Dienstag, März 25, 2014

eingestreut (627): rivulets


photo by chelsea e. morgan

der veröffentlichungen mangelt es nicht, der qualität der musik sowieso nicht. mit nathan amundson aka rivulets aus denver treffen wir neuerlich auf den burschen mit der leisepfotigen stimme, der sparsamen begleitung, der tiefgründigkeit und weisheit in liedern, die wie kletten an einem haften, wenn sie einen mal erwischt haben. dass man nicht wie ein igel mit nadeln bespickt durch die gegend läuft, dafür sorgt nathan mit punktuell gesetzten releases. mit der aktuellen single "stars in aspic" / "it's here" setzt er heuer allerdings ein besonderes ausrufezeichen, weil es sich dabei um seine erste solo vinyl veröffentlichung handelt und seine erste physische seit 2011. mit trome records hat er hierfür einen partner gefunden, der die 7" auf 250 stück limitiert hat.

die a-seite ist von lichter farbgebung, schlicht ausgemustert, mit segenstiftender textur. americana in seiner ursprünglichsten form vielleicht. eine still mäandernde gitarre, ein perkussives schlagwerk, ein steter bass. dazu erhebt sich nathans stimme, als wolle sie die atmosphäre nicht allzu sehr brechen. dafür sorgt das dreiköpfige ensemble, neben amundson werden francesco candura und nathan vollmar aktiv, dann schon selbst. bekräftigend werden die saiten und felle fester genommen. zur b-seite, die hier noch ungehört blieb, heißt es: "it’s here" on side b hails from the opposite end of the rivulets sound palette, with a deep, brooding late-night guitar ambient drone." hoffentlich sind diese beiden neuen tracks ein fingerzeig auf baldiges mehr. angefügt sei noch der track "the fire", der ebenfalls im februar dieses jahres erschien, es handelt sich um einen digital only release.

Montag, März 24, 2014

neue töne (1366): baby mollusk


hinter dem moniker baby mollusk versteckt sich mehr oder weniger rachel gordon. denn die junge dame hat neben der soloaktivität auch den drang, sich und ihr schlafzimmerprojekt in bandausstattung zu präsentieren. nachdem sie nun einige jahre ganz allein aktiv war, kann man heuer eine erste bandveröffentlichung feiern. ende februar gab es ein releasekonzert in brooklyn, auf das wir nunmehr nicht aufmerksam machen müssen. dafür aber gilt es einen hinweis zu stanzen, dass der dazugehörige release ein feines 8track kassetten ding war, ist. unter dem titel 'baby mollusk and the big babies' gibt es vorzüglich abgeschlaffte songs, die so herrlich ermüdend klingen. eben so wie man sich fühlt, wenn man am abend nach einem strandtag heimkehrt. der gesang etwas leierig, ganz gemäß dem unbestimmten treiben der gitarren und dem kläglichen trommeln auf den fellen der drums.

viel bekommt man über rachel nicht heraus. es heißt, dass die im staate new york lebende noch studentin sei und die musikalische aktivität wohl mehr als nur der drang tagebuchnotizen zu veröffentlichen. sie bekennt sich durchaus zur öffentlichkeit, nutzt alle möglichen netzwerke, so kann man via bandcamp z.b. sämtliche veröffentlichungen belauschen. mt. home arts zeichnet für den aktuellen release verantwortlich. das tape ist so schnieke geworden, das wir es auch hier abbilden wollten. es kommt mit einem ziehharmonika gefalteten cover, in einer kleinen box, limitiert auf 150 stück. lasst Euch also nicht von meiner minder bemittelten beschreibung abhalten und hört Euch dieses kleine wunder an. es ist stolz und gebrechlich, laut und leise, schnell und langsam. alles. irgendwie. wie die welt.

Sonntag, März 23, 2014

zu gehör getragen (176)

simone felice – strangers (2014) 
> das zweite solowerk des felice brüder ausbrechers gelingt in aller wohlgeratenen form mit sentiment und wohlklang, 3,5/5 

folly and the hunter – tragic care (2013) 
> zurecht wird dieses indiefolkloristische kleinod nun auch in hiesigen breiten mehr beachtung finden, ab 11.04. via outside, 3-3,5/5

end – people of the stream's mouth (2014) 
> wer auf die blenderstimme klarkommt, hat sicher auch etwas für die effektberauschte musik des schweizer vierers übrig, 2,5/5

sepiatone – echoes on (2013) 
> die früchte der kollabo von hugo race und marta collica sind süß und verfänglich, ausnahmslos schön, schön zahm, 3-3,5/5

neue töne (1365): muuy biien


den charme der hinterhöfe pflegen die fünf aus athens schon gehörig. martialisch gezeichnet die cover, das debütalbum zierte bspw. vor knapp zwei jahren ein faustkämpfendes duo, hölzern die titel, wie etwa die ep namens "knife fights". andererseits umspült die band etwas von der verlegenheit des aussenseiters. nicht zuletzt ist diese ja oft genug ventil hin zu befreiender aggressivtät. auf "this is what your mind imagines" killen joshua evans, xander witt, robbie rapp, jacob lake und parks miller noch jeden zweifel an entladungsmöglichkeiten mittels brachialem heavy metal. die brutalität zerfetzte gerade noch vor dem trommelfell des hörers. dass sich die truppe damit auf happy happy birthday to me records niederlassen konnte, überrascht im nachgang dann doch sehr. in der regel zeigte sich das label etwas betulicher. vielleicht wusste man im headquarter aber, was da noch kommen könnte. und so zeigte sich in den letzten zwei jahren entwicklung bei muuy biien. hin zu einem wesentlich akzentuierteren sound, der sich nicht vom kraftvollen klangbild verabschieden wollte, aber deutlich nuancierter und einnehmender daherkommt. der bass knallt nunmehr nicht, sondern drippelt und wippelt zuweilen, umspielt den harten beat mit einem schelmischen lächeln. die gitarren rühren den nektarartigen klangbrei bis er flüssig von den saiten rutscht. dem gesang muss man wohl als einzigem attestierten, dass er gegenüber dem vorgängeralbum nichts an wucht und ausladung verloren hat. "d.y.i." - do yourself in - heißt, in anlehnung an das berühmte motto, das neue album, welches ende april auf hhbtm erscheinen wird. mit "she bursts" gibt es ein sehr gutes beispiel, das demonstriert, wie gelungen die ideenexplosion des fünfers umgesetzt werden konnte.

die band hat in ihren jungen bereits eine menge gesehen. weniger die welt im allgemeinen als jene, die immer wieder neu versucht aus nichts viel zu machen. die arbeit in der berühmten fastfood kette konnte vielleicht schon abgelegt werden, der fettige film aber wird ihnen noch anhaften. der erzählt von einem leben, das gnadenloser und hoffnungsloser oft nicht sein kann. wer aber solche musik machen kann wie muuy biien, der kann sich vielleicht auch daraus hervor katapultieren. die jungs wissen, dass es nicht um den reichtum in ihrer geldbörse geht, sondern um jenen in ihren köpfen. den jedenfalls mehren sie nach und nach.

Samstag, März 22, 2014

eingestreut (626): horse feathers


dieses somnambule nachschieben, selbst auf einem nirvana cover findst du es. unglaublich, aber der ureigene horse feathers stil blinkt dann doch überall hindurch. dazu justin ringles einnehmende stimme, die streicher, fertig ist das seelenheil für volle drei minuten. dass wir den bereits angejahrten track hier noch einmal aufführen, hat eine besondere bewandtnis. bereits 2010 wurde er veröffentlicht, findet sich nun aber auf einem besonderen kill rock stars release wieder, nämlich einer vier kassetten umfassenden und "krs achives, volume 1" betitelten box. sie wird im april erscheinen und sollte von Euch mehr als nur in augenschein genommen werden. grund genug für die erstellung war den labelmachern allein die tatsache, dass die horse feathers mittlerweile ihr zehnjähriges geben und dass mit dem 2012er "cynic's new "ear, mit dem 2010er "thistled spring", dem 2008er "house with no home" und mit den singles "cascades" und "drain you" sowie fünf bislang unveröffentlichten songs genügend zu kompilierendes material vorliegt. die edition ist auf 500 stück limitiert, die preorder läuft und sollte von interessierten nicht allzu lang aus der ferne bestaunt werden. in diesem sinne!

Freitag, März 21, 2014

neue töne (1364): hiawatha telephone company


die musik ist der krasse gegensatz zur herkömmlichen soundeleganz. hier herrscht der knarz, der sich frisch von der gitarrensaite quält, die schwindelige fidel, die sich eilen muss, um nicht dem rhythmus enthangelt zu werden, ein sänger, der die stränge beieinander zu halten sucht und dabei so souverän wirkt wie ein zwischen den bahngleisen verhakter fahrradkurier, der des heranrollenden zuges gewahr wird. doch der charme dieser aufnahmen liegt woanders. es ist die eindringlichkeit, die souveränität des schlafzimmerfolkers, das engagement sich zu gehör bringen zu wollen, der mut des noch nicht verzweifelten. dabei klingt jon aus brighton alles andere als optimistisch. meist ist sein gesang eine klageform, ein reimen auf den schmerz, den verlust oder eine erinnerung an längst vergessene zeiten. da werden die alten helden besungen oder aber in ihrer manier eine erbe fortgeführt. "harry smith was my father" heißt denn auch folgerichtig das debütalbum (2009) von hiawatha telephone company, benannt nach einem t-shirt aufdruck bzw. einer company "that still exists which kind of makes the commercial viability of the name rather unlikely."
mit dem unten aufgeführten track "dave" gibt es einen ersten einblick in das aktuelle projekt jon simmons. der song gehört zu einer gleichnamigen vier tracks umfassenden ep, die ende märz erscheinen wird und ein ausblick auf das neue album "passengers greatest hits" ist. dann mehr. jetzt seid mal wieder Ihr dran.

Donnerstag, März 20, 2014

glotzt nicht so romantisch (559): virgin of the birds


vor jahren schon konnte man immer wieder gekonntes von jon rooney berichten. der lofi artist glänzte mal mit big star covers oder brachte pfundweise die eps an den mann. mit "every revelry" dürfen wir in einen ersten track aus dem kommenden album "winter seeds" hineinhören. es ist einer von neun tracks, die wieder einmal demonstrieren, wo die stärken des burschen und seiner kumpanen, die gemeinsam unter dem moniker virgin of the birds antreten, liegen. ohrwurmtaugliche melodien, spitzbübische arrangements, eine stimme, der man sein bankkonto anvertrauen würde. sattsam der sound und immer wieder von kleinen aufregern befördert. am 07. april wird song, by toad records für die veröffentlichung verantwortlich zeichnen, einen tag später erscheint der release dann in den staaten, abandoned love records ist hier der unterstützer. der track, fein auch in bildern umgesetzt, wird Euch entzückt zurücklassen. kaufdatum nicht vergessen!



Mittwoch, März 19, 2014

eingestreut (625): micro-pop-week, düsseldorf


ganz feines ding. liebe freunde der ausgewählten musik. es ist noch nicht alles verloren. die verdammte musikindustrie hat noch nicht alles plattgemacht. irgendwo da draußen gibt es jenes gallische dorf. 
nein, wir wissen, es gibt mehrere dieser parzellen. hier stellt sich eine vor und lädt die anderen zu einem fest ein. mit der micro-pop-week sieht sich düsseldorf weniger als speerspitze denn als mittler und multiplikator für all die fleißigen bienen da draußen, die dem musiker die ausgestreckte und nicht die nach oben hin geöffnete hand hinhalten. lest, was sich die rührigen veranstalter für Euch ausgedacht haben und kommt vorbei, zu konzerten, kino, messe im zeichen einer gelebten d.i.y.- kultur.

Micro-Pop-Week
Festival für Originalmusik Düsseldorf - 31. März bis 5. April 2014

Mit sieben Terminen in einer Woche bietet die Micro-Pop-Week Veranstaltungen rund um das Thema DIY- Kultur und selbstbestimmtes kulturelles Schaffen. Veranstalter: Damen+Herren e.V., Lama-Musik e.V., DIY-Network, Die Kassette, Metzgerei Schnitzel e.V.

Während sich die Musik"industrie" in Zusammenarbeit mit ihren globalen Streamingdiensten langsam aber konsequent selbst abschafft, geht anderswo das Leben einfach weiter. Während der Konzertveranstalter Berthold Seliger in seinem aktuellen Buch zu Recht das Fehlen von echten Musikliebhabern innerhalb "der Branche" betrauert, sind sie anderswo immer noch zahlreich zu finden.

Bei hunderten von Klein- und Kleinstlabels zum Beispiel, die intensiver denn je unabhängig und engagiert Musik sämtlicher Genres auf Schallplatten, Kassetten, CDs und als Download veröffentlichen und selbst vertreiben. Oft stecken nur ein oder zwei Köpfe dahinter, aber die mit ganzem Herzen. Oft sind es nur ein paar Veröffentlichungen pro Jahr, aber die sind handverlesen und mit Leidenschaft produziert. Oft ist es privates Geld, das diese Projekte finanziert, aber es ist gut investiert. Denn es ermöglicht künstlerische Freiheit und wirtschaftliche Unabhängigkeit, Liebe zum Detail und persönlichen Austausch, Inspiration und Innovation.

Zusammen mit lokalen Veranstaltern, unabhängigen Musikerjournalisten und Bloggern und natürlich unzähligen Künstlern sind diese Labels und ihre Veröffentlichungen die kreativen Brandnester der Musikszene. Die Micro-Pop-Week widmet sich diesen Labels und ihren Veröffentlichungen als lebendige Alternative zur dahinsiechenden Industrie. Neben einem Konzertprogramm wird es einen Film-/Diskussions-Abend geben. Auf der Messe "Brandnester" stellen Mini-Labels sich und ihre Veröffentlichungen vor. Die Micro-Pop-Week zeigt Möglichkeiten und Perspektiven freier Musikkultur im Jahr 2014.


Dienstag, März 18, 2014

eingestreut (624): past present future. 40 jahre zündfunk. das fest.


selten, aber wir tun es. die übernahme eines pressetextes. in diesem fall zum vierzigsten jubiläum des zündfunks. dass dieser gebührend gefeiert wird, steht außer frage. denn mit dem jugend- und szenemagazin des bayerischen rundfunks gilt es eines der konstantesten formate zu ehren. in seiner gründerjahren, den siebzigern, sicher auch eine der kritischsten institutionen seiner art. und: der zündfunk hat überdauert!
alle infos nachfolgend. beachtet vor allem das lineup und natürlich das datum nebst vorverkaufsstart!

PAST PRESENT FUTURE
40 Jahre Zündfunk. Das Fest
40 Jahre Zündfunk, das sind 4 Jahrzehnte Musik- und Zeitgeschichte.
40 Jahre, in denen wir uns mit Popmusik, Politik, Gesellschaft und Netzkultur beschäftigt haben.
40 Jahre, in denen wir mit nahezu jedem Radiopreis ausgezeichnet wurden.
40 Jahre, in denen wir Bands entdeckt, aufgebaut und oft zum ersten Mal im Radio gespielt haben.
40 Jahre, in denen wir Konzerte präsentiert und Bands wie Kraftwerk, Beck, Can, White Stripes, Patti Smith, Bryan Ferry, Aphex Twin, Nick Cave, Johnny Cash, PJ Harvey, The Notwist, David Byrne getroffen haben.

Das wollen wir am 26. April in unseren historischen, holzgetäfelten Orchesterstudios im Bayerischen Rundfunk feiern. Mit Bands der Extraklasse, die sowohl für die Tradition des Zündfunks stehen als auch in die Zukunft weisen: Past, Present, Future eben.
Bestätigt sind bisher Neneh Cherry – wir hoffen, samt Produzent Four Tet, die Rock ‘n‘ Roll-Familie Kitty, Daisy & Lewis und der in Wien lebende englische Multiinstrumentalist S O H N.
Und der Wunschzettel ist noch nicht ganz erfüllt – Musikchef Michi Bartle ist gerade auf dem SXSW in Austin unterwegs und heuert weitere Acts für unser Fest an.

 Zum Geburtstagsjahr haben wir auch eine brandneue Version des City of Pop-Plans gestaltet. In unserer City of Pop – der besten Stadt der Welt, die es nicht gibt – sind alle relevanten Musiker, Bands und Genres auf einem Stadtplan verewigt. Zum Erkunden und Runterladen auf Bayern2.de/Zuendfunk.

In aller Kürze zum Aufhängen, Einsticken und Tätowieren: Past Present Future 40 Jahre Zündfunk.
Das Fest am Samstag, 26. April – Einlass ab 19.00 Uhr, Konzertbeginn ab 20 Uhr im Bayerischen Rundfunk am Rundfunkplatz 1, 80335 München
Tickets für € 29,50 (zzgl. Vorverkaufsgebühren) gibt es ab 11. März an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Das Fest wird im Radio übertragen: Bayern2 / Zündfunk Extra ab 19.05 Uhr Und natürlich als Live-Stream auf unserer Seite: Bayern2.de/Zuendfunk

Montag, März 17, 2014

neue töne (1363): vorschau orange blossom special 18, teil 2 + VERLOSE


die vorschau auf das beliebte beverunger festival geht in eine neue runde. das programm steht, sogar die timeline ist formuliert, da gibt es allerhand zu berichten. nachdem man im letzten jahr das gelände etwas erweitert hat, kommen einige hundert besucher mehr in den genuss des orange blossom special festivals, verantwortet durch das glitterhouse label aus besagtem kleinod im weserbergländischen.
als wir ende januar erstmals den fokus auf die 18. ausgabe des obs nahmen, waren gerade mal fünfzehn bands bestätigt. genauer besahen wir uns mozes and the firstborn, golden kanine und reverend shine snake oil co. nun zieren mehr als zwanzig künstler die plakate rund um das "hingabe" motto. antreten werden sie pfingsten vom 06. bis 08. juni. die veranstaltung, oft genug wurde der umstand kolportiert, ist ausverkauft. doch u.a. neben dem rolling stone und byte fm werden wir zusätzlich tickets verlosen dürfen. konzentriert Euch dazu auf das ende dieses artikels.


mit dieser truppe eröffnet sich für mich persönlich das highlight des festivals. vor mittlerweile fast fünf jahren schrieben wir: "herrliche promotion des anstehenden dritten albums von pink mountaintops, da stephen mcbean, der kopf hinter dem unternehmen, mitsamt eines buches, das das cover des albums abbildet, gezeigt wird. lächelnd steht er da und grinst in den aufgeschlagenen wälzer, zufriedenheit ausstrahlend, in sich ruhend, von der welt umschlossen. die herbstliche tönung des covers passt zwar weniger in die aktuelle jahreszeit, aber dafür treffsicher zur musik auf dem album. die verzehrende beschäftigung mit der liebe und ihren gegenspielern, mit dem gelingen und dem verlieren, ist nun mal eher thema tristerer tage." der der punkszene entsprungene mcbean fördert talente zutage, die in dieser kombination nur selten genug zu finden sind. auf der grundlage eines ausgewiesen handwerklich gereiften und hochwertigen songwritings entstehen komplexe klangbilder, an denen sich oft exklusiv zusammengestellte bandmitglieder abarbeiten. hört man sich die tracks in akustischem gewand an, entfalten sie bereits einen enorm einnehmenden zauber. doch erst in der verarbeitung zu rockmonstern vollenden sich die charakterfesten. mit black mountain hat mcbean, der daneben mit bandmitgliedern von kalibern wie jackie-o-motherfucker, blood meridian, a silver mt. zion, godspeed you! black emperor, the organ, whiskeytown arbeitet(e), bereits einige übung in sachen psychrock. mit den pink mountaintops werden wir heuer unser flying eyes abenteuer erleben dürfen.




nicht nur auf einem der letzten obs konnte man david eugene edwards begegnen, der wovenhand mann war auch ansonsten fleißig am touren, so dass man ihn immer wieder fassen konnte. was nicht zu fassen ist, ist die auslage, in der er beliebt zu spielen. während ihm oft das priesterhaft belehrende, mit magischer würze versehende, scheinbar entrückte bühnenspiel anheim fiel, glänzte er bereits im sommer mit auftritten, die ihn offener, zugänglicher auswiesen, die ihn mutig an den bühnenrand treten ließen, die ihn interaktiver und weniger introvertiert erschienen ließen. der wandel bezeichnet einen umschwung, aber keine abkehr. diese figur ist treuherzig und zunächst zu sich selbst. die geheimnisse zieht er an wie ein nutellaglas hungrige mäuler. schrieben wir 2010 über seinen festivalauftritt noch: "[...] wobei das maß der ausgelassenheit natürlich eingeschränkter natur war angesichts des gebotenen dark folk/americana, für den die truppe um den charismatischen david eugene edwards bekannt ist. woven hand erinnerten an einen muskulösen mustang in gefangenschaft, dessen scheinbar unwillkürliche bewegungen schwer zu packen sind, doch sein auf und ab, sein hin und her hat plan und ist programm. es ist pure befreiungslust und kraftvoller, menschenferner drang. verstiegen, dunkel, abseitig anmutend, gefahrenvoll und mystisch.", werden wir in diesem jahr von deutlich mehr ausgelassenheit und offenherzigem charme erzählen dürfen.




noch vor vier jahren war sie dazu ausersehen, den opener des obs zu geben. kein leichter job, den wallis bird damals mit bravour meisterte: "der junge irische wirbelwind ließ kein zaudern zu und begeisterte von der ersten minute an. ihre erfrischende und offene art, der juvenile optimismus, der ihr aus jeder pore zu schießen scheint, zog an und machte staunen und riss mit und übertrug sich sofort auf das publikum. das, kaum angekommen im glitterhouse gartenrund, musste sich sofort engagieren, denn der groove der poplastigen, emotionalen und kraftvoll vorgetragenen lieder musste in bewegungsenergie umgesetzt werden. erinnert sei an das hibbelige "travelling bird", das mit schraffierter gitarre vorangetrieben wurde oder das soulige "lala land", dessen leichtfüssiger refrain von klatschenden händen begrüßt wurde oder das midtempo stück "an idea about mary", bei dem wallis birds raue, bluesgetränkte stimme so wunderbar zu geltung kommt. überhaupt kann man die mittlerweile in london lebende wallis nur in superlativen beschreiben. sie ist kommunikativ und wusste das rund mit launigen ansagen zu unterhalten, sie ist herzlich und ihr leuchtendes lachen ansteckend, sie spielte die akustische wie die elektrische gitarre unter einsatz all ihrer kräfte und zog ihre vier mitstreiter enthusiastisch mit." und in diesem jahr? auf dem obs 18 wird wallis den abschluss bilden. und wer den zauber des letzten abends, der letzten nacht kennt, weiß was das bedeutet. auf der nachfolgenden zeittafel könnt Ihr diesen fakt überprüfen.



Freitag, 06. Juni 
17:30 – 18:40 RAH RAH
19:10 – 20:20 LINGBY
20:50 – 22:00 REVEREND SHINE SNAKE OIL CO.
22:30 – 23:50 GOLDEN KANINE
* ANNEN MAY KANTEREIT werden in zwei Umbaupausen auf der Minibühne auftreten.

Samstag, 07. Juni 
11:30 – 12:30 DANGERS OF THE SEA
13:00 – 14:00 THE ANIMEN
14:30 – 15:30 DIE HÖCHSTE EISENBAHN
16:00 – 17:00 MOZES & THE FIRSTBORN
17:30 – 18:30 MISTER & MISSISSIPPI
19:00 – 20:10 NAKED LUNCH
20:40 – 21:55 THE BUILDERS & THE BUTCHERS
22:30 – 23:50 WOVENHAND
* RICHARD JOHNSTON wird in zwei Umbaupausen auf der Minibühne auftreten.

Sonntag, 08. Juni 
11:30 – 12:40 surprise act
13:10 – 14:10 RUE ROYALE
14:40 – 15:40 KESTON COBBLERS’ CLUB
16:10 – 17:10 DAVID LEMAITRE
17:40 – 18:40 PINK MOUNTAINTOPS
19:10 – 20:20 BIRTH OF JOY
20:50 – 22:00 GALLON DRUNK
22:30 – 23:45 WALLIS BIRD
* THE GOHO HOBOS werden in zwei Umbaupausen auf der Minibühne auftreten.

ach ja, die VERLOSUNG! 2x2 tickets für das obs 18 sind an die frau/an den mann zu bringen. was Ihr dazu tun müsst? nun, angesichts des mottos und des dazugehörigen launigen gesellen - einem fisch, der sich die kante gibt - hier könnt Ihr das überprüfen, wäre es wundervoll, Eure interpretation, also von motto und mottobildchen in verbindung mit Eurem wunsch, teil des diesjährigen orange blossom zu sein, in form eines vierzeilers zu erfahren. nicht der galanteste, auch nicht der schwungvollste oder reimsicherste wird gewinnen, das los entscheidet am 28.03., die gewinner werden via email benachrichtigt (der rechtsweg ist selbstredend ausgeschlossen). 
Eure kunstwerke nebst angabe Eures vollständigen namens plus herkunftsort schickt Ihr bitte an klienicum at yahoo dot de. die besten werden wir veröffentlichen, ist doch klar!

Sonntag, März 16, 2014

simone felice - strangers (2014)


photo by michael mackenzie

simone felice geht auf die vierziger zu. er ist voll von geschichten, die seines großvaters, die seiner brüder, unzähliger aus büchern, seinen eigenen. er stammt aus einer gegend, die er nur ungern weiterempfehlen würde, die ihn aber auch nachhaltig inspirierte. er schreibt nun selbst geschichten, vervielfältigt sie als roman und viel häufiger als songs, die er ursprünglich mit der familienbande verknüpfte. the felice brothers haben sich eine fangemeinde erspielt, die nach dieser wildromantischen americanavariante zu lechzen schien. mit ende dreißig kann eines einen, der es vermutlich mit allem, was als gesund gilt, nicht so ernst nahm, schon mal erwischen. simone musste sich einer herz op unterziehen, hernach war vieles anders. während er zvor teil eines kollektivs war und sich auch in  den dienst weiterer künstlerkollegen stellte, wie. u.a. den von the avett brothers oder den seines nebenprojekts the duke & the king, setzte er seinen weg als musiker von nun an solo fort. 2012 erschien sein selbstbetiteltes debütalbum, am 28. märz nun das zweite werk unter eigenem namen, der titel: "strangers" (team love).

die hochmelodische ausfahrt nahm simone felice, der mit seinen brüder ian und james regelmäßig die tolldreistesten darbietungen bot, die man sich für eine traditionsbewusste band aus den catskill mountains nur wünschen kann, seit er in irgendeiner weise federführend bei seinen projekten war. das rumpelnde, überbordende moment war fortan fast gänzlich verschwunden (selbst "molly-o!", der opener, flimmert mit angezogener handbremse auf). schwerer wog der song, die idee, die thematik, die berührung des hörers. denn eine innige verbindung hat felice mit den adressaten. er sagte einmal in etwa: wenn ich nur einen mit meinen geschichten erreiche, habe ich einen guten job gemacht. hat er. denn wenngleich vieles, was der felice bruder zu sagen hat, schweres sentiment führt, so ist man dennoch nicht davor gefeit, gerührt zu sein, berührt zu werden. nachdem er früher häufig die menschen um sich herum beobachtet hat und ihre geschichten aus der betrachterperspektive zu erzählen wusste, traut er sich nun häufiger auch an sich selbst heran. dabei drängen sich nicht die einzelnen lieder auf, vielmehr wird man zehn neue songs entdecken, die zusammenhalten wie pech und schwefel. die wie die kapitel eines buches zusammengehören.

das narrative element ist jedoch nur ein aspekt der musik von simone felice. die überführung bzw. transformation des gedankens in einen song bleibt am ende die quelle allen tuns. vom ursprünglichen akustischen angang bis hin zum einsatz von schlagzeug und blechbläsern sind alle möglichkeiten offenbar. in "the best money can buy" zum beispiel klingen piano und gitarre auf, schweben ein paar streicher durchs bild. am prägnantesten aber ist dieses würzige gesangsorgan, das simone führt. man wird es aus hunderten ähnlich klingenden heraushören. es ist vom leben schon ein wenig ausgehöhlt, als hätte es ein eigenes echo, es hat die blässe der vom leben gezeichneten, es hat die zuversicht der erstarkten, den mut des wieder aufgestandenen. so ausgestattet geraten lieder wie "bastille day", das vorletzte auf "strangers", zu frühen klassikern. das klavier in union mit simones stimme. der interpretation sind alle türen geöffnet. im refrain die leise jammernde orgel, etwas perkussion und weiblicher begleitgesang, abgetreten von leah siegel. sie war nicht die einzige unterstützung. auch die weiterhin in nahdistanz agierenden the felice brothers halfen ihrem kumpel, dazu wesley schultz und jeremiah fraites von the lumineers.

'ich bin auf meinem weg.' singt simone zum abschluß. der zeigt sich bei allem zweifel, bei aller not versöhnlich. denn schließlich sind da diese lieder, ist da dieses ventil. kleine lebensretter, die simone durchaus in die nähe von großen songwriter vorbildern bringen. unzweifelhaft für sehr gute songs, aber auch für die gabe, hinter die dinge zu gucken bzw. etwas zu sehen, was für die meisten nicht sichtbar ist.

tracklist: molly-o! / if you go to la / running through my head / our lady of the gun / bye bye palenville / gettysburg / the best that money can buy / hearthland / bastille day / the gallows

Samstag, März 15, 2014

ein (p)fund mp3 (466), teil 2

einen neuen track namens "flight song" gibt es aus der am 24. märz auf thrill jockey erscheinenden langspielplatte "seer" zu hören, verantwortlich zeichnet das duo aus matt carlson (modular synthesizer) und jonathan sielaff (bass clarinet): golden retriever:


na, hört mal rein, was die beiden japaner, die u.a. bei den legendären les rallizes dénudès am start waren, hier aufs tableau bringen, es handelt sich bei dieser sloowtapes lp veröffentlichung um aufnahmen von 1974: toshiro mimaki and kiyohiro takada:


es ist ein qualitätslabel der besonderen art, die scheibchen von the great pop supplement gehen weg wie geschnitten brot, einige der letzten releases könnten es locker in diese rubrik schaffen, beispielgebend edwin aus nordwales, mittlerweile in manchester lebend: irma vep:


ende april erscheint das album "foam" via brutkasten, darauf: so was wie die neue hamburger schule, schließlich schafft die truppe dort und kreiert einen ganz eigenen sound, sollte sich zeit finden, wir legen nach: electric ocean people:


mit guto pryce muss man einen super furry animals mann begrüssen, daneben lindsey leven, gid goundrey und gwion llewelyn, die truppe bringt singles heraus und bereits sich schwer auf das debütalbum vor, einen coolen namen haben sie schon: gulp:


Holy Mountain
08. April – Dortmund, FZW
09. April – Hamburg, Rockcafe
10. April – Stuttgart,1210
11. April – Köln, Underground
12. April – Berlin, Comet

patten
03. April – Mannheim, Jetztmusik Festival
11. April – Berlin, Naherholung Sternchen

ein (p)fund mp3 (466)

im märzen des vergangenen jahres drückte ich die hoffnung nach einem ersten release des burschens aus, nun erscheint zumindest die erste offzielle single und sie kann sich hören lassen: cosomo sheldrake:


mitte april veröffentlichen castle face und empty cellar in kooperation sein drittes album, "garagearray" ist der damit der nachfolger von "porchpuddles" und dem "planted/plans" debüt des san franciscoer künstlers: dylan shearer:


bei dieser truppe handelt es sich um einen vierer aus högdalen, der sich mitglieder mit der band alexandria teilt, die schweden veröffentlichen gerade eine unbetitelte ep auf dem noch jungen deutsch-schwedischen label getshot records, reinhören bitte: peacock farm:


am 31. märz wird auf dem bandeigenen label moonshiner records eine neue single mit u.a. diesem track - "steven hawkins" - erscheinen, die truppe setzt sich aus schweden und engländern zusammen, mittlerweile haust man bereits in london: francobello:


die musik klingt so wie der titel heißt "true love never dies", toller auszug aus dem am 11. märz erschienenen album "gold light" von gleichnamiger band, unterstützungsleistungen gab es vom tollen hearts and plugs label: gold light:


ganz sachte schleichen wir uns hier aus der nummer, indem wir auf "salad days" vorbereiten wollen, das am 01. april via captured tracks erscheinen wird, "brother" ist die zweite single daraus: mac demarco:

Freitag, März 14, 2014

neue töne (1362): plastic flowers


neulich schrieb ein befreundeter bloggerkollege, dass ihm langsam die worte ausgingen. das grundsatzthema ist jedes mal das selbe, in der wiederholung würde man mit seiner aufgabe straucheln. ich fragte mich, welche aufgabe? was zum teufel tu ich hier eigentlich? warum und für wen? die beantwortung fiel mir nicht schwer. alles beim alten, alter.

mit plastic flowers darf ich Euch deshalb eine band aus thessaloniki vorstellen. nicht nur dass ich häufiger über griechische popmusik stolpere, nein, zuletzt ist da vor allem qualitativ hochwertiges dabei. natürlich, keine produktionswunder, eher die songwriterische seite betreffend. bei diesem duo handelt es sich um den ausstoss von giorgos samaras und aggelos pashalidis, die ihre aufnahmen zum debütalbum "evergreen" in klassischer diy- manier erledigten: "recorded with two tape recorders and a reel to reel analog tape recorder in less than two months". unterschiedlichste gebrauchte synthies, drum machines und verschiedene verstärker wurden zudem zu rate gezogen. der sound ist stets griffig und wie mit einer leichten staubschicht versehen. die atmosphäre ist verträumt und dabei unverkopft liquide. die melodien zünden stets, so minimal sie auch ausgeprägt sein mögen. doch kaum etwas stellt sich ihnen in den weg. mit keep shelly in athens, lokale helden, und ed askew fand sich gar prominente unterstützung.

gegründet haben sich plastic flowers ca. 2011, da agierte george eine zeit lang in solo. doch noch im selben jahr stieß angelos pachalidis hinzu. der gitarren- und synthiefizierte sound war schnell gefunden. vermutlich musste man sich auch mit dem vorhandenen gerätepark begnügen. nichtsdestotrotz gelangen seit dieser zeit mehrere veröffentlichungen. vier eps wurden in zusammenarbeit mit labels wie cakes and tapes oder bad panda herausgegeben. das debüt erschien anfang märz auf inner ear und crash symbols in einer kassetten- bzw. vinylvariante. eine erneute internationale tour schließt sich an, die u.a. auf das sxsw führen wird. na denn, viel glück!

Donnerstag, März 13, 2014

zu gehör getragen (175)

clemens band denk – s/t (2014)
> dem österreicher die welt, weil sein charme zähigkeit beansprucht und weil seine bissigkeit stets die thementreue belebt, locker: 4/5

qui – life water living.... (2014)
> auf dem dritten album erlaubt sich das duo was, facettenreichtum, die wirrnis der genies, hoppala und zweimal aufgepasst, 3-3,5/5

snowbird – moon (2014)
> ein leichtgewicht, dem sound und dem stand der verführbarkeit des hörers nach, das debüt von simon raymonde und stephanie dosen ließ mehr erhoffen, 2,5-3/5

marian mclaughlin – dérive (2014)
> ein umherschweifen in selbst entworfener szenerie, ohne von den gegebenheiten abhängig zu sein, passgenau zwischen josephine foster und heidi harris, 4/5

eingestreut (623): jason molina tribute


auf dem nonprofit label rock the cause wird am 22. april eine tribute compilation zu ehren des sängers, songwriters und bandvorstands jason molina erscheinen. mit dabei sind u.a. my morning jacket, viking moses, the black swans, wooden wand, sarah jaffe. viele andere mehr steuern covertracks hinzu, die nicht zuletzt in der interpretation ihre güte aufdecken. mit "arm in arm" findet sich zudem ein neuer track, der von molinas bandkollegen unter dem namen memorial electric company performt wird, sowie ein unveröffentlichter track namens "trouble in mind (fade to blue)", einer der livelieblinge des verstorbenen künstlers. ein teil der einnahmen dieser compilation fließt in eine stiftung, die kranke musiker unterstützt, der andere teil geht an molinas familie. nachfolgend die tracklist sowie tonbeispiele daraus.

Farewell Transmission: The Music of Jason Molina:
Disc 1:
01 Squares: "Get Out Get Out Get Out"
02 Memorial Electric Co: "Arm In Arm"
03 My Morning Jacket: "Farewell Transmission"
04 Enemy Planes: "Lioness"
05 Murder By Death: "7th Street Wonderland"
06 Sarah Jaffe: "Alone With The Owl"
07 Jonah Tolchin: "Old Black Hen"
08 Ben Lubeck of Farewell Milwaukee: "Leave This City"
09 The Black Swans: "Two Blue Lights"
10 Bro Stephen: "Almost Was Good Enough" [ft. Jim James]
11 Box Of Baby Birds: "Didn’t It Rain"
12 Cory Branan: "Memphis Moon"
13 Gabriel Douglas: "The Dark Don’t Hide It" [ft. Drew Preiner]
14 Fathom Lane: "I’ve Been Riding With The Ghost"

Disc 2:
01 Memorial Electric Co: "Trouble In Mind (Fade To Blue)"
02 Matt Bauer and Heather McEntire: "I Can Not Have Seen the Light"
03 Will Johnson and Briton Biesenherz: "34 Blues"
04 Jim and Jennie & The Pinetops: "Hammer Down"
05 Water Liars: "Just Be Simple"
06 Catherine Irwin: "Steve Albini’s Blues"
07 Nathan Salsburg & Joan Shelley: "White Sulfur"
08 Wooden Wand: "Don’t This Look Like the Dark"
09 Luke Redfield: "Hear My Heart Final"
10 Viking Moses: "Lioness"
11 Bottomless Pit: "The Big Game Is Every Night"
12 Communist Daughter: "Hold on Magnolia"
13 Jonny James and The Hall of Fames: "John Henry Split My Heart"

Mittwoch, März 12, 2014

neue töne (1361): novi split


die fakten. das neue album "if not this, then what" erscheint am 18. märz auf hush records. verantwortlich zeichnet novi split, eine band, die sich u.a. aus exmitgliedern von kind of like spitting und ill lit zusammensetzt. gemastert wurde von mark chalecki, alle songs schrieb david jerkovich, der unangefochten auch als frontmann und einzige konstante des projekts gilt.. neben ihm agieren michael rozon (pedal stteel), tripp beam (drums), carlos michael gutierrez (guitar), michael biazevich (piano), jeff roffredo (upright bass) mit unterstützung von vicki brown (violin on 'stupid') und pauline lay (violin on 'hollow notes').

hört sich schon der instrumentierung nach nach eintracht an. über sechs songs und knapp 23 minuten entfaltet sich ein ganz einfaches countryifiziertes klima. die schlichtheit der musik greift an und macht unmittelbar friedferig, erdet und lässt den blick in die gedankentiefe schweifen. seit 2003 lässt jerkovich immer wieder von sich hören. das aktuelle ist das mittlerweile siebte album mit novi split. zwischenzeitlich arbeitete er mit moby oder dan bern, kehrt aber mit novi split an einen ausgangspunkt zurück. "these six songs", scheibt er, "are a return to music played simply and from the heart. they go back to the basics of american country music without any pretense, recorded live in a room with violins, pedal steel, and upright bass." und ergänzt: "it's "basic people music," capturing an emotional moment and transmitting it in the most straightforward way possible." dem ist kaum mehr hinzuzufügen, als dass es auch gelungen ist, das vorhaben. die harmonien schluchzen, benebeln aber nicht, sondern lassen der warmen atmosphäre mit langzweitwirkung genügend raum. die pedal steel quengelt unerschrocken, die perkussion ist willig im anschluss, die stimme und der gesang jerkovichs sowieso über jeden zweifel erhaben. was hier ans herz geht, ist die reduktion und der mut zu emotion. allein für "stupid" könnte man verbrechen begehen.

Dienstag, März 11, 2014

neue töne (1360): who are you lutra lutra


kennste alles schon, schon mal gehört von anderen. immer wieder dasselbe. wiederholungen am laufenden band. nur jeder hat eine eigene sprache, jedem ist ein neuer ausdruck in den mund gelegt. jede hand führt auf ihre weise. brüche ziehen sich durch die verweise. zurück zum  ausgangspunkt. alles sei gesagt, besungen, ja, nur noch nicht so. vielleicht.
zwingend die melodien, als müssten sie sich erst durchgesetzt haben, gegen konkurrenten, gegen den willen des sie produzierenden. als da wären julien thomas, der sich der akustischen gitarre, dem piano und den vocals widmet, und fabien thomas, der electric guitar, ukulele, mandolin, bells, concertina und bass guitar führt. gemeinsam sind sie who are you lutra lutra. brest ist die heimat, berlin der augenblickliche wohnort. von dort aus starten sie zu vielerlei reisen, in die unterschiedlichsten himmelsrichtungen. bevorzugt europa, aber auch gern darüber hinaus. mit "white on white" legen die beiden singer/songwriter ihr zweites album vor. es ist ein träumerisch schwelgendes werk, das von großer sensibilität zeugt, dass sich aber nicht vom eigenen zauber einlullen lässt. so sparsam und segensreich es ausgestattet ist, so berührend und bewegend ist es zugleich. der sog, den der hörer von beginn an verspürt, ist weniger verheißung als die freude am beieinandersein, am eingeladensein. nach "nice to meet you", welches 2011 erschien, nun also sechs neue tracks, die im letzten winter in berlin aufgenommen wurden.
who are you lutra lutra machen alles selbst, produzieren ihre alben, organisieren konzerte und touren und sind selbständig im umgang mit den medien. sie verstehen sich und ihr tun in der annäherung zu vorbildern wie troy von balthazar oder stanley brinks, von bonnie prince billy oder devendra banhart. ihre authentizität aber erlangen sie durch das besinnen auf sich selbst, auf ihr handwerkliches können, die lieblichkeit ihrer gesangsharmonien, die festigkeit ihrer musikalischen qualität. und setzen sich damit deutlich von anderen ab. also, in der form noch nicht gehört, keine wiederholung. klar?

Montag, März 10, 2014

neue töne (1359): melaena cadiz


so auf den ersten schwung wollte mir der name nicht aufs papier springen. bei melaena cadiz stolperte ich etwas. bekannt war sie da aber längst. schon 2010 konnte sie dem interessierten vor die füsse fallen, als sie ihr debüt zum besten gab. die in michigan geborene künstlerin veröffentlichte "rattle the windows" und ward fortan im referenzkatalog der alela dianes, der mariee sioux' und all jener frauen, so hatte es unser guter geist von slowcoustic einst ausgedrückt, "who not only have great voices and enchanting music but just have an aura about them."  mit "deep below heaven" zeichnet sich ein neuer release am horizont ab, der im mai auf wild kindness records veröffentlicht werden soll.
der titel des albums entstammt einer kurzgeschichte aus sam shephards "motel chronicles" über einen mann bei einem motorradunfall. als er von seiner kawasaki fällt, hat er das gefühl "of being deep below heaven. the wetness of flesh. metal ripping. people helplessly apart." diese vorstellung drang so tief, dass sich cadiz die auf der erde schwärmenden menschen phantasierte mit ihren wünschen und niederlagen, mit ihrer liebe und traurigkeit. so stellt sie sich auch ihr album als eine sammlung von kurzgeschichten vor, in denen sie selbst und viele andere charakter ihren ganz eigenen kampf führen und die dennoch - "deep below heaven, far from grace, reaching for something" - vereint sind.
auf tour war sie bereits mit brown bird oder dana falconberry, emily wells und elephant revival sowie vielen anderen mehr. mittlerweile lebt sie in brooklyn und stellt nachfolgend einige ihrer texturen vor. die sind wachsam von geistern umworben. auf den ersten blick schickert sich die junge dame rücksichtslos ins bild. doch seid gewiss, es spiegelt sich etwas wider, was zunächst nicht sichtbar war.

Sonntag, März 09, 2014

eingestreut (622): the furrs


wenn eine institution sagt, dass the furrs frischen wind in die australische musikszene bringen, muss man das zunächst glauben. überzeugen möchte man sich dann schon selbst. der junge fünfer aus brisbane hat gerade erst einmal einige songs vorzulegen, scheint aber deutlich im aufbruch. im blick die revolution, die sich gegen die herrschende mittelmäßigkeit stemmt.
well we talk of revolutions
and praise our contributions
to the mediocrity
telling us what to be
well we don't know when it started
but we idolised the market
we chased after the departed
through the frames of the brave hearted

we were named the misguided
the unholy riders
the dream is getting stronger
the road is getting longer
auch nicht neu, aber zumindest im ansatz schon eine vernünftige ausrichtung. die musik von the furrs ist weniger ungelenk, als sie auf den ersten blick scheinen mag. hier fehlt es noch an der produktion, aber es wird durchaus deutlich, in welche richtung die mannen um die sängerin gabriella joelle zuckeln wollen. küstentraum, bewegtes zurückkehren, zündeln, meinung machen. psychrock, harmoniegesang, freundliches instrumentengewerkel. mit der ersten ep, im november des letzten jahres erschienen, setzte man ein erstes ausrufezeichen. da kommt mehr, und dann sicher auch die band aus ihrem weit entfernten land zu uns herüber.

eingestreut (621): the mor paranoids


dom (bass), gareth (guitar), rob (vocals and guitar) und talya (drums) stammen aus london und spielen eine abgespeckte garagepunkversion, die fast schon schnittig ins ohr geht. die lässigen vocals werden mutig befördert durch entschlackte gitarrensounds, einen flinken bass und gedämpfte beats. schön, dass wir hier auch eine livevariante anbieten können, die demonstriert, dass der vierer auch auf der bühne übersetzt bekommt, was im studio zuvor gelang. am 04. april erscheint mit "circular" ein 8tracker von the mor paranoids, auf dem auch "things that make you go paranoid" enthalten sein wird, auf wiaiwya und wird erstaunen. sonntagsmucke.

Samstag, März 08, 2014

neue töne (1358) myriam gendron


so stark und rund, so erdig und lichtern funkelnd, so vertraut und doch sehnsucht scheuchend. myriam gendrons stimme kommt einer weissagung gleich. einer, die glück und segen und beständigen frieden verspricht. myriam gendron hat jüngst bei mama bird recordings unterschrieben und gibt dort nun auch ihr debüt. es handelt sich beim am 04. märz erschienenen "not so deep as a well" um die vertonung von dorothy parker gedichten. für die digitale version dieser in sich geschlossen und abgerundet wirkenden aufnahmen zeichnet mama bird recording verantwortlich, das vinyl wird feeding tube records auszeichnen.

myriam gendron wurde in ottawa geboren, verbrachte aber einen großteil ihrer jugend anderenorts, da ihr vater als außenkorrespondent gefordert war. so lebte sie in quebec, d.c., paris und auch in montreal, wo sie sich mit sechzehn schließlich niederließ. ihren lebensunterhalt verdiente sie sich als bundhändlerin und lektorin. eine tätigkeit, bei der sie eben auch mit der arbeit von dorothy parker in berührung kam. die anthologie mit dem titel "not so deep as a well" traf einen nerv und myriam begann die texte zu vertonen. "before even understanding the meaning of the words, i heard a song", sagt gendron, “i flipped through the pages and it just kept happening.” aufgenommen hat sie die neun tracks in ihrem schlafzimmer, mit "solace" steht uns der erste zur verfügung.

Freitag, März 07, 2014

neue töne (1357): the wave pictures & stanley brinks


die zusammenarbeit von the wave pictures mit stanley brinks haben wir bereits zuhauf gelobt, zuletzt an dieser stelle, um auf die single des nun erscheinenden albums aufmerksam zu machen. und es ist noch nicht genug der lobhudelei. denn auch das album selbst will beworben sein. "gin" ist der dritte longplayer, den die pictures mit brinks fabrizierten. bereits 2010 hatten sie "another one just like that" aufgenommen.

gemeinsam im studio entstanden songs "without headphones or overdubs", der improvisation und dem moment wurde sich hingegeben. die romantische vorstellung von etwas außerordentlichem manifestiert sich nicht zuletzt in großartigen songs. schlagfertig voran getrieben dank perkussiver beats, gemustert von tattersalls unbeschreiblichem gitarrenspiel und abgerundet von brinks eigenem gesangsstil. das aufeinander abgestimmt sein hinterlässt spuren von verzehrtheit, abgründigkeit, anarchie. der impression entspringt schließlich ein quell an melodiöser gewalt, kunstfertiger lyrik und solistischer gängelung. weiter, weiter!, möchte man rufen. zäh zieht sich die eine auf die andere nummer, überspült den glücklichen augenblick, maßregelt und quengelt. halt, nein, das war nur die klarinette. da stolpert längst die geschrammte sechssaitige vorbei. herrlich hübbelnd der rhythmus. aufgelöst in kakophonie, so schnell hast du nicht geschaut. die wandelbarkeit als inbegriff der perfektion. wenn es musik nur in dieser form gäbe, wir wären mit dem wichtigsten versorgt. mut zum risiko plus detailverliebtheit.
stilistisch flagellant behilft sich der trupp mit schlaksigem country, pointiertem indieverfall, etwas karibischem flair, mit ausufernden jameinlagen, also, einfach mit "gin"-inspiriertem. es wird Euch wohl gefallen.

Donnerstag, März 06, 2014

eingestreut (620): marika hackman


marika hackman, marika hackman, marika hackman. immer wieder marika hackman. mit details zur neuen ep "deaf heat" können wir uns also schon anfang 2014 beschäftigen, nachdem das vergangene jahr bereits so arbeits- wie erfolgreich war. zwei eps hatte sie auf den weg gebracht und war fleißig durch europa und australien getourt. nun macht sich die londonerin endlich an ihr debütwerk heran, grätscht aber wie gesagt noch mit einer neuen kurzen dazwischen. "deaf heat" wird am 14. april auf dirty hit erschienen und wird durch "deep green", den appetizer, eingeläutet. der täuscht keine größe vor, weht aber mit deutlich steiferem wind. mal sehen, wie sich der rest zeigt.

Mittwoch, März 05, 2014

neue töne (1356): tapes & tubes


austin potter und sein projekt tapes & tubes hatte ich im august des vergangenen jahres bereits ausführlich vorgestellt. die damalige songkollektion verhieß: "im hall verschworen die stimmlichen anwandlungen, unter schwülstigen nebeln tauchen melodien ab, blitzend daraus hervor ein gitarrengewerk, vermischt mit samples und textsprengseln. was sich wie eine collage anhören mag, erweist sich als stringentes vertonen von ideen. spürbar drängen sich auf: die freiheit zum experiment und der drang zu komplexität, bei gleichzeitigem erhalt einer songstruktur. prozesshaftes bildet sich ab, als hätte man einblick in das eigentliche schaffen, das nur für die aufnahme kurz unterbrochen wurde, um alsbald danach wieder aufgenommen zu werden, um den jeweiligen track einer neuen daseinsstufe zuzuführen. der wandel ist das thema, die veränderung als konstante." 

mit "ebb tide" legt potter nun sein debütalbum vor, zehn tracks, wobei das bob dylan- ("god knows") als auch das lou reed- cover ("i remember you") nicht vorenthalten, mehr noch des guten geschmacks wegen erwähnt werden sollen. daneben überzeugt der junge mann mit der griffigen, hölzern duftenden stimme mit einem songwriting der besonderen art. trotz der ausgesprochenen gelassenheit, die seinen liedern zugrunde liegt, ambiente strukturen umwehen das geviert, bildern sich diese tracks namentlich in der erinnerung ab. die größe liegt nicht nur in der ausstaffierung, vielmehr im song selbst. mobile harmonieexponate, die man bis zum nächsten ausstellungsstück mit sich führen kann. übergabe, belohnt weiterziehen. austin potter leistet es sich gar, zwischendrin zwei nummern einzuschieben, auf denen lediglich die gitarre vor sich hin schiebt. "beginning" misst sich an einer akustischen, poliert sich mit einem schönen synthiethema, füllt den sound mit einer aus der ferne winkenden mundharmonika und schlurfendem gesang. spektakulär ist anders. das hier ist einfach und gut. "little key" verdichtet nicht weniger gekonnt, ein waberndes klingen, ein sich verlierendes mäandern, ein an- und abschwellen, durch das austins dunkles organ dringt. nebst einer lichten gitarrenminiatur.

und so fort, möchte man rufen, wenn da nicht jedes einzeln zu erwähnende stück wäre. aber das ist auch das schöne am bloggen, ich kann, ich muss nicht. Ihr allerdings werdet nachhören müssen, wenn Ihr wollt. auf bandcamp bspw. dargeboten.

Dienstag, März 04, 2014

eingestreut (619): grammer


photo: sarah souders photography

wie aus klaustrophobischer enge, getrieben, manisch. leichtfüssig zwischendrin und doch zuvorderst fordernd und energetisch. grammer sind eine jungfohlenband aus springfield. fünf hüpfer, die sich dem punk verschrieben haben. das bedeutet in erster linie mal ne menge schub und dass sich die stimme zuweilen überschlägt. doch die wirkungsgerade aus melodie und vortrefflicher instrumentaler untermalung kommt jederzeit ins ziel. mit "awesome knifes" legt der fünfer eine kleine songsammlung vor, die sich ausgesprochen divers verhält, zugleich aber jederzeit abbild dieser band bleibt. denn hier regiert neben einem unsäglichen austarierten gesangsorgan (maxx), das sich jederzeit gewappnet sieht für passagen aus der hölle wie für jene, da es den leisegang braucht, das polternde wie aufmerksam unterstreichende schlagwerk, von alex geführt, ein dumpfer und kontrollierter bass (grady) sowie gitarren (dakota und miles), die mehr als nur ihre kreise ziehen. sie belegen das handefeste genre mit feenstaub. im zusammenspiel ergibt sich schon fast eine popnote, die den protagonisten sicher die schamesröte ins gesicht treiben würde. die fünf tracks des ende februar erschienenen releases sind auf den punkt arrangiert, angeln sich gern mal zwischen den polen laut und leise, schnell und langsam und wirken dabei frisch und unbehandelt. kontrolle und chaos.
die ep soll es demnächst auf tape geben. kann man sich schon mal anstellen.

Montag, März 03, 2014

neue töne (1355): aidan knight


noch ist die geschichte der kanadischen band aidan knight recht zügig zu erzählen. dies wird sich in den folgenden jahren schwieriger gestalten, wenn die truppe um den namensgeber weiter fahrt aufnimmt. im jahr 2010 erschien das debütwerk "versicolour", es war der erstling auf dem von knight und tyler bancroft (said the whale) gegeründeten label adventure boys club. ende 2012 folgte "small reveal". für den kommenden märz ist der zweite longplayer nun auch für hiesige breiten angekündigt (28.03.14, outside music). ein umstand nicht zuletzt auf die qualität des tonträgers zurückzuführen. denn im heimatland sorgte das album bereits für furore.

aidan knight, der bereits mit the zolas, hannah geogras, dan mangan  oder auch jeremy fisher und david vertesi arbeitete, zog sich mit seiner band in eine hütte in british columbia zurück. mit der kargheit der umgebung und in der einfachheit des dortigen lebens hielt man es eine woche aus und brachte fünfzehn neue songs mit nach hause. die wesenheit der aufnahmen zeichnet vor allem das organische moment aus. als würden sich die einzelnen elemene, die einzelnen instrumente fassen lassen. die arrangements lebendig, nie beliebig, zuckrig gezimmert, nie kariös, untermalend, nie überzeichnet. ein zusammenspiel, das sich ergänzt und nie von der stelle weicht, auf die man sich geeinigt hat. höhenflüge sind selten, dafür ist das rahmenkonzept des 11trackers ausladend genug.

die songs wirken, so fasslich sie auch sind, weichgezeichnet. der soundteppich, flauschig und zum schlummern einladend, wird von klangbahnen durchzogen. auf ihnen fahren streichcontainer, die synthiezüge, die tender der akustischen gitarre. manchmal gemahnt eine fanfare, doch in der regel bietet sich das stete rumpeln der überlaufenen gleise an. aus dem atmen des instrumentalen schauerns dringt atmosphäre, als böte sich die musik zum durchleben eines fremden moments an. und dann steht die zeit still und das heben und senken des eigenen brustkorbs passt sich dem dieses augenblicks an. wenn musik solches erreichen kann, ist sie von meisterhand geführt.

aidan knight begeistert nicht nur mit einer gespendeten stimme, die sich zweifelsfrei raum verschafft und zugleich altväterlich platz bereitet, die dringlich ist und konsequent, angeraut und seelenvoll, er führt sein ensemble auch behend durch den reichen gedankenreigen aus allzu menschlichen wünschen. ein sehnen nach der anerkennung und dem sich beheimatet fühlen. ausgedrückt in songs, die sich weniger aufdrängen, als dass die gesamtnote für sich spricht. ein album wie aus einem guss ist ein lästiger satz. hier muss er gesprochen, niedergeschrieben sein.

die band kommt im april/mai zu uns und sollte von Euch besucht werden. nachfolgend die dazugehörigen tourdaten.

23.04.2014 CH- Baden, Merkker
24.04.2014 AT- Innsbruck, PMK
25.04.2014 AT- Dornbirn, Spielboden
26.04.2014 AT- Aflenz, Sublime
27.04.2014 AT- Wien, ORF Radiokulturhaus
28.04.2014 DE- München, Hauskonzerte
29.04.2014 DE- Dresden, Societätstheater
30.04.2014 DE- Nürnberg, MUZclub
02.05.2014 DE- Reutlingen, franz.K
03.05.2014 DE- Köln, Artheater
04.05.2014 DE- Berlin, Privatclub
05.05.2014 DE- Münster, Pension Schmidt
06.05.2014 DE- Frankfurt, Brotfabrik

Sonntag, März 02, 2014

eingestreut (618): feathered arms


nö nö, keine deftige verheize, aber rasant geht es bei feathered arms auf jeden fall zur sache. am 28. februar veröffentlichte der schwedische vierer sein debütalbum in unseren breiten, nachdem es das selbstbetitelte werk in der heimat bereits im januar in die plattenläden geschafft hatte. stargazer records zeichnet für d/a/ch und benelux verantwortlich. emil persson, tobias aström, mikael persson und katja nielsen sind die protagonisten dieser dunkel dräuenden rockeinfuhr, wobei letztere sowohl für die lyrics als auch für deren gesangliche darbietung unterschreibt. feathered arms zeichnet neben dem gewitterigen, verwirbelten, zuweilen sengenden gitarrenläufen und der knalligen schießbude der gnadenlose gesang aus. stimmlich etwas limitiert ackert sich katja diszipliniert durch das set und setzt immer wieder kontrapunkte zur vorwärts peitschenden musik. die band vereinigt exmitglieder von vagina sunrise, scraps of tape, jet link und militant fields. martialischer klingt höchstens die musik selbst. aufgenommen wurde sie in malmö mit erik sunding, gemixt hat mathias olden und gemastert mattias persson, der vollständigkeit halber.

eingestreut (617): chorus grant


der erste ausstoss aus dem kommende album hat bereits wellen geschlagen. nicht von ungefähr. "o everyone" zeichnet eine variabilität und diversität aus, die andere songschreiber ihr ganzes leben lang suchen und dafür lieder verschwenden. die frühe bassline, die sich melodiös zeichnet, weicht in den hall, wird widergespiegelt und um gesang ergänzt. die stimme ist klar und artikuliert versprechend genau. etwas muntere perkussion, ein schweres durchatmen, erneutes fahrt aufnehmen. ein kosmisches glimmen für die bridge, in den outerspace abgedriftete elektrische. rückkehr.
hinter chorus grant findet sich der dänische sänger, gitarrist und songschreiber kristian finne kristensen. er veröffentlichte "space" ende februar auf tambourhinocerus. kristensen ist zugleich teil des duos cancer mit seinem freund nikolaj vonsild. man darf gespannt man sein, wie sich die restlichen songs so machen, wenn das vinyl auf dem plattenteller kreist. seid Ihr dabei?

Samstag, März 01, 2014

neue töne (1354): jon coyle


"family ark" ist der elfte release von marmara records, einem rührigen label aus austin, das sich experimenteller aufnahmen angenommen hat. verantwortlich für dieses 3track werk zeichnet jon coyle, jedenfalls gibt er seinen namen dafür her. neben seinen vocals, seiner perkussion und dem einsatz von elektronik weiß er an seiner seite den gitarristen pat lamborn und den bassisten ian hooper. ihre gemeinsamen aufnahmen entstammen dem vergangenen jahr und wurde am 21. februar ans licht der öffentlichkeit gebracht.

der titelgebende track "family ark" ist ein flirrend flimmeriges, unscheinbares ding, aus dessen dünsten eine wackelige stimme entspringt. geloopt bekräftigt sie ihr unterfangen. im schosse eines blassen klanggehäuses fühlt sie sich aufgehoben. "vaux" greift bissiger ein, eine kungelige gitarre, etwas beat, nicht weniger nebulös der raum, aus dem sich der gesang heranstampft. die vereinigung von mehreren spuren ergibt ein griffiges ensemblewerk. eine collage der feineren art. "moon country" schließt das kleine werk ab. unbestimmt und realitätsenthoben mäandert es durch die hörflure. mit 4.40 min. ist es das längste stück und wirkt am ende doch am entschlusskräftigsten.
was ist das am ende? dreamfolk?

dieses kleinod ist auf 50 stück limitiert und wartet sicher nicht lang auf seinen ausverkauf. ranhalten.