Montag, April 16, 2012

neue töne (1128): hidden highways

eine von mir in allen belangen verehrte kombination ist das duo aus carol anne mcgowan und tim v. smyth. über die beiden hatte ich im november des vergangenen jahres berichtet, da sie eine erste gemeinsame single vorlegen konnten. nun folgt die erste physische veröfentlichung der beiden hidden highways. out on a limb records (einem label, dem Ihr ruhig ausführlicher ein ohr leihen könnt, ich denke nur an owensie, crayonsmith, hooray for humans, windings, elk und andere mehr) wird am record store day, dem 21. april die selftitled ep vorlegen. stripped down folk oder raw boned country sind herrliche vokabeln, die das kleine label für sein künstlerpaar zückt. ganz aus sich selbst heraus klingen die lieder, als hätten sie so lange auf carol und tim gewartet, bis diese sich bereit gefühlt hätten, um die ausbalancierten, sich wiegenden stücke vorzutragen. he, und wenn du carol singen hörst, werden dir eh die knie weich, mädchenhaft und doch von scham befreit, reif und doch entrückt. seit 2010 arbeiten die zwei zusammen und man kann nur hoffen, dass bald einiges mehr nachkommt. für die ep haben sie zwei neue lieder beigesteuert: "in defence of magpies" und "burnt ship". ergänzt wurden der wundervolle schleicher und das gemächlich ausschweifende lied durch das cover von "come wander with me" und jackson c. franks "blues run the game". beides enorm starke interpretationen. preorder der cd kann über die labelseite erfolgen, ansonsten werden die beiden die scheibchen sicher auch bei konzerten im gepäck haben. leider sind noch keine europatermine bekannt.

hidden highways - in defence of magpies by out on a limb records

hidden highways - burnt ships by out on a limb records

Sonntag, April 15, 2012

neue töne (1127): hip hatchet

eine in den gründen vorbereitete stimme, die sich behende und mit dem richtigen grad an lustbarkeit erhebt, die stimmungen bedient und gefühle belebt, die sich fügen kann und ausbrechen, dem stolz den zacken aus der krone bricht, die hoffnung karikiert und der sehnsucht ein lächeln nachsendet. philippe bronchtein, auch an gitarre, piano oder orgel, am banjo oder akkordeon, kratzt an den verstrebungen, die dem leben statik verleihen. alex lewis an der gitarre, charlie freundlich am bass und jake nussbaum an den drums stehen ihm zur seite, wenn die melancholischen schleicher vorangeschoben werden müssen. denn nichts ist länger als ein hingezogener tag. während die sechssaitige schreitet, rändert das klavier, durchdringt der markige gesang, der kehlig um raum ringt, das geviert. "joy and better days" ist der aktuelle release des singer/songwriters bronchtein aus portland (10. april), folgend auf die "spacecrow ep" (2009), das debut "men who share my name" (2011) und die letztjährige, im dezember erschienene "coward's lucky ep". mit diesem neuen kleinod setzt sich der vierer ein denkmal in der kategorie tiefschürfendes songwriting, erdiger klang und ernstzunehmender lyrik. zum glück gehen die jungs zum lachen nicht in den keller, so können die akkorde auch mal kollern ("limits and rules") und man hat das gefühl, bronchtein grinste unterm singen. doch schnell gehts zurück in gemässigtere gefilde. bronchstein wurde in montreal geboren und wuchs in new jersey auf. während seiner zeit in vermont, zwischen 2006 und 2010, wuchs er zum songschreiber heran (kein wunder angesichts der dort beheimateten vorbilder). unter dem moniker hip hatchet spielt man zumeist im duo auf, letztlich ist es ein nach allen seiten offenes kollektiv, an dem auch Ihr Eure freude haben solltet. introspektiv, authentisch und auf subtile weise komplex.


hip hatchet - small demons (demo)

Samstag, April 14, 2012

unsigned - a d.i.y. (music) diary by great dynamo - episode 21

die tourerinnerungen des hauke sch. aka great dynamo werden weiterhin mit uns geteilt. wir reichen die erlebnisse gern an Euch weiter und befördern so nur allzu gern das visualisierte tagebuch des emsigen d.i.y.- musikers in höhere sphären. zur aktuellen episode schreibt er: "nach dem heimspiel im TUBE geht es geradewegs ins benachbarte wuppertal, wo GREAT DYNAMO und SAENDER sich im CONTAINER C wiederfinden. und hier ist nichts wie am abend zuvor. aber das wäre ja auch langweilig."

neue töne (1126): sons of noel and adrian

die freunde von willkommen records, immerhin mit solcher "großkalibern" wie laish, shoreline, the leisure society und anderen mehr am start, hissen endlich die ersten fähnchen für den zweiten release von sons of noel and adrian. wir schrieben vor ziemlich genau einem jahr: "sons of noel and adrian wurde im jahr 2007 von den freunden jacob richardson und tom cowan gegründet. nachdem sie ein wenig geschrieben und gemeinsam getrunken hatten, machte sich der eine daran seine (kunst-) schule zu beenden, während der andere loszog, um europa zu erkunden. in brighton fand man wieder zusammen, jahre später, weiser. und so entstand eine musik, die sich dem folk zuschreiben lässt, sie ist tief im genre verwurzelt und weiß es zugleich affirmativ zu verändern. sie kreuzt letztlich mittelaltermusik, pastorales und klassischen folk britischer provenienz, um sich dynamisch zu gerieren, um unbestritten lustvoll aufzutreten, das gereicht vom shanty bis zum hypnotischen drone, von der klassisch gemahnenden weise bis zum folkloristischen instrumental. auf zwölf mitglieder angeschwollen, die sich zu großen teilen aus dem willkommen records collective speisen (u.a. the leisure society, hope of the states, lightspeed champion), gerät der auftritt der truppe zu einem echten erlebnis. neben den befeuernden gitarren stechen eine vielzahl instrumente hervor, u.a. banjo, mandoline, trompete, streicher und anderes mehr. das selftitled debut erschien ende 2008 und war flott ausverkauft, ein rerelease erschien bereits im april des darauf folgenden jahres. damals stand man auch schon auf deutschen bühnen, im vorprogramm von mumford & sons zum beispiel. das zweite album "knots" sollte eigentlich längst im kasten sein. wer hat es gesehen? dafür kann man von einer '08er ep cdr berichten sowie der "rivers" ep aus dem jahre 2010."

nun ist es endlich da, das zweite album "knots" wird es in drei verschiedenen versionen auf drei verschiedenen labels geben: broken sound hat dann ab 21. mai die cd-, willkommen die digitale und schließlich one inch badge die vinylfassung zu bieten. die sehr traditionellen folkpfade sollen mit dem neuen werk etwas verlassen werden, ohne die begangenen wege gänzlich zu entstauben. nur der vielfach zelebrierte zauber einer livedarbietung soll nun auch auf einem album widerklang finden. so kann man nachlesen: "the duelling fingerpicked classical guitars are still there, but they’re put through cranked up, needle-in-the-red valve amps. there’s still a bit of banjo, but it’s played with an e-bow and a slide so it sounds like a haunted hammond organ. and there’s plenty of actual hammond, giving the track “come run fun stella baby mother of the world” a kind of fairground darkness borrowed from liars or captain beefheart." verschiffte pianoakkorde, sengende streicher, etwas drone, gitarren, die sich einer überholung gegenüber sehen, cinematographisches, erinnerungen an will oldham, robert wyatt oder arvo pärt sind eingeplant. klingt gut? klingt auf jedenfall gut. es ist nicht mehr lange hin.
tracklist: 1. the yard / 2. come run fun stella baby mother of the world / 3. jellyfish bloom / 4. big bad bold / 5. leaving mary’s hand / 6. cathy come home / 7. black side of the river / 8. matthew / 9. heroine

matthew by sonsofnoelandadrian

Freitag, April 13, 2012

garda - a heart of a pro (2012)


das herz eines profisportlers ist nicht-pathologisch vergrößert. es ist leistungsfähiger, hat einen erhöhten sauerstoffumsatz und eine verbesserte submaximale frequenz. für dieses leben brauchen wir das herz eines profis. die anforderungen an ausdauer und stehvermögen sind einem normalen herzmuskel nicht zuzutrauen. der schmerz, die verlässlichkeit von verletzungen und enttäuschungen verlangen nach einem größerem schlagvolumen. die regelmäßigen einschneidenden richtungswechsel, das austarieren und ausbalancieren von verlusten rechtfertigen eine verminderung der sympathikusaktivität und vor allem eine aktivierung des parasympathischen nervensystems. wie ist das sonst auszuhalten, wenn nicht mit einem standfesten organ?

die dresdner band garda, die sich festgelegt hat, aus einem duo ein sechsköpfiges kollektiv werden zu lassen, vollzieht einen richtungswechsel, der weiterhin ihre fähigkeit zur komplexität vereinnahmt, aber auf dichtere und kraftvollere arrangements setzt. was live in ensemblearbeit gelingt, muss auch auf tonträger zu binden sein, dachten sich wohl kai lehmann und freunde. vielleicht forderte aber auch schicksalsschwere den fulminanteren auftritt ein. nach dem debüt "die, technique, die!" ist das am 27. april auf k&f records erscheinende "a heart for a pro" die voluminösere variante, der pianoakkorde vorstehen, in der die akustische durch die e-gitarre ersetzt wurde, das schlagwerk durchdringt, sich die texturen aus pluralem instrumenteneinsatz ergeben. bläser für die sehnsucht, lapsteel für die querverweise, das cello, die streicher, um luft zu sparen.

harmonien an seufzern, aufgespart aus unzähligen momenten der bürde. eine sprache zwischen auflehnung und aufgabe, ungeschludert und doch projektionsfläche für wagemutige interpretation. maßhaltend und doch mit staffage dienend, nicht um ihrer selbst willen. bebildert gehört, was vermittelt werden soll. intim, uneitel. die brücke schlägt sich in der kontrolle. im zusammenspiel der freunde, das ausbrüche aufzufangen, zu beschwichtigen in der lage ist, das emotionalität aufwiegt mit fein sezierten sentenzen, das nachgiebig sein kann und komplementär.

das album wurde im polarkreis 18 studio aufgenommen, das mastering übernahm doug van sloun, der schon für cursive oder bright eyes arbeitete, gemischt hat christian ebert (u.a. the green apple sea, missouri, the robocop kraus). das produkt ist eine gediehene wahrheit, es setzt kapitel für kapitel (der schüttere opener "upper/lower water course", der den vollen köcher mit all den spitzen pfeilen ahnen lässt, über das ausbruchstarke "oh euphoria, my dear", das auf kleinod geschmiedete titelgebende stück, das hinhaltende mustern in "hiroo onoda", das munterkeit antäuschende, schunkelnde "people", das entrückt kreiselnde "a guilty conscience needs no accuser" bis hin zum aufs mark geschälten "00:00"), kreiert momente magischer schönheit (das wogen von streichern, klavier und perkussion, die bläser wacker im tosenden meer, das stimme heben bis an die unvermutete grenze) und katapultiert sich schließlich auf ein niveau, auf dem dem hörer die verstörung genommen wird. trotz fehlender auflösung jedes einzelnen rätsels kann diesem album, einem privaten vermächtnis, verständnis abgerungen und erkenntnis zugesprochen werden.

auf die frage, mit welchem tier lehmann das album vergleichen würde, gab der songwriter und sänger im interview an: "vielleicht mit einem gorilla - majestätisch, gejagt, traurig." später ergänzte er: "klug, sensibel, brutal." und: "in jedem fall ein wesen, mit dem man es sich nicht leicht macht. und das man immer wieder und wieder anstarren möchte."

das vorwärts geriert sich anspruchsvoller und zählt immer mehr hürden. mit den jahren entkommen wir den angriffen nicht mehr. ein stolpern, ein taumeln. atemlosigkeit. ein stechen, ein ziehen in der brust. wir zehren von den impulsen. elektrischen verweisen einer vergangenheit aus jugendlichkeit und wehrhaftigkeit. dieses leben lässt sich nicht trainieren. es gibt keinen ausblick, nichts stellt sich unaufgefordert in aussicht. das flattern in der brust ist ein zeichen.
es muss gehen. auch so.

am heutigen 13.04. erscheint die erste offzielle single "upper/lower water course". die record release show findet am 14.04. im beatpol, dresden statt. mit an bord werden an diesem abend the green apple sea und lestat vermon sein. einige weitere tourtermin wurden auf plakate gestanzt, siehe unten.
garda - oh euphoria, my dear

20.04.12 / Karlsruhe / NUN
21.04.12 / Reutlingen / Burning Eagle Festival
04.05.12 / Hamburg / Molotov
05.05.12 / Rostock / Peter Weiß Haus
06.05.12 / Berlin / Privat Club
29.06.12 / Fusion Festival

Donnerstag, April 12, 2012

glotzt nicht so romantisch (290): mombi / fossil collective / exitmusic / goldmund / good old war

auf ihr album "the wounded beat" hatte ich bereits hingewiesen, nun haben sie ihrem track "time goes" ein paar schöne bilder verliehen und kredenzen sie uns mit der ansage, dass own records längst veröffentlicht hat: mombi:



für den 11. juni ist die debut ep "let it go" des duos aus leeds terminiert, vorab aber gibt es eins aufs auge, das video zum titeltrack ist allerliebst animiert, bald mehr von: fossil collecitve?:



die single hört "auf passage" und erscheint am 23. april via secretly canadian, das gleichnamige album folgt am 21. mai, leider führen die aktuellen livedaten nicht zu uns (am 21. mai paris): exitmusic:



die lp ist mittlerweile ausverkauft, "all will prosper" wird im western vinyl shop nur noch als cd geführt, aber auch die lohnt, wie nicht zuletzt die musik zu diesem unauffälligen video beweist:
goldmund - the death of general wolfe
goldmund - shenandoah



immer haarscharf am kitsch vorbei und dennoch so nah am herzen, "calling me names" von ihrem neuen album interpretiert für die sargent house glassroom session: good old war:

Mittwoch, April 11, 2012

eingestreut (386): lindsay clark

sehr nette post aus portland. dorthin nämlich hat sich lindsay clark verzogen. von der ostküste weg, einige familiäre probleme bewältigend und schließlich auch in neuen songs verarbeitend. ein experiment für lindsay - insbesondere der thematik wegen -, dass sie schließlich so bewältigt bekommt, dass sie nun auch die lieder selbst an den mann bringen möchte. das neue album, ihr mittlerweile drittes ("thistle the maker" 2009, "home of the brave" 2011, wir berichteten hier), wird etwas raumgreifender angelegt, zum einsatz soll vielfältiges instrumentarium kommen: mandoline, violine, cello, hörner, drums, bass. zusammen arbeiten wird lindsay mit sean ogilvie (wir kennen ihn u.a. von laura gibson und musee mecanique) und einigen anderen musikern aus portland, new york und kalifornien. um all ihre ideen umgesetzt zu sehen, benötigt die musikerin etwas hilfe und hat deshalb eine kickstarter kampagne angestrengt. ein großteil des benötigten kapitals fehlt noch. also, wer von Euch dieses feine projekt umgesetzt sehen möchte, unterstütze die junge dame nach herzen. lindsay hatte ein paar demos versprochen, die können wir vielleicht in bälde nachreichen.

lindsay clark - go to heaven" by seaweedsway

Dienstag, April 10, 2012

neue töne (1125): old time machine

irgendwie so im februar vor drei jahren: zwei typen, die gemeinsam eine ausstellung musikalisch unterstützen müssen. gegensätzlicher könnten sie nicht sein. hier der bluesinfizierte akustiker, dort der in sein schlafzimmer zurückgezogene bastler. ryan mcnally und kyle cashen finden über das die dunklen tage des winters betreffende thema, welches in yukon, kanada in besondere weise ausgeprägt ist, zueinander. ätherische klanglandschaften werden mit fingerstyle artistik und dem rauen gesang verschränkt, saiteninstrumente passen sich an backbeats an, analoge maschinen und effekte treffen auf traditionelle folkstrukturen. live sieht das zusammenspiel von old time machine besonders spannend aus, schaut Euch nur mal das video an. während ryan singt, tippelt er eine kickdrum an und bedient die hight hat (er wechselt im laufe eines auftritts gern zu ukulele, mandoline, banjo), bedient kyle neben dem schlagwerk ein ensemble aus elektronischem gerät. die kombination aus klassischem croon und moderner lofi attraktion gefällt ausgezeichnet, denn sie wogt und groovt und bietet doch anlehnung.
nachdem man mit old cabin eine split ep eingespielt hatte, darf man nun stolz das debutalbum ankündigen. file under: music veröffentlicht am 10. april diesen alleskönner.
1. sun burns out / 
2. doin' all i can do / 3. pouring rain / 4. mountain shack / 5. through the window / 6. feel so cold / 7. where the hell we are / 8. 5/as well be night / 9. tearing me down
old time machine - pouring rain

Montag, April 09, 2012

eingestreut (385): allysen callery

via folkradio kam ich auf den hinweis einer ausführlichen session allysen callerys (hier hatte ich im vergangenen jahr auf sie aufmerksam gemacht), die ich Euch nicht vorenthalten möchte. im rahmen einer hausparty spielte sie auf, die thematik des abends "hawaiin beatnik" spiegelte sich vor allem in den batik- bzw. orts typischen shirts wieder. im späten sommer bzw. frühen herbst ist mit einem album allysens zu rechnen. vorfreude!

neue töne (1124): pumice

soundakrobatik an noise und verzerrtem. der gesang schwingt sich heraus wie ein trapezkünstler aus der manege. alle seile gerissen. schief scheuert die e-gitarre, der beat gehorcht folgsam, be- und entschleunigung. die stimme zwischen langeweile, trotz und sarkastischem ausfallschritt. stefan neville, der bursche hinter dem wenig flitzigen moniker pumice, hat seit vier jahren nichts aufregendes mehr, sprich in full length manier in solo zustande gebracht. dabei ist seine discography alles andere als übersichtlich. seit 1994 veröffentlicht er jährlich, ob single, cdr oder album. das letzte album datiert also aus 2008 und hört auf "quo". sein nachfolger wurde "puny" getauft und enthält neun tracks und erschien am 03. april auf soft abuse, der heimat u.a. pigeons, sonny & the sunsets oder ulaan khol. fein abgestimmt geht es bei pumice aber auch, fadenscheinig die sechssaitige, doch solide und fern jeglicher schrammeligkeit. eine erhellte e-gitarre kreuzt, ein in die fern gesandter gesang addiert sich. schwellend die atmosphäre, das drumming stabilisierend. eine gesamtheit voller charme und trotzend der ahnung von homerecording, bastelei und nerdtum. in neusseland bleibt man immer wieder an flying nun hängen, am antipop, pumice könnte ihn symbolisieren.
tracklist: 01. hey crap crab / 02. stink moon / 03. ready to rot / 04. trophy / 05. coeliacs bring a plate / 06. covered in spiders / 07. hump piss / 08. smell the towel / 09. cuachag nan craobh
pumice - hey crap crab

pumice - covered in spiders by soft abuse

Sonntag, April 08, 2012

ein (p)fund mp3 (386)

zwei singles sind die vorbereiter auf das erste full length des irischen quartetts, das am 18. juni auf school boy error "family" veröffentlichen wird (ob oliver sie am 10. in paris gesehen haben wird?): the cast of cheers:
the cast of cheers - animals

"musostics" heißt das zu erwähnende album, der release erfolgte am 06. april, bureau b zeichnet mit verantwortlich für das solowerk joe watsons, den man u.a. von stereolab kennen sollte (auch: the high llamas, monade, mary hampton...): junior electronics:
junior electronics - mike mcconnell by bureau b

"sohin" heißt das album, hat ein feines cover und wird am 26. juni auf captured tracks erscheinen, zuvor darf man bei diesem neuen brooklyner vierer reinhören und ein wenig baff sein ob der promotion samt eines cobain covers: dive:
dive - how long have you known by wegetpress

bereits drei soloalben am start, glaubt man kaum, da der hier operierende michael levasseur doch sehr jugendlich dreinschaut, aufgenommen hat er "are's & els" im tiny telephone unter mithilfe des magik*magik orchestras, erscheinen wird es via alder street records am 05. juni: michael the blind:
michael the blind - another circle of fifths by fanaticpro

hier mal wieder die plattenfirma mit dem besseren design, "the diver" wird am 08. mai auf eben jenem sacred bones erscheinen, auf dem stil und formentreue noch ein zuhause haben, ein vorgeschmack auf das neue album des new yorker dreiers: led er est:
led er est - kaiyo maru by sacredbones

schon sehr ausgereift klingt die junge indiepopband aus berlin, die seit 2010 aktiv ist und nun ihre erste ep "to berlin" auf adp records vorlegen wird, der 13. april ist hierfür vorgesehen: paper & places:
paper and places - ufo by adp records

paper & places - to berlin by adp records

die split lp "aureola" mit hush arbors ist gerade eben auf thrill jockey erschienen, da darf man samt vorbereitungstrack auch einige livedaten raushauen, wer auf progressiven folk steht, sollte diese band nicht verpassen (daten unten):
arbouretum - ghosts (bonus)
arbouretum - new scarab
die band stammt aus sacramento und hat sechs mitglieder "arts & leisure" ist ihr viertes album und erschien am 03. april auf test pattern records, girl group sound, camera obscura oder belle & sebastian sind sicher vorbilder für: baby grand:
baby grand - cherry blossoms by test pattern records

der aus brooklyn stammende mike pomranz hat mit seiner band nicht nur sein neues album (seit dem 03. april) am start, sondern auch ein syd barrett cover, ausgestellt auf der cover me webseite, bütte: world blanket:
world blanket - let's split (syd barrett cover) by fanaticpro

hier noch die spannende zusammenarbeit der auf korsika geborenden französin elmapi mit dem video sample könner matterlink, ihr erstes gemeinsames werk erscheint am 08. mai auf lentonia: video love:
video love - le bruit des machines by fanaticpro

meine persönliche kunde des tages bezieht sich auf das album "perlas", welches anfang mai auf fire records erscheinen wird: josephine foster and the victor herrero band:
josephine foster & the victor herrero band - sangre colorada by fire records

noch eingeschlichen hat sich, kurz vor dem posting, die nachricht von "hello hum", welches am 12. juni erscheinen wird, voraussichtlich über die bandhomepage, der appetithappen ist vorbereitet: wintersleep:
wintersleep - resuscitate

arbouretum
Apr 16 Hamburg - Hafenklang
Apr 20 Duisburg - Steinbruch
Apr 21 Freiburg - Swamp
Apr 22 Schorndorf - Club Manufaktur
Apr 29 Paris - La Mecanique Ondulatoire

Samstag, April 07, 2012

neue töne (1124): robin allender

gravenhurst und bristol, das waren unsere ersten stichworte in bezug auf robin allender. notiert im märz 2007, klick. das erste soloalbum war grund genug für eine kurze bemerkung. ein knappes jahr später beschäftigten wir uns mit dreamboat records, auf dem allender nicht nur in solo zugange war, sondern auch in bandformation, einfachst: the allender band. und die hoben wir schließen wiederum ein jahr später aufs tableau, um auf das damals aktuelle album "outer dark" aufmerksam zu machen, klick. nun, mittlerweile sind drei jahre ins land gegangen, in denen wir zwar auf das label, klick, und auch in einer randnotiz auf allender aufmerksam machten, klick, letztlich aber nicht wirklich verfolgten, was dem ausgezeichneten songwriter widerfuhr. die mühe wäre es fast nicht wert gewesen. ein beitrag auf einem sampler und das mitwirken auf einem yann tiersen album sind alles, was es erwähnenswertes gegeben hätte. nun zeichnet sich aber tatsächlich etwas ganz frisches am horizont ab, die "spirit' sleep" getaufte ep soll demnächst erscheinen und nennt als besondere einflüsse namen wie james blackshaw, mark kozelek oder alasdair roberts. ein highlight sei u.a. die zusammenarbeit mit dem schottischen schreiberling john burnside. wir sind hier schon mal sehr gespannt. bis zum erscheinen des tonträgers können wir erst einmal mit einigen recht aktuellen tracks des sympathischen briten dienen, die wieder einmal zwischen poetischem anstich und rüder gängelei des genres changieren.

here nor there by robinallender

no limits with ma larkin by robinallender

klondike moods by robinallender

Freitag, April 06, 2012

neue töne (1123): vorschau orange blossom special 16, teil 4

na klar ist das lineup des diesjährigen orange blossom diskutabel, wie das des vorjahres und des davor usw. auch. im gästebuch der obs seite bekrittelt einer gar: "nun denn, Ihr mußtet wohl sparen nach all den teuren jahren bzw. bands. weil spielen werden die ja wohl fast alle zum selbstkostenpreis." zum schießen. welche blüten ahnungslosigkeit treiben kann! denn wer sich ein wenig in der szenerie umsieht, weiß um die anerkennung, die vielen der bands gezollt wird, die heuer die obs bühne besteigen werden. und es bedarf es schon gar nicht, erst recht nicht von seiten des veranstalters, sich für das programm zu rechtfertigen. selbst wenn es öde wäre. ist es aber nicht. im gegenteil zeigte sich je kaum ein ausgewogeneres und qualitativ hochwertigeres lineup. he, wir stellten bereits immanu el, the miserable rich, the travelling band, erland & the carnival, spain, israel nash gripka, kill it kid ... vor (die vorberichte 1, 2, 3). wird das ein fest! und dabei ist noch nicht schluss, zu pfingsten 2012 befinden sich im beverunger rund auch jene hier:

die niederländer von alamo race track werden sicher so etwas wie der überraschungsknaller des festivals werden. die wenigstens haben sie auf der rechnung. vor mehr als fünf jahren hatten sie mal einen wirklich formidablen hit am start: "black cat john brown" entstand, nachdem eine katze immer wieder bei sänger ralph mulders vorbeischaute. im letzten jahr erschien mit "unicorn loves deer" der dritte tonträger des vierers. bei mir mit 3/5 bewertet, allerdings reagierte ich damals etwas unwirsch auf eine gewisse unfertigkeit des songmaterials. live sieht das schon ganz ander aus. ich zitiere mal meinen bloggerkollegen oliver vom konzerttagebuch: "Performt wurden im ganz überwiegenden Maße Lieder des neuen Albums Unicorn Loves Dear. Ein absolutes Meisterwerk, das auch in der Livedarbietung perlende Ohrwürmer zu bieten hatte. Nach dem glänzenden Vorgänger Black Cat John Brown ist es den Niederländern erneut gelungen, hochmelodische, geradezu süchtig machende Popsongs aus dem Ärmel zu schütteln. Bereits der Opener Lindy Hop begeisterte mit dem alamotypischen zackigen, Trippelrhythmus, den packenden Chorgesängen und einem unwiderstehlichen Lalala-Singalong. Apples setzte noch einen obendrauf, polterte putzmunter drauflos und brillierte durch den mutmachenden Refrain: "we got hope for the future." Mein abolsuter Favorit war aber das nun folgende The Moon Rides High. Der Song hat eine solch famose Melodie und einen solch unwiderstehlichen Charme, das man das Gefühl hatte, die Beatles noch einmal live zu erleben. Ich platzte fast vor Begeisterung!" das sollte also keiner verpassen, oder?

alamo race track - lindyhop by excelsiorrecordings

alamo race track - hypnotized II by excelsiorrecordings

auf amanda rogers freue ich mich sehr. die seit ende der neunziger agierende hat schon eine erkleckliche anzahl tonträger am start, die ihre karriere von der bedroom- , d.i.y.-, lofi- artistin über die indieentdeckung bis hin zum majordeal illustrieren. 2006 zerbrach ihre bis dato bestehende band, amanda orientierte sich neu, sie zog nach l.a., nahm weiterhin musik auf und startete weitere projekte, zum beispiel eine klamottenfirma, ein label und schließlich auch die zusammenarbeit mit mike matta unter dem gemeinsamen moniker the pleasants. der the sketchy indians mann und amanada hausten zu der zeit in einer kleinen hütte, mitten in den wäldern vermonts. im ergebnis erschufen sie eine erste gemeinsame platte, "forests and fields" erschien im frühjahr 2010. das zweite gemeinsame werk (arbeitstitel: "the sky and the sea") müsste noch in diesem jahr erscheinen, genau so wie das langerwartete "hope from the forgotten woods" (27. april) amanda rogers, das schon eine weile angekündigt war. nun, die zwei zu angemessener stunde, das wird traumhaft, wird es das nicht?



ein beeindruckend warmes und zugleich differenziertes soundbild entwirft "nive sings!", aus dem die namengebende grönländerin nive nielsen heraussticht wie die warme sommersonne sich auf eis breit macht. alles um sie herum muss zu schmelzen beginnen. unaufgeregt und doch rührig, aufeinander abgestimmt und doch dynamisch, entschlossen und doch mit zartem schmelz, ein wirklich feines album, das da auf glitterhouse records ans tageslicht drängt. und dazu diese stimme, das dazugehörige lächeln, eine einheit, eine symbiotische heimat, die sich auf dem erstling des nordlichts finden lässt. "eskimo indie? snow songs? greenlandic ukulele-playing?" das alles und mehr kann eine bedeutung finden. doch zuvorderst ist es sehr akustisch gehaltene musik, deren gehalt sich aus den beimenungen speist. aus der zusammenarbeit mit u.a. alden penner, howe gelb, matt bauer, lisa gamble sowie dem nie von nives seite weichenden jan de vrode und dem produzenten und mitwirkenden john parish. agilität, die sich mit understatement paart, ein können, das sich nicht als projektionsfläche verhurt. nein, selbstverständnis und hingabe, angerichtet auf banjo, slide, singender säge und anderem wesentlichen gewerk, um farbige bilder zu präsentieren, die immer irgendwie auch ein lichter flaum umsäumt, der an schnee, eis und weite ferne erinnert. (das ganze auf der bühne muss sich heilig anfühlen, wetten?)

good for you by nivenielsen

winter song by nivenielsen

während wir bis dato einen haufen ausländischer acts vorstellten, darf man nicht unerwähnt lassen, dass auch hiesiges personal die glitterhouse bühne entern wird. dazu zählen rocco recycle, skurilli ebenso wie horst with no name und andrea schroeder. was wir erwarten können? hört doch mal rein.

blackbird – album preview by andrea schroeder







so, und schließlich wartet das obs 16 auch noch mit einem überraschungsact (wo versteckt sich eigentlich chris eckman?), mit the fuzztones und the moon invaders auf. zu letzten beiden lassen wir mal die veranstalter selbst ran:
"Dass die Fuzztones nun nach langen Irrungen und Wirrungen endlich via Stag-O-Lee bei Glitterhouse gelandet sind, ist schon so etwas wie späte Fügung. Frontmann Rudi Protrudi und seine Spießgesellen beackern nach wie vor Die Sixties-Scholle: von Sonics- mäßigem Rock bis hin zur Psychedelia à la Strawberry Alarm Clock – alles im mitreißenden Fuzztones-style natürlich."
the fuzztones - between the lines

und:
"Eine Ska-Soul-Rocksteady-Band der Extraklasse.Die 9 Musiker starke Band aus Belgien und Luxemburg spielt einen sprudelnden Ska und Rocksteady im 'old school'-Stil - in der Tradition von z. B. The Skatalites oder The Slackers, jedoch mit durchweg eigenkomponiertem Repertoire. Mit zwei Gitarren, Baß, Keyboard und Gesang, das Ganze unterstützt von einem energievollen Bläsertrio (Trompete, Posaune und Saxophon), haben sie sich den Ruf einer echten Tanzmaschine erworben." (the moon invaders)
bet your bottom dollar by the moon invaders

und weil das festival ausverkauft ist, wir hier aber nicht auf lange nase machen wollen, weisen wir auf die noch ausstehenden verlosungen hin, bemüht Euch dazu bitte auf die jeweiligen webseiten: viel glück! obs/glitterhouse: vom 05.04. bis 30.04. rolling stone: vom 14.04. bis 28.04. bytefm: vom 30.04. bis 11.05.
wir sehen uns pfingsten an der weser!

Donnerstag, April 05, 2012

unsigned - a d.i.y. (music) diary by great dynamo - episode 20

hauke aka great dynamo spielt in heimischen gefilden. als fußballfan weiß er, dass die vorteile in düsseldorf auf der hand liegen müssen. doch er schreibt: "heute steht ein vermeintliches highlight der tour an. aber jeder weiss, dass heimspiele auch ihre tücken haben können. wird GREAT DYNAMO heute drei punkte einfahren können?" mal sehen, wa?

eingestreut (384): poppet / letters

ein split tape mit poppet und letters ist gerade veröffentlicht worden. keine nachricht, die diese welt in irgendeiner form beeinträchtigen sollte. aber vielleicht die kleinkarierte unsrige. meine schon. letters sind mehr projekt denn kollektiv. die runde, die sich immer wieder neu besetzt, findet sich dabei in olympia ein und sucht unterschiedlichste ausdrucksarten. pop ist eine konstante, die gern von electronica und folk mit indipendent einschlag tangiert oder gekreuzt wird, gern dürfen auch soundcollagen ergänzen, dann sogar die oberhand ergreifen. auf dem vorliegenden tonträger, eine kassette, die man via ms. valerie park distro ergattern kann, üben sie sich an unterschiedlichsten covervesionen. poppet hatten wir neulich erst via video ans publikum herangeführt. molly raney, die hinter dem moniker steckt, vollführt allerlei popmusikalische kunststücke hinter ihrem gerätepark aus keyboard, drummachine, looppedalen usw. die kalifornierin macht sehr sehr viel spaß und ist auch noch drollig anzuschauen. zwei bands, die sich aufs erstaunlichste ergänzen, obwohl sie ihr geschäft doch recht unterschiedlich angehen. hört Euch ein!
poppet - wayward notions
poppet - enjoy possibility
letters - to the town sweetheart
letters - are you strong enough to be my man

Mittwoch, April 04, 2012

unsigned - a d.i.y. (music) diary by great dynamo - episode 19

hauke aka great dynamo haut rein, neustart heißt das bei ihm. eine magengrippe und etwas wenig publikum in herne waren die letzten hemmnisse für den d.i.y.- artisten auf tour. aber alles wird gut und es gibt kaum etwas, was den kerl wirklich umhaut. er schreibt: "nachdem die tage nach dem ersten konzert in utrecht eher unerfreulich verlaufen sind, soll es nun richtig losgehen. und dieses mal stehen die vorzeichen ganz gut. der magen hat sich erholt und es geht nach aachen in das wunderschöne HOTEL EUROPA, wo ausserdem noch die band des ehemaligen bandkollegen roland auftritt. es entwickelt sich einer jener entspannten abende, die immer wieder eine gute antwort auf die frage nach dem "warum" sind."

neue töne (1122): the woodrow wilsons

eine wunderbare beschreibung für das album, das aus der mitte des lebens zu kommen scheint, einen kurzen, aber sehr intensiven gemeinsamen moment beschreibt, in dem fünf menschen sich begegnen und miteinander tun. um sie herum tost der alltag, die düsternis, das beschwerte, das man versucht mit den schuhen vor der eigenen tür abzustreifen.

ist nicht von mir, glaube ich. manchmal liest man dinge und trägt sie eine weile mit sich herum. dann finden sie ihren platz, nur der ursprung ist verloren. dem eigentümer hauche ich eine entschuldigung zu. the woodrow wilsons sind popfolker. fünf junge musiker aus boston, die einen sehr anspruchsvollen auftrag verfolgen. agil und sensibel tragen sie ihre zwar nicht vertrackten, so doch aber verschränkten arrangements vor, in denen man trompeten genauso begegnet wie mehrstimmigen gesängen, lauteren beats und perkussivem allerlei. 2008 erschien ihre debut ep, "according to the seasonal tilt of the earth" kam auf the whitehaus family record heraus. es folgte eine split kassette mit the points north. "devil jonah" ist nun ein 12tracker, der Euch gefallen sollte, wenn ihr einem mal sparsam, mal flott und dicht aufspielenden ensemble folgen wollt, dem man den enthusiasmus schon aus hundert metern (tönen) entfernung abnimmt, das willfähig nur den eigenen gesetzen unterworfen ist, dann hört hier rein. der neue tonträger glänzt mit vorzeigbaren harmonien und wird seinen selbstgebastelten charme dennoch nicht los, klar, aber die freude drum herum, die ist mit hinein gestickt worden. ach ja, auch auf whitehaus erschienen, im februar dieses jahres.
the woodrow wilsons - decomposition song (2008)
the woodrow wilsons - the size of my fist (2008)

Dienstag, April 03, 2012

eingestreut (383): last leaves

ein augenblitzen wird es geben, die kunde trägt sich wund, mit marty donald — guitar, vocals, mark monnone — bass, louis richter — guitar und noah symons — drums treten zumindest drei viertel von the lucksmiths wieder an. unter dem neuen vorzeichen last leaves und mit dem drummer von great earthquake wurde hart gearbeitet und neue songs eingespielt. "busily writing and rehearsing in the dandenong ranges, the group has found their sound coming together effortlessly and unhurriedly: at once warm and dynamic, the at-times-complex rhythms woven together by intriguing guitar and bass melodies. and after a two year hiatus, marty donald's songwriting pen hasn't run dry of vibrant imagery and despondent wit.", heißt es dazu bei the lost and lonesome recording co. alles ist noch im entstehen und werden, doch kurz vor spruchreif, dass auch dieser vierer etwas ganz feines aufs tableau bringen wird. ein album ist irgendwie, irgendwann in der planung. mensch, ich brauche nur die stimme zu hören und das mögliche warten wird mir nicht zu lang. auch wenns nur ein erstes demo ist, spürt Ihr es auch...

last leaves — the nights you drove me home (marty demo)

Montag, April 02, 2012

glotzt nicht so romantisch (289): plumes

das sind so die schönsten momente am bloggerdasein. wenn sich nämlich eine band bei dir rührt und in aller erdenklichen persönlichkeit, die man dem virtuellen briefwechsel über die kontinente zugestehen mag, in erinnerung bringt. über flotilla hatte ich dereinst geschrieben, das album "one hundred words for water" war ein nicht leicht zu fassendes, wie es zwischen variete, kunstlied und rock oszillierte. eine der vier persönlichkeiten, die hinter dem spannenden projekt standen, war veronica charnley. sie schrieb nun, dass es flotilla nicht mehr gäbe, die band ihren namen in plumes umgewandelt hätte. das gute dabei, es wird im juli ein neues werk geben und die aussichten darauf stehen auf sonnig. denn schon der erste musikalische verweis ist schlichtweg großartig, wie Euch das nachfolgende video beweisen sollte. an veronicas seite, die mit ihrer wunderbar vollen, kräftigen und runden stimme das soundbild dominiert, eveline gregoire-rousseau an der harfe und pemi paul an der violine. die schönen bilder haben walker zavareei und jon hong eingefangen. nun bin ich noch gespannter auf das gesamte album, davon sicher später mehr.

neue töne (1121): spires that in the sunset rise

auch schon wieder vier jahre her, dass ich über spires that in the sunset rise geschrieben habe. dabei kommt es mich wie gerade eben an. denn zu eindringlich, zu erinnerungswürdig ist die musik der einst fünf mädels, die sich aktuell auf ein zweiergespann beschränken. kathleen baird und taralie peterson sind die konstanten in diesem weirden, experimentellen projekt, das sich schon durch die instrumentenwahl absondert: harmonium, guitar, slide, banjo, bowed psaltery, cello, flute, autoharp, spike fiddle, mbira und vieles andere mehr kommen zum einsatz. auch wenn man sich anschaut, mit wem sie alles die bühne teilten, wird man gewahr, in welchem zirkel man nach ihnen zu suchen hat: john zorn, espers, paul metzger, charlambides, pelt, mv/ee, lucky dragons, jack rose, samara lubelski oder daniel higgs, um nur einige zu nennen.
mit "ancient patience wills it again" hievt das verbliebene duo nun aktuell das fünfte full length aufs tableau. es folgt auf "curse the traced bird" (2008), "this is fire" (2006), "four winds the walker" (2004) und "s/t" (2003).

und schon die ersten töne des neulings verheißen altbekannte wohlige schauer, die sich wie schweiß anfühlen, der nach überstandener angst trocken an kühler haut spannt. unheilschwanger, gleissend, mahnend. eine musik, die sich atmosphärisch gibt und zugleich ganz nah zeigt, als führe sie mit angezogener handbremse und könnte dich jederzeit überfahren. erinnert sei an hexentanz und teufelsaustreibung, jedoch in einer runde, in der sich nur bekannte befinden, denen man so einen mummenschanz nicht zugetraut hätte. gleichzeitig überwiegt die faszination zur beteiligung, zum erstaunten teilnehmen. szenerien in phantasie, nicht der unbändigen schier überlaufenden, sondern der dräuenden, sich sorgsam teilstück für teilstück aufbauenden. akte, ränderungen, kontraste. verschiebungen, bewegungen, deren ende nicht vorhersehbar ist. elemente, die vertrauen schüren, verabschieden sich und kehren wieder. eine selten so gesehene eintracht. hier unterscheidet sich der neuling vom drang und der juvenilen ungestümheit manches vorgängers. kontemplation statt aggression. fast schon meditation ermöglichend, wie sich die texturen aus perkussion und streichaktion, aus harmonium und gesang miteinander zu einem strudel verführen. mir gefällt diese gemäßigte ausmalung sehr, denn der rahmen bleibt der selbe, er ist getaucht in düsternis und trägt den hauch der vergängnis wie der könig das zepter. bleibt gewogen.
"ancient patience wills it again" erscheint mitte april auf hairy spider legs.

spires that in the sunset rise - veiled undertow by hairy spider legs

spires that in the sunset rise - grandma by hairy spider legs