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Montag, Mai 11, 2015

neue töne (1528): find the others


bei der musikalischen einordnung von find the others wird man sich schwertun. folkanleihen, ja, pop, auch, und doch eine aufbietung von großtaten in sachen arrangement und vor allem konzentration auf jede einzelne wesenheit, so dass die musikalie einen kammermusikalischen fixpunkt erhält. mit chamberpop ist man da schon recht gut gelegen. hinter dem eigentümlichen moniker verbirgt sich vornehmlich andy sheppard, doch im selben atemzug muss man valgeir sigurðsson, den produzenten von björk, sigur ros, feist usw., nennen, der auch hier hand anlegte. die elegischen fahrten, aber auch die fein ziselierte songstruktur tragen seinen namen. doch bestimmendes hauptmerkmal neben den unstrittigen melodien und dem feinen songgewerk ist sheppards stimme, die androgyn über allem steht. sie fügt sich zwischen das flache drumming, zwischen die pianobetonungen, zwischen den saumseligen sound und bietet dennoch die beste angriffsfläche, um sich in dieser musikalie selbst, als hörer, einzuhaken. vor allem aber um abzudriften, sich zu überlassen, sich in die hand dieser außergewöhnlichen wie reinen musik zu begeben. es sind unverstellte klänge und doch geben sie immer wieder rätsel auf, ein wenig wie es sufjan stevens gelingt. 
"empire of time" ist das zweite werk von find the others, es erschien im april und folgte dem selbstbetitelten debüt aus dem jahr 2014. während das erste album noch vermehrt auf samples und loopes setzte, dabei aber stets auch auf das atmosphärisch förderliche abzielte, gewinnt mit "empire of time" die perfektion die überhand. kein unschlüssiges changieren zwischen den stilen mehr, sondern konzentration auf einen inneren verschluss, der nach außen hin das kollektive beweist.
zwei tracks aus dem neun songs umfassenden kompendium dürfen wir Euch vorstellen. sie lassen mehr als erahnen, zu welchen höhenflügen diese musiker resp. produzenten in der lage sind.

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