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Mittwoch, Januar 09, 2013

neue töne (1124): obsidian pond


es ist nur wenige wochen her, da hatte ich mich bereits zu tonträgern von feathered coyote records verführen lassen. dass das nicht von ungefähr kommt und auch auf dauer so bleibt, dafür sorgt der betreiber u. rois schon. denn seine auswahl ist seit beginn an, er startete das label vor ca. 1 1/2 jahren, streng und keineswegs beliebig. mit dem ende des vergangenen jahres 2012 standen drei neue releases ins haus, mit denen wir uns nach und nach beschäftigen wollen. bei obsidian pond treffen wir zunächst auf alecs p. der in manchester beheimatete kann bereits auf eine eindrucksvolle discography zurückblicken. verwiesen sei an dieser stelle zum beispiel auf "symvols", einen kassetten release aus 2010, der vielschichtig experimentell ausgefallen ist, griffig nach neuen ausdrucksformen u.a. mittels loops sucht. 

ganz frisch nun ist "artefacts", eine zwei tracks umfassende veröffentlichung, die alec folgendermaßen begründet: "i see this project as almost a separate entity from myself. the sources are external and a strange area of my brain is used. each side recorded in one long take in two long days. tried by chance to capture a moment in a found tape that, when repeated, will invoke distinct situations and feelings. each piece/loop seems to tell different stories for different people. each piece is a repeated symbol. personally see a lot of foggy/watery scenes in this music. walk into a lake and never come out." im ergebnis sehen wir uns zwei jeweils mehr als 22 minuten umfassenden tracks gegenüber, die mit den unterschiedlichsten sounds arbeiten. dabei darf man nicht der vorstellung nachhängen, dass wir es hier mit einem durchzuhörenden ausdruck zu tun hätten. 

im gegenteil sind die einzelnen tracks gegliedert, gestückelt, aufge- und unterteilt. einzelne sequenzen und ihre bearbeitung machen jeweils nur einen bruchteil des tracks aus. wir hören ein klavierthema, anschwillen und wieder abebben, dazu einen fernen synthieklang, der den beginn einer melodie webt. ausblende. eine tastenfolge, sich wiederholend, spielerisch verformt, schnelle läufe. ausblende. ein basslastiger drone, ebenfalls in wellen kommend und gehend, die andeutung eines lichten melodiösen moments, ausblende, gesangsfetzen, ins off versetzt, dumpf und in variationen belebt. ausblende. nicht anders geht der zweite abschnitt an. 

weltenschwärmerisch und durchaus positiv pointiert operiert der künstler nun. bei allem experiment beleben die elemente und sorgen nie für magengrimm. die abfolgen sind verschwenderisch und zuweilen unübersichtlich, aber jederzeit einladend und aufmerksamkeitsheischend. was kommt als nächstes um die ecke? der oder ein sinnzusammengang erschließt sich vielleicht nur aus den vorangegangenen worten des künstlers, jedoch steht die kunst für sich und lädt zu spekulation ein. am ende bleibt alles offen und der hörer gewiss auf empfang. für kommendes.

nachsatz: die auf 50 stück limitierten releases neigen sich dem ende. mit der bestellung beeilen, bitte.

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