auf der gästeliste des jeweiligen konzerts. ok?



05.06.2016 Mannheim, Maifeld Derby 
06.06.2016 München, Hauskonzerte 
07.06.2016 Frankfurt, Brotfabrik 
08.06.2016 Dortmund, HEJ Store 
09.06.2016 Köln, King Georg 
13.06.2016 Jena, Glashaus 
14.06.2016 Berlin, Bi Nuu

Dienstag, März 15, 2016

eingestreut (913): matt "mv" valentine


die ellenlange discographie von mv&ee etwa, aber auch die seiner solokarriere ist mindestens eine diplomarbeit wert. das neue soloalbum ist gerade auf time-lag records / child of microtone erscheinen und hört auf "blazing grace". das nachstehende "before it's gone" ist ein ausschnitt aus einem werk, an dem sich neben eben jenem matt valentine aka mv u.a. auch j mascis, marc "spanish wolfman" wolf, jeremy early, mick flower, meg baird und peter nolan abgearbeitetet, sagen wir besser unterstützend bewiesen haben. der ausschnitt erinnert, wie bereits an anderer stelle geschrieben wurde, an neil young und hat doch einen psychodelischen charakter, der sich so blendend, so verzweifelnd hoffnungsvoll darbietet, dass man nur mit vollen händen zugreifen kann.

Montag, März 14, 2016

ein (p)fund mp3 (525), teil 2

der nachfolgende track stammt von einem country-psych konglomerat, das den namen "requiescat in plavem" trägt und am 08. april auf maple death records erscheinen wird, der erste abhänger verspricht mehr: krano:


saftiger sound, den der vierer aus philadelphia aufzubieten hat, das album "holy ghost" erscheint mitte mai auf run for cover records, zwei singles sind bereits augekoppelt, die hier heißt "everyday": modern baseball:


birk gjerlufsen und victor kjellerup sind das paar, das hinter der anmutenden musik steckt, die sie auf ihrem album "you're welcome here" untergebracht haben, der release wird von posh isolation mit verantwortet: vanessa amara:


die wunderbare band um den erstklassigen singer/songwriter mathias kom spendiert eine zweite auskopplung aus dem neuen album, "men without hats" bereits uns auf eine reise voller lustbarkeit und erzählerischem wahnsinn auf "public library" vor, welches am 01. april via bb*island zu haben sein wird: the burning hell:


schön aus der zeit ist dieser track, "walk in the park" verweist uns auf das debütalbum von niklas kramer, es erscheint am 03. juni auf heist or hit und ist nachfolger seiner "fields" ep: still parade:


am 15. april veröffentlicht der junge musiker aus newcastle seine neue single, "carousel", wir hatten den erfrischenden kerl bereits im letzten jahr vorgestellt, jetzt seid Ihr dran: jake houlsby:

ein (p)fund mp3 (525)

mit "one more" dürfen wir in die brisante lead single des selbstbetitelten debüts des talentierten vierers aus toronto hören, das album selbst wird am 17. juni auf vielerlei labels in die welt getragen: kanine (us), buzz records (can) & memphis industries (rest): weaves:


sie kommt aus london und hat ihrer debütsingle einen erinnerungswürdigen titel gegeben, im alt folk sei sie zuhause heißt es, wir sind neugierig und folgen erst einmal: amaroun:


die nummer hat schon fleißig die runde gemacht, und das nicht von ungefährt angesichts der ausgesuchten damenrunde, die hier gemeinsam intoniert, selbstbetitelt wird das album am 17. juni auf anti- records erscheinen: (neko) case / (k.d.) lang / (laura) veirs:


bereits heuer gibt es einen track aus dem erst 2017 erscheinenden neuen album unser lieblings weird folkerin zu hören, der neruling, der auf den namen "cave tides" hören wird: heidi harris:


die zweite single aus der neuen mini- langspielplatte "can summer love last forever?" stellen wir vor, das album wird mitte märz erscheinen, das folkbeseelte und stark hymnisch orientierte "pharaoh" des stockholmer duos ist dann natürlich auch mit dabei: flora cash:


rockiges ende für unseren ersten teil, hier gibt es mit einem trio aus kent auf die ohren, das seine debütsingle vorstellt, wer ähnliches wie "four walls" anzubieten hat, dem gilt hier der nächste freie platz: the bay rays:

Sonntag, März 13, 2016

neue töne (1601): shalash / kirill mazhai / you c / foresteppe


shalash (ШАΛАШ) ist noch ein sehr junges kassettenlabel, das bislang zwei releases herausgebracht hat, aber es wird in zukunft noch mehr auf sich aufmerksam machen können. das ist klar, zu sicher liegt hier der finger auf qualität. das junge unternehmen aus novosibirsk oblast in russland startete mit einem über 23 minuten lang werk namens "seven sleepers", welches von you c + foresteppe verantwortet wurde. hier haben wir egor klochikhin aka foresteppe, der bereits an vielen einspielungen, kollaborationen und auch in solo aktiv war und ist, dort haben wir bela unclecat aka you c, die aus sibirien stammt und in japan bzw. deutschland lebt. gemeinsam entwerfen sie einen zeitversetzten, antiquarischen klangraum, in dem sich singulär stehende töne zu einem kleinen kunstwerk verbinden. der release erschien neben der üblichen kassettenedition auch auf tonband und ist mittlerweile ausverkauft.


ebenefalls auch auf tapes erschienen und sehr schick aufgemacht ist "small hours" von kirill mazhai. der junge musiker stammt aus minsk und bietet kontemplative sounds an, die er unter römischen ziffern subsumiert. field recordings, wie durch milchglaswelten wahrnehmend, mit geringer gestikg großes auszudrücken, wird hier in meisterschaft verstanden. echos, rückkopplungen, alles mit bedacht ausgeführt und sich zu einer für immer bestehenden scheinwelt zusammenfügend. entrücktheit, die als neues ziel auserkoren wird. der titel des projekts wurde inspiriert vom gleichnamigen song john martyns.

Samstag, März 12, 2016

eingestreut (912): great lake swimmers


klasse finde ich ja den begriff "indie darling", aber vielleicht trifft er auf die kandische kapelle great lake swimmers tatsächlich zu. definition überlass ich Euch. ich mag sie. also die band. mit ihrer neuen ep "swimming away" stopfen sie keine größeren löcher, aber komplettieren wohl aus ganz eigenen gründen. da hätten wir das formidable tom waits cover "innocent when you dream" ("franks wild years", 1987) sowie eine bandeigene version des pj harvey songs "the desperate kingdom of love" ("uh huh her", 2004). daneben tauchen zwei neue titel auf, zum einen "condition white", das für die serie "torn from the pages" geschrieben wurde und das titelgebende "swimming away", das einen unveröffentlichten outtake aus den aufnahmen zum letzten album "a forest of arms" darstellt. fein reduziert, zart kultiviert, betont harmoniefreudiger gesang, pluckerndes banjo, perkussives anschlagen, sachtes musizieren eben, als zöge ein streifzug vergangener tage vorbei.
die ep erscheint am 08. april via nettwerk. die anstehende tour im selben monat wird europa eine akustikvariante anbieten, an der sich tony dekker, erik arnesen und bret higgins als korsett versuchen und dazu mary lattimore als support gebucht haben. anbei die tourdaten, der titeltrack und eine dicke empfehlung.

16.04. Berlin @ Kantine am Berghain
17.04. Dresden @ Beatpol
18.04. Jena @ Glashaus im Paradies
19.04. Köln @ King Georg
21.04. CH-Schaffhausen @ Tap Tab

Freitag, März 11, 2016

neue töne (1600): vorschau / verlosung micro pop week (2) - präsentation


so, gleich einmal nachgestellt, die zweite vorschau auf die demnächst anstehende düsseldorfer micro pop week. das programm ist umfänglich und sollte, um ja nichts zu verpassen, über die webseite der veranstaltung genau, tag für tag studiert werden. lesungen, filme, vorträge, podiumsdiskussionen, jede menge konzerte an den verschiedensten orten der stadt.

wir möchten an dieser stelle das abschlusskonzert am 16.04., 20 uhr im weltkunstzimmer in den fokus nehmen. neben der persönlichen bindung an die dort auftretenden bands gilt unsere aufmerksamkeit auch einer ticketverlosung für diesen abend.
wer sich also die 5€ eintritt sparen möchte, tippt eine email an klienicum at posteo dot de in die tasten, gibt seinen vollständigen namen dabei an und bemerkt im betreff "ich will micro pop", den rest übernimmt die losfee. die gewinner werden am 20.03. ermittelt, per email benachrichtigt und stehen dann auf der gästeliste des konzerts. es geht um 2x2 tickets!


mit am start ist die berliner band das band, die aus anja, jochen und dennis besteht, ende des vergangenen jahres einen tollen kassettenrelease an den start brachte, zu welchem uns unter anderem dieses hier einfiel:
"zwischen metallischer aggression und noiseflatteriger attacke mischen sich zwischentöne, die den momenten standhalten. exaltierter gesang umschließt die notlagen. giftig steuert die e-gitarre aus. die eingeschworene brigade folgt in gebotenem abstand, mit gnadenloser dankparade aus polterndem schlaggewerk und peilgenauen basslinien. [...] so bildet sich ein klangbild ab, das sich feist gibt und doch genügend platz aufbietet, um lückenhaft wie ein schlechtes gebiss durchblicken zu lassen, womit man es hier zu tun hat: ein griffiges instrumentensortiment und eine stimme, die sich etwas teenage angst bewahrt hat."
wenn nur ein quentchen davon auch in der liveumsetzung gelingt, dürfen wir großes für diesen abend erwarten.




desweiteren ist die teilnahme von dc schneider zu vermelden! das geschwisterpaar joana und leonie sollte um einen oder zwei weitere mitstreiter aufgestockt sein, um den daniel johnston style dieser frohlaunigen naturen in ihrem ganz eigenen weird pop- planquadrat zu potenzieren. nach münchen folgten stationen in aller welt, wo sich die beiden mädels zwischenzeitlich aufhielten, studium und die lehre des lebens stehen mittlerweile auf dem plan. doch das musizieren haben die zwei nicht vergessen und so werden wir sie heuer mit ganz neuem material erleben dürfen. je ungelenker umso schöner, freut Euch!



ergänzt werden die beiden genannten acts um golden diskó ship und aberrations, hier treffen wir auf eine junge berlinerin, die als eine art ein-frau-orchester antritt, dort auf eine düsseldorfer band, die mächtig bumms mitbringt.
das hört sich doch in gänze nach einem sehr unterhaltsamen wie abwechlungsreichen mix an. stellt Euch drauf ein, stellt Euch an und tretet ein!

neue töne (1599): vorschau micro pop week (1) - präsentation


hier in kürze auf die anstehende düsseldorfer micro pop week aufmerksam zu machen, will nicht gelingen. denn man muss schon ein wenig ausholen, um das umfängliche event darzustellen. vom 09. bis zum 16. april findet die veranstaltung, die sich das hochleben frei bestimmten kulturschaffens in sachen musik auf die fahnen geschrieben hat, bereits zum dritten mal statt. seit 2014 bietet düsseldorf eine heimstatt, ein treffen, einen ort für all jene auf, die abseits des mainstreams in größtmöglicher unabhängigkeit werte schaffen, die anderen genussvoll zu ohren gehen sollen.

auf einladung eines nach und nach wachsenden kreises an enthusiasten können klein- und kleinstlabel ihr programm präsentieren, finden unzählige konzerte an verschiedensten orten statt und werden filme vorgestellt, workshops angeboten und austellungen begleitet sowie öffentliche diskussionen rund um den gegenstand musik geführt. ziel ist die zusammenführung von kulturschaffenden, ist begegnung, ist das herz und hirn weiten für eine neue öffentlichkeit, ist bewusstmachung des großen spektrums an möglichkeiten, ist transparenz und "inspiration und innovation", wie es die macher selbst ausdrücken.


das komplette programm ist auf der mpw-webseite abzurufen, wir picken uns hier mal ein paar highlights heraus, auf die wir Euch gern aufmerksam machen wollen:

schreng schreng und la la spielen am samstag, den 09.04. in der butze.

einen themenabend zu polnischer alternativkultur inkl. film, performance, konzert und djiing gibt es am sonntag, den 10.04. in der christuskirche zu bestaunen.

drei mal starkes konzertprogramm wird am dienstag, 12.04., geboten: das cube öffnet für jim higgs, hello pedro und rowan young, franticworld für subterfuge, apache blanket und einem weiteren, noch geheimen act sowie die brause für il tempo gigante und summer crowd stereo.

der freitag, 15.04., glänzt u.a. mit einem labelabend in sachen sicsic tapes, mit dabei sind daniel voigt, flamingo creatures und acrylnimbus.

den samstag, 16.04., schließt u.a. die micropop convention ab, welche im weltkunstzimmer stattfindet inkl. microlabelmesse "brandnester", workshops und diskussionen.
das abschlusskonzert am 16.04. beleuchten wir noch einmal extra und werden dazu tickets verlosen. also obacht!

Donnerstag, März 10, 2016

glotzt nicht so romantisch (676): mothers / sea pinks / chorusgirl


ende februar erschien auf wichita recordings das debütalbum des vierer aus kristine leschper, matthew anderegg, drew kirby und patrick morales, wahrlich kein unspannender sound aus folkrockigen elementen und einer mathnote, die uns von "when you walk a long distance you are tired" entgegen bürstet: mothers:




mit "soft days" hat das belfaster trio sea pinks anfang des jahres ein erinnerungswürdiges, distinktives gitarrenforciertes klangwerk vorgelegt, daraus gilt es das video zu einer der auskopplungen, nämlich zu "yr horoscope" vorzulegen, das album erschien auf cf records, das vinyl sollte mittlerweile ausverkauft sein, sich auf die suche danach zu machen, lohnt aber: sea pinks:




nicht weniger spannend und von uns angemessen umjubelt war das debüt der londoner band um silvi wersing, das im vergangenen jahr auf fortuna pop erschien, mit "no moon" gibt es das zweite von drei videos zu sehen, das der dreier mit bad baby productions abgedreht hat, die band ist demnächst auch in deutschland zu sehen, sollte Ihr Euch nicht entgehen lassen: chrousgirl:



chorusgirl
30.03. Dresden, Ostpol
01.04. Berlin, ACUD Kunsthaus
02.04. Hamburg, Astrastube
03.04. Köln, Tsunami Club

Mittwoch, März 09, 2016

eingestreut (911): josephine foster (tour, präsentation)


ein guter einstieg, um auf die konzertdaten von josephine foster zu verweisen, ist unsere notiz aus dem vergangenen dezember zum neuen album. die songs aus besagter compilation werden sicher auch teil des programms sein:

"endlich auch wieder neues aus dieser richtung. josephine foster wird im kommenden jahr einen neuen release in die umlaufbahn schicken. er wird auf "no more lamps in the morning" hören und am 05. februar auf fire records erscheinen. die tracklist weist sieben songs aus, wobei "a thimbleful of milk" einer davon ist, den wir mit nachfolgendem video vorstellen wollen. wobei vorstellen etwas zu überheblich wäre, denn alle lieder des albums sind bereits veröffentlicht worden, sei es auf "i'm a dreamer" (2013), "the coming gladness" (2008) oder "born heller" (2004), sie finden sich hier aber in einer neubearbeitung wieder. aufgenommen wurde live in den future-past studios in hudson, irgendwann im februar des vergangenen jahres. neben josephine foster (nylon string guitar) kamen zum einsatz victor herrero (portuguese guitar) und gyða valtýsdóttir (cello)."

zerrupfter folk, abgründiges kunstlied, iberisches kapital. wer josefine foster fassen will, der muss mit ihr durch ihre albenlandschaft ziehen und wird sie doch noch nur halb erwischt haben, vielleicht aber ist es das live- erlebnis, das einen tieferen einblick ermöglicht. wir rufen Euch deshalb zu: besucht die mai-termine und ergötzt Euch an dieser außergewöhnlichen singer/songwriterin!

einen track aus dem neuen album hängen wir an sowie die liveumsetzung meines lieblingssongs der amerikanerin.



09.05.2016 Hamburg, Clubheim
11.05.2016 Berlin, Ausland
12.05.2016 Dresden, Thalia Kino
13.05.2016 Köln, King Georg
14.05.2016 Erfurt, Frau Korte

Dienstag, März 08, 2016

konzert: 4 shades / the grexits / g.rag zelig implosion, 04.03.16

um die subkultur braucht man sich in bayerns landeshaupstadt wahrlich keine gedanken zu machen. und dies erlaube ich mir zu sagen, ohne dass ich der unentwegte fortgeher, abtaucher in eben jene besagte szenerie bin. gleichsam bemerke ich, dass sich stets etwas neues tut, dass vieles zudem bestand hat, von welchem sich ersteres befruchten lässt. abseits der hochkultur und dem, was man mainstream nennt, pulsiert münchen, atmet frei. die schranken sind finanzieller, bürokratischer natur und waren stets mit erfindungsgeist, neuerertum und enthusiasmus zu überwinden. so fand auch das unentwegte import export einen neuen platz, höhe schwere reiter und dachauer inmitten des kunstquartiers, in welchem sich theaterschulen und ateliers die klinke in die hand geben und wo man zu nachtschlafener zeit schauspielerinnen entdeckt, die man sonst nur aus dem fernsehen kennt.
hat man den laden erst einmal gefunden, der auch an neuer stelle wie eine leergeräumte räuberbude ausschaut, muss man schon wieder los. weil die toilette zu finden heißt, erst mal wieder raus, ums haus herum, nächste tür, treppe hoch. umständlich, aber in jedem fall verbindlich.


dies betraf auch das abendprogramm, an dessen höhepunkt eine plattentaufe stand. g.rag/zelig implosion garantierten einen neuling, den es vorzustellen galt. mit allem pomp und gloria, wie es sich im münchner indierahmen so gehört. vorab durften 4 shades ran, die truppe um ivica vukelic nebst albert pöschl und martin rühle brachte ersten schwung in die runde. diese reduzierte schau hat tiefe und einen liebreiz. da darf ins mikro genuschelt und gemutmaßt werden. da rührt das schlagwerk entzückenden beat, aus der stromgitarre perlen die akkorde wie guter wein und wenn die dinge sich in einheit trachten, dann erregt das direkt im nervenzentrum so was wie erregung. diese bedarftheit, dieser subtile schwung, diese stete subfebrile ahnung von mehr und einem verständnis für das große und für das rechte, alles ist da und wieder auch nicht, weil es sich erst fügt, wenn der gegenüber es will und kann. doch das publikum will noch nicht, vielleicht hätte es können, doch es quatscht noch unentwegt und bekommt dafür von der bühne schon mal einen sarkastischen tusch. musik, die dylan thomas unterbringt und von allem je gehörten immer etwas auch verspricht, die bleibt in erinnerung.


auch the grexits werden in erinnerung bleiben. sie spielten als zweite band auf, vielmehr kommen sie diesem abend über wie ein gekonnter überfall. das stoische raunen am mikro, das brachiale fellbrechen, die erneut gekonnt geführte gitarre (ein bekanntes gesicht, man beachte) und des bassers einklang wie man es für den metallischen rhythmus braucht. die truppe ist ungeölt und führt dennoch mehr als passabel durch diese ungeschlachten, abwechslungsreichen nummern wie ein schwert durch massenhaft frischfleisch. die gesten sind ungeübt und dafür echt, die musik hat punk im blut und wird durchrauchst von griechischem esprit. am start: nikos papadopoulos, albert pöschl, josip pavlov und daniel murena.


abschließend dann die täuflinge in der namenskombi g.rag / zelig implosion, die mit "tanz nowave" ihrer debütplatte einen namen gaben, der doch auch ein wenig die spielart vorgibt. wie aus einer hallkammer geschleudert krängt staebler mit seiner gitarre um die ecke, während zelig dem schlagzeug dinge abringt, von denen man nicht wusste, das sie möglich sind. momente kanonisiert für eine spielart, für die es viele ausdrucksformen gibt. hier abschweifend in einen geblendeten gesang, rhythmusobsessionen und rauschgewitter. punkig, rauh zuweilen, als waveschleuder anderenorts, stets ein marschierten gleichklang vorgebend, so dass sich das versammelte rund frank und frei bewegen konnte. die strengen gäste applaudierten mehr als brav und begrüßten den vinylbeschichteten neuling mit offensichtlicher freude. denn seine liveumsetzung machte was her. uns zog es nach mehreren stunden musikgenusses irgendwann die beine weg. heimfahrt. danke münchen. danke subkultur!

Montag, März 07, 2016

neue töne (1598): the missing season


nicolas gautier, marin perot, kevin le tétour, xavier rosé und samuel rolland sind the missing season aus rennes. mit "getting back" legt das quintett sein mittlerweile fünftes album vor. es ist ein befleissigtes werk, das sich gern die frühen r.e.m., die mittleren wilco abgeguckt haben darf, dank ihrer folknotierten komponente beweisen die jungs aber eine ganz eigenständige ausrichtung. die dichte textur breitet sich wie flauschiger teppichboden aus, knackiges schlagwerk, ein driftender bass, darauf tobt sich der melodienzkreisel aus. die aus der zeit genommenen harmonien blitzen auf, um im mahlstrom immer wieder an die kandarre genommen zu werden. irgendein fischer kommt vorbei, um sie neuerlich zu heben. erweckungserlebnisse inklusive. das ist einfach und gediegen und erhält doch immer wieder eine hymnische breitseite, etwa wenn die orgel samten anfängt anzuheben. oder die gitarren stiften gehen, wenn das rockorchester maß nimmt, die soli ohne zweifel zirkeln, wenn sich elemente fügen, die vorab auseinander zu fallen drohten.

les disques normal zeichnet für die verbreitung des im januar erschienen werks verantwortlich und sollte sich wohl fühlen damit. denn sie präsentieren eine band, die eine kontinuierliche entwicklung nahm, die stets zu ihrem besten war. von der eher akustisch dominierten nummer gingen sie über zur elekrifizierten variante, behielten dabei aber ihre neigung zum harmoniegesang bei und entwickelten neben den eindringlichen vocals des bandleaders einen nicht zu verflüchtigenden hang zur melancholie. das ist am ende das bild einer französischen band, die ist wie sie ist.

Sonntag, März 06, 2016

glotzt nicht so romantisch (675): of montreal


wenn man etwas verpasst hat, ist es bekanntlich schon zu spät. aber dies oder jenes kann man zumindest nachholen. was auch immer das im jeweiligen fall bedeuten mag. dass joyful noise recordings eine serie namens "almost live" am start hat, wusste ich etwa nicht. dabei durften ausgewählte künstler ihren sound in eine alte aufnahmemaschine aus dem jahr 1940 drillen, um sie später als limitiertes vinyl, in einer hunderter auflage, weiß und quadratisch entgegen zu nehmen. das ganz fand im label eigenen studio in indianapolis statt. die bislang letzten in dieser reihe, wir nähern uns also dem besagten 'verpassen' um ein weiteres stück, waren of montreal. es ist einerseits eine schöne erinnerung an eine band, die so stark ist, dass sie vieles, was heute mode und geschmack bedeutet, leicht in den schatten stellt, und es ist andererseits ausgangspunkt für ein bedeutungsvolles vorwärts. denn wir werden uns auf die suche nach dem "almost live"- cut "empyrean abottoir" machen. die aufnahmen aus dem studio, die wir nachfolgend als video einstellen, bezeugen eine wirklich starke nummer. im single club könnt Ihr Euch noch anmelden und erhalten dann automatisch monatlich ein feines stück musik.

Samstag, März 05, 2016

neue töne (1597): shotgun jimmie


2011 hieß es bei uns noch: "zwei releases strengt das hervorragende label you've changed records dieser tage an. wie stets in kleidsamen gewande bieten sich sowohl daniel romano als auch shotgun jimmie mit neuen alben feil. letzterem war es nach zwei vorgänger werken nun endlich geboten, seine musik in einem vernünftigen studio einzuspielen. denn sowohl "the onlys" (auf delorean recordings) in 2007 als auch "attack in black" unter dem moniker still jimmie in 2009 (auf you've changed) müssen in die kategorie homerecording aufgenommen werden. jim kilpatrick wird die gelegenheit beim schopfe gepackt haben, um seinen vielen ideen ausdruck zu verleihen. der lofiist, den man aus dem julie doiron umfeld kennt (u.a. shotgun & jaybird) spielte sowohl popperlen als auch rock gassenhauer ein u.a. unter mithilfe von feist bandmitglied jay baird und ryan peters von ladyhawk bzw. lightning dust. "transistor sister" erscheint am 08. märz."

etwas zeit ist seit dem ins land gegangen, mit "everything, everything" gab es 2013 einen weiteren release, mit "field of trampolines" nun auch planungen für den neuen. der soll wie gewohnt auf you've changed records erscheinen, am 18. märz. mit "join the band" gibt es dazu erste tonale auskünfte, die mehr als hoffnungsfroh erscheinen lassen. zum song selbst sagt der protagonist, es handele sich quasi um eine ode an das tourleben, der schöne moment am morgen, das gemeinsame frühstück, die (verkaterte) reflexion, das hocken in den einschlägigen restaurants, in denen gern ganze lps von neil young abgespielt werden...

davon wird das neue album noch mehr parat haben, so viel ist gewiss. unterstützung erfuhr shotgun jimmie von jory hasselmann, marie-france hollier, cole woods und joel plaskett, der auch für die produktion verantwortlich zeichnete.
im sommer wird sich der kanadier hierzulande zeigen, bis dahin hört das album! ab märz! auf you've changed records! shotgun jimmie!

Freitag, März 04, 2016

eingestreut (910): scout niblett (tour, präsentation)


"dass sich der künstler gegenüber seinem publikum offenbart, dass er sich häufig genug zur nacktheit zwingt, wir wissen es. dass er seinen abgründen nicht ausweicht, im gegenteil in sie eintaucht, um uns daraus vorzulesen, wir haben es erlebt. dass er manchmal seinen offenbarungszwang, die tägliche notwendigkeit dazu nicht ertragen kann, wir haben es geahnt. während wir uns zur ablenkung zwingen, den inneren dämonen so oft es geht entsagen, konfrontiert sich der künstler, wenigstens möchten wir ihn in aller ernsthaftigkeit so wahrnehmen, mit dem heiklen material seine intimen widrigkeiten. dem einen gelingt das für die zeit einer konzertreise, dem anderen geht zwischendrin der mut, die kraft, die emotion verloren. es wäre das selbstverständlichste."

auch das 2013er konzert ist noch in bildhafter erinnerung.
"ihre kunstfertigkeit an der gitarre, dieses gezielte spiel, um stimmungen zu belegen, sich ein begleitensemble zu kreieren. seltener kannst du erleben, wie töne zahm sich fügen, um der gesungenen note zu folgen. ein einträgliches buchstabieren. vorbeten, nachtun. es ist eine ordnung, die der künstlerin halt verleiht. und so folgte die zuschauerschar im gut gefüllten strom einem immer wieder gleichen muster. einem zögerlichen beginn, in dem die instrumente pferden gleich mit den hufen scharren, folgt der ausbruch und die entladung. die gitarren fetzen und erhalten durch die schwere der schlagzeugwucht ihre energetische bestätigung."

scout, jaja, in den arm möchte man sie nehmen und weiß doch, dass sie sich wütend herauswinden würde, um sich später in die hand zu schmiegen wie eine katze. unabhängigkeit steht ihr. das spröde eh. wir werden es neuerlich erleben dürfen. scout niblett, das englische mädel mit dem charme einer kratzbürste. und doch lieben sie alle. warum? es ist ihr ungezügelte energie, die glaubhaftigkeit, der mut sich zu stellen. wem auch immer.

31.03.2016 Leipzig, Conne Island
01.04.2016 Erfurt, Frau Korte
02.04.2016 Wien (AT), Brut 
03.04.2016 München, Glockenbachwerkstatt
04.04.2016 Zürich (CH), Bogen F
05.04.2016 Lausanne (CH), La Romandie
07.04.2016 Köln, King Georg
08.04.2016 Hamburg, Hasenschaukel
09.04.2016 Berlin, Privatclub

Donnerstag, März 03, 2016

eingestreut (909): the electric brestpumps


gibts da mehr von? noch muss man sich wohl mit dieser ersten single begnügen, die eine folkwohltat darstellt, die zwischen chamber- und kammer- changiert und die orchestrale nähe nicht umsonst zulässt. stark, wie sich das ewige rockelement nicht unterkriegen lässt. dazu gekonnt die gesangsspuren eingeflochten und fertig, fertig ist, ja was eigentlich. "water sign", der erste auswurf der chicagoer band the electric breastpumps. gezupfter streicher, ein quäkendes violinen gegenhalten, stampfender beat, die bläser!
unter dem ungewöhnlichen moniker versammeln sich die gründer der kapelle christopher salveter (judson claiborne, low skies) und jefferey thomas (mucca pazza, the honkeys). daneben agieren zwölf weitere musiker, um das klangbild zu vollenden. mehr davon! zum song heißt es übrigens: "this is an ode to past, present, and pending water crises. it’s a song about water's astrological significance and the vulnerability of the living when this essential resource is poisoned, scarce, and / or privatized for profit."

eingestreut (908): beth orton


auf den ersten blick nicht gecheckt, was da in meinem email-fach steckte. auf den zweiten volle breitseite. beth orton! veröffentlicht ein neues album! "kidsticks" erscheint am 27. mai auf anti- records und mit "stream moon" liegt uns ein erster, wahrlich starker track daraus vor. er bietet eine galante mischung aus kickender moderne und verhüllter beständigkeit dieser großartigen künstlerin, deren alben (zurecht) in aller regelmäßigkeit in bestenlisten aufzutauchen pflegen.

Mittwoch, März 02, 2016

eingestreut (907): troy von balthazar


wir möchten gern auf die anstehende tour von troy von balthazar hinweisen. den chokebore frontmann verfolgen wir bereits viele jahre und freuen uns nun mit seinem neuen label siluh records auf das mittlerweile vierte soloalbum. die aufnahmen für "knights of something" entstanden in berlin und im süden frankreichs, wobei troy "used a combination of an old tascam 388, tape machine and protools, a bunch of amazing guitar pedals, and vintage microphones.", schreibt siluh, und weiter heißt es "it’s lo-fi songwriting and recording at it’s best, stream of consciousness music structures and powerful lyrics. the songs create a very distinct atmosphere that is really “the tvb sound”.
gern erinnere ich mich an dieser stelle an das chokebore konzert aus dem jahr 2010, bei dem ich troy das erste mal live erlebte:
"troy schließlich feierte mit inbrunst, hingabe und eleganz. sein gesang ist eine sensation. durchgehend beständig, kein abfall spürbar trotz des stimmbandzerrenden materials. zuweilen gurrte er, als täte er sich gütlich am eigenen auftritt. ungebrochene freude am tun! er fingerzeigte, gestikulierte, schwang die gitarre empor und war verinnerlichter lenker und gestalter."
klar war das mit seiner kapelle ein anderes ding. doch wenn er nun solomaterial vorstellen wird, wird sich an seiner einstellung wenig geändert haben.
unter den tourdaten findet Ihr übrigens einen ersten track aus dem neuen werk, welches am 01. april erscheinen wird. dazu sicher in bälde noch mehr von uns.

15.05. Darmstadt, Oettinger Villa
16.05. Freiburg, Slow Club
17.05. Düsseldorf, Kassette
18.05. BEL - Namur, Belvedere
19.05. BEL - Liege, Le Hangar
20.05. BEL - Dour, La Maison du Peuple
21.05. Offenbach, Hafen 2
22.05. CH - Fribourg, Nouveau Monde
24.05. AUT - Wien, Rhiz
25.05. CZ - Prague, Potrvá
26.05. Berlin, Acud
27.05. Leipzig, Werk 2
28.05. Hamburg, Club Heim

Dienstag, März 01, 2016

neue töne (1596): ben lubeck


es ist eine ganz klassisch anmutende scheibe. "rentered rooms" von ben lubeck ist zwischen folk, country, americana und blues angesiedelt, es ist fürwahr keine untypische mischung für einen amerikanischen singer/songwriter. mitsamt seiner band farewell milwaukee schuf ben sein mittlerweile viertes album, das ende februar erschien.
hier kommen fein austarierte e-gitarren zum einsatz, die den melodiebogen neu spannen, dort akustische, die freundlich brummen, etwas schwachbrüstige, aber stets angenehme perkussion, obendrauf ein blendend freundliches gesangsorgan. doch das alleinstellungsmerkmal dieser platte ist ein anderes. ein anrühendes. jedenfalls für mich.
ben lubeck lässt durchblicken, dass sich mit der geburt seines ersten kindes sein blick auf seinen eigenen vater verändert hat. die gemeinsamen erfahrungen bekommen eine andere einfärbung, so dass es ihm wert war, davon etwas auf diesem tonträger festzuhalten. das ist alles unspektakulär formuliert, aber mit einem spürbar offenen geist für zwischentöne. stampfend ergiesst sich dann die musik hernieder, so dass fleißig kontrapunkte gesetzt sind. mich hat es an einigen stellen schon erwischt. vielleicht weil ich ähnliches erfahren habe. wenn dann musik funktioniert, ist sie ergreifend, etwas prophetisch gar.
die von güte befleissigte, stets die beliebigkeit scheuende musik ist liquide, etwas berauscht, von sich eingeschlossen, als stünde mut machen zu jeder sekunde aufs neue an.