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Dienstag, Oktober 11, 2011

neue töne (1052): case studies

jesse lortz hatte sich jüngst erst einen namen mit the dutchess and the duke gemacht (im klienicum hier). der auflösung dieses projekts ging voraus, dass es den protagonisten keinen spaß mehr gemacht hätte. einen besseren grund findst du nicht. dass lortz ohne musik nicht kann, wird nicht zuletzt am neuen unternehmen deutlich. mit case studies setzt der amerikaner, wohnhaft aktuell in seattle, auf einen fast schon verhuschten folk, der ganz in der tradition eines leonard cohen stehen könnte. kann, vielleicht, doch jesse lortz scheint zu sehr auf seine arbeit konzentriert, als dass er ausschau nach auswärts halten könnte. einer mittelbaren beeinflussung steht allerdings nichts im weg.

"the world is just a shape to fill the night" heißt das erste produkt seiner jüngsten anstrengungen. das album ist mitte august auf sacred bones erschienen und enthält größtenteils songs, die im februar mit greg ashley (gris gris) aufgenommen wurden. eine kleine hütte in sequim, wa, war der hort, an den man sich zurückzog. doch die rückzugsidylle täuscht, denn lortz lud eine menge leutchen zur unterstützung ein. er sprach davon, dass er in den vergangenen jahren sehr oft allein aufgenommen hatte und bei diesem album offen für die dynamik war, die entstehen würde, wenn mehrere musiker sich beteiligen würden. von einer band distanzierte er sich aber zugleich. er war daran interessiert, das konzept offen zu halten, um die songs auch mit anderen kollegen vortragen zu können. so bleiben die arrangements sparsam und wie hingeworfen, perkussion, backgroundgesang, nicht viel mehr. dennoch ausreichend für einige sehr ans herz gehende titel. neben tief anrührender emotionalität finden sich auch tracks, die hoffnungsschwanger klingen, aufmunternd, entspannt. diese lesart ist sicher darauf zurückzuführen, dass sich lortz seltener so aufgeräumt fühlte, wie zu den zeiten der aufnahmen zum vorliegenden album. er beschäftigte sich nebenher mit tausenderlei anderen disziplinen, u.a. schmuck herzustellen, malen und dem schreiben von texten, die nichts mit musik zu tun hatten. "i am genuinely excited to be making music for probably the first time in my life.", resümierte er denn auch. melodien zum greifen, ein schwung, der aus dem sessel hilft, mädchengesang, der durch den tag begleitet, die schwermütige stimme des kräftigen burschen, die nachhängt, lieder, die vertraut klingen, bilder, die entstehen. mehr verlange ich nicht von einem album, das prädestinierter nicht für den beginnenden herbst sein könnte.
case studies - lies

case studies - the eagle, or the serpent by sacredbones

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