Montag, Juli 20, 2009

ein (p)fund mp3 (208)

matinée records verschenkt zwei songs zur woche, also, flink zugreifen, im übrigen bands mit einem großartigen output:
Tender Trap - Ampersand
The Windmills - Summer Snow
mein hinweis auf eleven records, einige vortreffliche acts sind hier zuhause und es soll für heute die musik für sich sprechen:
jherek bichoff - 3:53.353
Jason and Jay - Eleven Saints
Jason Webley - Map
Jason Webley - Graveyard
Jason Webley - Dance While the Sky Crashes Down
led to sea - million stars
einer der neuesten tracks auf greyday records, die uns allen zur verfügung stehen, eine band aus north carolina (chapel hill):
I Was Totally Destroying It - The Witch Riding Your Back
und außerdem ist nun auch die single "Of All the Wonderful Things" draußen, der vorbote auf das neue album, das noch in diesem jahr kommt, hier ein paar ältere songs:
Piney Gir - K-i-s-s-i-n-g
Piney Gir - Greetings, Salutations, Goodbye.
album kommt im september auf vice records:
The Almighty Defenders - Bow Down And Die
über ihn wollte ich längst schon einmal mehr geschrieben haben, ein norweger, der schon für viel furore im eigenen land, aber auch außerhalb sorgte, sein 08er album hieß "the plum album", daraus einiges mit obacht auf folk und folgen:
Haakon Ellingsen - Sunshine Girl
Haakon Ellingsen - The Teacher
Haakon Ellingsen - Dear Funny
und dann noch ein paar ganz aktuelle vögelchen:
Fruit Bats - The Ruminant Band (from "the ruminant band", 04.08., sub pop)
Jay Reatard - Wounded (from "watch me fall", 18.08., matador)
und schließlich mein alter freund chad vangaalen in verkleidung, hier sein elektronisches alter ego, album "Snow Blindness is Crystal Antz" kommt mitte august auf flemish eye:
black mold - metal spider webs
black mold - tetra pack heads

Sonntag, Juli 19, 2009

neue töne (632): boompa records

hat das schon tradition? eine labelvorstellung am sonntag? blödsinn, wirklich im rhythmus liegen wir hier nicht. weder mit dieser noch mit jener rubrik. und ein sommerloch haben wir auch nicht. diktiert wird das tägliche klienicum-geschäft lediglich durch die aktuellste entdeckung. nun. boompa records. howdy! oder boompa productions sind in vancouver stationiert und haben einige bekannte künstler aufgelistet. aha- effekte sind vorprogrammiert. da viele releases in europa durch andere companies vertrieben werden, bleibt der ausgangspunkt, nämlich boompa häufig vernachlässigt auf der strecke. the salteens, matt sharp, leeroy stagger sind auf dem kanadischen label ebenso zuhause wie small sins, the hylozoists, the rentals, cirlcesquare, woodpigeon und reverie sound revue.

ganz neu im stall ist er, arbeitet seit 2005 an seiner solokarriere und brachte in 2007 sein erstes album heraus, ursprünglich auch aus vancouver stammend, legt er nun mit dem album "mercury in songbirds" auf boompa nach, rock und country anleihen werden vorzüglich und gekonnt gemischt mit soulfärbung und charmanter ungestümtheit, wer noch einen trübe-wetter-lieblingssong braucht, bitte:
Patrick Brealey - I Don't Want to Hear Another Love Song

sie machen es dem hörer wahrlich nicht schwer, der kanadische fünfer spielt einen suchtförderlichen, somnambulen pop, der vor allem von der stimme lisa lobsingers und der luftigen atmosphäre lebt, in der sie sich frei entfalten kann, seit 2002 sind diese menschen aktiv und fördern perle um perle, eine ep und ein longplayer stehen bisher auf der habenseite:
Reverie Sound Revue - Arrows
Reverie Sound Revue - Rip The Universe

singer/songwriter bietet er und zeigt damit auch auf, wie vielseitig sich boompa zeigt, die haben dem in british colombia aufgewachsenen musiker bei seinem aktuelle album "everything is real" unter die arme gegriffen, nachdem er es auf seinem eigenen label rebeltone records herausbrachte (auch blue rose hat sich seiner angenommen), seine musik ist tief in der amerikanischen historie verwurzelt, mehrere alben, viele touren und große sideparts sind auf seinem kerbholz eingeritzt, von ihm wird man zukünftig noch einiges höre, tolle stimme, sehr gute songs und ausstrahlung:
Leeroy Stagger - Petrified World

das horn, das schon reverie sound revue bedient haben, ist auch jenes, an dem sich nachfolgende band gütlich tut, allerdings ist ihre popvariante wenig sphärisch und verheißungsvoll, hier sind die songs mehr auf den punkt gebracht, rhythmusorientierter, aber nicht weniger stimmungsvoll und gleißend, das letzte album "treasury library canada", im februar 09 herausgekommen, erscheint nun mit zusätzlicher 10track "houndstooth europa" bonus cd, zugreifen bei kanadas bestem geheimnis!:
Woodpigeon - Knock Knock
Woodpigeon - Oberkampf
Woodpigeon - Lay All Your Love On (abba cover)
Woodpigeon - love in the time of hopscotch
Woodpigeon - a moment's peace for mary christa o'keefe

handclaps und harmoniegesänge setzen widerum diese fünf aus vancouver ihrem erfrischenden pop zu, wir hatten sie bereits erwähnt, als wir über endearing records berichteten, wo die band ihr debut hinterlassen hatte (2000), der nachfolger "let go of your bad days" erschien in 2003 auf boompa, mittlerweile arbeitet man fleißig am nachfolger, mehrere tracks kann man sich via bandseite schon anhören, auch so eine kapelle, der man viel mehr zuspruch und erfolg wünscht:
The Salteens - Hallowed Ways
The Salteens - Kelly Nicoll
so, und nun schau ich mal, ob ich noch ein paar tracks der anderen boompa acts auftreibe, viel spaß beim selbststöbern auf boompa records!:
lullaby baxter - rattled little clam
lullaby baxter - knucklehead
cirlesquare - hey you guys (remix)
sekiden - up in the air
sekiden - autumn glass
sekiden - little darlings
run chico run - invisible
run chico run - slow

Samstag, Juli 18, 2009

glotzt nicht so romantisch (67): willoughby

eine der wirklich guten promomails von denen, die immer wieder gehäuft das postfach verstopfen. gäbe es diese ausnahmen nicht, würde ich mich mehr und mehr in die anonymität zurückziehen. willoughby ist ein künstler aus los angeles. gus seyffert steckt dahinter, der im letzten jahr mit "i know what you're up to" ein tadelloses debut vorlegte. seine musik ließe sich leicht romantisieren, so schwärmerisch, so schmiegsam kommt sie dir. die wurzeln irgendwo zwischen chet baker und elliott smith, hört sich willoughby heute an wie eine mischung aus andrew bird und ferraby lionheart. einige seiner songs sind mit bewegten bildern versorgt worden bzw. auch anders herum, wenn man an den wes johnson film denkt. zusatzinfo: zusammenarbeit gab es bereits mit inara george und junkie xl.
willoughby - story
willoughby - wonder
willoughby - frankenstein





Freitag, Juli 17, 2009

eingestreut (43): bombadil

gerade eben quasi haben bombadil ihr zweites full length an den start gebracht. "tarpits and canyonlands" folgte am 07.07. der frühen "bombadil ep" (2006) und dem debut "a buzz, a buzz" aus 2008. für den neuerlichen auswurf zeichnete erneut ramseur records verantwortlich, die jüngst erst durch the avett brothers so etwas wie ein quentchen berühmtheit erlangten.
nun, bombadil wissen nicht nur durch einen geschmackvollen namen zu gefallen, auch ihre musik lädt zum schwärmen ein, das ist schwelgerisch und kraftvoll zugleich, elegisch und dabei kalorienreich. die mixtur ist unscharf, da soll sich bolivianischer folk mit dem piedmont blues vermählen, psychedelic rock mit klassik einhergehen. esprit hat das, fürwahr, und ist nicht nur bloßer mitschunkelquark, tiefgang beweist die metrische lyrik. einer schrieb, es handele sich um die zirkusversion von the band. etwas gemein, denn zu akzentuiert, zu konzentriert ist das songwriting des vierers, zu inniglich das vorgehen, zu wenig publikumsorientiert das ansinnen. dass sie mit ihrer musik dennoch ein völkchen erreichen, wird den jungs aus durham nicht unangenehm sein. kaufen!
bombadil - smile when you kiss
bombadil - a buzz, a buzz

Donnerstag, Juli 16, 2009

ein (p)fund mp3 (207)

am 07. juli erschien sein debut, "fantasy nation" wird via twentyseven records präsentiert:
kordan - fantasy nation
sie hat einen neuen song von ihrem album "consolation prize" zum download preisgegeben:
julie doiron - when brakes get wet
"creaturesque" erscheint am 04.08. und passiert ganz unverhofft, auf secretly candian:
throw me the statue – ancestors
auch sie mit frischen tönen, ab anfang oktober wird es "bonfires on the heath" zu kaufen geben, auf merge:
The Clientele - I Wonder Who We Are
aufmerksam machen möchten wir auch auf die "valencia ep" (download only) mit diesem track vom 07er album "between a hundred lies", auf letterbox records:
peny century - nothing burns like bridges
er lässt es krachen und wir sind dabei, der svc artist auf dem weg zu einem neuen full length:
Seb Roberts - A Hesitant Pride
Seb Roberts - Tina
einiges aus der letzten series two records lieferung gilt es noch nachzureichen, mit dem ausdrücklichen verweis an den labelchef chris doch endlich mal die ganz aktuellen geschichten auf den plan zu bringen:
zunächst das album "playing in the rooms of twilight", von dessen band mir leider jegliche beschreibung fehlt, eine kapelle gleichen namens aus kalifornien ist mir unter gekommen, aber crystal palace reocrds anheim gefallen, ein frühes popsternchen auf jeden fall, vielleicht hat christopher hier etwas altes ausgegraben, ich werde dem noch nachgehen, bis dahin:
Chapter 29 - Benjamin's Dream
Chapter 29 - Thoughts Remain
Chapter 29 - Silence Hammers Down
mit "little estrada" tat sich im frühjahr diese band hervor, das besondere: sie stammt aus dem herzen russlands, aus moskau, sehr erfrischender sound:
Malkovic - This Is The Music
Malkovic - Leto
weepop! schreibt zu "original cast recordings": "A 14-minute indiepop musical written and produced by Brad San Martin of One Happy Island, featuring Kristin Andreassen (Uncle Earl, Sometymes Why), Nichole Ferree (Orange Nichole), One Happy Island, Desmond Reed, and Mark Robinson (Cotton Candy, Unrest).":
secret charisma - scene six

ACHTUNG! frontier ruckus haben am 19.07. noch einen konzerttermin frei, sie sind ab 18. juli abends/nachts mittels gemieteten auto von hamburg aus mobil, kieler/bremer, was auch immer im norden aktiv ist: ladet sie ein! unter meiner email adresse findet Ihr zugang zu einer der besten folkband dieser tage!

Mittwoch, Juli 15, 2009

neue töne (631): music for your heart

hier hatten wir wenig ausführlich, aber herzlich eine einführung in das label sunday service gegeben. da sich neues tut, schauen wir wiederum genauer hin. frische alben sind für den herbst im programm. so werden the innits "on the fence" vorlegen und music for your heart "turning marvel" (25.09.09).
hinter letztem moniker versteckt sich sandra zettpunkt, die in bern lebende hamburger multiinstrumentalistin. neben gitarre, bass und drums spielt sie auch piano und schreibt sich letztlich auch noch die songs auf den eigenen leib. was dabei herauskommt sind ein paar wunderbar einfühlsame, sparsam aufbereitete songs, die vor allem von dem reinen, weiblichen gesang zettpunkts leben. offenbar ist hier zunächst wenig, da musst du schon etwas näher rücken, um der gestandenen musikerin auf den leim zu gehen. ihre karriere umfasst bereits einige stationen, ob kajak, die fünf freunde, camping, glänta oder knarre: musste alles zurückbleiben (einige selbstgestrickte worte der sandra z., die auch auf byte.fm als djane aktiv ist, gibt es hier). ist vermutlich auch ein kurvenreicher weg gewesen, um sich schließlich als solokünstlerin zu etablieren. durchsetzungsstärke, selbstbewusstsein und ein hauch raureif sind dabei koordinaten, die mir trotz der zartheit vieler ihrer tracks in den sinn kommen. es schimmert mehr durch, als sandra zettpunkt auf den ersten blick preisgibt. ihren stimmlichen umfang bekommt man nur selten zu spüren, meist bleibt ihr gesang am boden, mit balletspitzen füßen tänzelt er darüber hinweg und legt sich offenbar nur auf das vordergründige fest. betrachtet man zusätzlich ein foto von sandra, kann einem schon der gedanke kommen, dass dem scharf geschnittenen gesicht durchaus bissigere töne entspringen könnten. gleichzeitig geben ihre trotzdem weichen züge eine tief verwurzelte sehnsucht wieder, wie von jemanden, der schon eine menge gesehen hat, der nun aber auch eine heimat gefunden hat. der titel des albums "turning marvel" reflektiert die polarität dieses bisweilen schwierigen, wenngleich in diesem fall vermutlich glücklich ausgegangenen unterfangens ganz anschaulich.
ich glaube, wir hatten früher auch mit thaumatropen gespielt, wenn nicht gar selbst welche gebastelt. denn nichts anderes ist ein turning marvel. vorne das pferd und auf der kehrseite die reiterin und dreht man die scheibe, auf der sich die beiden abbildungen befinden, an einem kleinen faden, glaubt man, ein reitendes mädel zu sehen. täuschung. der wir gerne auf den leim gehen.
sandra zettpunkt täuscht jedoch nicht. vielmehr klingen ihre lieder wie einladungen und wer noch etwas scheu darauf reagiert, hat später allemal die zeit, um aufzuholen. spätestens, wenn man die wahl bernerin in "the one" lächelnd singen hört, hat auch der letzte begriffen, dass hier alles mit rechten, aber eben wohlsortierten dingen zugeht. beigetragen haben dazu raymond mcginley (teenage fanclub), der bei den aufnahmen zur seite stand, bob weston (shellac), der für das mastering verantwortlich zeichnete und schließlich calexicos volker zander am bass. den rest übernahm die hauptperson selbst.
und so entstand ein album, dem die leichtigkeit widerfuhr, ohne dass es auf erkenntnis verzichtete, das sorgsam und gemäßigt seine kreise zieht, ohne repetitiv oder fad zu sein.

Dienstag, Juli 14, 2009

neue töne (630): austin lucas with the takers

hatte ich suburban home records schon mal im programm? ich muss mal recherchieren. wundern würde es mich jedenfalls nicht, denn die haben eine menge qualität am start. nicht zuletzt austin lucas. der hatte in 2008 mit "somebody loves you" einen echten hit abgeliefert. aufgewachsen in bloomington, indian, mittlerweile in portland lebend, wurde austin durch seinen vater robert, ebenfalls musiker, in den bannkreis dieses kulturellen ausdrucks geführt. vom kinderchor bis zur etwas erwachseneren ausführung war es kein allzu weiter weg, bereits mit 12 wendete er sich von den chorälen ab und dem punk und grindcore zu. aber auch dies ließ er hinter sich, um sich dem alt. country, bluegrass, americana, dem folk zuzuwenden. hier scheint der beleibte musiker seine passion gefunden zu haben. einen einblick in das dritte soloalbum, das erste, das er auf suburban home records veröffentlichte, geben wir mit dem kleinen player nachfolgend (mp3 wie immer anhängend).


ganz frisch ist nun die kollaboration lucas' mit den neuen labelmates the takers.

eine 7" ist eingespielt, enthält zwei neue tracks sowie zwei coverversionen und steht zur preorder bereits. the takers sind eine outlaw country band aus florida und allein diese kombi macht doch appetit auf eine hörprobe, oder? der sechser und austin lucas spielen zusammen auf, als hätten sie in ihrem leben nichts anderes gemacht. von einzelnen versöhnlichen tönen nicht kirre machen, die jungs rocken!
the takers - taker easy
the takers - curse of a drunk
austin lucas - somebody loves you

Montag, Juli 13, 2009

neue töne (629): western vinyl

für manchen künstler ließe man sich gerne mehr zeit. wenn man selbige in ausreichendem maße zur verfügung hätte. interessanter, aber eben auch nachvollziehbarer weise tummeln sich solche kreativen häufig auch unter einem dach, labeldach. da ist es ein leichtes bzw. weniger aufwändig, zusammenzufassen. hatten wir in der vergangenheit, in loser folge auch immer wieder getan.
so denn auch heute mit der bewunderung für western vinyl und sein attraktives programm. wer wusste denn schon, dass es hier bereits frühe gehversuche von songs:ohia, windsor for the derby, knife in the water, appendix out oder bonnie "blue" billy gab? neben den frühen dirty projectors oder bexar bexar (wir hatten berichtet), madagascar und julie sokolow, slow six und goldmund gibt es natürlich die ganz aktuellen acts wie balmorhea, j. tillman, christopher tignor, here we go magic, shuta hasunuma und peter broderick. und viele andere mehr.
eine stilistische ausrichtung lässt sich nicht festmachen, aber sicher die notwendigkeit, sich abseits vom mainstream zu behaupten, ob im rahmen von mäandernden gitarrenklängen, elektronischen grenzerfahrungen oder deutlichem indierock, immer wieder wird neuland erobert. und das, obwohl das label in austin, texas beheimatet ist. da erwartet man doch andere klänge, gell?
hören wir in einige projekte hinein und verteilen die neugier auf einige neue köpfe, vielleicht dockt auch Ihr mal bei western vinyl an.
ihren melodischen fäden folgt man einfach unheimlich gern, auch wenn sie sich kopflos verdrehen, so saumselig wie sich das gestaltet, ist die eigene wirrnis danach und mittendrin vermutlich geplant und letztlich eine art droge, so klare handwerkliche spuren, das dritte album ist erst vor kurzem erschienen (mittlerweile ist "all is wild, all is silent" bereits von einigen musikern im remix neu vertont, der dritte track ist ein auszug daraus), das siebenköpfige ensemble aus austin braucht mehr zuhörer:
balmorhea - harm and boon
balmorhea - remembrance
helios - truth
er hat eigentlich eine andere heimat (type, hush), aber für die musik zu einer tanzchoreography ließ er sich auf western vinyl nieder, ein paar eckdaten finden sich aus dem november 07 bereits im klienicum, hier ein kontemplatives, visuell anregendes werk, schließt die augen:
peter broderick - the path to recovery
er bläst in ein ähnliches rohr, zumindest was die sachtheit seiner musikalischen vorgehensweise betrifft, behutsam nähert er sich mit seinen elaboraten dem hörer und fördert dennoch originäres und zugleich anschmiegsames material zutage, distanzlosigkeit durch elektronische kühle und im selben moment empathische zuwendung, vermittelt durch den poppigen sog, dem tokyoter auf der spur:
shuta hasunuma - power osci
eine der schönsten entdeckungen sind sicher sie, aus den früheren mom hervorgegangen und nun mit "little brite" ihren erstling vorlegend, bruce blay und joel north mit unterstützung, erzeugen auf saiteninstrumenten und mit hilfe elektronischer patterns wunderbarste, tranceartige geräuschzustände, der warme anstrich, das süffige seufzen:
sleep whale - josh likes me
so abschließend gibt es noch einige tracks (zum teil nur ausschnitte), die auf weitere künstler aufmerksam machen sollen. ich hoffe, es war etwas für Euch dabei.
here we go magic - only pieces
j. tillman - james blues
callers - more than right
goldmund - leading

Sonntag, Juli 12, 2009

eingestreut (42): mediengruppe telekommander

"einer muss in führung gehen und alle andern auf der strecke lassen...", heißt es unzeitgemäßg in "einer muss in führung gehen", dem appetizer auf das kommende album (ende august) der mediengruppe telekommander (= florian zwietnig und gerald mandl aus berlin. der song gellt diebisch gut und man heimst sich ins fäustchen, freut sich, dass es diesen anachronistischen sound heute noch gibt. die single (und später auch das full length gleichen titels) gibts auf staatsakt (vielleicht noch, wenn nicht alle anderen wieder schneller waren).
mediengruppe telekommander - einer muss in führung gehen



18.07.09 D-Gräfenhainichen-Melt Festival
23.07.09 D-München-Free & Easy Festival
24.07.09 A-St Pölten-Beatpatrol Festival
25.07.09 D-Heidelberg-Karlstorbahnhof Sommerfest
31.07.09 A-Feldkirch-Poolbar Festival
01.08.09 D-Freising-Prima Leben und Stereo
07.08.09.D-Eschwege-Open Flair
08.08.09 D-Rothenburg-Taubertalfestival
14.08.09 D-Hamburg-Dockville Festival
21.08.09 D-Hannover-Bootboohook

Samstag, Juli 11, 2009

konzert: calexico, 09.07.09

ein schöner abend wars. v. und ich reisten hin und wieder zurück. unterhielten uns vorher kurz über calexico und hinterher ebenso. ein paar worte genügten, um die vorfreude auszudrücken und um schließlich ein resumee des erlebten abzufassen. euphorische ausbrüche blieben dabei aus. die überließen wir den hardcore fans der band aus tucson. wir gingen das wesentlich entspannter an. das schien mir auch mehr zu joey burns, john convertino und konsorten zu passen. denn ein solch umfassendes und zugleich differenziertes soundbild zu kreieren und dabei so versonnen dreinzugucken, kriegen nur die wenigsten hin.

die muffathalle zu münchen war gut gefüllt, die biere via speiseröhre gut im magen geparkt, so dass die billigen, alkohol provozierten glücksgefühle ausströmen konnten, der merchandisingstand beäugt und das publikum ausreichend gemustert, um zu wissen, dass beheimatung anders aussieht. egal, ich war hier schließlich nicht auf meiner geliebten folksause, sondern auf einer party von calexico beglückten und davon gibt es doch reichlich, meist über die dreißig hinaus, bauchbeschwert und mit lichterem haar. an der seite dieser jünger oft das geehelichte weib, enthusiastisch wie der partner. ungelenk tanzend wäre eine weitere eigenschaft, die ich diesen zeitgenossen anheften müsste, denke ich an den weiteren verlauf dieses konzertabends.

zunächst beglückte uns aber depedro im vorprogramm. ansonsten auch im gefüge des calexico clan zu finden, gab er einige solonummern zum besten, wurde aber auch hier schon teilweise durch die bandmitglieder unterstützt. seine stimme ist großartig, variabel und voll und doch durch den besonderen klang des spanischen - für mich jedenfalls - irgendwie belegt. der auftakt aber war ordentlich und dank der unterstützung von joey burns und co. sogar mit verve besetzt, befürchtete man anfangs doch eher eine einschläfernde variante des spanish pop.
wenige minuten später enterte die gesamte crew die bühne und führte zu siebt den wohl üblichen calexico tanz auf. die mischung aus texmex, mariachi und rock 'n' roll, wenngleich sich letzterer in dieser aufstellung allzu profan anhört, so ist er doch wesentlicher teil der musik dieser popoptimisten, übergab sich sofort an das münchner publikum. dies reagierte mit klatschen, johlen, tänzeln ( siehe oben) und regelmäßigem pfeifen. mein nachbar ergänzte dieses letztlich doch verhalten bleibende gebahren durch unrhythmisches fingerschnipsen. der sound war klasse und so durfte ich dieser darbietung nur optisch folgen, er war einfach zu leise. dazu wurde geschunkelt und schmissig mit den schultern gewackelt, wenige, die es ausufern ließen. vielleicht paßt das nicht zu calexico, doch zuweilen hatte ich das gefühl, dass joey oder depedro zu wenig feedback aus dem auditorium bekamen. immer wieder erhoben sie auffordernd den arm oder den blick, um so jubel und frenetischen beifall zu ernten.
joey burns brillierte als entertainer, gitarrist und außerordentlicher sänger. seiner stimme kann man einfach nur freudestahlend und irgendwie beglückt folgen. ein segen solch ein organ so weise einzusetzen. denn er ist kein verfechter von lautstärke und so hebt er nur selten zum großen wurf an. die leisen töne zeichnen ihn aus, die betonungen. dazu schuftet im hintergrund john convertino, ein arbeitstier, das sich durch timing, konzentration und spielerische eleganz auszeichnet. wie er frei die arme schwingt und sie leicht angewinkelt auf die drums zurücksinken lässt, ist ein schauspiel für sich. seine rhythmen sind so vielfältig wie seine grimassierungen.
dem basser oblag es, zahm das gerüst zu stützen, er fiel mir gestern kaum auf, obwohl ich diesem instrument gerne etwas mehr aufmerksamkeit zukommen lasse. abgelenkt wurde ich sicher durch die bläser, zu zweit untermalten sie das festlich mittelamerikanische aufspiel mit den trompeten von mexico. immer wieder ein belebendes und stimulierendes element. steel guitar, keyboard und einige elektronische einsprengsel schlossen den kreis des eingesetzten instrumentariums. herauszuheben ist dabei sicher paul niehaus, der nicht nur die steel vordergründig, aber nicht aufdringlich bediente, sondern auch filigrane gitarrenspuren ins rund entsandte.
freude meinerseits gab es angesichts von "sunken waltz" und "minas de cobre" sowie der begegnung mit den songs des neuen albums. alles in allem eine runde sache, ein feines konzert.

wer mich in der truppe am meisten beeindruckte, kann man unschwer an den fotos erkennen. wenigstens am ende gelang es mir noch, die gesamte truppe ins visier zu nehmen (wenngleich von zweifelhafter fotografischer qualität).
calexico - stray
calexico - the black light
calexico - across the wire

Freitag, Juli 10, 2009

neue töne (628): chris garneau

mit "music for tourists" ist mir chris garneau vor einigen jahren begegnet. die ins klavier geklöppelten liebenswerten melodien, getragen von einer fast wispernden, fast flüsternden stimme hatten einiges in mir bewegt. einen act präsent zu haben, ein albumcover zu erinnern, eine note zu summen, ist für einen musikaffinicado kein problem. aus der masse muss dennoch erstmal ein künstler und sein werk hervorlugen können. chris konnte das.
mit "el radio" erscheint nun das regulär zweite album des jungen beaus aus brooklyn. elektronischer die hauptkomponenten? man möchte meinen, dass statischer klimpert, was die songs treibt. verspielter dennoch das ansinnen? absolutely kosher trägt verantwortung für das wieder einmal mit einschmeichelnden harmonien bestückte werk. hinzu kommt die sanft anrüchig stimme garneaus, die sich anschleicht wie eine jener katzen, die bei bester gelegenheit schwer faucht und kratzt und sich ihrer haut erwehrt, obwohl ihr niemand zu nahe will. diese art von verletzlichkeit, die schmale, schüchterne jungs wie einen schweren rucksack tragen. sie ist quell der mit tiefgang versehenen songs. sie leben häufig nur von andeutungen, von schmaler spur, auf der man sich kaum halten kann. am bordstein reibt sich der hörer, kratzt sich die knie auf. bin gespannt, wie sich das in gänze macht. manieriertheit ohne selbstgefälligkeit, theatralik ohne aufgesetztheit, das kann funktionieren, kann aber auch derb in die hose gehen. aber wer so etwas wie "fireflies" auf den weg bringen kann, kriegt auch die restlichen zwölf songs rechtzeitig zur feier auf hymnisch poliert. "no more pirates" lebt von den hooks, der spielmannszugrhythmik, den leuchtenden trompeten und einem aufgeweckten sänger. "hometown girls" dagegen mutet wie ein tragischer versuch an, den man nicht vorenthalten darf. das wird was, freunde!
chris garneau - fireflies (from: "el radio")
chris garneau - not nice (from: "music for tourists")
chris garneau - it's almost christmas (from: "c sides")

Donnerstag, Juli 09, 2009

ein (p)fund mp3 (206)

die touren nicht umsont mit o'death, letztes jahr das letzte release, müsste mal wieder was kommen:
Elliott Brood – Write It All Down For You
in aller munde und doch so frei, ein cover von beirut vorzutragen:
Florence & The Machine – Postcards From Italy
"the eternal" setzt sich massiv in vorderen listenpositionen fest, fast schon beängstigend, wenn man nicht wüsste, von wem die musike stammt:
Sonic Youth – Sacred Trickster
Sonic Youth – Incinerate
schon gehört?, was neues:
Fleet Foxes – Blue Spotted Tail (live on BBC6)
selbstbetiteltes, kirre machendes album kommt am 22.09.:
The Almighty Defenders - Bow Down and Die
"the shape of energy" erscheint auf afternoon mitte oktober, bis dahin begnügen wir uns mit diesem schwungvollen exzerpt:
We All Have Hooks for Hands - Made Up of Tiny Lights
ha, von "from the night ahead", neugierig?:
The Twilight Sad - Reflection of the Television
abandoned love records hat noch mehr als virgin of the birds zu bieten, die wir neulich mit im programm hatten, hier einige weitere beispiele, unbedingt ausprobieren:
the loveley sparrows - department of forseeable outcomes
the loveley sparrows - chemicals change
parker street cinema - these precious seconds
parker street cinema - midnight shakes the memory
nire - girl in the moon
grumpy bear - luis bunuel
the capstan shafts - chandelier of bad ideas
wovon kriegt man nicht genug?, nutella?, ab 04.08. im laden: "radiolarians III":
Medeski Martin and Wood - Undone
Medeski Martin and Wood - Amber Gris
ein highlight sicher im herbst, "six" im oktober:
Black Heart Procession - Rats

Michael J. Sheehy & The Hired Mourners
24.09.2009 Nürnberg - K4
25.09.2009 Hamburg - Reeperbahnfestival
27.09.2009 Berlin - Café Zapata
30.09.2009 A-Wien - B 72
03.10.2009 Geislingen - Rätschenmühle
04.10.2009 CH-Zürich - El Lokal

Mittwoch, Juli 08, 2009

neue töne (627): or, the whale

eine feine luxury wafers show haben or, the whale kürzlich gespielt. die vielköpfige band hat einen wunderbaren sound am start, der sich aus alt. country, folk und rock addiert. rhythmus betont, mit harmoniegesängen garniert, gewandter pedal steel, mandoline und harmonica. die melodien fetzen und reissen sofort mit. "light poles and pines" heißt das debut album der truppe aus san francisco. viel spaß mit:
a.p. robins: vocals, guitar, banjo
matt sartain: vocals, guitar, harmonica, mandolin
lindsay garfield: vocals, frog, percussion
julie ann thomasson: vocals, keyboards, accordion, percussion, washboard
justin fantl: bass
jesse hunt: drums
tim marcus: pedal steel

or, the whale - datura
or, the whale - no death
or, the whale - isn' she awful


Dienstag, Juli 07, 2009

glotzt nicht so romantisch (66)

tracklist: Ratify The New / In the NA / He Falls To Me / Colour Of A Man / Do I Belong / Walk On / Kingdom Come / Origin:Orphan / Underage / The Little Bit / Silence Can Be A Headline
"walk on" heißt der erste free track aus dem neuen album von the hidden cameras. das ist eine nachricht! und hier könnt Ihr das teil abrufen. arts & crafts sorgt für eine personengebundene zusendung. wir haben es uns natürlich schon gegeben und sind angesichts der opulenz sehr zufrieden. "origin: orphan" wird im september erscheinen, anlass genug, um einige kleine meisterwerke der kanadier in erinnerung zu rufen. (konzertbericht aus dem september letzten jahres: hier und hier.)





neue töne (626): pacific theater

whale heart records, nicht vergessen, große nummern, größere warten noch. erinnert an und befasst Euch mit little horn, duchess leo, the station myth!
pacific theater - lions
the station myth - noise floor

Montag, Juli 06, 2009

neue töne (625): nurses

ick freu mir uff "apple's acre". kann ick mit fug und recht so behaupten. schließlich jeht mir "caterpillar playground" dermaßen entspannt in die omme, dass ick 's ja nich beschreiben kann. is doch dufte oder knorke oder wie de willst, hauptsache is, dat die scheibe der sojenannten band nurses ab 04. aujust inne läden steht.
wieder einmal dead oceans möchte man rufen. wieder einmal das label, das sich jüngst erst john vanderslice und die bowerbirds an land zog, das mit evangelicals und bishop allen hypes jagt, mit phosphorescent und white hinterland mehr als nur nischen bedient. wieder einmal portland möchte man rufen, wieder einmal die stadt, die u.a. the decemberists, the gossip, the dandy warhols, m. ward beheimatet. und wieder einmal ein bandname, der bestens ins klienicum passt.
nun sind die nurses allerdings aaron chapman, john bowers, und james mitchell. macht nichts, solange sie weiterhin ihren ingeniösen psychpop zelebrieren. in unreinheit gebadet, senden die drei töne voller zufriedener unmotiviertheit und inzestuöser klangwerkeleien in die welt. so als wollten sie diese erobern, ohne dass das dem gegenüber in irgendeiner weise auffallen sollte. ist es aber. nun kann mir einer mit den fleet foxes kommen, ich würde vor ihm auf die füße fallen und für den tag danken, an dem diese jungs das licht erblickten, aber vergleichen würde ich sie nicht mit den nurses. die setzen zwar auch auf harmoniegesänge, sind aber in ihren mitteln diffuser, inkonsequenter, verspielter. ihre wegscheide trieb sie zum weird, bevor die rutschfahrt ins seichte abdriften konnte. die tracks der band sind scheinbar unkonstruierte, zum teil sich wüst gebährdende gebilde, wobei in aller unaufgeregtheit gehandwerkt wird. nur fühlt man sich inmitten bunten jahrmarktreibens, zunächst orientierungslos und blind ob der fülle, der farben, der töne. doch ist man endlich angekommen, hat sich sowohl psychisch als auch physisch auf das treiben eingestellt, füllen sich die sinne mit reizen an. die kunst, einer überflutung entgegen zu treten, beherrschen die drei 25jährigen aufs feinste. auf die verquickung von beach boys und animal collective (letztlich findet sich auf dem album ein exkurs durch die musikgeschichte) anzuspielen, wie es einige rezensenten tun, finde ich nicht unpassend. bekannte texturen übertragen ins aktuelle jahrtausend.
am ende kann man nicht entscheiden, ob das gehörte ein folk- oder ein popsong war. letztlich entstehen sie immer in aller würde am klavier oder auf der gitarre, ganz im sinne klassischen songwritings. doch die grundlage wird sauber verarbeitet, zum einsatz kommt elektronisches equipment in seiner ganzen breite. der besondere effekt, so erzählt chapman, ist es, sounds zu kreieren, von denen man hinterher nicht mehr sagen kann, wer sie erzeugt hat. keyboards und sequenzer, die die rolle von gitarren oder drums übernehmen.
irgendwie sommermusik und doch auch passend zu den leidigen regengüssen dieser tage.
Nurses - Caterpillar Playground

Sonntag, Juli 05, 2009

neue töne (624): dooley wilson

sucht man im netz nach dooley wilson, landet man bei jenem dooley wilson, der 1886 in texas geboren wurde und film- und theaterschauspieler, aber auch jazzmusiker war. zwar als arthur geboren, wurde er bald unter dem namen dooley bekannt, weil er den song "mr. dooley" immer wieder auf der bühne präsentierte. seine rolle des "sam" in casablanca ist wohl eine der bekanntesten nebenrollen überhaupt.
um einen musiker soll es denn hier auch gehen. der aber wesentlich schwieriger aufzutreiben ist. nun ist bekannt, dass dieser dooley weiß ist, aus south toledo, ohio, stammt und den mississippi/lousiana blues feiert. wobei es seine spielerische eigenart ist, eine kombination aus slide und bottleneck zu spielen. dazu ist der typ zum verzweifeln jung und rotzt sein programm in lässigster manier vor sein stets verschwitztes und begeistertes publikum. nicht umsonst hat er sich das label: "Solo Delta Blues Performer Extraordinaire" ans revers heften lassen.
geht man etwas zurück, trifft man wilson in der mitte der neunziger im indie-blues outfit henry & june an, das er mit anführt und mit dem er die single “goin’ back to memphis” herausbringt. der song errang etwas mehr bekanntheit, als ihn die white stripes in ihre liveauftritte einbanden. 2001 steht für den umzug nach new orleans und das mischen unter musiker, die dem traditionellen american blues frönen. 2003 kehrt er zurück nach toledo und verbündet sich mit seinem alten henry & june kompagnon jimmy danger, um fortan als powerhouse blues rock trio boogaloosa prayer um die häuser zu ziehen. nebenbei treibt er seine solokarriere voran, kommt u.a. ins finale der international blues challenge in memphis. 2004 und 2005 tourt dooley wilson auch in europa, er supportet die soledad brothers und gewinnt eine menge fans außerhalb der staaten. ende 2005 tourt er noch einmal durch großbritannien, spielt mit the high plane drifters auf und bringt eine 7" ep auf dem damals frischen don't tell clare record label heraus. derzeit hält sich wilson also in toledo auf, verfolgt diverse projekte und macht die clubs der umgebung unsicher.
dooley wilson - goin' back to memphis
dooley wilson - bundle up and go
dooley wilson - back to tennesse
dooley wilson - jesus is on the mainline
henry & june - drunk
henry & june - roadside blues
boogaloosa prayer - sittin' on the top of the world

Samstag, Juli 04, 2009

neue töne (623): shannon stephens

mal wieder zeit, um sich ein wenig aus dem fenster zu hängen. ein kleines, leuchtendes album gilt es zu beweihräuchern. denn es sollte mit dem teufel zugehen, wenn es shannon stephens nicht gelingen sollte, mit ihrem zweiten album "the breadwinner" die herzen vieler fans zu erobern. seit jahren hat man so richtig nichts von ihr gehört und manchem wuchs vor lauter warten schon ein bart. die engagements, die sie so zwischenzeitlich hatte, sind gegenüber ihrem solowerk eigentlich nur ablenkung. kennen hätte man sie können, wenn man mit marzuki umherzog, einer band aus michigan, der matt haseltine, sufjan stevens und jamie kempker angehörten. als die band schließlich zerbricht, ist das jahr 1999 heran und shannon nimmt ihr erstes album auf. josj jackson vom paste magazine kürte das selbstbetitelte album in seinem blog unter die "Five Amazing Albums in My iTunes You’ve Never Heard Of". insbesondere die "gut punch" lyrics hatten es ihm angetan. shannon zog nach seattle und arbeitete fortan für viele andere künstler, u.a. rosie thomas, damien jurado, denison witmer. bald jedoch brannte sie aus, zudem wurden die bedingungen in der bush ära schlechter und shannon zog sich in ihr häusliches umfeld zurück. sie rückte fortan nur noch ihrer tochter, ihrem mann und dem garten auf den leib.
das neue album kommt ganz sacht, pirscht sich auf samtenen pfoten heran. exzellente musiker begleiten die nach wie vor in seattle stationierte shannon, u.a. dabei nathan smurthwaite, bei the marrying type und the abodox aktiv, dazu steve moore an der trompete, eddy key am bass, außerdem james mcalister an den drums, der name tauchte schon bei sufjan stevens, bei richard swift und easter drang auf, dazu am cello der groß phil peterson (nada surf, mastodon, chronicles of narnia soundtrack). "the breadwinner" wird am 08.09. auf asthmatic kitty erscheinen. dabei sein! es wartet eine der schönsten stimmen der neuzeit auf Euch!
shannon stephens - in summer in the heat
shannon stephens - so gentle your arms (from selftitled album)
shannon stephens - i'll be glad (from selftitled album)

Freitag, Juli 03, 2009

ein (p)fund mp3 (205)

das album hört auf den namen "novel sounds of the south", die band stammt aus springfield und veröffentlicht auf bloodshot:
Ha Ha Tonka - Walking on the Devil's Backbone
Ha Ha Tonka - Close Every Valve to Your Bleeding Heart
"Goodbye to the Holy Mountain" erscheint am 07.07., die band stammt aus nova scotia und veröffentlicht auf from here to there records:
Bloodsport - Swallowing Werewolves (I Heard Mary Timony Used to Live There)
rockig und ganz indie-muckelig, sie veröffentlichen "sahalee" am 14.07. auf noyes records:
The Got To Get Got - Gettin' Dirty In The Afterlife
The Got To Get Got - Rattle Off
ganz interessante kiste das hier, das album hört auf "less than lion", wird im selbstvertrieb erscheinen, terminiert für mitte august, bearbeitet vom los angeles duo shola (vocals) und dem drummer albert sadia:
divisible - love is the cost
divisible - exit music (for a film) (radiohead cover)
"primary colours" erscheint am 14. juli, die band stammt aus nova scotia und veröffentlicht auf noyes records:
kestrels - our velocity
hört mal bei ihm rein, gefällt mir sehr gut, eine ep hat der los angelino gerade frisch am start, entspannt, aber beschwingt:
Charlie Wadhams - Someone to Kiss
von ihnen gibt es eine erste single, die sie wirklich fleißig beworben haben, interessant ist das elektrofrickelwerk allemal, zumal sie sich mit eloquenten themen auseinandersetzen: "‘Soft Silver Young’ is loosely based on the family who jumped off Beachy Head recently with their young son, who had died from illness, in a rucksack with some of his toys. ‘Heartland Half Seizure’ is about Oswald Mosley and Jeffrey Hamm and the anti-fascist riot in Tonypandy in 1936.", heißt es auf odd box records, wo auch die single samt artwork gedownloadet werden kann:
golau glau - heartland half seizure (.zip)
gute nachrichten von ihm, seine neue ep gibt es für lau, einfach auf der homepage die eigene email adresse eingeben und schwups landet sie im postkasten, ich habe sie gehört und bleibe bewunderer wie schon nach "nation of heat":
joe pug - in the meantime
und wenn wir schon bei den free eps sind, die wir auch goutieren, also, hier kommt uns nicht jedes krautverwurzelte auf den tisch, dann müssen wir diesen seattler benennen, "every rival" ist der nachfolger auf die 07er "mixed choir" geschimpfte full length angelegenheit, hier nun ein track und der file für die dazugehörige ep:
virgin of the birds - i loved john
virgin of the birds - sisters at the sound of dawn (2007)
virgin of the birds - every rival (.zip)

cracker
12.10. Münster – Gleis 22
13.10. Freiburg – Swamp
14.10. Weinheim – Café Central
15.10. Köln – MTC
16.10. Halle – Objekt 5
17.10. Reitwein – Heiratsmarkt
18.10. Hamburg - Knust


rose kemp
17.07. Herzberg - Burg Herzberg Festival

scott matthew
15.07. Montreux – Jazz Festival / Miles Davis Hall *
18.07. Eching – Sonnenrot Festival
24.07. Lörrach – Stimmen Festival #
* mit Antony & The Johnsons
# mit Tracy Chapman

Donnerstag, Juli 02, 2009

neue töne (622): alive natural sounds records

hübsches label aus den staaten, nennt sich alive records natural sounds oder alive natural sounds records, bin ich mir noch nicht ganz einig, werde aber zukünftig auf alive abkürzen. spart energie. das tun die auf diesem label gesignten band ganz sicher nicht. gewohnter weise hören wir bei dieser oder jener hinein und geben ein statement und einen brocken musik ab. die company hat ihren sitz übrigens in burbank, und wenn die erste namen fallen, werdet Ihr schnell so etwas wie einen aha- effekt verspüren. die haben nämlich einige auf den weg gebracht.

hier haben wir zunächst ein bestes beispiel dafür, dass o'death und die felice bros. nicht allein auf dieser welt bühnen wütend bestampfen müssen, auch die jungs aus san francisco finden über die etwas wüstere country passage ein ventil (cowpunk, yeah!), offene gitarren und bluegrass style - das funktioniert bei aller skepsis, und dass sie dabei sentiment mitbringen, zeigt der hier aufgeführte zweite, folkig gehaltene song, "the perch" heißt das aktuelle album des vierers, der es im august auf tour fleißig promoten wird, bei uns vorerst wohl nicht:
trainwreck riders - safety of a back
trainwreck riders - chug along

hinter diesem projekt versteckt sich der ex soledad brothers und greenhornes gitarrist henry oliver, der auf einen frühen siebziger jahr rock abziehlt, sich dabei aber nicht unbeeinflusst sieht von den späten sechzigern, stax durchflutet und hier ein wenig glam, dort ein bißchen chicago blues, zudem ist die musik, siehe nachfolgenden track, leicht vernebelt, psychedelisch durchweht, mitgewirkt haben am solodebut des mannes aus cincinnati u.a. jared mc kinney und craig fox von den greenhornes, dazu mike weinel, bekannt aus heartless bastard zusammenhängen und dan allaire, der einen haufen zeit mit the brian jonestown massacre verbrachte:
brian olive - there is love

überraschender bandname, denn darunter firmiert ebenso eine kleine lofi combo, aber he, das hat hiermit gar nichts zu tun, denn es kommen uns die saftigsten bluesrocker seit rory gallagher, das ist deftigster psychedelicblues, saftig geschossen für die dunklen tanzräume, die nischen jeder stadt, he, das klotzt dermassen gelungen heran, dass man immer wieder auf diesen zug aufspringen will, auch wenn er gen moskau düsen sollte, die rhythmus sektion arbeitet mit breiter stiefelsohle, die drumbass durchgetreten, die snare scheppert im dauereinsatz, der bass pumpt und nebendran agieren steile bretter, dazu groovt die chose irre, aus iowa sind uns zugeschaltet: parker griggs, zach anderson und cory berry, mit zwei alben bisher:
radio moscow - broke down

einen grandiosen soulsänger hat die mannschaft von alive auch am start, der in 1944 geborene sänger, der im letzten jahr zu früh verstarb, wurde durch sein 1962 verlöffentlichtes "village of love" bekannt, das raue organ des in detroit beheimatet gewesenen ist markenzeichen und verkaufsgarant zugleich, die aufnahmen, die sich alive an land zogen, entstanden mit unterstützung von u.a. the black keys, outrageous cherry und the dirtbomb, so sind zwei alben entstanden, die "why don’t you give it to me?" und "why won’t you let me be black" getauft wurden, mehr als hörenswert:
nathaniel mayer - i'm a lonely man
noch ein paar kurze:
zu diesen beiden muss man nicht viel sagen, sie haben ihren weg gemacht, aber der musste eben auch irgendwo seinen ausgangspunkt haben, mit "the throwes", der "nothing to you" ep und der 7" "i'm her man/fail hard" haben die beiden aus san francisco früh ihr branding gesetzt:
two gallants - nothing to you
die jungs klingen genau so, wie sie heißen, relaxt, aber nicht unscheinbar, die dampfen sich gemächlich, aber konsequent voran: swampy american bluesrock, zwei brüder und kompagnon, aus cincinnati:
buffalo killers - if i get myself anywhere
sie hören sich wie eine abgefeimte version von p.i.l. an, der vierer aus huntsville, alabama, macht feinsten punkrock, auf ihrem debutalbum verzichten sie gleichzeitig nicht auf waveeinflüsse, vorstand josh macero klingt darüber hinaus sehr nach tom verlaine:
thomas function - conspiracy
es gibt noch einiges mehr auf diesem label zu entdecken. aber das ist Euer job, ich kann Euch nur auf den weg bringen. wer auf the black keys steht, der wird hier fündig werden, denn dan auerbach hat seine finger in manchem dieser projekte drin. und: das album "the big come up" von the black keys fungierte auf alive auch als sprungbrett für die band.

Mittwoch, Juli 01, 2009

ein (p)fund mp3 (204): frontier ruckus

Frontier Ruckus: ja, sie kommen, und für diesen einen termin in good old germany machen wir noch ein bißchen werbung, freunde. am 18. Jul. 2009 spielt diese grandiose band um 19:00 auf dem woody bash festival in der hasenschaukel in hamburg. dass es dazu kommen konnte, ist nicht zu geringem anteil unser verdienst. ob wir allerdings selbst vor ort sein werden, ist noch fraglich. leider. zur überbrückung vorerst ein paar demos:
Frontier Ruckus - Abigail
Frontier Ruckus - Adirondack Amish Holler
Frontier Ruckus - Animals Need Animals
Frontier Ruckus - Ann Arbortown
Frontier Ruckus - The Back-Lot World / Funeral Family Flowers
Frontier Ruckus - Bethlehem
Frontier Ruckus - The Blood
Frontier Ruckus - Dark Autumn Hour
Frontier Ruckus - The Deep-Yard Dream
Frontier Ruckus - Does Me In
Frontier Ruckus - Driving Home, Christmas Eve (w/ Greensleeves)
für zwanzig dollar gibt es mittlerweile auch das doppel vinyl von "the orion songbook": hier entlang.