Dienstag, März 04, 2008

neue töne (260): cloudberry records

heute gibt es nachschub vom lebendigen cloudberry label, die ihren großartigen, regelmäßigen auswurf fließig beibehalten. und mittlerweile haben sie sich in der gemeinde einen stattlichen status erarbeitet. viele blogs halten das fähnchen hoch.
bereits beziehbar:

Montag, März 03, 2008

neue töne (259): j. tillman

die homepage des j. tillman ist stark reduziert. sie erinnert mich an das hotel im münsterland, in dem ich vor einigen tagen nächtigen musste. dieser leblose landbarock, dem jeglicher, ihm vielleicht noch innewohnende zauber dadurch ausgetrieben wurde, dass das moderne leben mit seinen technischen errungenschaften und farben und möbeln usw. einzug halten durfte. beißt sich halt. was das mit tillman zu tun hat? das aufeinandertreffen schlichter gemüter?
wann habt Ihr das letzte mal einer waidwunden mundharmonika gelauscht? zu zeiten, da es schick war, sich mit neil young zu beschäftigen? später noch? tillman lädt genau dazu ein. er stopft die lücke zwischen den frühen siebzigern und dem jetzt, dem substanzlosen jetzt. wenn man ihn singen hört, will man von nichts anderem mehr beseelt werden, außer diesem rein mechanischen vorgang. die stimme flackert, die gitarre gestrichen, der sound organisch wabernd, wie er sich dir näher bringt. der atem gestreckt und die lungen quellen im nächsten moment über. in die kapillaren presst sich das güldene gut und breitet sich aus. tillman muss man etwas hinterher streifen, um zu entdecken, wo er herkommt, was er geleistet hat. "cancer and delirium" heißt dieses intensive werk aus 2007, auf yer bird records. neben der gitarre taucht seltener ein banjo, ein glockenspiel auf. "minor works" erschien 2006 auf fargo. davor hatte josh eine karierre auf keep recordings, die sich vor allem auf cdrs beschränkte.
ein neues werk steht ins haus, das releasedatum aber ist noch nicht bekannt. "vacilando territory blues" wird es heißen und einen song daraus stellt tillman bereits ins netz.
myspace
j. tillman - steel on steel (2008)
j. tillman - ribbons of glass (2007)
j. tillman - evans and falls (2007)

Sonntag, März 02, 2008

neue töne (258): tickley feather

wer auf dem vom animal collective gegründeten label Paw Tracks veröffentlicht, ist auf gewisse weise bereits verortet. denn die dort - neben oben benannten und panda bear - beheimateten wie z.b. ariel pink setzen auf die besonderen noten. diese in folge ergeben häufig spannende klangkonstrukte, die immer einer melodie vorschub leisten, die wiederum alles zusammenhält.
tickley feather ist annie, die bereits zwei kleine veröffentlichungen vorweisen kann, nun aber mit einem full length auf paw tracks durchstarten möchte. die verspielte elektronik ist ihr hintergrund, eine auffällige, starke stimme ihr abziehbild. das ergibt kindercore im besten sinne des wortes. straffällig einfach, simpel ist hier nichts. ziellos ebenso wenig, obwohl immer wieder ein track zu entfliehen droht. lofi- charakter (im heimischen wohnzimmer wird aufgenommen, bei den profis produziert) und der charm eines lebendigen casio stehen pate.
pate steht die gesamte paw tracks gemeinde. einerseits wird der jungen dame nachgesagt, dass sie wie die weibliche ariel pink variante klingt, andererseits spielte sie bereits einige shows mit panda bear, um später genauso auch mit dem animal collective auf die bühne zu steigen. viel bessere unterstützung kann man sich wohl nicht wünschen. eine vinylversion ihres selbstbetitelten albums wird es auch geben, ab 02. april auf badmaster.

Freitag, Februar 29, 2008

neue töne (257): andy combs and the moth

andy combs: "vocals, guitars, piano, banjo, keyboards, bass, harmonica, pots & pans, art, percussion, bass synth, engineering and production", so steht es auf der homepage von andy combs and the moth. da weiß man ganz genau, wohin man sich "and the moth" stecken kann. wer nun allerdings mit billigem homerecording rechnet, irrt. denn andy legt wert auf eine vernünftige produktion, die seiner multiinstrumentalität und all den beigefügten gimmicks rechnung trägt. seine musik soll verhuscht sein, spukig zuweilen, eine art folk allemal. und dann doch lofi, denn bei aller detailverliebtheit, rührt das simple hier an.
zwei veröffentlichungen gibt es, die man sich in gänze von seiner homepage herunterladen kann. da wäre zunächst die auf "The Spaceship & The Bathyscape 1" hörende ep aus dem jahr 2005. die genauso wie "the robot in the clouds" (2006) auf tingle finger records erschien.
wer den hort von gnadenloser und jederzeit wunderbarer selbstverliebtheit sehen will, muss sich dorthin begeben, wo sie wie hier in musikalische statements kanalisiert wird. ein vergnügen, ein diesseitiges, unmittelbares. gerade auch, wenn andy aus portland die rockigen töne anschlägt oder den blues findet. myspace
andy combs and the moth - the bloodship (2006)
andy combs and the moth - service station (2006)
andy combs and the moth - under the pielight (2005)
andy combs and the moth - when you never come around (2005)

Donnerstag, Februar 28, 2008

neue töne (256): cloud cult

mit "Feel Good Ghosts (Tea-Partying Through Tornadoes)" hat man dem fest einen namen gegeben, der garantiert erinnert wird oder, so man ihn denn vergisst, sofort wieder auftaucht, so bald jemand ihn nennt. in 2007 hat die band mit "meaning of 8" eines meiner lieblingsalben vorgelegt. was soll/wird da/nun noch kommen? werden sie einzelne muskeln ausdefinieren, das komplexe gebilde konstrastierter gestalten? will ich das? kann auf so ein glanzvolles album ein besseres oder wenigstens ebenbürtiges folgen? skepsis ist berechtigt.
doch die ersten zeichen am bewölkten himmel weisen auf einen gedeckten tisch. appetit habe ich. und es wird aufgefahren, elektrisches rasieren, feierliches erheben, gesteuerte wehmut, klingen und stürmen. orgeln, erweckungsmelodei, progressiv!
Cloud Cult - When Water Comes to Life

in eigener sache (17)

nächste sendung auf stone.fm am 13.03., ab 20:00 uhr. die sendung wird auf den namen "(p)fundstücke, die dritte" hören und fast ausschließlich 08er tracks enthalten. es tendiert gegen ruhig, muss ich nach mehrmaligem genuss der bereits in bronze gegossenen compilation konstatieren. aber sie ist wunderschön!
und so funktionierts: geht auf die stone.fm- seite, drückt den "live stream"- button und schon seid Ihr drin. der winamp öffnet sich von allein. im rolling stone forum wird gleichzeitig ein thread eröffnet, in dem die aktuelle sendung diskutiern kann.
zur einstimmung:
evangelista - winds of st. anne

Mittwoch, Februar 27, 2008

ein (p)fund mp3 (94)

mir gefällt das neue album "devotion" immer besser, eine vordere listenplatzierung nicht ausgeschlossen:
auf matador, ab 03.06. wohl zu haben, die neue von:
offensive bei polyvinyl records, "Some Racing, Some Stopping" heißt das album von:
Headlights - This One (live on Daytrotter.com)
erinnert sei dabei noch einmal an mein bisher zweitliebstes album aus 2008:
ida - late blues (2005)
erste news sickern durch zum neuen werk "pershing":
eine ganz erstaunliche nachricht, "all we could do was sing" kommt im mai 2008:
auch hier ist ein neues album in der mache:
Catbird Records neue ep, limitiert!:
ebenfalls auf catbird:
arbeiten an ihrem zweiten full length, hier zwei tracks aus 2005:
neu auf moshi moshi!:
25.04.A-Krems Donaufestival
26.04. DE-Schorndorf Manufaktur
28.04. DE-München FreiheizHalle
29.04.DE-Köln Gloria
01.05.DE-Berlin Maria
deus (neues album: 21.04.)
09.Apr.2008 20:00 Roxy Saarbrücken
10.Apr.2008 20:00 Alte Feuerwache Mannheim
14.Apr.2008 20:00 Kulturkirche Köln
15.Apr.2008 20:00 Melkweg Amsterdam
24.Apr.2008 20:00 Trabendo Paris
07.Mai.2008 20:00 Elsenhalle München
09.Mai.2008 20:00 Rote Fabrik Zürich
10.Mai.2008 20:00 Linzfestival Linz
11.Mai.2008 20:00 Flex Vienna

Dienstag, Februar 26, 2008

neue töne (255): boca chica

eine band um hallie pritts aus pittsburgh, die flotten folk aufs parkett wirft, dem man nur zu gern erliegt, "transform into beasts" hieß ihr 07er album, das von einer örtlichen zeitung mit neil young in der "harvest" phase + "hipster cool of neko case" verglichen wurde. es ist bereits das zweite album. und in ihrer heimat wurden sie im vergangenen jahr in die top 5 der lokalen musikgrößen gewählt. das sind die kleinen bausteine zum großen erfolg. der bleibt ihnen vorerst verwehrt. doch das kann keinesfalls an ihrem output liegen. hallies stimme und das wohlgeratene drumherum laden förmlich mit offenen armen zum vergnügen ein. die sparte, in der sie sich zuhause fühlen, ist aber gerade dieser tage gut belegt.

Montag, Februar 25, 2008

neue töne (254): kaki king

manches übersieht man einfach. die berühmten bäume im wald und so weiter. sicher ist mir das eine oder andere kaki king album bereits unter die hände gekommen. aber wirklich wahrgenommen habe ich es dann jedenfalls nicht bzw. nicht so, dass ich mich heute erinnerte oder damals so angefixt war, mich um mehr zu bemühen, der jungen new yorkerin fortan ergebener fan zu sein. denn immerhin stehen schon drei alben auf ihrer discographyliste, mit Everybody Loves You (2003, Velour Records), Legs to Make Us Longer (2004, Red Ink Records) und …Until We Felt Red (2006, Velour Records). das vierte befindet sich kurz vor dem stapellauf. dazu später mehr.
aufgewachsen in atlanta, heute in new york lebend, befasste sich kaki king zunächst mit dem schlagzeugspiel, wechselte dann zur gitarre. erste öffentlichte auftritte finden in der new yorker u-bahn nach dem 11.09. statt, um die menschen aufzuheitern. fingerstyle gitarristin nennt man sie, ihre ersten demos gerieten in die richtigen hände und so konnte 2003 ihr debutalbum erscheinen. ihre gitarre auch als percussionsinstrument zu benutzen, zeichnete die junge frau in ihren frühen jahren aus, so als sei es nötig, durch gesteigerte dramatik auf ihre anliegen aufmerksam zu machen. mittlerweile bewegt sich kaki king immer mehr zum alternativen pop. auf ihrem 06er album geht sie gar mit band an den start.
"dreaming of revenge" heißt nun das neue werk und ist auf den 11.03. datiert. es klingt ursprünglich und zugleich modern. kein großes aufgebot, aber dennoch dichter klang. zartes gitarrenspiel und dennoch ein breitwandkosmos. verspielte electronica und dennoch klare aussagen. ein spannendes werk ist ihr gelungen, das deutlich macht, wie wandlungsfähig kaki king ist, wie wenig sie sich vereinnahmen läßt, noch dass sie irgendwem irgendetwas schuldig wäre. sie läßt die großen plattenfirmen links liegen, kehrt zu verlour records zurück, bekennt sich zu ihrer gleichgeschlechtlichen sexualität und setzt ihr ideen konsequent musikalisch um. reife, muss man attestieren, drückt sich in ihrem neuen werk aus.
zuletzt übrigens mitarbeit beim "into the wild"- soundtrack, unterstützung bei alben der foo fighters und tegan and sara.
Kaki King - 2 O’Clock

Sonntag, Februar 24, 2008

ein (p)fund mp3 (93)

hübsch unterhaltsam, aus 2007, beheimatet hier Killbeat Music:
Two Hours Traffic - Heat Seeker (live at the Horseshoe - June 9, 2007)
Two Hours Traffic - Stuck For The Summer
die ep heißt "Sleepie Eepie" und kommt am 18.03. heraus:
Great Northern - Telling Lies
eine tolle nachricht von labrador ist, dass die ersten vier club 8 alben neu aufgelegt werden. originales design + bonustracks. das aktuelle album kann bezüglich kauf nur richtungsweisend sein:
Club 8 - Everlasting Love
Club 8 - Love In December
Club 8 - Spring Came, Rain Fell
Club 8 - Saturday Night Engine
das album heißt: "Girls in the White Dream" und startet am 15. april:
Water Fai - Kaiyon
wochenendempfehlung, auf baskervillehill:
Throw Me The Statue - Lolita
"fireproof" heißt die aktuelle cd, an einem tag in einem feuerwehrhaus (auf deutsch eine katastrophe - firestation) aufgenommen, kommt auf cooking vinyl:
Dawn Landes - Bodyguard
das zweite album auf Bar/None Records steht an:
Oppenheimer - Straight out of Comp'in'

MOTORPSYCHO
17.05.08 - (D) Berlin - Postbahnhof
18.05.08 - (D) Cologne - Live Music Hall
20.05.08 - (D) München - Backstage Werk
30.05.08 - (D) Bremen - Schlachthof
31.05.08 - (D) Hamburg - Fabrik

22-Pistepirkko 2008
28.03. DE - Marburg, KFZ
29.03. DE - Münster, Gleis 22
30.03. DE - Stuttgart, Laboratorium
01.04. CH - Zürich, Rote Fabrik Ziegel Au Lac
02.04. CH - St.Gallen, Pallace
03.04. AT - Wien, B72
04.04. AT - Salzburg, Arge
05.04. DE - Dresden, Puschkin
06.04. DE - Leipzig, Moritzbastei
08.04. DE - Erlangen, E-Werk
09.04. DE - Jena, Rosenkeller
10.04. DE - München, 59:1
11.04. DE - Bielefeld, Forum
12.04. DE - Cottbus, Gladhouse
13.04. DE - Hamburg, Knust
26.04. DE - Berlin, Magnet

A Fine Frenzy Tour 2008
13.04.08 Hamburg Stage Club
14.04.08 Berlin Franz Club
15.04.08 Köln Stadtgarten
16.04.08 München 59:1

Simone White
01.Apr.2008 20:00Brotfabrik FRANKFURT
02.Apr.2008 20:00Knust HAMBURG
06.Apr.2008 20:00Roter Salon BERLIN
11.Apr.2008 20:00Luxor COLOGNE

Samstag, Februar 23, 2008

listenterror: beste alben 2008

update februar

****
1.) the magnetic fields – distortion
2.) ida – lovers prayer
3.) evangelista – hello voyager
4.) mia doi todd – gea
5.) merz - moi et mon camion
6.) cat power – jukebox

***1/2 - ****
7.) toumani diabate - the mande variations
8.) thao nguyen & the get down stay down - we brave bee stings and all
9.) baby dee – safe inside the day

***1/2
10.) vampire weekend – s/t
11.) little annie and paul wallfisch - when good things happen to bad pianos
12.) the ruby suns – sea lion
13.) ports of call – like thieves
14.) beach house – devotion
15.) lightspeed champion - falling off the lavender bridge

*** - ***1/2
16.) the helio sequence - keep your eyes ahead
17.) xiu xiu – woman as lovers

***
18.) get well soon - rest now, weary head, you will get well soon
19.) the mountain goats – heretic pride
20.) malcolm middleton – sleight of heart
21.) the billionaires - really real for forever
22.) school of language - sea from shore
23.) jason collett – here’s is to being here
24.) hello, blue roses - the portrait is finished and i have fail to capture your beauty…
25.) aaron thomas – follow the elephants
26.) british sea power – do you like rock music?
27.) bernard allison – chills & thrills
28.) say hi - the wishes and the glitch

**1/2 - ***
29.) chris walla - field manual
30.) willy deville – pistola
31.) times new viking - rip it off

Freitag, Februar 22, 2008

neue töne (253): rusalnaia / stephanie hladowski

eine überaus spannende kombination, die da camera obscura records auf den plan brachte. ihr aktueller output ein werk namens "rusalnaia" vereint unter dem selben namen zwei damen mit großer erfahrung. auf der einen seite sharron krauss, in der tradition englischer folksinger stehend und bereits mit größen wie the iditarod, fursaxa, meg baird oder helena espvall arbeitend, daneben gillian chadwick, das ex-reverie mitglied. das vorhaben: " Rusalnaia is about honouring (some would say placating) the Rusalki - mischievous water nymphs capable of tickling victims to death - with song, dance, tree-decorating and wreath-making." sehr folkig, spukig das vorhaben, aber mit liebreiz und charme. im vordergrund stehen die gesänge der beiden damen, ätherisch und dennoch greifbar und nah. folktrance. ab 11.03.08.

singing knives records brachte dieser tage die 10''er "the high nest" von stephanie hladowski heraus. das label schreibt dazu: "Four traditional songs exquisitely sung by Stephanie with accompaniment on bouzouki, clarinet and pedal harmonium by her brother Chris (of Nalle & The Family Elan) and cello by Isobel Campbell." der opener "in the month of january" verzichtet gänzlich auf unterstützung, hier erlebt man hladowski solo, accapella intoniert sie mit einer fragilen, brüchigen stimme, die jedoch mehr ergreift denn abschreckt. sehr intim. free folk.

bitte die verlinkten myspaceseiten nutzen, um zu hören.

Donnerstag, Februar 21, 2008

konzert: john vanderslice, 20.02.08

john vanderslice kommt und keiner geht hin. so muss man leider den rückblick auf das gestrige konzert überschreiben. in den straßen der bajuwarischen metropole steppt zwar der bär, die bars, kneipen und restaurants sind gut gefüllt. als wir jedoch gegen 21:30 uhr das atomic betreten, verlieren sich im club gerade mal zehn hanseln. wer davon zum personal gehört, ist nicht auszumachen. mitten in der woche, recht später beginn, vielleicht keine glückliche konstellation.
wir lassen uns davon nicht irriteren, ordern vom netten personal ein frisches bier, begutachten die umstehenden, ratschen und sind in banger erwartung ob des kommenden. wird vanderslice arg enttäuscht sein, wird er sich bedeckt halten, nur ein kurzes set bieten? jeder künstler reagiert auf solche situationen anders. die minuten gehen dahin, zögerlich tritt der eine oder andere in den kleinen raum und sorgt somit für bewegung in dieser separierten welt. als zunächst ian bjornstad und john vanderslice die bühne betreten und ihre gerätschaften prüfen, dürften ca. 40 zuhörer versammelt sein, die unvermittelt von john an die bühne gebeten werden. der künstler wirkt aufgeräumt, etwas verschlafen, aber engagiert und motiviert. dave douglas übernimmt seinen platz am schlagzeug und los gehts. und was könnte ein besserer start sein als "kookaburra", der opener des aktuellen albums und gleichzeitig eines seiner höhepunkte.
schnell wird klar, dass hier profis am werk sind. nicht nur, weil sie ausgezeichnete instrumentenbeherrscher sind, sondern weil sie mit den gegebenheiten umzugehen wissen. kein gedanke wird darauf verschwendet, dass die anzahl der anwesenden rückschlüsse auf die eigene bedeutung zuließe oder gar auf die qualität der eigenen musik. im gegenteil bedankt sich john artig beim veranstalter für die überaus freundliche begrüßung, das besonders leckere catering und die nette dame, die dafür vor allem verantwortung trug (djane ac casey). das sind allerdings nicht alle aufmerker des abends. vielmehr stehen, liegen oder ruhen sie in form von moog- synthies auf der bühne. neben einem ebenfalls in die jahre gekommenen keyboard die wesentlich zum einsatz kommenden instrumente. einen der oldies bespielt ian, den zweiten beherrscht der drummer nebenbei mit der rechten hand, um flinke bassläufe zu zelebrieren. das sieht man auch nicht alle tage. der sound ist dementsprechend außergewöhnlich, angenehm antiquiert. doch da dieser sich nur voll entfalten kann, wenn die moog gemeinsam mit dem keyboard flächig arbeiten, war das vergnügen begrenzt. denn nach etlichen problemen mit störrgeräuschen musste dem offensichtlich ungnädigen, dem keyboard nämlich, der stecker gezogen werden. auch diese situation bewältigte vanderslice mit grandezza und gab in straßenmusikermanier inmitten der zuschauer ein lied zum besten. nach "kookaburra" folgte "tablespoon of codeine", danach "angela" und "exodus damage" von 'pixel revolt'. ob zu dritt, zu zweit in allen denkbaren variationen - außer, dass vanderslice nicht dazugehören würde - immer spielt die band nah am "original", insbesondere die gitarren klingen studiert. johns gesang allerdings ist die krönung. seine stimme ist brüchig, überhaupt nicht kräftig, aber präsent und dennoch stark, variabel und ergreifend. zwischen den songs gibt es immer wieder kleine kommentare, anspielungen. "up above the sea" von 'cellar door' und "the tower" von 'emerald city' sowie "greyhound" und "cool purple mist" von 'life and death of an american fourtracker' stehen in der folge auf dem plan.
auch einen munteren tourtross hat vanderslice. neben seiner freundin/frau, einer kleinen, aufmerksamen, hübschen, etwas schüchternen blondine auch weitere damen, die geradezu als rahmenprogramm fungierten, wie sie da am rande des kleinen häufchens publikum für zusätzliche unterhaltung sorgten, indem sie ungezwungen quatschten, gackerten und spässchen machten. wirklich störend war es nicht, solange man sich nicht in ihrer nähe aufhielt. denn aus den lautsprechern tönen laut genug die worte zum wunderbaren "numbered litography" ('emerald city'):
I've never been lonelier
a light-skinned black held up a
Charles Rennie Mackintosh numbered lithograph
I moved to the edge of the suburbs
and lost most of my friends
I've never been lonelier
I've never been lonelier
bird crashed through my window
and he panicked and thrashed
up against the window glass
he crashed and crashed
mit "hite dove" wird der abgang geübt. die zugabe gibt es dann zu dritt unter den zuschauern. der drummer greift sich eine trommel, der pianomann eine kleine quetsche und john sich die gitarre. so intonieren sie "time travel is lonely" in der streetversion.
nach und nach strömen jene besucher in den club, die auf tanz und djeeing erpicht sind. sie sind respektlos und laut. ein unschöner abschluss. john sieht das genauso.
john vanderslice - angela (live 2006)

Mittwoch, Februar 20, 2008

neue töne (252): plants and animals

folkballaden und shanty in einem atemzug, da werde ich aufmerksam. eben so werden die songs von plants and animals anlässlich ihrer albumveröffentlichung "parc avenue" von ihrer plattenfirma secret city records beschrieben. dazu betrachte ich mir das plattencover, auf dem eine robin hoodeske ansammlung von menschen im wald sitzend, stehend, gaffend zu sehen ist. zusätzliche dinge wie boxen, telefon und campingstuhl sowie wimpel, plüschbär und staffelei verwirren zunächst, heitern das ambiente dann aber auch ungemein auf. releasetermin für das elf-track-werk ist der 26. februar.
hinter plants and animals versteckt sich, ganz im gegensatz zum erwähnten cover, ein trio, namentlich warren spicer: guitar, vocals, matthew 'the woodman' woodley: drums, percussion, vocals und nicolas basque: guitar, bass, vocals, die allesamt aus montreal stammen (oder halifax, um dann nach montreal zu ziehen) und sich gern der roots erinnern wollen, die sie meinen vor allem im bluegrass und den saftigen tönen von 70iger jahre gitarren zu finden. dem will auch niemand widersprechen, wenn nicht sie selbst sich auch vorstellen könnten, dass ein breitwandorchester einem wunderbaren popsong den marsch blasen kann. insofern unterscheidet sich der longplayer enorm von der spartanischen "with/avec" ep, die bisher als einziger output der band zu werten war. myspace
plants and animals - Faerie Dance

the early judgement (11): merz

glaubt man sich auch über die jahre geschärft wie eine dieser japanischen klingen, die hundertfach geschmiedet und immer wieder neuerlich ins feuer gelegt wurde. so darf man sich dennoch als musikaffiner nicht gänzlich auf den ersten eindruck verlassen. zu viele stolperfallen hält der zeitige rausch bzw. der frühe mißmut noch bereit. die stimmung, das vor- und auch das nachher, der bisherige ouput des künstlers usw. von so vielem beeinflusst darf, nein muss man sich weitgehend befreit wissen, um ein treffliches urteil fällen zu können. von emotionen übermannt, ist die gefahr eines rechtschaffenen aburteilens zu groß.
die karriere des sich hinter den vier buchstaben von merz versteckenden conrad lambert verfolge ich, da mir deseinst "loveheart" in die hände fiel und ich schnellstens nachholte, mir das debut zu besorgen. sagen umwoben waren die vorhaben und immer wieder aufs spannendste aufbereitet. im wald verschlossen, gerade noch den majorvertrag zerrissen, um auf das grönemeyer label grönland zu wechseln, immer wieder von allen seiten, u.a. chris martin gelobt, ob seines mutes, seiner außergewöhnlichen musik.
folk vielleicht, singer/songwriter nicht nur, für electronica zu erdig, bliebe letztlich eine mixtur, die am ehesten noch mit tripfolk umschrieben werden kann. auf "merz", 1999 auf epic erschienen, gefallen vor allem die verzwackten spielereien, die dem song nie im wege stehen, im gegenteil dergestalt förderlich sind, dass sie betonen oder unterstreichen. "engine heart" trieb es dabei auf die spitze, weil es eine dem ohr schmeichelnde melodie mitführte. "lotus" agierte mit rudernden armen, und die wirren beats gefielen sich in harmonie mit den gesängen des conrad lambert. ein album, das letztlich nicht in sich ruhend, stimmig wirkte, wie zusammengetragenes laub, das sich nicht binden lässt. aber die einzelnen blätter dufteten und strahlten in den schönsten farben.
die dichte und die spannung von "loveheart" erhöhen im direkten vergleich das 06er album immens. es ist geschlossen, wie aus einem guss, weder zerfasert noch zerfahren, es fließt und gibt sich in aller offenheit dem hörer hin. die melodien sind grandios, lamberts stimme bricht sich immer wieder neu an ihnen. er ist teil ihrer selbst und schwimmt wie auf einem schlingernden floss auf ihnen. das spinett dirigiert flirrend seinen drohenden untergang. über allem "butterfly" und man möchte schon ein wenig lächeln.
"moi et mon camion" heißt nun das neue album von merz ('camion' steht für laster, also "mein laster und ich") und wird wie sein vorgänger bei grönland (16.03.) erscheinen. in den vorabinformationen hieß es, dass "moi et mon camion" seine arme um "loveheart" schlingen würde, um es zu beruhigen und um ihm zu sagen, das alles gut sei. nach neuerlichem genuss von "loveheart" muss ich sagen, dass es nicht nötig ist, dieses werk zu wärmen, zu trösten, es zu beschwichtigen. es ist autark und manifest und bedarf nicht mehr als beachtung. genauso wie der neue output. der kommt auf subtilere art eindringlich daher. etwas sehnender der anklang, etwas wenig strittig der abgang. homogenität zeichnen ihn ebenso aus wie die songwriterische brillanz, mit der lambert zu werke geht, ohne wagnisse zu scheuen. doch die liegen nicht wie findlinge im weg, eher gesäumt wie kiesel am straßenrand. der hörer muss sich hier auch umsehen. im gemeinen die größe finden. harmonischer ertönt vieles, weniger brüche sammeln sich und der musiker kann als offenbar geheilter, weniger getriebener wahrgenommen werden. es ist eine erlösung, merz so entspannt zu hören. langsam löst er sich von mystizismen und wechselt das ufer zu erkennbarer größe. ein album, das ihm nicht im weg stehen sollte. vorerst: ****, und für dieses urteil habe ich mir mehr zeit genommen.
merz - verily (video)
merz - postcard from a dark star (video)

Dienstag, Februar 19, 2008

neue töne (251): the rural alberta advantage

wenn man sich darüber gedanken macht, tagträumt, sinniert, wie so eine band aussehen könnte, an der man selbst gern beteiligt wäre, käme zumindest ich zu dem schluß, dass sie ähnlichkeit mit the rural alberta advantage haben dürfte. nicht nur weil mir deren musik dufte ins ohr geht, sondern weil mir auch ihr outfit (in gänze) zusagt. diese dreierkombi mit dame, das instrumentarium. sie touren fleißig, sind freizügig was mp3s und fotos anbelangt und haben eine unkomplizierte, hübsche homepage.
aktuell weisen sie ein album vor, welches nach einer ep aus 2006 als debut zu werten ist. "hometowns" heißt es und gibt im titel bereits preis, dass "The Rural Alberta Advantage play indie-rock songs about hometowns and heartbreak, born out of images from growing up in Central and Northern Alberta. They sing about summers in the Rockies and winters on the farm, ice breakups in the spring time and the oil boom’s charm, the mine workers on compressed, the equally depressed, the city’s slow growth and the country’s wild rose, but mostly the songs just try to embrace the advantage of growing up in Alberta." leider wird die cd lediglich bei konzerten vertrieben. allerdings verspricht die gruppe auf der homepage, dass man all jenen helfen wird, die es nicht zu einem konzert schaffen. also werde ich in den kommenden tagen mal eine email auf die reise schicken. und die geht dann an Paul Banwatt, Amy Cole und Nils Edenloff, namentlich die mitglieder der band, die auf myspace toronto als heimat angeben.
the rural alberta advantage - Don't Haunt this place
the rural alberta advantage - Sleep All Day
the rural alberta advantage - In the Summertime

Montag, Februar 18, 2008

ein (p)fund mp3 (92)

"blood moon" heißt das aktuelle werk, satte 18 tracks:
ab 01. märz auf cloudberry neu im virtuellen regal:
seit 15. februar neu auf cloudberry records zu haben, die single der:
aktuelles werk auf happy happy birthday to me:
die band spendiert einen neuen song, appetithappen für das kommende album:
zur vorbereitung auf das konzert am mittwoch zwei ältere songs:
john vanderslice - the kingdom (from pixel revolt, vinyl only)
john vanderslice - Kyoto Pond (vinyl-only track on the Sea Level pressing of Fourtracker)
am 06.05. mit neuem album:
ebenfalls auf matador, mit re-release:

service:
Amy Macdonald
4th March 2008 Paris France - Café de la Danse
06.03.2008 - Cologne, Germany - Geb 9
07.03.2008 - Berlin, Germany - Magnet Club
08.03.2008 - Munich, Germany - Ampere
09.03.2008 - Frankfurt, Germany - Brotfabrik

Tindersticks
29.04.08 Berlin - Volksbühne

Brimstone Howl
20. Mrz. 2008 20:00 La Mecanique Ondulatoire Paris
27. Mrz. 2008 20:00
Alte Haeckerei Karlsruhe
30. Mrz. 2008 20:00
Konstanz Konstanz
31. Mrz. 2008 20:00
TBC Freiburg
05. Apr. 2008 20:00
Theaterkeller Gottingen
08. Apr. 2008 20:00
Sonic Ballroom Koln
11. Apr. 2008 20:00
Gleis 22 Munster
12. Apr. 2008 20:00
Beat Club Hamburg

The Indelicates
28.Mrz. 2008 20:00 PRIVATCLUB (Record Release Show) BERLIN
23.Apr. 2008 20:00
GRUNER JAEGER, Album Tour HAMBURG
24.Apr. 2008 20:00
BLUE SHELL, Album Tour KOLN (Cologne)
25.Apr. 2008 20:00
CAIRO WURZBURG
26.Apr. 2008 20:00
BABALU MUNICH
28.Apr. 2008 20:00
WEEKENDER CLUB INNSBRUCK
29.Apr. 2008 20:00
ZUM TEUFEL HEIDELBERG
30.Apr. 2008 20:00
AMP MUNSTER
03.Mai. 2008 20:00
KARRERA CLUB @ BANG BANG CLUB BERLIN
05.Mai. 2008 20:00
B72 VIENNA
06.Mai. 2008 20:00
BEATPOL (FORMER STARCLUB) DRESDEN
07.Mai.200820:00
ENGELSBURGERFURT

Sonntag, Februar 17, 2008

glotzt nicht so romantisch (16)

mein bloggerfreund oliver von meinzuhausemeinblog meinte, dass es ihm auch gelänge, eine rubrik 'glotzt nicht so romantisch' anständig zu füllen. hier seine beiträge:
lisa li-lund - meet me up here (video)
cocoon - tell me (live)
dafür, dass der bursche in paris wohnt, ist ihm doch eine vortreffliche auswahl geglückt. nein, gerade weil er in paris wohnt und die dortige szene wie seine westentasche kennt. paris - die musikhauptstadt europas. vielen dank, oliver!

Samstag, Februar 16, 2008

ein (p)fund mp3 (91): humblebee recordings

im zuge des frischlings von the airfields' "up all night" macht es sinn, das label, welches das album veröffentlicht, ein wenig näher vorzustellen, denn dort tummeln sich neben den überfliegern einige andere erwähnenswerte acts, die auf diesen seiten allerdings, so wird sich einiges doppeln, durchaus schon erwähnung fanden.
humblebee recordings ist in kanada, genauer edmonton stationiert und begann seine karriere mit der veröffentlichung von cdrs von penti und the film stills. danach stellte man unverzüglich auf die pressung von normalen cds um. unter den künstlern des labels tummeln sich ua.a. the state of samuel, ein projekt des jungen samuel petersson aus varberg in schweden, der im klienicum gern gesehener gast ist, und der in 2007 auf humblebee einen ganz hervorragenden nachfolger zum ersten longplayer "mutiny on mercury" auf diesem label überhaupt herausbrachte. mit postal blue, wax & wane und vor allem den loveninjas finden sich weitere bekannte acts, die geködert werden konnten. postal blue aus brasilien brachten u.a. ein album bei shelflife heraus, die loveninjas sind mittlerweile bei labrador unter vertrag. häufig werden labels wie humblebee als sprungbrett genutzt, um sich die hörner abzustossen. macht aber nichts. denn so lange diese anfänge rückverfolgbar sind, die musik verfügbar und die discography einzelner bands damit auch übersehbar bleibt, ist alles in ordnung. hier nun einige musikalische leckerbissen aus dem katalog der kanadier. zu beziehen sind vor allem die aktuellen auswürfe über vollwert records, dem nachfolger des vielfach bekannten indieopas.
Penti - Större planer (from: International Borders Series 1 CDR)
Loveninjas - Meet Me Here (from: I'm Really Sorry CDEP)
The State of Samuel - On a sunny day (from: Mutiny On Mercury CD)
The State of Samuel - The Residents of Gloom (from: Here Come The Floods CD)
Wax & Wane - Dark Times (from: Desert 10" EP)
The Diskettes - Art (from: S/T CD)
Apple Orchard - A Hiding Smile (from: A Hiding Smile 7")
Postal Blue - The World Doesn't Need You (from: Road To Happiness CDEP)
The Airfields - Lonely Halls (from: Laneways CDEP/10")
The Airfields - Never See You Smile (from: Up All Night CD)

neue töne (250): scary mansion

leider verschwinden sie so schnell wie sie einst zahlreich waren: gut ausgestattete bandwebseiten. sie sind myspace zum opfer gefallen, und als dem medienzeitalter unterworfener kann man darüber nicht nur böse sein. denn der zugriff auf hörbares erleichtert doch kaufentscheidung und befriedigt neugier erheblich. allerdings verliert dabei manche combo ihre visuelle ausdrucks- und damit zum teil auch anziehungskraft. scary mansion sind leah hayes: vocals, electric guitar; braadley banks: bass und ben shapiro: drums. mehr erfährt man über die offizielle seite nicht. diese steht auch eher leah zur verfügung, um ihre malerischen aktivitäten zu präsentieren. also brauchts auch hier den sprung richtung billig zusammengeschustertes irgendwas auf dem tummelplatz der hoffnungen. was man dort allerdings zu hören bekommt, macht definitiv lust auf eine der im januar erschienen debut- cds. das werk heißt "Every Joke is Half the Truth" und erscheint auf zum records. mit expressivem gesang stattet leah hayes, die in einem früheren karriereabschnitt mit david ivar von herman dune das noiserock- duo satan's finger bildete, die ausformulierten kleinen songs aus. heraus kommt eine mischung aus sonic youth, royal trux und wenn man so will auch eine prise songwritertum ala will oldham oder frühe cat power.