Montag, März 09, 2015

ein (p)fund mp3 (494)

verdammt ist das ein einstieg, gell, das duo aus los angeles stellt sein debütalbum "yard work" seit dem 24. februar vor, "jesus" ist ein bezichtigendes beispiel daraus, das album erschien auf 401 music und wird in fast allen formaten verkauft, leider außer vinyl: drug cabin:


vom saturday looks good to me (Ihr erinnert Euch?!) bandleader gibt es neues zu berichten, denn ein weiterer track aus seinem soloalbum "all are saved", welches anfang april auf polyvinyl records erscheinen wird, ist greifbar: fred thomas:


das von uns sehr verehrte duo aus der bay area startet anfang des monats mit einer neuen ep namens "old mill park" durch, von der wir Euch gern ein beispiel spielen wollen, es ist die erste tonale offenbarung seit dem 2012er full length release von "we've got a map": tidelands:


einen tollen ausschnitt können wir auch von dieser double a-side single namens "sangokaku/la gomera" präsentieren, neben dem hauptakteur thomas jean henri kommen vor allem vokal zum einsatz bonnie prince billy, kate stables und caroline gabard (boy & the echo choir), die streicherarrangements stammen von sean o’hagan von the high llamas: cabane:


2012 war sein wieder auftauchen mit "life is people" etwas wirklich besonderes, nun legt der hervorragende sänger und songschreiber nach, "who is the sender?" heißt sein neues soloalbum, es wird am 24. april auf dead oceans erscheinen und enthält unter anderem den nachfolgenden track: bill fay:


der 21. april legt den tonträger namens "foil deer" frei, eine zweite single daraus darf präsentiert und vorgestellt werden, "raising the skate" war die erste, "the graduates" die zweite nummer von: speedy ortiz:

Sonntag, März 08, 2015

neue töne (1505): kreng


photo by nathalie tabury

das pseundonym könnte als schimpfwort taugen, aber auch im sinne eines belobigenden ausrufs. ein ambivalenter begriff, wie er zunächst nur im raum hängt, da er noch unbefleckt ist. doch sobald er personalisiert ist, und wir wissen, dass sich hinter dem moniker der belgier pepijn caudron versteckt, wirken andere kräfte. das freundliche antlitz entlässt uns auf die eine, die musik wenig später auf die andere seite. das pendel schlägt aus. mit "the summoner" legt kreng eine neue langspielplatte vor, die mit dumpfer mutmassung arbeitet, wie man sie von spielen kennt, die einem angst einjagen, die blanke angst, die sich rein aus der phantasie gebiert. das sinfonische anschwellen ist nur ein mittel ausdrücklicher prägung. vor vier jahren erschien der letzte release, "grimoire" hieß das werk, das lediglich von einer werkschau "works for abattoir férme" ergänzt wurde. seit dem ist eine menge passiert. insbesondere der verlust einiger freunde, wir reden von drei, die sich das leben genommen haben, wird von kreng beklagt, so bezeichnet er denn auch seine musik als eine reise durch die fünf phasen der trauer bzw. über sie hinweg zur sechsten, "acceptance" genannt. zwölf streicher sind im einsatz, sie bewegen den raum, "make noisey clusters and crescendoes, moving you between denial, anger, bargaining and depression", heißt es. der zweite teil wird zur beschwörung, die belgische doomband amenra unterstützt. nach und nach trennt sich caudron nun von der arbeit mit samples und sucht sein heil im organischen erleben, der durchdringung komplexer soundstrukturen. wie meisterhaft ihm das gelingen kann, beweist der ausschnitt "depression".
kreng zeichnete zudem für filmusiken, theater- und tanzproduktionen verantwortlich, insbesondere im zusammenhang mit der belgischen theater company abattoir férme.
"the summoner" erscheint auf miasmah.

Samstag, März 07, 2015

neue töne (1504): of montreal


auf den ersten hördurchlauf war alles beim alten. das sich stets wild drehende kaleidoscop stiess die masse an farbfrequenzen und wild herumpurzelnden prismen ohne vorwarnung hervor. popmuster querten artrockvarianten und kevin barnes gebar seinen munter unbestechlichen gesang, den er in die unzähligen harmonieflächen gedreht sehen wollte. wachsamkeit, wie man sie seit zappa nicht an den tag zu legen hatte, wurde von jeher vom hörer verlangt, um die multipotente expression von of montreal beherrschbar zu machen. "aureate gloom", das dreizehnte album der band, bietet neben seinen bunten psychspielereien eine weitere grundkonstante auf. wucht. sattsame gitarrenläufe und einen zweifelsfreien bumms, der die einprägsamen nummern gern mal nach vorn stemmt. und wenn uns der bass nicht gerade die magenwände  konkav formt, bölkt des sängers schnittige stimme die betulichkeit. abseits: noisepakete, die auf flinken hufen verschickt werden.

kein wunder angesichts eines jahres, das hinter dem songschreiber der band liegt, in welchem er vor allem die trennung von seiner frau zu verarbeiten hat. den verlust seiner seelenverwandten kann er nicht so ohne weiteres schultern. ausgestattet mit einer kurzen aufmerksamkeitsspanne, müssen ergüsse umgehend aufgezeichnet werden. collagiertes erweist sich im nachgang als nachvollziehbares elaborat. dunkle gefühle evaluieren. der eigene kosmos wird zur inspiratorischen kraft. längst schreibt barnes nicht mehr über phantasiewelten, da drängten sich positive gedankengänge gerade zu auf, sondern er misst sich am eigenen hier und jetzt. schreiben wird mehr und mehr zum therapieersatz und besitzt medikamentöse wirkung. die zeit nach "aureate gloom" empfindet barnes bereits jetzt als neuen kreativen prozess, überwunden der schmerz von einst.

doch für alle anderen regiert ein album vollgepackt mit magie. da stolpern wir über das hookwunder "bassem sabry", flirten mit dem funky schlichten "last rites at the jane hotel", eilen mit dem entrückten "empyrean abattoir", staunen über das zum klassiker taugliche "virgilian lots", das seine verzweifelte schönheit zur schau stellt, hängen kumpelhaft mit "estocadas" ab oder giften mit "chthonian dirge for uruk the other". und wenn es nur ein moment in diesem dasein sein soll, dann teilen wir ihn vernünftiger weise mit of montreal, mit kevin barnes.

"aureate gloom" erschien am 06. märz auf polyvinyl records.

Freitag, März 06, 2015

neue töne (1503): daphne oram


darf ich vorstellen? daphne oram. die lady, die aussieht, als würde sie aus den frühen siebzigern heraus fotografiert, wurde aus den frühen siebzigern heraus fotografiert. ungefähr auf diesen zeitraum ist das obige polaroid zu datieren. geboren wurde die britin aber bereits 1925, sie verstarb 78 jahre darauf und war zwischendurch die pionierin in sachen elektronischer musik, zumindest britischer experimenteller musik. nicht zuletzt sie war es, die die sogenannte oramics technik bzw. the oramics machine zur erzeugung elektronischer sounds erfand (siehe auch hier). man spricht in diesem zusammenhang von der ersten neuen form der klangsynthese. der 'daphne oram trust' formuliert: "not only is this one of the earliest forms of electronic sound synthesis, it is noteworthy for being audiovisual in nature – i.e. the composer draws onto a synchronised set of ten 35mm film strips which overlay a series of photo-electric cells, generating electrical charges to control amplitude, timbre, frequency and duration. this system was a key part of early bbc radiophonic workshop practice."

die betreiber des musikblogs was ist das haben ein gleichnamiges label, auf dem sie mitte märz ein kleines tape veröffentlichen werden, das einige audiopretiosen daphne orams preisgeben wird. diese basieren auf einem sehr melodischen teil der "birds of parralax" suite, welche in verschiedenen varianten bearbeitet wurden. die entstehungszeit wird auf 1972/73 geschätzt, geplant waren die aufnahmen zur untermalung des ballets "xallaraparallax". 150 stück der veröffentlichung werden aufgelegt, wer interesse an dieser historischen aufnahme hat, sollte sich also beeilen. Ihr bekommt sie hier. und dass diese klänge etwas ganz besonderes sind, werdet Ihr der nachfolgenden nummer entnehmen können. wie von einem fremden planeten her pulsieren die sounds herüber. technoide anleihen, ja?

Donnerstag, März 05, 2015

zu gehör getragen (185)

janne westerlund – marshland (2015)
> der finne speist seine gesänge aus nordischer trauer und amerikanischem folk, um sie mit banjo und dulcimer in rauer klarheit vorzutragen, 3,5-4/5

of montreal – aureate gloom (2015)
> pop mit geste, wer könnte ihn schöner und zugleich vergänglicher zelebrieren, als kevin barnes und co., auf album nummero 13 mit heuer durchaus lobenswerter wucht, 3,5-4/5

jeremy waun – city vibes (2015)
> ein mehr als engagierter musiker aus detroit, der seiner (saiten-) kunst so unverblümt auf die finger schielen lässt, da gibt es keinen doppelten boden, kein arg, keine täuschung, 3,5-4/5

eric chenaux – skullsplitter (2015)
> eine halbimprovisatorische soundexpression, vornehmlich gitarrenorientiert, geerdet durch versöhnlichkeitstrunkenen gesang, getaucht in güte und schönheit, 4/5

neue töne (1502): caught in the wake forever


fraser mcgowan heißt der mensch hinter dem projekt caught in the wake forever. der multiinstrumentalist und songschreiber hat in der vergangenheit mit labels wie hibernate recordings, rural colours, sound in silence und anderen mehr. zudem engagierte er sich als teil von karina esp und yellow6, mit denen er drei alben, fünf eps und zwei ep in kollaborationsprojekten herausbrachte. seine musik verortet mcgowan im lofi akustik bereich, darüber hinaus im slowcore folk, minimal, ambient, aber auch postrock, eine breite palette also. er verbindet gern nostalgisch bzw. melancholisch angehauchte gitarren forcierte melodien mit warmen synthieklängen, hervorstechenden pianoakkorden, "subtle downbeat rhythms, glitchy samples, ambient drones and field recordings". zudem bedient er sich einer warmen, gefühligen stimme.
mit "the places where i worship you" legt caught in the wake forever nach und wird dies am 23. märz auf dronarivm veröffentlichen. leider gibt es von diesem release noch keine tonalen beispiele, so dass ich eine kleine auswahl aus früheren werken vorstellen möchte.

"the passing" stammt von der split 12" mit the sly and unseen, erschienen im oktober des letzten jahres auf rural colours. "this house is not the same" wurde extrahiert aus dem minialbum "false haven", welches im dezember 2013 auf sound in silence herausgebracht wurde. "last of the heroin" wiederum stammt vom debütalbum "against a simple wooden cross" (hibernate recordings, 2011). die unterschiedliche bandbreite des repertoires des in paisley beheimateten künstlers lässt sich so zumindest vortrefflich ablesen.
weiterführende infos und eine menge mehr musik findet Ihr auf der bandcamp-, der soundcloud- und der künstler eigenen webseite.

Mittwoch, März 04, 2015

neue töne (1501): vorschau orange blossom special 19, teil 3


an einigen bands für das kommende orange blossom special 2015 hatten wir uns bereits abgearbeitet, siehe vorschau teil 1 und 2 (links in der sidebar). aber es stehen noch eine menge mehr auf der agenda für das einzigartige festival in beverungen, das heuer vom 22. - 25. mai stattfindet. dass man es in diesem jahr besonders gut getroffen hat, kann man an allen ecken und enden lesen. selten war die übereinkunft größer, dass die qualitative auswahl der antretenden künstler wahrhaft exzellent ist. wir stellen einige weitere nachfolgend vor. angemerkt sei an dieser stelle noch einmal, dass für jene, die noch kein ticket für das obs erwerben konnten, nach wie vor chancen zur teilnahme am besten kleinen festival der welt bestehen. bleibt aufmerksam, lest im gästebuch auf der obs page mit, achtet auf mögliche verlosungen und schaut hin und wieder auf der facebook seite nach, was sich so tut. nur bitte fallt nicht auf überteuerte ebay angebote rein.


wir ließen uns nicht nehmen, zum zweitling "from shores of sleep" der portlander band musée mécanique, welches am 24. oktober des vergangenen jahres auf glitterhouse erschien, zu formulieren: "im schellenkranz tänzeln die noten, vom boden abgestossen alsbald vom dumpfen schlagwerk. längst kein reinemachen, im gegenteil ergänzen sich lieblichkeit und hoffnung und frohsinn, wenn sich die anschwellenden harmoniegesänge, das kapellen gleiche trommeln, die bläser hinzufügen. solch ein arrangement bedarf nicht nur einer kühnen hand, vielmehr eines kühlen kopfs. die singende säge flirrt dazwischen, der gesangspart wird abwechselnd übernommen, ohne tücke, ohne list, abzielend auf ein stimmungsvolles bild großen folkkinos. zum ende des opener "o, astoria!" fügen sich alle komponente dieser wohltat zu einer einheit zusammen und schließen rundum zufriedenstellend ab." dass dies auch für einen konzertanten auftritt im garten des glitterhouse palastes gilt, davon lassen wir uns gern vor ort überzeugen.




2009 hatte ich sie erstmals erlebt und war bereits schwer begeistert und konstatierte: "the great bertholinis standen auf dem programm. eine achtköpfige truppe aus franken, die sich einem kruden mix aus marschmusik, polka, balkanbeat und blaugras verschrieben hat. wusste man ja vorher. aber ob sie das auch gekonnt auf die bühne bringen würden, stand im raum. und ob sie es konnten. ohne zu zögern bretterten die jungs los, die e-gitarre des ungarisch anmahnenden zweitsängers oszkar schnitt umgehend schmackhafte brocken vom hausgebackenen brot aus bläsersätzen, die weder übertönten noch übertünchten, einem wieselflinken schlagwerk, das sich fein ziseliert unter die vielschichtige darbietung schob, der akustischen, dem banjo, je nach belieben und dem wirklich feinen organ von todor, der zuweilen mehr deklamierte denn sang. kein wirklicher entertainer, aber ein frontmann, der sich seiner rolle bewusst war. so trieb er seine mannen mit ausholender gestik immer wieder voran und stürmte, wenn es not tat, auch mit gewaltigem "marching on, marching on" voran."
die band hat sich weiterentwickelt, daran wollen wir teilhaben. es wird sich lohnen, schaut nur in die nachfolgende nummer...:




meine persönliche lieblingsband in der diesjährigen aufzählung für das obs sind ganz klar she keeps bees. dem duo widmete ich in meinem munteren egoblog so manche zeile. begonnen hatten wir unsere beziehung 2008: "es ist eine rohe situationsaufnahme, ein gemeines machwerk zweier liebender. es ist ausdruck verschwitzter zugehörigkeit, ein zwitter aus soul und rock, aus blues und garage. weniger alleinstellungsmerkmal denn tatsächlich nur auffallend und vordergründig eingesetzt: die stimme jessicas, ein ausladendes, hyperventilierendes, agiles und fleischfressendes organ. es ist beseelt und hungrig und aggressiv und so sensibel, wie es sich geziemt, wenn man den unangenehmen dingen des lebens einen namen geben will. stolz, stärke und so was wie weisheit paaren sich hier (p.j. harvey & chan marshall, so wurden nun genannt). dazu die straff geführte e-guitar und die befeuerung durch heavydrums! dass das ganze eine akzentuierte note erhält, ist der soulnähe und der dramatischen note zu verdanken, die im auf und ab der einzelnen tracks bedeutung finden."
drei jahre später galt es ein neues werk unter die lupe zu nehmen: "im subtilen abwechlungsreichtum von "dig on" finden sich so unterschiedliche wertschätzer wie das kraftstrotzende "vulture", eine scheinbare reminiszenz an die neunziger mit beflügelndem schießbudeneinsatz und einem gitarrenriff für generationen, oder aber das feingliedrige "all or none/dark horse", das mit so wenigem auskommt und doch eine diffizile stimmung zu erzeugen weiß, oder "jupiter deep", das das schwelen, das fiebrige innehalten so gut zu bewahren weiß, das zwischen depression und ausbruch schlingert."
abschließend schritten wir 2014 den damals ansässigen neuling ab: "mit "eight houses" jedoch kann man nichts falsch machen. steigerung und entlehntheit folgen aufeinandern, befeuern sich und greifen wie feuerhände nacheinander. der gewaltige beat, die krachenden wände, der drahtige bass und diese zu allen mächten befähigte stimme ("both sides"). dräuende kräfte, die den in hypnose befindlichen packen und rütteln. mit einem federstreich zurückgeholt. denn nicht die abkehr bringt die entlohnung, sondern die verständnisheischende direktheit. übermanntheit. musik wie eine kapitale sensation."
ich freu mich vor. ausgiebig.



so bald wie möglich legen wir hier nach.

Dienstag, März 03, 2015

neue töne (1500): sarah louise


die 12 string solo künstler sind zuletzt meistens männlichen geschlechts, sollte mir doch einer mal spontan den gegenbeweis antreten. mit sarah henson treffen wir nun auf eine junge künstlerin, die man gut und gerne in die erste reihe einer solchen zu kolportierenden liste stellen könnte. mit "field guide", erschienen auf scissor tail records ende februar und eingespielt unter dem künstlernamen sarah louise, eröffnet sie uns ihre ganz persönliche fingerfertigkeitswelt. die tracks darauf sind liquide, kleine wunder, die so fleißig perlen wie sie immer wieder kontrapunkte zu setzen in der lage sind. das ist aufmerksamkeitsschürend und belebend zugleich. hier das fleißige rotieren, dort das bewußte noten setzen. redundanzen werden ausgeschlossen, vielmehr erhalten die nummern narrativen charakter, eine erzählerische qualität.

folkaspekte schummeln sich unter, als könnte die junge künstlerin von früherem gewerk nicht lassen. die beeinflussung älterer arbeiten sticht immer wieder durch. zwei folkalben nannte sie bis dato ihr eigen. auf "wildwood hours" etwa hört man noch deutlicher songmuster, ohne dabei nicht der künstlerin eigenen instrumentellen ausläufen frönen zu dürfen.
sarah henson stammt aus north carolina, sie lernte früh gitarre und banjo zu bedienen, ward inspiriert von der dunkleren seite des banjospiels, genauso wie sie der knackige südstaatenblues gefangen nahm. unter beeinflussung traditioneller folkwerke entwickelte henson ihren eigenen stil. der hat es sich in sich, weil er kraftvoll, widerstandsfähig und mutig ist. hört selbst. das tape ist (natürlich) in kleiner auflage erscheinen, flott sein ist gefragt.

Montag, März 02, 2015

glotzt nicht so romantisch (610): the one-hit parade


formattechnisch bin ich schon arg eingeschränkt. erstens präsentiere ich musik sehr einseitig, zweitens befasse ich mich kaum mit anderen medien. schön, dass ich auf the one-hit parade gestossen wurde. der name birgt bereits die wesenheit dieses formats. großartige songs sollen in ansprechender weise präsentiert werden. youtube und das zeit magazin stellen die videos der besten bands berlins dann als erste online - nachdem diese im berliner berghain ihre auftritte und interviews absolviert haben. das forum, auf dem sich die "show" abspielt, ähnelt nicht ohne hintergedanken formaten wie 'formel eins' oder 'top of the pops", will man doch unterschiedlichste genre unter einen hut bringen: ohne aber dabei qualitätsverluste hinzunehmen.

einige folgen der one-hit parade sind bereits online. sie werden, wie es sich gehört, anmoderiert, wobei nicht ganz klar wird, ob die art und weise, wie dies geschieht, ironisch gemeint oder bedacht hölzern ist. wir haben Euch mal das video mit der band fenster herausgesucht, auf dem diese den track "1982" performt und später im interview herangenommen wird. gleiches gilt für christian naujoks. auch er muss rede und antwort stehen, doch zuvor er beweist er mit "voices" seine klasse.

das konzept von the one-hite parade ist nicht neu, aber etwas aus der mode gekommen. dass sich martin hossbach und co. daran versuchen, ist nicht hoch genug anzurechnen, nicht zuletzt, weil sie künstlern eine neue plattform bieten, die die audiovisuelle konstante mit information verknüpft. wir wünschen viel erfolg. die einzelnen teile der ersten und zweiten staffel könnt Ihr über den youtube kanal von the one-hit parade sehen.


Sonntag, März 01, 2015

glotzt nicht so romantisch (609): weatherman


die single "stormy dayz / swimming in the atlantic" möchten wir Euch noch unbedingt ans herz legen, bevor wir dieses wochenende verabschieden. es sind zwei tracks der chicagoer band weatherman, die mitte februar auf la société expéditionnaire erschienen sind. es sind leichte und luftige kompositionen, die jedoch in konzentration fallen und sich den hörer unnachgiebig packen. weatherman ist das projekt der pianistin und sängerin annie higgins und des drummers jason toth (daniel knox, the handsome family), die sich für diese aufnahmen um den electronica spezialisten joshua dumas (quarter mile thunder) und die sängerin angela james ergänzt sahen. die beiden aufnahmen entstanden im experimental sound studio unter der leitung von alex inglizian. 
es geht einfach, manchmal einfacher. hört rein, Ihr werdet wissen, was ich meine. großartig auch die "outlaw" aufnahme, die Euch in sachen video vorangestellt habe. leider gibt es die single nur in digitaler natur, ansonsten wäre sie ein must have. einen schönen sonntag noch.



eingestreut (784): vetiver


nach drei jahren endlich neues von vetiver, der band, die wohl unumstritten mit andy cabic in verbindung zu bringen ist. "complete strangers" wird das album heißen und am 24. märz auf easy sound records erscheinen. für die aufnahmen engagierte cabic den produzenten thom monahan und ließ sich von bart davenport, gabe noel und josh adams die rhythmusfraktion stellen. mit neu hinzugewonnenen musikern aus san francisco und l.a. wurde der rest eingespielt. im ergebnis soll etwas durchaus sonniges enstehen, das jedoch gern zur täuschung einlädt. hört man den appetizertrack "current carry", kann man eine ahnung davon bekommen, was andy cabic meint. ein lieblicher akkord kann im ursprung ausdruck von melancholie sein. die slide wimmert, der beat ist mehr als versöhnlich, die gitarre schwadroniert und erinnert die wohlfeilste melodie, etwas wahwah, etwas karibik, etwas flowerpower, ein genuss. hoffen wir auf einen mindestens ähnlichen rest.
tracklist: 01. stranger till 02. from now on 03. current carry 04. confiding 05. backwards slowly 06. loose ends 07. shadows lane 08. time flies by 09. edgar 10. last hurrah

Samstag, Februar 28, 2015

eingestreut (783): konzerte münchen märz


die livepräsenz von bands bzw. künstlern hat an bedeutung gewonnen. dem wollen wir gern rechnung tragen, indem wir immer mal wieder etwas deutlicher hinweise auf entsprechende veranstaltungen geben. das können tourdaten einzelner künstler sein, aber auch wie heute übersichten nur für eine stadt. dass uns münchen dabei am herzen liegt, dürfte auf der hand liegen. gleichsam bemühen wir uns nicht um einen kompletten überblick, sondern picken uns die perlen heraus. wenn Ihr etwas ergänzt haben wollt, gebt bescheid oder nutzt die kommentarfunktion. (und bitte, verlasst Euch nicht auf die angaben hier, sondern lasst sie Euch vom veranstalter vorab bestätigen, danke!)

01.03. the spencer davis group, ampere
01.03. embryo, kafe kult
01.03. tonic train u.a., mug im einstein
01.03. brns, milla (soundbsp.)
01.03. james taylor, philharmonie
02.03. charlie cunningham, ampere
02.03. the subways, backstage werk
03.03. tim berne's snakeoil, unterfahrt
04.03. julia biel, unterfahrt
05.03. troyka, unterfahrt
05.03. bartmes, import export
05.03. greenleaf u.a., kranhalle
05.03. mobile ethnic minority, substanz
05.03. m185, cord club
05.03. cruisers, strom 
05.03. somewhere underwater, milla
06.03. the brad leali / claus raible quartet, unterfahrt
06.03. mick flannery, milla
06.03. subnotes/sigi pop u.a., sunny red
06.03. council of rats u.a., kafe marat
06.03. jose gonzales, muffathalle 
06.03. tom lüneburger, strom
07.03. dr. lonnie smith trio, unterfahrt
07.03. the charles u.a., cord club
07.03. ike and the capers, milla
07.03. imapala ray / the marble man u.a., kranhalle
07.03. monolord / salem's pot, kafe kult
07.03. phillip boa, strom
08.03. leszek zadlo european art ensemble, unterfahrt
08.03. lemur, milla
08.03. simple minds, tonhalle
08.03. spidergawd, strom
08.03. two gallants, theaterfabrik
08.03. the sun and the wolf, backstage club
09.03. team me, ampere
09.03. the durango riot, strom
09.03. radio moscow u.a., hansa 39
09.03. tom appel & häns czernik, heppel und ettlich
09.03. the uptown jazz orchestra, unterfahrt
10.03. evan dando, ampere (soundbsp.)
10.03. james hersey, strom
11.03. pentatones, milla
11.03. alex amsterdam, cord club
11.03. hoodie allen, freiheizhalle
12.03. american songbirds and friends, ampere
12.03. funny van dann, muffathalle
12.03. florian hoefner group, milla
12.03. lola colt, kranhalle
12.03. shakull, import export
12.03. frameworks festival (u.a. gut und irmler), mug im einstein
13.03. frameworks festival (u.a. colleen), mug im einstein
13.03. mark forster, muffathalle
13.03. tec roc, import export
13.03. sidsel endresen & stian westerhus, unterfahrt
13.03. champs, milla
14.03. frameworks festival (u.a. raz ohara), mug im einstein
14.03. ritournelle/laurel halo, kong
14.03. nguyen le fire and water trio, unterfahrt
14.03. rumer, technikum
14.03. guster, orangehouse
14.03. hotandmad feat. di farykte kapelle, import export
14.04. stu larsen, strom
14.03. berndsen, cord club
14.03. günter baby sommer / j. enders duo, milla
15.03. the moulettes, strom
16.03. alcoholic faith mission, ampere
16.03. black tusk, sunny red
16.03. satellite stories, kranhalle
16.03. class u.a., kafe kult
17.03. lyambiko, unterfahrt
17.03. landlergschwister, import export
17.03. art garfunkel, muffathalle
19.03. django 3000, muffathalle
19.03. bilderbuch, strom
19.03. akere, import export
19.03. oozing wound u.a., kafe kult
19.03. worried man & worried boy, milla
19.03. kraftklub, zenith
20.03. katzenjammer, tonhalle (ausverkauft)
20.03. lilabungalow, milla
20.03. feine sahne fischfilet u.a., hansa 39
20.03. onom agemo & the disco jumpers, import export
20.03. picastro u.a., kafe kult
20.03. kink, rote sonne
20.03. of mice and men, backstage werk
20.03. liedfett, backstage club
21.03. die meschpoke und support, milla
21.03. up-wärts, kafe kult
21.03. jj grey and mofro, tonhalle
21.03. wir aus ton, import export
21.03. donots, backstage werk
22.03. archive, muffathalle
22.03. eivor, mug im einstein
22.03. and the golden choir u.a., milla
22.03. to kill a king, strom
23.03. olli schulz, muffathalle
23.03. mister and mississippi. kranhalle
23.03. alex dezen u.a., orangehouse
23.03. kafka tamura, milla
24.03. pilgrim, unterfahrt
24.03. the scenes, strom
24.03. exclusive, milla
25.03. ancst u.a., kafe marat
25.03. sun trio, unterfahrt
25.03. dobré, cord club
25.03. monobo son, substanz
25.03. matthew austin u.a., import export
25.03. attwenger, milla
25.03. john coffey u.a., backstage club
26.03. mean jeans u.a., kafe kult (soundbsp.)
26.03. a. rissanen & j. lehtonen quartet, unterfahrt
26.03. john illsley, ampere (soundbsp.)
26.03. hi fly orchestra, import export
26.03. a tale of golden keys, glockenbachwerkstatt
27.03. kari ikonen trio, unterfahrt
27.03. prag, strom
27.03. the wombats, tonhalle
28.03. elifantree, unterfahrt
28.03. kris karsai, import export
28.03. django s., strom
28.03. sherwood and pinch, rote sonne
28.03. frenzy u.a., orangehouse
28.03. paul simon and sting, olympiahalle
28.03. sonata erronea, mug im einstein
29.03. honningbarna u.a., orangehouse
30.03. lucie mackert, heppel und ettlich
30.03. chuck ragan, backstage werk
30.03. we are the ocean u.a., kranhalle
31.03. nneka, muffathalle
31.03. larkin poe u.a., kranhalle
31.03. san cisco, strom

Freitag, Februar 27, 2015

neue töne (1499): jeff zagers


"still/alive" heißt der tonträger, der am 17. märz via wharf cat records vertrieben werden wird. verantwortlich zeichnet für ihn jeff zagers. der in savannah lebende muss als multiintrumentalist bezeichnet werden, spielte er doch sämtliches gewerk selbst ein, dazu gehören neben drums, keyboards und gitarre auch saxophon, drum machines, bass nebst dem programming. die popmoderne hat einzug gehalten, wenngleich man sounds ala jean-michel jarre zu entdecken glaubt. gleichzeitig aber wird das konservierte ins hier und jetzt übertragen, mit anspruchsvollen bits and bytes serviert, in den hall gedroschen, um mit vocals versehen zu einem ernstzunehmenden produkt zu erwachsen. 
doch wer glaubt, dass die chose eher eine gänzlich electronica orientierte ist, der vergisst den instrumentenreigen, siehe oben, der vergisst, dass sich zagers an zig stilen versuchen darf. hört nur den drill bei "a nimbus", einem track, der beispielgebend sein kann für die hohe kunst des jungen mannes.

der hat erst anfang 2014 eine drei kassetten umfassende veröffentlichung auf soft science herausgehauen, daneben verdingt er sich in weiteren musikalischen projekten zum beispiel gilette oder female topics. zwei tracks aus dem aktuellen release hängen wir mit an, an denen Ihr Euch vorerst gütlich tun könnt, wobei leider track zwei gekappt wurde, aus welchen gründen auch immer.

Donnerstag, Februar 26, 2015

eingestreut (782): john joseph brill


düster dräuender rock, das drumming rollend, die gitarren lichtern befeuernd, die soundmalereien aus synthesizern, die den hall nicht scheuen. dazwischen bewegt sich ein massiges organ, in den tiefen, aus denen es schürft, gibt es mehr, als wir ahnen können. doch versöhnlicher wird es alsbald. freundlichkeit mischt sich ein, auch wenn die e-gitarre ein befremdliches solo auslobt. der song "pieces" hat eine leichtigkeit, die ihm sicher die brillanten harmonien verleihen. john joseph brill ist der urheber, der weder sentiment noch melodie scheut, obwohl oder trotzdem er so ungeschlacht wirkt.

brill stammt ursprünglich aus london, ging um 2014 nach liverpool und schrieb dort seine lieder, die er in die schublade "quarter-life crisis" packte, nun aber auch veröffentlicht sehen will. für das frühe 2015 ist die debüt ep "pieces" vorgesehen, die die besten songs der letzten phase vereint sehen will. in anpreisungen wird gern von seinem brandybeheizten bariton gesprochen und davon, dass seine musik zwischen the bad seeds, waits und cohen kurve. was auch immer davon wahr ist, brill bringt eine eigene farbe mit ein.



Mittwoch, Februar 25, 2015

glotzt nicht so romantisch (608): lower dens


 schon jana hunter in solo war stets eine reise wert, mit lower dens hat sie ihre musikalität auf eine neue stufe gehoben. mit jedem neuen album der band aus baltimore tritt sie den beweis für hervorragendes songwriting und seine exzellente umsetzung in einem traum aus klarer formensprache und sattsamen arrangements an. für die produktion von "escape from evil", welches am 27. märz via ribbon music erscheinen wird, zeichnete jana hunter erstmals selbst verantwortlich. mit "to die in l.a." findet sich eine single in bewegten bildern, die nachdrücklich die popmomente in lower dens musik unterstreichen, was fürwahr nichts schlechtes ist.



Dienstag, Februar 24, 2015

ein (p)fund mp3 (493), teil2

ein sehr schöner start in die zweite runde, zunächst dank dieser vertrackt weltumfangenden instrumentation und natürlich dank der herrlichen vokalen aktion von may tabol, die band bringt nach drei jahren endlich wieder ein album heraus, "rima" wird am 05. mai auf paper garden records erscheinen, "hooks and eyes" ist ein erster ausschnitt daraus: pree:


nicht weniger popselig, dafür etwas verspult und abgehangen, kann es dieser dreier aus schweden mit gustaf montelius, kristoffer byström und andreas sandberg, mit "deep web" legen sie erstmal nur eine kostprobe vor, nach der man aber ganz schön appetit auf mehr bekommt, davon wird sicher 2015 noch zu berichten sein, hoffen wir: magic potion:


dieser vierer aus tampere geht die geschichte etwas flotter an und paßt dabei sehr gut ins portfolio des finnischen soliti labels, über dessen qualitätsprodukte wir ein ums andere mal berichteten, veröffentlicht wurde mitte februar, so dass Ihr, wenn Ihr wollt, gleich etwas mehr haben könnt von: mumrunner:


einen zweiten track zum kennenlernen ihrer debüt langspielplatte "magick spells" legt diese los angelitos band obenauf, nachdem man erst vor kurzem die leadsingle raushaute, mit "head" geht es für den fünfer in die nächste veröffentlichungsrunde: gateway drugs:


das kommende album wird "zen summer" heißen, am 07. april auf paper trail recods erscheinen, und wenn Ihr "melting cassatt" hört, den ersten appetithappen daraus, wird Euch einiges aufgehen, das album von taylor taormina aus los angeles bietet einiges mehr auf, als dass der hinweis auf bedroom pop beinhalten könnte: cloud:


eine feine nummer, um diese mp3-(p)fund runde zu beenden, sie stammt von einem jungen suffolker künstler und produzenten, der bereits einige selfreleases und singles herausgebracht hat und nun am 16. märz sein debütalbum vorlegen wird, "let it go" ist eine erste single daraus: to be frank:

ein (p)fund mp3 (493)

ein neuer track von seinem aktuellen album ist zu gehör getragen, mit "vigilante" gibt der tausendsassa neuerlich hochkalibriges aus seinen kommenden full length "black yaya" preis, es wird am 02. märz erscheinen und hat unseren empfehlungsstempel bereits erhalten: black yaya:


auf sargent house wird anfang april des dreiers album "salome" erscheinen, mit "skin" gibt es einen ersten ausschnitt daraus, die beide red sparrows mitglieder greg burns und emma ruth rundle nebst andrew clinco lassen sich nicht lumpen: marriages:


feine folksongs, die aufgebrochen werden von shoegaze verzerrungen, so geriert sich das vierte full length von johnny lamb, der die aufnahmen von "the taxidermist", welches am 23. märz auf armellodie records veröffentlicht wird, in solomanier bestritt, "ribbons" ist beispielgebend: thirty pounds of bone:


der bursche ist noch jung, sehr jung, doch seine lieder haben seele und tiefe, dies beweist er in seiner neuen songsammlung "man that i am" aufs eindrücklichste, er bewohnt winnipeg und benennt seinen musikstil "contemplative folk", was sicher korrekt ist: noah derksen:


die debütsingle dieses jungen mannes aus philadelphia hat es bereits in sich, erschienen ist "i know you're worried" am heutigen 24. februar auf manimal, die lofi- beatleske nummer macht neugierig, was da in nächster zeit noch kommen wird, gespannt auf: spirit haus:


richard dawson
19/04/15 Berlin (DE), Monarch
20/04/15 Hamburg (DE), Astra-Stube
21/04/15 Koeln (DE), King Georg

screaming females
26/04/15 Bielefeld (DE), AJZ
27/04/15 Berlin (DE), Kantine am Berghain
02/05/15 Hamburg (DE), Astra-Stube
06/05/15 Muenchen (DE), Kafe Kult

Montag, Februar 23, 2015

neue töne (1498): sharron kraus


photo by john barratt

im mai 2012 berichteten wir über die kollaboration zwischen michael tanner und sharron kraus, wobei wir über die in sheffield lebende künstlerin einleitend folgende worte verloren, hier zitiert, um einen neuerlichen vorlauf nicht schreiben zu müssen: "sharron kraus ist nicht nur eine der führenden folkwisperinnen, sondern auch eine jener kollaborateurinnen, die immer wieder den weg in die gemeinschaft suchen. so intonierte sie mit meg baird und helena espvall 2006 auf "leaves from off the tree", mit gillian chadwick (ex-reverie) unter dem moniker rusalnaia oder mit tara burke "fursaxa" als tau emerald. alle klangergebnisse waren auf ihre weise ein beonderes erlebnis, ein experiment, changierend zwischen den polen traditionellen folks und dem versuch neue wege zu gehen. eigene alben wie das 2008er "the fox's wedding" oder "the woody nightshade" aus dem letzten jahr bezeugen zudem ihren status einer nie ruhenden, sich nie genügenden künstlerin."


clay pipe music, die sich bei mir einen namen mit ihren wirklich hübschen releases gemacht haben (die darauf enthaltene musik ingebriffen), veröffentlichen den neuen release von sharron kraus, der den namen "friends and enemies, lovers and strangers" erhielt. löblicherweise erscheint das album auf vinyl, hier in einer 500er auflage. die inspiration für das neue werk kam der künstlerin, als sie im ländlichen mid wales lebte. sie verliebte sich quasi über nacht in die walisischen volksmärchen, nachzulesen in "the mabinogi" (mabinogion). aufgeschrieben im elften jahrhundert, haben die weisen nichts an aktualität verloren. etwas von der damaligen zeit, atmosphärisches, einen stimmenfang, aber eben auch etwas von der thematik sucht krauss zu vereinen und greift wie stets auf ihr breites repertoire an folkloristischer ausdruckskraft zurück. unterstützt von nancy wallace an der harfe und nick palmer am piano vollzieht sich einer wundervoller reigen, dem sharron kraus mit gitarre, dulcimer, orgel und perkussivem sowie ihrer außergewöhnlichen stimme vorangeht.

bislang gibt es aus dem album nur den track "bodeeuwedd" in der videoversion, den wir Euch natürlich nicht vorenthalten. den zauber der krauschen musik gibt er allemal preis und weist deutlich auf die ausrichtung des albums hin.

Sonntag, Februar 22, 2015

eingestreut (781): this is the kit


sehr schön. auch kate stables wird nachlegen. die in england geborene und lange zeit bereits in paris wohnende künstlerin, die unter dem moniker this is the kit antritt und gern auch andere künstler dazu ins boot nimmt, veröffentlicht im april ihr drittes album, "brashed out" auf brassland. in zusammenarbeit mit aaron dessner, wir kennen ihn auch von sharon van etten, the national oder den local natives, enstand ein zehn tracks umfassender longplayer, auf dem sich einerseits so illustres volk wie rozi plain, jesse vernon oder jamie whitby-coles tummelt, die man eben auch von tourneen kennt, die kate stables exzessiv betreibt, andererseits aber auch amerikanische sessionmusiker abarbeiten, mit denen man hier nicht unbedingt rechnen konnte, zum beispiel bryce dessner, thomas bartlett (doveman, the gloaming), matt barrick (the walkmen) oder ben lanz (beirut, the national).

"ihr folk ist ursprünglich, wundervoll geerdet und zugleich von einer lichten unberechenbarkeit. das liegt vor allem an diesem berauschenden organ, das kate ihr eigen nennt. so anschmiegsam, so ungemein verfügbar, so lustvoll. im sinne von vereinigung mit dem liedgut, der ansprache."´, schrieben wir 2010, da es gerade um den zweitling "wriggle out the restless" ging.

zum neuen album heißt es auf this the kits webseite: "this music is honest, human and humane—a folky-lovely slow-rumble. it's rock but of the hangover-friendly, stoner variety; it's folk but at a groovy speed. as notable as the music, however, is front woman kate stables, whose voice hearkens back to the classic singersongwriter era--her distinctive, cutting vocals up front in the mix." ein erster (wunderbarer) höreindruck bitte schön.

Samstag, Februar 21, 2015

glotzt nicht so romantisch (607): people of the north


hier vorerst nur eine kurze notiz. die beiden oneida musiker bobby matador und kid millions veröffentlichen in kürze ihr album "era of manifestations", um genau zu sein am 23. märz auf thrill jockey. unter dem moniker people of the north werden sie zudem eine kleine europatour spielen, die leider wenig mit uns zu tun hat, an deutschland rauschen sie vorbei. aber vielleicht gibt es ein nächstes mal. und um sich darauf etwas vorzubereiten, hänge ich Euch ein liveset des duos aus, das es wirklich in sich hat. hier agieren zwei jungs zusammen, die bereits mehr als 25 jahre gemeinsam musizieren, mehr noch interagieren. die expression ist zuweilen gewaltig. so ist es auch zu verstehen, dass die neue platte innerhalb einer fünf stunden währenden session eingespielt wurde. die aufnahmen changieren zwischen tonaler impression und rhythmischer interaktion. grenzen werden ausgelotet, die beiden nutzen ihre volle kapazität, ihr ganzes können. wenn vom album etwas zu hören ist, werde ich mich hier sicher noch einmal in sachen people of the north melden. bis dahin die nachfolgende aufnahme für Euch. have fun.



tour (with oneida)
Wed March 18th London, UK - Corsica Studios
Thu March 19th Ravenna, Italy - Bronson
Fri March 20th Rome, Italy - Monk
Sat March 21st Bologna, Italy - Locomotiv
Sun March 22nd Torino, Italy - Spazio 211
Tue March 24th Barcelona, Spain - Almo2bar
Thu March 26th Madrid, Spain - Moby Dick
Fri March 27th Oviedo, Spain - Lata de Zinc
Sun March 29th Lisboa, Portugal - ZDB