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Montag, August 30, 2010

peter broderick - how they are (2010)

peter broderick ist einer der musiker aus der jüngeren generation, die ich zu meinen favoriten zähle. seine musik ist von einer art, die anrührt, die sentimental und zugleich herzöffnend ist, die immer einen hoffnungsschweif bewahrt. eine musik, deren zauber sich aus wenig ergibt und doch ergebnis größtmöglicher anstrengung ist. ein zauber, der bindet, den instrumentellen anstrich wie die stimmliche färbung. aquarellierung. eine homogene verquickung. doch während er in einem album wie "home" den dichten sound sucht, die hymnische vermengung, steht sein neuestes werk "how they are" für atmende durchlässigkeit. piano, gitarre, stimme. der opener "sideline" beginnt gar a capella und setzt dann tröpfenweisen mit begleitendem piano fort, einen puristischen wie einfühlsamen song. und wenn peter singt, dass alles, was wir brauchen etwas sonne sei, dann nimmt man ihm dies nicht als rührseligkeit ab, sondern als tief empfundenes und intimes geständnis. der gehalt dieser worte liegt in dem, was sie verschweigen. "human eyeballs on toast" verwöhnt mit einem viel munteren pianospiel, wellen, die sich an ufer ergiessen, mit schaumkrönchen, zwischenspiel, als zögen wolken auf. brodericks stimme taucht ein, leichtes background säuseln. deutlicher denn je wird bei diesem wie bei anderen tracks dieses albums, dass peter broderick zu mehr wagnissen bereit ist. sein gesang, der nicht auf schönklang getrimmt wird, der kippen, der an grenzen stossen darf. in "guilt's tune" sprechsingt er gar, während unruhige spuren des klaviers streifen ziehen, auf denen sich ausdrücklich gitarrensaiten rühren dürfen. "when i'm out" ist ein heiter besinnliches instrumental, das sich wie alle tracks zuvor ins nächste stück ergibt. "with a key" schließt als zwischen unruhe und sinnlichkeit changierender und unentschieden bleibender song an. das piano flirrt unruhig und peter broderick hält beständig und in gelassenheit dagegen. seine worte sind die des hoffenden. "pulling the rain" ist ein kraftstrotzendes, paino bewährtes stück, das nach maßvollem beginn fahrt aufnimmt. wenngleich nur ein werk zwischen den alben, ein full length ist in kollaboration mit nils frahm für das kommende jahr geplant, so bleibt es dennoch ein beachtenswertes, weil es eindringlich, ernsthaft und auf diese beschwerte weise klassisch gemahnend ist. und doch verlangt es nicht nach stirnrunzelndem, in konzentration verspanntem hören. seine durchlässigkeit und sein den farben anvertrautes spiel macht "how they are" zu unbefangenem genuss. und so schließt es mit "hello to nils", einem freundschaftlichen, erneut gitarre befördertem gruss an den freund und partner.
"how they are" erscheint am 03. september via hush records / bella union / cooperative music.

30.10. Hamburg - Haus 73

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