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Freitag, September 20, 2013

neue töne (1334): freschard


was auf den ersten höreindruck so gezähmt und leichthin klingt, ist auf den zweiten ein klar strukturiertes und transparentes stück musik, dem man hinter die kulisse blicken kann. und wenn man dort dann den sauber geputzten allerwertesten sieht, weiß man: das hat substanz, was clemence freschard da treibt. die in frankreich geborene ist eine kleine zauberfee, eine unruhestifterin. denn die lieblichkeit der gezähmten melodie explodiert in deinem kopf und sprengt sich in atomare einheiten, die fortan sämtliche hirnzellen bevölkern, die irgendetwas mit deiner inneren stimme zu tun haben. denn jene quatscht dich nun nicht mehr nur dusselig voll, sondern summt beständig vor sich hin. entrückt und nicht mehr gekoppelt an dein selbst. oder doch? clemence singt nicht nur, sie bedient auch spanish guitar, drums, zafzafa, tambourine und das washboard. doch gut sortiert oder nacheinander. kaum etwas türmt sich in den luftigen arrangements. dauerbegleiter stanley brinks fügt electric guitar, upright bass, piano, bells, clarinets und saxophones mit ein. angela carlucci singt auf "angel". der rest fügt sich wie von selbst. die aufnahmen entstanden in der längst zur heimat erkorenen stadt berlin, im winter wars, als 2012 und 2013 die gemeinsame scheide suchten.

musik, die so offen daherkommt, wohnt oft schludrigkeit inne. oft ist sie nur halb gedacht, halb gemacht. ganz anders hier. das songwriting von freschard nötigt mehr als nur respekt ab. es ist auf den punkt und eben zu ende gebracht. neben einer deutlich über der gebrauchsharmonie einzustufenden tonalen aneinanderreihung überzeugt die staffage. im akustischen gewand fühlt sich diese singer/songwriter-, folkvariante sauwohl. zehn tracks wurden für "boom biddy boom", das am 16. september digital veröffentlicht wurde, zusammen getragen. nachhören und kaufen könnt Ihr hier.

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