das schwedische duo my darling you! hatte sich vor gut 16 jahren gegründet und seit dem immer wieder exzellente singles herausgebracht. matinee recordings verantwortete zwei davon. ende des letzten jahres aber entschloss sich das extraordinäre label eine compilation zu veröffentlichen, auf der sich derer ausgezeichneter songs mehr befinden. der pop hat eine sowohl süßliche, aber anderseits auch biestige note. das geht prima einher mit den juvenil belegten, zuweilen überbordenden texten zu willigen alltagsthemen.
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Sonntag, Januar 03, 2021
Montag, Juli 06, 2020
hicks!: sufjan stevens
Is it love you're after?
A sign of the flood or one more disaster
Don't do to me what you did to America
Don't do to me what you did to America
I have loved you, I have grieved
I'm ashamed to admit I no longer believe I have loved you, I received
I have traded my life
For a picture of the scenery
Don't do to me what you did to America Don't do to me what you did to America
I give it all up in laughter
The sign of the cross awaiting disaster
The dove flew to me like a vision of paranoia The dove flew to me like a vision of paranoia
I have loved you like a dream
I have kissed your lips like a Judas in heat
I have worshipped, I believed
I have broke your bread for a splendor of machinery Don't look at me like I'm acting hysterical
Don't look at me like I'm acting hysterical
I have worshipped, I have cried
I have put my hands in the wounds on your side I have tasted of your blood
I have choked on the waters, I abated the flood I am broken, I am beat
But I will find my way like a Judas in heat
I am fortune, I am free
I'm like a fever of light in the land of opportunity
Don't do to me what you did to America
Don't do to me what you do to yourself
Don't do to me what you did to America
Don't do to me what you do to yourself
Don't do to me what you did to America
Don't do to me what you do to yourself
Don't do to me what you did to America
Don't do to me what you do to yourself
das neue album von sufjan stevens "the ascension" erscheint am 25. september auf asthmatic kitty.
Mittwoch, März 25, 2020
hicks!: sufjan stevens & lowell brams
corona 4: kulturelle. emotionale. intra- und interpersonelle. sensibilitäten. allerorten. kein ausweichen mehr. manchmal stille, oft heftige konfrontation. im auf sich und auf den anderen zurückgeworfen-sein. doch. wir halten aus. jede stunde, jeden tag. immer wieder. so lange es ein aushalten gibt. alles was kommt, ist hoffentlich vereinbar, mit dem, was wir kennen, was wir wollen, was wir können.
sufjan stevens und sein stiefvater lowell brams brachten bereits gestern ihr gemeinsames album "aporia" heraus. der vorgriff (auf ursprünglich freitag) zielt unter anderem auf mehr aufmerksamkeit für den mitbegleitenden spendenaufruf an covid-19 hilfsorganisationen. spannendes werk auf asthmatic kitty, natürlich!
Samstag, November 12, 2016
in eigener sache (96): 2006 - 2016 das klienicum
2006 - 2016, die macht der wiederholung
hier also noch einmal unser erster post in "das klienicum". den typen, den wir da beleuchteten, finden wir noch immer klasse. konstante konstante.
castanets - cathedral 2004
cathedral ****
first light´s freeze ****
hier also noch einmal unser erster post in "das klienicum". den typen, den wir da beleuchteten, finden wir noch immer klasse. konstante konstante.
castanets - cathedral 2004
castanets - first light´s freeze 2005
voraussetzung für den kauf der tonträger war die verheißungsvolle kombination aus dem namen der band und dem des labels, das sie unter vertrag nahm. also ergab sich aus 'castanets' und 'asthmatic kitty' eine art verkaufszwang.
was hatte ich erwartet? nichts wirklich konkretes, aber doch im mindesten klassischen pop, eher noch anorak- pop, feine melodien, handclaps usw.
um hier zum eigentlich zurückzukehren – nämlich der beschreibung des inhalts - ist es an der zeit zu erklären, in welchem maße ich enttäuscht wurde. wenn es denn enttäuschung war? die ahnung, die sich nicht bestätigte, vielleicht auch der wunsch, der sich nicht erfüllte, muss noch nicht gram bedeuten. überrascht war ich.
was mich in der mathematik am wenigsten interessiert hat, waren die zwischenschritte. ich wusste um den unmittelbaren zusammenhang zwischen aufgabenstellung und ergebnis. das genügte. wie oft war ich über die unterschiedlichen herangehensweisen verwundert, die schließlich doch zum selben schluß führten. wie oft wurde ich getadelt, dass ich mich auf verschlungeneren pfaden bewegte, mich der unbestreitbaren logik (des lehrers) entzog, um einsam meine runden zu drehen. wie oft hatte ich die zwischenrechnung nicht präsentabel auf einem extrablatt oder an den rand gekliert?
wie entsteht musik, welches sind die zwischenschritte, die letztlich einen song ergeben? wie übt sich das, wie geriert es sich? wie bewegt sich das tier? wie geradlinig, wie störrisch? die castanets präsentieren mögliche formen des werdens musikalischer endergebnisse. sie lassen den hörer teilhaben an prozessen. sie offenbaren statt der aufgabenstellung und dem dazugehörigen ergebnis lediglich das blatt, auf dem sie ihre zwischenschritte berechneten. es ist jedoch nicht als solches überzeichnet, sondern wäre durchaus auch denkbar als eine art transkription, in der sich im wie das woher und wohin spiegelt.
ist das 0:31-minütig oder das 0:34-minütig lange stück ein song, eine idee, ein wunsch, ein versuch, ein fragment? wie verhält es sich mit einem lied, das über drei minuten lang ist und in dem aufs intensivste probiert wird, ein instrument wie eine quietschende tür klingen zu lassen? ist der angeblich perfekte song nur eine überzeichnung seiner entstehung, eine täuschung des hörers? wird ihm nicht gerade das eigentliche, das mark vorenthalten? hatte der mathematik dozent nicht also doch recht? ohne darstellung der zwischenschritte bleibt auch das ergebnis wertlos, die kenntnis von der metamorphose ist unabdingbar.
also titel als teile des ganzen und was möglicherweise als fertig, rund, geeint erscheint (die zwei scheiben sind davon nicht frei, eingängiges, vertrautes bereit zu halten), ist dennoch auch nur ein element, das notwendig ist zur erschließung des gesamtbildes.
zu meiner überraschung gesellte sich also keine enttäuschung, sondern vielmehr das erinnern und die bejahung für die teilhabe. für die teilhabe am lebendigen, das nicht gezügelt, nicht geformt und gepresst sein kann, weil es sonst nicht mehr lebendig wäre.
habt Ihr auch schon mal in Euren zwischenschritten den tintenkiller eingesetzt? was quasi die überhöhung des berechnenden wäre. die castanets bestimmt nicht, und dessen ungeachtet gewinnen die fließenden, berauschenden, die beeindruckenden momente die oberhand.
während „cathedrals“ noch weicher, fassbarer wirkt, ist „first light´s freeze“ weniger leicht zu greifen. immer wieder entzieht sich das werk, ziert sich fast, als böte es das intime nur zögerlich. werden ist eine form unbeschreiblicher intimität. nehmen wir sie als solche wahr, blicken wir in die tiefe, in die unmittelbarkeit des seins. hört die castanets.
cathedral ****
first light´s freeze ****
Samstag, Mai 07, 2016
neue töne (1626): liz janes
mit liz janes verbinde ich erste entdeckungen auf dem irre guten asthmatic kitty label. unter der regie von sufjan stevens entstanden dort ganz erstaunliche alben, die stets von experimentierfreude bestimmt waren. auch liz janes fügte sich dort trefflich ein. "done gone fire" oder "poison & snakes" sprechen eine ganz eigene künstlerische sprache. mit rafter roberts und mit chris schlarb folgten kollaborationen der besonderen art, nicht zuletzt um bspw. das american songbook zu dekonstruieren. diesen punkgedanken bekam man der dame aus indianapolis nicht ausgetrieben. gut so. doch visionen trieben die musikerin um: nach form und gestalt. songs, die sich nicht kratzbürstig gebärden, die rund sind und dennoch eine geschichte zu erzählen haben, ohne dass man mit dem vorschlaghammer betonen müsste. das ganze in einem bandgefügte, dem sie sich vertrauensvoll übergeben kann. mit burd phillips
(bass), clinton hughey (guitar) und dan fahrner (drums) fand sie alte weggefährten, die auch die neuen pfade mit liz bestreiten wollten.
"slow city" heißt das ergebnis ihrer erfolgreichen zusammenarbeit. und es ist alles andere als artifiziell oder experimentell. hier wird staubtrocken gerockt. über die gemeine rhythmusaktion legt sich dann aber diese faszinierende stimme, die liz janes zueigen ist. hell, klar, in vielen wagnissen zuhause, ohne sich in irgendeiner weise im wege zu stehen. beigefügt eine sensende gitarre, als müssten die paar worte noch unterstrichen werden. so kontert man sich gegenseitig von recht und von links. geschieht der dramatik ganz recht. das geht manchmal so weit, dass sich die elemente hochschaukeln und man atemlos wartet, wie es enden wird. daneben kreiselt die band aber auch wieder geruhsamer, die midtempo nummern sind kleine wunder, auch gerade weil sich liz janes gesang gedeckter gibt, abgründiger, rätselhafter. und wenn die kombination so fein abgestimmt ist, dass sich wie von selbst ein paar freundliche harmonien darunter mischen lassen, dann gelingt der dame aus indianapolis und ihren mitstreitern gar so ein kleiner hit wie "city".
doch auch der rest des albums ist mehr als passabel, auf seine einfache art erstaunlich. vielleicht gehört schon etwas mut dazu, sich so zu beschränken. ich bin fan.
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