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Samstag, Januar 02, 2010

neue töne (720): bird show band

auf den fünften solorelease müsste man wohl tippen, wollte man das neue werk ben vidas namens "bird show band" in seiner musikalischen vita einer bezeichnung unterwerfen. der weg zu dem mann aus brooklyn ist dabei steinig und unwegsam. ob man nun in richtung seiner bandarbeiten - town and country, singer, central falls, pillow usw. - blickt oder aber bei seiner solotätigkeit hängen bleibt, ein leichter schleier umfängt das oeuvre. lichten wird es vielleicht, konzentriert man sich auf jene alben, da er unter eigenem namen (das erste werk 2000 auf boxmedia hieß "mpls.") oder unter dem moniker bird show "green inferno" 2005, "lightning ghost" 2006 und das untitled album 2008, jeweils auf kranky, veröffentlicht hat. nicht ganz nahtlos fügt sich nun "bird show band" an, dass auf amish records ende januar auch unter dem moniker bird show band erscheinen wird. zwischen seinen einzelgängerischen niederkünften logierte ben vida in chicago und schaffte sich bei pillow, drmwpn und natürlich vor allem bei den minimalisten von town and country (zwischen '98 und '06 entstanden sechs alben, "up above" war mein später einstieg). die kollektive arbeit blieb nicht folgenlos, so dass sich mit der rückkehr nach brooklyn auch etwas ins bewußtsein vidas geschraubt hatte, was ihm in der windigen city chicago widerfuhr: die abstimmung von individualitäten auf ein ziel. mit josh abrams, jim baker, dan britney und john herndon standen ihm für die zwei tage session zum neuen album größen aus den bereichen improvisation, jazz und live performance zur seite. "While Herndon and Bitney’s percussion invokes German psych, progressive rock, and jazz idioms, Vida’s synth-based experiments, here accompanied by Jim Baker’s ARP 2600, provide the first indication of his recent musical preoccupations, an interest that relies heavily on the Moog and his own fluid, lyrical melodic lines." der frühe laptop folk, die home- oder auch ethnic field recordings, dazu drone, neo-psychedelia, musique concrete, progressive bis zu psychedelik folk oder unter welches vorzeichen man die vergangenen solistischen ausschweifungen vidas auch stellen mag , so will uns wohl das label weismachen, und ich gehe ihnen wirklich gern auf den leim, weicht nun einer organischen, weiterhin innovativen, jazz orientierten melange, die sich wie zäher schleim im mund in deinen ohren breit macht. hier schöpft jemand aus seinem unüberschaubaren fundus und lässt keine sekunde aus, um zu beteuern, das bin alles ich! "quintet four" ist satter vorgeschmack und kann genauso gut in seiner singularität überdauern. für mich schon einer der tracks des neuen jahres. das melodische filigrane, die diskursive perkussion, das manische geleit.
vida geht wieder neue wege. seinem ursprünglich solo angelegten projekt bird show verpasst der multiinstrumentalist mittels effet und der hereinnahme exklusiver mitspieler eine andere und damit eine qualitätsstufe überwindende ausrichtung. die avantgarde steht bei fuss, vielleicht liegt sie einem auch zu füssen, wenn man schon mit keith fullerton whitman, greg davis, michael zerang usw. beisammen war. die zukunft steht diesem tausendsassa offen und seiner neuer scheibe sollte sie beschienen sein. erst recht, da sie gerade erst begonnen hat.
bird show band - quintet four (from: "bird show band", 2010)
bird show - on the beach (from: "lightning ghost", 2006)
bird show - pilz (from: "lightning ghost", 2006)
bird show - landlovers (from: "green inferno", 2005)

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