Sonntag, März 17, 2013

neue töne (1253): vorschau the sound of bronkow music festival


haben die dresdner den namen verlängert? offiziell wohl unter the sound of bronkow music festival gehandelt, lässt es sich mit sound of bronkow ruhiger leben und produziert bei regelmäßiger aus- und ansprache eine marke. hin oder her, das tolle festival rund um das societaetstheater in der berühmten elbmetropole geht im sommer in die nächste, mittlerweile vierte runde. wer noch nicht mit den wesentlichen informationen vertraut ist, dem sei ins nähkästchen gelegt, dass vor allem die jungs von k&f records verantwortlich zeichnen für die organisation und bestallung. denn ein gros der künstler hat auf dem rührigen label veröffentlicht (oder wird es in bälde tun, denn angefixt ist schnell). teilnehmen können neben den unzähligen kapellen, die so ein dreitägiges event bespaßen, auch rund 400 menschen, die sich jedoch alsbald um tickets bemühen sollten. der vorverkauf läuft seit einigen tagen und ich kann an dieser stelle nur ahnungen äußern, was den bestand betrifft. da es mir bis dato leider nicht vergönnt war, an diesem festival teilzunehmen, muss ich jedes jahr aufs neue mit den berichten anderer vorlieb nehmen, die wissen prioritäten zu setzen. von einer intimen, überaus freundlichen atmosphäre ist die rede, von momenten, in denen nur die künstler und ihre musik zählen, von einer bestechenden auswahl jener darbieter und von einer bis ins detail versessenen organisation. gesungen, getanzt und vorgetragen wird auf vier bühnen, drei im theater und eine im garten des selben. außerdem nutzt man orte wie die in direkter nachbarschaft befindliche dreikönigskirche oder das thalia kino sowie die groove station, um zusätzlich auftritte zu ermöglichen.


also, noch mal das wichtigste zum mitschreiben: das sound of bronkow findet vom 30.08. - 01.09. in dresden statt. tickets erhaltet Ihr für rund 30€ hier. die ersten bands sind auch benannt, es handelt sich um i am oak (nl), schultz & forever (dk), karo (d), richard walters (uk), lùisa (d), brokof (d) und the legendary lightness (ch). wir bleiben natürlich am ball, was anpassungen an das programm betrifft, denn es fehlen noch knapp zwanzig acts.
für alle neugierigen stehen fotos vom letzten jahr bzw. auch ein zusammenfassendes video zur verfügung. viel vergnügen.

karo - sing out, heart by normoton

oh love by brokof

falling by schultz and forever

Samstag, März 16, 2013

konzert: yo la tengo, 12.03.13



 es ist durch die fanbrille gesehen, gehört und abschließend beurteilt. wenn yo la tengo antreten, werde ich nie in die verlegenheit kommen, objektiv sein zu müssen. eine band, die mich seit fast zwei jahrzehnten ob ihrer wandlungsfähigkeit, ihres hohen maßes an kreativität und ob ihrer ungezwungenen juvenilität in ihren bann zieht, enttäusche ich nicht mit marginalien. kleinigkeiten, die einem bei einem der wenigen auftritte auffallen würden, die letztlich nur jenen ins blickfeld kommen, die sich nicht in die bewegte welt des dreiers aus hoboken ziehen lassen wollen. angesprochen wurden später die songauswahl, der sound, die umsetzung dieses oder jenes bekannten tracks. mir trat das gesamtpaket mit ausgesprochen hoher konzentration, mit verve und einem gezügelten enthusiasmus entgegen, wie ich ihn liebe. ausbruch und stoische besinnung paaren sich zu einem komplexen vierhufer, der durch die halle galoppiert und sich die zweifler herauspickt, um sie auf hörnern erneut der bühne zuzuführen. dort entstehen nähe und auseinandersetzung auf eine ganz neue weise.


wenngleich ihnen das alter so manchen schabernack getrieben hat, georgia und ira erinnern in gestus und ausstrahlung an die frühen tagen, da sie auf dem backcover von "ride the tiger" durch den schnee hüpfen. das kontrollierte moment in ihrem bühnendasein mag man als distanziertheit beurteilen, vielleicht ist es auch nur ihre übersetzung von professionalität. sparsam ist der umgang mit dem publikum, auf eine kommende pause wird aufmerksam gemacht, betont, dass jacken und getränke nichts auf der bühne zu suchen hätten, vor allem wenn dadurch die setlist unlesbar würde. der wesentlichere austausch findet auf der bühne statt. dort nehmen die beiden altsemester den neuling, wie er oft noch von hardcorefans genannt wird, in die mitte. james mcnew, seit undenkbar langen zeiten im circle dieser ausnahmeband, ist der lächler des teams, der aufatmer, der kontrolleur der gutlaunigkeit. immer einen schritt im abseits und doch jederzeit bereit, dank einer bassline, eines jugendlich wirkenden gesangparts oder einer flotten moogschneidigkeit kontrapunkte zu setzen. während die kurzhaarige georgia für drive hinter ihrer oft nur mager ausgestatteten schießbude sorgt, pickt ira an diversen e-gitarren note für note, um sie zu memorablen melodien aneinander zu reihen. es entstehen lieder, die die tage überdauern und die sich im schutz all des mülls, der sich tagtäglich auf hörwillige ergiesst, zu großtaten mausern.


wenn im ersten, sehr akustisch gehaltenen set mit "big day coming" ein klassiker aus den frühen tagen erschallt, 1993 erschien der track als single, dann sticht er gerade deshalb aus der masse an neuen liedern heraus, weil ihm nicht nur bestimmte harmonien, licks oder andere zurückliegende erinnerungen anhaften, sondern weil sich worte wie tattoos unter die haut brachten, um in alle ewigkeit gemeinsam gesungen werden zu können: "let's be undecided, let's take our time / and sooner or later, we will know our mind / we'll be on the outside, we won't care / cause we're together, that's somewhere / and there's a big day coming, about a mile away / there's a big day coming, i can hardly wait." doch es wird nur geringe zeit beanspruchen, dass wir uns in ähnlicher weise songs wie "ohm", einem beispiel aus dem aktuellen album "fade", gegenüber sehen. denn zum klassiker lässt er sich eben nur berufen, wenn etwas patina an der zu schleifen geführten melodie klebt. doch schon heute vollführt er den hymnentanz, der ihn später zu einer gediegenen nummer werden lässt.

eine vermutung, die ich mit dem ortskundigen h. durchaus teile. jener zeigte uns nicht nur die schillernden seiten düsseldorfs, sondern nahm uns mit in umgebaute geburtskliniken, die nun als restauration erhalten müssen, in geschäfte, die das bunte und diverse zum alleinstellungsmerkmal erheben, in stadtteile, die sich von der alternative entwöhnen, aber auch in ein pralles stadtleben, das vom flüchtigen argwöhnisch betrachtet werden muss. die geruhsamen ecken dagegen versprachen kontemplation und eine willkommene vorbereitung auf den auftritt von yo la tengo im zakk. das empfing uns mit guter befüllung, die veranstalter schwärmten von einem sehr guten vor-, der allerdings keinen ausverkauf versprach. so war der breite wie lange club hervorragend besucht, die dagewesenen hatten in jedem fall genügend platz, um die plautze zum atmen zu bewegen. denn in die jahre waren hier die meisten gekommen, begleiter dieser ganz besonderen band durch die zeit. die stimmung war gut, nie oberbordend, aber willig und herzlich.



dem beginn mit diversen tracks aus "fade", unter anderem mit "is that enough", "the point of it", "cornelia and jane", folgte die kraftvoll elektrisierte variante, der eine umbaupause von ca. einer halben stunde vorausging. etwas langatmig das ganze, aber umso willkommener der stromstoss über weitere gut zehn songs hinaus. "stupid things", ebenfalls vom jüngsten album, nahm den faden also auf, leitete doch jedoch alsbald zum besten output der band über: "i can hear the heart beating as one" aus dem jahr 97 wurde angemessen sowohl mit "we're an american band" als auch mit "autumns sweater" (in einer allerdings sehr mageren orgelversion) und dem grandiosen "sugarcube" geehrt. dazwischen tauchten "(straigt down to the) bitter end" von "electr-o-pura" sowie die beiden "fade" tracks "well you better" und "before we run" und das kleine "shaker ep" highlight gleichen namens auf. "ohm" in seiner ausgewachsenen form komplettierte das unternehmen nebst dem gern gespielten "more stars that there are in heaven" vom album "popular songs". mit nur einem zugabenset entzog sich die band früher als gewohnt. doch nach pünktlichem beginn gegen 20:30 uhr hatte längst gegen mitternacht erschöpfung um sich gegriffen.


so hatte sich schließlich die reise quer durch die republik gelohnt. der blick auf die liebenswerte georgia, die so routiniert trommelt und gleichzeitig so schwer emotional zu singen in der lage ist. auf ira, den kapitän, der sein schiff durch die wildesten fahrwasser mit sicherer hand zu führen weiß, obgleich er den risiken in form von ausgelassenen, ausufernden feedback gewittern, nicht ausweicht. auf james, den gewichtigen ruhepol. die gemeinsam für ein erinnerungswürdiges schauspiel sorgten. danke.
set 1 (acoustic): ohm / is that enough / double dare / butchie’s tune (lovin’ spoonful) / the point of it / cornelia and jane / i’ll be around / black flowers / big day coming (slow painful version) 
set 2 (electric): stupid things / we’re an american band / straight down to the bitter end / autumn sweater /  well you better / before we run / shaker / sugarcube / ohm / more stars than there are in heaven 
encore: she’s my best friend (velvet underground) / with a girl like you (the troggs) / time fades away (neil young) / yellow sarong (the scene is now) 
sugarcube - yo la tengo

Freitag, März 15, 2013

glotzt nicht so romantisch (495): dear reader


"rivonia" wird am 05. april erscheinen und city slang lanciert bereits einiges an material ihres labelglanzlichts dear reader, dem einzelprojekt von cherilyn macneil. unter anderem durfte man bereits in "down under, mining" hinein hören. nun aber wurde der song noch reich bebildert und kann als video ausgestrahlt bewundert werden. dabei stehen weniger hochglanzfotos im vordergrund, als die sorgsame und segensreiche arbeit der berliner künstlerin barbara steinitz, die hier mit scherenschnitten geschichten erzählt. sie sagt: "the haunting sound of 'down under, mining' immediately provoked images in my mind's eye that i felt could best be realised using clear, graphic shadow theatre. i had already been working with this technique for years, mainly for book illustrations. as a contrast to the shadows that represent the hard lives of miners in johannesburg in the 1900's, i used a white paper-cut technique, which depicts the present, where a woman confronts the ghosts of the past. on the technical side of things i was joined by video artist philine sollmann, who did the filming and editing of the piece, and sometimes joined me in playing the puppets." eine wirklich sehr gelungene umsetzung, die uns heute dazu zwingt, diesem video einen prominenten platz in unserem blog zu geben.



Down Under, Mining by Dear Reader

08.05.13 Hannover, Musikzentrum
09.05.13 Magdeburg, Moritzhof
10.05.13 Dresden, Scheune
11.05.13 A - Linz, Posthof
13.05.13 Stuttgart, Schocken
14.05.13 CH - Zürich, Rote Fabrik
15.05.13 CH - Basel, Kuppel
16.05.13 München, Atomic Café
17.05.13 Leipzig, naTo
21.05.13 Freiburg, Schmitz Katze
24.05.13 Köln, Gebäude 9
26.05.13 Münster, Gleis 22
27.05.13 Hamburg, Uebel & Gefährlich
28.05.13 Berlin, Lido

Donnerstag, März 14, 2013

eingestreut (495):alela diane


ein paar tage auswärtsspiel sorgen schon für so etwas wie geistige umnachtung. also, nicht totale verblödung, aber durchaus fehlenden peil, was so die aktuellen geschehnisse im 'eigentlichen' leben betrifft. ist ja ganz gut so der blick von außen. aber alles wird sich am ende wieder so ordnen, wie es ehedem war. würde es diesmal anders laufen, wäre es auch nur eine ausnahme. aber diese temporäre unordnung birgt auch kreatives potential. es ist nur nicht an mir, es gerade auszuschöpfen. ich bin wieder zurück. so viel ist sicher. was in der zwischenzeit nicht abgearbeitet wurde, blieb mir. alles. klar. wem denn sonst. aber vielleicht bringe ich doch etwas mit. ideen, ahnungen. etwas licht schien in eine der vielen hirnkastlecken. die ausleuchtung muss wohl das berühmte 'aufgehende licht' sein. mal sehen. überbrücken kann ich eigene ausstehende wunder immerhin mit denen anderer. die zurecht vielgelobte alela diane wird wohl bald nachlegen. die tracklist steht, man kann sie auf der instagram seite von alela sehen, der erste für die breite öffentlichkeit zur verfügung gestellte track "the way we fall" hält auf position drei ausschau nach bewunderung. "wild divine" lassen wir nun hinter uns und sehen deutlich gelassener in die zukunft von alela (und mir selbst).

the way we fall by alela diane

eingestreut (494): lizard kisses


seit 2010 finden sich einige releases für die lizard kisses in der discographischen aufführung, begonnen mit einer selbst veröffentlichten ep, über singles, kassetten und sogar ein buch steht zu... ähm... buche. ein kleinformatiges cd- piece wagt sich nun ans tageslicht, da die new yorker band es auf dem rührigen label wee pop! veröffentlichen will. das duo aus cory siegler & marc merza spielt einen verträumten,fast schon kindhaft angehauchten lofi pop, der stets einen dreher parat hat, eine schiefe note, etwas intransparentes und doch mit lieblichkeit und zugewandtheit brilliert. der vier tracker namens "loving creatures" ist auf 160 stück limitiert und erscheint am 19. märz. hier heißt es mal wieder ranhalten, sonst ist die auflage weg.

Mittwoch, März 13, 2013

eingestreut (493): engine


schleppend, stoisch fast kämpfen sich die jungs von engine durch den track "lands of sleep", nachvollziehbar, der titel gibt den marschrhythmus vor. nun, aufgewacht wird dann schon noch, schließlich kommt es, das video zeigt es an, zu außergewöhnlichen begegnungen. in den träumen? träumen tun die fünf aus dem westlichen lousiana auch. nachdem sie mit ihrem bereits dritten album "land of sleep" im letzten jahr an den start gingen, beschlossen sie auch präsenter zu werden und dabei vor allem auf die internet community zu setzen. in meinem fall ist ihnen das bereits gelungen, denn die folkinfizierten rockorgien dieser band haben es mir echt angetan. es wird in jedem song gefeiert, dass es eine freude ist. dazu eine trunkene stimme, arrangements, die nicht auf schönwetter, sondern auf bearbeitung setzen. sie katapultieren sich zwischen die fleet foxes, the felice brothers und dem charme eines bon iverschen justin vernon. mehr geht nicht, sorry. die jungs haben sich einen platz verdient, in Eurem herzen, im rockplymp vielleicht auch. ich hör mal eben weiter.


Dienstag, März 12, 2013

zu gehör getragen (168)

pickering pick – tropic (2013) 
> anmutig, narrativ, kontemplativ, berührend, über eine länge von elf songs irgendwann jedoch arg ermüdend, dennoch 3/5

dawn mccarthy & bonnie 'prince' billy – what the brothers sang (2013) 
> tolle kollaboration, die den everly brothers songs einen neuen stempel aufzusetzen weiß, ohne an der substanz zu nagen, 3,5-4/5

grouper – the man who died in his boat (2013) 
> ein gefühl lässt liz harris zurück, das man vielleicht immer wieder neu definieren muss, beeindruckend ist es stets, 4/5

kim janssen – the lonely mountains ep (2013) 
> er arbeitet an seinem denkmal, das in nepal fusst, sich am versmaß alter dichter, an kompositionen von britten und co. misst, 3-3,5/5

glotzt nicht so romantisch (494): conquering animal sound / ten kens / thalia zedek / petrels

das duo aus anneke kampman und james scott wird am 18. märz (chemikal underground) das zweite album unter tollem moniker herausbringen, den titeltrack gibt es nun auf augen und ohren, bin gespannt, wie Euch die schotten munden werden: conquering animal sound:
ultimate heat death of the universe by conquering animal sound



sie lassen sich unter heavy psychedelic artrock band subsumieren, freiweillig, ihr drittes album trägt den prägnanten namen "namesame" und ist für den internationaen release bereit, die band aus toronto veröffentlicht mitte mai auf eigenem label: ten kens:
ten kens - when a door opens by ten kens
 

das video zu "winning hand" mag auf den ersten blick ein schlichtes sein, aber ein ausdrucksstarkes ist es auf jeden fall, am 18. märz erscheint "via", der vorgestellte track ist der zweite auf dem thrill jockey werk: thalia zedek band:



"onkalo" ist der zweite release des in london beheimateten komponisten und soundkünstlers, veröffentlicht wird im märz auf denovali records, ein video unterlegt einen der flächig, sämigen tracks: petrels:

petrels - hinkley point balloon release by denovali

Montag, März 11, 2013

ein (p)fund mp3 (430)

im letzten (p)fund hatten wir erst auf das kommende album verwiesen, nun legt man aber mit einem zweiten song nach, da können wir nicht anders und heben eben erneut an, der track stammt vom debütalbum "tell where i lie", welches am 08. april via dirty hit erscheinen wird: fossil collective:
fossil collective - boy with blackbird kite by fossil collective

mit "walking field" präsentiert uns das rührige thrill jockey am 13. mai das debütalbum der von william cashion (future islands) und bruce willen (double dagger) geführten band, die die pure energie baltimores symbolisieren wird, wird sie?: peals:
peals - blue elvis by thrill jockey records

da braucht man nicht viel herum zu meinen, zu behaupten und zu reüssieren, mit "vanishing point" treten sie ab dem 02. april wieder auf den plan, "i like it small" macht recht schnell deutlich, dass sich an der ausrichtung wenig verändert hat, sub pop begleitet dieses unterfangen, selbstverständlich: mudhoney:
mudhoney - i like it small by subpop

gegenüber blogschreibern sind die promoter zuweilen anzüglich und behauptend, jedenfalls sei diese single, die am 18. märz via siluh records das licht der welt erblickt (album folgt anfang mai), ganz meine tasse tee, "with to some abrasive german styled electronics and “japan” influenced dreamy big synths", na denn, alter schwede: francis international airport:
francis international airport - the right ones by siluh records

avisiert ist der 25. märz für das neue album "blindspot" (auf state 51 conspiracy), pitchfork, mojo und konsorten tanzen schon im dreieck, da ist bislang nur der name des ehemaligen absentee mannes und seiner getreuen programm, der song macht die runde, zurecht?: dan michaelson and the coastguards:


auf die kommende ep "small batch" hatte ich bereits zweimal mit dem selben song hingewiesen, "bumper" ist aber auch ein großartiges beispiel für das poptalent des australischen duos, extro.fm veröffentlicht am 19. märz, nun noch ein appetithappen daraus: the cannanes:

sagt man dann bislang uner- oder ungehört?, jedenfalls eine truppe aus dem britischen königreich, die mit ihrer neuen single "nip it in the bud" ab 15. april an den start gehen will, mit im boot once upon a time records, ok?: china rats:
china rats - nip it in the bud by china rats

(p)fund 421 hatte bereits eine kostprobe aus dem kommenden album parat, nun steht eine zweite bei fuß, sie hinkt zwar hinterher, denn der release von trouble honey lag beim 01. märz (siluh records), macht jedoch die single nicht schlechter: sex jams:
sex jams - deicer by siluh records

sie veröffentlichen am 14. mai auf polyvinyl ihr debütalbum "curiosity", ein titel, den eigentlich jedes album implizieren sollte, rocky tinder und eric phipps machen zudem auf dem cover neun trackers ordentlich was her: wampire:
wampire - spirit forest by polyvinyl records

das neue album "the big defreeze" kommt bald, heißt es, zumindest aber kann man einen ersten track aus einer appetithappen- ep posten, "hands up" hat vier tracks zu bieten, den titeltrack bringen wir Euch nahe: the travelling band:

es ist nur ein probieren und dokumentieren, doch ich mag das launige kerlchen und seine sprüche, sein gebahren, vielleicht kann man ja Euch auch ins boot holen, würde mich freuen, bis dahin verneigen sich das klienicum und herr: alabaster deplume:
you already know by alabasterdeplume

mit "fangs" wollen sie die ersten neugierig machen, es gilt vorzubereiten auf das debütwerk "wooden swords & stolen echoes", welches am scherztag im april veröffentlicht werden soll, das mit den namen und betitelungen hat die truppe aus oakland auf jeden fall schon mal drauf: magic fight:
fangs by magicfight
 
masha qrella
20/03/13 Hamburg (DE), Nachtasyl @ Thalia Theater
21/03/13 Muenster (DE), Eule
23/03/13 Oldenburg (DE), Umbaubar
24/03/13 Hildesheim (DE), Haus der Braut
12/06/13 Nuernberg (DE), MUZ
13/06/13 Frankfurt (DE), Das Bett
14/06/13 Stuttgart (DE), Merlin
15/06/13 Karlsruhe (DE), Kohi

matmos
13/03/13 Fribourg (CH), Fri-Son
17/03/13 Muenchen (DE), Frameworks Festival
24/03/13 Koeln (DE), Stadtgarten
25/03/13 Hamburg (DE), Kampnagel

zs
20/04/13 Koeln (DE), Studio 672
21/04/13 Erfurt (DE), Museumskeller
22/04/13 Berlin (DE), Kantine am Berghain
25/04/13 Krems (AT), donaufestival
02/05/13 Geneva (CH), L’Ecurie
03/05/13 Duedingen (CH), Bad Bonn

eternal tapestry
20th Apr 2013 GERMANY Giessen, AK44
21st Apr 2013 GERMANY Leipzig, UT Connewitz
23rd Apr 2013 GERMANY Berlin, White Trash
25th Apr 2013 SWITZERLAND Chiasso, Gwenstival
27th Apr 2013 SWITZERLAND Lausanne, Le Bourg
3rd May 2013 FRANCE Paris, La Maroquinerie w/ Lumerians

Sonntag, März 10, 2013

neue töne (1252): bloody amateur



kann sich noch wer an andy comer erinnern? vielleicht nicht direkt an den namen des sängers und gitarristen aus new york, aber eventuell an eine seiner kapellen. so gründete er nicht nur tel aviv, damals in louisville, seiner heimatstadt, sondern wenig später auch die prosaics, mit denen er u.a. auf matador veröffentlichte. klick gemacht? sie gingen damals mit the yeah yeah yeahs und den liars auf tour (in den staaten), im uk begleiteten sie the rapture. um andy comer geht es also, der nach dem ende von prosaics ungefähr 2005 begann, musik für filme zu komponieren. so schrieb er u.a. für vier streifen von sue de beer. als bloody amateur trat comer erstmals 2009 auf den plan. zunächst im new yorker the kitchen, später bei der 26jahresfeier von teen beat und alsbald im rahmen einer eröffnung zu ehren der installation bzw. des films von "the ghosts" von sue de beer. nun steht das debütalbum unter dem bezeichnenden moniker an, release: 05. märz. es wurde von james baluyut (versus, +/-) in brooklyn aufgenommen und von seiten des labels (teen beat) folgendermaßen bezeichnet: "is one of 2013's most striking debuts. it's a recording of dark and personal beauty-spare and assertive, intricate and electric." mit "companions" dürfen wir einen ersten appetithappen kosten und konstatieren einen sämigen sound, der leicht cinematographischen charakter trägt. vielleicht lehnt sich comer damit an seine soundtrackarbeiten an. gitarren forciert und mit einem warmen timbre in der stimme spinnt sich der songwriter durch den song und wird einvernehmlich von dichten soundwaben umhegt. inspiriert sieht sich comer übrigens von genregrößen wie the feelies, felt oder the go-betweens. wie gefällts es Euch?
bloody amateur - companions

Samstag, März 09, 2013

neue töne (1251): ajnabi


 in den berichten über die band howth (hier, hier, hier) war bereits immer mal wieder die rede von besuchen in israel. insbesondere blake luley zeigte sich stark beeindruckt vom leben dort. seine zeit als freiwilliger helfer in der westbank öffnete ihm die augen für manch unbill auf diesem planeten. diese eindrücke aber verarbeitete er nicht in wilden protestsongs, sondern behielt sich im gegensatz dazu das recht vor, sie in ambienten tönen unterzubringen. sein soloprojekt namens ajnabi gibt es bereits geraume zeit, aber erst jetzt, so schreibt blake, wäre es der richtige zeitpunkt, um damit an die "weltöffentlichkeit" zu treten. seine aktuellen beiden tracks "nablus" und "gaza" bezeichnet der musiker als abstrakte reflexionen und empfielt, sie unter kopfhörern zu geniessen. denn das steht im vordergrund: ein wegdriften, ein erholsames schwelgen auf diesen piano unterlegten soundwaben. das gelingt am ehesten noch beim weitgehend leichtgängigen "nablus". doch eine dunkelheit umgibt diese klänge, wenn man weiß, dass gerade der track "gaza" für blake kanalisation für die information eines neuerlichen kriegsausbruchs im herbst des vergangenen jahres war. dunkel dräut das ungewisse und das schemenhaft heraufziehende grauen. über die gut sechs minuten länge eröffnet sich das ungemach. kaltes grausen. der track enthält übrigens ein leicht angepasstes sample aus "america" von simon and garfunkel. veröffentlicht hat blake diese kleine ep am 19. februar. 

Freitag, März 08, 2013

eingestreut (492): kid canaveral


einen guten tagesabschluß will ich einleiten mit diesem vierer aus edinburgh, der sich gern als "a two-boy/two-girl group" vorstellt. es handelt sich dabei, um genau zu sein, um: david macgregor (lead vox/guitar), kate lazda (lead vox/guitar), rose mcconnachie (backing vox / bass) und scott mcmaster (backing vox / drums), die sich vor gut sieben jahren zusammenschlossen zu: kid canaveral setzen auf topmelodien, liquide und zugleich druckvolle produktion. ich liebe das hitpotential, das auch der kostprobe vom neuen album "now that you are a dancer", es ist das zweite der freundlichen truppe, innewohnt. der longplayer erschien am 04. märz auf dem feinen schottischen label fence und enthält sicher noch eine menge mehr solcher stolzen perlen. aber die entdeckt Ihr mal schön selbst.

kid canaveral - the wrench by fence records

neue töne (1250): toby goodshank (tour)


neulich hatten wir über die mädels von the baby skins geschrieben. sie waren ein teil der tourband von toby goodshank. über selbigen gilt es nun zu berichten, denn er hat nicht nur ein neues album vorbereitet, sondern zugleich auch eine weitere tour, die ihn in unsere gefilde treibt. ab mitte april lässt sich also das the moldy peaches mitglied von frankfurt aus maß nehmend in einigen deutschen städten finden. die daten findet Ihr weiter unten stehend. wem außer der beteiligung an der legendären antifolk band keine weiteren fakten zu dem burschen aus new york bekannt sind, der sei daran erinnert, dass toby auch bei double deuce, the tri-lambs und the christian pirate puppets sein unwesen trieb. nicht zuletzt aber, und dies gilt es zu betonen, war er stets ein profilierter solokünstler, der es innerhalb von fünf jahren auf vierzehn alben brachte, der auf tour mit jeffrey lewis und kimya dawson war, der seinen ganz eigenen stil gefunden hat. den setzt er auch auf seinem neuen album "minus dias"! fort. neben seiner freundlichen gitarrenarbeit und dem stolzen gesang ergänzt er um fein getunetes. ein paar soundspritzer, stets mit bedacht gesetzt, die die sparsamen arrangements gekonnt ausstaffieren. am präsentesten sind aber stets die melodien, songs, die somit leicht in erinnerung bleiben. etwas das anschmiegsame "comet", das vertrauen erweckende "four stars are drawing in around you" oder der hier auch angegebene titeltrack "minus dias" mit seinem wachen drone. goodshank hat aber noch mehr zu bieten, zum beispiel texte, die stets zum nachdenken anregen. sei es über ärgerlichen beziehungskram, sei es über große existentielle probleme. schön, dass er uns hierzu mit ins boot holt. schließlich noch ein paar bilder an den start gebracht und die künstlerpersönlichkeit toby goodshank ist komplett vorgestellt? mitnichten! schaut ihn Euch live an, ein lohnendes erlebnis!




12.04. Frankfurt - Die Fabrik w/ Susie Asado
14.04. Düsseldorf - Die Kassette
15.04. Köln - Die hängenden Gärten von Ehrenfeld
16.04. Utrecht - DB's
17.04. Brussels - Le Chaff
18.04. Paris - Les Balades Sonores
18.04. Paris - Le Motel
19.04. Paris - Oliver Peel Session
20.04. Nancy - Off Kultur
21.04. Zürich - Bar 3000
22.04. Wien - The Loft
23.04. Kraków - Piękny Pies
24.04. Warszawa - Cafe Kulturalna
25.04. Łódź - Owoce i Warzywa
26.04. Chemnitz - Lokomov
27.04. Leipzig - Wärmehalle Süd
28.04. Berlin - Pink Melon Joy*
29.04. Hamburg - tba

Donnerstag, März 07, 2013

glotzt nicht so romantisch (493): wake owl

tatsächlich bereits mehr als ein jahr her, dass ich einleitend zum bericht zur ersten wake owl ep "wild country" das wort "wow" in den mund nahm. dieser einträchtige folksound ging mir sofort unter die haut. nun soll das kleine wunderwerk auch im uk stattfinden (ab 15. april via dirty hit records). um dieses fest gebührend zu feiern, wurde ein video gedreht, das wir nun an Euch weiterleiten. musik wird nicht schlecht und das lässt sich auch heute noch beleumunden. viel spaß!

eingestreut (491): stephen steinbrink (tour)


by nick coultas

gern hatte ich über stephen steinbrink berichtet und tat dies u.a. im märz 2010 mit den worten: "was einen darauf [gemeint war "ugly unknowns"] erwartet, gehört zunächst in die sparte lofi folk. der ist aber derart vielfältig und von allen seiten abgebrannt, dass lofi hier nur als schimpfwort durchgehen kann. feinst abgestimmt, mit ausgefeilten arrangements, stilistischer mannigfaltigkeit und lyrischer beschlagenheit entwaffnet dieser verrückte kerl unversehens. seine gitarre befördert, seine perkussiven finessen ornamentieren, seine stimme lockt. ganz fabelhaft. vergleiche kann man nur mit den großen anstellen. karl blau, zum beispiel." der aus olympia stammende musiker und künstler hat seit jenen tagen weiter fleißig gearbeitet und u.a. mit "i drew a picture"  ein weiteres feines album im vergangenen jahr herausgebracht. via bandcamp könnt Ihr es Euch zu gemüte führen und vielleicht auch auf die kommende tour vorbereiten, denn stephen wird im april einige shows in unseren breitengraden spielen. es ist der erste europa aufenthalt des jungen kerls und sollte ihm gut in erinnerung bleiben. nachfolgend die tourdaten und aktuelles akustisches wie visuelles material. ich hoffe, wir sehen uns!




02.04. Potsdam - Waschhaus
03.04. Berlin - Monarch
04.04. Leipzig - Wärmehalle Süd
05.04. Berlin - secret location
06.04. Frankfurt - Plank!
07.04. München - innen.außen.Raum
08.04. Graz - Platoon
13.04. Wien - Rhiz
14.04. Dresden - private Matinee Show

Mittwoch, März 06, 2013

neue töne (1249): vorschau orange blossom special 17, teil 4


akt vier. der vorhang lüftet sich für neue bands, für ein einträgliches programm, das in diesem jahr rund 150 menschen mehr zukommen wird. denn das orange blossom special festival hat sich leicht vergrößert. eine mauer musste teilweise weichen, so dass fressbuden ins abseits rücken und etwas mehr zuschauer, zuseher, zuhörer blick und hörfreiheit auf die bühne bekommen. es ist eine art anerkennung, die sich die festivalmacher damit selbst erteilen. und mit recht. denn der ausgewogenheit neben der abenteuerlichkeit solch eines unternehmens sollten so viele wie möglich teilhaben dürfen. schauen wir also, was das obs 17 noch geboten haben wird.


das procedere ist ganz normal. das album kommt auf den markt, und um es ordentlich zu bewerben, wird kurze zeit später fleißig getourt. nicht anders wird es von den treetop flyers gehalten. also die fakten: am 03. mai wird auf loose music das werk des britischen fünfers erscheinen und ab mitte mai sind sie dann auch auf tour durch deutsche städte: 13.05. köln, blue shell; 14.05. hamburg, prinzenbar; 15.05. haldern, pop bar; 16.05. berlin, privatclub mit fulminantem abschluss in beverungen, auf dem obs. was dürfen wir erwarten? mit "the mountain moves" haben die londoner ein album "voller hoffnung, ehrlichkeit und wahrlich großen harmonien" geschrieben, wie es uns der freundliche promoter mit auf den weg geben will. gleichzeitig suchte man verweise zu the band, neil young, little feat, fleetwood mac..., nicht die schlechtesten referenzen. produziert wurde zudem von noah georgeson, der sich immerhin bereits an joanna newsom oder devendra banhart versuchte. dürfte alles in den kosmos des orange blossom passen, oder? gewiss, gewiss, entspanntes folkrocken hat dem festival von jeher gut gestanden.

long cold winter by treetop flyers 


zu dry the river bin ich vielleicht gar nicht so berufen, ihr letztjähriges album cancelte ich mit knappen drei sternchen ab und legte sie unter ferner liefen in meiner jahresendliste ab. aber, und vielleicht wird das in diesem fall besonders deutlich, unterscheiden sich hier tonträger und liveauftritt auf besondere weise. ich werde das überprüfen. dass die herren festivalveranstalter schon geraume zeit, sprich jahre, probieren, die jungs zu buchen, spricht zudem für die aus dem uk stammende band. ca. 2009 kamen sie zusammen, wobei besonders spannend ist, dass hier die unterschiedlichsten biografien und herkünfte aufeinander trafen. vom studenten über den ehemals obdachlosen bis hin zum klassisch ausgebildeten musiker reicht die spannbreite. zusammen in einem haus in stratford, im londoner osten, lebend, musizierten die fünf auf teufel komm raus. noch im selben jahr putzten sie mit einer ersten ep die türklingen, um alsbald als supportact tourneen zu spielen. headliner shows folgten ebenso wie das einspielen offizieller releases. "shallow red" hieß folgerichtig das debütalbum, das es übrigens mittlerweile auch in einer akustikvariante ("shallow bed") gibt. was sich auf tonträger im detail verlieren mag, opfert sich live voraussichtlich für energetischen schub. so lassen wir auch dieses konzert mit freude auf uns zukommen. Ihr auch?
dry the river - no rest by dry the river
 
dry the river - new ceremony by dry the river
 

dass mick flannery kaum über sich reden mag, zählt ganz sicher zu den besten eigenschaften des iren. wobei mir auch keine schlechten einfallen würden. sich selbst bezeichnet er schon mal als 'grumpy' oder behauptet, dass er ein gutes pokerspiel nicht ausschlagen würde. ansonsten muss wohl seine musik für ihn sprechen. biografisches ist kaum hinterlegt. wohl weiß man, dass er auf einem bauernhof in cork geboren wurde und seine erste berührung mit musik ein unplugged nirvana cover von bowies "the man who sold the world" war. später trieb es ihn in die staaten, er hatte zuvor eine kurze zeit in einem irischen college verbracht. in nashville gewann er überraschend preise für seine kompositionen. also durchsetzungsstark auch auf fremder wiese. die festivalmacher konstatieren zudem: "die songs von mick flannery klingen erstaunlich reif und tief melodisch. seine texte sind geprägt von großer beobachtungsgabe, aber auch von beißender direktheit. er ist dazu bei aller zurückgenommenheit auch ein äußerst humorvoller entertainer. seine lakonischen ansagen und kommentare sorgen ebenso für verzückung wie seine emotional aufwühlenden songs. mick flannerys stimme ist darüber hinaus erhebend, verfügt über ein prägnantes, folkiges soul-timbre." klingt durchaus nach einem sehr guten part im diesjährigen festivalprogramm.

gone forever (live) by mickflanneryofficial

so, für heute zum abschluß noch zwei teilnehmer aus deutschen landen. zum einen haben wir mit boy division wiederholungstäter am start, die nun aber die hauptbühne (schlacht-) rocken dürfen, zum anderen gibt es die one man band mighty mike zu bewundern, die diesmal die kleine publikumsbühne samt bespielbaren motorrad einnehmen wird. zweimal rock 'n' roll pur, so viel ist gewiss. wer sich ein bild machen will, was da wohl auf ihn zukommen mag, dem zeigen wir bewegtes.



Dienstag, März 05, 2013

konzert: the sea and cake, 02.03.13

the sea and cake. die knapp zwanzig jahre, die diese band auf dem buckel hat, kann man schnell wieder vergessen, wenn man die unverkrampftheit und die musikalität des letztjährigen, mittlerweile elften albums "runner" begutachtet. gleichzeitig gilt es die wandlungsfähigkeit zu beachten, die gabe sich neu zu definieren, ein ende einzuläuten, dem ein anfang innewohnt. sam prekop begann also die arbeiten zum neuen werk mit synthesizern, atypisch abseits des gitarren verwöhnten startprocederes, und überließ später den bandkollegen die einordnung, bearbeitung, verdichtung und vollendung. irgendwo zwischen collegeattitüde, jazzaffinität und der gabe zu kontemplativen rock befindet sich der aktuelle vierer, der einst aus gastr del sol und tortoise hervorgegangen, heute noch typen wie eben sam prekop, aber auch archer prewitt und john mcentire aufbietet, die sich vor allem unabhänigkeit auf die fahnen geschrieben haben. da lebt noch etwas von einem geist, von dem keiner mehr die adresse zu wissen scheint. davon lebt gleichzeitig thrill jockey, ihre labelkonstante, aber auch all jene, die sich künstlerische unabhängigkeit wünschen, fans, kritiker, kollegen. für die diesjährige europatour konnte man niemand anderen als den profilierten douglas mccombs verpflichten und schlägt so den bogen zurück zu tortoise bzw. zu den wurzeln einer rockinfizierten vergangenheit, die heute von elektronischer vor- und zuarbeit und sanftmütiger strahlkraft übertüncht, aber nie gänzlich verdeckt wird. und das sollte sich vor allem live beweisen.


das milla in münchen hat schon einen status, obwohl es noch recht jung ist. der club, im umtriebigen glockenbachviertel gelegen, hat sich zu der konzertlocation schlechthin gemausert. liest man. mein erster besuch stand noch aus. so wie man einst 'die dietrich' hauchte, so spricht man heute schon von 'das milla'. ob dies ein gutes oder schlechtes zeichen ist, sei hinten angestellt. der kellerschlauch, den man von der straße aus betritt und der zu einigen stufen abwärts zwingt, erweist sich als recht gemütliches gemäuer, das an diesem abend, wir schreiben samstag, den 02. märz, pumpvoll mit menschen unterschiedlichsten alters angefüllt ist. die jungen und die altsemester verteilen sich anfangs noch recht angenehm über das mit einem schrägen fußboden versehene ehemalige bachbett. später wird es etwas enger. die jungs vom millaphon label suchten die eier legende wollmilchsau und haben sie vielleicht in diesen ungewöhnlichen räumen gefunden. denn neben der funktion 'konzertstätte' ist das milla auch club und kneipe und tanzbar und was auch immer noch. nun waren the sea and cake angesagt, der post-, art-, mathrock vierer aus chicago und alle kamen. konstatierend kann man an dieser stelle bereits sagen, dass man selten so viele glücklich grinsende gesichter auf ü40 mienen gesehen hat.

an diesem wundervollen abend drängte sich eine begrifflichkeit auf, die ich noch nicht ganz zufriedenstellend benennen kann. erwachsenenmusik in etwa. also, von und für erwachsene. ausgewogen, auf den punkt, professionell, ohne statisch, dogmatisch oder begrenzt zu sein. im gegenteil zeigte sich der vierer dynamisch, mitreissend, akzentuiert, spielfreudig und energetisch. dabei wiesen the sea and cake eine perfekte organisation auf, das zusammenspiel war nicht nur exakt, sondern neben der gekonnten abstimmung auch umtriebig, ausbalanciert, voller enthusiasmus und gleichzeitiger kontrolle. es war ein fest, den musikern zuzusehen, zuzuhören und sie auf dieser einzigartigen reise zu begleiten.

zunächst galt es aber zu warten. der anvisierte beginn von 21 uhr verstrich unbesehen. erst knapp eine halbe stunde später gönnten uns die akteure ihren anblick. sam prekop betrat als erster die bühne, in dem er von einem raum hinter und etwas oberhalb der bühne herabstieg. er breitete seine unterlagen vor dem mikrofonständer aus und nuckelte wartend an einer wasserflasche. schließlich kamen auch archer prewitt, der freundlich bebrillte, john mcentire, das schlagzeugbiest und douglas mccombs, der basshero, auf die übersichtliche bühne. ein kurzes verständiges nicken, ein antakten durch mcentire und los rollte die perfekt geölte maschinerie. die ersten vier titel zollten zunächst dem letzten album tribut und kamen auf verwunschene weise noch schöner, eleganter, noch fein austarierter an den mann, als es "runner" aus 2012 bei den letzten durchläufen imstande gewesen war. die finesse und die schönheit der lieder ließ sich erst mit der livedarbietung erschliessen. tiefenwirkung auf umwegen.



 
sam prekop, der über das steil aufragende mikro gebeugt, den blick zumeist nach unten sandte, um die texte auf den großen tafeln ablesen zu können, wie er seine sämig, samtene stimme zu einer sonoren wie schmeichelnden lesart trimmte und gleichzeitig sein gitarrenholz auf rittmeisterliche art bearbeitete. archer prewitt, der stets in bewegung befindliche, der schon längst höchst dekoriert sein müsste angesichts einer meisterschaft an seiner sechsaitigen, die ihresgleichen sucht. wie er punktuell kontrastierte, wie er manisches lancierte, wie er dem twang zu neuem schwung verhalf, wie er dem jazz beine machte, wie er flinken fingers noten zauberte, von denen man bis zu diesem zeitpunkt noch nichts wusste. den blick abzuwenden fiel schwer. wenn da nicht john mcentire wäre, der hinter seine schiessbude werkte wie ein losgelassener. im schweißnassen hemd verließ er am ende die bühne, nachdem er zuvor für einen schub sorgte, in den sich die kollegen einreihen mussten. sein drumming hat etwas besonderes, es ist knallig und zugleich bis in die kleinste ecke ausgefeilt. die vielzahl seiner crash- und ridebecken unterstreicht diesen aspekt. nebenbei grimassierte oder sang der profilierte lauthals mit. allein das war schon eine schau. schließlich darf douglas mccombs in dieser aufreihung nicht vergessen werden. mit seinem alten fenderbass sorgte er für aufregende momente. tief aus dem hintergrund brummte sich das feiste organ in die gekonnte soundmischung. manchen läufen konnte man nur bewundern hinterher glotzen. die meisterschaft dieses mannes hätte man nur allzugern etwas mehr am bühnenrand entdecken wollen.




doch am ende war es die symbiose dieser vier, die zu einem unwahrscheinlichen erlebnis führte. einem hohelied der livekunst, da die schwungvolle fahrt von zeitlosen melodien begleitet, da unbarmherzige wucht von kunstfertigkeit gebremst wurde, da die leidenschaft die pole verrückte. was auf den alben brillant klingt, erfährt in der umsetzung auf der bühne eine steigerung durch den kraftvollen aufgalopp, das wiegelied im gitarren forcierten schritt und durch den vergnüglichen trab, den die band schließlich einging, um ihrem begeisterten publikum dank zu sagen. das aber gelang ihnen allein schon mit der auswahl der lieder. wenngleich die setlist denen zurückliegender konzerte glich, war sie doch mehr als nur ein hoffieren der eigenen karriere. sie ergänzte die promotion des aktuellen albums "runner" (grün markiert) - immerhin tauchten sieben tracks daraus auf - um songs aus dem ersten, selbstbetitelten album ("jacking the ball"), aus dem hervorragenden zweiten album "nassau" ("parasol" wurde in der zugabe viel umjubelt begrüßt), aus dem 95er "the biz" ("leeora"), aus dem tollen 97er album "the fawn" ("the argument"), aus einem meiner lieblingswerke "everybody" (2007, "middlenight", "crossing line", "exact to me") und dem 08er "car alarm" ("weekend", "the staircase", "window sills"). schließlich ergänzt um "an echo in", dem verweis auf die "glass" ep aus dem jahr 2003.
zwei zugaben vergönnten uns die drei. und danach machten auch wir uns glücklich grinsend auf die rückreise. highlights wie das steil forcierte "on and on" oder das flagellante "new patterns" lange noch im ohr.
setlist: the invitations / on and on / harps / a mere / jacking the ball / weekend / staircase / middlenight / window sills / pacific / crossing line / exact to me / new patterns / the argument / an echo in / leeora // the runner / parasol // ?

Montag, März 04, 2013

ein (p)fund mp3 (429)

nicht zu verwechseln mit der tollen folkband mit dem "the" davor, doch auch die schweden ohne haben was drauf, wenngleich sie durchaus beizeiten eine glühende e-gitarre hervorzuzaubern wissen, demnächst mit debütwerk (26. april) und tour: woodlands:
woodlands - housebuilding by ingrid

mit "london bound" bietet diese noch junge band aus leeds einen perfekten auftakt für das noch in diesem jahr erscheinende debütalbum, vorab aber tut Euch gütlich an dieser popperfekten single, die am 18. februar via bleeding gold erschien: just handshakes:
just handshakes - london bound by bleeding gold

die gruppe gibt es seit 2011, der sechser ist in brighton stationiert und wirft anfang märz eine auf 250 stück limitierte single über paradyse records auf den markt, die mit "into the night" einen kleinen hit enthält, bei uns die flip: blaenavon:
denim patches by blaenavon

die rotznäsige brooklyner songwriterin, die gern auch mal unter dem label folkpunkerin firmiert, absolviert im märz eine tour durch den südosten der staaten, was uns recht wenig tangiert, aber die songs zu ihrem fünften album "tempest in a teacup haben es uns angetan, es erscheint anfang mai: mal blum:
overseas now by malblumpr
  side i'm on by malblumpr

kann man gern noch einmal aufnehmen, ende des jahres veröffentlichte ernest jenning record co. diesen ganz erstaunlichen mix aus mathrock, folk und psychedelica auf dem album "a.m. landscapes", die nachfolgenden tracks sind bestes beispiel für die klasse der band: takka takka: takka takka - we are pilgrims no nore (the end of our traveling days) by ernest jenning
  takka takka - how to eat a wolf by ernest jenning

der eine war vom anderen ein fan und schrieb im jahr 2001 mit "plastic wood" ein cluster beeinflusstes album, dem anderen gefiel es, die unregelmäßigen treffen kulminierten schließlich 2011 in eine ernsthafte zusammenarbeit, die sich nun am 22. februar mit einem werk namens "selected studies vol. 1" auszeichnet (bureau b): lloyd cole und hans-joachim roedelius: lloyd cole/hans-joachim roedelius - pastoral by bureaub

jon porras und evan caminiti setzen mit ihrem neuen release, "v" erscheint am 15. april auf thrill jockey, noch mehr auf snythie-, schwebesounds, mit "the long shadow" werdet Ihr in diese "neue" welt hervorragend eingeführt: barn owl:
barn owl - the long shadow by thrill jockey records

mal sehen, was es mit dieser truppe aus liverpool noch auf sich haben wird, mit der heimatstadt bin ich nicht nur musikalisch verbunden, also hoffe ich, dass sich der umtriebige sound noch etwas differenziert und personalisiert, die ersten songs sind jedenfalls im kasten: vasco da gama: vasco da gama - brigadiers by supercatpr


na, Ihr werdet auch auf den 08. april warten, gell, denn dann wird endlich das debütalbum "tell where i lie" des fünfers aus leeds erscheinen, die nach ihren beiden eps zu den großformaten übergehen, mit "under my arrest" ein erster ohrschmeichler: fossil collective: fossil collective - under my arrest by fossil collective 

so gar nicht und unbedingt meine musik und dennoch macht der sound der sich aus oakland und berkeley rekrutierenden truppe irgendwie süchtig, "loving you down" ist die zweite single von der kommenden debüt ep, die man via bandcamp bestaunen kann: bells atlas: loving you down by bells atlas