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Mittwoch, Juli 27, 2011

neue töne (1017): you won't

ein auf den ersten blick wüstes duo sind you won't. doch der schein trügt, was hier zunächst arg lofi und spontan daherkommt, hat spätestens nach dem zweiten augenaufschlag strukturelles und sauber sortiertes zu bieten. denn das songwriting ist bei aller instrumentellen monstrosität einwandfrei. melodienverliebt sind die beiden aus massachusetts stammenden freunde josh arnoudse und raky sastri auf jeden fall. fast lustvoll muss man ihre harmonien nennen, die sich stufen nehmend gern hymnischem nähern. doch keine angst, sie scheuen sich vor der glanzvollen nummer, schrubben sich lieber vorher einen auf einer kindergitarre ab. doch ab- oder aufgedreht sind die nummern der beiden auch nicht. nee, kontrolliert in gewissen maße, ausbruchgesteuert. immerhin treiben sie sich bereits seit mehr als zwölf jahren gemeinsam in künstlerischen kreisen herum. zunächst wurde es mit musik probiert, später auch mit filmen. visionen hatten sie stets, verwirklicht sahen sie nicht wirklich viel. die jahre füllten sie mit packen an bespielten cdrs an, über das internet steuerten sie ihre zähe karriere. seit 2008 gingen sie ihre musikalische unternehmung neu an, zunächst in der garage folkband nohow on, ab 2010 dann unter der pseudonymisierung you won't. das projekt basiert fast ausschließlich auf den kompositionen von raky, denen die jungs in den wäldern von littleton das gewisse etwas entlocken konnten. spitzfindig wird jedes arrangement unter die lupe genommen, um ihm eine ganz spezielle, individuelle note zu verleihen. stilen sind you won't untreu, leiten lassen sie sich vom song. der kann zu einer satten rockveranstaltung geraten, zu einem gospel, kann sich in einem luftigen country outfit zeigen oder eine poperinnerung imitieren. "realize" ist ein großartiger americana mit driftendem akkordeon und polterndem drumming, mit verwehtem gesang und krischeliger gitarre, der refrain gereicht zu mehr. "old idea" ist ein mutiger weird folk schwinger. auf "skeptic goodbye", ihrem erstling bieten die beiden zwölf versionen songwriterischer beholfenheit. manchmal erinnern mich you won't an they might be giants, anderenorts an the galactic heroes. nachzuhören ist das ganze via bandcamp, auf dem sich seit april diesen jahres das album finden resp. hören lässt.

you won't - who knew

you won't - television

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