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Dienstag, Januar 31, 2012

neue töne (1098): damien jurado

die nähe zu neil young kann ich nie verhehlen. durados gesang, seine attitüde, vieles, was eine referenz zum altmeister wert ist. doch keine gefahr von apologetentum. zu sehr setzt damien jurado auf die eigene karte. mit seinem zweiten werk, das er in personalunion mit richard swift einspielte (sein elftes, zwölftes? ingesamt), setzt er den weg von ressourcen- und reibungsverlust fort. nicht nur, dass er den klagen gebührend platz einräumt, er umfängt sie auch noch in unanständig schöne rahmen. zwei jahre nach "saint bartlett" glaubt man den barden aus seattle wieder neu entdecken zu müssen.
seine songs sind stille wunder. miniaturen, die sich auf das wesentliche beschränken. eine melodie, ein lyrischen raunen, umweht vom odem der düsternen leichtigkeit eines freigeists. "maraqopa", welches im februar auf secretly canadian erscheinen wird, gerät zu einem meisterwerk, das sich unaufgefordert den weg bricht, wie es augenscheinlich sittsam frönt und doch die hintertür nimmt, um willenlos zu machen. leichthin der start an der akustischen, wie zur übung, atmosphärische ergänzung um eine synthiespur, die wertschätzung und größe beinhaltet, transportiert, eine aufwertung des leisetreterischen charakters. "everyone a star" macht glauben. einen, der sich diversifiziert an den möglichkeiten eines kaum greifbaren sängers. der opener ist ein progrockiger knaller, der sich aus gelassenheit und psychedelischer dekadenz generiert. "life away from the garden" mischt kindergesang als gegenspieler ein, statik und entwicklung. dass es nicht zum unzimperlichen kreativausstoss gerät, ist die kunst.
hingehauchte momente, ergreifendes. immer eine bewegung implizierend, und wenn es das stampfende auftreten ist.
vielleicht hat die musik etwas cinematographisches, doch sie legt sich nicht fest. zeigt sich hier orientiert, dort wieder unaufgeräumt, irrend. hier klar und eindeutig, dort redundant. hier brüderlich, dort egoman. mal verspielt, mal simplifiziert. tausend gesichter, die kaum zu diesem vierschrötigen kerl passen wollen. doch. doch, das ist alles damien jurado.
am ende bleibt es immer licht und gut zu durchdringen. und wenn du dann am gegenüber liegenden ufer stehst, überlegst du, wie du dorthin gekommen bist und was alles du gar nicht wahrgenommen hast und drehst schleunigst noch einmal um, um die verqueren strukturen, die glöcken, die synthesizer, die straffen gitarrenakkorde, den singer/songwritercharme, den popappeal... wieder einzufangen.





01.03.2012 Hamburg – Astra Stube
07.03.2012 Berlin – Comet Club
08.03.2012 Leipzig – UT Connewitz
09.03.2012 Schorndorf – Manufaktur
27.03.2012 Freiburg – White Rabbit

Montag, Januar 30, 2012

unsigned - a d.i.y. (music) diary by great dynamo - episode 6

hauke aka great dynamo geht in die vollen. das mixing für seine erste ep aus der zukünftigen reihe neuer tonträger steht an. kompliziert? an manchen stellen schon. der bursche erklärt uns das aber in aller gebotenen gelassenheit, die einem d.i.y.- künstler so am sonntag mittag zu verfügung steht. er selbst schreibt zu episode 6: "nach einer langen aufnahmesession am samstag abend geht es am sonntag darum, aus den aufgenommen spuren einen guten mix zu erstellen. und das heisst erstmal: sichten was brauchbar ist und einiges löschen. wird das ergebnis gut sein?"

neue töne (1097): eric chenaux

eric chenaux' "warm weather with ryan driver" war 2010 ein einziger glückgriff, emotional tief, musikalisch anschaulich und schließlich erbaulich und tröstend. nun, zwei jahres später legt der torontian nach. sein neues album heißt "guitar and voice" und erscheint am 06. märz über constellation records. das besondere an diesem werk ist, dass eric diesmal vollständig auf die hilfe fremder verzichtet hat und sich gänzlich auf das verlässt, was er kann. singen, mit einer hellen, transparenten stimme, die sich narrativ ergeben zeigen kann oder aber auch als summand eines musikalischen konstrukts, das vornehmlich durch den zuweilen experimentellen charakter des gitarrespiels bestimmt wird. der albumtitel gibt zudem die enge des konzepts wieder. doch gerade diese beschränkung weist den weg zu offenheit und einer ungezügeltheit, die chenaux dahingehend nutzt, viel freiraum der lyrik einzuräumen und seinen instrumentellen anwandlungen die zügel zu lockern. mäandernde gitarrenausformungen an geklitschten tonalen texturen. die melancholie beherrscht die szenerie. es ergibt sich ein gesamtbild aus freier improvisation, ansätzen von kunstlied und folk, jazz und barock. chenaux selbst spricht von balladen. im wechselspiel von konsonanz und dissonanz. verschiebungen, brüche, melodische motive, die untertauchen und wiederkehren. ein spiel gegen die hörgewohnheit und für eine zukunft von musikrezeption. "guitar & voice" wurde im constellation eigenen, kleinen apartment in montreal aufgenommen. eric stand dabei radwan moumeh zur seite, gemixt wurde in hotel2tango.

Sonntag, Januar 29, 2012

neue töne (1096): songs of green pheasant

mit die schönsten begegnungen im www sind die wiederbegegnungen. verloren geglaubtes kehrt auf eine weise wieder, wie man sie nur vom ersten mal kennt. das hoppala hat jedoch einen leichten deja vu charakter, vielleicht verstärkt es die freude sogar ein wenig. songs of green pheasant zählte zu meinen ersten entdeckungen, die ich schnell zu den schwarzen perlen sortierte. zu jenen anderen, die mir als heilig galten, weil sie in der unbezähmbaren welt auf eine weise berechenbar sind, wie ich sie mir als eigenschaft zunutze mache. sie wärmen mich, sie wiegen mich in sicherheit, sie geben sinn und sie sind nie unentschieden und sie wehren sich nicht gegen meine vereinnahmung.
im august 2007 schrieb ich hier im blog: "songs of green pheasant hat mich persönlich überrascht, als mir das debut aus 2005 um 2006 in die hände fiel. eine besondere atmosphäre wurde hier aufgebaut, die derart schwierig zu artikulieren war, dass man nach dem hören nur staunen denn darüber reden konnte. ähnlich erging es wohl fatcat records, die 2002 ein demo von duncan sumpner, der hinter dem projekt steckt, erhielten. ein demo, das derartig wirkung hinterließ, dass die labelbetreiber diese geschichte via webpage noch heute zum besten geben müssen. die überraschung auf solch tolle songs zu treffen, die sich nach und nach immer mehr unter die haut schieben. aufgrund der schwierigkeit, duncans email adresse ausfindig zu machen, dauerte es dann wohl noch zwei jahre, um mit den arbeiten am selbstbetitelten debut zu beginnen. duncan sumpner stammt aus sheffield und ist lehrer und künstler. während seines studiums lebte er in der gyllyng street, die nun seinem dritten album (im letzten jahr erschien die ep "aerial days") den namen gab. das album erscheint am 18. september auf fatcat und soll mit wunderbaren soundlandschaften dienen. bei einem blick auf das cover kann man sich das gut vorstellen. dass sumpner offensichtlich wenig energie in promotion steckt, diese behauptung nährt neben der fehlenden homepage vor allem seine myspace seite."
fast fünf jahre später hört man auch erstmals wieder von duncan. er hat ein neues album veröffentlicht. rusted rail präsentiert "soft wounds", das mit ebenjener gelassenheit hausieren geht, die man von früheren werken songs of green pheasants bereits kennt. ein melancholischer streifen liegt über jeder komposition, die gangart ist midtempo und die instrumentierung ausgewogen. musik, die sich nicht aufdrängt, eher samten um einen legt.

Samstag, Januar 28, 2012

neue töne (1095): the coloradas

zufall? keine ahnung, aber schon sehr überraschend. als ich auf the coloradas traf, einem zunächst einem duo zuzuordnenden verbund, war eine der ersten zusatzinfos, die mich streiften, dass sie das sound of bronkow festival 2012 (02. september) spielen werden. verrückt, und klasse! die welt rückt immer wieder auf verwirrende art zusammen. nun, the coloradas sind zuvorderst roy davis (auch in solo bzw. mit the dregs bekannt und er hat immerhin sein kerbholz mit drei alben verziert) und sein langjähriger musikalischer partner bernie nye. an ihrer seite lassen sich jedoch auch joe walsh, amanda kowalski, steve roy und calvin goodale ausmachen. sie stammen aus monville (maine) und spielen eine wirklich einnehmenden mix aus country, american, blues und folk. die memorablen melodien geraten schnell zu mitpfeifern, die verzückende instrumentierung tut dabei ihr übriges. akustisch, sehr versiert und auf den punkt. musik, die keinen speck ansetzt und trotzdem wärmt. im februar wird ihr selftitled erstling in hiesigen breiten erscheinen, und nun findet sich auch die verbindungslinie nach dresden. denn was im dezember in den staaten veröffentlicht wurde, wird in deutschland über hometown caravan, ein sächsisches label, angerührt. am 10. februar soll es dann für das auf 300 stück limitierte vinyl so weit sein, um an den mann, an die frau gebracht zu werden. angesichts der qualität eigentlich ein unding, sich auf so geringe stückzahlen zu reduzieren. "this isn't love, natalie" grapscht bspw. nach den eingeweiden. sicher, die waidwunde gesangsstimme richtet bereits aus, wohin die fuhre geht, aber instrumental ist das einfach grandios untermalt. freut Euch auf etwas ganz feines und senkt dankend Euer haupt gen elbflorenz.


Freitag, Januar 27, 2012

unsigned - a d.i.y. (music) diary by great dynamo - episode 5

in der episode 5 nimmt uns hauke aka great dynamo mit ins heimstudio und lässt uns anteil haben an der arbeit an seinem song "in white". wird die neue ep rechtzeitig fertig werden? klar! denn wer schreibt hauke vor, wann er sie vorzulegen hat? niemand. wenn, dann macht er sich selbst druck. wir dringen also immer tiefer in die sphären des d.i.y. - künstlers. wir erschließen uns den geistigen, psychischen und physischen horizont. hauke, geh mal pennen!

Donnerstag, Januar 26, 2012

eingestreut (364): jason urick

so ein plattencover kann bürde und fluch sein, erst recht wenn man es mit dem titel "i love you" unterstreicht. zugleich aber kann es auch ein leuchtfeuer der applikation sein. die konfuse oberfläche wird ergründet, modellhaft mit zeichen belegt und in teilen verstanden. anderes muss erarbeitet werden oder bleibt für immer im verborgenen. insofern eine passende metapher zum musikalischen wirken jason uricks, der mit "i love you" ein drittes full length seiner discography zuführt. das 5track werk erschien anfang dieser woche auf thrill jockey und wird mit den worten gerühmt: "the end result is an eerie soundscape of fractured tones, warm sheets of sound, and cryptic voices. rhythmic pulses underpin the songs, enticing the listener to explore every intricate detail." hier muss man sich nicht hineindenken, sondern viel mehr die drei titelgebenden worte als eine art mantra verstehen, das sich in der musik aufzulösen beginnt. die etwaigen implizierten beziehungen, begegnungen und vertrautheiten werden in frage gestellt. so befindet sich nicht nur die welt im ganzen in bewegung, sondern der einzelne auch. urick hat sich intensiv hinterfragt, das hin- und hergerissen sein hat er versucht zu buchstabieren.
jason urick - the crying song

Mittwoch, Januar 25, 2012

eingestreut (363): elephant & castle

ab 13. märz wird man in die musikalischen welten des david vincent reep eintauchen können. es ist der tag, an dem sein debutalbum "transitions" erscheinen wird. plug research zeichnet für die veröffentlichung der filigranen strukturen des in london aufgewachsenen musikers verantwortlich. während seine eltern arbeiten waren, hat der nun unter elephant & castle agierende junge mann die gitarre belebt und sich zunächst an blues und soul versucht. die berührung mit rave zwang ihn förmlich, in eine andere richtung zu denken und zu musizieren. seine ersten ideen sah er mit elektronischem gerät umgesetzt. eine frühe single gibt es nun zu bewundern. sie heißt "en memoria" und wird unterstützt von der gesangsleistung der merrill garbus, richtig aka tune-yards. ein flirrend- irrend ding und dabei luftig, atmosphärisch gierig und schwanger mit dem wesen des winters. meine ich.

elephant & castle - en memoria feat. tune-yards by plug research

Dienstag, Januar 24, 2012

neue töne (1094): burning eagle festival 2012

mit dem burning eagle festival hat sich nach und nach ein weiterer kleiner event zu einer festen größe gemausert. so findet am 21.04. bereits das sechste mal im kulturzentrum franz.k in reutlingen statt, was nicht nur einen prägnanten namen trägt, sondern unter seinen breiten schwingen auch musiker mit rang und namen aus der nationalen und internationalen szenerie birgt. das mittlerweile vollständige lineup liest sich wie eine auslese aus den besten acts der vergangenen jahre, wenn man als eine art folkbeauftragter die bekannten und weniger bekannten festivals gescannt hatte. im folgenden wollen wir vorstellen, wozu wir Euch gleichzeitig nur einladen können. denn in dieser geballten form findet sich qualität vielleicht nur noch auf alleskönnern wie dem obs oder dem haldern.

als eine art headliner wird wohl dan mangan fungieren müssen. ein name, an dem man dieser tage einfach nicht vorbeikommt. nicht nur, weil seine alben in aller munde sind, sondern vor allem weil die liveperformances kultcharakter tragen. sie sind intensiv, echt und voller lebensfreude. im august 2011 las sich das bei uns so: "diese freundliche, spitzbübische art, das zuweilen linkische und stets scheinbar überraschend auftretende grinsen, als hielte er die ausgelöste begeisterung für nicht möglich, machen ihn zum heißesten kandidaten für den thron des symapthischsten barden. er singt, verzögert, lockt den hörer heran, um fürderhin zu deklamieren, zu beklagen oder zu beschreiben. seine geschichten haben einen sog, der sich aus verständnis und nachvollziehbarkeit speist. abgehobenes ist fremd, die große nummer beleiht nur sein kongenialer sidepart an der gitarre. gordon grdina spielt so facettenreich, dass eine beschreibung seiner kunst viel raum benötigte. er treibt die melodien vorwärts, er harmoniert mit dem spiel mangans, er rhythmisiert und schlägt neue pulse an. er bewegt sich auf der bühne wie ein flinkes raubtier und seine finger flitzen dabei über die tabulatur in kaum verfolgbarer geschwindigkeit. er gibt der musik von dan mangan einen meisterlichen schliff. doch die augen der umstehenden sind immer nur auf dan gerichtet. ich höre mädelherzen schlagen. er trägt dem rechnung, lässt sich mitten im publikum blicken und wird dann, oh undank, von einem typen auf die stirn geküsst. letztlich, klar, ein toller auftritt!"

dan mangan - rows of houses

mit liz green findet sich eine dame, die in den kleinen clubs groß auftragen kann. die endlich ihr erstes album beendent konnte. die man sich auch auf der großen bühne vorstellen kann, wenn davor alles volk schön aufmerksam bleibt. doch die "kundenbindung" sollte ihr ohne weiteres gelingen. empfunden im april 2009: "i want to be a german singer!", wandelt liz die wunderschöne flip ihrer "bad medicine" single mal eben um. sie fühle sich pudelwohl in deutschland, verrät sie mir später, da ich mich auf ihr kleinen tonalen kunstwerke stürze. ist das ein charlestone, möchten die füsse nicht seitwärts zucken? oder blues, folk, ein kunstlied? die stile mischen sich. liz ist nicht zu fassen. im wahrsten sinne des wortes. keine schönheit und doch ist sie mehr als nur reizend. die ernsthaftigkeit der 27-jährigen überrascht mich immer wieder. und nicht nur mich. gebannt sitzt das auditorium und starrt streng fokussiert richtung bühne. wie kann man auch anders diese melodische finesse in "luis" verkraften? ein moment nur, aber gellende schönheit. und wie das lied weiterschleift! sinister die gitarre und darüber angelt sich liz' stimme. unvergesslich. nur wie an all die erinnerungen reihen? im singsang das saiteninstrument, als liz den "ostrich song" spielt. der bass fordert in "rag & bone" und wie kann man anders, als den "midnight blues" heilig zu sprechen."

liz green - displacement song

dass wir der band aus sachsen sehr verbunden sind, davon zeugt nicht nur unser meet & great beim obs festival vor zwei jahren, sondern auch unsere neugier auf das neue album. im exklusiv interview verriet uns einer der köpfe von garda, kai lehmann, allerlei wissenswerte um "a heart of a pro". ob die band es bereits mit im gepäck haben wird, ist wohl mehr spekulation und wunsch als gewissheit. im mai 2010 konstatierten wir: "die junge dresdner truppe steckte an! seltener sah man erstauntere blick im rund. wider die erwartungen wohl. denn so mancher rieb sich die augen angesichts der hervorragenden performance, die die fünfe hervorzauberten. popnummern mit halteankern, verweilposten, mit verzahnungen für griffiges ineinander, mit mut zum innehalten, für das sentiment und den gefühlsausbruch. hier stimmte einfach alles. die lieder ließen sich packen, ohne dass man im angegriffen sein selbst schwülstig taumelte. das harmonische miteinander gelang vor allem, weil all die kleinen finessen gekonnt miteinander verwoben wurden. schließlich ergaben sie ein stimmiges ganzes. die gitarre konzentriert vom stuhl herab oder gar am boden sitzend angerührt (frank heim), die pianospuren (neli mothes), die bindend flossen, der bass linien ziehend (karsten pretschner), das stabile getrommel aus dem rücken (ronny wunderwald) und schließlich kai lehmanns akustische, sein gesang und sein fiebern."

garda - this city is ours

solander aus schweden hatten die große deutschlandrunde erst kürzlich gedreht. der dreier führt das wundervolle "passing mt. satu" bei sich, eine ode an den folkpop. technisch versiert, mit seele und großem herzen. die stimme wie geliehen, aus einen anderen zeit, von einer uns nicht bekannten gottheit. sonst hätte man ihr längst einen namen gegeben. die akustische treibt voran, das drumming befördert und sucht das stets, das cello webt einen gemeinsamen teppich.

solander - flight

gerade im dezember schrieben wir zu jamie harrison: "gut dreißig minuten einer mischung, der vorrangig der english folk steht, aber ergänzung findet in garage jazz, blues und ragtime. angesichts der jungendlichkeit harrisons erstaunlich, was er in der lage zu bewegen ist. seine musik ist voll von humor und mit einem augenzwinkern unterlegt, so als wäre man gerade in eine etwas anstössige bar geraten und die mädels zwinkern einem zu, während leicht angetüderte typen ihnen auf den hintern klatschen. harrison hat talent, eine art der untertreibung, dass man ihm zuweilen wünschen möchte, er würde noch eine schippe drauf legen. aber vermutlich macht er alles richtig. seine stimme hat einen gehalt, wie ihn andere nach jahrzehnten nicht bekommen werden. sein gitarrenspiel ist nicht nur in den flotten passagen eine erinnerung wert."

jamie harrison - sam's song

so, drei weitere acts gilt es zu erwähnen: mit dabei sein werden auch tristan brusch, peasant und the travelling band. hinsichtlich letzterer schrieben wir erst kürzlich: "ihre musik wirkt mit erinnerungswürdigen harmonien, die glänzend aus den gitarren tropfen. ihre ohne größere geste, herzwärmende musik schafft persönliche freiräume für flüge durch phantasia. insbesondere live treten sie geschlossen auf und kreieren ein undurchdringliches klangbild fester folkattitüde. die harmoniegesänge winden sich durch das rund, doch die elektrischen zittern sich in die front, die schellen scheppern um frieden. blues, psychedelische momente, du kannst noch mehr bekommen, wenn du dich den jungs stellst. cooking vinyl zeichnete für den letzten release "screming is something" verantwortlich, das 2011er werk ist der zweite longplayer des bis zu sechsköpfigen ensembles." eine überraschung wird tristan brusch sein, seine tunes sind heimelig und aufmerksamkeitsheischend zugleich. und schließlich peasant, die für mich schönste überraschung überhaupt, denn: "neben der obligaten gitarre tritt auch ein piano auf den plan. es besorgt den rausch, erhöht die flußgeschwindigkeit, fordert die aufmerksamkeit. den hellen tönen steht die lichte stimme deroses hervorragend, eine ergänzung, wie man sie sich nicht hätte schöner zusammenreimen können.", steht im februar 2010 im klienicum geschrieben.

the travelling band - only waiting (live)

tristan brusch - reliable

peasant - the flask

von 17:30 uhr bis sicher weit nach mitternacht wird man dieses klasse programm verfolgen können. karten wird es nicht unbegrenzt geben, deshalb flott einkaufen gehen: tickets gibts als hardtickets bei better2gether, museumstrasse 1 oder 72764 reutlingen oder als systemticket über adticket. wir sehen uns! im april. in reutlingen.

Montag, Januar 23, 2012

unsigned - a d.i.y. (music) diary by great dynamo - episode 4

hauke aka great dynamo (wer immer noch nicht weiß, wer oder was das ist, sollte sich flottig mal die vorherigen episoden anschauen, dann ist er auf dem laufenden) im diskurs. existentielle fragen. nicht zum ersten mal gestellt, aber immer irgendwie neu beantwortet. warum? eine frage, die tagtäglich vor unseren augen schwebt und dabei konsequent übersehen wird. vermutlich beflissentlich, um ja nicht in die alles negierende falle zu latschen.

glotzt nicht so romantisch (278): nat baldwin

ach, wieder mal ein mehr als passender deckel zum schon ausgezeichneten topf. da vertickt ein gaul die habseligkeiten seines besten freundes, den er tot glaubt. und zwischendurch schwelgt er in erinnerungen an ihr tolles gemeinsames leben. als das pferd dann am grab des freundes steht, ... na, das seht Ihr Euch am besten selbst einmal an. der song "weights" ist ein paradebeispiel für songwriting erster sahne. auf den punkt, ohne großes tohuwabu und trotzdem ergreifend, packend. den herausragenden track des dirty projectors mannes nat baldwin findet man auf dem 2011er album "people changes", erschienen auf western vinyl. das video allerdings ist ganz frisch.
nat baldwin - weights



Feb 7 Cologne, Germany · King Georg
Feb 9 Berlin, Germany · Berghain

Sonntag, Januar 22, 2012

konzert: the walkabouts, 19.01.12

die kontroverse ist so alt wie das business. wer lange dabei ist, der muss sich davor fürchten, sich zu wiederholen. und irgendwer weiß dann auch immer ganz genau bescheid: die sind öd geworden, der zahn ist längst gezogen, das rad läuft nicht mehr rund oder maximal auf felge. wer allerdings the walkabouts am vergangenen donnerstag abend im feierwerk zu münchen sehen und erleben durfte, dem fallen solcherart vokabeln sicher nicht so schnell ein. ein furioser auftritt sieht anders aus, aber das ist auch nicht der plan, den die seattler band um carla torgerson und chris eckman verfolgt. ihre maschinerie ist penibel geölt und rollt, wenn sie denn einmal in bewegung kommt, reibungsfrei, im sinne von maximaler energiefreisetzung. ihr sound ist komplex und dabei schmeichelt er dem ohr, in dem er die instrumente, vor allem die mehrfachen gitarrenspuren freizügig auf- und anbietet. woran man sich auch halten möchte, es ist ein lustgewinn, hier der melodieline zu folgen, dort der rhythmischen präzision. ergänzend wirkte knackig das schlagwerk, das mit solidem bumms und der einen oder anderen erstaunlichen einlage aufwarten konnte oder der straighte und irgendwie wahrhaftige bass, der sich tief in den gedärmen einzunisten wagte. am mikrofon dann die beiden routinierten vorstände, nicht in verlegenheit zu bringen, auch wenn mal ein ton nicht saß, dafür mit viel lächeln im gesicht.

der blick aber bleibt vor allem an carla haften. sie erinnert an erika pluhar im äußeren, im gestus. ihre bewegungen sind frei, sie unterstreichen die vertonten worte. manchmal wirbeln die arme herum wie bei einer esoterischen alten, manchmal wie in einer art ausdruckstanz. offen, ehrlich. älter geworden. in ihren händen, besser aus ihrem mund klingen die songs von "travels in the dustland" wie längst vertraute. und wahrscheinlich ist das eh die große stärke von the walkabouts. das bedienen von ansprüchen, die genauso groß sind wie die entfernung von der haustür bis zum gartenzaun. es gibt eine gewissheit und ein anrecht auf dieses geviert. so zeichnet sich im publikum auch eine altersspur, die gedanken an wiedergeburt und den jahreskreis aufkommen lässt. die bewegung in den reihen ist mäßig, obwohl ich kein strittiges gesicht ausmachen kann. im gegenteil verfolgen neugierige augen das programm, das sich zu großen teilen aus dem 2011er album rekrutiert vom energischen "the dustlands", dem vor allem chris eckman mit düsternis in der stimme seinen stempel aufdrückt, bis zum rockigen "soul thief", bei dem glenn slater an der orgel schuftet und eine prise prog in die runde schmeisst. wie überhaupt die begleiter von chris und carla einen sehr guten job machen. voran paul austin an der e-gitarre, der stimmungmacher, unterstreicher, gesetzesbrecher. erinnert sei die gute drummerin terri moeller, die jedoch unter terri tarantula als vorband kläglich scheiterte. am unstrittigen bass: michael wells.
musik für erwachsene, denke ich an diesem abend manchmal. maßvoll, gezielt, hin und wieder doppelter boden, jedoch mit führleine. gut.
setlist: every river will burn / the dustlands / rebecca wild / they are not like us / follow me an angel / thin of the air / lazarus heart / long drive / light / soul thief / acetylene / my diviner / prayer for you / jacvk candy / stopping-off place

Samstag, Januar 21, 2012

neue töne (1093): dead bugs

etwas von dem zu fassen kriegen, was die leutchen da tun, über die man schreibt. es ist wie ein hinterjagen, mit einer ente einem ferrari. und dann triffst du auf musiker wie dead bugs und alles wird einfach und klar. das banjo scheppert rhythmisch vor sich hin, nebenbei fusseln die schellen, ein casio massiert eine bockige melodie und der typ singt mit leicht angekiekster stimme. alltag, schusseligkeiten, nachvollziehbares. meine welt in tönen. entenniveau, eine höhe, eine geschwindigkeit. natürlich ist da mehr, sonst würde sich der bebrillte und wuschelbehaarte nicht im klienicum wiederfinden. effekte, die das musikalische geviert umrunden oder mal überfahren, ein vermengen von sequenzen, ein überschneiden von folkpattern in simpler und dennoch überaus gekonnter form. der typ aus new jersey spielt eine flinke akustische, flitzespuren und hat ein picking drauf wie die alten und taucht ansonsten in seinen harmonien ab. gibt sich ein echo, doppelt den gesang, bluest schwerelos und gibt dem sanften eine haftung. mann, der spielarten so viele, von song zu song kann man sich aufs neue in diese lofi- meisterschaft verlieben.
sein aktuelles album "S" (im august 2011 erschienen) vertickt er für einen dollar. eine unverschämtheit angesichts der hohen hitdichte. allein "ringing bells" gereichte so manchem aktuellen hype zur verdienten ehre. der namenlose sollte sich mal mit stephen merritt zusammentun, der selbe humor, die selbe melodienfeinfühligkeit. zehn veröffentlichungen seit 2008 auf illustren labels wie mandill records, kill mommy records oder baby tapes. die letzten beiden gefallen mir am besten und sie bilde ich auch ab. wenn es Euch gefallen sollte, was Ihr hört, dann kauft doch am besten bei dead bugs' bandcamp ein. der wird sich über jeden bug freuen.


Freitag, Januar 20, 2012

unsigned - a d.i.y. (music) diary by great dynamo - episode 3

die unternehmung doku nimmt seinen fortlauf. wir sind dabei! heute gibt es den vier- ohren- test, den autotest, den clubtest. was hat es wohl damit auf sich? hauke aka great dynamo sagt: "d.i.y. heisst hauptsächlich: dauernd irgendwas entscheiden müssen. dieses mal geht es um eine echte glaubensfrage. analog oder digital mastern lassen? ich habe von einem song verschiedene versionen vorliegen und brauche eine woche um endlich zu wissen, was ich will." und ich dachte immer, der freie vogel hat es viel einfacher als jener, der im goldenen käfig eingesperrt ist, dem das futter hingestellt und dem die schaukel geputzt wird...

glotzt nicht so romantisch (277): mount washington / unknown mortal orchestra / chelsea wolfe / al lover / me and my drummer

das vierte album bereits und doch unter neuen vorzeichen, besser mit neuer vorsilbe, am 10.02. erscheint das selftitled werk auf glitterhouse records, der clip zur single wurde in berlin aufgenommen, tourdaten siehe unten: mount washington:



ihr selbstbetiteltes werk erschien bereits im vergangenen juni (fat possum), nun haben jordan blady und ryan knowles bewegte bilder für den song "thought ballune" geschaffen, die zwischen humor und kaltem grausen changieren: unknown mortal orchestra:



sie startet eine ausgedehnte tour, auch in hiesigen breiten (daten unten), obwohl sie bereits am nächsten album arbeitet, gute vorbereitung auf beide events ist die jüngste room 205 performance von "movie screen": chelsea wolfe:
movie screen by chelsea wolfe by goincase



diesen psychrock getauften release "satanic tambourine", erschienen im november auf impose records, möchte ich Euch nicht vorenthalten, wenngleich die musike hier etwas aus dem rahmen fällt, auch ist das video weit weg von hoher kunst, aber adäquat zum auditiven erlebnis: al lover:



die single "you're a runner" ist gerade herausgekommmen und sinnbus präsentiert nicht weniger stolz das video dazu: me and my drummer:



mount washington
22.02.2012: Hamburg - Knust
23.02.2012: Leer - JUZ
24.02.2012: Magdeburg - Projekt 7
25.02.2012: Potsdam - Club Charlotte
26.02.2012: Leipzig - Schauspielhaus
03.03.2012: Nürnberg - Club Stereo
06.03.2012: Marburg - KFZ
07.03.2012: Offenbach - Hafen 2
08.03.2012: München - Feierwerk
09.03.2012: Mainz - Schon Schön
10.03.2012: Stuttgart - Laboratorium
14.03.2012: Bielefeld - Ulmenwall
15.03.2012: Dresden - Thalia Kino
16.03.2012: Kassel - Schlachthof
17.03.2012: Berlin - Lovelite
22.03.2011: Chemnitz - Atomino
28.03.2012: Wetzlar - Franzis
29.03.2012: Weimar - Kasseturm
30.03.2012: Bad Frankenhausen - Panorama Museum
31.03.2012: Göttingen - Apex

chelsea wolfe
4/24 Thalia Kino/Schauburg, Dresden, Germany
4/25 Berghain Kantine, Berlin, Germany
4/26 Debaser, Malmö, Sweden
4/27 Blå, Oslo, Noway
4/28 Strand, Stockholm, Sweden
4/29 Kuudes Linja, Helsinki, Finland
5/01 Molotow, Hamburg, Germany
5/03 Winston, Amsterdam, The Netherlands
5/04 Le Point Ephemere, Paris, France

Donnerstag, Januar 19, 2012

ein (p)fund mp3 (377)

so ganz will sich mir "cast your stone", am 17. januar als selfrelease erschienen, nicht erschließen, aber die teilnahme von lucinda williams hat lichtpunkte gesetzt, ein glück für den songwriter und sein debut: walter rose:
walter rose - driving south (feat. lucinda williams) by fanaticpro

die single hat zug durch emotion, released von kicking ink recordings, hinter dem jules verne inspirierten moniker steckt phil barry aus reading, der sich bereits seit 2005 schafft und nach und nach einen namen macht, der longplayer ist in planung: mr fogg:
stay out of the sun by mr fogg

die frisch erschienene "the blanket rule" ep ist vorgeschmack auf das debutalbum "other people's problems", welches am 26. märz auf fatcat erscheint, zudem sind einige prominente konzerttermine geplant (paris, 03. april): breton:
ordnance survey by bretonlabs

ein zuträglicher sound, den die band aus new york da kreiert, die single "division street" erscheint am 17.02., das album "holiday live" kommt einen halben monat später, better looking records zeichnet verantwortlich, live dann auch bald bei uns (siehe unten):
ravens and chimes - division street
vollständig wird es das album im märz 2012 zu hören und zu kaufen geben, bis dahin muss man sich alle 10 wochen mit einem song zufrieden geben (derzeit steht track 3 an), folktronica von j. davidson oder two suns:
nostalgic by twosunsmusic

unbedingt an dieser stelle muss auch der sampler "the paper bag sessions vol.1" angebracht werden, er enthält tracks u.a. von cuff the duke, p.s. i love you, austra, elliott brood usw, die allesamt währen der paperbag records video sessions entstanden sind, das ganze für lau und hier als download: klick.

auf die band und das album hatten wir mehrmals hingewiesen, mittlerweile gibt es cover artwork und tracklist für das am 03. april auf hometapes bzw. am 02. april via the leaf label erscheinenden neuen werks des portlander duos: au:
au - solid gold by hometapes

einen weiteren sampler gibt es dieser tage zu bestaunen und noch mehr: zu bewerben, denn mit sunday service betreibt eine unternehmung nabelschau (das zehnjährige wird gefeiert!), die weniger auf quantität setzt denn auf qualität, und so kann diese eine unter dem namen "everyday is like sunday" firmierende kompilation hervorzaubern, die künstler wie the innits, kajak, smukal, halma oder auch mohna vereint, das gute stück wird ab dem 02. märz erhältlich sein, wir bereiten Euch darauf vor, mit:
halma - a moon without a planet
jullander - behind the scenes
me succeeds - riemerling
nette nachricht aus new york, die band hat einen neuen song eingespielt und will ihn teilen, es ist ihre erste aufnahme in einem richtigen studio und soll ausblick sein auf ihr kommendes album, bis dahin bespielen sie weiter die clubs rund um ihre heimatstadt:
gross relations - cut the final scene
es ist nicht mehr lang hin, "rad times xpress iv" wird am 31. januar erscheinen (drag city), zur feier wird der rtx nachfolger einige konzerte spielen, jedoch nicht nah genug an unseren haustüren, wir begnügen uns vorerst hiermit:
black bananas - rad times
bad panda records hat sich mit sunik kim eines knapp 17 jahre alten koreaners angenommen, der in den staaten lebt und feine tunes aufnimmt, zuletzt versammelt auf dem album "tokio dreamer", reinhören dürfen wir natürlich auch, der hammer: tausende menschen haben seine knapp einen monat im netz befindlichen aufnahmen bereits gehört: beat culture:
beat culture - midori by bad panda records

am 14. februar wird ihr bereits viertes album im laden stehen, "plumb" getauft, memphis industries zeichnet für den jüngsten release der band aus sunderland verantwortlich:
field music - a new town
"half asleep upon echo falls” wird am 14.02. in den läden stehen, es ist das zweite album der band aus louisville und ich müsste mich schon arg täuschen, wenn ich nicht bereits mindestens einmal schon auf die truppe aus dem karate body records programm aufmerksam gemacht habe: whistle peak:
whistle peak - wings won't behave by karatebody

ravens and chimes
15.03.12 Arena - Wien (A)
18.03.12 Scheune - Dresden
20.03.12 Morph - Bamberg
21.03.12 Rote Sonne - München
22.03.12 Manufaktur - Schorndorf
23.03.12 Swamp - Freiburg
24.03.12 Cafe Central - Weinheim
26.03.12 Brotfabrik - Frankfurt
27.03.12 Zentrale (Thalia Theater) - Hamburg
28.03.12 Deutsches Theater/Box - Berlin
29.03.12 Feinkost Lampe - Hannover
05.04.12 La Maroquinerie, Paris (FR)/w Shearwater

astronautalis
JAN 29: Darmstadt, Germany – Oettinger Villa
JAN 30: Regensburg, Germany – Alte Mälzerei
FEB 11: Heilbronn, Germany – PlemPlem
FEB 12: Weikersheim, Germany – W 71
FEB 14: Berlin, Germany – About Blank
FEB 15: Leipzig, German – Ilses Erika
FEB 16: Frankfurt, Germany – Lvi
FEB 17: Bremen, Germany – Lila Eule
FEB 18: Hamburg, Germany – Hafenklang
FEB 20: Köln, Germany – Aetherblissement
FEB 21: Oberhausen, Germany – Druckluft
FEB 22: Münster, Germany – Gleis 22
FEB 23: Aachen, Germany – Az

Mittwoch, Januar 18, 2012

glotzt nicht so romantisch (276): screaming females

klasse nachrichten für alle, die auf den punkinfizierten rock des dreiers aus new brunswick stehen. screaming females legen nach. marissa paternoster, jarrett dougherty und king mike spielten jüngst ein tiny desk concert und brachten dort auch einen der neuesten tracks zur gehör. es lohnt, freunde! "ugly" wird am 03. april auf don giovanni records erscheinen und vierzehn tracks enthalten. angesichts der kürze legen wir den finger auf die würze. das mittlerweile fünfte full length der new jerseys wird angeführt von einer appetitmachenden single namens "it all means nothing", die bereits ab 11. februar zu haben sein wird. auf der flip befindet sich eine liveversion von "a new kid".
tracklist: 1. it all means nothing / 2. rotten apple / 3. extinction / 4. red hand / 5. 5 high / 6. expire / 7. crow's nest / 8. tell me no / 9. leave it all up to me / 10. doom 84 / 11. help me / 12. something ugly / 13. slow birth / 14. it's nice

eingestreut (362): lower dens

da darf man schon ein wenig raunen, dass sich lower dens bereits im frühen 2012 anschicken, ein neues album auf den weg zu bringen. neben dem staunen erhält aber auch freude auf das zweite werk der baltimore dreamrocker um jana hunter zunder. "twin hand movement" hieß der 2010er erstling, nun schaut "nootropics" um die ecke. anvisiert ist der 30. april, veröffentlicht wird auf ribbon music in den staaten, hierzulande wird sich wohl u.a. domino verantwortlich fühlen. mit "brains" steht ein erster abschnitt aus dem neun tracks umfassenden werk zur verfügung und der macht die vorfreude zum fest. unsererseits trugen wir zur positiven informationslage u.a. dieses hier bei: mai '10, juli '10, dezember '10. mmh, und anderthalb jahre sind nun ein ganz normaler turnus, um einen longplayer nachzuschieben. ich glaube, ich habe im ersten moment das debut ins jahr 2011 versetzt, so präsent ist mir die scheibe.
tracklist: 01. alphabet song / 02. brains / 03. stem / 04. propagation / 05. lamb / 06. candy / 07. lion in winter pt. 1 / 08. lion in winter pt. 2 / 09. nova anthem / 10. in the end is the beginning

Dienstag, Januar 17, 2012

eingestreut (361): the walkabouts

es ist schwierig, the walkabouts auf ein prägnantes detail zu beschränken. hier die konstanten chris eckman und carla torgerson, dort der schnelle ruhm dank sub pop. hier die nachvollziehbare wiederkehr zu glitterhouse records, dort der langjährige bestand der amerikanischen band. hier die soloprojekte (sowohl chris als auch carla), dort die kollaborationen (chris & carla, dirt music...). dass es the walkabouts heute noch gibt und sie mit "travels in the dustland" gar ein frisches album am start haben, grenzt angesichts der gesetzmäßigkeiten der branche an ein wunder. doch immer wieder gibt es sie, diese konstanten. wer ihnen huldigen möchte, kann es angesichts der gerade laufenden tournee zum album gerne tun. wie es werden wird? etwas entrückt vielleicht, mit mut zum langen atem. etwas abseits des laufenden geschäfts und doch mittendrin. entspannt und doch mit kontrahiertem muskel. dass das geht, beweist die feine truppe aus seattle. daten siehe unten.

the walkabouts - every river will burn

Jan-17, 2012 Zagreb, HR Tvornica Kulture
Jan-18, 2012 Lugagnano di Sona/Verona, IT Club Il Giardino
Jan-19, 2012 München, D Feierwerk
Jan-20, 2012 St. Gallen, CH Palace
Jan-21, 2012 Ghent, BE Handelsbeurs
Jan-22, 2012 Ottersum, NL Roepaen
Jan-22, 2012 Amsterdam, NL Paradiso
Jan-23, 2012 Berlin, D Lido
Jan-24, 2012 Hamburg, D Fabrik
Jan-25, 2012 Copenhagen, DK Vega
Jan-26, 2012 Frankfurt, D Brotfabrik
Jan-27, 2012 Thessaloniki, GR Principal Club Theater
Jan-28, 2012 Athens, GR Kyttaro Club

neue töne (1092): princess pangolin

princess pangolin ist die kopfgeburt von julie carpenter, und wie sie ihre musik selbst formuliert, liest sich so: "the voices in my head, only with more reverb". dabei sorgen für das drumherum weniger die effekte als ein paar präzis gesetzte instrumente, wie akustische, viola, violine, perkussives. sie rauben dem song aber nicht das karge, selbst sinfonisch anmutende arrangements bilden lediglich die lauffläche für ein lustvolles tänzeln der dame aus l.a., die schon nach gesetzterem alter aussieht (aus meiner perspektive darf man so etwas schreiben) und mit ihrem selbstbetitelten 9tracker doch erst ihr debut vorlegt. dies erschien im november des gerade vergangenen jahres in neuauflage, weil frisch gemastert, welches von dain luscombe übernommen wurde, der neben heather lockie, laura steenberge, clint heidorn und ari desano zu den mitmusizierenden zu zählen ist. vielleicht hielt julie von der solokarriere vor allem ihr werken bei solchen acts wie listing ship, bodies of water, the eels oder spiritualized ab. mehr biografisches ist mir bislang nicht zugefallen. doch an den songs kann man sich locker abhängen.
die schwingende, flirrende säge in "all hands were lost"etwa agiert an der seite einer schwerelosen stimme, die etwas ätherisches und doch auch bodenständiges vereinigt. sie überspringt hürden mit fester fessel, gräben, ohne nach unten zu sehen und flattert hinauf, dass es eine freude ist. ihr ausdruck ist der, der für das irdene sorgt, als bewahre er sich die anbindung an das hiesige. so steht sie ihrem genre auch überhaupt nicht im wege. ich würde es nämlich als free countryfolk bezeichnen, eine betitelung, die die beiden ebenen sehr gut miteinander zu verknüpfen weiß. das bodenständig verlässliche und das sehnsüchtig fliehende. immer wieder beschwichtigt der sanfte beat, während die stimme auf reisen geht. im hintergrund buchstabieren die eisen reibung und weiter vorn grassiert eine erstaunliche elektrische gitarre. geht wunderbar ins ohr. eine empfehlung ihres klienicums, rezeptfrei.

heatwave by princess pangolin

memory lapse by princess pangolin

sending you by princess pangolin

Montag, Januar 16, 2012

konzert: innen:welt festival 2012, 14.01.12

vorab gleich einmal anerkennung an die macher des innen:welt festivals 2012! es gelang eine ausverkaufte veranstaltung mit einem großartigen lineup, das nicht dem massengeschmack folgte, sondern auf innovation setzte, ohne das entertainment außer acht zu lassen. zudem unter den nicht einfachsten bedingungen, nämlich in einer den anforderungen genügenden location, die sich etwas abseits vom schuss befindet. das kafe kult in der oberföhringer straße liegt in etwa wie dieses kleine gallische dorf inmitten all der eroberten nachbargemeinden, etwas heruntergekommen in einem gebiet mit hoher cayenne dichte. doch die macher dieser institution trotzen und legen jahr für jahr ein beeindruckendes programm aufs parkett. insofern passte die kombination aus festivalgedanken und der speerspitze münchner subkultur bestens.
obwohl samstags angesetzt, erwies es sich als unmöglich, bereits 17:30 uhr pünktlich zum start des festivals anzutreten. so entgingen uns leider die auftritte von tasty tea und a soundtrack for starsailors. doch der laufende abend bot ausreichend highlights, um nicht bereits beim start in verdruss zu geraten. so zum beispiel die jungs von g.e.f. , einer münchner indietronics truppe, die einen saftigen sound mittels e-gitarre, bass, synthie und electronica erzeugten, der ohne umwege in die beine ging. eine hohe gesangsstimme legte sich über die dicken beats, die eine art runderneuerung durch den deepen bass erhielten. feinströmend die harmonien, auf denen es sich munter in den abend gleiten ließ. das hatte in seiner gesamtheit so viel gehalt, dass man sich gesättigt fühlte, im wahrsten sinne des wortes. später ärgerte ich mich, mich nicht nach einem tonträger umgesehen zu haben. zwei zugaben gaben den drei jungs recht, das publikum wollte sie nicht wirklich ziehen lassen.

g.e.f. räumten das pflaster und wir konnten einen ersten konzentrierten blick auf das ambiente werfen. die kleine halle des kafe kunst war mit einer begeisterungswürdigen lichtinstallation ausgestattet. 507 nanometer zeichnete für eine regenschirmparade verantwortlich, die, von innen angestrahlt, in mattem licht leuchtete und unterschiedlichste farbkombinationen abgeben konnte. ein tolles bild, das sich immer wieder neu gestaltete, je nach gerade agierendem künstler. während die vorangegangene band eher in grünes licht getaucht war, sorgte zwischen blau und violett changierendes für eine gedämpfte atmosphäre, als es zeit für deep sea diver war. das ansonsten mehrere menschen umfassende projekt musste an diesem abend mit deren kopf niklas kramer auskommen. der göttinger spielte lediglich mit seiner akustischen bewaffnet ein warmherziges wie inniges set. ob dieser aufmerksamkeitsheischende act das richtige für das festival war, ist allerdings fraglich. das publikum, vowiegend im studentenalter, quatschte losgelöst und überwand dabei auch die hürde, die ihnen niklas mit angemessen lauter intonation vorgab. für den interessierten hörer gab es nur einen schmalen tonalen pfad, auf dem man wandelnd eine hörerfahrung machen durfte. und die war klasse. der in der kopfstimme verhangene künstler beeindruckte mit einem facettenreichen gitarrespiel und mit memorablen melodien. von der für ihn unglücklichen stimmung im rund ließ sich deep sea diver nicht weiter beeindrucken und, um im bild zu bleiben, tauchte tief in seine songs hinab. mal fociert, mal ruhig, gediegen, immer gelang es niklas einen ausdruck zu formen, der haften blieb. und nachhallte. auch gegen die quasselnde masse.
das stets matte licht während der auftritte erwischte mich und meine kamera auf dem falschen fuss. mit blitz reagierte sie sensibel auf den leichten nebel, ohne dagegen bestand sie nicht gegen die fahlheit. ein wenig wird zu erkennen sein. doch die vornahme der inbesitznahme eines neuen geräts bleibt. vielleicht starte ich mal eine spendenaktion.

mit sandy bird trat nachfolgend eine band an, die ganz genau in mein beuteschema passte. jedenfalls in dieser nacht. in anderen finde ich vielleicht nicht unbedingt so barrierefreien zugang zum langatmigen postrock des berliner dreiers. doch der vergangene samstag hatte alle weichen dahingehend ausgerichtet, dass das gute stück handfester musik mehr als mundete. am schlagwerk ein extremist, ein wahrer könner seines faches, wie ich selten jemanden hören und sehen durfte. schnell, virtuos, abwechslungsreich, kreativ. alle achtung, der sten jackolis hat was drauf. dazu tobias busch am bass, der eine bedeutende position in der konzeption von sandy bird einnimmt. ruder schlagend, um vorwärts zu kommen, dem manischen rhythmiker den rücken freihaltend, pausen füllend, fürs fundament sorgend, die anderen beiden erdend, wenn sie am abdriften waren. das galt neben dem drummer auch für dennis grimm, den mann an gitarre und seltener am gesang. immer wieder durchschnitten seine spuren die kross gebackenen beats und teilten sie in mundgerechte happen. was manches mal an spielerei gemahnte, war die essenz eines reduktionsprozesses.

im ergebnis erhielt die anwesende gemeinde eine messe der besonderen art. fast eine stunde spielte die band durch, um wie nach einem langen tauchgang schwer aufatmend wieder aus den wassern aufzusteigen. hier passte alles. die strukturen waren profiliert, irgendwie griffig, so dass man sich an ihnen entlanghangelnd durch den einzelnen track seinen ganz eigenen weg bahnen konnte. ausbrüche neben ruhigen passagen, tempiwechsel, laut, leise, nichts fehlte, was als dramatisches detail dienen konnte. und doch hatte man nie das gefühl, es gäbe ein zuviel, einen ansatz von speck.

revoke by sandy bird

wann passierten eigentlich paula i karol? wann wurde man derart auf sie aufmerksam, dass sich die clubs um sie reissen und eine anspruchsvolle tour durch deutschland möglich wurde? ihr hit "calling" ist bereits mehr als ein jahr alt und wird euphorisiert entgegen genommen, wie es vielleicht noch billy bragg mit "a new england" hinbekommt. nichtsdestotrotz, dass ich trendschläfer offensichtlich mal wieder gepennt hatte, die beiden protagonisten und ihre drei helferchen übernahmen das kafe kult in bester überfallmanier und bohrten ihren folkbesetzten pop in die herzen der anwesenden. erstmals ging so etwas wie ein ruck durch die runde. gemeinschaftlich fiel man sich um den hals, bot der nachbarin die hand zum tanz, den arm zum geleit oder grinste wenigstens rosig. kaum ein gesicht, dass noch cool eingefroren war. wie das ansonsten oft genug der fall war, während man versuchte, ratschend den gerade aktiven act zu übertönen. man hätte wohl für dieses ungebildete volk ein paar quatschzonen einrichten sollen, mit pfeil und hinweisschild usw., da hatte erziehung mal wieder völlig versagt. nun denn, die kapelle aus polen brachten sie alle an einen tisch und schenkte, im übertragenden sinne, wodka aus. denn ihre musik macht benebelt. hohes tempo an der schraffierten gitarre, sauber geschlagene beats von der schießbude, ein bißchen kling, ein wenig klong und dazu der harmoniegesang, der sich gern zum wechselnden zurufen verstieg. dass mir das am ende ein wenig zu viel war, kümmert hier wenig. denn die musik tat ihre aufgabe. völkerverbindung! eine rap- einlage, ein geburtstagsständchen für den bassisten, charmante ansagen, das programm war mit auflockerungsmomenten durchsetzt. doch etwas zu viel rouge lag auf den hippen polen. erinnern kann ich mich neben "calling" an "community", "goodnight warsaw", "mother's stew", "birds and bees", "this is country".
für mich ein schöner abschluss eines allerliebst organisierten abends. ich war knülle ob der eindrücke, der tollen acts, der guten stimmung. am ende blieb aber ein resümee, das sich vor allem mit den gästen beschäftigte. die waren zu großen teilen überfordert, mit deep sea diver, mit sandy bird. die wollten party und hatten das format des festivals nicht verstanden und vor allem nicht verdient.

Sonntag, Januar 15, 2012

eingestreut (360): wooden peak

über das album "lumen" von wooden peak hatte ich im april des vergangenen jahres fabuliert und es abschließend in der jahresendabrechnung auf platz 22 abgelegt. in die begründung floss unter anderem:
"flink bestelltes gespinst, in dem sich wundernd überraschungen wiederfinden, abgebaut und zu wollkugeln geformt, die mit einem propeller versehen zu wurfgelegenheiten werden. aus dem hin und her kann schnell ein für und wider werden, wenn die akustische tragfähigkeit suggeriert, wohingegen das schlagwerk jeglicher stabilität trotzend dem herzrasen ein denkmal setzt. andererseits, und die unvermittelbarkeit von stringenz und dem mangel eines ordnungsprinzips gehen den autoren an, flirrt die sechssaitige unter sich brüstender fußorgel wie ein kolibri in der geschlossenen hand, nebst einem perkussiven rettungsversuch in sachen fundamentierung.

durchbrüche ins angedeute erdreich, setzlinge ohne reihung, eine lichtung, täuschungen vorbehalten, doch ein stamm, in dem sich die kräfte sammeln. konzentriertes wachstum bis auf halbem weg anlauf genommen werden muss, um eine schnecke zu denken, die fühler wirft, an deren enden blätter wachsen, die lieder werden. kraftvoll, farbdurchsetzt, soundverwoben und dicht, oder wie ein netz geworfen sprunghaft, löchrig und doch vertäut. wooden peak gelingt mit "lumen" eine ungemeine schönheit, die dich nicht mit gesetzmäßigkeiten befriedigt, sondern dem klang- und sangesabenteuer raum bereitet, so dass gewohnheit gebrochen und zugleich ein neues hörbewußtsein geschult wird."

dem mairelease folgt nun die veröffentlichung von "lumen" auf vinyl. sieht man sich einmal an, mit welcher liebe bereits die cd aufbereitet wurde, wird mir ganz sinister, denke ich an eine plattenausgabe. am 24. februar ist es so weit, natürlich in verantwortung der geschmackssicheren menschen von analogsoul. zum ein- und angewöhnen ein paar medien und die aktuellen tourtermine des duos.

wooden peak - lumen by analogsoul



26.01. - schwerpunkt glück schwäbisch hall
27.01. - silent friday stuttgart
28.01. - cafe galao stuttgart
02.02. - stille post görlitz
03.02. - klanggarten leipzig
05.02. - about blank berlin
06.02. - kunsthof jena
07.02. - aaltra chemnitz
09.02. - blumen darmstadt
10.02. - damen und herren düsseldorf
11.02. - keimzelle 003 köln
24.02. - hans otto theater potsdam
25.02. - franz mehlhose erfurt