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Donnerstag, Juni 18, 2015

neue töne (1543): therese aune


photo by åse holte

"die große karriere ist ihr bereits seit längerem vorausgesagt. doch der durchbruch muss noch etwas warten. brüche sind eh ein gutes stichwort bei therese aune aus norwegen. die aus oslo stammende junge musikerin hat ein griffiges organ, es ist variabel und kann stimmungen zeugen, sie benutzt es wie andere auf instrumenten agieren. dabei ziert sie sich nicht vor dem überbordendem, vor dem kratzigen ausstoss, vor dem kippen, gibt jeglichen gefühlen nach und sucht beständig nach dem passenden ausdruck. am piano, das sie früh erlernte, gelingen ihr die weniger waghalsigen figuren, die für stabilität sorgen. wenn man hanna hukkelberg und regina spektor vereinte, käme man unweigerlich auf therese aune, die aktuell an ihrem debut full length arbeitet. im herbst kann man vorsichtig damit rechnen. ich habe mich sofort in ihre modulationsreiche vortragsart verliebt, die gründe ihrer stimme sind schattenreich und trauerlastig, die höhen gelingen ihr erwachsen und ausdauernd. in deutschland spielte sie bereits auf, trat dabei mit einem kleinen bandaufgebot an und blieb nachhaltig in erinnerung.", schrieben wir im juli 2011.

mittlerweile ist natürlich auch das debüt ins land gegangen, "billowing shadows, flickering light" erschien 2012 in aunes heimat norwegen via riot factory und kam wenig später, nämlich 2013, über red eye transit auch in den staaten heraus. die nun bereits vergangenen zwei jahre nutzte therese aune (piano, synth, harmonium) unter anderem, um gemeinsam mit marcus forsgren (lionheart brothers, jaga jazzist) an synthesizer und gitarre sowie marte eberson (synth) und are rosseland (drums) eine ep aufzunehmen. vor allem der sommer letzten jahres musste für die überwiegend elektronisch forcierten kompositionen herhalten.

therese stammt aus dem östlichen teil oslos, und ich weiß nicht, ob das eine bedeutung hat, aber es klingt irgendwie besonders, und sie besuchte einen hort nach der schule. dort befand sich ein piano, auf dem die junge norwegerin immer wieder herumklimperte. mit zwei fingern eroberte sie sich diese klangwelt und beackerte hernach ihre eltern, ihr ein solches gerät ins haus zu stellen. es soll drei jahre gedauert haben, bis die eltern nachgaben. schließlich wurde der kauf des instruments um unterricht ergänzt.

mit "hedina" ist die singleauskopplung ihrer vier tracks umfassenden ep überschrieben. zunächst war es nur eine art kunstwort, denn therese hatte sich angewöhnt, beim songschreiben auf eine art englischen kauderwelsch zurückzugreifen, bevor sie die eigentlichen texte schreibt. dann wurde ihr aber klar, dass "hedina" nicht nur als name herhält, sondern zugleich die bezeichnung für ein mottenart ist. somit passte der songtitel ganz hervorragend zu dem der ep "cocoon".. ähnliche wege ging aune auch in sachen musik. hier hat sie vor allem von der begegnung mit neuen musikern, aber auch von ihrer neigung zu ungewöhnlichen klängen, ihrer neuen leidenschaft für synthesizer profitiert. doch hört selbst.

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